QMS® LAMOTRIGINE - Fisher Scientific

QMS® LAMOTRIGINE - Fisher Scientific
0155192-D
Januar, 2010
QMS® LAMOTRIGINE
Immunoassay
Diese Packungsbeilage des Quantitative Microsphere System (QMS) muss vor
Gebrauch genau durchgelesen werden. Die Anleitungen in der Packungsbeilage sind
genau zu befolgen. Zuverlässige Assay-Ergebnisse können nur garantiert werden,
wenn die Anleitungen in der Packungsbeilage genau befolgt werden.
Kundendienst
Vereinigte Staaten: 1-800-232-3342
International: 1-510-979-5000
Fax: 1-510-979-5002
Symbolschlüssel
Medizinisches Gerät zur
In-vitro-Diagnostik
Achtung: Begleitdokumente
durchlesen
Satzcode/Chargennummer
Die Gebrauchsanleitung
durchlesen
Reagens 1
Temperaturgrenzen
Reagens 2
Bestellnummer
Mindestens haltbar
bis/Verfallsdatum
Bestandteile
Autorisierter Vertreter in
der Europäischen Union
Konzentration
Hersteller
Kitinhalt
Microgenics GmbH
Spitalhofstrasse 94
D-94032 Passau
Tel: +49 (0) 851 886 89 0
Fax: +49 (0) 851 886 89 10
LAMOTRIGIN-REAGENZIEN
0373795
© 2008 Thermo Fisher Scientific Inc. All rights reserved.
NAME
QMS-Lamotrigin (LTG)
Anwendungsbereich
Der QMS-Lamotrigin-Assay dient der quantitativen Bestimmung von
Lamotrigin in Humanserum oder -plasma auf einem Laborautomaten
für die klinische Chemie.
Lamotrigin-Konzentrationen können als Hilfsmittel bei der Behandlung
von Patienten mit Lamotrigin behilflich sein.
Zusammenfassung und Erklärung des Tests
Lamotrigin [3,5-Diamino-6-(2,3-dichlorophenyl)-1,2,4-Triazin] ist ein
Antikonvulsivum, das zur Behandlung der Epilepsie zugelassen ist und
häufig als Monotherapie aber auch zusätzlich zu anderen Antiepileptika
verschrieben wird.1-3
VERFAHRENSPRINZIP
Bei dem QMS-Lamotrigin-Assay handelt es sich um einen homogenen
turbidimetrischen Partikel-Immunassay. Der Assay basiert auf der
Konkurrenz des Arzneimittels in der Probe mit dem Arzneimittel,
mit dem ein Mikropartikel beschichtet wurde, um die AntikörperBindungsstellen des Lamotriginantikörper-Reagens. Das Reagens
für die lamotriginbeschichteten Mikropartikel agglutiniert rasch in
Gegenwart des Anti-Lamotriginantikörper-Reagens, sofern sich kein
konkurrierendes Arzneimittel in der Probe befindet. Die Geschwindigkeit
der Extinktionsänderung wird photometrisch gemessen. Bei Zugabe einer
Lamotrigin enthaltenden Probe wird die Agglutinationsreaktion teilweise
gehemmt, wodurch die Geschwindigkeit der Extinktionsänderung
verlangsamt wird. Eine klassische, konzentrationsabhängige
Agglutinationshemmkurve zeigt die maximale Agglutinationsrate
bei der niedrigsten Lamotrigin-Konzentration und die geringste
Agglutinationsrate bei der höchsten Lamotrigin-Konzentration.
Reagenzien
Reagenzienkit
QMS-Lamotrigin,
0373795, wird als Kit mit zwei gebrauchsfertigen,
flüssigen Reagenzien geliefert. Das Kit enthält:
Reagens 1
1 × 19 mL
Reagens 2
1 × 19 mL
Reaktive Bestandteile
Bestandteil
Konzentration
Polyklonale Anti-Lamotrigin-Antikörper (Schaf)
<5,0%
Natriumazid
<0,1%
Lamotriginbeschichtete Mikropartikel
<1,0%
Natriumazid
<0,1%
REAGENZIENHANDHABUNG UND -LAGERUNG
•
•
•
und
gebrauchsfertig.
