AEG | 81701 M | Folge 24 vom 11.06.1983 - Archiv Preussische Allgemeine Zeitung

Heute auf Seite 3: Wie schwach ist die Sowjetunion?
UNABHÄNGIGE W O C H E N Z E I T U N G FÜR D E U T S C H L A N D
Jahrgang 34 — Folge 24
Erscheint wöchentlich
Postvertriebsstück.Gebühr bezahlt
11.Juni 1983
Landsmannschaft Ostpreußen e. V.
Parkallee 84/86, 2000 Hamburg 13
C5524C
Deutschlandpolitik:
Das Rad der Geschichte dreht sich doch
BdV-Präsident Dr. Czaja appelliert an Außenminister Genscher — Klare Aussagen zur deutschen Frage gefordert!
Z u einem A r t i k e l des FDP-Vorsitzenden, westlicher wirtschaftlicher Hilfen an den Osten
Hans-Dietrich Genscher, zu den Pfingsttreffen möglich. N i e m a n d darf der freien Selbstbestimder Vertriebenen äußerte BdV-Präsident, D r . mung der Deutschen durch VerzichtserklärunHerbert Czaja MdB, seine Befriedigung darüber, gen vorgreifen.
daß Genscher sie vor unangemessenen Angriffen
Der Bundesaußenminister müßte darauf verder kommunistischen Presse, der Parteien und weisen, daß das Rad der Geschichte sich weiterRegierungsmitglieder der östlichen Diktaturen dreht. V o m Zurückdrehen sprach 1983 zuerst der
in Schutz nahm, forderte ihn aber gleichzeitig auf, „DDR"-Außenminister. Nach der Regierungserden staatlichen und völkerrechtlichen Fortbe- klärung Kohls aber ist die Deutschlandpolitik
stand ganz Deutschlands in seinen rechtmäßigen konstruktiv nach vorn gerichtet: auf das SelbstGrenzen und das Offensein der ganzen deut- bestimmungsrecht der Deutschen, die Verwirkschen Frage eindeutig zu vertreten.
lichung der Menschenrechte, die Einigung EuroDie wiederholten Aussagen Genschers, das pas und das Gemeinwohl der Völker. A u c h die
„Rad der Geschichte soll nicht zurückgedreht C D U / C S U hat in einem Parlamentsantrag von
werden", dürfen nicht den Eindruck erwecken, 1970 zur Änderung des Warschauer Vertrages
als hätten bei uns Verfassungsorgane die ost- die Fortbewegung des Rades der Geschichte in
deutschen Provinzen jenseits v o n Oder und diese Richtung aufgezeigt. Dabei gibt es viele
Neiße abgeschrieben oder gar ihrer Abtretung Möglichkeiten eines gerechten Ausgleichs. Desvertraglich zugestimmt. D i e Regierungserklä- halb setzte die Bundesversammlung des Bundes
rung H e l m u t Kohls v o m 4. M a i 1983 darf nicht ins der Vertriebenen 1982 die Leitlinie: „Auf weite
Zwielicht gerückt werden, sie umschreibt klar Sicht ist eine freiheitliche europäische Ordnung
die Rechtspositionen, die die Politik für ganz der Staaten, Völker und Volksgruppen anzustreDeutschland bestimmen:
ben."
Das Grundgesetz (seine Präambel, die A r t i k e l
Der Bund der Vertriebenen hofft, daß sich eine
23, 146, 116 u.a.) gebietet nicht nur die V o l l - Übereinstimmung über die nachdrückliche Verendung der Einheit und Freiheit Deutschlands in tretung der Rechtspositionen ganz Deutschlands
freier Selbstbestimmung, sondern bis dahin auch hinsichtlich der Ostprovinzen nach innen und
die W a h r u n g der staatlichen u n d nationalen außen, über das Offensein der ganzen deutschen
Einheit, die Vertretung aller Rechtspositionen Frage und über ihre gerechte Lösung i n z u ganz Deutschlands und das Offensein der ganzen kunftsweisenden europäischen Strukturen mit
deutschen Frage. M i t großem Nachdruck ver- dem Bundesaußenminister erreichen läßt. Das
pflichtet dazu das Bundesverfassungsgericht alle würde dem Grundgesetz, den verschiedenen
amtlichen Stellen durch seine Entscheidung von Verträgen, den berechtigten deutschen und eu- Die Fahnen Ostpreußens, Westpreußens und Pommerns wie des Deutschen Marine-Bundes
1973 und 1975. A m 7. J u l i 1975 hat das Bundes- ropäischen Interessen und der Regierungserklä- wehten im Wind der Ostsee. In Damp 2000 wurde in einer Feierstunde die „Albatros" ihrer
verfassungsgericht im Einklang mit dem Völker- rung gerecht werden.
neuen Bestimmung übergeben. Lesen Sie hierzu unseren Beitrag auf Seite 20
Foto Graw
recht verbindlich festgestellt, den Ostverträgen
könne nicht die W i r k u n g beigemessen werden, Deutschland:
die deutschen Ostprovinzen östlich v o n Oder
und Neiße seien aus der Zugehörigkeit zu ganz
Deutschland entlassen und fremder Souveränität unterstellt. Es hat wiederholt die Mitverantwortung der Bundesrepublik Deutschland für das
Offenhalten aller Rechte ganz Deutschlands betont. Daran ist auch der Bundesaußenminister Vogel-Visite am Werbellinsee — Was will Honecker am Rhein? — Windelen bekräftigt Bonner Position
durch seinen A m t s e i d gebunden. BundesH . W . — D i e „Stern"-Affäre ist aus d e n M e - mitreden, es führt das große W o r t . " Peinliche V o g e l a m W e r b e l l i n s e e mit E r i c h H o n e c k e r
außenminister W a l t e r Scheel hat am 9. Februar
1972 vor dem Bundesrat erklärt, daß die Ostver- d i e n e n t s c h w u n d e n u n d i n d e n A k t e n der W o r t e , v i e l l e i c h t i n der Verärgerung über- z u s a m m e n . Das wenig erfolgreiche Gespräch,
träge keine Grenzanerkennung oder eine A m p u - Staatsanwaltschaft gelandet. Johannes Gross, spitzt, aber d e n n o c h sollte m a n sie nicht über- das sein Parteifreund H e l m u t Schmidt, damals
tation ganz Deutschlands vereinbart haben.
in A u s s i c h t genommener, v o n der R e d a k t i o n hören . . .
noch K a n z l e r , an gleicher Stätte geführt hatte,
Der i n der Regierungserklärung besonders aber abgelehnter Chefredakteur, der auf BitDas Interesse hat sich i n z w i s c h e n anderen stand s c h o n aus d e m G r u n d e nicht m a h n e n d
hervorgehobene Deutschlandvertrag verpflich- ten des Verlages v o n seiner K a n d i d a t u r z u - Ereignissen zugewandt. Während der K a n z l e r i m R a u m , w e i l H o n e c k e r v o n V o g e l , der nichts
tet die Vertragspartner, die Entscheidung über rückgetreten ist, meinte i n der „Frankfurter nach W i l l i a m s b u r g flog, u m an der Einheit der z u vergeben hat, auch nichts erwarten konnte,
die Grenzen Deutschlands bis zu einer frei ver- A l l g e m e i n e n " : „Wir sind echte D e m o k r a t e n größten Industrienationen m i t z u w i r k e n , traf es sei d e n n eine atmosphärische Unterstüteinbarten friedensvertraglichen Regelung z u geworden. Das G e s i n d e l darf nicht nur überall der Bonner Oppositionsführer H a n s J o c h e n zung. A u f diese A b s i c h t läßt vielleicht der
verschieben. Die Regierung Schmidt-Genscher
R a h m e n schließen, i n d e m der Staatsratsvorhat dies auch bezüglich der deutschen Grenzen
sitzende d e n Oppositionsführer auf Schloß
Exil-Schriftsteller:
v o n 1937 in der Beantwortung einer Großen A n Hubertusstock empfing.
frage am 21. J u l i 1981 ausdrücklich bestätigt. In
A u c h d i e führenden Genossen drüben
den Ostverträgen haben die östlichen Vertragshaben z u leben gelernt. D i e Sowjets l i q u i d i e r partner die Unberührtheit des Deutschlandsverten die Zarenfamilie, aber sie leben i n deren
trages i m Vertragstext selbst hingenommen. Die
Schlössern, u n d die führenden Genossen des
westlichen Siegermächte haben 1970 z u den „Resolution zum Frieden" lehnt Pazifismus als untauglich ab
SED-Staates halten w e n i g v o n A d e l u n d BourOstverträgen die volle Fortgeltung des Londoner
A b k o m m e n s v o n 1944 bestätigt, das v o n A l s „ein M i t t e l , u m e i n e n neuen W e l t k r i e g oder d i e Zustände i n d e n mitteldeutschen geoisie, aber sie n u t z e n deren Schlösser u n d
Deutschland in den Grenzen von 1937 ausgeht. vorzubereiten", bezeichnete der i m westlichen Haftanstalten schreibe. Sie selbst habe i n der pflegen e i n e n Lebensstandard, v o n d e m die
Andrej G r o m y k o hat am 29. Juli 1970 während E x i l lebende sowjetische Schriftsteller A l e x - Bundesrepublik D e u t s c h l a n d „nur durch einen Bürger i m „Arbeiter- u n d Bauern-Paradies"
nicht e i n m a l zu träumen wagen.
der Moskauer Verhandlungen erklärt, die So- ander Z i n o w j e w auf d e m 4. Exil-Schriftsteller- d u m m e n Z u f a l l " einen Verleger gefunden.
H o n e c k e r , so w o l l e n informierte Kreise wiswjetunion nehme A b s t a n d davon, in den Ostver- Kongreß des Freien Deutschen A u t o r e n v e r In einer „Resolution z u m Frieden", die v o n
trägen eine Grenzanerkennung zu fordern. Kein bandes ( F D A ) in München die offizielle sowje- d e n rund 60 Delegierten des Kongresses ver- sen, hat gelegentlich seines letzten K r e m l - B e verantwortlicher deutscher Politiker darf der tische Friedensbewegung. Daher müsse mit abschiedet w u r d e , w e n d e n s i c h d i e E x i l - suchs die W e i s u n g erhalten, d e n K o n t a k t z u
Versuchung nachgeben, dieses Offensein der der Gefahr eines neuen W e l t k r i e g e s w e i t e r h i n Schriftsteller sowohl gegen d e n M i l i t a r i s m u s Bonn nicht abzubrechen. W i e es heißt, w i l l
ganzen deutschen Frage durch die nachfolgende gerechnet werden.
als a u c h gegen d e n Pazifismus ohne W a f f e n , H o n e c k e r d e n verschobenen Besuch i n Bonn
Staatenpraxis auszuhöhlen. Der Bund der Verder d e n F r i e d e n für die M e n s c h h e i t n o c h nir- A n f a n g nächsten Jahres nachholen. W e n n
Z i n o w j e w s K o l l e g e W l a d i m i r M a x i m o w er- gends geschützt habe. Es k o m m e die Zeit, wo n u n der Bundeskanzler nach M o s k a u reist,
triebenen fordert, daß der Bundesaußenminister
solchen Versuchen entgegentritt. Die Ostverträ- klärte, die M a c h t des k o m m u n i s t i s c h e n S y - nur n o c h „eine weltweite öffentliche M e i n u n g dürfte der Gegenbesuch A n d r o p o w s i n Bonn
ge haben keine Rechtsgrundlagen für heute be- stems liege darin, daß die M e n s c h e n i m W e - den Frieden unserer W e l t sichern" könne.
ebenfalls ins H a u s stehen. N a c h d e m Gipfel i n
stehende Teilungslinien geschaffen.
sten betrogen werden w o l l t e n . A u f g a b e der
Der vor w e n i g e n Tagen mit e i n e m einjähri- W i l l i a m s b u r g w e r d e n sich die Sowjets über
Dies ist völlig vereinbar mit Genschers Beto- sowjetischen Desinformation sei es deshalb, gen V i s u m i n Frankfurt eingetroffene russi- die H a l t u n g des W e s t e n s keinen falschen V o r nung der Vertragsverpflichtung, die bestehen- „sie schön z u betrügen". M a x i m o w bedauerte,
sche Schriftsteller G e o r g i W l a d i m o w sagte vor stellungen hingeben. H o n e c k e r aber wie auch
den Demarkations- u n d Teilungslinien in daß e i n so bedeutender Schriftsteller w i e
Journalisten i n Frankfurt, das S c h i c k s a l seiner M o s k a u glauben, durch Einflußnahme auf die
Deutschland nicht mit Gewalt zu verletzen. Die H e i n r i c h Boll sich zwar zu C h i l e u n d N i c a r a Freunde in der H e i m a t sei nicht so gut, daß er öffentliche M e i n u n g i n der Bundesrepublik
Vertriebenen haben schon 1950 in der Stuttgar- gua äußere, z u d e n Untaten i n K a m b o d s c h a
keine
Sorgen u m sie habe. Der D r u c k unter den V o l l z u g des Nachrüstungsbeschlusses
ter Charta die Durchsetzung des Rechts mit Ge- aber nur erkläre, nicht genügend Informatiod e m neuen Parteichef A n d r o p o w sei der glei- selbst d a n n v e r h i n d e r n zu können, w e n n es i n
walt und Vergeltung abgelehnt und sind für ein in nen z u haben.
che wie unter Breschnew. W l a d i m o w ist der Genf nicht oder nicht rechtzeitig z u einer E i n i Freiheit und Recht geeintes Europa eingetreten.
D i e Schriftstellerin T i n a Österreich wies mit erste russische A u t o r , der unter d e m n e u e n gung gelangt.
Die Rechte Deutschlands sind auch mit friedEs darf den für die Sicherheit unseres Staalichen Mitteln, mit Hilfe unserer Bündnisse, mit Bedauern darauf h i n , daß k a u m jemand i m Parteichef Jurij A n d r o p o w die Sowjetunion
E . B . tes v e r a n t w o r t l i c h e n Stellen angeraten wereiner zielstrebigen Politik und kluger Nutzung W e s t e n über die Befreiungsbewegung i n Polen verlassen durfte.
Der Osten hungert nach West-Kapital
Mittel zu einem neuen Weltkrieg"
den, sich rechtzeitig darüber klar z u werden,
wie man d e m angekündigten „heißen Herbst"
wirkungsvoll u n d so begegnen kann, daß die
Autorität unseres demokratischen Staates
keinen Schaden nimmt.
W a s w i l l H o n e c k e r in Bonn? D i e Spatzen
pfeifen v o n den Dächern, daß die Devisennot
des O s t b l o c k s gefährliche Züge a n n i m m t u n d
die verzweifelte Finanz- u n d Wirtschaftslage
des gesamten Ostblocks der massiven H i l f e
der kapitalistischen Länder bedarf, damit wenigstens die schlimmsten A u s w i r k u n g e n verhindert werden können.
A u s g e n o m m e n die ideologischen Essentials könnte der Ostblock, u n d damit auch H o necker, bereit sein, vorübergehend Entgegenk o m m e n z u zeigen — w e n n es damit gelingen
sollte, an D e v i s e n zu k o m m e n . N i e m a n d soll
sich der Täuschung hingeben, die „DDR"
werde die Umtauschquote zurücknehmen,
ohne daß ihr dieses G e l d — u n d nach Möglichkeit noch etwas mehr — aus der Bonner
Staatskasse zugesagt w i r d .
D i e „Staatsbürgerschaftsfrage" dürfte in
dieser Situation zweitrangig sein, ganz abgesehen davon, daß Bundesminister W i n d e l e n
erst in diesen Tagen i n einer Replik auf einen
Vorschlag des stellvertretenden S P D - F r a k tionsvorsitzenden S c h m u d e deutlich machte,
daß Grundgesetz u n d Urteil des Bundesverfassungsgerichts k e i n e n S p i e l r a u m bieten. D i e
Bundesregierung, so W i n d e l e n , habe auch
keine A b s i c h t , hier eine andere Position e i n zunehmen.
W e n n ein Besuch Honeckers v o m Bürger
verstanden werden soll, dann nur dann, w e n n
aus den Ergebnissen der Gespräche erkennbar
wird, daß in Bonn eine neue Regierung zwar die
A u f l o c k e r u n g des M i t e i n a n d e r anstrebt, jedoch jede sachliche A b s p r a c h e nur auf der
Grundlage ausgewogenen Gebens u n d N e mens erfolgen kann.
Erziehung!
Unsere Jugend wird verunsichert
Wie lange sollen die Eltern die Indoktrination ihrer Kinder noch schweigend hinnehmen?
nen Ideale werden ihm vermiest: Letztendlich
Der Urenkel des Altreichskanzlers, Ferdinand Fürst Bismarck, veröffentlichte in der „Welt am Sonntag" (29.5.1983) den nachstehenden Beitrag, den wir gerne übernehmen, weil wir der Überzeugung sind, lohne es sich nicht, für etwas einzustehen, schon gar
nicht für das Volk, die Gemeinschaft oder die Nadaß die dort angesprochenen Probleme das besondere Interesse auch unserer Leser finden:
tion.
Wer die Jugend hat, dem gehört die Zukunft. So Gymnasien nicht mehr Abiturfach. Geschichte und
Wie konnte es zu dieser Misere kommen?
heißt es. Wie aber sieht es aus auf unseren Schulen Biologie, Erdkunde und Literatur — alles Fächer,
Ende der sechziger Jahre wurde es modern, die
die
früher
zur
klassischen
Bildung
gehörten
—
könund in unseren Universitäten?
Wenn man erlebt, wie Schülervertretungen nen weggewählt werden. Damit wird dem Schüler Universitäten zu „demokratisieren". Die Innenmikommunistisch angehauchte Parolen nicht nur un- der Weg des geringsten Widerstandes eröffnet. nister der Länder (auch CDU-regierter Lander) hatgehindert, sondern auch noch staatlich subventio- Willenskraft und Durchsetzungsvermögen werden ten nicht die Courage, dem linken Aufstand entgeniert verbreiten, wenn man die kürzlich vom C D U - nicht gefordert, die Leistungskraft läßt nach, der genzutreten. Sie waren froh, als sie die offene Revolte auf der Straße bändigen konnten. Damals begann
Wirtschaftsrat veröffentlichte Zusammenstellung Wissensstand sinkt.
„Gefährliche Tendenzen in Schulbüchern" liest, so
Symptomatisch ist in dieser Situation, daß die der lange Marsch der Linken durch die Institutionen
fragt man sich, wie lange wir noch schweigend hin- Mehrheit der schweizerischen und österreichi- unseres Erziehungswesens.
nehmen sollen, daß unsere Nachkommenschaft schen Universitäten und Hochschulen das deutHier müßten nun die Kultusminister wieder
allmählich zu Jüngern sozialistischer Prediger wird. sche Abitur schon gar nicht mehr anerkennt, son- Wandel schaffen. Sie müssen für die deutschen
In den zitierten Schulbüchern findet sich keine dern Nachholkurse oder Sonderprüfungen für un- Schulen und Universitäten Lehrer und Schüler wieder ausschließlich nach Leistungskriterien auswähausgewogene, geschweige denn eine positive Dar- sere Studenten verlangt.
stellung unserer Wirtschafts- und Sozialordnung.
Ein Geschichtsbewußtsein wird entweder gar len.
Fairneß und Pflichterfüllung, Verantwortung und
Die Familie und die Autorität der Eltern gegenüber nicht geweckt, oder es wird verteufelt, was vor Hitihren Kindern werden untergraben.
ler war. Was im Dritten Reich geschah, daran soll Anstand sollten wieder als Tugend auch durch die
In dem Schriftstück „Drucksachen 8 für Gymna- die heutige ältere Generation schuld sein. Deshalb Lehrkräfte hingestellt werden.
In unseren Schulen müssen wieder deutsche
gilt auch gleich alles, was von ihr nach dem Krieg
sien" findet sich unter anderem folgender Text:
Dichter und Klassiker, müssen Schiller und Goethe,
„Du sollst deine Eltern lieben. Wenn sie um die aufgebaut wurde, als reaktionär.
Ecke glotzen , sollst sie in die Fresse rotzen."
Der junge Deutsche soll in der Vergangenheit nur Kant und Fichte auf dem Lehrplan erscheinen (und
Tendenziös servierter Lehrstoff ist aber nur ein Negatives und nichts Positives erkennen. Er soll schließlich: Warum sollten nicht auch die „GedanProblem. Auch der kameradschaftliche Zusam- seine Vorfahren verachten, weil er dann empfängli- ken und Erinnerungen" zur Pflichtlektüre gemacht
menhalt in der Klasse gilt nicht mehr. Der Schüler cher ist für die neue Ideologie. Seine ihm angebore- werden?).
wird durch ständigen Wechsel mal in diesen, mal in
jenen Kurs verunsichert. Eine menschliche Bindung
1953:
und damit ein das Selbstvertrauen fördernder Halt 17. Juni
kann nicht entstehen. So wird der vereinsamte
Schüler „weichgeklopft" für die Indoktrinierung und
Politisierung im Sinne neomarxistischer Theorien.
Dem Schüler wird sein Lernen dabei dadurch
„leichter gemacht", daß er die Fächer, die ihm Mühe Minister Windelen sprach vor dem Bund der Mitteldeutschen
bereiten, wegwählen kann. Deutsch ist an vielen
Im M i t t e l p u n k t der diesjährigen H a u p t v e r - gen v o n D e u t s c h e n n a c h Recht, F r e i h e i t u n d
s a m m l u n g des „Bundes der M i t t e l d e u t s c h e n " S e l b s t b e s t i m m u n g u n d gegen F r e m d b e s t i m Mitteldeutschland:
stand der 30. Jahrestag des A u f s t a n d s v o m 16. m u n g u n d Machtmißbrauch gezeigt.
u n d 17. J u n i 1953 i n der . D D R " . Prominenter
M i n i s t e r H e i n r i c h W i n d e l e n wies ebenfalls
Gast dieser Veranstaltung i n H e l m s t e d t war auf d e n K a m p f „unserer L a n d s l e u t e gegen U n der M i n i s t e r für innerdeutsche Beziehungen, freiheit, D i k t a t u r u n d gegen die S p a l t u n g " a m
Heinrich Windelen.
17. J u n i v o r dreißig J a h r e n h i n . D i e AufständiAndropow hat größere Sorgen mit Jaruzelski und Ceausescu
N a c h d e m organisatorischen Teil — als Prä- schen hätten d a m i t b e w i e s e n , „daß w i r D e u t Die i n einigen M e d i e n publizierten Spekula- würde. Der 75jährige, der während der W e i - sident w u r d e M a n f r e d S c h m i d t wiederge- schen uns auf die M ä n n e r des 20. J u l i 1944 betionen u m ein Infragestellen der Position v o n marer R e p u b l i k die Polizei-Hauptleute A n l a u f wählt, seine Stellvertreter sind W i l h e l m rufen können. Sie h a b e n bekräftigt, daß i n der
S E D - C h e f H o n e c k e r (siehe a u c h unsere Folge und Lenk ermordete u n d deswegen i n die H o f f m a n n , W a l t e r Haack, W o l f g a n g N a g e l e Zeit der H i t l e r d i k t a t u r der G e i s t der F r e i h e i t i n
19, „Sägt M i e l k e an Honeckers Stuhl?") müs- U d S S R floh — später n a h m er a m Spanischen u n d Prot E m i l Schlee — u n d einer Fahrt an die D e u t s c h l a n d n i c h t e r l o s c h e n war u n d daß wir
sen nach Ereignissen der letzten Tage u n d Bürgerkrieg teil — gilt als unsymphatischer Zonengrenze mit K r a n z n i e d e r l e g u n g an der
daraus gelernt h a b e n . Gewiß s i n d w i r g e s p a l W o c h e n in einem anderen Licht gesehen wer- u n d egozentrischer „Tschekist", d e m z u d e m „Magdeburger Warte", veranstaltete der B u n d
ten seit J a h r z e h n t e n — aber der W i l l e u n d das
d e n : Offensichtlich liefen die unserem Bericht eine d e m Staatsführer nicht zustehende „Pri- eine K u n d g e b u n g in der A u l a der alten U n i Gefühl der Zusammengehörigkeit ist so stark,
zugrunde liegenden Informationen i n eine fal- mitivität" nachgesagt w i r d . M a n befürchtet, versität. Der alte u n d neue Präsident M a n f r e d
daß die Spalter nicht auf die M i t t e l der G e w a l t
sche Richtung.
daß mit e i n e m solchen M a n n an der Spitze sich S c h m i d t stellte dabei fest, daß der 17 J u n i alles
v e r z i c h t e n können, auf M i n e n u n d M a u e r , u m
das
Verhältnis
zwischen
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Bevölkeandere sei „als nur e i n totes geschichtliches
Es ist zwar eine Tatsache, daß sich der
uns getrennt z u halten".
gebürtige Saarländer mit d e m verstorbenen rung n o c h weiter verschlechtern würde. D e n n D a t u m " . Daß viele junge M e n s c h e n eine ande„Um unsere E i n h e i t l e b e n d i g z u erhalten", so
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der M i n i s t e r , müsse alles getan w e r d e n , u m
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Breschnew besonders gut verstanden hat u n d
„die alten Bande z u festigen u n d neue z u knüpdaher v o n dessen A m t s n a c h f o l g e r Jurij A n - die Unfreiheit — i n der „DDR" als relativ be- Bewußtsein".
