"Et in Arcadia ego" Written by Stefan Ostner

"Et in Arcadia ego" Written by Stefan Ostner
"Et in Arcadia ego"
Written by
Stefan Ostner
2.
TEASER
FADE IN:
INNEN -- BESPRECHUNGSRAUM -- -Logo: ORF 6 (oder bei welcher Nummer wir auch immer grad
sind). Fernsehinterview. Gstötzl wirkt etwas bedrängt,
spricht ins Mikrofon.
GSTÖTZL
Ja, ich habe dieses Gerede gehört.
Mann, ich hab keine Ahnung, was in
manchen Leuten vorgeht, aber ich
würde Ihnen mal gern so wirklich
klar meine Meinung vorgeigen.
Die Interviewerin, Inge DURNHERR III (aus genau der
Dynastie, jawoll), ist nicht aus der Ruhe zu bringen.
DURNHERR
Dennoch sind diese Anschuldigungen
nicht ganz von der Hand zu weisen,
nicht wahr, Herr Gstötzl?
GSTÖTZL
Ich sehe nicht, wo-DURNHERR
Darf ich Sie an diverse eindeutig
feindliche Begegnungen mit
Außerirdischen erinnern? Beginnend
mit den Geonid und diesem Kaujat
auf der Erde, und dann einige
Vorfälle im Weltall... soll ich sie
auflisten?
GSTÖTZL
Ja, es gibt ne Menge Totalmohos im
Weltraum, das weis ich auch gar
nicht von mir! Aber Trotteln gibts
im Solarsystem auch genug, ich sag
nur K-Gruppisten und die Wähler
von-Einblendung: "DIESE INHALTE WURDEN VOM ORF, DER
UNABHÄNGIGEN RUNDFUNKANSTALT, GEBLOCKT." Einige
Sekunden, dann...
GSTÖTZL (CONT'D)
Ich würd Ihnen also raten, mal den
Dreck vor Ihrer eigenen Tür zu
kehren, ist das klar?
DURNHERR
Hm, man merkt da eindeutig, dass
Ihnen das nahe geht.
Sie lacht sehr, sehr gekünstelt. Dann versucht sie ihn
mit einer neuen Frage wieder zu beruhigen:
3.
DURNHERR (CONT'D)
Was sagen Sie zu den Vorwürfen
diverser Organisationen, dass Sie
durch die Anwesenheit Außerirdischer in Ihrer Crew Ihre
Mission der Verbreitung der
irdischen Kultur gefährdet sei?
Just das ist aber ein weiteres Thema, das Gstötzl sehr
auf den Nerv geht.
GSTÖTZL
Sehen Sie, das versteh ich nicht.
Wir haben momentan eine
Außerirdische an Bord. Ja? Eine!
Und hunderte Menschen! Also
beschweren Sie sich nicht!
DURNHERR
Eine große Anzahl von Leuten ist
besorgt, dass gerade unsere
Traditionen und unsere Kultur von
dieser einen Außerirdischen
gefährdet ist. Darf ich einen
Auszug aus dem Nachbericht des
letzten... Vorfalls darbieten?
Geschrieben von Thiandale?
GSTÖTZL
Bieten Sie dar, na los.
DURNHERR
Nun denn, ich zitiere.
DURCHBLENDEN
INNEN -- THIANDALES QUARTIERE -- WENIG ZUVOR
Es sollte klar genug sein, dass dies genau der Bericht
ist, den Durnherr zitiert.
THIANDALE
Das Wesen, welcher Natur auch immer
es war, gab sich als Bote des
vorherrschenden irdischen Gottes
aus. Ich glaube das nicht, wie ich
nämlich auch an diesen Gott nicht
glauben kann. Laut ihrer heiligen
Schrift richtete er mit Feuer und
Schwert. Das vermag ich nicht zu
glauben. Wenn schon uns ein großes
Wesen geleitet haben mag, dann
muss, muss es barmherzig gewesen
sein.
INNEN -- BESPRECHUNGSRAUM -- -...wie zuvor.
4.
DURNHERR
...et cetera, et cetera.
Jetzt: Ein Wutausbruch.
GSTÖTZL
Na hören Sie mal, jetzt reichts.
Wir haben genug Atheisten auf
diesem Schiff, ja? Jetzt hören Sie
endlich auf, mir meine Mission
madig zu machen, ja? Ich bin genau
so stolz auf Thiandale wie auf
andere Crewmitglieder, vielleicht
mehr, es kann nicht einfach sein,
den ganzen Tag mit so engstirnigen,
intoleranten-(Zensur - Piepston)
zusammen zu sein, also, Frau
Durnherr, seien Sie mir nicht böse,
wenn ich das so sage, aber bei
Ihnen piept's ja wohl!
DURNHERR
Herr Gstötzl, ich-GSTÖTZL
Wenn Sie die Tür nicht finden, sie
befindet sich hinter Ihnen.
DURNHERR
Aber-GSTÖTZL
Ich kann Sie Ihnen auch persönlich
zeigen, falls Sie danach verlangen,
Mann!
Durnherr presst ihre Lippen sehr schmal zusammen.
DURNHERR
Gut. Aber ich werde auch darüber
berichten! Seien Sie sich dessen
sicher!
...und ab. Gstötzl seufzt und lehnt sich im Stuhl
zurück. Er wartet, dann
GSTÖTZL
Gstötzl an Thiandale, kommen Sie
bitte in den Besprechungssaal.
THIANDALE (COMM)
Verstanden, Käptn, am Weg.
AUSSEN -- STRASSE -- NACHT
(Erde.) Wir befinden uns in einem Park bei einem Weg,
der in eine Unterführung geht. Stille.
5.
Dann dehnt sich plötzlich die leere Luft, und durch
einen Lichtblitz steigt eine Gestalt mit einer Waffe.
Zuerst hält er den Rücken richtung Kamera, dann dreht er
sich um.
Es ist FOHR.
FOHR
Sprung erfolgreich. Keine weitere
Übertragungen.
Er lädt die Waffe.
FADE OUT.
6.
AKT I
AUSSEN -- STRASSE -- -Wir befinden uns in der Unterführung, welche schlecht
beleuchtet ist. Da tauchen plötzlich einige Leute auf,
die sehr gut gekleidet durchgehen. Es ist Admiral Gruber
sowie die Eltern des Käptns - Waltraud und Johannes
Gstötzl!
Waltraud ist eine kleinere, ältere Dame, Johannes ein
distinguierter Herr, der aussieht wie ein höherer
Bankbeamter. Sie sind ins Gespräch vertieft.
WALTRAUD
Die Oper war hierzulande schon
wirklich besser! Der Bass hat ja
teilweise den Ton nicht einmal
getroffen!
JOHANNES
Ja, du hast recht, Schatz, ich
finde, man hätte auch mehr aus dem
Bühnenbild machen können.
WALTRAUD
Was denken Sie davon, Herr Gruber?
GRUBER
Hm, ich denke, ich kenn mich nicht
wirklich genug aus, um da eine
ernstzunehmende Meinung abgeben zu
können.
WALTRAUD
Ja, da haben Sie möglicherweise
Recht.