Vor Gebrauch mehrmals umdrehen und dabei eine Blasenbildung
vermeiden.
Luftblasen in der Reagenzienkartusche ggf. mit einem neuen
Applikatorstab entfernen. Alternativ kann das Reagens bei der
•
entsprechenden Lagerungstemperatur stehen gelassen werden,
bis die Luftblasen entwichen sind. Zur Minimierung einer
Volumendepletion die Luftblasen nicht mit einer Transferpipette
entfernen.
Wenn die
- oder
- Reagenskartusche leer ist, beide
Kartuschen ersetzen und die Kalibration mit mindestens
zwei Kontrollenkonzentrationen nach den festgesetzten
Qualitätskontrollvorschriften in Ihrem Labor verifizieren. Sollten
die Ergebnisse mit den Kontrollen außerhalb des akzeptablen
Bereiches liegen, ist u.U. eine erneute Kalibration nötig.
ACHTUNG: Luftblasen im Reagens können die Bestimmung
der Reagenzienkonzentration in der Kartusche behindern, was
zu unzureichender Aspiration des Reagens und damit einer
Beeinflussung der Ergebnisse führen kann.
Die ungeöffneten Reagenzien bleiben bis zum Verfallsdatum
stabil, wenn sie bei 2 °C bis 8 °C gelagert werden.
Die Reagenzien dürfen nicht eingefroren oder
Temperaturen über 32 °C ausgesetzt werden.
WARNHINWEISE UND VORSICHTSMASSNAHMEN
Vorsichtsmaßnahmen für Benutzer
•
•
In-vitro-Diagnostikum
Materialen mit verschiedenen Kitchargennummern dürfen nicht
gemischt werden.
ACHTUNG: Dieses Produkt enthält Bestandteile humanen
Ursprungs und/oder potenziell infektiöse Bestandteile. Die
Bestandteile aus Humanblut wurden getestet und waren
auf HbsAg, Anti-HIV 1 und 2 sowie Anti-HCV nicht reaktiv.
Es gibt keine Testmethode, die mit vollständiger Gewissheit
gewährleisten kann, dass Produkte humanen Ursprungs bzw.
inaktivierte Mikroorganismen keine Infektion übertragen.
Daher wird empfohlen, alle Materialien humanen Ursprungs
als potenziell infektiös anzusehen und beim Umgang
entsprechende Biosicherheitsmaßnahmen zu treffen.
PROBENentnahme und -handhabung
•
Folgende Probenentnahmeröhrchen können für den QMS LamotriginAssay benutzt werden:
Glasröhrchen
Serum
lKeine Zusätze
Plastikröhrchen
lMit Silikon
l
l
Plasma
lEDTA (K3)
Serumtrennröhrchen (Gel)
Gerinnungsaktivator
lEDTA (K2)
lLithium-Heparin
l
l
Natrium-Heparin
Plasmatrennröhrchen mit
Lithium-Heparin (Gel)
Andere Probenentnahmeröhrchen wurden nicht zum Gebrauch mit dem QMSLamotrigin-Assay validiert. Die Anleitungen des Herstellers zur Serum- und
Plasmagewinnung befolgen.
•
•
•
Unzureichendes Zentrifugieren der Probe kann zu fehlerhaften
Ergebnissen führen.
Sicherstellen, dass die Probe kein Fibrin, keine roten Blutkörperchen und keine Feststoffe enthält.
Das Plasma bzw. Serum sobald wie möglich nach der Entnahme
von Zellen, Gerinnsel bzw. Gel trennen. Manche Serum- bzw. Plasmaröhrchen eignen sich möglicherweise nicht zur Verwendung
•
•
mit Assays zur Bestimmung therapeutischer Arzneimittelspiegel;
Informationen des Röhrchenherstellers beachten.4
l Proben, aus denen Zellen, Gerinnsel bzw. Gel entfernt wurden,
können bis zu einer Woche bei 2 °C bis 8 °C gelagert werden.