A l s Gründe für diesen M a n g e l nannte fen". D a d u r c h würden die D e u t s c h e n beiderdropow möglicherweise mit einigem Miß- liebt bezeichnet.
Aussichtsreichste Bewerber u m eine N a c h - S c h m i d t „ein Informationsdefizit, ungenügen- seits des E i s e r n e n V o r h a n g e s w e i t e r h i n eine
trauen betrachtet w i r d — wie ihrerseits die
Nation bleiben.
inzwischen allerdings sehr
geschwächte folge H o n e c k e r s wären möglicherweise Polit- de Kenntnisse der allgemeinen Geschichte,
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„Breschnew-Riege" i m Zentralkomitee der
W i n d e l e n warf der „DDR" eine VerfälK P d S U den neuen starken M a n n i m K r e m l chef des Bezirks Berlin, sowie auch der W i r t - anderen einen „Verlust v o n W e r t e n " . Ursache s c h u n g der d e u t s c h e n G e s c h i c h t e v o r u n d erschaftsexperte Mittag, der kürzlich i m Z u - für dieses Fehlen der W e r t e sei der verlorene wähnte als Beispiele die plötzliche A u f w e r noch nicht ganz akzeptiert hat.
sammenhang mit d e m Drewitzer Todesfall i n Zweite W e l t k r i e g , der i n d e n A u g e n großer tung u n d N e u b e u r t e i l u n g Preußens sowie des
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A n d e r e r s e i t s bewies die V e r l e i h u n g des L e - die Schlagzeilen geriet, w e i l K o h l sich darauf- Teile der J u g e n d z u e i n e m S y n o n y m für deut- Reformators M a r t i n Luther, der v o n O s t - B e r l i n
n i n - O r d e n s u n d des Sterns „Held der Sowjet- h i n geweigert hatte, i h n z u e i n e m Besuch zu sche Geschichte geworden sei. A l l e seien d a z u ganz ins V o r f e l d des K l a s s e n k a m p f e s gestellt
aufgerufen, „durch W o r t e u n d Taten d a z u b e i - w i r d . D i e B u n d e s r e g i e r u n g w e r d e ihre
u n i o n " an den „DDR"-Staats- u n d Parteichef empfangen.
Zur Zeit aber ist das T h e m a Thronwechsel i n zutragen, daß er es i m Bewußtsein der n a c h - D e u t s c h l a n d p o l i t i k „wieder i m Z u s a m m e n durch A n d r o p o w , daß H o n e c k e r vorerst als
streng linientreuer Repräsentant des westli- Ost-Berlin nicht auf d e m T i s c h . Im Gegensatz wachsenden G e n e r a t i o n nicht bleibt". D e r 17. hang v o n G e s c h i c h t e u n d G e g e n w a r t " und
chen Vorpostens der Sowjet-Macht unersetz- z u e i n e m gewissen Mißmut über d e n W a r - J u n i 1953 habe schließlich schon wenige Jahre d a m i t „eine P o l i t i k für unser V a t e r l a n d m a lich u n d sein A m t s s t u h l daher fest verankert schauer Staatschef Jaruzelski u n d seinen B u - nach d e m Ende des Dritten Reichs das V e r l a n - chen".
Olaf Hürtgen
karester A m t s k o l l e g e n Ceausescu seitens
ist.
N e u e Informationen über die Situation i n A n d r o p o w präsentiert sich Erich H o n e c k e r als Burschentag:
der mitteldeutschen SED-Führung geben Musterschüler des K r e m l . J e d o c h : Das k o m außerdem H i n w e i s e darauf, daß — sollte es i n munistische System hat immer wieder gezeigt,
fernerer Zukunft doch z u einem M a c h t w e c h s e l wie kurzlebig solche Übereinstimmungen und
in der „DDR" k o m m e n — Erich M i e l k e als irgendwelche A u s s z e i c h n u n g e n sein können.
neuer starker M a n n nicht in Frage k o m m e n
R.W.
Deutsche Einheit lebendig halten"
Honeckers Position vorerst sicher
„Deutschland- vor Europapolitik"
Die konservativen Jungakademiker gewinnen wieder an Gewicht
i £u$ ftftymtfmblatt
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Die Betonung der Einheit der Nation stand im
Vordergrund des Deutschen Burschentages in
Bonn: Die über 500 Delegierten des etwa 3000
Jungakademiker und rund 23000 Alte Herren zusammenschließenden Verbandeserstellten in einer
engagierten Debatte einen Leitantrag, der die Bundesregierung und alle Parteien im Bundestag auffordert, die deutsche „Wiedervereinigung als oberstes Ziel" zu verfolgen und die Europa-Politik entsprechend unterzuordnen.
Dabei wurde eine kritische Distanz zur N A T O
und zur Europäischen Gemeinschaft spürbar,
ulcuhwohl aber machten die Burschenschaftler
deutlich, daß angesichts der derzeitigen weltpolitischen und strategischen Lage eine N A T O - M i t gliedschaft der Bundesrepublik Deutschland nicht
in Frage gestellt werden könne. Jedoch sei eine
.volle Mitentscheidung" Bonns über die auf Watt«
deutschen Boden gelagerten Waffen notwendig.
Die Delegierten kamen überein, daß eine militärische Auseinandersetzung in Europa zur
„biologisc hen Auslöschung" des deutschen Volkes
führen würde. Langfristig sei daher eine .Zone des
gesicherten Friedens" in Mitteleuropa durch eine
ausgewogene und kontrollierte Ausrüstung anzustreben. Alle politischen Wege aber müßten —
auch hinsichtlich der Diskussion über eine spätere
Neutralität — sicherstellen, daß die für die „Deutschen im Westen und Südosten unseres Vaterlandes" bereits erreichte Freiheit nicht gefährdet werden dürfe.
Obgleich die in 129 Vereinigungen und 35 Universitätsstädten organisierten Burschenschaftler
angesichts der Masse von über eine Million Studenten nur einen äußerst geringen Teil ausmachen, sind
sie offensichtlich auf dem besten Weg, ihr Tief, das
sie insbesondere zum Ende der 60er Jahre durch das
politische Klima erreicht hatten, hinter sich zu lassen Auch das Mensurfechten nimmt an einigen
nochschulorten wieder zu.
Die 1815 in Jena gegründete erste Burschenschaft
mit dem Wahlspruch „Ehre - F r e i h e i t - Vaterand und dem Ziel der Schaffung eines einigen und
re.en Deutschlands, gewinnt auch in der deutsche n d - und hochschulpolitischen Debatte unser«
Tage_ wieder an Gewicht. A l s ein konservativer
Akademikerverband, der die deutsche Einheit als
oberstes Ziel und einen auch von den Unionsparte.en durchaus differenzierten Weg dorthin ani ( bt, kann die Deutsche Burschenschaft durchaus
wieder zu einem belebenden und wichtigen Elernent in der deutschlandpolitischen Diskussion
werden.
A < G >
11. Juni 1983 — Folge 24 — Seite 3
Cos £ftpmjfjmblatt
Zeitgeschehen
Außenpolitische Rundschau:
Wie schwach ist die Sowjetunion?
Z
Reagans Wirtschaftspolitik — Mittelamerika: Ein Problem — Enttäuschte Dissidenten
ur Weltwirtschaftskrise hat nicht zuletzt die
Überclehnung des sozialen Netzes in den westlichen Industriestaaten geführt. Zwar entwickelte sich dort seit Beginn der fünfziger Jahreein
bisher unbekannter Wohlstand breitester Schichten als Folge des technischen Fortschritts. Nichtsdestoweniger glaubten die westlichen Staaten
durch Einkommensumverteilung sogenannte soziale Leistungen mit dem Ergebnis erweitern zu
müssen, daß Kundige dieses soziale Netz nach besten Kräften ausbeuten und der Arbeitswille in bedenklichem Maß nachläßt, was wiederum zum Import von Fremdarbeitern mit Folgen für die Völker
der westlichen Welt führt, die noch unabsehbar
sind. Nicht von ungefähr regieren heute in zahlreichen Staaten der westlichen Welt konservative Regierungen mit der Aufgabe, die wirtschaftlichen
Schäden wenigstens teilweise zu beheben, die sozialistische Regierungen oder auch bürgerliche Kabinette, die sich dem modischen Trend nicht glaubten widersetzen zu können, verursacht haben. Beispielsweise hat sich seit dem Amtsantritt Mitterrands die Staatsschuld fast verdreifacht. In den
skandinavischen Staaten hat der Sozialismus bereits so weitgehend die Gesellschaft umgeformt,
daß sie unter nicht-sozialistischen Vorzeichen unregierbar geworden sind. Das zeigte sich in Schweden, wo eine sogenannte bürgerliche Regierung
gering sind. Wie Reagan und seine Verwaltung erkennen, ist in Mittel- und Südamerika eine evolutionäre Gesellschaftspolitik Gebot der Stunde. Die
Schwierigkeit ist die, daß die herrschende Schicht
ungeachtet aller Ermahnungen gesellschaftliche
Positionen verteidigt, die unserer Zeit nicht mehr
IM messen sind, während die Opposition keine Reform, sondern den marxistischen Umsturz erstrebt.
Dazwischen steht wie in El Salvador eine christlichdemokratische Partei, die wiederum aber nicht
stark genug ist, grundlegende Wirtschafts- und Sozialreformen zu erzwingen. Vor diesem Dilemma
steht Reagan ebenso wie seine Vorgänger.
In Nicaragua hatte unter Somoza eine Gesellschaftsordnung bestanden, die autoritär, aber keineswegs totalitär war, auf der anderen Seite aber die
Interessen einer kleinen Minderheit schützte und
das Auskommen eines breit gefächerten Mittelstandes verhinderte. Unter dem Jubel der westlichen Demokratien und vor allem der Presse wurde
Somoza von den Sandinisten und mit ihnen verbündeten Gruppen gestürzt und später ermordet.
A n die Stelle der autoritären Herrschaft Somozas ist
aber nicht die Demokratie, sondern eine totalitäre
marxistische Herrschaftsform mit kubanischen
Helfern und Indoktrinierung der Bevölkerung,
Überwachung durch Parteiorganisation und Geheimpolizei, Konzentrationslagern und ähnlichen
sidentschaft d'Aubuissons zu verhindern. Das Ergebnis dieser Intervention. d'Aubuisson mußte sich
mit der Präsidentschaft über die soeben gewählte
Konstituierende Nationalversammlung begnügen
und ein Unabhängiger, Dr. Magana, wurde Staatspräsident.
Mehrfach hat die Regierung El Salvadors ganz im
Gegensatz zu dem benachbarten Nicaragua der
Opposition Teilnahme an den Wahlen, die auch
1983 wieder stattfinden werden, angeboten. In Voraussicht einer sicheren Niederlage lehnt diese jedoch eine Wahlbeteiligung ab und fordert statt dessen Verhandlungen, um über diese eine Regierungsbeteiligung zu erzwingen. Dahinter steht die
Absicht, gestützt auf die Guerillas, die von einer
breiten Mehrheit der Bevölkerung getragenen Parteien wie in Nicaragua auszuschalten und einen totalitären kommunistischen Einparteienstaat einzuSoldaten der Roten Armee: D o c h der W e s t e n
führen.
Trotzdem wird dieser Weg in der westlichen sorgt sich über die „Schwäche" der U d S S R
Welt und ebenfalls in den U S A unter dem Motto
„Dialogbereitschaft" befürwortet. So schreibt der
Lektüre von Zeitungen, Zeitschriften und Büchern
diplomatische Chefkorrespondent der angeseheerinnert, die sich äußerst besorgt wegen der angebnen Bostoner Tageszeitung „The Christian Science
lichen Schwäche Rußlands zeigen und befürchten,
Monitor", zwei Wege ständen für die Lösung des
Moskau könne zu kriegerischen Aktionen entweder
Problems El Salvador offen: Der eine führe dahin,
im Westen, aber wahrscheinlicher wohl im Nahen
die Regierung zu Reformen und einem höheren
und Mittleren Osten übergehen, um durch Appell
Standard der Menschenrechte zu zwingen und zu
an die nationalen Kräfte den inneren und äußeren
gleicher Zeit mit der Opposition zu verhandeln. Der
Schwächezustand zu überwinden.
andere Weg heiße weiter kämpfen und zu diesem
Zur Begründung dieser These wird die russische
Zweck
Truppen
in
den
U
S
A
ausbilden
zu
lassen.
„Reagonomics": Minderung von Staatsintervention und Steuerlasten
Untätigkeit angesichts des israelischen Überfalls
Der Weg der Verhandlungen werde bestimmt zu
auf den Libanon angeführt. Auch der Irak habe beeinem Linksregime führen, höchst wahrscheinlich
sich als unfähig erwies, eine antisozialistische Poli- Einrichtungen getreten. Kubanische Lehrer und In- zu einem marxistischen, das aber wie in China und wiesen, daß er Moskau nicht mehr fürchte. Ferner
tik durchzuführen. Liberale und Zentrum sind der- struktoren vollenden, was die Sandinisten aus eige- Jugoslawien nicht unbedingt mit Moskau verbün- wird auf Nationalitätenprobleme des russischen
artig in sozialistische Vorstellungen verstrickt, daß ner Kraft noch nicht vermögen.
det sein müsse. Der zweite Weg führe höchst wahrdie Konservativen, die als einzige schwedische ParVon Nicaragua aus werden die Aufständischen in scheinlich zu einem weiter links stehenden Regime,
tei für eine klare Marktwirtschaft eintreten, aus der El Salvador mit Waffen und sonstigen Ausrü- das sich Kuba und Moskau anschließen werde. Also Wie schwach ist Rußland?
Regierung ausscheiden mußten. Die Rückkehr der stungsgegenständen versehen. Auf der anderen wolle man den Weg der Verhandlungen wählen, ist
Sozialisten an die Regierung unter dem mehr als Seite hat sich mit amerikanischer Unterstützung augenscheinlich die Folgerung! Grundsatz also: W o Kolonialreichs hingewiesen. Marschall Kulikow
fragwürdigen Palme war eine fast notwendige Reak- gegen das Regime in Managua eine bunt zusam- es der Linken unzweckmäßig erscheint, gilt offen- habe bei einer Rundreise bei den europäischen
tion der Wählerschaft auf das vollständige Versa- mengesetzte Opposition gebildet, die teils mit Waf- sichtlich das Prinzip freier Wahlen nicht!
Verbündeten angedeutet, Rußland könne auf die
gen der bürgerlichen Parteien.
fengewalt den Sturz der marxistischen EinparIn der Tat eine seltsame Logik der westlichen L i - Dauer eine Verschlechterung seiner Stellung nicht
hinnehmen. Dazu treten die bekannten WirtIn Norwegen und Dänemark regieren bürgerliche teienherrschaft erstrebt. Zur Opposition zählt auch beralen.
Allmählich verstehe ich die Verachtung der Dis- schaftsschwierigkeiten.
Kabinette unter konservativer Führung. Hier ist der ehemalige Sandinistenführer Pastora. Dem soBundestagsabgeordneten | •sidentenund politischen' Emigranten aus dem OstNapoleon hat zwar angenommen, man könne mit
aber die parlamentarische Grundlage zu schwach, zialdemokratischen
um notwendige Wirtschaftsreformen durchführen Wischnewski blieb es vorbehalten, die Aussage der block gegenüber dem, was im Westen gemeinhin den Bajonetten alles, doch nicht darauf sitzen. Da
zu können. Die soziale Frage unserer Zeit läßt sich marxistischen Regierung Managuas zu überneh- unter öffentlicher Meinung gehandelt wird. Dank irrte sich Napoleon, wie die vierhundertjährige Geso formulieren: Wie weit braucht der so hoch gelob- men, die sandinistische Diktatur sei eine Folge der einer kühnen Initiative des Verlegers A x e l Springer schichte wechselnder Zaren in Rußland und nunte mündige Bürger noch den Staat zur sozialen Si- Opposition, während in Wirklichkeit sich die Op- verfügen die Schriftstellerundintellektuellen östli- mehr das fünfundsechzig jährige Bestehen des
cherung? Sollte ihm nicht die Wahl bleiben, sich position wegen der Unterdrückung demokratischer cher Länder über eine Vierteljahrsschrift „Konti- kommunistischen Zwangsregimes beweist, das an
aufgrund eigener Entscheidung privat gegen Parteien entwickelte. Wieder einmal ein Beispiel nent", in der sie in ihrer Muttersprache publizieren Härte alle zaristischen Regime infolge seines totaliKrankheit und für die Altersversorgung zu versi- dafür, daß Sozialdemokraten infolge ideologischer können. Eine deutschsprachige Ausgabe erscheint tären Herrschaftssystems weit hinter sich läßt. Verchern ? Im Ergebnis würde er sich besser stehen, und
der Staat würde endlich von ihm wesensfremden
Aufgaben entlastet. Die Tendenz der modernen Der kommunistische Zwangsstaat UdSSR übertrifft an Härte alle früheren zaristischen Systeme
Staaten zielt in entgegengesetzter Richtung. Die
c hristlich-soziale Bewegung, die hier unter dem Ge- Verblendung unfähig zur Erfassung politischer Rea- unter der Leitung von Cornelia Gerstenmaier. In- schiedentlich wiesen mich Diplomaten auf angebsichtspunkt der Subsidiarität ein Arbeitsfeld hätte, litäten sind.
teressant ist diese Zeitschrift deswegen, weil man in lich schwere Krisen des kommunistischen Systems
ist nach 1945 weltweit unfruchtbar geblieben und
1982 fanden in El Salvador Wahlen statt, an ihr unmittelbar die Gedankengänge führender Per- hin. Doch alle solche Krisen — notfalls unter Opfer
hat sich mehr oder weniger zum Lautsprecher sozia- denen trotz Terrors und Drohungen der Aufständi- sönlichkeiten, die im Ostblock leben oder emigrie- von Millionen von Menschenleben — hat die jeweilistischer Gewerkschaften entwickelt.
schen 85 Prozent der Wahlberechtigten sich betei- ren mußten, verfolgen kann. So veröffentlicht „Kon- lige Kremlführung mit beispielloser Brutalität
Die Wirtschaftspolitik Präsident Reagans hat ligt haben sollen. Immerhin waren zu diesen Wah- tinent" 1 /83 den Aufsatz eines Polen, Leopold Tyr- überwunden. Und was hat sich gestern und heute
man mit dem Ausdruck „Reagonomics" abzuwerten len 500 ausländische Beobachter zugelassen, die mand, in dem es an einer Stelle heißt: „schwach- geändert, daß Rußland in kriegerische Abenteuer
gesucht. Ihre wesentlichen Faktoren bestehen eine im allgemeinen korrekte Durchführung der köpfige Liberale in der amerikanischen Presse." A n zwingen würde? Die Nichtbeteiligung Rußlands am
darin, die Staatsintervention in die Wirtschaft zu Wahlen bestätigen. In ihnen erzielte die christlich- anderer Stelle erklärt der Autor: „Die Crux der intel - Libanon-Konflikt war Ausfluß einer weitsichtigen
vermindern, die Steuerlast zu senken, die Inflation demokratische Partei, die als links von der Mitte lektuellen Beleidigung für einen Osteuropäer ist die Politik. Denn im Augenblick ist Rußland primär an,
durch eine Politik des knappen Geldes zu bekämp- einzustufen ist, 41 Prozent der Stimmen und die auf liberale Dialektik, welche die U S A und die UdSSR der Eroberung Afghanistans interessiert, das, wie
fen. Diese gesunde Politik wird durch hohe Rü- der Rechten stehende Partei Arena des Majors als gleichermaßen mangelhafte soziale und politi- wir heute wissen, Breschnew unmittelbar als neue
stungsausgaben gefährdet, die den Staat zu erhebli- d'Aubuisson 29 Prozent. Zusammen mit anderen sche Gebilde darstellt. Dies erklärt die Tatsache, Republik dem Sowjetimperium eingliedern wollte.
chen Anleihen und zur Zahlung überhöhter Zinsen Parteien bildete Arena eine Regierung, die sich auf daß Osteuropäer einen amerikanischen Linken, So- Man wird sehen: Rußland wird zuerst das afghanizwingen, Weltmacht und gesunde Wirtschaft ste- fast 60 Prozent der Mandate des Abgeordnetenhau- zialisten oder Kommunisten nur verachten, wäh- sche Problem in seinem Sinn lösen. Zur Zeit laufen
ses stützen kann. Sofort nach den Wahlen hatte sich rend sie den Liberalen hassen."
deswegen Verhandlungen mit Pakistan.
hen insoweit in unlösbarem Widerspruch.
eine Delegation des amerikanischen RepräsentanJüngst wurde ich an diese Aussage bei GespräSobald dieses seine Grenzen sperrt, muß der orDazu meint nun die führende amerikanische
tenhauses nach El Salvador begeben, um eine Prä- chen mit Politikern und Journalisten sowie bei der ganisierte afghanische Widerstand zusammenbreWirtschaftszeitung „The Wall Street Journal" in der
chen. Erst dann aber ist Rußland zu energischen A k Ausgabe vom 4. Mai 1983: „Sie — nämlich Reagans
tionen im Mittleren Osten fähig. Schon heute bereiWirtschaftspolitik —wareinfach nacheinerausgetet es seine Ausgangsposition in Syrien vor, indem
dehnten Periode zerstörender Experimente eine
es dort unter rein russischer Bemannung LuftabRückkehr zu erprobten klassischen Prinzipien: gewehrraketenstellungen errichtet und über unbesundes Geld, Anregungen zu produzieren und zu
mannte Aufklärungssysteme mit eineinhalbfacher
investieren und der Nichtintervention auf den
Schallgeschwindigkeit verfügt, so daß es in der Lage
ist, alle Bewegungen innerhalb Israels ungestört zu
beobachten. Reagan aber ist sowohl der DurchMittelamerika
bruch im Libanon wie ganz allgemein im Mittleren
Osten versagt geblieben, weil er gegen die AggresMärkten. Immer haben diese Prinzipien wirtschaftssionspolitik von Ministerpräsident Begin aus
liches Wachstum gefördert."
Rücksicht auf das Judentum in den USA und seiner
Mittelamerika ist zu einem Problem der U S A gepolitischen und wirtschaftlichen Machtstellung
worden. In Kuba hat sich der Kreml einen mit russinicht ankommt. Syriens Präsident Assad spottet der
schen Truppen besetzten Stützpunkt einmal zur
Amerikaner, indem er es ablehnt, den Abgesandten
Bedrohung der U S A im Krisenfall und zweitens zur
Reagans, Habib, zu empfangen. Zwar ist zwischen
Revolutionierung Mittel- und Südamerikas gedem Libanon und Israel ein Truppenabzugvertrag
schaffen. W i e häufig in solchen Fällen unterschätabgeschlossen worden, da für den Libanon seine
zen die Betroffenen die ihnen drohende Gefahr.
staatliche Existenz auf dem Spiel steht. Aber seine
Praktisch hat die bisher geheiligte Monroe-Doktrin
Durchführung hängt vom Truppenabzug der Syrer
gegenüber Moskau ihre Bedeutung verloren.
und der PLO ab, was bisher zweifelhaft ist. Das alles
ist eine Entwicklung ganz im Sinne Moskaus, das lür
Mittel- und Südamerika werden weitgehend
seine Eroberungspolitik in Richtung Persischer Golf
durch Gesellschaftsordnungen beherrscht, denen
und Indischer Ozean an der Aufrechterhaltung der
das ausgleichende Gewicht eines starken MittelSpannungen im Mittleren Osten interessiert ist.
standes fehlt. Mit Recht setzt an diesem Punkt die
Währenddessen aber sorgen sich Politiker in Bonn,
Kritik von Papst Johannes Paul II. und vieler BischöStraßburg, Paris, London, Stockholm und Washingfe der dortigen Region ein. Auf der anderen Seite
darf nicht übersehen werden, daß die Arbeitsinten- Moskaus Stützpunkt in der Karibik: K u b a scheut keinen propagandistischen A u f w a n d zur ton wegen der weltpolitischen Folgen der „russisehen Schwäche".