Eine Pause. Sie sind gerade dabei die Unterführung zu
verlassen.
WALTRAUD (CONT'D)
Ich möchte Sie etwas über meinen
Sohn, den Käptn, fragen.
GRUBER
Schießen Sie los.
Und von hinter den Büschen kommt Fohrs Stimme:
FOHR (O.S.)
Ja, das habe ich vor.
Lichtblitze! Feuer! Waltraud schreit auf, Gruber
reagiert schnell.
GRUBER
Zur Seite! Weg hier!
Sie laufen in ihrer umständlichen Garderobe zur Seite.
7.
Fohr kommt aus dem Gebüsch, mit einer imposanten Waffe
in jeder Hand (wie Captain John Hart) und läuft auf sie
zu.
FOHR
Ich glaube nicht, dass Sie wirklich
eine große Chance haben, mir zu
entkommen.
Keiner erkennt ihn - weder Gruber noch die Gstötzls
waren in 2x06 dabei.
GRUBER
Wer sind Sie? Wieso zur Hölle tun
Sie das?
FOHR
Fohr. Und ich habe ein Ziel. Aber
ich werde es Ihnen nicht sagen.
Er feuert auf Waltraud. Johannes stößt sie aus dem Weg;
sein Lohn dafür ist ein Streifschuss. Er sinkt zu Boden.
Gruber hat währenddessen seine Waffe gezogen, feuert auf
Fohr, ohne wirklich was zu bewirken.
FOHR (CONT'D)
Oh, Admiral, ich glaube, das war
die falsche Entscheidung.
Und plötzlich, hinter ihnen, ein weiterer Lichtblitz,
eine dunkle Gestalt, gekleidet in übel mitgenommenem
Gewand taucht auf, feuert auf Fohr, trifft ihn. Er
bricht zusammen.
FOHR (CONT'D)
Mission abbrechen!
Er verschwindet in einem Lichtblitz. Die andere Gestalt
kurz darauf auch.
Waltraud und Gruber sehen einander an.
GRUBER
Frau Gstötzl! Geht es Ihnen gut?
WALTRAUD
Den Umständen entsprechend... wir
müssen etwas wegen Johannes tun!
Sie haben sicherlich ein Mobifon
dabei!
GRUBER
Bin schon dran.
Er zückt sein Handy und ruft die Rettung an.
AUSSEN -- "DER VOGEL" -- -ESTABLISHING SHOT
8.
INNEN -- MASCHINENRAUM -- -Stockenfeld, verwundert, sitzt an einer Konsole.
Navigiert herum, hat etwas höchst erstaunliches entdeckt.
STOCKENFELD
Walter?
Er sieht sich um.
STOCKENFELD (CONT'D)
Walter?!
Geretschläger kommt um eine Ecke geeilt.
GERETSCHLÄGER
Ja, bin schon da, wie kann ich
helfen?
STOCKENFELD
Hast du dich schon mal genauer in
den Archivdateien umgeschaut?
GERETSCHLÄGER
Weißt du, wieviel Petabytes das
sind?
STOCKENFELD
Ich hab was gefunden.
GERETSCHLÄGER
Was? Lass mal schauen.
Geretschläger kommt näher und schaut ebenfalls gebannt
auf den Bildschirm.
GERETSCHLÄGER (CONT'D)
"Betriebssysteme des frühen 21.
Jahrhunderts..." Hm. Wir haben
sogar eins gespeichert.
STOCKENFELD
Wieso ist da ein Fenster
aufgezeichnet?
GERETSCHLÄGER
Weiß der Kuckuck. Hannes, mach ein
Terminal das komplett von allen
anderen abgetrennt ist, hau einen
virtuellen Layer drauf und schmeiß
die Daten da drauf. Ich will mir
das mal anschauen.
Geretschläger ab.
INNEN -- BRÜCKE -- -Gstötzl kommt herein und lässt sich müde im Sessel
nieder. Thiandale, Hohbauer an ihren Konsolen.
9.
GSTÖTZL
Mann, das war jetzt mühsam! Ihr
habt ja keine Ahnung. Ich wär für
den Feierabend.
HOHBAUER
Käptn, der fangt eh in einer halben
Stunde an.
GSTÖTZL
Ja, dann fangen wir halt eine halbe
Stunde früher an! Mann, ihr habt ja
wirklich leichte Probleme mit eurer
Regelhaftigkeit. Ich hab grad für
diese verdammte Interviewerin drei
Stunden Papierkram ausgefüllt! Drei
Stunden! Und echtes Papier! Die
armen Bäume! Sie haben keine
Ahnung, wieviel Bäume dafür haben
sterben müssen! Bäu! Me!
HOHBAUER
Kriegen Sie sich wieder ein?
GSTÖTZL
Nein, das hab ich jetzt wirklich
nicht vor! Sie haben keine Ahnung,
was grad in mir brodelt!
HOHBAUER
Der reine Wahnsinn?
GSTÖTZL
Ja! Mann, das Burn-Out ruft! Ich
höre es in der Dunkelheit! Es singt!
Die Komm-Einheit piepst. Gstötzl, der inzwischen schon
sehr, äußerst, überaus total keine Nerven mehr hat,
schreit
GSTÖTZL (CONT'D)
Ja was ist denn jetzt schon wieder
los will mich wer mal in Ruhe
lassen auch?
Am Holo-Bildschirm taucht Gruber auf, mit ernster Miene.
GRUBER (COMM)
Nein.
GSTÖTZL
Oh, Admiral, was für eine
Überraschung, hihi! Wie kann ich
Ihnen denn helfen?
GRUBER (COMM)
Ich würde Ihnen raten, ziemlich
schnell durch die Liftforce zu
kommen.
(MORE)
10.
GRUBER (COMM) (CONT'D)
Und nehmen Sie Doktor DeLouis mit.
Wir werden Sie erwarten.
GSTÖTZL
Wollen Sie mir bitte sagen, wieso?
GRUBER (COMM)
Das werden wir Ihnen dann
persönlich sagen. Gruber Ende.
Und Gruber verschwindet. Gstötzl rollt die Augen, atmet
tief durch, seufzt.
GSTÖTZL
Dann mach ich mich mal auf den Weg.
Steht auf.
THIANDALE
Kann ich mitkommen? Ich war
immerhin noch nicht auf Ihrem
Planeten.
GSTÖTZL
Kommen Sie mit. Das wird sowieso in
einem Desaster enden.
Die beiden verlassen die Brücke.
INNEN -- IRK-HAUPTQUARTIER -- -Wie wir es kennen, mit Gruber, Reinhardt und einem
bärtigen Rettungsmenschen.
Die Liftforce-Tür geht auf. Gstötzl, DeLouis und
Thiandale stolpern heraus.
GSTÖTZL
Ich bin müde, Mann! Was gibts? Was
macht der Rettungsmensch hier?
Schweigen auf der anderen Seite. Gstötzl bekommt das
Gefühl, dass hier irgendwas falsch ist.
GSTÖTZL (CONT'D)
Gibts was?
Würden Sie mir bitte sagen, was
genau hier los ist?
Schließlich beginnt Gruber zu sprechen.
GRUBER
Käptn Gstötzl?
GSTÖTZL
Ja?