Wenn die Proben mehr als eine Woche nach Entnahme untersucht
werden, sind sie eingefroren (≤ -10 °C) zu lagern. Die Assay-Leistung bei Proben, die bis zu einer Woche bei 2 °C – 8 °C bzw. bis
zu vier (4) Wochen eingefroren gelagert wurden, unterschied sich
nicht wesentlich von der bei frischen Proben (±10% der Lamotrigin-Konzentration vor Lagerung). Die Anzahl der Einfrier-AuftauZyklen sollte eingeschränkt werden.
Es wird empfohlen, Proben für den QMS-Lamotrigin-Assay unmittelbar vor Einnahme des Medikaments abzunehmen (Talspiegel).
Der Talspiegel gibt am besten Auskunft über den therapeutischen
Lamotrigin-Spiegel.5,6
Verfahren
Mitgelieferte Materialien
• QMS-Lamotrigin-Reagenzien,
0373795
Zusätzlich benötigte, nicht mitgelieferte Materialien
• QMS-Lamotrigin-Kalibratoren,
0373787
CAL A-F: A (1 × 2,0 mL); B-F (jeweils 1 × 1,0 mL)
• QMS-Lamotrigin-Kontrollen,
0374090
Spiegel 1-3: jeweils 1 × 2,5 mL
Durchführung des Assays
Eine detaillierte Beschreibung der Durchführung und Kalibration des Assays
finden Sie in der instrumentenspezifischen Bedienungsanleitung.
Verdünnung der Probe
Den QMS-Lamotrigin-CAL-A (0,0 µg/mL) zur manuellen Verdünnung von
Proben außerhalb des Ausgabebereichs des Assays verwenden.
Manuelle Verdünnung
Proben mit Lamotrigin-Konzentrationen über 40,0 µg/mL können mit
QMS-CAL-A (0,0 µg/mL) vor dem Pipettieren der Probe in das Probengefäß
manuell verdünnt werden. Die Verdünnung muss so durchgeführt
werden, dass die Ergebnisse der verdünnten Probe über der AssaySensitivität (2,0 µg/mL) liegen. Die erhaltene Konzentration muss mit dem
manuellen Verdünnungsfaktor multipliziert werden, um die endgültige
Probenkonzentration zu erhalten.
Endgültige
Probenkonzentration
Verdünnungsfaktor
=
erhaltene
Konzentration
Manueller Verdünnungsfaktor =
×
manueller
Verdünnungsfaktor
(Probenvolumen + CAL-A-Volumen)
Probenvolumen
KALIBRATION
Der QMS-Lamotrigin-Assay muss vollständig kalibriert werden
(6-Punkte-Kalibration). Zu diesem Zweck werden die QMS-LamotriginKalibratoren A, B, C, D, E und F zweifach getestet.
Für jede neue Charge muss eine Kalibration durchgeführt werden. Die
Kalibrationskurve ist mit mindestens zwei Kontrollenkonzentrationen
nach den festgelegten Qualitätskontrollvorschriften in Ihrem Labor zu
verifizieren. Sollten die Kontrollenergebnisse außerhalb des akzeptablen
Bereichs liegen, muss u.U. nochmals kalibriert werden.
Hinweis: Lamotrigin-CAL-A ist die Kalibrationsleerwertprobe für
diesen Assay.
Qualitätskontrolle
Zusätzliche Qualitätskontrollvorschriften und mögliche Korrekturmaßnahmen finden Sie in Ihren Standard Operating Procedures
(Standard-arbeitsanweisungen) und/oder dem Qualitätssicherungsplan.
Alle Qualitätskontrollen sollten in Übereinstimmung mit örtlichen
und staatlichen Vorschriften bzw. Akkreditierungsbestimmungen
durchgeführt werden.
Empfohlene Kontrollenvorschriften für den QMS-Lamotrigin-Assay:
• Mindestens zwei Konzentrationen, die den medizinisch
festgelegten Bereich umfassen, müssen alle 24 Stunden
untersucht werden.