Hans Berger
sivität und damit das zu verteilende Sozialprodukt Unterstreichung der Freundschaft mit d e m K r e m l
Pensionäre:
Splitter:
Was sich alles so zusammenläppert
Elitäres Bewußtsein...
Auch als Altkanzler läßt es sich bequem leben — Endlich Zeit für die „Zeit"
...haben
die roten Grünen in der
Bundesrepublik.
Für den 22. Mai hatten
sie zu einem „Symbolischen
Massensterben* (!) zum „Tag der oüenen Tür der
US-Air-Base" bei Frankfurt
eingeladen.
In dem Aufruf dazu heißt es: „Mit Fallschirmspringen, Eiscreme,
Hamburgern
und .modernster Technik' wollen
die
Amis die deutsche Bevölkerung
faszinieren. Die Startbahn Bfs
(Bürger-Initiativen) laden dagegen zu einem symbolischen Massensterben'
ein, das
den
wahren Charakter der ,glitzernden Tötungsmaschinerie'
entlarven soll. Die
Vorbereiter der Aktion empfehlen allen
Demonstrationswilligen,
ab 14 Uhr einzeln auf das Air-Base-Gelände
zu kommen, um nicht schon an den
Eingängen
abgefangen zu werden. Um 15 Uhr sollen sich dann alle Startbahngegner
am
Tower versammeln, um dann gemeinsam symbolisch zu sterben. Die BI bittet
dringend darum, nach der Aktion
das
Gelände
sofort zu verlassen, um nicht
dem
möglicherweise
aufgebrachten
Mob und der Militärpolizei
in die Hände
zu fallen." Die im realen
Sozialismus
immer so gefeierten „Massen" sind auf
einmal „Mob", wenn diese nicht hinter
roten Fahnen herlaufen.
Diese
Beschimpfung der
Bevölkerungsmehrheit,
die nun mal von den Chaoten
nichts
wissen will, als Mob, sollte überall
bekanntgemacht
werden, aber die Massenmedien, voran das Fernsehen, werden wohl diese kleinen
Entgleisungen
ihrer Lieblinge, der roten Grünen, mit
dem Mantel des Vergessens
zudecken.
Naiver geht es kaum mehr....
. . . a l s sich der SPD-Oberbürgermeister v o n Gladbeck, Röcken, anstellte. Er
hatte es fertiggebracht, mit den S t i m m e n der S P D u n d D K P i m Stadtrat d e n
Beschluß für eine „atomwaffenfreie"
Stadt G l a d b e c k durchzusetzen. Seine
stolze M e l d u n g an 13 G e m e i n d e n i n der
„DDR", verbunden mit der A u f f o r d e rung, es i h m n a c h z u m a c h e n , b l i e b z u
seiner V e r w u n d e r u n g bis heute ohne
A n t w o r t . A b e r er ist nicht allein so
weise. Schon eine ganze Reihe v o n deutschen Städten mit linken M e h r h e i t e n i m
Stadtparlament haben sich zur „atomwaffenfreien Stadt" erklärt u n d i m realsozialistischen SED-Staat u m Partnerschaft geworben u n d alle keine A n t w o r t
erhalten. W e n n die würdigen Stadtväter
L e n i n gelesen u n d die gelegentlichen
Reden des Genossen H o n e c k e r gehört
hätten, brauchten sie nicht z u rätseln,
w a r u m sie auf ihre A n b i e d e r u n g e n
keine A n t w o r t erhalten.
Ungeheuer geistvoll...
... waren dagegen die
Ausführungen
der Grünen Waltraut Schoppe im Deutschen Bundestag, die erklärte:
„Eine
wirkliche Wende wäre es, wenn hier
oben z. B. ein Bundeskanzler stehen und
die Menschen daraufhinweisen
würde,
daß es Formen des Liebesspiels
gibt,
die lustvoll sind und die
Möglichkeit
einer Schwangerschaft
gänzlich
ausschießen.
Wir bewegen uns in einer Gesellschaft, die Lebensverhältnisse
normiert, was dazu geführt hat, daß sich
Menschen
abends hinlegen und vor
dem Einschlafen
eine
Einheitsübung
vollführen,
wobei der Mann
meistens
eine fahrlässige
Penetration
durchführt,
fahrlässig,
weil die meisten
Männer
keine Maßnahmen
zur
Schwangerschaftsverhütung
ergreifen." Und nun
kommt die Sensation, eine Erkenntnis,
die wir nur der Grünen
Bundestagsabgeordneten W. Schoppe verdanken: „Es
gibt bei den Grünen eine Mehrheit, zu
der ich auch gehöre, die die ersatzlose
Streichung des §218 fordert!" Und dann
forderte Frau Schoppe vor dem Bundestag, der den Atem anhielt, „die Bestrafung der Vergewaltigung
in der Ehe".
Wie gut doch, daß es diese Grünen im
Bundestag gibt!
kommend, wieder dem Alten Kontinent. Eine
seiner langen Vortragsreisen liegt hinter i h m .
A l s W e l t ö k o n o m ist er da aufgetreten. Schön,
daß jetzt e n d l i c h alle v o n i h m hören w o l l e n ,
wie m a n W i r t s c h a f t s p r o b l e m e meistert.
Schließlich weiß er ja, w i e es gemacht w i r d .
U n d i n der Bundesrepublik hätte es a u c h geUHU III Ucl ÜUI1UC31CUUU11R 1IUUC
u -w
kloppt, w e n n d i e nicht i m m e r diesen H o r r o r
vor ein paar lumpigen S c h u l d e n gehabt hätten.
„Der Prophet gilt a m wenigsten i m eigenen
Lande", tröstet sich der gelernte V o l k s w i r t .
A p r o p o s S c h u l d e n : Privat hat er keine m e h r zu
fürchten, d e n n e i n einziger dieser Vorträge
bringt i h m schon u m die 50 000 D M . „Ein nettes
Sümmchen", denkt der Referent. S c h m i d t gruselt heute e i n wenig b e i d e m G e d a n k e n , daß
beinahe alles schief gegangen wäre: Hätte
m a n i h m die S c h u l d a m Platzen der v o n i h m
geführten K o a l i t i o n gegeben — wer weiß, w i e
h o c h heute n o c h sein M a r k t w e r t als V o r t r a gender wäre.
Gewissensbisse wegen seiner guten E i n künfte hat der einstmals mit e i n e m sozialistischen Über-Ich behaftete H e l m u t S c h m i d t
heute n i c h t m e h r : D a s ist v o r b e i , seit er d u r c h
die S k a n d a l e u m die Gewerkschaftskonzerne
Jetzt nähert sich Schmidt, v o n A m e r i k a weiß, daß es heute a u c h die echten A r b e i t -
„Nein, leicht gemacht habe i c h es m i r wahrhaftig nicht." G e d a n k e n v e r l o r e n lehnt sich
Altbundeskanzler Helmut Schmidt in den
Sessel des transatlantischen Jumbo-Jets, A b teilung für V I P s (nur für bedeutende Personen)
mit Sonderbedienung, zurück. H i n t e r i h m lie
gen lange, saure Jahre als Abgeordneter, Frak
riClK.tionschef, M i n i s t e r u n d Bundeskanzler. 18 000
8000
D M k l i n g e l n dafür jetzt jeden M o n a t i n seine
Privatschatulle, aber es ist, w i e gesagt, eine
sauer verdiente Pension. N i c h t s , aber auch gar
nichts hat H e l m u t S c h m i d t sich erspart: Z u rechtweisung v o n undisziplinierten K o a l i tionspartnern,- ständiger, w e n n auch ebenso
ständig nachlassender K a m p f gegen die n a c h
links marschierende eigene Partei; S c h u l m e i sterung internationaler Konferenzen u n d G i p feltreffen — S c h m i d t versteht heute n o c h
nicht, wieso die so wenig auf i h n gehört haben
u n d w a r u m der J i m m y Carter i m m e r gleich so
sauer war. „Sogar i n seinen M e m o i r e n hat er's
gebracht", denkt S c h m i d t u n d behält sich i m
stillen eine Revanche in seinen gegebenenfalls
abzufassenden Denkwürdigkeiten vor. A b e r
zunächst trösten ja erstmal die 18000 pro
Monat.
U>
Medien:
Kunstbeschaffung beim Sender Köln
Intendantenerklärung zu den Vorwürfen ist wenig zufriedenstellend
Z u häufigen K l a g e n gab das Finanzgebaren
der großen öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten i n der Vergangenheit r e i c h l i c h Anlaß
— u n d der W e s t d e u t s c h e R u n d f u n k ( W D R )
bildete keine A u s n a h m e davon. D e n gegen i h n
i m Z u s a m m e n h a n g mit d e m A n k a u f eines
„naiven" Bildes erhobenen Vorwürfen, trat
W D R - I n t e n d a n t F r i e d r i c h - W i l h e l m v o n Seil
jetzt mit einer Erklärung entgegen, die die Öffentlichkeit k a u m zufriedenstellen ,kann.
W a s war geschehen? V o n Seil hatte für
k n a p p 30 000 D M das Bild eines n a i v e n Künstlers erstanden u n d damit die Kasse für K u n s t beschaffung des W D R u m drei V i e r t e l ihres
Bestandes geplündert. Das pikante an der A n gelegenheit war aber, daß der Kauf i n der G a l e rie v o n M a r i a n n e Kühn, Frau des stellvertretenden
Verwaltungsratsvorsitzenden des
W D R H e i n z Kühn, erfolgte. D e r Intendant ließ
dazu jetzt verlauten, der Künstler, der sonst
fast ausschließlich an M u s e e n u n d Städte verkaufen würde, hätte „nur über die K e l l e r - G a l e rie v o n M a r i a n n e Kühn" bewegt w e r d e n können, für d e n W D R eine A u s n a h m e zu m a c h e n .
D a z u hätte er n o c h 4500 D M des Kaufpreises
nachgelassen, so daß es bei 29 500 D M b l i e b .
m e n , b e i d e m für die Sache so gut w i e n i c h t s
herauskam.)
Es wäre gut, w e n n die V e r a n t w o r t l i c h e n s i c h
i n Zukunft z w e i m a l überlegten, bevor sie A m t
u n d Geschäft i n allzuenge Berühung m i t e i n ander treten ließen.
W. O.
nehmervertreter n i c h t für
M i l l i o n p r o A n n o . t u n . . D a ege i c h d o c h noch
weit darunter . stellt er z u f r i e d e n fest,
rn u u i uihv." r
—
.
W i e der Jet an L o n d o n vorbeibeifhegt, erinnert sich der A l t b u n d e s k a n z l e r , daß er dort
1979 vor d e m Internationalen Institut für Strategische
S. t u d,i e n, e i n e n denkwürdigen
v
i
, f J • Vortrag
D„J-„
c t e
h u n^g E»u r otp a so d u «r c h Äd i e t n e o
u e n f russischen
S S 2 0 - R a k e t e n h i n w i e s . Schonungslos, das
muß er s i c h n o c h heute z u b i l l i g e n , war damals
seine A n a l y s e gewesen u n d k n a l l h a r t waren
seine F o r d e r u n g e n a n d i e A m e r i k a n e r , durch
die er z u m V a t e r der Nachrüstung wurde.
D e r Jet nähert s i c h jetzt H a m b u r g . Hier
ist S c h m i d t z u H a u s e , u n d h i e r liegt auch
Bergedorf, sein B u n d e s t a g s w a h l k r e i s . „Ach ja,
der Bundestag", schießt es i h m d u r c h d e n Kopf,
da ist er ja a u c h n o c h ' d r i n . O b d i e während
seiner A b w e s e n h e i t z u r e c h t g e k o m m e n sind?
A b e r j e d e m S i m p e l müßte d o c h hoffentlich
klar sein, daß e i n M a n n seiner V e r d i e n s t e und
V e r p f l i c h t u n g e n n i c h t i m m e r z u d a s e i n und
s i c h u m d i e e r m ü d e n d e n Alltäglichkeiten der
Parlamentsarbeit kümmern k a n n . Immerhin
ist er ja k r a n k u n d muß e i n e n H e r z s c h r i t t m a cher tragen. „Nein, dafür s i n d d i e Jüngeren da",
m e i n t der A b g e o r d n e t e S c h m i d t u n d erfrischt
sich i m G e d a n k e n a n d i e t r o t z d e m sprudelnde
Diätenquelle: „Macht r u n d 12 000 pro M o n a t
extra", rechnet er s c h n e l l aus u n d freut sich.
„Letztendlich, das läßt s i c h o b j e k t i v feststellen, bringe i c h ja m e i n e große E r f a h r u n g i n die
Fraktion mit ein."
N a c h der L a n d u n g i n H a m b u r g , da fällt i h m
plötzlich siedendheiß ein, daß er ja a u c h i n der
k o m m e n d e n W o c h e seine große Erfahrung
nicht i n den Bundestag einbringen k a n n : Da
hat er ja d i e H ä n d e v o l l z u t u n i n s e i n e m n e u e n
N e b e n j o b als M i t h e r a u s g e b e r der „Zeit".
„Naja, m a c h t 200 000 p r o Jahr", w i r d H e l m u t
S c h m i d t sich trösten.
W . O . Geyer
fi
.Grüne":
„Ihr seid total politikunfähig
Die rauhe Wirklichkeit wirft Schatten zwischen Fraktion und Basis
Schwere Z e i t e n m a c h e n derzeit die „Grün e n " d u r c h . A b e r n i c h t etwa der p o l i t i s c h e
Gegner ist es, der i h n e n z u schaffen macht,
sondern der knallharte Zusammenstoß v o n
Theorie u n d Praxis m i t d e n entsprechenden
Rückwirkungen i n die eigenen R e i h e n . Zuerst
war es — w i e z u erwarten — das sogenannte
Rotationsprinzip, das große S c h w i e r i g k e i t e n
brachte: V e r s c h i e d e n t l i c h sickerte b a l d n a c h
d e m E i n z u g der Grünen i n d e n B u n d e s t a g
durch, daß durchaus nicht alle der m i t e i n e m
M a n d a t Beglückten die feste A b s i c h t hatten,
bereits n a c h z w e i J a h r e n w i e d e r freiwillig aus
d e m H o h e n H a u s auszuscheiden. H i e r dürften
für die Zukunft n o c h einige Zusammenstöße
z u erwarten sein.
E i n weiteres P r o b l e m ergab s i c h aus der D y n a m i k der n e u e n Bundestagsfraktion, die s i c h
mit großem Eifer auf ihre A u f g a b e n stürzte u n d
so einen beträchtlichen V o r s p r u n g an S a c h k o m p e t e n z v o r der Partei u n d i h r e m V o r s t a n d
g e w a n n : V o n basisdemokratischer K o n t r o l l e
k o n n t e da b a l d k e i n e Rede m e h r sein. D i e E n t fremdung ging sogar so weit, daß Bundestagsabgeordnete auf der Landesdelegiertentagung
i n N o r d r h e i n - W e s t f a l e n a m letzten M a i w o -
c h e n e n d e d e n Spieß u m k e h r t e n u n d d i e der
T h e o r i e n a c h allmächtige Basis heftig bekrittelten: „Ihr seid total politikunfähig!", hieß es
da, v e r b u n d e n m i t der w e n i g schmeichelhaften A u f f o r d e r u n g , s i c h erst e i n m a l s a c h k u n d i g
z u m a c h e n , b e v o r m a n i n d i e K r i t i k oder gar
K o n t r o l l e einsteige. D i e s e L e k t i o n hätte der
aufmüpfigen Basis a u c h v o n e i n e m „reaktionär e n " V e r t r e t e r der e t a b l i e r t e n A l t p a r t e i e n verabreicht w e r d e n können — nur hätte m a n sie
d a n n w o h l k a u m a n g e n o m m e n . H i e r aber parierte m a n u n d b i l d e t e d i e v o n d e n z u K o n t r o l l i e r e n d e n geforderten A r b e i t s k r e i s e , u m sich
W i e meist bei derartigen Vorgängen, w i r d
in d i e v e r s c h i e d e n e n Sachgebiete einzuarbeisich der wahre A b l a u f mit allen Hintergründen
ten.
w o h l k a u m je vollständig erhellen lassen.
W e i t a u s kniffliger s i n d , w i e überall, die ProSelbst w e n n v o n Seils D a r s t e l l u n g i n a l l e n
bleme, d i e s i c h aus der R e g e l u n g finanzieller
Punkten der W a h r h e i t entsprechen sollte, so
Fragen e r g e b e n : Z u B e g i n n der Fraktionsarwäre d o c h der V e r d a c h t auf eine A r t „Vetbeit hatte m a n eine R e g e l u n g getroffen, woternwirtschaft", der i n der Öffentlichkeit aufn a c h Mandatsträger u n d ihre rotationsmäßig
tauchte, nicht unberechtigt gewesen, d e n n die
v o r g e s e h e n e n N a c h f o l g e r 1950 D M als G r u n d Ehepaare Kühn u n d v o n Seil galten lange als
gehalt zugebilligt b e k a m e n , sowie 1500 D M als
befreundet. (Noch 1975 hatte der damalige
steuerfreie Aufwandsentschädigung. H i n z u
Ministerpräsident v o n N o r d r h e i n - W e s t f a l e n ,
k a m d a n n n o c h e i n Betrag v o n 500 D M für jede
H e i n z Kühn, Frau v o n Seil z u seiner Beauftrag„zu u n t e r h a l t e n d e P e r s o n " . Bei der A u s l e g u n g
ten für Frauenfragen gemacht, e i n U n t e r n e h dieses Begriffs traten d a n n aber p r o m t die ersten S c h w i e r i g k e i t e n auf: D a m a n s i c h an die
„bürgerliche" K o n v e n t i o n e n , d i e n e b e n der anWie A N D E R E es sehen:
g e b l i c h e n F u n k t i o n der Herrschaftssicherung
e b e n a u c h ihre p r a k t i s c h e n Vorzüge haben,
nicht g e b u n d e n fühlt, k o n n t e n unmöglich Begriffe, d i e dieser G e d a n k e n w e l t entstammen,
b e i der B e w e r t u n g der U n t e r h a l t s p f l i c h t zugrundegelegt w e r d e n . A l s o verzichtete man
auf d i e E h e als A n s p r u c h s g r u n d l a g e und
schloß
auch
F r e u n d e , beziehungsweise
F r e u n d i n n e n m i t e i n . B a l d stellte s i c h heraus,
daß e i n z e l n e F r a k t i o n s m i t g l i e d e r der Grünen
auf diese W e i s e d o c h 7500 D M u n d mehr pro
M o n a t e r h a l t e n . D a m i t ist m a n d o c h einiges
über das großartig angekündigte Prinzip des
Facharbeitergehalts hinausgeschossen. Kritik
„von u n t e n " ließ d e n n a u c h n i c h t lange auf sich
w a r t e n ; schließlich hatte m a n s i c h an der Basis
berechtigte H o f f n u n g auf Zuschüsse für die
A r b e i t v o r O r t i n harter W ä h r u n g gemacht.
A l l z u groß können d i e v o n der grünen Bundestagsfraktion erwirtschafteten Überschüsse
z w i s c h e n Z u w e i s u n g e n aus der Bundeskasse
u n d A u s g a b e n a l l e r d i n g s n i c h t gewesen sein
— z u v i e l e hungrige Mäuler mußten eben geDas Koalitionsgremium
Zeichnung aus „Christ und Welt/Rheinischer Merkur" stopft w e r d e n .
bach
H
a
n
s
E 8 c h
11. J u n i 1983 — Folge 24 — Seite 5
£ u 5 tfiurroämblatt
Politik
Polen:
„Kein Papstwagen — Keine Probleme
Nach der „Aktion Kanarienvogel" startete Jaruzelski die Aktion „Rabe"
N a c h d e m S c h l a g gegen d i e „Solidarität"
( A k t i o n K a n a r i e n v o g e l ) hat n u n Klosterschüler J a r u z e l s k i z u m Schlag gegen d i e K i r c h e
( A k t i o n Rabe) ausgeholt. V o r a u s g e g a n g e n
war e i n Sc h r e i b e n d e r N e o s t a l i n i s t e n unter
Außenminister Stefan O l s z o w s k i , i n d e m eine
„energische K a m p a g n e " u n d d i e „Zerschlagung dieser Bastion des A n t i k o m m u n i s m u s "
(gemeint ist der Episkopat), verlangt w i r d . Begleitet w i r d diese K a m p a g n e v o n d e r W o c h e n z e i t u n g „Rzeczywistosz" mit der F o r d e rung n a c h e i n e m Stopp des K i r c h e n b a u s .
nen Papstwagen, gibt es auch keine Probleme."
Plötzlich ist d i e W a r s c h a u e r Sowjetbotschaft irritiert, daß der Papst den G e n e r a l des
A u f s t a n d s v o n 1863 u n d späteren K a r m e l i t e prior sowie L a n d s m a n n aus W a d o w i c e , Rafael K a l i n o w s k i , seligsprechen w i l l . Eine Z e i tungsserie über diesen antizaristischen A u f stand, d i e auf e i n e m sowjetisch-polnischen
Buch basierte, muß auf W u n s c h der Sowjets
abgebrochen w e r d e n .
In Polen zweifeln i m m e r mehr M e n s c h e n
daran,
daß der Papst a m 16. J u n i nach Polen
Z u m Jahrestag des P a p s t - A t t e n t a t s v o m 13.
M a i 1981 folgten rüde a n o n y m e R u n d f u n k a t - k o m m t , n a c h d e m n u n Radio V a t i k a n u n d
tacken gegen d e n „abrüstungsfeindlichen" „Osservatore R o m a n o " d i e „Aktion Rabe"
Papst u n d d i e V e r h a f t u n g des greisen J e s u i - kritisieren. D i e oppositionelle Zeitschrift
tenpriors Stefan D z i e r z e k . D e m W a l e s e - „Kultura" tröstet die Polen i n A n s p i e l u n g auf
Beichtvater, M o n s i g n o r e N e n r y k J a n k o w s k i , das Attentat, daß der Papst i m m e r h i n in Polen
w i r d d i e a n g e b l i c h e deutsche V o l k s l i s t e d e r vor d e m sowjetischen G e h e i m d i e n s t K G B u n d
Eltern v o r g e h a l t e n , so als gebe es k e i n e K P - den Bulgaren sicherer sei als i m V a t i k a n .
In München erinnerte der greise SchriftstelFunktionäre oder Offiziere, die nicht H J - F ü h ler Josef M a c k i e w i c z anläßlich des 40sten
rer w a r e n .
Jahrestages der E n t d e c k u n g des sowjetischen
In einer N a c h t - u n d N e b e l a k t i o n w u r d e d i e Massakers mit seinem Buch „Katyn — ungevon
p o l n i s c h e n Ingenieuren hergestellte sühntes V e r b r e c h e n " Polens Militärdiktator
Papstlimousine, m i t d e r J o h a n n e s Paul II. an das S c h i c k s a l seines Vaters. Das Buch des
1979 Polen bereiste, verschrottet. D e r fast u n - letzten Überlebenden der K a t y n - S a c h v e r genutzte W a g e n kostete 2,5 M i l l i o n e n Z l o t y . ständigenkommission ist i n d e m Frankfurter
K o m m e n t a r der Zeitschrift „Tworoczosc R o - e x i l - r u s s i s c h e n V e r l a g Possev i n deutsch herBernd Erpel
botnicza" (Arbeiterkreativität): „Gibt es k e i - ausgekommen.
