WIKA 232.30 232.50 233.30 233.50 PG23CP Bedienungsanleitung

WIKA 232.30 232.50 233.30 233.50 PG23CP Bedienungsanleitung
Betriebs­anleitung
DE
Druckmessgerät Typ 2 NG 63
nach ATEX-Richtlinie
II 2 GD c TX X
Inhalt
1. Allgemeines
2. Sicherheit
3. Technische Daten
4. Aufbau und Funktion
5. Transport, Verpackung und Lagerung
6. Inbetriebnahme, Betrieb
7. Wartung und Reinigung
8. Demontage und Entsorgung
Anlage: EU-Konformitätserklärung
2094366.06 02/2017 EN/DE
Konformitätserklärungen siehe www.wika.de
Techn. Daten siehe Datenblatt unter www.wika.de
Technische Änderungen vorbehalten
© 2015 WIKA Alexander Wiegand SE & Co. KG
WIKA Alexander Wiegand SE & Co. KG
Alexander-Wiegand-Straße 30
63911 Klingenberg • Germany
Tel. +49 9372/132-0
Fax +49 9372/132-406
info@wika.de
www.wika.de
1. Allgemeines
„„ Das in der Betriebsanleitung beschriebene Druckmessgerät wird nach den neuesten Erkenntnissen
konstruiert und gefertigt.
Alle Komponenten unterliegen während der Fertigung strengen Qualitäts- und Umweltkriterien.
Unsere Managementsysteme sind nach ISO 9001 und ISO 14001 zertifiziert.
„„ Diese Betriebsanleitung gibt wichtige Hinweise zum Umgang mit dem Druckmessgerät. Voraussetzung für sicheres Arbeiten ist die Einhaltung aller angegebenen Sicherheitshinweise und Handlungsanweisungen.
„„ Die für den Einsatzbereich des Druckmessgerätes geltenden örtlichen Unfallverhütungsvorschriften
und allgemeinen Sicherheitsbestimmungen einhalten.
„„ Die Betriebsanleitung ist Produktbestandteil und muss in unmittelbarer Nähe des Druckmessgerätes
für das Fachpersonal jederzeit zugänglich aufbewahrt werden.
„„ Das Fachpersonal muss die Betriebsanleitung vor Beginn aller Arbeiten sorgfältig durchgelesen und
verstanden haben.
„„ Die Haftung des Herstellers erlischt bei Schäden durch bestimmungswidrige Verwendung, Nichtbeachten dieser Betriebsanleitung, Einsatz ungenügend qualifizierten Fachpersonals sowie eigenmächtiger Veränderung am Druckmessgerät.
„„ Es gelten die allgemeinen Geschäftsbedingungen in den Verkaufsunterlagen.
„„ Technische Änderungen vorbehalten.
„„ Weitere Informationen:
- Internet-Adresse:
- zugehöriges Datenblatt:
www.wika.de / www.wika.com
PM 02.02, PM 02.04, PM 02.12, PM 02.24
Symbolerklärung
WARNUNG!
… weist auf eine möglicherweise gefährliche Situation hin, die zum Tod oder zu schweren
Verletzungen führen kann, wenn sie nicht gemieden wird.
Information
… hebt nützliche Tipps und Empfehlungen sowie Informationen für einen effizienten und
störungsfreien Betrieb hervor.
WARNUNG!
… weist auf eine möglicherweise gefährliche Situation im explosionsgefährdeten Bereich hin,
die zum Tod oder zu schweren Verletzungen führt, wenn sie nicht gemieden wird.
2. Sicherheit
WARNUNG!
Vor Montage, Inbetriebnahme und Betrieb sicherstellen, dass das richtige Druckmessgerät
hinsichtlich Messbereich, Ausführung und spezifischen Messbedingungen ausgewählt wurde.
Verträglichkeit der druckbelasteten Werkstoffe mit dem Messstoff prüfen!
Die Belastungsgrenzen sind einzuhalten, um die Messgenauigkeit und die Lebensdauer zu
gewährleisten.
Bei Nichtbeachten können schwere Körperverletzungen und/oder Sachschäden auftreten.
Weitere wichtige Sicherheitshinweise befinden sich in den einzelnen Kapiteln dieser Betriebsanleitung.
2.1 Bestimmungsgemäße Verwendung
Diese Druckmessgeräte dienen zum Messen von Druck bei industriellen Anwendungen in explosionsgefährdeten Bereichen.
Das Druckmessgerät ist ausschließlich für den hier beschriebenen bestimmungsgemäßen Verwendungszweck konzipiert und konstruiert und darf nur dementsprechend verwendet werden.