• Wird eine häufigere Überwachung der Kontrollen verlangt,
sind die festgelegten Qualitätskontrollverfahren für Ihr Labor
zu befolgen.
• Sollten die Qualitätskontrollergebnisse nicht innerhalb des
akzeptablen Bereiches liegen, können die Patientenwerte
falsch sein und müssen u.U. korrigiert werden.
Ergebnisse
Die Ergebnisse des QMS-Lamotrigin-Assays werden in µg/mL oder
µmol/L angegeben. Ergebnisse in µg/mL können durch Multiplikation
mit 3,90 in µmol/L umgerechnet werden.7
Wie alle Analytkonzentrationen sind die Lamotrigin-Werte im
Zusammenhang mit einer klinischen Beurteilung und anderen
diagnostischen Maßnahmen zu verwenden.
Ergebnis-Fehlercodes
Manche Ergebnisse können Ergebnis-Fehlercodes enthalten. Eine
Beschreibung der Fehlercodes finden Sie in der instrumentenspezifischen
Bedienungsanleitung.
GRENZEN DES VERFAHRENS
Die störenden heterophilen Antikörper treten in der Allgemeinbevölkerung
selten auf. Diese Antikörper können eine Autoagglutination des
Mikropartikel-Reagens verursachen, was falschniedrige Resultate zur
Folge hat, die unbemerkt bleiben.
Aus diagnostischer Sicht muss das Analysenergebnis stets im
Zusammenhang mit der Anamnese, dem klinischen Bild und weiteren
Befunden interpretiert werden.
Siehe Abschnitte PROBENENTNAHME UND -HANDHABUNG sowie
SPEZIFISCHE LEISTUNGSDATEN in dieser Packungsbeilage.
Erwartete Werte
Serum/Plasma
Ein therapeutischer Bereich für Lamotrigin wurde nicht genau
festgelegt. Einige Berichte in der Literatur empfehlen einen Zielbereich
von 3 bis 15 µg/mL für Steady-State-Konzentrationen.7,8 Es besteht
allerdings keine eindeutige Beziehung zwischen LamotriginSerumkonzentrationen und klinischem Ansprechen auf Lamotrigin.7,8
Aufgrund individueller Unterschiede zwischen Patienten und zusätzlich
verabreichten Medikamenten decken sich die Lamotrigin-Spiegel von
Serum-Respondern und Non-Respondern sowie die Serumspiegel bei
Anfallskontrolle und unerwünschten Ereignissen in beträchtlichem
Maße. 1-3, 6-8,10-15 In einer der Studien war der höchste mittlere
Serumspiegel (Talspiegel) 8,8 µg/mL, und weniger als 15% der Patienten
berichteten über unerwünschte Ereignisse bei Serumspiegeln unter
10 µg/mL.9 Leichte bis mäßige unerwünschte Ereignisse treten häufiger
bei Patienten mit Lamotrigin-Spiegeln über 15 µg/mL auf.8,15
Nach Einstellen auf eine stabile Dosis kann es bis zu sieben Tage dauern,
bis eine Steady-State-Konzentration erreicht wird.1
Lamotrigin-Spiegel sollten nicht das einzige Kriterium bei der
medikamentösen Einstellung eines Patienten sein. Der Assay
muss im Zusammenhang mit klinischen Beurteilungen und anderen
diagnostischen Maßnahmen gesehen werden. Ärzte müssen ihre
Patienten am Behandlungsbeginn und beim Einstellen der Dosierung
genau überwachen. U.U. müssen mehrere Proben entnommen
werden, um die erwartete Variation der optimalen (Steady-State-)
Konzentrationen bei einem bestimmten Patienten zu ermitteln.
Spezifische Leistungsdaten
Im Folgenden werden typische Leistungsdaten aufgeführt, die mit einem
kommerziell erhältlichen Laborautomaten für die klinische Chemie unter
Anwendung von turbidimetrischer quantitativer Analyse erzielt wurden.