11.
GRUBER
Ihr Vater befindet sich seit zirka
einer Stunde im AKH Linz.
GSTÖTZL
Okay... und was ist los mit ihm?
GRUBER
Er wurde angeschossen.
Von Gstötzls Gesicht...
FADE OUT.
12.
AKT II
AUSSEN -- AKH-LINZ -- NACHT
Mit einer Menge leuchtender Blitze rundherum, weil das
SPÖ-Plakat sicher Recht gehabt hat.
INNEN -- KRANKENZIMMER -- -Ein leeres Bett und ein Bett mit Johannes Gstötzl drin,
umgeben von futuristischen Maschinen, wie sie in der
Zukunft in Krankenhäusern zu finden sein werden.
Es klopft an der Tür.
Johannes schlägt seine Augen auf. Er ist offensichtlich
glimpflich davon gekommen. Aber seine Stimme hört sich
müde an.
JOHANNES
Herein.
Die Tür geht auf und Gstötzl kommt herein. Ohne
Sonnenbrille und wirkt erstaunlich wenig cool für seine
Verhältnisse. Das Gespräch ist etwas kühler als man
vielleicht vermuten würde.
GSTÖTZL
Vater?
JOHANNES
Loisl.
Hier wehrt sich Gstötzl nicht - das hat er längst
aufgegeben.
GSTÖTZL
Wie geht es dir?
JOHANNES
Du weißt, das übliche... Rheuma und
so etwas.
GSTÖTZL
Du weißt, wovon ich rede.
JOHANNES
Ja... es tut ein bisschen weh.
GSTÖTZL
Was ist passiert?
Johannes will nicht drüber reden.
GSTÖTZL (CONT'D)
Vater, was ist passiert?
JOHANNES
Plötzlich, und ohne Vorwarnung, hat
einer auf uns geschossen.
13.
GSTÖTZL
Wer?
JOHANNES
Ich habs nicht gesehen. Plötzlich
war da soviel Licht. Jemand wollte
deine Mutter töten. Ich hab sie auf
die Seite geschoben und die Wunde
selbst abgekriegt.
GSTÖTZL
Wieso?
JOHANNES
Der Admiral war dabei. Und du, du
bist unser Sohn.
GSTÖTZL
("na und...?")
Ich weiß...?
JOHANNES
Stell dich doch nicht dumm. Du bist
der Käptn. Wieviel Leute hassen
dich wohl auf dieser Welt?
GSTÖTZL
Einige.
JOHANNES
Wie viele wollen dir etwas antun?
GSTÖTZL
Manche.
JOHANNES
Sind wir nicht ein geeignetes
Instrument dazu?
Gstötzl zögert.
GSTÖTZL
Kann sein.
Sie sitzen da, nicht wissend, was sie reden sollen.
Schließlich..
GSTÖTZL (CONT'D)
Ich bereu trotzdem nichts.
JOHANNES
Bereuen? Wer redet denn von
bereuen? Du bist, wer du bist, und
du wirst akzeptiert, wie du bist.
GSTÖTZL
Ich weiß.
Johannes seufzt, dreht sich im Bett um.
14.
JOHANNES
Ich muss mich jetzt ausruhen,
Loisl... Aber ich will später mit
dir noch reden.
GSTÖTZL
Bis dann, Vater.
Steht auf und verlässt den Raum.
INNEN -- KRANKENHAUS/GANG -- -Es warten Gruber, Waltraud und Reinhardt. Gstötzl kommt
aus dem Zimmer.
WALTRAUD
Wie geht es ihm?
GSTÖTZL
Gut. Aber müde. Ich glaube, er
schläft jetzt.
WALTRAUD
Der Arme...
GSTÖTZL
Mutter, ich werd das ganze
untersuchen lassen. Admiral...?
GRUBER
Käptn?
GSTÖTZL
Ich würde sagen, wir kehren zur
Basis zurück.
GRUBER
Wollen Sie nicht ein wenig Zeit mit
Ihrer Familie verbringen?
Eine unbehagliche Stille.
GSTÖTZL
Dazu habe ich später immer noch
Zeit. Wenn sie nicht mehr gefährdet
sind.
GRUBER
Frau Gstötzl?
WALTRAUD
Unser Loisl. Immer so...
zielstrebig. Ich habe nichts
dagegen, Herr Gruber. Er wird
sowieso duch nichts davon
abzubringen sein.
GRUBER
In Ordnung.
(MORE)
15.
GRUBER (CONT'D)
Kilian, stellen Sie eine Wache ab nur für den unwahrscheinlichen Fall
des Falles.
REINHARDT
Darum hab ich mich schon gekümmert.
GRUBER
Gut, dann fahren wir, Frau Gstötzl.
WALTRAUD
Wiederschauen.
Die IRK-Beamten gehen.
INNEN -- MASCHINENRAUM -- -In einem großen Freiraum steht ein einzelnes, mit
diversen Kabeln versehenes Terminal. Rund herum weit und
breit gar nichts. Davor sitzt Stockenfeld. Daneben
stehen zig leere Kaffeebecher am Boden.
Geretschläger kommt herein.
GERETSCHLÄGER
Wollen Sie nicht irgendwann fertig
sein?
STOCKENFELD
Ich schon! Das Setup braucht so
ewig.
Er gähnt.
STOCKENFELD (CONT'D)
Boss, wären Sie so freundlich und
bringen Sie mir noch einen Kaffee?
Geretschläger wirft einen pointierten Blick auf den Müll
am Boden.
GERETSCHLÄGER
Hatten Sie nicht schon genug?
STOCKENFELD
Nein.
Plötzlich klingelt es laut und der ganze Strom zum
Terminal fällt aus. Dann schaltet es sich wieder ein.
Stockenfeld rauft sich die Haare.
GERETSCHLÄGER
Was war das soeben?
STOCKENFELD
Ein Reboot. Ich glaube, dass das
kaputt ist. Das ist schon das elfte
Mal.
16.
GERETSCHLÄGER
Okay, ich bring Ihnen zwei Becher
Kaffee.
Geretschläger geht. Im Türrahmen dreht er sich nochmal
um.
GERETSCHLÄGER (CONT'D)
Achja, wann werden Sie fertig sein?
Die Crew schimpft schon, dass der
sekundäre Raum so eng ist und die
Luftzirkulation ist nasenscheinlich
auch nicht die allerbeste.
STOCKENFELD
Das kann ich Ihnen leider überhaupt
nicht sagen. Einen aussagekräftigen
Fortschrittsbalken gibt es nicht.
Dafür steht hier: "Verwalten Sie
Ihre Fotos und Medien mit dem neuen
MediaManager!"
GERETSCHLÄGER
Gut, das werden wir dann sicher tun.
Und geht endgültig.
INNEN -- IRK-HAUPTQUARTIER -- -Gstötzl geht unruhig auf und ab. Gruber sitzt in seinem
Sessel, Reinhardt am Terminal, recherchierend.
GSTÖTZL
Also, nochmal von vorn, Admiral! An
was können Sie sich erinnern?
GRUBER
Ich war in der Oper und traf dort
auf Ihre Eltern. Wir gingen noch
eine Runde, als plötzlich dieser
Mann auftauchte, buchstäblich aus
dem Nichts, und auf uns feuerte.