Rajski trat in ein „Fettnäpfchen"
Trotz Wirtschaftsmisere steigen die Rüstungsausgaben weiter an
W a r s c h a u — A m 16. M a i 1981 wies auf
einer K P - K o n f e r e n z i n G d i n g e n (Gdynia) der
Partei-Rüstungsexperte M a r i a n Rajski darauf
hin, daß d i e p o l n i s c h e W i r t s c h a f t s k r i s e v o r
allen D i n g e n e i n Resultat der i n d i e Höhe
treibenden Rüstungsausgaben s e i . D i e parteitreuen M e d i e n antworteten wütend auf das
Referat v o n R a j s k i . Rajski hatte nämlich seine
H a n d i n eine offene W u n d e gelegt. D e n n obw o h l die W i r t s c h a f t s s e m i n a r e i n P o l e n weiter
fröhliche Urständ' feiert, die P r o d u k t i o n sehr
v i e l z u wünschen übrig läßt, ebenso die V e r sorgung, w i r d die Militärregierung v o m K r e m l
weiter z u kräftigen A u s g a b e n i m Rüstungshaushalt angehalten.
N a c h d e m P o l e n 1975 i m W e r t v o n zwei
M i l l i a r d e n D o l l a r Rüstung produzierte, 1981
für 5,4 M i l l i a r d e n , so stieg diese P r o d u k t i o n
1982 auf 6,2 M i l l i a r d e n D o l l a r . D i e A u s g a b e n
für d i e Rüstung m a c h t e n i n P o l e n 1975 3,1
Prozent des B r u t t o - N a t i o n a l e i n k o m m e n s aus,
sechs Jahre später bereits 4,3 Prozent u n d i n z w i s c h e n dürfte dieser Prozentsatz weiter gestiegen sein. W a s d e n W a r s c h a u e r Pakt anbelangt, so liegt dieser Prozentsatz nur b e i der
U d S S R u n d der „DDR" höher. Bereits während
der Jahre 1975 b i s 1981 sind d i e p o l n i s c h e n
Rüstungsausgaben pro K o p f v o n 59 auf 150
D o l l a r gestiegen.
W i e i n a l l e n Warschauer-Pakt-Ländern ist
auch der größte T e i l der Rüstungsausgaben i n
•anderen Sparten des Jahreshaushalts versteckt u n d p r a k t i s c h nicht erkennbar. E i n z e l heiten kennt nur die sowjetische Führung des
W a r s c h a u e r Paktes u n d eine H a n d v o l l M i l i tärs i n Polen, die das besondere V e r t r a u e n der
Sowjets genießen. D i e militärische Planung
hat sowieso V o r r a n g vor der z i v i l e n . M i t der
militärischen Planung befaßt sich d i e „Komm i s s i o n für militärisch-industrielle Z u s a m m e n a r b e i t " unter A u f s i c h t der Führung des
W a r s c h a u e r Paktes. D a n n wird die F i n a n z i e rung u n d d i e „Arbeitsteilung" b e i der Rüstungsproduktion bestimmt. D i e ganze Sache
w i r d hierauf v o n der sowjetischen Armeeführung abgesegnet. N a c h der Bestätigung des
Rüstungsplanes dürfen seine Richtlinien,
E m p f e h l u n g e n u n d die Produktion nicht mehr
geändert w e r d e n . D i e U d S S R hat eine M o n o polstellung, was die Rüstungsproduktion a n belangt. Sie legt die Preise für d e n Verkauf,
den A n k a u f v o n W a f f e n , M u n i t i o n u n d M i l i tärgerät für jedes W P - L a n d fest. D i e Sowjetu n i o n diktiert d i e Modalitäten der Verträge
b e i m E x p o r t u n d Import v o n Rüstungsprod u k t i o n , u n d sie diktiert d i e Liefertermine.
W a s das T e m p o der Rüstungsausgaben anbelangt, so n i m m t Polen unter d e n Satellitenstaaten nach Bulgarien u n d der „DDR" d e n
dritten Platz ein, weit vor der C S S R u n d U n garn, also Ländern, d e n e n es wirtschaftlich
v i e l besser geht als d e m L a n d z w i s c h e n O d e r
und San.
„Wir sind keine armen Verwandten"
Polnische Nachrichtenagentur gegen westliche Hilfssendungen
G e s c h e n k s e n d u n g e n , die aus d e m A u s l a n d
n a c h P o l e n k o m m e n , würden b e i d e n P o l e n
gemischte Gefühle u n d M e i n u n g e n e r w e c k e n .
D i e s berichtet d i e p o l n i s c h e N a c h r i c h t e n agentur P A P i n englischer Sprache unter Berufung auf eine v o m F o r s c h u n g s z e n t r u m für
die öffentliche M e i n u n g des p o l n i s c h e n R u n d funks u n d Fernsehens durchgeführte M e i nungsumfrage.
Einerseits, so heißt es i n d e m Bericht, werden v i e l e der Bedürftigen diese H i l f s s e n d u n gen als sehr w i c h t i g b e z e i c h n e n u n d mit D a n k
e n t g e g e n n e h m e n . G l e i c h z e i t i g riefen aber die
aus d e m A u s l a n d eintreffenden Paketsend u n g e n „bei v i e l e n Polen, die k e i n e A l m o s e n
w o l l e n u n d nicht die ,armen V e r w a n d t e n ' anderer europäischer N a t i o n e n sein w o l l e n , e i n
Gefühl d e r P e i n l i c h k e i t hervor".
Die Befürworter der G e s c h e n k s e n d u n g e n
meinten, diese seien eine Hilfe für die G e s e l l schaft, sie m i l d e r t e n die Dürftigkeit auf d e m
M a r k t u n d bedeuteten eine E r l e i c h t e r u n g für
die ärmsten G r u p p e n der Bevölkerung.
Besonders ausgestellt v o n P A P ist die A n sicht der G e g n e r der H i l f s s e n d u n g e n . D i e G e s c h e n k p a k e t e seien für das L a n d u n d seine
Gesellschaft e r n i e d r i g e n d . D i e Lage i n Polen
sei nicht so schlecht, daß solche Hilfe erforderlich sei.
Die Institution, gegen d i e d i e häufigsten
Einwände laut w u r d e n , ist d i e katholische
K i r c h e . Sehr v i e l weniger Kritik erhielt laut
P A P die V e r t e i l u n g der G a b e n durch die Regierung u n d ihre Organisationen, d u r c h das
p o l n i s c h e K o m i t e e für Sozialhilfe u n d das
Rote K r e u z Polens.
wona
D i e
F a m i l i e
L i e b e L e s e r i n n e n u n d Leser,
a l s i c h v o r m e h r a l s 15 J a h r e n d i e „ O s t p r e u ß i s c h e F a milie" einrichtete, verband i c h damit die A b s i c h t , d i e
Leser n o c h enger zusammenzuführen. H i e r sollte d i e
Möglichkeit z u einem Gedankenaustausch u n d z u gegenseitiger Hilfe gegeben sein.
N i c h t zuletzt sollte hier auch die R e d a k t i o n die Möglichkeit haben, d e n Kontakt z u den Lesern z u pflegen.
H i e r v o n möchte i c h heute G e b r a u c h machen.
W o c h e für W o c h e e r h a l t e n w i r — u n d d a s f r e u t u n s
b e s o n d e r s — N e u b e s t e l l u n g e n auf u n s e r „ O s t p r e u ß e n b l a t t " . A b e r W o c h e für W o c h e h a b e n w i r a u c h d i e t r a u H. W.—
rige Pflicht, v o m T o d e alter u n d treuer A b o n n e n t e n K e n n t n i s geben z u müssen.
A l l e s — u n d damit auch wir M e n s c h e n — unterliegt d e m Naturgesetz v o m
W e r d e n u n d V e r g e h e n . Diejenigen, die in d e n ersten Jahren n a c h d e m Kriege
a u s O s t p r e u ß e n k a m e n u n d es a l s e i n e E h r e n s a c h e a n s a h e n , i h r „ O s t p r e u ß e n blatt" z u abonnieren, sind i n z w i s c h e n i n den H e r b s t des Lebens eingetreten.
A u s v i e l e n ihrer Briefe spricht die enge V e r b u n d e n h e i t z u unserer Zeitung, die
s i e d a m a l s w i e h e u t e a l s e i n e B r ü c k e z u r H e i m a t e m p f i n d e n . V i e l e n i s t es g e l u n g e n , K i n d e r u n d E n k e l für d i e H e i m a t z u i n t e r e s s i e r e n u n d g a r m a n c h e r
s c h r e i b t u n s , d a ß e r a m W o c h e n e n d e n a c h d e m P o s t b o t e n A u s s c h a u hält,
d a m i t er s e i n „Ostpreußenblatt" erhält.
W i r e r h a l t e n — u n d d a s freut u n s w i e d e r u m — z a h l r e i c h e B e k u n d u n g e n
d e r Z u s t i m m u n g z u r G e s t a l t u n g u n s e r e r Z e i t u n g u n d i n s b e s o n d e r e dafür, d a ß
wir d e n Inhalt des Blattes so ausgeweitet h a b e n , daß b e i W a h r u n g der v o r r a n gigen heimatpolitischen Belange unser „Ostpreußenblatt" w i r k l i c h als eine
echte u n d w e r t v o l l e I n f o r m a t i o n s q u e l l e angesehen w i r d . W i r b e s i t z e n Briefe
v o n M i t b ü r g e r n , d i e O s t p r e u ß e n e r s t d u r c h „Das O s t p r e u ß e n b l a t t " k e n n e n g e lernt h a b e n u n d d i e heute z u unserer treuen Lesergemeinde gehören.
W i r würden aber d i e u n s aufgegebene Pflicht vernachlässigen, w e n n wir
nicht i m m e r w i e d e r a n unsere Landsleute, a n unsere Leser, appellieren u n d
bitten würden, zur w e i t e r e n V e r b r e i t u n g unserer Z e i t u n g beizutragen.
So m ö c h t e i c h Sie d e n n mit diesen Z e i l e n sehr herzlich bitten, uns d o c h A n s c h r i f t e n v o n L a n d s l e u t e n o d e r a u s d e m K r e i s Ihrer B e k a n n t e n a u f z u g e b e n ,
v o n d e n e n S i e g l a u b e n , daß diese als A b o n n e n t e n g e w o n n e n w e r d e n k ö n n e n .
W i r w e r d e n d i e s e n P e r s o n e n k r e i s g e r n als G a s t - L e s e r für e i n V i e r t e l j a h r m i t
unserer Zeitung beliefern u n d w e n n sich hieraus — w o v o n wir überzeugt sind —
n e u e A b o n n e m e n t s e r g e b e n , w e r d e n S i e für j e d e n u n s v e r m i t t e l t e n n e u e n
A b o n n e n t e n die Werbeprämie v o n 20,— D M erhalten.
O s t p r e u ß e n w i r d so lange i m Bewußtsein unserer Mitbürger b l e i b e n , als v o n
d e m L a n d d e r d u n k l e n W ä l d e r g e s p r o c h e n w i r d . Ihr S p r a c h r o h r , l i e b e L e s e r ,
ist „Das O s t p r e u ß e n b l a t t " . W e n n S i e a l s o w o l l e n — u n d w e r h e g t n i c h t d i e s e n
W u n s c h — , d a ß w e i t e r v o n O s t p r e u ß e n g e s p r o c h e n u n d d a s R e c h t auf H e i m a t
u n d S e l b s t b e s t i m m u n g a u c h für d i e O s t p r e u ß e n g e f o r d e r t u n d v e r t r e t e n w i r d ,
d a n n helfen Sie uns, u n s e r e m „Ostpreußenblatt" eine gesunde Basis z u e r h a l t e n . H e l f e n S i e u n s , u n s e r e A r b e i t auf e i n e n o c h b r e i t e r e G r u n d l a g e z u s t e l l e n .
Mit herzlichem Dank
Ihr
(Wellems)
Chefredakteur
A n „Das Ostpreußenblatt, Redaktion, Postfach 32 32 55, 2000 Hamburg 13
Ich empfehle, nachstehende Personen für 3 M o n a t e als Gast-Leser mit unserem Ostpreußenblatt z u beliefern (bitte N a m e , V o r n a m e , Straße, P L Z , W o h n o r t angeben)
1.
2.
3.
4.
„DDR":
5.
SSD-Major in die USA
6.
Mit Geheimakten in den Westen
7.
Der i m März in den W e s t e n übergetretene
Major des Staatssicherheitsdienstes (SSD)
M a n f r e d Geisenhöhner arbeitete i n der V e r waltung D o k u m e n t a t i o n des M i n i s t e r i u m s für
Staatssicherheit. Der 49jährige hat d e n a k a d e m i s c h e n G r a d eines D r . jur. erworben. Er
war früher i n Leipzig tätig. Der S S D - M a j o r
brachte „zahlreiche Unterlagen" m i t i n d e n
W e s t e n u n d begab sich sofort in d i e O b h u t
amerikanischer Behörden. Er soll i n z w i s c h e n
in den V e r e i n i g t e n Staaten leben.
wo
o s t p r e u ß i s c h e
8.
9.
10.
M e i n e A d r e s s e u n d Unterschrift (Bitte M a s c h i n e n - oder Druckschrift verwenden)
24
£os £ftpRUßtnbfait
Frau und Familie
Selbsthilfe älterer Mensche
Fröhliches ABC
Seit 25 Jahren besteht die Lebensabendbewegung
SiS — Ein alter Grandsatz
unserer
Redaktion
ist es, unseren
Lesern
nicht nur Negatives,
Trauriges
und
Ärgerliches
anzubieten.
Das
Leben
ist schon manchmal
schwer
genug,
so daß mancher gern etwas
Fröhliches lesen möchte.
Deshalb
möchte
ich Ihnen heute — nach
meinem
„Ärgerlichen
ABC" von der
vorherigen
Woche
— mein
„Fröhliches
ABC" keineswegs
vorenthalten.
Sicher werden auch Sie, liebe
Leser
und Leserinnen,
feststellen, daß
man
beim genauen Hinsehen
viele positive Seiten des Alltags finden
kann.
Freuen Sie sich also mit mir
über
I
Anrufer, d i e , w e n n sie s i c h v e r w ä h l t
h a b e n , s i c h für d i e s e n I r r t u m e n t schuldigen u n d nicht den Hörer
o h n e K o m m e n t a r auf d i e G a b e l
knallen
Busfahrer,
die eine kleine Verspät u n g i n K a u f n e h m e n , dafür a b e r
einen abgehetzten Fahrgast n o c h
einsteigen lassen
Chefs u n d ä h n l i c h e „ h o h e T i e r e " , d i e
auch in hektischen Situationen
den Humor bewahren
Dichter, d i e i h r e r B e r u f s b e z e i c h n u n g
wirklich noch Ehre machen
Ehemänner,
die ihre Frauen n o c h
n a c h 50 J a h r e n fast w i e a m e r s t e n
Tag lieben
Frauen, d i e a u c h m i t a n d e r e n F r a u e n
gut u n d k a m e r a d s c h a f t l i c h z u sammenarbeiten können
Großmütter,
die mit ihren E n k e l n
e i n e n Fußball über d e n Rasen
kicken
Hausbewohner,
die a m W o c h e n e n d e erst n a c h d e r M i t t a g s p a u s e
neue Bilder in ihrer W o h n u n g
aufhängen
Journalisten,
die nicht nur kritisieren, s o n d e r n die a u c h e i n m a l
etwas Positives berichten
Kinder,
d i e s i c h höflich b e d a n k e n ,
w e n n e i n Fußgänger sie m i t d e m
F a h r r a d auf d e n B ü r g e r s t e i g p a s s i e r e n läßt
Leser, d i e t r o t z m a n c h e r Ä r g e r n i s s e
V e r s t ä n d n i s für d i e P r o b l e m e
einer Redaktion aufbringen
Männer, die das K i n d i n sich entdecken u n d mehr oder minder
verstohlen mit einem Stock K a stanien v o m B a u m holen
Nachrichtensprecher,
d i e s i c h „verhaspeln" u n d über ihre eigenen
Versprecher lachen können
Ober, d i e n i c h t n u r s a g e n : „ K o l l e g e
k o m m t gleich" u n d ihre Gäste
nicht
unter ihrer schlechten
Laune leiden lassen
Politiker, d i e i h r e W a h l v e r s p r e c h e n
tatsächlich halten
Querulanten,
die wider Erwarten
Einsehen haben
Radiohörer,
die ihr Gerät auch h i n
u n d w i e d e r e i n m a l auf Z i m m e r lautstärke schalten
Steuerberater,
die auch m a l eine
k l e i n e „Lücke i m G e s e t z " entdecken
Tierfreunde,
die bei aller Liebe z u m
„Viech" d e n M e n s c h e n nicht vergessen
Urlauber,
die ihre Ferien a u c h bei
Regenwetter genießen
Verkäuferinnen,
d i e m i r n i c h t s aufschwatzen wollen, sondern mich
aufrichtig beraten
Werbetexter,
die m i c h als „mündigen V e r b r a u c h e r " ansehen u n d
m i c h n i c h t auf d e n A r m n e h m e n
Xylophonspieler,
weil mir bei X wied e r n i c h t s G e s c h e i t e s einfällt u n d
er w e n i g s t e n s d e n
Yankeedoodle
aus v o l l e n L e i b e s kräften s p i e l e n k a n n
Zeitungspapier,
das so g e d u l d i g
d i e s e u n d a n d e r e Z e i l e n aufnimmt!
11. J u n i 1983 — Folge 24 — Seite 6
A k t i v im A l t e r : D u r c h Beschäftigung d e m
Leben wieder einen Sinn geben
Foto Zimmermann
E
duard Ziehmer, heute selbst schon
siebzig Jahre alt, gründete die Lebensabendbewegung, als er 45 war, ein M a n n
„im besten A l t e r " also, der v o n der d a m a l i g e n
Situation älterer M e n s c h e n aufgestört, helfen
wollte, helfen mußte. D i e soziale Lage älterer
M e n s c h e n insbesondere, wie sie lebten, w i e
sie wohnten, ihre Einsamkeit, ihre Isolation
v o n der „Leistungsgesellschaft", das alles
mußte geändert, positiv, menschenwürdig
verändert w e r d e n . In v i e l e n Gesprächen mit
älteren M e n s c h e n gewann er E i n b l i c k i n ihre
Probleme, ihre W ü n s c h e , vor a l l e m aber i n
ihre offenbare Hoffnungslosigkeit, mit der
viele, sehr v i e l e v o n ihnen, ihre Situation a n sahen. Der W u n s c h , diese Gespräche fortzuführen, sie vor allem zu greifbaren Resultaten
zu bringen, wurde dringend. V o n der i n ihren
W i e d e r a u f b a u w i l l e n , das „Wirtschaftswunder" verstrickten Öffentlichkeit, deren Interesse vor a l l e m der Verbesserung der eigenen,
i n d i v i d u e l l e n Situation galt, war keine greifbare, keine w i r k s a m e H i l f e zu erwarten. Selbst-
hilfe war geboten. W o r a n es fehlte: die geeignete Organisation, vor a l l e m jener K r i s t a l l i s a tionspunkt, an d e m sie sich dauerhaft b i l d e n
konnte.
E d u a r d Z i e h m e r wurde zu d i e s e m K r i s t a l l i sationspunkt. Die Gründung der Lebensabendbewegung 1958 gab — zuerst w e n i g e n ,
dann vielen, schließlich hunderttausenden älteren M e n s c h e n Hoffnung auf einen A u s w e g
aus ihrer M i s e r e . Rat vor a l l e m w u r d e gesucht,
Ermunterung, die direkte, praktische H i l f e . E i n
Monatsblatt „Aktiver Lebensabend", zwei
Jahre später gegründet, ist i n s e i n e m T i t e l
seither P r o g r a m m geworden: aktiv bleiben,
das A l t e r annehmen, es bejahen, sich damit
identifizieren. D i e A n e r k e n n u n g dieser Selbsthilfe blieb nicht aus. H e u t e — u n d schon v i e l e
Jahre — gehört die L e b e n s a b e n d b e w e g u n g
d e m D e u t s c h e n Paritätischen W o h l f a h r t s v e r band, d e m D e u t s c h e n V e r e i n für öffentliche
u n d private Fürsorge u n d der E U R A G , der
Gemeinschaft für ältere M e n s c h e n in Europa,
an.
Während in den ersten Jahren vor a l l e m N o t
zu lindern war, in der Öffentlichkeit das Interesse für die Probleme älterer M e n s c h e n geweckt, den Institutionen vor a l l e m die A u g e n
geöffnet werden mußten über den desolaten
Zustand der Altersversorgung i n der G e s e l l schaft, haben sich heute die Probleme auf andere Ebenen verlagert. D i e nackte N o t ist vers c h w u n d e n — dort, w o sie i n Einzelfällen
sichtbar w i r d , k a n n sie — a u c h institutionell,
also dauerhaft abgesichert — beseitigt w e r den. „Den Lebensabend wertvoll m a c h e n ,
seine C h a n c e n o p t i m a l nutzen", d a r u m bemüht m a n sich. U n d gerade in naher Zukunft,
die die Lebensarbeitszeit v e r r i n g e r n w i r d , gilt
es ältere M e n s c h e n zu a k t i v i e r e n , i h n e n diese
verlängerte Zeit des Lebensabends tatsächlich lebenswert zu m a c h e n . D a z u gehört v o r
a l l e m die geistige u n d körperliche B e w e g l i c h keit. Das L e r n e n i m A l t e r — a u c h das ist eine
der v i e l e n Erkenntnisse aus d e n Erfahrungen
der L e b e n s a b e n d b e w e g u n g heraus — ist nicht
weniger w i c h t i g als in der J u g e n d . Es hält g e i stig frisch, verleiht körperliche Spannkraft, zögert das A l t e r n hinaus und weckt das Interesse
in h o h e m Maße für die E i g e n v e r a n t w o r t u n g
bei der körperlichen G e s u n d h e i t . W a s angeboten w i r d , geht nahtlos i n e i n a n d e r über:
F o r t b i l d u n g , Gedächtnistraining, Gymnastik
u n d a k t i v e E r h o l u n g . Über F o r m e n u n d Mögl i c h k e i t e n der Selbsthilfe, die geradezu als S p i ritus rector, als der b e l e b e n d e Geist, der Leb e n s a b e n d b e w e g u n g a n g e s p r o c h e n werden
muß, w i r d in b e s o n d e r e m Maße informiert:
Selbsthilfe füreinander v o r a l l e m , für sich
selbst, für d e n M i t m e n s c h e n , Informationen
jedoch a u c h über das Zeitgeschehen, u m d i e
Isolation z u b a n n e n , sie i n a k t i v e T e i l n a h m e
u n d E i n w i r k u n g i n Politik, W i r t s c h a f t , W i s senschaft u n d T e c h n o l o g i e u m z u w a n d e l n ,
Ebenen, v o n d e n e n die Z u k u n f t der M e n s c h e n
auf dieser Erde abhängt.
D i e p o l i t i s c h e Kraft des älteren M e n s c h e n
ist seither gewachsen. Sie ist i m h e i m a t l i c h e n
Bereich u n d bei g r a v i e r e n d e n k o m m u n a l p o l i tischen E n t s c h e i d u n g e n über die Bürgerinitiat i v e n häufig e n t s c h e i d e n d . M a n c h e i n ihrer
A u s w i r k u n g b e d r o h l i c h e Veränderung, etwa
in der U m w e l t , k o n n t e i m Protest gerade der
M i t g l i e d e r der L e b e n s a b e n d b e w e g u n g rechtzeitig abgewendet, Positives gefördert und
durchgesetzt w e r d e n . U n d gewiß ging gerade
v o n hier der W i l l e zur Verständigung zwis c h e n d e n G e n e r a t i o n e n aus. In m e h r als 120
A l t e n g e m e i n s c h a f t e n i n der Bundesrepublik
D e u t s c h l a n d w u r d e gerade dieser Problematik
erhöhte u n d vor a l l e m pragmatische A u f m e r k s a m k e i t geschenkt.
In d e n vergangenen 25 J a h r e n hat s i c h die
L e b e n s i t u a t i o n der älteren G e n e r a t i o n auf erfreuliche W e i s e gebessert. V o r e i n g e n o m m e n h e i t e n , K l i s c h e e s k o n n t e n abgebaut,
w e n n a u c h n o c h n i c h t v o l l beseitigt w e r d e n .