Sensitivität
Quantifizierungsgrenze
Die Quantifizierungsgrenze des QMS-Lamotrigin-Assays wird als die
niedrigste Konzentration definiert, bei der eine akzeptable Inter-AssayPräzision und Wiederfindung (Recovery) beobachtet werden (häufig
als ≤20% VK mit ±15% Wiederfindung angegeben). Ein gepooltes
Lamotrigin enthaltendes Patientenserum und mit Lamotrigin angereicherte
Plasmaproben wurden verdünnt und zweimal täglich an 5 Tagen doppelt
Gepoolte, Lamotrigin enthaltende Patientenserumproben:
10
Untersuchte Zielkonzentration (µg/mL)
1,74
2,75
3,78
4,88
Mtlwt.
1,82
2,68
3,64
4,88
St.abw.
0,09
0,15
0,16
0,30
Prozent VK
4,74
5,69
4,30
6,25
104,48
97,27
96,24
100,00
Prozentuale Wiederfindung
Mit Lamotrigin angereicherte Plasmaproben:
Untersuchte Zielkonzentration (µg/mL)
2,00
2,74
3,54
Mtlwt
2,21
2,38
3,54
St.abw.
0,07
0,10
0,10
Prozent VK
3,21
3,38
2,89
110,69
103,27
100,00
Prozentuale Wiederfindung
Die Quantifizierungsgrenze lag bei 2,0 µg/mL.
Assaybereich
Der Assaybereich beträgt 2,0 bis 40,0 µg/mL. Ergebnisse unter diesem
Bereich sind als <2,0 µg/mL anzugeben.
Genauigkeit
Die Genauigkeit nach Wiederfindung wurde durch Zugabe von Lamotrigin
pharmazeutischer Qualität zu lamotriginnegativem Humanserum
ermittelt. Zuerst wurde ein Stammserum mit ca. 40 µg/mL Lamotrigin
gravimetrisch durch Zugabe von Lamotrigin zu Humanserum zubereitet.
Das Stammkonzentrat wurde dann gravimetrisch lamotriginnegativem
Serum beigefügt, wobei Konzentrationen des gesamten Assaybereichs
hergestellt wurden. Jede Probe wurde dreifach mit jeweils zwei
Kalibrationskurven auf einem Laborautomaten für die klinische Chemie
11
analysiert. Der Mittelwert der Ergebnisse wurde bestimmt und mit der
Zielkonzentration verglichen; die prozentuale Wiederfindung wurde
berechnet. Folgende Ergebnisse wurden erhalten:
% Wiederfindung =
Mittlere wiedergefundene Konzentration
Theoretische Konzentration
(µg/mL)
Theoretische Konzentration
Mittlere wiedergefundene
Konzentration (µg/mL)
× 100
Prozentuale Wiederfindung
40,02
38,61
96
30,02
32,74
109
20,03
19,07
95
15,00
16,05
107
9,00
9,37
104
5,02
5,33
106
3,75
3,94
105
2,50
2,49
100
1,52
1,75
115
Mittlere prozentuale Wiederfindung: 104
Linearität
Linearitätsstudien wurden durch Verdünnung eines hochkonzentrierten
Patientenpools auf Konzentrationen des gesamten Assaybereichs
durchgeführt. Der Patientenpool wurde so korrigiert, dass ein 20–30% über
dem gewünschten Ausgabebereich liegender Wert erhalten wurde, wie im
NCCLS Protocol EP-6A empfohlen wird.16 Für die Verdünnungen wurde der
QMS-Lamotrigin-Kalibrator-A (Leerwert-Kalibrator) verwendet. Die Linearität
bei spezifischen Verdünnungen wurde als akzeptabel angesehen, wenn die
prozentuale Abweichung zwischen den vorhergesagten Regressionswerten 1.