GSTÖTZL
Wieso gehts Ihnen dann so fast
einwandfrei?
GRUBER
Weil noch jemand aus dem Nichts
auftauchte und ihn vertrieb. Dann
verschwand der auch.
GSTÖTZL
Admiral, darf ich Sie dran
erinnern, dass Sie mich nach der
leidigen Geschichte mit den
Zeitlinien vor ein paar Monaten
fast in die Nervenheilanstalt
einweisen wollten?
17.
GRUBER
Ich weiß, es hört sich
unglaubwürdig an. Aber genau so
wars.
REINHARDT
Admiral, wollen Sie's nicht doch
mit dem Phantombildprogramm
versuchen?
GRUBER
Wieso denn? Der Mann ist längst
verschwunden und ich konnte nicht
viel erkennen. Ich will niemand
unschuldigen einbuchten, Leute.
GSTÖTZL
Sie glauben viel zu arg ans Gute im
Menschen, Admiral. Das wird auf die
lange Bank nicht gesund sein.
Probieren Sie's wenigstens.
GRUBER
Wenn es Sie so glücklich macht...
Er geht zum Terminal und beginnt zu arbeiten.
MONTAGE
...wie Gruber verschiedene Augen, Nasen, Ohren, Haare
auf ein relativ durchschnittliches Gesichtsmodell zieht.
Schließlich entsteht ein Bild, das Fohr extrem ähnlich
sieht.
GSTÖTZL
Ich kenn ne Type, die sieht fast so
aus wie der da!
GRUBER
Echt?
GSTÖTZL
Ja, ich war mit der Uli bei so
einem Notar oder sowas, jedenfalls
ist ihre Tante gestorben und hat
ihr was vererbt - eine Frechheit
übrigens, meine hat mir nix vererbt
- und-GRUBER
Kommen Sie doch zum Punkt.
REINHARDT
Wenn Sie ihn finden.
Ein seltsamer Blick von Gruber.
GSTÖTZL
Ja der Notar hatte nen Assistenten,
einen Fohr oder so, der sah so aus!
18.
GRUBER
Fohr?
GSTÖTZL
Fohr.
GRUBER
Fohr?!
GSTÖTZL
Oh Gott, das erinnert mich grad an
Joghurt? - Joghurt! - Joghurt.
GRUBER
Nein, aber Fohr... der Mann... ich
hab ihn gefragt, wer er denn sei
und wieso er das tue, und er sagte
Fohr!
GSTÖTZL
Admiral, vielleicht sind wir doch
auf einer Spur.
GRUBER
Aber ein Notariatsassistent ist nie
und nimmer jemand mit außerirdischen Waffen.
GSTÖTZL
Mal nachsehen. Vizeadmiral
Reinhardt, schauen Sie doch in der
polizeilichen Datenbank nach.
REINHARDT
Wird gemacht. Einen Moment...
Informationen flashen über den Bildschirm. Schließlich
muss Reinhardt vermelden.
REINHARDT (CONT'D)
Einen Fohr hab ich nicht gefunden.
GRUBER
Also niemand vorbestraftes.
REINHARDT
Nein, ich habe keine einzige Person
mit dem Namen Fohr - vorbestraft
oder sonstwie - gefunden, auf die
das Bild auch nur annähernd passt!
GRUBER
Haben Sie alle Schreibweisen
probiert? F-O-O-R? F-O-H-R?
REINHARDT
Ja, die Fehlertoleranz war drin.
19.
GSTÖTZL
Auch skurille Abarten? V-O-R-R?
F-O-U-R vielleicht?
GRUBER
Käptn...
GSTÖTZL
Kann ja sein! Vielleicht ist der
nicht nur ein Wahnsinniger, sondern
auch noch kreativ.
REINHARDT
Nein, ich bedaure. Der Mann ist
nicht in der Datenbank.
GSTÖTZL
Rufen Sie bei dem Notar an. Röbl
hieß er, glaub ich.
REINHARDT
Sehr wohl.
Er startet ein Programm am Terminal und gibt Röbls
Nummer ein. Die Verbindung ist am Lautsprecher. Es
piepst einige Zeit. Dann meldet sich eine weibliche
Stimme, Frau TRUNNINGER, eine intellektuell beschränkte
Sekretärin.
TRUNNINGER (COMM)
Hier Röbl & Co, wie kann ich Ihnen
helfen?
REINHARDT
Guten Tag, IRK-Oberkommando, könnte
ich mit Herrn Röbl persönlich
sprechen?
TRUNNINGER (COMM)
Ich befürchte, das wird nicht
möglich sein. Er ist gerade auf
einem ausgedehnten Urlaub.
REINHARDT
Könnten Sie uns vielleicht
Informationen über Ihren Vorgänger
geben? Ein gewisser Herr Fohr?
TRUNNINGER (COMM)
Herr Fohr? Wer soll denn das sein?
Vor mir hat hier eine Frau Gottlieb
gearbeitet, und zwar vierzig Jahre!
Die ist jetzt in Pension, aber
fragen Sie mich nicht wo!
REINHARDT
Sind Sie sich da sicher?
20.
TRUNNINGER (COMM)
Hören Sie, ich bin nicht komplett
dumm!
REINHARDT
Okay. Dann, trotzdem vielen Dank
für Ihre Kooperation.
TRUNNINGER (COMM)
Ich helfe doch immer wieder gern.
Reinhardt legt mit Knopfdruck auf. Sie sehen einander
lange an.
REINHARDT
Tja, was jetzt?
GRUBER
Haben Sie die Nummer von Röbl?
REINHARDT
Die Privatnummer? Von einem
Justizmenschen? Sicher geheim.
GSTÖTZL
Man könnte sie doch sicher
ermitteln. Die richtige Leute zu
ner Bombe von Piña Colada einladen
und schon-REINHARDT
Könnte schon. Aber das ist illegal.
GSTÖTZL
Na und?
REINHARDT
Wir versuchen doch zuvor bitte noch
die legalen Kanäle, Admiral?
GRUBER
Ja, natürlich.
Ratlosigkeit. Sie denken nach. Schließlich Gstötzl:
GSTÖTZL
Wie wärs, wenn wir-Er wird durch ein Piepsen am Terminal unterbrochen.
Reinhardt hat eine Nachricht erhalten.
GSTÖTZL (CONT'D)
Mann, wo bleibt die Privatsphäre
heutzutage?
REINHARDT
Oh mein Gott.
GRUBER
Killian?
21.
REINHARDT
Es gab einen Vorfall im
Krankenhaus. Jemand wollte Herrn
Gstötzl angreifen.
Und von den betroffenen Gesichtern
FADE OUT.
22.
AKT III
AUSSEN -- KRANKENZIMMER -- -...Johannes Gstötzl in seinem Bett, Waltraud und DeLouis
an seiner Seite. Der Käptn und Gruber betreten den Raum.
GSTÖTZL
Doktor? Was machen Sie denn hier?
DELOUIS
(beißend)
Ich bin mit Ihnen durch die
Liftforce gegangen. Nächstes Mal
wärs schön, wenn Sie auf mich
warten würden, bevor Sie abhauen.