Fröhlichkeit v o r a l l e m ist a u c h i n jenen L e b e n s b e r e i c h eingekehrt, der über die ernsthafte W ü r d e , N o t u n d Isolation z u überdecken
suchte. S i c h der e i g e n e n M e n s c h l i c h k e i t i m
A l t e r bewußt werden, sich ihr bewußt b l e i b e n ,
u n d zwar auf a l l e n L e b e n s g e b i e t e n , d a r i n
w u r d e vieles erreicht, w i r d vieles n o c h weiter
angestrebt. Es ging v o r e i n e m V i e r t e l j a h r h u n dert v o n der Initiative eines e i n z e l n e n aus.
A u c h das ist s y m b o l i s c h : v o m e i n z e l n e n für
d e n e i n z e l n e n , a l l e i n für d e n M e n s c h e n u n d
seine Persönlichkeit.
Wolfgang Altendorf
Die Geschichte mit dem verflixten „Dingdong
Von einer nachdenklich stimmenden Begegnung in unseren Tagen erzählt Helga Smolarczyk
V
or den Schaltern des Postamtes 2
stauten sich die P o s t k u n d e n — als hätte
m a n hier erst jetzt gegen A b e n d geöffnet
und nicht schon den ganzen Tag. Sie lernen es
nie . . . . dachte der weißhaarige Beamte i n der
Ecke a m letzten Schalter. M a n c h e haben s i cher tagsüber Zeit — aber nein —partout auf
die letzte M i n u t e müssen sie k o m m e n ! W o
abends o h n e h i n all die Berufstätigen auftauchen . . .
A m Nebenschalter begriff eine Rentnerin
z u m v i e r t e n M a l nicht — d u r c h das Gedränge
hinter ihr nervös gemacht —, w i e sie für ihren
kleinen E n k e l ein Postsparbuch anlegen k a n n .
A u c h sie, dachte der weißhaarige Beamte,
könnte doch i m Laufe des Tages k o m m e n . . .
Die Menschenschlangen w u c h s e n N e r v o sität hing i m R a u m — alle hatten es eilig, jetzt,
da der Tag zur N e i g e g i n g . . . D a waren sorgenvolle, abgespannte Gesichter; gesunde, k r a n ke, junge, alte Gesichter. Scharrende, ungeduldige Füße. U n d „ . . . das dauert mal wieder
...!"
U n d plötzlich machte es: „Dingdong —
D i n g d o n g — D i n g d o n g ! " — Grabesstille i m
Schalterraum! — U n d d a n n wieder: „Dingdong
— Dingdong!"
D i e Köpfe der W a r t e n d e n ruckten h e r u m .
D i e Blicke huschten an den W ä n d e n entlang,
fanden nichts, was sie dort vermuteten. N u r in
der m i t t l e r e n Reihe reckten sich die Köpfe
nach unten, z u einer großen Einkaufstasche
am Boden. N e b e n der Tasche stand eine alte
Frau mit hochrotem Gesicht, wie erstarrt.
U n d wieder ertönte das k l a n g v o l l e „Dingdong". „Verrücktes D i n g ! " m u r m e l t e die F r a u
nervös u n d schüttelte die Tasche. Das „Dingd o n g " schwieg. D o c h sobald die Tasche in R u hestellung war, beeilte sie sich, ihr Inneres erklingen zu lassen. Laut! Raumbeherrschend.
S c h m u n z e l n machte sich bereit, dann fröhliches Gelächter. Bei diesen m e l o d i s c h e n
Tönen hatten es die Eiligen gar nicht mehr so
eilig; die Spötter ließen W i t z e v o m Stapel; ein
Jugendlicher rief: „Was macht die O m a mit
d e m .Dingdong'?" U n d ein anderer setzte
h i n z u : „Es schlägt und schlägt und s c h ä g t . . . "
N u r die alte F r a u w a n d sich vor V e r l e g e n heit, h o b die Tasche h o c h , k i p p t e sie seitwärts,
schüttelte sie. Stopfte schließlich ihren
schwarzen H u t hinein, u m so das v e r m a l e d e i t e
„Dingdong" z u dämpfen. „Das nächste , K l i n g k l a n g ' k o m m t b e s t i m m t ! " sagte ihr H i n t e r m a n n i n der Reihe feixend.
A l s sich nach ein paar S e k u n d e n Pause mit
k r a t z e n d e m Schnarren ein erneutes „Dingdong" ankündigte, ergriff die alte Frau m i t
allen Z e i c h e n der Panik die Tasche. Hastete
stolpernd — begleitet v o n m e l o d i s c h e m
Z w e i k l a n g — aus d e m Postamt. B l i n d l i n g s !
Über die S t r a ß e . . Fast i n ein a n k o m m e n d e s
A u t o hinein.
Im letzten A u g e n b l i c k wurde sie zurückge-
r i s s e n : „Kommen Sie, i c h b r i n g e Sie z u m U h r m a c h e r — da w o l l t e n Sie d o c h sicher h i n ? Ich
war a m Schalter s c h o n f e r t i g . . . "
„Immerhin ging es g u t . . . D a s Schlagwerk . . . " , s t a m m e l t e d i e verstörte F r a u . „Daß
s i e ausgerechnet a u c h i m Postamt verrückt
spielen m u ß t e . . . "
„Das w a r d o c h sehr lustig!" sagte der hilfsbereite, graumelierte H e r r , s e i n e n W a g e n s c h l a g
öffnend. „Wenn einer nur d i e r e c h t e n W o r t e
gefunden hätte, wären Sie d o c h sicher nicht
H a l s über Kopf d a v o n g e l a u f e n . . . ? "
„Nein — aber sie l a c h t e n bloß a l l e . . . "
Ich a u c h , d a c h t e der f r e u n d l i c h e H e r r , ich
a u c h — w e n n i c h d i e A u f g e r e g t e n u n nicht
rechtzeitig v o n der F a h r b a h n gerissen h ä t t e . . .
Bald wird der Holunder wieder b
Oder: Wie ein Baum im Menschen neue Hoffnung wecken kann
E
in V o g e l hatte d e n S a m e n vor über 20
Jahren in unseren G a r t e n getragen. Der
H o l u n d e r w u c h s z u e i n e m stattlichen
Baum heran. Er stand allerdings an ungünstiger Stelle u n d überschattete den Gartenweg.
Z u r Erntezeit übersäte er i n jedem Jahr die
Kieselplatten mit unzähligen d u n k e l r o t e n
Beeren, w e l c h e die Vögel aus den Z w e i g e n fallen ließen. W e r u n a c h t s a m über den W e g
schritt, trug ihren roten Farbstoff auf den T e p p i c h b o d e n ins H a u s . D a fiel z u m ersten M a l e
der Satz: „Der H o l u n d e r muß weg!"
M e h r e r e neue Pflanzen w u c h s e n bereits
nach. Eine kräftige behauptete sich sogar
unter einer hundertjährigen Eiche i m V o r g a r ten u n d trug schon einige Blüten u n d Früchte.
Eine weitere H o l u n d e r p f l a n z e w u r d e i m
Obstgarten v o n den Bäumen geduldet.
Da schnitt m e i n M a n n den alten H o l u n d e r
im N o v e m b e r so stark zurück, daß von seiner
Ursprünglichen Form wenig übrig blieb. U h erschrak. M e i n M a n n tröstete m i c h : „Du wnst
sehen, daß er i m Frühjahr neue Reiser treibt.
Ich mußte einiges zurückschneiden, es wächst
mir alles über d e n K o p f . " — A n e i n A u s t r e i b e n
des H o l u n d e r s glaubte i c h k a u m .
In d e n W i n t e r m o n a t e n war alles L e b e n wie
erstarrt — a u c h m e i n H e r z . A n e i n e m W i n t e r tag war m e i n M a n n nämlich unerwartet gestorben. Ich gewahrte k a u m , w i e der Frühling
kam ...
In der W o c h e n a c h O s t e r n l o c k t e m i c h ein
Schwärm lärmender Stare in d e n Garten, die
sich in der h o h e n E i c h e v e r s a m m e l t hatten.
D i e w a r m e n S o n n e n s t r a h l e n b e l e b t e n meine
G l i e d e r u n d S i n n e n . Ich hörte d i e Vögel singen.
D a n n fiel m e i n Blick plötzlich auf d e n zurückgeschnittenen W u n d e r b a u m , w i e der H o l u n der wegen seiner H e i l k r a f t i m V o l k s m u n d
einst genannt w u r d e . Er streckte seine kurzen
A s t e nicht mehr wie a n k l a g e n d gegen den
H i m m e l . Das W u n d e r war sozusagen über
N a c h t eingetreten. Er trug bereits i n d e n Spitzen kleine Blätter. A m S-tammansatz,
t a m m a n s a t z , dicht
über d e m knorrigen, trieb er neue Reiser mit
Blattwerk.
C h r i s t e l Looks-Theile
J a h r g a n g 34
£ o s £ f f jmußntblatt
15. Fortsetzung
Z u m Kühlen. Unter gutem Z u r e d e n läßt der
W a s m a n nicht alles wissen muß! — W i e v i e l Hengst sich behandeln, aber sein Blick ist v o l l
habe i c h hier schon gelernt in einer W o c h e . Ich Unruhe u n d A n g s t .
weiß jetzt auch, daß m a n b e i m Sattelauflegen
W i e v i e l erreicht m a n mit G e d u l d bei M e n aufpassen muß. Es genügt nicht, das schwere schen, bei T i e r e n , ganz besonders bei e i n e m
D i n g v o m h o h e n H a k e n z u n e h m e n , es zur Box Pferd. V o n i h m verlangt der M e n s c h auch am
zu s c h l e p p e n u n d d e m Pferd auf d e n Rücken z u meisten. K e i n anderes Tier, nur das Reittier,
h e b e n . M a n muß a u c h nachsehen, ob alles or- z w i n g e n w i r zu einer so körpernahen Berühd e n t l i c h liegt, d a m i t D r u c k s t e l l e n v e r m i e d e n rung, das Pferd muß sie sich gefallen lassen,
werden.
S t u n d e n u m S t u n d e n u n d i m m e r wieder. N i c h t
A l s i c h das erste M a l glücklich i m Sattel saß, nur seinen H e r r n muß es tragen, der i h m vermußte i c h schon nach der ersten R u n d e w i e d e r traut ist u n d d e n es gerne trägt, falls er es sich
absitzen. H e r r W e r n e r hatte entdeckt, daß an verdient hat, gern getragen z u w e r d e n . A u c h
der rechten Seite d i e F i l z d e c k e n a c h i n n e n F r e m d e trägt es, Kreaturen, die erträglich sind,
u m g e s c h l a g e n war. D a m a n b e i m A u f l e g e n des u n d solche, d i e es nicht mag, weil sie i h m
Sattels l i n k s v o m Pferd steht u n d a u c h links die
G u r t e anzieht, l i n k s geht, w e n n m a n das Pferd
führt, u n d v o n links aufsteigt, habe i c h nicht
b e m e r k t , daß rechts etwas n i c h t i n O r d n u n g
war.
Ich gehe z u M u t t e r u n d K i n d , schiebe die Tür
auf u n d s c h m u s e m i t B u s c h i , halte i h m e i n
Zuckerstück unter die L i p p e n , m i t d e m er aber
nichts anzufangen weiß. N o c h ist es i h m fremd.
Ich v e r s u c h e es n o c h e i n m a l , er n i m m t es, u n d
plötzlich habe i c h A n g s t , er könnte an d i e s e m
Fremdkörper ersticken; er rollt die A u g e n so
seltsam! O d e r b i l d e i c h m i r das ein? O b i c h vers u c h e n soll, es i h m h e r a u s z u n e h m e n ? . . . E r
s p u c k t es aus, u n d i c h atme auf. Sorgen hat
m a n ! U n d d a z u n o c h selbst eingebrockte.
N a c h d i e s e m Intermezzo laufe i c h i n d i e
S o n n e . Z u b e i d e n Seiten des W e g e s A p f e l bäume, die i h r e n Blütenschnee abschütteln,
und zwischen W e g und W a l d r a n d weidende
Kühe. D i e s e R u h e u n d dieser F r i e d e n r u n d u m !
Ich w i l l i h n genießen, aber da w i r d er s c h o n zerrissen, d u r c h eine K u h . D e n K o p f gesenkt,
rückt s i e einer N a c h b a r i n auf d e n L e i b . D i e
A n g e g r i f f e n e scheint d i e s e m Blitzkrieg aus
d e m W e g g e h e n z u w o l l e n , aber es gelingt ihr
n i c h t . Immer, w e n n sie a u s w e i c h e n w i l l , F u r c h t einjagen, m i t lauter S t i m m e , m i t hastik o m m t der F e i n d u n d zwingt sie — S t i r n gegen gen Bewegungen, m i t übertriebenen F o r d e S t i r n — z u m Rücktritt. Schließlich scheint die rungen. W i r z w i n g e n das Pferd, dieses sensible
A n g r e i f e r i n d a v o n überzeugt z u sein, der a n - Geschöpf, unter unseren W i l l e n , unter unsed e r e n d e u t l i c h genug ihre Überlegenheit ge- ren Körper sogar.
zeigt z u h a b e n , u n d läßt v o n ihr a b .
Wieviel Geduld,
Einfühlungsvermögen,
„ W e n n i c h könnte, w i e i c h wollte, d a n n V e r s t a n d gehören dazu, u m diesen Z w a n g d e m
würde i c h d i r jetzt eine h e r u n t e r h a u e n , d u A n - Pferd nicht zur Q u a l w e r d e n z u lassen.
E i n Gespräch geht m i r d u r c h den Kopf, das
g e b e r i n ! " sage i c h . O d e r war der A n g r i f f m i t ges e n k t e n Hörnern n u r eine A u f f o r d e r u n g z u m gestern z w e i Reiter i n der Gaststube führten.
S p i e l ? V i e l l e i c h t a u c h d i e R e v a n c h e für eine „Tierquälerei müßte m a n v i e l härter bestrafen,
als m a n es tut", hatte der M a n n m i t d e n grauen
n o c h n i c h t vergessene Rüpelei?
A l s i c h v o n m e i n e m Spaziergang zurück- Schläfen gesagt. „Es ist eine Quälerei für e i n
k o m m e , sehe i c h e i n e n W a g e n m i t Anhänger Pferd, w e n n es b e i m R e n n e n m i t Schlägen
vor d e m S t a l l . E i n P f e r d w i r d ausgeladen. E i n durchs Z i e l gejagt w i r d , w e n n m a n das Letzte
junger H e n g s t . E r hat eine V e r l e t z u n g a m B e i n . aus i h m herausholt."
„Aber M e n s c h e n h o l e n d o c h a u c h b e i m
E i n A r t g e n o s s e hat i h n geschlagen.
H e r r W e r n e r behandelt d i e W u n d e , er Sport das Letzte aus sich heraus", antwortete
streicht Salbe darauf, legt e i n e n V e r b a n d sein Gegenüber.
„Das ist etwas ganz anderes! E i n M e n s c h ,
h e r u m , i n d e n er Essigsaure T o n e r d e gießt.
U n s e r
11. J u n i 1983 — Folge 24 — Seite 7
der das tut, u m Siegerlorbeeren zu ernten, tut
das aus freien Stücken. W e n n er z u s a m m e n bricht, ist das seine Sache, ist das ein Ende, das
er selbst heraufbeschworen hat, v o n n i e m a n d e m gezwungen. Außerdem spürt er, o b er
noch Reserven hat, aber i n seinem Pferd steckt
er nicht drin. W e n n das Pferd zusammenbricht
— w i r haben es ja kürzlich erlebt —, dann
wurde es v o n M e n s c h e n i n den T o d g e h e t z t . . .
M a n k a n n nur den Kopf schütteln, w e n n m a n
erleben muß, w i e v i e l U n v e r s t a n d i n e i n e m
m e n s c h l i c h e n G e h i r n s t e c k t . . . E i n Beispiel:
Wälzt der d i c k e Müller sich letzten Sonntag
auf sein Pferd u n d behauptet: ,Es hat ja jetzt
sechs Tage gestanden, jetzt k a n n es m i t r e n -
Titelzeichnung Ewald Hennek
n e n . H a t sich ja lange genug ausgeruht.' — Das
ist d o c h i d i o t i s c h ! E i n M e n s c h , der sechs Tage
sitzt oder liegt, hat d o c h a u c h steife G l i e d e r . . .
A l s es i h m k e i n anderer sagte, habe i c h es i h m
klargemacht."
Jetzt k o m m t m i r w i e d e r das Gehörte i n d e n
Sinn, als i c h H e r r n W e r n e r zusehe, w i e er z u s a m m e n m i t H e r r n M a n s d e n jungen Hengst
pflegt. H i e r h a b e n d i e Pferde e i n gutes L e b e n .
Sie müssen arbeiten, u n d sie müssen gehorchen, natürlich, aber es w i r d keine Überanstrengung v o n i h n e n verlangt, weder i n der
R e i t b a h n n o c h v o r d e m W a g e n , n o c h bei der
Feldarbeit.
D e r junge H e n g s t läßt seine S t i m m e hören,
u n d gleich darauf erhält er A n t w o r t . Schade,
daß w i r d i e Pferdesprache nicht verstehen.
G e r n wüßte ich, was er gesagt hat u n d was die
D a m e n i h m geantwortet haben. Ihm, d e m ein-
H a a r s o r g e n ?
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sie i h n getröstet.
D i e b e i d e n Männer sind fertig u n d lassen
den Beinverletzten allein. Ich halte n o c h einen
Schwatz mit H e r r n M a n s : „Bloß gut, daß die
W u n d e nicht tiefer ist."
Er n i c k t : „Ist n o c h m a l gutgegangen. A b e r
m a n c h m a l sieht es auch gefährlicher aus, als es
i s t . . . W e n n i c h n o c h daran denke, wie eines
eine Latte am H a l s e hatte. Eine lange Latte —
durch den H a l s gestoßen."
„Wie war das denn möglich?"
„Genau weiß man's nicht. Es war ja keiner
v o n uns d a b e i . A b e r m a n n i m m t an, daß das
eine Pferd a m Z a u n gestanden hat, vielleicht
hat es sich a m Z a u n geschubbert, u n d ein zweites ist i n v o l l e m Lauf dagegengeprescht. U n d
d a b e i ist d e m ersten die angespitzte Zaunlatte
in den H a l s g e d r u n g e n . . . Rechts u n d links
v o m H a l s stand sie ein Ende heraus."
„Wie schrecklich!"
„Ja, es sah s c h l i m m aus, war aber nicht tödlich. N u r eine F l e i s c h w u n d e .
„Würde i c h m i c h erschreckt haben, w e n n
ich das gesehen hätte!"
„Erschreckt h a b e n w i r uns a u c h . A b e r man
erlebt so v i e l . . . E i n m a l hatte eins i n einen Stacheldraht getreten u n d b e k a m w o h l den Draht
nicht m e h r v o n seinem Fuß. A l s i c h am nächsten M o r g e n auf die W e i d e k a m , war das Gras
i m großen U m k r e i s ,abgemäht', so w i l d hatte
das Pferd herumgearbeitet, u m das lästige A n hängsel loszuwerden."
H e r r M a n s freut sich über m e i n Interesse, er
überlegt u n d findet in seinem Gedächtnis noch
so m a n c h e E r i n n e r u n g
S i e müßten hier
sein, w e n n wir die R e m o n t e n zureiten. R e m o n ten nennt m a n junge Pferde, die n o c h nie einen
Sattel auf d e m Rücken, n o c h nie eine E i s e n stange i m M a u l hatten. D a geht es m a n c h m a l
lustig z u ! "
„Erzählen Sie!" Ich lehne m i c h gegen O l l i s
Box, die gleich darauf ihre L i p p e n d u r c h die
Gitterstäbe schiebt.
„Tja, m i t d e n R e m o n t e n . . . E i n e n v o n uns
hat's m a l hochgeschleudert, fast bis a n d i e
Q u e r b a l k e n i n der Reithalle."
Ich sehe i h n ungläubig a n . „Jägerlatein
k e n n ' i c h . M e i n Großvater versteht es herrlich.
G i b t ' s v i e l l e i c h t auch Reiterlatein?"
E r s c h m u n z e l t : „Ich sage die W a h r h e i t ! Fast
bis a n die Q u e r b a l k e n ! "
„Aber das ist d o c h nicht möglic'fiT" Ich sehe
i m Geist die hohe H a l l e u n d einige M e t e r unter
d e m D a c h die Q u e r b a l k e n .
„Sie ahnen nicht, was möglich ist, w e n n ein
Pferd h i n t e n u n d vorne hochgeht oder m i t
allen V i e r e n gleichzeitig. Das schmeißt Sie an
die Decke."
Ich versuche es mir v o r z u s t e l l e n u n d ziehe
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Gerhard Kamin t
Sonnenwendfeuer in Masuren
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ommer 1928. W i r sind O b e r p r i m a n e r u n d
fahren v o n Königsberg auf unserer K l a s senfahrt nach M a s u r e n . W i r sind die letzte Klasse, die Ernst W i e c h e r t vor seinem W e g gang nach Berlin führt, aber er kann nicht mitfahren. Seine Frau ist so krank, daß an e i n
W e g k o m m e n nicht z u d e n k e n ist. Ich bespreche mit i h m die Fahrt, wir legen die W a n d e r route fest, die an d e n Stätten seiner K i n d h e i t
vorbeiführt, b e k o m m e n einen jungen Referendar mit u n d fahren i m A b t e i l vierter Klasse
(für Reisende mit Traglasten) los. Ich erinnere
m i c h d e u t l i c h daran, wie einzelne i n langen
H o s e n mitfahren, jüngere M i t g l i e d e r unserer
Klasse, die nur langsam i n die Gemeinschaft
hinweinwachsen u n d sich auf den stillen
W a l d w e g e n kurz vor der Försterei Jegotschin
bei Johannisburg seltsam i n ihren Röhrenhosen neben uns ausnehmen. D i e erste N a c h t
wie alle folgenden schlafen wir auf d e m H e u schober einer Försterei, u n d ich sehe — als sei
es heute — tief unter m i r den W a l d s e e i m
A b e n d l i c h t sich verfinstern u n d zwischen
hohen Kiefern ins Schwarze der N a c h t sinken.
W i r brechen i n aller Frühe auf. D i e L a n d k a r ten, die wir mithaben, sind unzulänglich. Ich
gebe morgens die Route bekannt, wir w a n d e r n
in k l e i n e n G r u p p e n u n d treffen uns z u v e r e i n barten Zeiten. D i e W e g e d u r c h die endlose Johannisburger H e i d e sind unergründlich, die
Landkarten reichen k a u m h i n . A b e r wir halten
die allgemein vorgesehenen u n d genau besprochene allgemeine R i c h t u n g ein. A m V o r mittag rasten wir i m heißen Sonnenlicht an
e i n e m W a l d s e e , u n d ich lege (so gläubig u n d
hingegeben waren wir, daß i c h heute mit
W e h m u t daran zurückdenke) i m N a m e n der
Klasse einen Zettel hinter die hohle Borke
einer Eiche, u n d auf d e m Zettel steht, v o n der
Klasse akzeptiert u n d v o n m i r geschrieben:
Nächte der Fremde
VON HELLMUT WALTERS
Nächte der Fremde,
in denen es Sprache wird,
was wir
versäumt,
sie holen die Tage der Heimat
die wir durchirrt,
vertan,
verträumt.
Jahrlang, von Tag zu Tag,
Andeutung half uns fort.
Das Unsagbare war sagbar
zu spät wird es Wort.
Eva Busen
D
her,
—
„Ein Gruß an die Wälder seiner H e i m a t v o n
ihrem treuesten Sohn Ernst W i e c h e r t . Uberbringer: Seine Klasse, die O b e r p r i m a des Königsberger Hufengymnasiums."