und 2. Ordnung ±10% betrug. Folgende Ergebnisse wurden erhalten:
12
Theoretische Konzentration
(µg/mL)
Mittlere wiedergefundene
Konzentration (µg/mL)
Prozentuale Wiederfindung
42,50
43,25
102
37,38
37,67
101
32,26
31,82
99
26,62
27,34
103
21,50
22,26
104
15,87
16,15
102
10,75
10,78
100
5,12
5,19
101
2,56
2,56
100
1,02
1,23
121
Mittlere prozentuale Wiederfindung: 103
Methodenvergleich
Korrelationsstudien wurden unter Verwendung des NCCLS Protocol
EP9-A2 durchgeführt.17 Die QMS-Lamotrigin-Methode wurde intern
(Studie 1) und extern an zwei Zentren (Studie 2 und 3) angewandt. Die
Ergebnisse des QMS-Lamotrigin-Assays wurden mit den Ergebnissen
einer validierten Hochleistungsflüssigkeitschromatographie (HPLC) als
Referenzmethode verglichen.18
Studie 1
In der ersten Studie lag der Lamotrigin-Konzentrationsbereich für den
QMS-Lamotrigin-Assay zwischen 2,02 und 43,13 µg/mL, und die mittlere
Konzentration betrug 15,98 µg/mL. Der Lamotrigin-Konzentrationsbereich
für die HPLC lag zwischen 1,6 und 40,3 µg/mL, und die mittlere
Konzentration betrug 15,3 µg/mL. Die Ergebnisse der Passing-Bablok19Regressionsanalyse für die Studie werden nachstehend gezeigt.
13
Steigung (95% Vertrauensintervall)
1,03
Schnittpunkt mit der y-Achse (95%
Vertrauensintervall)
0,11
Korrelationskoeffizient (R2)
0,96
Standardfehler der Schätzung
1,98
Anzahl der Proben
166
QMS (µg/mL)
50
40
30
20
10
0
HPLC (µg/mL)
0
10
20
30
40
50
Studie 2
In der zweiten Studie lag der Lamotrigin-Konzentrationsbereich für den
QMS-Lamotrigin-Assay zwischen 2,11 und 41,19 µg/mL, und die mittlere
Konzentration betrug 16,11 µg/mL. Der Lamotrigin-Konzentrationsbereich für
die HPLC lag zwischen 1,6 und 40,3 µg/mL, und die mittlere Konzentration
betrug 15,3 µg/mL. Die Ergebnisse der Passing-Bablok19-Regressionsanalyse
für die Studie werden nachstehend gezeigt.
Steigung (95% Vertrauensintervall)
1,03
Schnittpunkt mit der y-Achse (95%
Vertrauensintervall)
0,36
Korrelationskoeffizient (R2)
0,96
Standardfehler der Schätzung
1,92
Anzahl der Proben
166
QMS (µg/mL)
50
40
30
20
10
0
14
HPLC (µg/mL)
0
10
20
30
40
50
Studie 3
In der dritten Studie lag der Lamotrigin-Konzentrationsbereich für den
QMS-Lamotrigin-Assay zwischen 2,01 und 47,31 µg/mL, und die mittlere
Konzentration betrug 15,95 µg/mL. Der Lamotrigin-Konzentrationsbereich für
die HPLC lag zwischen 1,6 und 40,3 µg/mL, und die mittlere Konzentration
betrug 15,3 µg/mL. Die Ergebnisse der Passing-Bablok19-Regressionsanalyse
für diese Studie sind nachstehend angegeben.
Steigung (95% Vertrauensintervall)
1,06
Schnittpunkt mit der y-Achse (95%
Vertrauensintervall)
-0,14
Korrelationskoeffizient (R2)
0,94
Standardfehler der Schätzung
2,44
Anzahl der Proben
167
QMS (µg/mL)
50
40
30
20
10
0
HPLC (µg/mL)
0
10
20
30
40
50
Präzision
Die Präzision wurde wie im NCCLS Protocol EP5-A2 beschrieben
ermittelt.20
In allen Studien wurden eine kommerzielle, auf Humanserum basierende
Kontrolle mit drei Lamotrigin-Konzentrationen sowie Patientenprobenpools
mit niedriger, mittlerer und hoher therapeutischer Konzentration verwendet.