GSTÖTZL
Oh. Äh. Richtig. Wo ist denn
Thiandale?
DELOUIS
Sie wollte sich unseren Planeten
ansehen.
Waltraud geht bedrohlich auf ihren Sohn zu.
WALTRAUD
Loisl! Untersteh dich!
DeLouis fängt zu kichern an. Gstötzl schaut ihn sehr
böse an.
WALTRAUD (CONT'D)
Dein Vater wurde zwei Mal
attackiert und du? Machst Smalltalk
über eine deiner zweifelhaften
Eroberungen! Thiandale, was für
eine Art Name ist das überhaupt?!
GSTÖTZL
Ein außerirdischer. Mutter, ich-WALTRAUD
Ein außerirdischer?! Loisl-GSTÖTZL
Mutter!
WALTRAUD
Sohn!
GSTÖTZL
Lass mich mit Vater sprechen!
Er drängt sich an ihr vorbei und lässt sich neben
DeLouis an Johannes' Seite nieder.
GSTÖTZL (CONT'D)
Vater?
23.
JOHANNES
Mir geht es gut. Es ist nichts
passiert. Bedank dich bei deiner
IRK. Ohne der Wache da draußen würd
ich jetzt wahrscheinlich nicht mit
dir reden können.
GSTÖTZL
Was ist passiert?
JOHANNES
Ein Lichtblitz, dann tauchte der
Mann wieder auf. Der selbe wie
zuvor. Aber ein paar Sekunden
später ging die Tür auf und der
Wächter stürmte auf ihn zu.
GSTÖTZL
Haben sie ihn-JOHANNES
Nein, er flüchtete. Verschwand
einfach. Sagte noch irgendeinen
Kauderwelsch.
GSTÖTZL
Was hat er gesagt?
JOHANNES
Er hat gesagt, "Die Zeit ist zu
spät. Wir brauchen einen anderen
Weg. Verdammt!"
GSTÖTZL
Was soll den das heißen?
JOHANNES
Das frag ich mich auch.
Sie sehen einander an.
GSTÖTZL
Doktor?
DELOUIS
Ja?
GSTÖTZL
Werden Sie hier noch gebraucht?
DELOUIS
Ähm, nein, nicht direkt, Käptn,
aber-GSTÖTZL
Würden Sie bitte draußen auf mich
warten.
DELOUIS
Gut, auch recht.
24.
Er steht auf und geht schnellen Schrittes.
JOHANNES
Das war nicht sehr freundlich.
GSTÖTZL
Vater, ich will nicht, dass dich
jemand tötet.
JOHANNES
Da hat sich was geändert seit dem
letzten Mal.
INNEN -- MASCHINENRAUM -- -Stockenfeld ist vor dem Terminal eingeschlafen.
Plötzlich ertönt ein lautes und fröhliches Signal. Der
Computer ist arbeitsbereit!
Stockenfeld ist so erschrocken, dass er um- und in die
Kaffeebecher fällt.
Geretschläger kommt hereingelaufen.
STOCKENFELD
Boss?
GERETSCHLÄGER
Hannes! Gehts Ihnen gut?
STOCKENFELD
Tja, mehr oder weniger.
GERETSCHLÄGER
Das hat man ja drei Zimmer weiter
gehört!
STOCKENFELD
Was haben Sie im Drehenden Drehraum
gemacht?
GERETSCHLÄGER
Nein, ich war im Raum mit den
Kalibrierungsknödeln. Seis drum.
Wie geht es jetzt weiter?
Stockenfeld konzentriert sich nun wieder auf das
Terminal.
STOCKENFELD
Hier steht: Melden Sie sich mit
Ihrem Benutzernamen und Passwort an.
GERETSCHLÄGER
Ja dann tun Sie das.
STOCKENFELD
In Ordnung.
Er hackt auf die Tastatur ein und drückt [Enter].
25.
STOCKENFELD (CONT'D)
Oh oh.
GERETSCHLÄGER
Was?
STOCKENFELD
Das hört sich nicht gut an.
GERETSCHLÄGER
Was?
STOCKENFELD
Das hört sich sogar recht schlecht
an.
GERETSCHLÄGER
WAS?
STOCKENFELD
"Die Einstellungen werden auf alle
angeschlossenen Geräte portiert."
GERETSCHLÄGER
Ich dachte, das Terminal wäre
autark? Wo ist das Problem?
STOCKENFELD
Wir habens nicht vom Stromnetz
abgekoppelt...
Von den bedeutungsschwangeren Blicken der beiden....
AUSSEN -- STRASSE -- NACHT
Eine andere Straße, in einem heruntergekommenen Viertel
der Stadt. Thiandale schlendert durch, offenbar
nichtsahnend, wo sie sich hier befindet. Summt ein
mimetisches Lied.
Langsam kommt sie zu einer Kreuzung, welche auch gerade
von vier, fünf üblen Gesellen in Kapuzen überquert wird.
Diese gehen beinahe vorbei, aber bemerken sie dann.
SCHLÄGER #1
Hey, Süße!
Sie ignoriert die Typen.
SCHLÄGER #2
Hey, man hat dich angeredet!
Kopf hochgehalten, geht sie weiter.
SCHLÄGER #1
Zed, Meier...
Er macht eine Geste. Zwei der nichtsprechenden Schläger
versperren Thiandale den Weg.
26.
SCHLÄGER #1 (CONT'D)
Wer bist du?
SCHLÄGER #2
Wo kommst du her?
SCHLÄGER #1
Du bist wohl nicht von hier?
SCHLÄGER #2
Tja, das ist klar!
Thiandale ist stehen geblieben und hat einen Ausdruck
äußerster Ungehaltenheit am Gesicht.
THIANDALE
Würden Sie mich bitte weitergehen
lassen.
Die Typen sehen einander an und lachen blöde. Das machen
Typen dieser Art sehr gern.
SCHLÄGER #2
Tja, das glaubst du, hä?
THIANDALE
Allerdings.
Nun lachen sie noch lauter.
SCHLÄGER #1
Wo kommst du her, hm? Linz? Bist du
von hier?
SCHLÄGER #2
Nein, die kommt aus nem
Nobelwohnort. Waldberg oder so.
SCHLÄGER #1
Red mit uns, komm schon!
THIANDALE
Ich komme nicht von hier.
Sie sehen sie schief an.
SCHLÄGER #1
Das wissen wir.
SCHLÄGER #2
Versuch nicht, irgendwie die
Schlaue spielen zu wollen.
SCHLÄGER #1
Wir sind mehr.
THIANDALE
Allerdings.
27.
SCHLÄGER #1
Woher kommst du?
THIANDALE
Von sehr, sehr weit weg.
Sie lachen schon wieder. Das ist sehr nervig.
SCHLÄGER #1
Mann, die hält sich ja für was
besseres.
SCHLÄGER #2
Für ne Außerirdische!
Sie brüllen vor Lachen und können sich kaum an sich
halten.
THIANDALE
Sie mögen lachen, aber das bin ich
tatsächlich.
Die anderen werden ernst.
SCHLÄGER #2
Was?
SCHLÄGER #1
Wirklich?