M i t Ernst v o l l z i e h e i c h die H a n d l u n g u n d
b l i c k e dabei i n die Gesichter meiner K a m e r a den. W e n n es das Bewußtsein einer Bruderschaft je zwischen uns gegeben hat, so i n jenem
A u g e n b l i c k . W i r waren i n e i n e m anderen S i n n
seine Schüler, als das heutige Schülergenerationen vielleicht begreifen. W i r d u r c h w a n d e r ten die W ä l d e r seiner K i n d h e i t , wir spürten,
daß er mitging, der treueste F r e u n d unserer
u n v e r b i l d e t e n E m p f i n d u n g e n , der ständige
Hüter über unseren Erstgeburtsrechten, die
wir — so beschwor er uns — nicht u m ein L i n sengericht verkaufen sollten.
W i r wanderten drei Tage lang. Länger d a u erten damals auch auf einer O b e r p r i m a K l a s senfahrten nicht, falls sie nicht i n e i n L a n d s c h u l h e i m führten. A b e r m i r ist i n Erinnerung,
als ob die Tage endlos waren, die Wälder v o r
allem, das riesige Revier hochstämmiger, rotleuchtender K i e f e r n u n d jahrhundertealter E i chen.
A m letzten A b e n d übernachten wir i n der
Scheune der Försterei a m Dußsee, nicht weit
v o n d e m stillen Philipponenkloster, das wir a m
N a c h m i t t a g besucht hatten. Der Lehrer des
Dorfes trifft uns, lädt uns z u m S o n n e n w e n d feuer auf der Höhe über d e m Dußsee ein u n d
ist einverstanden, als wir i h m vorschlagen, w i r
w o l l t e n z u m G e l i n g e n der Feier auf unsere A r t
beitragen. W i r haben unsere Lauten mit u n d
können a m Feuer spielen. A b e r vorher planen
wir anderes.
A l s die Dämmerung k o m m t , s a m m e l n w i r
uns i n d e n W i e s e n a m R a n d des Dußsees, z i e hen unsere N a c h t h e m d e n über, b i n d e n uns
Taschentücher u m d e n Kopf, versehen uns
jeder mit e i n e m Stock u n d steigen i m Gänsemarsch, eine v e r m u m m t e Pilgerschar, i n der
fallenden Dämmerung — langsam dumpfe
Laute i m gleichen R h y t h m u s vor uns h e r s u m m e n d — die Hügelkette hinauf. In der Ferne
— i m i m m e r matt w e r d e n d e n L i c h t — sehen
wir auf der Höhe die Dorf gemeinschaft, die nur
langsam auf uns aufmerksam w i r d . Für die
K i n d e r sind wir eine u n h e i m l i c h e Geisterschar, für die Dorfjugend eine A b o r d n u n g aus
d e m K l o s t e r v i e l l e i c h t . M i t feierlich g l e i c h b l e i b e n d e m Schritt u m k r e i s e n wir d e n M e n s c h e n s c h w a r m so lange, bis einzelne Laute
hörbar werden, ein K i c h e r n , ein T u s c h e l n , e i n
Flüstern u n d schließlich ein i m m e r lauter werdendes Brummen, bis die männliche Dorfjugend zuletzt wacker angreift, sich v o n allen
Großes Moosbruch im Kreis Labiau: D i e Torfziegel w e r d e n auf eine K a r r e g e l a d e n
Foto Schumacher
daß wir das G e r i n g s t e d a v o n geahnt hatten,
unter uns, w i e i m m e r i n k u r z e n H o s e n u n d m i t
offenem H e m d k r a g e n . Ernst, aufrecht, straff,
das G a n z e w i e selbstverständlich. „Ich bringe
e u c h Grüße v o n e u r e m K l a s s e n l e h r e r . Ich w o l l te nur sehen, w i e es e u c h geht." E r drückt
j e d e m die H a n d , b l e i b t e i n paar A u g e n b l i c k e
E i n riesiger Holzstoß w i r d k u r z d a n a c h ent- u n d ist w i e d e r v e r s c h w u n d e n .
zündet, gegen d e n N a c h t h i m m e l aufgereckte
H e u t e , w o i c h dieses schreibe, ist mir, als erS t ä m m e u n d trockenes Tannenreisig s c h l e u - zählte i c h e i n Märchen. U n d d o c h w a r es so.
d e r n ihre Flammenbündel e m p o r u n d lassen D a m a l s war E r z i e h u n g — w i r h a b e n es d a n k e i n e n F u n k e n r e g e n n a c h a l l e n Seiten nieder- bar erfahren — aufs h ö c h s t e v e r b i n d l i c h , r m d
prasseln. D i e Dörfler gruppieren sich u m das Männer w i e P o s t e l m a n n , Ernst W i e c h e r t u n d
langsam niederbrennende Feuer, unsere L i e - D r . H a n d s c h u c k w a r e n für uns m e h r als Lehrer/
der e r k l i n g e n , w i r tanzen i n e i n e m großen Sie s i n d es bis heute g e b l i e b e n . Fast z w e i h u n K r e i s u m die F l a m m e n ; einzelne b e g i n n e n dert K i l o m e t e r war P o s t e l m a n n unseretwegen
d u r c h k l e i n e G l u t f e l d e r z u springen, u n d h e r a u s g e k o m m e n — für e i n paar A u g e n i m m e r v o n Zeit z u Zeit, während die L i e d e r b l i c k e . Es war d i e W i e c h e r t k l a s s e , u n d also
v e r s t u m m e n , blicke i c h ins T a l hinunter, w o
a u c h seine K l a s s e . A u c h damals, als w i r v o r
die N e b e l über d e m W a s s e r b r a u e n u n d die
drei J a h r e n m i t Ernst W i e c h e r t v i e r z e h n Tage
N o n n e n i m K l o s t e r ihre Gebete v e r r i c h t e n . Bis,
i m L a n d s c h u l h e i m S a r k a u auf der K u r i s c h e n
M i t t e r n a c h t sitzen wir u m das Feuer, u n d d a n n
N e h r u n g gelebt hatten, hatte er uns besucht.
geschieht das Unerwartete, für uns Unfaßliche.
Er glaubte a n uns. W i r w a r e n lange n a c h d e m
Unser D i r e k t o r , W a l t e r Postelmann, ist, ohne
A b i t u r n o c h seine H o f f n u n g .
Seiten auf uns stürzt, u n d schließlich e i n
Knäuel v o n Gliedmaßen s i c h k r e i s c h e n d u n d
stoßend ineinanderwälzt, w o b e i es nicht ohne
S c h r a m m e n u n d W u n d e n abgeht. E n d l i c h
geht alles i n Frieden auseinander, u n d der L e h rer, der uns der Dorfgemeinde vorstellt, bedankt sich für d e n gelungenen Streich.
Ereignisreiche Tage im Torfmoor
er Torf, die übliche W i n t e r f e u e r u n g i n
unserer östlichen H e i m a t , wurde nicht
gestochen, sondern gestrichen. W e n n
i m Frühling, so u m M i t t e M a i , warmes W e t t e r
war, hieß es bei den Bauern: „Morgen geht es i n
den Torf." D a wurde zunächst v o n e i n e m geeigneten Stück M o o r b o d e n die Grasnarbe abgetragen u n d soweit nachgegraben, bis die
fette, feuchte Torferde z u m V o r s c h e i n k a m .
W e n n es nötig war, mußte W a s s e r zugeführt
werden, denn je feuchter die Torfmasse war,
u m so härter wurde der Torf u n d u m so besser
brannte er i m Kachelofen oder i n d e m gemauerten H e r d .
W a r nun die richtige Torfmischung erreicht,
stand ein M a n n mit einer K a r r e bereit, b e l u d
diese mit der nassen schweren Masse, e i n a n derer M a n n packte die K a r r e u n d schob sie auf
e i n e m mit Bohlen u n d Brettern befestigtem
Steig bis auf trockenes, ebenes Gelände. D a n n
n a h m er eine andere, schon bereitstehende
Karre, begab sich wieder i n das Torfloch, u n d
die gleiche A r b e i t begann v o n neuem.
A u f d e m Gelände standen schon zwei Helfer
bereit, sie schaufelten die Torfmasse i n eine
nasse Holzform, die in etwa acht bis zehn k l e i nere Ziegel aufgeteilt war. H i e r wurde die
Masse schön festgedrückt u n d glatt gestrichen. Daher der N a m e „Torfstreichen".
Das war i m m e r eine schwere A r b e i t u n d
konnte oft nur mit Nachbarschaftshilfe bewältigt werden. W i e überhaupt „Nachbarschaftshilfe" bei kleinen Leute damals groß geschrieben wurde. N i e m a n d bat den N a c h b a r n vergeblich u m Hilfe, ob es b e i m Schweineschlachten, bei der Erntearbeit, b e i m Torfstreichen oder gar bei e i n e m Todesfall i n der
Familie war.
A u c h für die Bauersfrauen war dies eine
schwere Zeit. Sie hatten alle Hände v o l l z u tun,
u m für gutes Essen z u sorgen. V i e l e Scheiben
des kräftigen, selbstgebackenen Brotes w u r den mit Mettwurst, S c h i n k e n oder E i e r n belegt, i n einen Spankorb gepackt u n d z u m Frühstück auf das F e l d getragen.
Z u m Mittagessen k a m e n die Leute n a c h
H a u s e u n d erwarteten einen gut gedeckten
T i s c h . Eine Erbsensuppe mit Rauchfleisch war
i m m e r beliebt, auch eine Schüssel v o l l e r Königsberger K l o p s e , eine duftende Hühnersuppe oder die beliebten Pflaumenkeilchen. Das
Vesperbrot, oft bestand es aus d e m köstlichen,
selbstgebackenen H e f e k u c h e n , wurde auch
auf das M o o r gebracht, mit viel Gerstenkaffee,
versteht sich.
W a r die A r b e i t des Torfstreichens vorbei,
ging es an das T r o c k n e n . Zunächst w u r d e n die
Torfziegel gekantet, damit sie v o n d e m nassen
Untergrund k a m e n . Einige Tage später, w e n n
sie etwas abgetrocknet waren, w u r d e n sie i n
Häufchen v o n fünf bis sieben Stück aufgesetzt.
D a n n k a m e n sie noch einmal in größere H a u fen oder „Ringel", bis sie so trocken waren, u m
eingefahren zu werden.
Bis zur Roggenernte mußte der Torf trocken
i m S c h u p p e n sein, das war ungeschriebenes
Gesetz bei den Bauern i n unserer G e g e n d . Z u
der A r b e i t des Torftrocknens w u r d e n besonders die größeren K i n d e r herangezogen.
W a r e n keine Erwachsenen in der Nähe, benutzten die Jungen oft die Zeit, u m „Bockspringen" über die Torfhäufchen zu veranstalten. Dieses Hüpfen über die Torfringel war
nicht ungefährlich. Gar zu leicht k a m m a n d e n
stillgelegten Torfgruben z u nahe, i n denen sich
W a s s e r angesammelt hatte.
So vergnügten sich an e i n e m späten N a c h mittag e i n m a l zwei Jungen an diesem lustigen
S p i e l . Richtig, der H e l m u t D o m k e fiel dabei i n
e i n e n mit W a s s e r gefüllten Moortümpel. Er
behielt zwar die Fassung u n d mühte sich, w i e der h e r a u s z u k o m m e n . A l l e i n die Füße fanden
in d e m moorigen G r u n d k e i n e n H a l t . Bei d e m
H e r u m p a d d e l n versank er nur n o c h tiefer.
„Nu h e l p m i d o c h rut!", rief er s e i n e m K a m e raden, Fritz M e i e r , z u . Dieser lachte zuerst,
legte sich aber d a n n n o c h lang u n d versuchte
seinem F r e u n d z u helfen. In d e m glitschigen,
n o c h v o n k e i n e m Buschwerk bewachsenen
Ufer fand er selbst keinen H a l t u n d erreichte
den anderen nicht. Dieses G e s c h e h e n w u r d e
v o n e i n e m Mädchen beobachtet, die etwas abseits v o n d e n M o o r e n ihre Gänse hütete.
H a n n c h e n Schröder hieß sie. M i t i h r e n 13 J a h ren wirkte sie wie eine Zehnjährige, hatte aber
e i n e n h e l l e n V e r s t a n d u n d H e r z u n d M u n d auf
d e m richtigen Fleck. F l i n k e n Schrittes lief sie
zu d e n Jungen, b a n d n o c h i m Laufen ihre
Schürze ab u n d warf sie d e m v e r s i n k e n d e n
J u n g e n z u . N u n hatte a u c h F r i t z M e i e r d e n
Ernst der Lage erkannt. Er zog sein H e m d über
den Kopf u n d warf es ebenfalls d e m anderen
zu. Dieser hatte gerade noch soviel Kraft, den
rettenden Halt zu erfassen. M i t vereinten Kräften gelang es den Helfern, den Jungen aus d e m
M o o r z u ziehen. Der blieb zunächst erschöpft
auf der Erde liegen, w o er v o m H a n n c h e n v o m
gröbsten M o d d e r gesäubert wurde. W a c k e l i gen Schrittes trabten beide Jungerrschließlich
nach H a u s e . H a n n c h e n Schröder ging, als
wäre nichts geschehen, z u ihrer Gänseherde
zurück.
So l e i c h t s p r i c h t s i c h das aus. A b e r es lag
alles d a r i n , was e i n E r z i e h e r a n L i e b e u n d V e r trauen s c h e n k e n k o n n t e . J a h r z e h n t e l i e g e n
seit d a m a l s zurück. J e d e s m a l aber, w e n n i c h
i r g e n d w o m i t jungen M e n s c h e n w i e d a m a l s
a m Feuer saß, sah i c h die Hügel a m D u ß s e e i n
M a s u r e n v o r m i r aufsteigen u n d hörte die
S t i m m e unseres v e r e h r t e n D i r e k t o r s : „Ich
bringe e u c h Grüße v o n e u r e m Klassenlehrer.
Ich w o l l t e n u r sehen, w i e es e u c h geht." U n d
sehe d e n R i n g s i c h schließen v o n d e m , was w i r
e m p f i n g e n , z u d e m W e n i g e n , das w i r weitergeben durften.
Bäume im Wind
Heihol
Wir reitet der Wind
Von der See
her
Uber die
Hügel
Dahin,
Die aus der Ebene
Ragen,
Wie springt er
Über die
Gräben.
Glucksendes
Lachen
Verfängt
sich
In der Tiefe
Des Schilfs.
Brausend
Jagt er
Die
schreienden
Möwen
Dahin.
Aber die
Bäume
Am Rande
Der Geest
W i e g e n sich in ihm
Wie
Bräute
Zum Tanze.
Hans Bahrs
11. J u n i 1983 — Folge 24 — Seite 9
A
m 19. M a i l a n d d i e Enthüllung der l i n ken Sockelplatte am Denkmal Friedrich I., das v o r d e m n e u e n Flügel des
C h a r l o t t e n b u r g e r Schlosses steht, statt. A l s
die Statue 1972 nach der O r i g i n a l g i p s f o r m gegossen u n d 1979 aufgestellt wurde, b l i e b die
linke Seite des Sockels leer, an der sich einstmals a m D e n k m a l i n Königsberg die M a r m o r platte mit Zepter u n d K r o n e befand.
Der A k t der Enthüllung fand nicht nur bei
den etwa 100 a n w e s e n d e n Ostpreußen große
Beachtung, es waren a u c h die Presse vertreten,
der K u s t o s des M u s e u m s H a u s Königsberg i n
D u i s b u r g , D i p l . - I n g . U l r i c h A l b i n u s , der Bezirksbürgermeister v o n C h a r l o t t e n b u r g , L i n d e m a n n , V e r t r e t e r der Stiftung Preußischer
K u l t u r b e s i t z , u n d natürlich der Bildhauer, der
die Tafel erschaffen hat, Fritz Becker.
Prof. M a r t i n S p e r l i c h , D i r e k t o r der Staatlic h e n V e r w a l t u n g der Schlösser u n d Gärten,
gab e i n e n Überblick über das S c h i c k s a l der
alten Statue F r i e d r i c h l . u n d die Erstellung der
neuen, die, w i e er ausdrücklich betonte, jetzt
als O r i g i n a l a n z u s e h e n ist, da sie ja nach der
ursprünglichen G i p s f o r m hergestellt w o r d e n
sei.
A n d r e a s Schlüter, der a u c h das D e n k m a l
des großen Kurfürsten vor d e m Portal des
C h a r l o t t e n b u r g e r Schlosses erschaffen hat,
schuf i m J a h r e 1698 das D e n k m a l F r i e d r i c h I.,
das seinen Platz i m Hofe des Zeughauses erhalten sollte. J e d o c h b l i e b es vorerst i m Gießhaus stehen, m a n hatte w o h l Bedenken, nach
der Königs-Krönung e i n D e n k m a l m i t kurfürstlichen Insignien zu zeigen. N a c h d e m Tode
F r i e d r i c h I. ließ der Soldatenkönig Überlegungen anstellen, w i e u n d wo die Statue aufzustellen sei. Der Gießer J a k o b i schlug vor, die königl i c h e n Insignien nahtlos anzugießen, u n d m a n
einigte sich, daß Sklavenfiguren, vorerst aus
G i p s , d e n S o c k e l s c h m ü c k e n s o l l t e n . Schließl i c h w u r d e das D e n k m a l 1728 auf d e m M o l k e n m a r k t aufgestellt, allerdings nur zur D e k o ration anläßlich eines Besuches A u g u s t des
S t a r k e n . D e m Besucher aus d e m prächtigen
„Elbflorenz" sollte i m k a r g e n Preußen etwas
geboten w e r d e n . So erfüllte Schlüters B i l d werk seine A u f g a b e als Bühnenbild für die
fürstliche Stadtrundfahrt.
t t t t £ffpnufimblaii
Eine alte Postkarte gab Aufklärun
Anmerkungen zur Ergänzung des Denkmals Friedrich I. am Charlottenburger Schloß in Berlin
Jahrelang geschah mit d e m D e n k m a l nichts,
die Gipsfiguren wurden u n a n s e h n l i c h . Ehe sie
gänzlich verrotteten, w u r d e n sie schließlich
d o c h noch in Bronze gegossen. Probleme gab
es, das D e n k m a l auf einen Sockel z u stellen —
das G e l d fehlte für die Herstellung des Sockels.
So w u r d e das D e n k m a l wieder i m Gießhaus
abgestellt u n d wurde, als 1760 die Russen Berlin besetzten, als Kriegsbeute m i t g e n o m m e n ;
allerdings nur bis S p a n d a u , v o n w o aus es 1764
nach Berlin ins Zeughaus zurückgebracht
wurde.
Im D e z e m b e r 1800 machte der K u r a t o r der
A k a d e m i e der Künste d e n V o r s c h l a g , das
W e r k zur Jahrhundertfeier der Krönung F r i e d rich I. (1701) auf e i n e m provisorisch bronzierten H o l z p o s t a m e n t aufzustellen, allerdings
ohne die Bronzesklaven. 1802 e n d l i c h wurde
das D e n k m a l i m Königsberger Schloßhof auf
e i n e n v o n G o t t f r i e d S c h a d o w entworfenen
S o c k e l aufgestellt. 1807 entwendeten französische Soldaten das Zepter, das d a n n kurioserweise 1815 aus d e m M e t a l l eines französis c h e n Geschützes neu gegossen wurde. Seit
1945 ist das D e n k m a l verschollen, es ist nicht
bekannt, was damit geschehen ist.
D i e Idee, das D e n k m a l neu herzustellen, bestand bei den Betreuern „Schlösser u n d Gärten", seit sie eigene Haushaltspläne aufstellen.
— A l s das G e l d dafür bewilligt wurde, stellte
sich heraus, daß der ursprüngliche Gipsabguß
in der Staatlichen G i p s f o r m e r e i W e s t - B e r l i n
nur unvollständig v o r h a n d e n war
D e n B i l d h a u e r n G e r h a r d Mareks, Professor
an der K u n s t g e w e r b e s c h u l e Bremen u n d 1981
verstorben, u n d W a l d e m a r G r z i m e k aus R a stenburg, der e i n Schüler Prof. M a r e k s war, ist
es schließlich z u v e r d a n k e n , daß die Statue
d o c h n o c h neu erstellt w e r d e n k o n n t e : Sie verh a n d e l t e n m i t der Staatlichen Gipsformerei i m
anderen T e i l der Stadt, d e n n dort befand sich
der vollständige
Gipsabdruck. Gerhard
Mareks, der v o n drüben d e n A u f t r a g hatte,
eine große Figur anzufertigen, machte zur Bedingung, anstelle des H o n o r a r s den Bronzeabguß Friedrich I. z u erhalten. Dieses wurde bewilligt, und er machte die Bronzefigur der Stadt
Berlin z u m Geschenk.
Fritz Becker, vielfach bewährt b e i m W i e deraufbau des Charlottenburger Schlosses,
hat die bildhauerischen A r b e i t e n des Sockels
und die Schrift geschaffen u n d nach überlieferten Maßangaben genauestens rekonstruiert.
Leider gab es kein einziges Foto v o n der Platte
des Reliefs mit Zepter u n d K r o n e , so b l i e b die
linke Seite des Sockels — bis heute — leer. Daß
dieses Relief, das aus M a r m o r ist, d o c h n o c h
erschaffen w e r d e n konnte, v e r d a n k e n w i r U l rich A l b i n u s v o n der Stadtgemeinschaft Königsberg: Er fand i m M u s e u m H a u s Königsberg i n D u i s b u r g unter 1000 A n s i c h t s k a r t e n
das Foto, das i n Schrägansicht das Relief mit
Zepter u n d K r o n e zeigt. U l r i c h A l b i n u s sandte
das Foto d e n D e n k m a l s p f l e g e r n zu, u n d i n Präzisionsarbeit wurde mit d e m Stechzirkel Höhe
u n d Größe bestimmt. V o r l a g e n des Zepters
u n d der K r o n e waren vorhanden, nur wußte
m a n die Größe derselben nicht.
So steht n u n Schlüters S k u l p t u r auf Schadows Sockel a m Schloß C h a r l o t t e n b u r g , der
Bauherr dieses Schlosses, der sich einst i n Königsberg die K r o n e selbst auf das H a u p t setzte
u n d dessen D e n k m a l beide Städte beherbergte, a m angemessenen O r t . N i c h t nur den Königsbergern sei geraten, sich dieses D e n k m a l
anzuschauen — es ist ein kleines Stück H e i mat.
Hildegard Rauschenbach
Orgelprofil von Georg Riedel für die Kirche von Sorquitten
E
B i l d e r
e i n e r
L a n d s c h a f t
Mappe mit Motiven aus Ostpreußen
D
er C h a r a k t e r u n d die besonderen E i g e n heiten der unvergessenen P r o v i n z O s t preußen s i n d i n dieser K u n s t m a p p e i n
sechs m e h r f a r b i g e n A q u a r e l l e n festgehalten.
Der R a h m e n spannt sich v o m m a s s i v e n Bau
des F r a u e n b u r g e r D o m s bis zu d e n zarten K o n turen des E r m l a n d e s i m W i n t e r k l e i d . D i e besondere B a u f o r m des ostpreußischen V o r l a u benhauses ist ebenso festgehalten w i e die
w e l t b e k a n n t e Samlandküste, d i e für ihren
B e r n s t e i n r e i c h t u m , dieses interessante fossile
H a r z , b e k a n n t ist. Das B i l d zeigt Bernsteinfischer b e i ihrer A r b e i t . Fischerhäuser bei
L a n g h a k e n (nicht weit v o n Kahlberg) auf der
F r i s c h e n N e h r u n g u n d Fischerboote auf d e m
K a r k e l n e r G r a b e n i n der M e m e l n i e d e r u n g
r u n d e n diesen Überblick ab.
D i e Bilder w u r d e n v o n d e m M a l e r u n d
Z e i c h n e r H e l m u t Preising sen. geschaffen,
dessen Ostpreußenkalender 1981 in Q u e l l stifttechnik bereits großen A n k l a n g fand. D i e
Bilder h a b e n das Format 30 x 40 c m (Hochformat) u n d w u r d e n , d e m C h a r a k t e r der Farbgeb u n g e n t s p r e c h e n d , auf leicht getöntem
A q u a r e l l k a r t o n gedruckt. D i e M a p p e besteht
aus K a r t o n in Leinenstruktur. — E i n besonderer L e c k e r b i s s e n für die Freunde unserer ostpreußischen H e i m a t u n d nicht zuletzt auch für
S a m m l e r zeitgenössischer Kunst.