Jede Kontrollenkonzentration und der Patientenpool wurden zweimal
täglich an 20 nicht aufeinander folgenden Tagen zweifach analysiert. Die
Intervalle zwischen den an einem Tag durchgeführten Analysen betrugen
mindestens zwei Stunden. Die Mittelwerte, Unterschiede zwischen
den einzelnen Tagen und innerhalb der Testläufe sowie die GesamtStandardabweichungen und prozentualen Variationskoeffizienten wurden
berechnet. Folgende Ergebnisse wurden erhalten:
15
Intratestlauf
Probe
n
Low-Kontrolle
Mid-Kontrolle
Zwischen den
Tagen
Gesamt
Mittelwert
(µg/mL)
St.abw.
VK (%)
St.abw.
VK (%)
St.abw.
VK (%)
80
2,17
0,04
1,6
0,04
1,2
0,06
2,9
80
15,51
0,18
1,1
0,18
0,9
0,29
1,9
High-Kontrolle
80
25,57
0,39
1,5
0,26
0,9
0,52
2,0
LowPatientenpool
80
2,81
0,05
1,6
0,02
0,7
0,08
2,8
MidPatientenpool
80
10,79
0,10
0,9
0,12
1,1
0,21
2,0
HighPatientenpool
80
23,93
0,40
1,7
0,16
0,7
0,58
2,4
Akzeptanzkriterien: <10% Gesamt-VK
Störsubstanzen
Klinisch hohe Konzentrationen folgender potenzieller Störsubstanzen
wurden Serum mit bekannten Lamotrigin-Konzentrationen (ca. 3 und 16
µg/mL) beigefügt. Jede Probe wurde mit dem QMS-Lamotrigin-Assay
zusammen mit einer Lamotrigin-Serumkontrolle untersucht. Bei allen
Substanzen ergab sich beim Nachweis von Lamotrigin ein Fehler von
<10%.
Störsubstanz
Störsubstanzkonzentration
Albumin
12 g/dL
Bilirubin
60 mg/dL
Cholesterin
500 mg/dL
Hämoglobin
1500 mg/dL
Gamma-Globulin
10 g/dL
Rheumafaktor*
500 IU/mL
Triglyzeride*
1500 mg/dL
Harnsäure*
20 mg/dL
*Durch Verdünnen einer natürlichen Patientenprobe mit
lamotriginangereicherten Humanserumpools hergestellt
16
Spezifität
Interferenzstudien wurden unter Verwendung des NCCLS Protocol EP7A221 als Richtlinie durchgeführt. Die Kreuzreaktivität wurde für die
bekannten Lamotrigin-Metaboliten untersucht. Andere Medikamente,
die routinemäßig mit Lamotrigin verabreicht werden, wurden ebenfalls
untersucht, um zu ermitteln, ob diese Substanzen die quantitative
Bestimmung von Lamotrigin-Konzentrationen mit dem QMS-LamotriginAssay beeinflussen. Serumpools mit niedriger und hoher therapeutischer
Lamotrigin-Konzentration wurden mit hohen Konzentrationen dieser
Verbindungen angereichert. Die Proben wurden analysiert, und die
Lamotrigin-Konzentrationen der Proben, die Störsubstanzen enthielten,
wurden mit Kontrollserum verglichen.
Metabolite
Lamotrigin wird vorwiegend über die UDP-Glucuronyltransferase
metabolisiert, wobei N-2-Glucuronid, ein pharmakologisch inaktiver
Metabolit, entsteht.22,23 Drei Nebenmetaboliten, der N-5-Glucuronid-, N2-Oxid- und N-2-Methyl-Metabolit, wurden in der Literatur erwähnt.22,24
Ca. 10% des vorwiegend im Urin ausgeschiedenen Lamotrigin
(Ausgangsmedikament) blieben unverändert. Folgende prozentuale
Verteilung der Metaboliten wurde gefunden: N-2-Glucuronid-Metabolit
(71%), N-5-Glucuronid-Metabolit* (9%), N-2-Methyl-Metabolit (0%
bis 5%) und N-2-Oxid-Metabolit (0% bis 5%).24-25 Diese Metaboliten
wurden einer Probe mit niedriger Lamotrigin-Konzentration (3 µg/mL) und
einer Probe mit hoher Konzentration (16 µg/mL) beigefügt. Die folgenden
Metaboliten wurden auf Kreuzreaktivität untersucht.