Ansprüche jeglicher Art aufgrund von nicht bestimmungsgemäßer Verwendung sind ausgeschlossen.
2.2 Personalqualifikation
WARNUNG!
Verletzungsgefahr bei unzureichender Qualifikation!
Unsachgemäßer Umgang kann zu erheblichen Personen- und Sachschäden führen.
„„ Die in dieser Betriebsanleitung beschriebenen Tätigkeiten nur durch Fachpersonal nachfolgend beschriebener Qualifikation durchführen lassen.
Fachpersonal
Das Fachpersonal ist aufgrund seiner fachlichen Ausbildung, seiner Kenntnisse der Mess- und Regelungstechnik und seiner Erfahrungen sowie Kenntnis der landesspezifischen Vorschriften, geltenden Normen
und Richtlinien in der Lage, die beschriebenen Arbeiten auszuführen und mögliche Gefahren selbstständig zu erkennen.
2.3 Sicherheitshinweise für Druckmessgeräte nach ATEX
WARNUNG!
Die Nichtbeachtung dieser Inhalte und Anweisungen kann zum Verlust des Explosionsschutzes
führen.
WARNUNG!
Einsatzbedingungen und sicherheitstechnische Daten der EU Baumusterprüfbescheinigung
unbedingt beachten.
„„ Druckmessgeräte müssen über den Prozessanschluss geerdet sein.
Zulässige Umgebungstemperatur
Typ 232/262/PG23CP:
Typ 233/263/PG23CP:
-40 ... +60 °C (ungefüllt)
-20 ... +60 °C (Glyzerinfüllung)
-40 ... +60 °C (Silikonölfüllung)
Achtung! Bei gasförmigen Messstoffen kann sich die Temperatur durch Kompressionswärme erhöhen.
In solchen Fällen muss ggf. die Druckänderungsgeschwindigkeit gedrosselt bzw. die zulässige
Messstofftemperatur reduziert werden.
Zulässige Messstofftemperatur
Die zulässige Messstofftemperatur hängt außer von der Gerätebauart auch von der Zündtemperatur der
umgebenden Gase, Dämpfe bzw. Stäube ab. Beide Aspekte sind zu berücksichtigen.
Explosionsfähige Gasatmosphäre
Geforderte
Temperaturklasse
(Zündtemperatur von Gas
oder Dampf)
Zulässige maximale Messstofftemperatur (im Messsystem)
Typen 232, PG23CP
(ungefüllte Geräte)
Typen 233, PG23CP
(gefüllte Geräte)
T6 (T > 85 °C)
+70 °C
+70 °C
T4 (T > 135 °C)
+120 °C
+100 °C
T5 (T > 100 °C)
+85 °C
T3 (T > 200 °C)
+185 °C
T2 (T > 300 °C)
+200 °C
T1 (T > 450 °C)
+200 °C
+85 °C
+100 °C
+100 °C
+100 °C
Explosionsgefährdete Staubatmosphäre
Für Stäube ist das Verfahren zur Bestimmung der Zündtemperatur nach ISO/IEC 80079-20-2
anzuwenden. Die Zündtemperatur wird für Staubwolken und Staubschichten getrennt ermittelt. Für Staubschichten ist die Zündtemperatur abhängig von der Staubschichtdicke nach IEC/EN 60079-14.
Zündtemperatur Staub
Zulässige maximale Messstofftemperatur (im Messsystem)
Staubwolke: TWolke
< 2/3 TWolke
Staubschicht: TSchicht
< TSchicht − 75 K − (Reduzierung je nach Schichtdicke)
Die zulässige maximale Messstofftemperatur darf den kleinsten ermittelten Wert auch bei einer Betriebsstörung
nicht überschreiten.
Handhabung von Werkstoffen
Den Umgang mit Werkstoffen vermeiden, die gefährlich mit den für das Gerät verwendeten Werkstoffen
reagieren und die selbstentzündlich sind.
Reinigung
Das Messgerät mit einem feuchten Tuch reinigen. Darauf achten, dass durch die Reinigung keine elektrostatische Aufladung erzeugt wird.
2.4 Besondere Gefahren
WARNUNG!
Bei gefährlichen Messstoffen wie z. B. Sauerstoff, Acetylen, brennbaren oder giftigen Stoffen,
sowie bei Kälteanlagen, Kompressoren etc. müssen über die gesamten allgemeinen Regeln
hinaus die jeweils bestehenden einschlägigen Vorschriften beachtet werden.
Aus Druckmessgeräten, die keiner Sicherheitsausführung gem. EN 837 entsprechen, kann im
Falle von Bauteilversagen unter hohem Druck stehender Messsstoff durch die ggf. berstende
Sichtscheibe austreten.