E. B.
Helmut Preising sen., Ostpreußen — Bilder einer
Landschaft. Kunstmappe mit 6 Blättern. Verlag
Dipl.-Kfm. Helmut Preising, 5810 Witten-Bommern. D M 35.—
Ansichtskarte des Denkmals König Friedrich
I. an der Ostseite des Königsberger Schlosses.
Sie wurde von Ulrich Albinus im Archiv des
Museums Haus Königsberg aufgefunden und
diente dem Bildhauer Fritz Becker für die
Ergänzung der linken Tafel am Sockel mit
Königskrone und Zepter
Werke eines großen Bildhauers
Kostbare Arbeiten von Veit Stoß werden in Nürnberg gezeigt
*om 10. J u n i bis 13. N o v e m b e r w e r d e n i m
G e r m a n i s c h e n N a t i o n a l m u s e u m , i n der
Lorenzkirche u n d i n der Sebalduskirche
A r b e i t e n des Bildhauers V e i t Stoß gezeigt.
(Öffnungszeiten des M u s e u m s : täglich außer
M o n t a g 9 bis 17 Uhr, D o n n e r s t a g a u c h 20 bis
21.30 Uhr.) — Im Herbst 1533 starb i n Nürnberg der große deutsche Bildhauer V e i t Stoß,
berühmt durch seine i n K r a k a u u n d Nürnberg
geschaffenen W e r k e . D i e zur 450. W i e d e r k e h r
des Todestages v o m G e r m a n i s c h e n N a t i o n a l m u s e u m mit d e n K i r c h e n St. Sebald u n d St.
Lorenz veranstaltete Sonderschau „Veit Stoß
in Nürnberg" bietet d e m Besucher G e l e g e n heit, die i n Nürnberg u n d seiner fränkischen
Nachbarschaft erhaltenen W e r k e des M e i sters an ihren angestammten Plätzen z u besichtigen, w o sie je n a c h N o t w e n d i g k e i t herausgehoben präsentiert u n d d u r c h Erläuterungen k o m m e n t i e r t w e r d e n . Eines der
H a u p t w e r k e des Künstlers, der sonst i n großer
Höhe hängende „Engelsgruß" i n St. L o r e n z
w i r d zeitweilig herabgelassen, u m aus der
Nähe betrachtet w e r d e n z u können. Für die
Nürnberger A l t s t a d t w i r d e i n R u n d g a n g z u
den Stätten m i t S k u l p t u r e n des V e i t Stoß, seiner W e r k s t a t t u n d seines Umkreises angeboten, insbesondere z u d e n Pfarrkirchen St. Seb a l d u n d St. L o r e n z sowie z u m G e r m a n i s c h e n
Vi
Aus dem ostpreußischen Musikleben
in selbstgestochenes Orgelprofil für die
N o t e n a u s g a b e „Sorquittische O r g e l p r e digt" steuert der K a n t o r der Altstädtis c h e n K i r c h e z u Königsberg, G e o r g Riedel,
1706 s e i n e m Bruder J o h a n n , der i n Sorquitten
bei S e n s b u r g Pfarrer a n der dortigen K i r c h e
war, anläßlich der E i n w e i h u n g der neuen
O r g e l b e i . J o h a n n R i e d e l w a r i n der dortigen
G e g e n d einer der ersten, der v o r g e s c h i c h t l i che A u s g r a b u n g e n i n Hünengräbern m i t E r folg b e t r i e b e n hatte. D u r c h i h n w u r d e n 1715 i n
S o r q u i t t e n z w e i Hügel geöffnet, die U r n e n ,
K n o c h e n r e s t e u n d andere w e r t v o l l e Beigaben
e n t h i e l t e n . Das selbstgestochene Orgelprofil
des K a n t o r s G e o r g R i e d e l ist übrigens i n d e m
Buch v o n D r . H e r m a n n Güttier „Königsbergs
M u s i k k u l t u r i m 18. Jahrhundert", erschienen
Kultur
N a t i o n a l m u s e u m . H i n w e i s t a f e l n i n der Stadt
ermöglichen
eine
rasche O r i e n t i e r u n g .
Außerhalb des Mauergürtels der A l t s t a d t liegt
der Johannisfriedhof m i t der Grabstatte des
V e i t Stoß. Der Präsentation vorausgegangen
sind vielfältige Restaurierungsarbeiten,
1925, abgebildet. Es erschien als vierter Band
Die i m Germanischen Nationalmuseum in
der Königsberger Studien zur M u s i k w i s s e n den mittelalterlichen Bauten des ehemaligen
schaft, herausgegeben v o m m u s i k w i s s e n Kartäuserklosters eingerichtete A u s s t e l l u n g
schaftlichen S e m i n a r der Königsberger U n i vereinigt m i t d e m M u s e u m s b e s t a n d , der eine
versität unter L e i t u n g v o n Professor D r . MülA n z a h l nicht ständig gezeigter S c h u l w e r k e
ler-Blattau. Das Orgelprofil zeigt einen schöeinschließt, als Leihgaben mehrere K r u z i f i x e .
nen Orgelprospekt, der d e n N o t e n b a n d zieren
Der e i n d r u c k s v o l l e n Gestalt des gekreuzigten
sollte.
C h r i s t u s aus d e m Nürnberger H e i l i g - G e i s t G e o r g R i e d e l w u r d e als K a n t o r der b e k a n n Spital sind unter a n d e r e m die Veit-Stoß-Krutere der b e i d e n Brüder. A m 6. J u n i 1676 w u r d e
zifixe aus St. Lorenz u n d St. Sebald beigesellt
er i n Sensburg geboren u n d versah später fast
(für die Zeit v o m 10. J u n i bis 14. A u g u s t ) . V o r 30 Jahre lang das K a n t o r a t an der Altstädtiangestellt ist der A u s s t e l l u n g eine D o k u m e n schen K i r c h e i n Königsberg. V i e l e K o m p o s i tation, die d e m Besucher einen allgemeinen
t i o n e n schrieb er i n jener Zeit. So vertonte er
Überblick über Leben, W e r k u n d U m w e l t des
das Matthäus-Evangelium u n d die P s a l m e n
V e i t Stoß v e r m i t t e l n soll. Begleitet w i r d die
D a v i d s , schrieb eine Passionskantate u n d eine
A u s s t e l l u n g v o n e i n e m umfänglichen h a n d Reformationskantate, deren Text J o h a n n
buchartigen Katalog, der a u c h die W e r k e des
C h r i s t i a n G o t t s c h e d verfaßt hatte. N a c h der
V e i t Stoß u n d seines Schulkreises i n der NürnK o m p o s i t i o n der „Offenbarung J o h a n n i s " galt
berger U m g e b u n g (Bamberg, Langenzenn,
als seine letzte K i r c h e n m u s i k die E i n w e i Schwabach) einbezieht (etwa 150 Seiten Text,
hungsmusik zur Feier der neuen Orgel der
180 Seiten Schwarzweiß-Abbildungen, 32
Neuroßgärter K i r c h e , die eine F i l i a l k i r c h e der
Farbtafeln).
Erich Nietsch
Altstädtischen K i r c h e war. Interessant ist i n
unserer Gegenwart, daß s i c h eine e v a n g e l i sche G e m e i n d e i n Salzgitter der heutigen K i r c h e n g e m e i n d e i n Sorquitten a n g e n o m m e n
hat u n d i m G e b o t christlicher Nächstenliebe
K U L T U R N O T I Z E N
u n d humanitärer H i l f e durch Gemeindebeauftragte S o r q u i t t e n besuchte, u m dort LebensSUftung Deutschlandhaus Berlin — Tag der offe- Sammlungen wählte im Museum Haus Königsberg
mittel u n d anderes N o t w e n d i g e als Hilfgüter nen Tür mit diversen Veranstaltungen. Sonnabend, in Duisburg aufgrund einer neuen Satzung den Vorabzugeben u n d u m Brücken m e n s c h l i c h e n 11. Juni, und Sonntag, 12. Juni, jeweils von 10 bis 19 stand. Vorsitzender wurde wieder Hans-Jürgen
M i t e i n a n d e r s z u schlagen.
G . Staff Uhr.
Schuch (Westpreußen-Museum in Münster/
E.T.A. Hoffmann. Ein Lebensbild des Dichters Westf.). Erneut zum stellvertretenden Vorsitzenund Komponisten. Mit Margitta Scheerbarth (Ge- den wurde Dr. Günter Krüger (Verein für Kunstwissang), Giselle Vogt (Rezitation) und Etzel Gundlich senschaft, Berlin) gewählt und Dr. Werner Timm
(Klavier). Stiftung Deutschlandhaus Berlin, Sonn- (Ostdeutsche Galerie Regensburg). Die Bundesvertag, 12. Juni, 16 Uhr.
einigung ost- und mitteldeutscher Museen und
Treffen der Gruppe „Ostpreußisches Platt". Stif- Sammlungen wurde darüber hinaus ordentliches
tung Deutschlandhaus Berlin, Donnerstag, 16. Juni, Mitglied des 1917 gegründeten Deutschen M u seumsbundes, dem neben einzelnen Museen und
16 Uhr.
Persönlichkeiten alle regionalen MuseumsvereiniArbeiten von Ursula Enseleit werden bis Ende gungen in der Bundesrepublik Deutschland angeJuni im neuen Heimathaus Sittensen, Nähe Kirche, hören.
gezeigt.
Bisher unbekannte Herder-Handschriften wurEine Werkauswahl des Malers und Graphikers den in der Jagiellonen-Universität in Krakau gefunOtto Schliwinski aus Mulden, Kreis Lyck, zeigt der- den, meldet die Deutsche Presseagentur. Die Handzeit die WAZ-Galerie in ihren Räumen in der 3. schriften waren während des Zweiten Weltkrieges
Etage an der Essener Sachsenstraße 36. Die Ausstel- ausgelagert worden. Zu dem Fund gehören, wie die
lung, auf der die Ausbeute einer Japan-Reise des „DDR"-Nachrichtenagentur A D N berichtete, 600
ostpreußischen Malers zu sehen ist, ist montags bis Briefe von Johann Gottfried Herder und seiner Frau
freitags von 11 bis 18 Uhr geöffnet.
Karoline, die bisher gar nicht oder nur in Auszügen
Eine außergewöhnliche Resonanz hat Traute gedruckt vorlagen. Diese Mitteilung und die MögSteffens mit ihrer Lesung im Mainzer Kulturtelefon lichkeit zur Nutzung erhielt das Weimarer Goethegefunden. Nachdem sich 504 Anrufer für ihre Lyrik Schiller-Archiv während der Arbeiten am jetzt erinteressierten, ist Traute Steffens erneut für eine Le- scheinenden siebten Band der Herder-Briefe. Mit
521 Briefenvon 1793bis 1798solltediesder vorletzsung eingeladen worden.
Helmut Preising: Gehöft in den Dünen auf der
Die Mitgliederversammlung 1983 der Bundes- te Band der Sammlung sein. Die Funde werden
vereinigung ost- und mitteldeutscher Museen und einen Ergänzungsband nötig machen.
Frischen Nehrung
£u5 tftjmuflmblait
Geschichte
4. J u n i 1983 — Folge 24 — Seite 10
Durch Unerschrockenheit und Mut ausgezeichnet
Im Alter von 93 Jahren starb General Walther K. Nehring, stellvertretender Sprecher der L M Westpreußen
W
ir wissen, was w i r s i n d . W i r bleiben,
was w i r waren." Das war der W a h l spruch des Deutsch-Ordens-Infanterie-Regiments N r . 152 aus M a r i e n b u r g . Dieser
bewährten Einheit gehörte auch G e n e r a l der
Panzertruppen W a l t h e r K . N e h r i n g an, der a m
20. A p r i l i m A l t e r v o n 91 Jahren i n Düsseldorf
starb.
A m 15. A u g u s t 1892 in Stretzin, K r e i s S c h l o chau, auf d e m väterlichen G u t geboren, trat
W a l t h e r N e h r i n g i m Jahre 1911 i n das
D e u t s c h - O r d e n s - R e g i m e n t ein. A l s Leutnant
u n d Zugführer zog er im A u g u s t 1914 mit der 8.
K o m p a n i e dieses Regiments ins F e l d . D i e
152er, zur 41. Infanterie-Division gehörend,
n a h m e n i m R a h m e n des X X . (ostpr.) Korps aus
A l i e n s t e i n an der Schicht v o n Tannenberg u n d
in der W i n t e r s c h l a c h t an den M a s u r i s c h e n
Seen teil.
Leutnant N e h r i n g zeichnete sich schon früh
durch Unerschrockenheit u n d M u t aus. Bei
d e m schweren u n d verlustreichen Gefecht v o n
W a p l i t z , K r e i s Osterode, bei d e m die 59er aus
D e u t s c h - E y l a u u n d Soldau i m N e b e l auf die
russischen Stellungen aufliefen, w u r d e n die
152er zur Entlastung des Schwesterregiments
mit eingesetzt. Im Kriegstagebuch des Regiments fand Leutnant N e h r i n g verschiedentlich anerkennende Erwähnung.
Im 100 000-Mann-Heer
In der W i n t e r s c h l a c h t an den M a s u r i s c h e n
Seen wurde N e h r u n g verwundet. Z u den „Marienburgern" k a m er nach seiner G e n e s u n g
aber nicht w i e d e r zurück, sondern w u r d e
K o m p a n i e - C h e f b e i m oberschlesischen Infanterie-Regiment N r . 22 u n d beendete den Ersten W e l t k r i e g als Führer des I. Bataillons dieses Regiments.
Früh stellte er sich d e m „Grenzschutz Ost"
zur Verfügung, u m 1920 i n das 100 0 0 0 - M a n n H e e r aufgenommen zu werden. Er wurde z u nächst z u m 2. preußischen Infanterie-Regiment nach A l i e n s t e i n versetzt u n d später zur
Generalstabsausbildung abkommandiert, die
er i m Jahre 1926 beendete.
Während dieser A u s b i l d u n g fiel H a u p t m a n n N e h r i n g durch sein analytisches D e n k vermögen u n d seine nüchterne u n d kritische
Lagebeurteilung auf. In Beachtung dieser T a lente wurde er i n die „Operationsabteilung"
des Truppenamts versetzt. 1929 k a m er nach
Münster/Westfalen zur Kraftfahr-Abteilung
6, u m dort eine V e r s u c h s k o m p a n i e motorisierter T r u p p e n zu übernehmen. W a l t h e r N e h r i n g
war damit der erste K o m p a n i e - C h e f der ersten
motorisierten K o m p a n i e des Deutschen H e e res.
Durchbruch abgefangen
1932 wurde er zurück i n den Generalstab berufen, wo er V e r w e n d u n g als 1. Generalstabsoffizier der Inspektion der Kraftfahrtruppen
fand. Somit wurde N e h r i n g engster M i t a r b e i ter v o n Guderian, d e m „Vater der deutschen
Panzertruppe". A n d e m A u f b a u dieser T r u p p e
hat er entscheidenden A n t e i l .
A l s R e g i m e n t s - K o m m a n d e u r des PanzerRegiments 5 fand Oberst i . G . N e h r i n g seine
letzte Friedensverwendung. Bei A u s b r u c h des
Zweiten W e l t k r i e g s wurde er Generalstabschef bei G e n e r a l Guderian, der das X I X . P a n -
zerkorps führte. N a c h d e m F r a n k r e i c h - F e l d zug k a m er z u m A f r i k a - K o r p s . A m 21. J u l i
1942 eroberte N e h r i n g als Generalleutnant
u n d K o m m a n d i e r e n d e r G e n e r a l die Festung
Tobruk. Bei El A l a m e i n verwundet, wurde er
nach halber Genesung Erster Befehlshaber i n
T u n e s i e n . Dort gelang es i h m , mehrere tausend J u d e n vor der V e r s c h i c k u n g zu retten.
1943 übernahm er das X X I V . Panzerkorps,
das i m Südabschnitt i n Rußland eingesetzt
war. D e n einzigen Einsatz sowjetischer F a l l s c h i r m - u n d Luftlandetruppen, der i m Z w e i t e n
W e l t k r i e g erfolgte, konnte G e n e r a l N e h r i n g
mit seinem Panzerkorps erfolgreich abwehren.
Im W i n t e r 1943/44 fing das Panzerkorps N e h ring den sowjetischen D u r c h b r u c h v o n K i e w
auf K a s a t i n - W i n n i z a ab. Dafür wurde d e m G e neral das (383.) E i c h e n l a u b z u m Ritterkreuz
des Eisernen Kreuzes verliehen.
D e r erfahrene Truppenführer aus zwei K r i e gen bewährte sich erneut i m „Hube-Kessel";
mit eingeschlossenen, schirmte sein X X I V .
Panzerkorps d e n D u r c h b r u c h der 1. PanzerA r m e e nach W e s t e n gegen O s t e n h i n ab. D i e se A u f g a b e gehörte z u den schwierigsten G e fechtsaufträgen, die m a n i n e i n e m „wandernden K e s s e l " z u meistern hatte. G e n e r a l N e h ring bewältigte diesen fast unauflösbaren
Kampfauftrag. Übrigens war der aus p o m m e r scher F a m i l i e stammende G e n e r a l der Panzertruppen H a n s H u b e (genannt „Der Infanterist") einst K o m m a n d e u r des II. Bataillons des
Infanterie-Regiments 3 i n Osterode/Ostpreußen u n d bei Kriegsende Generaloberst.
Beim L o s b r e c h e n der sowjetischen Offensive a m 12. Januar 1945 aus d e m BaranowBrückenkopf w u r d e das X X I V . P a n z e r - K o r p s
eingekesselt. Das gleichfalls eingeschlossene
X X X X I I . A r m e e - K o r p s konnte sich m i t d e m
K o r p s N e h r i n g vereinen. Der General führte
diesen 100000 M a n n umschließenden „wan-
dernden K e s e l " i n elf Tagen über die Pilica z u
den eigenen L i n i e n w i e d e r zurück. Für diese
führungsmäßig bedeutsame L e i s t u n g sowie i n
A n e r k e n n u n g der Tapferkeit u n d des unermüdlichen Einsatzes der W a l t h e r N e h r i n g u n terstellten T r u p p e n erhielt er die (124.)
Schwerter z u m Ritterkreuz des Eisernen K r e u zes mit E i c h e n l a u b .
A m 22. März 1945 gab G e n e r a l N e h r i n g das
bewährte X X I V . P a n z e r - K o r p s ab, u m als
Oberbefehlshaber die 1. P a n z e r - A r m e e z u
übernehmen. Diese kämpfte i n d e n letzten
Tagen des Krieges i n der W e s t s l o w a k e i bis
hinaus n a c h O b e r s c h l e s i e n . N e h r i n g führte
seine A r m e e — die n o c h etwa 30 D i v i s i o n e n
mit insgesamt 400 000 M a n n umfaßte — n a c h
Mähren i n die T s c h e c h e i h i n e i n . D a b e i kämpfte er ständig i m O s t e n seines Kessels mit sowjetischen Verbänden, während er i m W e s t e n
Gefechtsberührung m i t d e n A m e r i k a n e r n
hatte.
Z a h l r e i c h e Angehörige der 1. P a n z e r - A r mee, die i n amerikanische Gefangenschaft gerieten, w u r d e n später an die Sowjets ausgeliefert. D a s A r m e e - O b e r k o m m a n d o hatte keine
Einwirkungsmöglichkeit mehr auf die A m e r i kaner. G e n e r a l N e h r i n g selber w u r d e v o n d e n
Amerikanern in Gewahrsam genommen. Das
war das E n d e einer tapferen u n d i m guten
G l a u b e n kämpfenden T r u p p e .
1947 kehrte W a l t h e r N e h r i n g aus der
Kriegsgefangenschaft n a c h D e u t s c h l a n d i n die
B u n d e s r e p u b l i k zurück. N u n m e h r 55jährig,
gab e i n M a n n w i e W a l t h e r K . N e h r i n g n i c h t
auf. Er absolvierte eine kaufmännische A u s b i l d u n g , u m s i c h e i n e n n e u e n Berufsweg aufz u b a u e n u n d die wirtschaftliche Basis für seine
F r a u u n d seine K i n d e r a b z u s i c h e r n . N a c h ersten Bewährungen auf d i e s e m n e u e n Lebensw e g w u r d e er Personalchef i n e i n e m T r a n s portunternehmen. D a d u r c h öffneten sich für
ihn a u c h die Türen des b e k a n n t e n R h e i n -
Walther K. Nehring
Foto „Der Ostpreuße"
R u h r - K l u b s , dessen stellvertretender Sprecher er für e i n e n l a n g e n Z e i t r a u m wurde.
V e r s e h e n m i t v i e l e n Ehrenämtern setzte
sich der frühere G e n e r a l sehr stark für die Belange seiner h e i m a t v e r t r i e b e n e n Landsleute
ein, z u d e n e n die V e r b i n d u n g nie verlorengegangen ist. Er engagierte s i c h stark i n der
L a n d s m a n n s c h a f t W e s t p r e u ß e n zunächst als
Beisitzer der K r e i s g r u p p e Düsseldorf, als L a n deskulturreferent i n N o r d r h e i n - W e s t f a l e n , als
M i t g l i e d des B u n d e s v o r s t a n d s u n d w a r zwölf
J a h r e stellvertretender S p r e c h e r . Starke Bea c h t u n g fanden i n der militärischen Fachwelt
v i e l e S c h r i f t e n u n d Bücher, die der erfahrene
Soldat geschrieben hat.
Hermann-Christian Thomasius
Große Verheerungen und Verluste durch Kriege
Auch das Gut Baubein an der Kleinbahn von Pogegen nach Schmalleningken blieb davon nicht verschont
W
ahrscheinlich w e r d e n es nur wenige
Leser sein, die sich an das G u t u n d an
den O r t „Baubein" erinnern. Trotzd e m ist die Geschichte des Gutes nicht ohne
Reiz, w i e alle anderen Gutsgeschichten i m Regierungsbezirk G u m b i n n e n .
b e l n geriet: K a s p a r v o n N o s t i t z berichtet a n
den H e r z o g , n i c h t weit v o n K o t z e r s G u t läge
eine schöne W i e s e , die z u der Schäferei da
selbst zu gebrauchen wäre. Sie w i r d außerdem
in e i n e m Bericht des H a u p t m a n n s z u Balga,
F r i e d r i c h Erbtruchseß z u W a l d b u r g , u n d des
A m t h a u p t m a n n s zu Tilsit, W o l f v o n K r e y t z e n ,
Das Rittergut Baubein liegt — oder lag —,
erwähnt, die eine V e r s a n d u n g der zur kurfürstv o n der Stadt Tilsit her gesehen, jenseits v o m
l i c h e n Schäferei gehörigen W i e s e n m e l d e n .
M e m e l s t r o m , der Stadt genau gegenüber. Z w i G e m e i n t ist die Schäferei Baubein.
schen Tilsit u n d Baubein liegt das fünf K i l o m e ter breite, d e n Frühjahrsüberschwemmungen
A u s z a h l r e i c h e n V e r l e i h u n g e n i m 18. Jahrausgesetzte, M e m e l t a l . D i e V e r b i n d u n g z w i - hundert geht hervor, daß B a u b e i n aus d e m P r i schen d e n beiden Ufer-Höhen w u r d e d u r c h vatbesitz der preußischen Regenten als D o den hochwasserfreien E i s e n b a h n d a m m mög- mänenamt ein stattliches V o r w e r k gewesen
l i c h gemacht, ebenso durch den angelegten ist. Im Jahre 1773 ist Pächter u n d D o m ä n e n b e C h a u s s e e d a m m zwischen Tilsit u n d M i k i e t e n . amter der A m t m a n n Stumber, der 1774 starb,
Z u d e m war Baubein eine Haltestelle der dessen W i t w e das bisherige V o r w e r k J ä c k K l e i n b a h n , die v o n Pogegen nach S c h m a l l e - sterken eigentümlich erwarb. Ebenso ist das
ningken fuhr.