*Der erwähnte N-5-Glucuronid-Metabolit stand nicht zur Untersuchung zur Verfügung.
17
Prozent Kreuzreaktivität
Metabolit
N-2-Glucuronid-Metabolit
N-2-Methyl-Metabolit
N-2-Oxid-Metabolit
Metabolitkonzentration
(µg/mL)
Niedrige
Konzentration
Lamotrigin
Hohe Konzentration
Lamotrigin
400
0,06
0,30
80
0,08
1,60
40
0,23
1,30
20
nn
6,40
10
0,40
11,90
5
-7,90
nn
400
0,10
0,20
80
nn
0,50
40
-0,10
2,10
20
-0,40
1,30
10
-2,00
2,60
5
-4,70
nn
400
2,20
4,20
80
4,60
10,70
40
6,00
15,10
20
9,60
25,10
10
13,00
36,50
5
19,70
92,50
nn = nicht nachgewiesen
Arzneimittelinterferenz
In Studien mit dem QMS-Lamotrigin-Assay wurde untersucht, ob häufig
verabreichte Verbindungen die Wiederfindung der Lamotrigin-Konzentration
beeinflussen.
Eine hohe Konzentration jeder dieser Verbindungen wurde normalem
Humanserum mit einer bekannten Lamotrigin-Konzentration (ca. 3 oder
16 µg/mL) beigefügt und zusammen mit einer Lamotrigin-Serumkontrolle
untersucht. Bei allen Verbindungen kam es beim Lamotrigin-Nachweis zu
einem Fehler von <10%. Die Verbindungen und untersuchten Konzentrationen
sind nachstehend aufgelistet.
18
Verbindung
Acetazolamid
Acetylsalicylsäure
Amikacin
Amitriptylin
Amoxapin
Amphotericin B
Ampicillin
Askorbinsäure
Buproprion
Carbamazepin
Carbamazepin-10,11-Epoxid
Carbenicillin
Chloramphenicol
Chlorpromazin
Citalopram
Clobazam
Clonazepam
Cyclosporin A
Desipramin
Diazepam
Digitoxin
Digoxin
Doxepin
Ephedrinsulfat
Erythromycin
Ethanol
Ethosuximid
Felbamat
Fluoxetin
Furosemid
Gabapentin
Gentamicin
Haloperidol
Konzentration
der Verbindung*
100
500
20
1
1
100
50
30
3
120
120
2500
250
2
0,8
100
0,7
1
1
20
0,25
0,02
1
1000
200
3500
1000
1000
3,75
100
200
1000
1
Verbindung
Lincomycin
Mephenytoin
Mesoridazin
Methicillin
Methylprednisolon
N-Acetylprocainamid
Nefazodon
Neomycin
Niacin
Nirvanol
Nitrazepam
Nordoxepin
Nortriptylin
Olanzapin
Oxcarbazepin
Paracetamol
Paroxetin
Penicillin V
Perphenazin
Phenobarbital
Phenytoin
Primidon
Procainamid
Prochlorperazin
Ranitidin
Rifampin
Risperidon
Sertralin
Spectinomycin
Sulfamethoxazol
Theophyllin
Thioridazin
Tobramycin
Konzentration
der Verbindung*
2000
100
5
200
200
120
3
1000
12.000
100
1,8
1
1
0,3
500
200
1
100
90
15
100
100
25
1
200
50
0,6
0,6
100
400
250
5
20
*µg/mL sofern nicht anders angegeben
19
Verbindung
Heparin
Ibuprofen
Imipramin
Kanamycin A
Kanamycin B
Koffein
Levetiracetam
Lidocain
Konzentration
der Verbindung*
8000 IE/L
400
0,72
400
400
100
100
100
Verbindung
Topiramat
Trazodon
Trimethoprim
Valproinsäure
Vancomycin
Vigabatrin
Zonisamid
Konzentration
der Verbindung*
250
5
20
1000
630
100
400
*µg/mL sofern nicht anders angegeben
20
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