Für gasförmige Messtoffe und Betriebsdruck > 25 bar wird gem. EN 837-2 ein Druckmessgerät
mit Sicherheitsausführung S3 empfohlen.
Weitere wichtige Sicherheitshinweise siehe Kapitel „2.3 Sicherheitshinweise für Geräte nach ATEX“.
WARNUNG!
Messstoffreste in ausgebauten Druckmessgeräten können zur Gefährdung von Personen,
Umwelt und Einrichtung führen.
Ausreichende Vorsichtsmaßnahmen ergreifen.
2.5 Beschilderung / Sicherheitskennzeichnungen
Zifferblatt
„„ ATEX Kennzeichnung: II 2 GD c TX X
„„ Seriennummer
Typenschild


 Typ
 Herstellungsjahr
Vor Montage und Inbetriebnahme des Gerätes unbedingt die Betriebsanleitung lesen!
Das Gerät mit dieser Kennzeichnung ist ein Sicherheitsdruckmessgerät mit bruchsicherer
Trennwand nach EN 837.
3. Technische Daten
Druckbelastbarkeit
Ruhebelastung:
3/4 x Skalenendwert
Wechselbelastung: 2/3 x Skalenendwert
kurzzeitig:
Skalenendwert
Temperatureinfluss
Bei Abweichung von der Referenztemperatur am Messsystem (+20 °C): max. ±0,4 %/10 K vom jeweiligen
Skalenendwert
Gehäuseschutzart 1) (nach IEC/EN 60529)
IP65, IP66
Weitere technische Daten siehe WIKA Datenblatt PM 02.02, PM 02.04, PM 02.12 oder PM 02.24 und
Bestellunterlagen.
1) Für allgemeinen Gebrauch, keine ATEX-Anforderung
4. Aufbau und Funktion
Beschreibung
„„ Nenngröße 63 mm
„„ Die Geräte erfassen den zu messenden Druck mit elastischen Rohrfeder-Messgliedern
„„ Die messtechnischen Eigenschaften entsprechen der Norm EN 837-1
„„ Druckmessgeräte mit der Kennzeichnung „S3“ sind nach Norm EN 837-1 Sicherheitsdruckmessgeräte, deren umhüllende und druckbeaufschlagte Bauteile mit bruchsicherer Trennwand ausgeführt
sind. Typen mit „S3“-Kennzeichnung sind 232.30, 233.30, 262.30, 263.30. Typ PG23CP ist optional in
einer „S3“-Variante erhältlich.
Lieferumfang
Lieferumfang mit dem Lieferschein abgleichen.
5. Transport, Verpackung und Lagerung
5.1 Transport
Druckmessgerät auf eventuell vorhandene Transportschäden untersuchen. Offensichtliche Schäden
unverzüglich mitteilen.
5.2 Verpackung
Verpackung erst unmittelbar vor der Montage entfernen.
Die Verpackung aufbewahren, denn diese bietet bei einem Transport einen optimalen Schutz (z. B.
wechselnder Einbauort, Reparatursendung).
5.3 Lagerung
Zulässige Lagertemperatur
-40 ... +70 °C
6. Inbetriebnahme, Betrieb
Mechanischer Anschluss
Entsprechend den allgemeinen technischen Regeln für Druckmessgeräte (z. B. EN 837-2 „Auswahl- und
Einbauempfehlungen für Druckmessgeräte“).
Druckmessgeräte müssen über den Prozessanschluss geerdet sein.
Deshalb sollten am Prozessanschluss elektrisch leitende Dichtungen verwendet werden. Alternativ sind
andere Maßnahmen zur Erdung zu ergreifen. Beim Einschrauben der Geräte darf die zum Abdichten
erforderliche Kraft nicht über das Gehäuse aufgebracht werden, sondern mit geeignetem Werkzeug nur
über die dafür vorgesehenen Schlüsselflächen.
Montage mit Gabelschlüssel
Für zylindrische Gewinde sind an der Dichtfläche  Flachdichtungen, Dichtlinsen oder WIKA-Profildichtungen einzusetzen. Bei kegeligen Gewinden (z. B. NPT-Gewinde) erfolgt die Abdichtung im Gewinde ,
mit geeignetem Dichtungswerkstoff (EN 837-2).
Schlüsselfläche
Dichtfläche 
Abdichtung im Gewinde 
Das Anzugsmoment ist von der eingesetzten Dichtung abhängig. Um das Messgerät in die Stellung zu
bringen, in der es sich am besten ablesen lässt, ist ein Anschluss mit Spannmuffe oder Überwurfmutter
zu empfehlen.