THIANDALE
Ja.
Nun gehen sie bedrohlich auf sie zu.
SCHLÄGER #1
Das, meine Liebe, hätte ich an
deiner Stelle nicht gesagt...
Und von dieser unguten Situation...
INNEN -- KRANKENHAUS/GANG -- -DeLouis geht auf und ab. Gstötzl kommt aus dem
Krankenzimmer. DeLouis beginnt, betont abwesend zu
pfeifen.
Gstötzl sieht ihn durchdringend an.
GSTÖTZL
Sind Sie bereit, Doc?
DELOUIS
Wozu?
GSTÖTZL
Wir werden diesen Fohr verfolgen,
wenns sein muss, ans Ende des
Universums, und ihm das Handwerk
legen!
28.
DELOUIS
Okay. Wie?
GSTÖTZL
Das ist das Problem. Wir müssen ihn
zuerst finden. Man hat eine
Energiesignatur aufgenommen, als er
das zweite Mal aufgetaucht ist.
Vielleicht können wir die verfolgen.
DELOUIS
Gut. Dann auf gehts, zurück ins
Hauptquartier. Dort haben wir das
bessere Equipment.
Er geht. Gstötzl bleibt stehen und ruft ihm nach:
GSTÖTZL
He!
DELOUIS
Hä?
GSTÖTZL
Ich bin der Käptn und geb die
Befehle!
DELOUIS
Und was befehlen Sie?
GSTÖTZL
Nun, äh, genau, was Sie gesagt
haben. Auf gehts!
Und marschiert davon. Ein seufzender DeLouis folgt.
INNEN -- BRÜCKE -- -Geretschläger betritt den Raum. Hohbauer steht mit den
Armen in die Hüften gestemmt da und schaut zornig drein.
HOHBAUER
Walter?
GERETSCHLÄGER
Was gibts denn?
HOHBAUER
Was habt ihr dort unten im stillen
Kellerlein schon wieder verbrochen?
GERETSCHLÄGER
Ich? Wir? Verbrochen? Was?
HOHBAUER
Ich zeig dir, was ihr verbrochen
habt. Komm mit.
Sie setzt sich hinter ihre Konsole, nimmt ihren Joystick
in die Hand, will nach rechts fliegen.
29.
Da ploppt am Bildschirm eine Meldung auf: "Datei
'RECHTSFLIEGEN.JODEL' nicht gefunden. Neuinstallation
oder Upgrade erforderlich."
HOHBAUER (CONT'D)
Na?`
GERETSCHLÄGER
Klick halt einmal auf Upgrade.
Sie drückt am Touchscreen den Upgradeknopf.
HOHBAUER
Klicken? Was ist denn das für ein
Ausdruck?
GERETSCHLÄGER
Steht so in der
Bedienungsanleitung. Na? Gehts
wieder?
Sie versucht das Manöver erneut. Eine weitere Meldung
ploppt auf: "UPGRADE INSTALLATION 3%. Bitte warten Sie."
GERETSCHLÄGER (CONT'D)
Ja, das kann dauern.
HOHBAUER
So zirka genau zehn Minuten. Ich
will aber nicht zehn Minuten warten.
GERETSCHLÄGER
Gut, steck diese Batterie hinein.
Er gibt ihr besagtes Objekt. Sie nimmt es, steckt es in
die Konsole. Der Fortschrittsbalken beschleunigt rasant
und schießt übers Ziel hinaus.
Eine Meldung ploppt auf: "UPGRADEPROZESS ZU 317%
ABGESCHLOSSEN."
Dann fallen alle Lichter aus. In der absoluten
Dunkelheit hören wir ein leicht genervtes
HOHBAUER
Walter...
Und:
FADE OUT.
30.
AKT IV
AUSSEN -- "DER VOGEL" -- -ESTABLISHING SHOT
...alles ist ausgefallen.
INNEN -- BRÜCKE -- -Hohbauer ächzt und stöhnt und flucht als sie nach etwas
kramt. Schließlich hält sie eine Taschenlampe in der
Hand und leuchtet damit herum.
HOHBAUER
Walter?
GERETSCHLÄGER
Ähm, ja, Uli?
HOHBAUER
Wie, bitte, wie konnte das grade
passieren?
GERETSCHLÄGER
Ähm...
HOHBAUER
Ich dachte, dieses komische
Datenfragment wär autonom?
GERETSCHLÄGER
Ähm...
HOHBAUER
Typisch! Schau was du gemacht hast!
Reparier das besser!
GERETSCHLÄGER
Ähm, die Türen gehen nicht. Wir
haben keinen Strom. Wir sollten
einen Notruf aussenden.
HOHBAUER
"Wir haben keinen Strom"...?
GERETSCHLÄGER
Ahja, das stimmt. Aber ich hab ein
Mobifon dabei.
Und holt es aus der Tasche. Hohbauer rollt mit den Augen.
HOHBAUER
Jetzt zieht er sein Handy...
CLOSE UP
Er macht es auf, schraubt an der Hardware herum und
entdeckt schließlich einen winzigen Drehknopf. Den dreht
er zum Maximum auf.
31.
GERETSCHLÄGER
Ha! Handy Hacking!
HOHBAUER
Was hast du gemacht?
GERETSCHLÄGER
Das Strahlenstärkenlimit auf leicht
unter Tschernobyl raufgedreht. Wenn
irgendein Schiff in der Nähe ist,
sollte es uns entdecken.
HOHBAUER
Ich will nicht verstrahlt werden.
GERETSCHLÄGER
Die Wände können Strahlung
absorbieren.
HOHBAUER
Wie kommt die Strahlung dann nach
draußen?
GERETSCHLÄGER
Mit, äh-- frag mich jetzt nicht.
Sag mir eine Nummer. Egal welche.
HOHBAUER
Okay, 0043-555-128913-15.
GERETSCHLÄGER
Wer ist das?
HOHBAUER
Keine Ahnung.
Geretschläger schaut sie schief an, gibt dann die Nummer
ein und drückt auf den Wählknopf.
Laute, knisternde Töne gehen davon aus, es beginnt zu
vibrieren.
GERETSCHLÄGER
So, jetzt heißts hoffen.
Hohbauer setzt sich ermattet nieder.
AUSSEN -- STRASSE -- -Eine anonyme Straße in Linz. Gstötzl geht zielstrebig
dahin. DeLouis dackelt nach, mit seinem Scanner in der
Hand.
DELOUIS
Käptn!
GSTÖTZL
Was ist denn, Mann?
32.
DELOUIS
Wir sollten vielleicht Thiandale
suchen.
GSTÖTZL
Die wird sich schon mit uns treffen.
DELOUIS
Nein, sie hat gesagt, sie ruft mich
wenn sie beim Hauptquartier ist.
GSTÖTZL
(ätzend)
Gut, dann machen wir uns auf die
Suche nach der Nadel im Heuhaufen.
WIE?
DELOUIS
Naja, sie hat die Route auf Google
Maps eingezeichnet.
Er gibt ihm dem Scanner. Darauf: Eine Karte von Linz mit
einem fetten roten Strich, der eine Route für einen
Rundgang einzeichnet.
GSTÖTZL
Was-- und Sie lassen sie durchs
Schwarze Loch gehen?
DELOUIS
Schwarzes Loch?
GSTÖTZL
Das übelste Viertel diesseits von-von keine Ahnung was!
DELOUIS
Und Sie glauben, ich kenn mich in
Linz aus?
GSTÖTZL
Wir müssen sie da rausholen!
Sie laufen rasant in die Gegenrichtung.
INNEN -- BRÜCKE -- -Geretschläger hängt an der Strippe. Plötzlich dröhnt
eine Stimme aus dem Handy. Sie ist sehr laut, weil das
Handy ja ultraintensiv eingestellt ist. Sie gehört
DELIN, einer jungen Raumfahrerin.
DELIN (COMM)
Wie kann ich Ihnen helfen?
GERETSCHLÄGER
Wir haben hier ein gröberes
Hardware-Problem! Können Sie uns
helfen?
33.
DELIN (COMM)
Da sind Sie genau an der richtigen
Adresse! Ich komme in zehn Minuten!
GERETSCHLÄGER
Gut, ich hoffe, Sie können sich
durch die Luftschleusen brennnen,
die funktionieren nämlich auch
nicht mehr.
DELIN (COMM)
Ich bin für alles prepared. Delin
Ende.
Geretschläger schaut Hohbauer an.
GERETSCHLÄGER
Na schau.
HOHBAUER
Glück.
AUSSEN -- STRASSE -- -...dort, wo Thiandale zuvor von den Schläger bedrängt
wurde. Wir beginnt auf dem bewusstlosen Körper von einem
der Typen. Dann:
PAN
Auf ein Schlachtfeld. Thiandale ist die einzige, die
noch auf ihren Füßen steht, bis auf ein, zwei blaue
Flecken unversehrt.
Gstötzl und DeLouis kommen angerannt und bleiben
unvermittelt stehen, als sie die Situation bemerken.
GSTÖTZL
Thiandale?
THIANDALE
Ja, Käptn.
GSTÖTZL
Was haben Sie-Er glotzt erstaunt herum.
THIANDALE
Käptn, bin ich in Schwierigkeiten?
GSTÖTZL
Hm, Sie wissen sich offensichtlich
zu verteidigen. Doc, schauen Sie
sich die blauen Flecken an, sobald
wir am Schiff sind. Ansonsten würd
ich sagen-- Mann!
Er steigt auf einen der Schlägertypen zu.
34.
GSTÖTZL (CONT'D)
Mann, haben die Kapuzen? Und
Tattoos? Sicher auch Tattoos.
Kapuzen und Tattoos. Schlimmer
gehts nimmer.
Er beginnt zu lachen.
GSTÖTZL (CONT'D)
Was wollen die eigentlich? Den
Krocha-Bewerb gewinnen? Die fallen
ja nur mehr übel auf, weil sie so
übel auffallen wollen, dass sie
nicht mehr übel auffallen, falls
das Sinn ergibt!
DELOUIS
THIANDALE
Nicht im
geringsten, aber
reden Sie weiter,
Käptn.
Nein.
GSTÖTZL (CONT'D)
Schauen Sie sich das doch an! Da
fehlt der Tschick im Mund und das
wars! Das gibts ja nicht! Nein,
Thiandale, Sie sind nicht in
Schwierigkeiten. Mann! Also echt.
Dann erinnert er sich dran, dass er eigentlich
zielstrebig und zugleich grüblerisch aussehen sollte.
GSTÖTZL (CONT'D)
Alle Mann und Frau mir nach, wir
müssen zum Hauptquartier und zwar
am besten gestern.
Er zieht ein Ticket aus seiner Tasche und hält es hoch.
GSTÖTZL (CONT'D)
Taxi! Bus! Zug! Irgendwer!
Und geht wieder in Richtung Ende des dunklen Bezirks.
AUSSEN -- "DER VOGEL" -- -ESTABLISHING SHOT
Zeit vergeht.
INNEN -- BRÜCKE -- -Hohbauer geht auf und ab, Geretschläger sitzt am Boden.
Plötzlich klopft es an der Tür.
GERETSCHLÄGER
Yo?
Hohbauer schaut ihn strafend an.
35.
HOHBAUER
Wer ist da?
Von draußen erklingt, sehr dumpf, die Stimme von Delin.
DELIN (O.S.)
Ich bins, Delin. Ist das die Brücke?
HOHBAUER
Ja.
DELIN (O.S.)
Okay, gehen Sie von der Tür weg.
HOHBAUER
Das sind wir schon.
Ein gleißender Lichtblitz. Dann aber alles wie zuvor.
Einige Sekunden danach fallen die Türen plötzlich
relativ unmotiviert nach hinten.
GERETSCHLÄGER
Das darf ich jetzt wieder sicher
reparieren.
HOHBAUER
Ähm, Walter...
Delin sieht seltsam aus. Sie trägt eine schwarze Robe
mit weißer Verzierung und einen Helm am Kopf, der sehr
an einen Pinguin erinnert.
GERETSCHLÄGER
Ein Pinguin?
HOHBAUER
Nein, ein Pinguin ist eine Nonne.
Das hier ist eine Pinguinin.
GERETSCHLÄGER
...WAS?
HOHBAUER
Oh, sorry, Insider-Witz.
Entschuldigen Sie, Frau Delin.
DELIN
(dumpf)
Könnte mir jemand die
Atmosphärenwerte des Schiffs sagen,
sodass ich möglicherweise diesen
Helm loswerde?
GERETSCHLÄGER
Haben Sie zufällig was zum
Schreiben dabei?
Delin reicht ihm eine Art Grafiktablett mit eingebauten
Bildschirm (sowas Cintiq-ähnliches). Geretschläger
36.
skizziert schnell ein Diagramm und gibt es ihr dann
wieder.
DELIN
(dumpf)
Ja, okay, das sollte passen.
Sie nimmt ihren Helm ab und sieht darunter sehr normal
aus.
GERETSCHLÄGER
Okay, wie können Sie uns helfen?
DELIN
Haben Sie Zugang zu der Einheit,
von der das Problem ausgegangen
ist, von hier?
GERETSCHLÄGER
Naja, übers Stromnetz. Direkt eine
Netzverbindung nicht.
DELIN
Das reicht. Wir können Daten über
praktisch alles schicken. Haben Sie
hier irgendwo ein Terminal mit
einem optischen Laufwerk?
Geretschläger kennt den Begriff nicht.
GERETSCHLÄGER
Optisches Laufwerk?
DELIN
Ist auch besser so. Sonst
irgendwas, wo man was reinlegen
kann?
GERETSCHLÄGER
Ähm, wir haben eine Art
Flachbettscanner an der
Wissenschaftskonsole...
DELIN
Exzellent. Wohin?
HOHBAUER
Da oben, auf der andern Seite neben
der Tür.
DELIN
Gut.
Sie zieht aus ihrer weiten Robe eine Art sehr, sehr
große und leuchtende Tablette. Darauf ist ein Pinguin
abgebildet.
HOHBAUER
Und das ist?
37.
DELIN
Eine fortgeschrittene Form der
Datenspeicherung.