Bei Druckmessgeräten mit Entlastungsöffnung muss diese vor Blockierung durch Geräteteile oder
Schmutz geschützt sein.
Anforderungen an die Einbaustelle
Ist die Leitung zum Messgerät für eine erschütterungsfreie Anbringung nicht stabil genug, sollte (evtl. über
eine flexible Kapillarleitung) die Befestigung mittels Messgerätehalterung erfolgen. Können Erschütterungen nicht durch geeignete Installationen vermieden werden, dann sollten Geräte mit Flüssigkeitsfüllung eingesetzt werden. Die Geräte sind vor grober Verschmutzung und starken Schwankungen der
Umgebungstemperatur zu schützen.
Installation
„„ Nennlage nach EN 837-1 / 9.6.7 Bild 9: 90° ( ⊥ )
„„ Prozessanschluss unten bzw. rückseitig
„„ Belüftungsventil (falls vorhanden) nach der Montage öffnen bzw. von CLOSE auf
OPEN stellen. Die Ausführung des Belüftungsventils ist abhängig vom Typ und kann
von der Darstellung abweichen!
„„ Bei Anwendungen im Freien ist ein für die angegebene Schutzart geeigneter Aufstellort zu wählen,
damit das Druckmessgerät keinen unzulässigen Witterungseinflüssen ausgesetzt ist.
„„ Um zusätzliche Aufheizung zu vermeiden, dürfen die Geräte im Betrieb keiner direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden!
„„ Für eine sichere Druckentlastung im Fehlerfall muss bei Geräten mit Entlastungsöffnung oder
ausblasbarer Rückwand ein Abstand von mindestens 20 mm zu jedem Gegenstand eingehalten
werden.
Zulässige Umgebungs- und Betriebstemperaturen
Die Anbringung des Druckmessgerätes ist so auszuführen, dass die zulässigen Umgebungs- und
Messstofftemperaturgrenzen, auch unter Berücksichtigung des Einflusses von Konvektion und Wärmestrahlung, weder unter- noch überschritten werden. Der Temperatureinfluss auf die Anzeigegenauigkeit ist
zu beachten.
Zulässige Schwingungsbelastung am Einbauort
Die Geräte sollten grundsätzlich nur an Stellen ohne Schwingungsbelastung eingebaut werden.
Gegebenenfalls kann z. B. durch eine flexible Verbindungsleitung von der Messstelle zum Druckmessgerät und die Befestigung über eine Messgerätehalterung eine Entkopplung vom Einbauort erreicht
werden.
Falls dies nicht möglich ist, dürfen folgende Grenzwerte nicht überschritten werden:
Frequenzbereich < 150 Hz
Beschleunigung < 0,7 g (7 m/s2)
Füllstandsprüfung
Für gefüllte Geräte ist der Füllstand regelmäßig zu überprüfen.
Der Flüssigkeitsspiegel darf nicht unter 75 % des Gerätedurchmessers fallen.
Inbetriebnahme
Bei Inbetriebnahme Druckstöße unbedingt vermeiden, Absperrventile langsam öffnen.
7. Wartung und Reinigung
7.1 Wartung
Die Geräte sind wartungsfrei.
Eine Überprüfung der Anzeige und der Schaltfunktion sollte etwa 1 bis 2 mal pro Jahr erfolgen. Dazu ist
das Gerät vom Prozess zu trennen und mit einer Druckprüfvorrichtung zu kontrollieren.
Reparaturen sind ausschließlich vom Hersteller oder entsprechend qualifiziertem Fachpersonal
durchzuführen.
7.2 Reinigung
VORSICHT!
„„ Das Druckmessgerät mit einem feuchten Tuch reinigen.
„„ Ausgebautes Druckmessgerät vor der Rücksendung spülen bzw. säubern, um Mitarbeiter
und Umwelt vor Gefährdung durch anhaftende Messstoffreste zu schützen.
8. Demontage und Entsorgung
WARNUNG!
Messstoffreste in ausgebauten Druckmessgeräten können zur Gefährdung von Personen,
Umwelt und Einrichtung führen.
Ausreichende Vorsichtsmaßnahmen ergreifen.
8.1 Demontage
Druckmessgerät nur im drucklosen Zustand demontieren!
Bei Demontage Belüftungsventil (falls vorhanden) schließen.
8.2 Entsorgung
Durch falsche Entsorgung können Gefahren für die Umwelt entstehen. Gerätekomponenten und Verpackungsmaterialien entsprechend den landesspezifischen Abfallbehandlungs- und Entsorgungsvorschriften
umweltgerecht entsorgen.
Anlage: EU-Konformitätserklärung
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