Sie legt die Tablette auf den Scanner. Das Licht
durchströmt das Terminal und springt dann auf die
anderen weiter. Sie aktivieren sich langsam wieder. Im
Laufe des folgenden Gespräches tritt der Normalzustand
auf der Brücke allmählich wieder ein.
DELIN (CONT'D)
In zehn Minuten sollte das Problem
gelöst sein. Versprechen Sie mir
nur bitte, dass Sie diese bösartige
Software nicht mehr wieder
verwenden.
GERETSCHLÄGER
Keine Angst, ich glaub, niemand
wills drauf ankommen lassen, dass
wer wie Sie wieder zufällig in der
Nähe sind. Wer sind Sie eigentlich?
DELIN
Delin. Ich gehöre zu dem Orden der
Ritter für ein malwarefreies
Universum.
GERETSCHLÄGER
Gut. Brauchen Sie irgendwas? Wie
können wir Ihnen danken?
DELIN
Das brauchen Sie nicht. War ja
keine große Arbeit.
HOHBAUER
Kommen Sie, auf einen Drink dürfen
wir Sie schon einladen.
DELIN
Gut, aber wirklich nur kurz.
Sie verlassen den Raum.
AUSSEN -- IRK-HAUPTQUARTIER -- -ESTABLISHING SHOT
...wie es leibt und lebt.
INNEN -- IRK-HAUPTQUARTIER -- -Gstötzl, Thiandale und DeLouis belagern Reinhardt am
Terminal. Gruber sitzt in seinem Sessel, lehnt sich
zurück und trinkt Kaffee.
REINHARDT
Ein bisschen mehr Abstand, bitte,
ich mags so lauschig nicht.
38.
GSTÖTZL
Sorry.
Sie rücken ein paar Zentimeter ab.
REINHARDT
Okay. Also Energiesignaturen dieser
Art wurden auf der Erde nur zwei
registriert, im AKH sowie in einer
abgelegenen Residenz namens Haus
Vielbach...
GSTÖTZL
Das ist okay, das wissen wir, dass
er dort war. War. Ich glaub nicht,
dass er zurück gehen wird.
REINHARDT
Gut.
THIANDALE
Sie haben gesagt, auf der Erde.
Reinhardt zögert.
REINHARDT
Ja. Ich habe die Daten unserer
Fernraumtelemetrie-Sonden auswerten
lassen - nur so auf Instinkt hin.
GSTÖTZL
Und?
REINHARDT
Die Art Energie ist im Universum
nicht sehr häufig, aber es gibt ein
paar Flecken, wo man sie findet.
Die größten Ansammlungen sind in
einem Ewigkeiten entfernten System
namens ICI-330b und im
Aurigius-System.
Gstötzl verspannt sich bei dieser Antwort sichtlich.
Will es sich allerdings nicht ankennen lassen.
GSTÖTZL
Okay, vielen Dank, Vizeadmiral.
Kommt, Leute, wir gehen.
DELOUIS
Aber-GSTÖTZL
Wir gehen.
Er ruft die Liftforce.
INNEN -- MASCHINENRAUM -- -Die Liftforce taucht auf und spuckt unsere Reisenden aus.
39.
DELOUIS
Aber ist Aurigius nicht genau das
System, zu dem wir hinfliegen?
GSTÖTZL
Ja. Ich bitte Sie beide eins plappern Sie das nicht herum, die
ganze Story nicht. Ich will nicht,
dass die Crew irgendwelche Ängste
vor diesem System kriegt.
THIANDALE
Wieso ändern wir nicht einfach den
Kurs?
GSTÖTZL
Weil wir das nicht mehr können.
Sie sehen ihn verständnislos an.
DELOUIS
Nicht?
GSTÖTZL
Nein. Wieso auch immer - als wir
Aurigius als Kurs einschlugen,
haben wir uns in irgendwas
eingemischt. Keiner kann sagen was.
Aber wir sind mittendrin. Wir haben
eine Nachricht von jemanden
gekriegt. Wir sind die letzte
Hoffnung von denen. Und wer anders
greift in unsere Mission und in
mein Leben ein, und hat sehr, sehr
möglicherweise was mit diesem
System zu tun. Dort wird sich
irgendwas abspielen, das kann ich
euch versprechen! Wir müssen
dorthin!
Eine eindrucksvolle Rede. Stille. In dem Moment geht die
Tür zum Maschinenraum auf und Geretschläger kommt herein.
GERETSCHLÄGER
Loisl, Sie haben ja keine Ahnung,
was gerade passiert ist!
Das Drama wurde unterbrochen. Gstötzl leidet.
ÜBERBLENDEN
INNEN -- GSTÖTZLS QUARTIERE -- NACHT
Gstötzl macht sich bettfertig und darüber legen wir
GSTÖTZL (V.O.)
Persönliches Log.
(MORE)
40.
GSTÖTZL (V.O.) (CONT'D)
Was heute passiert ist: Ich habe
Vertrauen in die Menschheit
verloren und Vertrauen in
Außerirdische gewonnen. Ich hab
heute zwei Leute kennengelernt:
Eine Interviewerin, die mir
unbedingt meine Außerirdische madig
machen will, und einen freundlichen
Typen, der rein zufällig meinen
Vater killen will.
Und auf der anderen Seite:
Thiandale, höchstfleißig,
zuverlässig, hilfreich. Und eine
andere Außerirdische, die noch nie
von uns gehört hat und mit uns
nichts zu tun hat, und trotzdem
ohne Belohnung zu wollen uns aus
einer ziemlichen Misere geholfen
hat.
Mann, diese Welt ist verkehrt.
Erklär mir das wer. Irgendwer. ...
Nein? Gut, dann geh ich schlafen.
Und genau in dem Moment geht in dem Quartier, wo Gstötzl
schon im Bett liegt, das Licht aus.
INNEN -- LAKASH/RATSKAMMER -- -Eine dunkle Kammer mit einem sehr reflexiven, schwarzen
Boden. Die Decke: Zusammengehalten mit Pfeilern aus
schwammigen, organischen Material, darüber ein lilanes,
leuchtendes Membran. Dazwischen: Gewächse uns
unbekannter Art.
In der Ratskammer: Fohr, alleine. Er nimmt eine
Kontaktlinse aus seinem Auge und legt sie in ein
Terminal.
FOHR
(UT: Computer, gib
mir ein Bild
meines Gegners.)
Ash cark trashía lad multuova.
Ein bestätigender Piepton. Ein großes Display erwacht
zum Leben. Darauf sehen wir Ausschnitte aus Fohrs
Hinterhalt aus seiner Sicht. Schließlich sehen wir auch,
wie sein Kontrahent auftaucht. Fohr wartet, bis ein
einigermaßen klares Bild zu sehen ist, dann sagt er
FOHR (CONT'D)
(UT: Anhalten und
vergrößern!)
Chuota! Vorak!
Der Computer tut, wie ihm geheißen, vergrößert, schärft.
Das Ergebnis erstaunt Fohr.
41.
Denn sein Gegner sieht genau so aus wie er. Mit der
Ausnahme einer großen Narbe quer über die Wange.
FADE OUT.
ENDE.
CREDITS.
Was this manual useful for you? yes no
Thank you for your participation!

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