V o r w e r k Grünheide e r b l i c h h i n z u g e t a n . Bei
Der U r s p r u n g des Gutes führt weit i n die
Zeitgeschichte zurück. A m 9. M a i 1566 erhielt
Georg K o t z e r v o m H e r z o g A l b r e c h t eine V e r schreibung, d u r c h die er in d e n Besitz v o n B a u -
Die Memel im Sommer: Der Strom unterhalb Tilsits
Foto Oczeret
d e m E r w e r b v o n J ä c k s t e r k e n war die v e r w i t wete Amtsrätin A n n a L o w i s a Stumber die
V e r p f l i c h t u n g eingegangen, sechs Bauern u n d
vier Gärtner zu „etablieren", unter d e n e n s i c h
sechs Ausländer befinden sollten; diese A n stellung v o n Ausländern ist ihr aber nicht gelungen, w i e es i m Staatsarchiv heißt. Sie hatte
dreihundert Taler Z i n s e n z u z a h l e n u n d 64,7
Taler als Trunksteuer, insgesamt 455 Taler.
Kriegsentschädigung k o n n t e der Staat erst
1816 zur K e n n t n i s n e h m e n . D i e einstmals
w o h l h a b e n d gewesene, 68 J a h r e alte, F r a u M i l i c h war völlig verarmt. D e r W e r t ihres Besitzes
hatte einstmals 22 742 T a l e r betragen.
Das G r a w e r t s c h e K o r p s hatte 1812 i m W a l d
acht Tage gelagert u n d d e n größten T e i l der
Bäume abgehauen, so daß dieses W ä l d c h e n ,
das die W i t w e für z e h n t a u s e n d T a l e r gekauft,
n a c h Abschätzung d u r c h d e n Oberförster
Boehlke aus J u r a nur n o c h e i n e n W e r t v o n
1942 T a l e r n aufweisen k o n n t e . V o n der vers p r o c h e n e n Vergütung hatte d i e Amtsrätin
n o c h 11 8 1 2 T a l e r z u e r h a l t e n , d o c h wartetesie
v e r g e b l i c h darauf. Im G e g e n t e i l : Sie wurde
w e g e n einer rückständigen Z a h l u n g v o n 2666
T a l e r n gepfändet. E i n ihr gehörendes Kapitel,
das auf Lumpönen angelegt war, durfte sie als
verloren abschreiben.
D i e Pacht v o n B a u b e i n w u r d e m i t 435 Talern
in G o l d entrichtet u n d 1344 T a l e r n i n Silber.
A m 4. Februar 1817 teilte der König m i t einem
eigenhändigen S c h r e i b e n der Regierung in
G u m b i n n e n mit, daß die rückständigen Summ e n v o n B a u b e i n m i t d e n Entschädigungsforderungen der Amtsrätin M i l i c h verrechnet
w e r d e n s o l l t e n . D e r R u i n war n i c h t m e h r aufU m 1794 kaufte die Amtsrätin d e n abge- z u h a l t e n , u m so weniger, als B a u b e i n a m 19.
brannten K r u g z u m W i e d e r a u f b a u . Der F a m i - M a i 1820 bei s t a r k e m G e w i t t e r v o n e i n e m grolie Stumber gehörte außerdem S c h i l l g a l l e n . ßen Brandunglück h e i m g e s u c h t w u r d e . SämtSeit 1774 ist d a n n M i l i c h Beamter der D o m ä n e liche G e b ä u d e der Schäferei w a r e n vernichtet.
Baubein, die 19 Feuerstellen groß ist. Seine 700 H a m m e l , drei Böcke u n d alles tote InvenW i t w e Fredericke, geb. Stumber, erwirbt das tar w a r e n v e r b r a n n t .
bisherige Domänenzeitpachtvorwerk B a u b e i n
D i e H e r g a b e v o n B a u h o l z aus der Dingker
1808 für ein Einkaufsgeld v o n 20 314 T a l e r n als
Erbpachtgut u n d entrichtet dafür 2884 Taler Forst w u r d e verweigert. Im J a h r e 1823, als die
Erbpachtkanon, v o n d e m ab 1816 die S u m m e S c h u l d e n an d e n Staat w i e d e r eine Höhe von
7357 T a l e r n erreicht hatten, leitete die Regiev o n 158 T a l e r n erlassen w e r d e n .
rung eine Z w a n g s v e r s t e i g e r u n g e i n . Z u dem
Das zeitweilig z u Baubein gehörende V o r - angesetzten T e r m i n e r s c h i e n e n nur Bewerber
werk M i k i e t e n verkaufte der Staat 1783 an d e n auf Z e i t p a c h t . Besitzer v o n B a u b e i n wurde
früheren Hauskämmerer M e l c h i o r Fuchs v o n S a n d e n auf T u s s a i n e n . Er verkaufte das
nebst einer Kruggerechtigkeit. Sie stammte Rittergut B a u b e i n 1827 a n d e n H a u p t m a n n
aus einer V e r s c h r e i b u n g v o m Februar 1634. Schienther auf G e o r g e n b u r g , der inzwischen
Landrat des K r e i s e s Tilsit g e w o r d e n war.
D i e schon so oft an anderer Stelle v e r m e r k - Ebenso kaufte er das G u t M i k i e n t e n u n d verten unglücklichen Kriegszeiten 1807 u n d 1812 erbte es s e i n e m z w e i t e n S o h n , d e m Gerichtsrichteten auch in Baubein schwere V e r h e e - assessor Florian Schienther, n a c h dessen 1883
rungen an u n d große materielle V e r l u s t e . Im ertolgtem T o d es w i e d e r mit B a u b e i n vereinigt
V o r w e r k Grünheide war sämtliches V i e h — w u r d e . B a u b e i n übernahm 1858, nach dem
drei O c h s e n , e i n u n d s i e b z i g Kühe u n d vier I o d des L a n d r a t s S c h i e n t h e r , dessen ältester
Stück J u n g v i e h , w i e a u c h s e c h s u n d z w a n z i g b o h n H e i n r i c h , d e r e b e n f a l l s L a n d r a t d e s TilsiKälber — verlorengegangen. E i n A n t r a g auf ter K r e i s e s w u r d e .
p i Brock
a u
tus Cfiprrofimblait
i l . J u n i 1983 — Folge 24 — Seite 11
P
i e n i e z n o 8 k m " (das ist M e h l s a c k ) , steht
auf e i n e m W e g w e i s e r . W i r biegen in eine
Landstraße links ein u n d befinden uns d i rekt auf der Straße nach H e i n r i k a u . Ein paarmal
atme i c h tief d u r c h . M e i n Fahrer hat die Situation erfaßt u n d sagt ein paar aufmunternde
W o r t e . Beiderseits der Landstraße herrliche
Laubbäume. E i n grünweißes O r t s s c h i l d „Henr i k o w o " . W i r halten. Ich studiere nochmals
den O r t s p l a n , d e n meine M u t t e r aus d e m G e dächtnis rekonstruiert hat. Der Fahrer spricht
einige v o r b e i g e h e n d e Frauen an u n d bittet
a n h a n d des Plans u m A u s k u n f t . E i n altes Foto
dient ebenfalls zur Identifikation. N o c h m a l i ger Blick auf den L a g e p l a n u n d los in die a n v i sierte R i c h t u n g .
Ostpreußen heute
Pferd zurück. Er mußte es zurücklassen. W i r
sprechen über unsere Familien, über die L a n d schaft hier, über k i r c h l i c h e Fragen u n d natürlich über den p o l n i s c h e n Papst. A u c h erfahre
ich, daß die K i r c h e i m Dorf renoviert wurde. Es
k o m m t fast eine familiär-vertraute AtmosphäEine Reise in das Land jenseits von Oder und Neiße (III)
re auf.
V o n mir aus gebe i c h behutsam z u versteVON KLAUS LEHMANN
hen, daß i c h n u n bald gehen müsse, da wir noch
eine weite Fahrt vor uns hätten. Die junge Frau
Entschuldigung, als die O m a zu verstehen gibt, k u r z e n A b s t e c h e r geplant hatte, dauert über möchte m i r auch unbedingt etwas schenken.
daß das H a u s aber ganz leer gewesen sei, als sie drei S t u n d e n . M a n zeigt mir a u c h noch, ohne A u s d e m S c h l a f z i m m e r schleppt sie ein großes
i m Jahre 1945 hier einzogen. D i e alte Frau be- daß i c h d a r u m gebeten hatte, den alten Pferde- Bild mit d e m Papst Johannes Paul II. herbei.
richtet, daß sie aus e i n e m Gebiet stamme, das stall, die Scheune u n d die Schweinezucht. In Höflich, fast verlegen, gebe i c h zu verstehen,
heute zur U d S S R gehöre. Z w a n g s u m s i e d l u n - d e m Pferdestall hatte schon m e i n Großvater daß i c h ein so großes Geschenk nicht annehgen u n d ganz persönliche Schicksale v o n ein Pferd gehalten. A l s wir damals vor der her- men möchte. Der Taxifahrer gibt meine Bedenanrückenden Front flüchten mußten, k a m k e n z u verstehen. A u s der Reaktion schließe
H i e r muß es s e i n . L i n k s der T e i c h mit der M e n s c h e n unterschiedlicher Nationalität.
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Großvater mit verweinten A u g e n v o n seinem ich, daß er es sehr taktvoll macht. Unter d e m
Dorfschule, etwas weiter die K i r c h e , gegenBild befinden sich a u c h n o c h persönliche
über ein längeres Bauernhaus u n d da, „unser
W i d m u n g e n . O m a u n d M u t t e r schleppen die
H a u s " . M e i n Fahrer steigt aus, ic h bleibe n o c h
unterschiedlichsten Sachen herbei. Eine
im A u t o . E i n H u n d kläfft, erweist s i c h aber als
schwere Messingglocke, ein uraltes Buch mit
völlig h a r m l o s . G e s p a n n t beobachte i c h m e i d e u t s c h e m Text, eine sperrige Blumenvase.
nen Begleiter, wie er mit z w e i F r a u e n spricht.
W i r einigen uns auf eine Imitation der
Er w i n k t m i r mit einer A r m b e w e g u n g z u , i c h
„Schwarzen M a d o n n a " , ein handliches Bildsteige aus u n d gehe auf die Leute z u . Ich reiche
chen aus H o l z . Die junge Frau schreibt eine
ihnen die H a n d . Lächelnd, aber etwas verlegen
W i d m u n g darunter. Der A b s c h i e d ist überaus
begrüßen sie m i c h in p o l n i s c h e r Sprache. Ich
h e r z l i c h . W i r versprechen uns, gegenseitig zu
verstehe zwar kein W o r t , e n t n e h m e aber ihren
schreiben, o b w o h l die Post wegen des KriegsGesten, daß i c h w i l l k o m m e n sei.
rechts vier W o c h e n und länger unterwegs ist.
N o c h aus d e m A u t o w i n k e i c h der liebensIn der Küche des Elternhauses
würdigen F a m i l i e mit O m a z u : V o r der H e i n r i Inzwischen nähern sich z w e i k l e i n e K i n d e r .
kauer K i r c h e stoppen w i r . Der H a u p t t u r m
Mädchen, drei u n d fünf Jahre alt, übersetzt
wurde i m K r i e g zerschossen. E i n Treppengiem e i n T a x i f a h r e r . Ich gebe jedem K i n d eine
bel dient heute als G l o c k e n t u r m . Die K i r c h e
Tafel S c h o k o l a d e . M e i n eigentliches „Gepäck"
macht e i n e n sehr gepflegten E i n d r u c k . H i e r
habe i c h n o c h i m A u t o gelassen. F r e u n d l i c h
w u r d e n meine Eltern u n d schon meine Großelführt m a n m i c h ins W o h n z i m m e r . D i e junge
tern getauft u n d gefirmt. Sie gingen hier zur ErFrau sagt etwas z u m e i n e m Begleiter, daß sie
sten heiligen K o m m u n i o n u n d haben vor diegerade M i t t a g gegessen hätten. D i e O m a m i t
sem A l t a r geheiratet. In diesem Taufbecken,
e i n e m w e i t e r e n Mädchen, sechs Jahre alt, gedas n u n neben m i r steht, w u r d e n meine
sellt sich h i n z u . E n t s c h u l d i g e n d gibt die O m a
Schwester u n d i c h getauft. Der Friedhof läßt
d e m T a x i f a h r e r z u verstehen, daß sie auf e i n e n
keine deutschen Gräber mehr erkennen; mit
Besuch nicht vorbereitet sind, daß i c h aber
einer A u s n a h m e . E i n wuchtiger Felsenstein
d e n n o c h h e r z l i c h w i l l k o m m e n sei.
weist auf die letzte Ruhestätte eines deutschen
Ich lasse übersetzen, daß m a n s i c h nur keine
Pfarrers h i n . Das G r a b ist sehr gepflegt.
großen Umstände m a c h e n solle, d e n n i c h sei ja Lyck heute: Blick v o n der Insel zur Stadt
Schluß folgt
Foto Kowalzik
s c h o n froh, daß m a n m i c h überhaupt hereingelassen habe. Beide F r a u e n m a c h e n mit Wörtern
u n d G e s t e n klar, daß i c h herzlich w i l l k o m m e n
sei. Z u f r i e d e n , aber a u c h etwas erstaunt,
i nejime i c h die Willkommensgrüße zur K e n n t nis. So eine H e r z l i c h k e i t hatte ich, ehrlich geDas Wetter im M a i in der Heimat analysiert Diplom-Meteorologe Wolfgang Thune
sagt, nicht erwartet.
S c h o n hantiert die junge F r a u i n der Küche.
in Gespenst geht u m , es heißt „Wald- dann auch den ersten M a i t a g . D i e W e t t e r k a r t e mittlerweile etwas strukturiert u n d wies n u n D u r c h zwei offene Türen sehe i c h , daß sie versterben". N i c h t neu ist die Tatsache, be- über M i t t e l e u r o p a zeigte sich geradezu chao- m e h r i m W e s t e n v o n der N o r d s e e bis z u den
schiedene Sachen zusammenträgt. D i e O m a
reits 1868 gab es in M i t t e l e u r o p a ein T a n - tisch. E i n Gewirr v o n scheinbar richtungslos Balearen eine T i e f d r u c k r i n n e u n d i m Osten
b e m e r k t , daß sie es bedauere, daß ihr S o h n nensterben, besorgniserregend sind v i e l m e h r u m h e r i r r e n d e n Tiefdruckgebieten mit ständig v o n F i n n l a n d bis z u m Balkan eine H o c h d r u c k nicht zu H a u s e sei. Er befindet sich gerade auf das Ausmaß, die G e s c h w i n d i g k e i t u n d der w e c h s e l n d e n Positionen gestalteten den W i t - zone auf. V o n dieser K o n s t e l l a t i o n profitierte
d e m W o c h e n m a r k t in W o r m d i t t . Ehe i c h noch wissenschaftlich durchaus interessante, aber terungsablauf nicht nur a u c h i n unserer H e i - insbesondere auch unsere Heimat, während es
darauf e i n g e h e n k a n n , bringt die junge Frau das M a l h e u r nicht beseitigende Streit u m die mat wechselhaft u n d unbeständig, sondern er- i m westlichen u n d mittleren D e u t s c h l a n d
e i n größeres Tablett h e r e i n . Tee i n h o h e n Glä- Ursache. A n e r k e n n u n g daher B u n d e s i n n e n - schwerten d e n M e t e o r o l o g e n die A r b e i t er- wiederholt regnete. Für drei Tage zeigte sich so
sern, W u r s t , Speck, Brot, K u c h e n u n d Saft, i n minister Z i m m e r m a n n , daß er das Übel an h e b l i c h . A m 2. u n d 3. M a i geriet Ostpreußen i n in unserer H e i m a t der H i m m e l meist heiter mit
d e m v i e l e d i c k e E r d b e e r e n s c h w i m m e n . Die einer der möglichen W u r z e l n packte u n d p o l i - d e n R a n d b e r e i c h eines v o n F r a n k r e i c h zur v i e l S o n n e n s c h e i n . Erst a m 10. stieß eine Front
O m a bringt n o c h eine Karaffe k l a r e n Schnaps. tische K o n s e q u e n z e n zog.
U k r a i n e südlich v o r b e i z i e h e n d e n Tiefs, der über die W e i c h s e l ostwärts vor u n d brachte
Höflich b e d a n k e i c h m i c h für diese GastIn der Tat ist das „Waldsterben" ein M u s t e r - W i n d frischte kräftig v o n Nordost auf, aber der starke Bewölkung u n d l e i c h t e n Regen. Rasch
freundschaft.
b e i s p i e l für d e n k o m p l e x v e r w o b e n e n H a u s - A u f g l e i t s c h i r m erfaßte nicht mehr O s t p r e u - heiterte der H i m m e l nach ihrer Passage w i e Ich e n t s c h u l d i g e m i c h k u r z u n d gehe z u m halt der N a t u r . A l s Ursache k o m m t ein ganzer ßen, das so v o m „himmlischen Naß" verschont der auf, u n d 19 G r a d a m 11. entschädigten
T a x i . M e i n e F r a u hat m i r e i n „Mitbringsel-Pa- F a k t o r e n k o m p l e x aus d e m biotischen u n d / b l i e b . Dafür sorgte d a n n e i n neues Tief über gleich wieder. A m 12. u n d 13. folgten n o c h
ket" g e p a c k t . D i e junge F r a u b e d a n k t s i c h oder a b i o t i s c h e n Bereich infrage. Z u m e i n e n der w e s t l i c h e n Ostsee, das a m M o r g e n des 5. gleich zwei Fronten nach m i t Schauern u n d
m e h r m a l s u n d stellt es i n eine E c k e der W o h n - l e i d e n die W ä l d e r unter e i n e m „Klimastreß", genau über M a s u r e n anlangte, für Regen, G e w i t t e r n u n d a m M o r g e n des 14. regnete es
stube. Z u f r i e d e n registriere ich, daß die n e u - z u n e h m e n d aber a u c h unter e i n e m „Umwelt- Schauer u n d M a x i m u m t e m p e r a t u r e n unter 10 auch n o c h vereinzelt, aber d a n n näherte sich
wertige K i n d e r k l e i d u n g , L e d e r s c h u h e usw. streß". D i e Trockenjahre 1971, 1973 u n d 1976 G r a d . Dieses Tief wurde jedoch rasch v o n v o n Süden ein mächtiger Warmluftvorstoß. In
w i e „der D e c k e l z u m Topf" passen. Derzeitig haben insbesondere bei der flachwurzelnden e i n e m S k a n d i n a v i e n h o c h n a c h Südosten ab- d e n M i t t a g s s t u n d e n des 15., zur "kalten Som a n g e l t es in P o l e n an a l l e n E c k e n u n d E n d e n . Fichte z u einer H e r a b s e t z u n g der Vitalität ge- gedrängt, so daß tags drauf bei auflockernder phie", erfaßte er unsere H e i m a t : T h o r n u n d das
D e r O m a u n d der jungen F r a u überreiche i c h führt. W e n n d a n n n o c h S c h w e f e l d i o x i d ent- Bewölkung die T e m p e r a t u r e n w i e d e r auf 14 südliche M a s u r e n meldeten schon 25 Grad,
D a n z i g aber n o c h 15 u n d Königsberger 18
Bohnenkaffee. W i r unterhalten uns m i t H i l f e w e d e r direkt aus der Luft s i c h auf d e n N a d e l n G r a d kletterten.
unseres D o l m e t s c h e r s ausgezeichnet. M a n niederschlägt oder indirekt bei Regen als
D i e Großwetterlage über E u r o p a hatte sich G r a d .
zeigt m i r v o n s i c h aus alle Räume.
schweflige Säure über die W u r z e l n i n d e n
B a u m gelangt, was w i e d e r u m die Stoffproduk„Durch diese Tür auf die Flucht" tion herabsetzt, i n d e m W a s s e r v o m B a u m Die berüchtigten „Eisheiligen" blieben in diesem Jahr völlig aus
permanent verdunstet u n d dieser v o m W i p f e l
H i e r also war es, hier i n diesen Räumen raffher ausdörrt, d a n n ist der B a u m d i e s e m dopBei b l a u e m H i m m e l wurde d a n n a m 16. die u n d Gewitter i n V e r b i n d u n g mit e i n e m Tief
te M u t t e r i n p a n i s c h e r A n g s t i m Februar 1945
pelten Streß nicht mehr gewachsen u n d „Schallmauer" v o n 30 G r a d erreicht u n d örtlich über Brandenburg leiteten am nächsten Tag
die allernötigsten Siebensachen z u s a m m e n .
„stirbt". G l e i c h z e i t i g sinkt a u c h seine Resi- sogar leicht überschritten. D e r w e i l froren die bereits ein etwas wechselhafteres W e t t e r ein,
D u r c h diese Haustür hier ging es i n eisiger
stenz gegen Pilze, Schädlinge, Frost, S t u r m A a c h e n e r bei starkem Regen u n d nur 12 G r a d . aber das für das W e t t e r e m p f i n d e n maßgebliKälte auf die F l u c h t . W o h i n , das konnte n i e u n d Trockenheit.
Eine kühle Seebrise v o n der Ostsee warf tags- che T e m p e r a t u r n i v e a u blieb mit 17 bis 20 G r a d
m a n d w i s s e n oder sagen. Der sicher beängstiE
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die T e m p e r a t u r e n i n Königsberg auf 23 vergleichsweise (z. B. E m d e n : Regen 10 G r a d ;
gend laute K a n o n e n d o n n e r des heiß u m kämpften „Heilsberger K e s s e l s " k a m schon minderter W u c h s z u n a h m e , einen „Klima- G r a d zurück, aber a m 18. w u r d e n n a c h W i n d - A a c h e n : starker Regen 8 G r a d ; K a r l s r u h e :
b e d r o h l i c h näher. V a t e r war irgendwo Soldat, streß" „überleben" kann, ist d a n n d e m „Um- drehung wieder 28 G r a d erreicht. E i n Randtief Regen 10 Grad) hoch u n d entsprach so der Jahreszeit. A b e r allmählich w u r d e auch O s t genaue N a c h r i c h t e n gab es nicht. Post ging weltstreß" nicht mehr gewachsen — oder u m - über P o m m e r n u n d v o n W e s t e n nahende
deutschland u n d m i t h i n unsere H e i m a t i n den
gekehrt.
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s c h o n lange nicht mehr.
Strömungsbereich des sich nordwärts v e r l a se
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In vor Kälte k l i r r e n d e r Februarnacht 1945
gernden u n d alternden „Regentiefs" einbezoer
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zogen wir ins gänzlich Ungewisse. Großmutter,
gen. Das W e t t e r zeigte sich bei gelegentlichen
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MünGroßvater, M u t t e r , m e i n e dreijährige SchweRegenfällen, teilweise a u c h G e w i t t e r n leicht
ster u n d i c h , d a m a l s k n a p p fünf Jahre jung. Fluor, Blei, C a d m i u m . . . G e r a d e dies hat der c h e n — stark bewölkt n a c h Regen 9 G r a d .
M i n i s t e r veranlaßt.
Frühling fand d i e s m a l nur i m O s t e n statt! A m wechselhaft, tendierte aber mit häufigeren
Unser einziges F a h r z e u g war ein einfacher
T h e s e : Es w i r d generell z u v i e l i n die Luft 20. war es bereits wieder heiter bis w o l k i g u n d Bewölkungsauflockerungen i m m e r wieder
Holzrodelschlitten.
Nach
wochenlangem
gepustet,
was als D r e c k u n d Gift wieder h e r u n - die T e m p e r a t u r e n näherten sich d e n 20 Grad, auch z u m freundlicheren h i n . Überwiegend
U m h e r i r r e n k a m e n w i r später i n eine holsteiter k o m m t . W e n n wir nicht energische Schrit- bevor am M o r g e n des 22. erneut eine Kaltfront sonnig u n d mit T e m p e r a t u r e n u m 20 G r a d vernische Stadt, namens Itzehoe.
rasch über Ostpreußen hinwegeilte. A u c h sie abschiedete sich dann der M a i i n unserer
W e r k o n n t e das d a m a l s ahnen? Es war w o h l te auch zur V i t a l i s i e r u n g unserer W ä l d e r tun,
war wie ihre Vorgänger nur eine kurze Episo- H e i m a t — aber w i e i m übrigen D e u t s c h l a n d .
dann
geht
unser
deutscher
W
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buchstäblich
ein reiner Z u f a l l . H u n d e r t t a u s e n d e überlebten
de. D o m i n a n t war die überlagerte südliche
Im Gegensatz z u m w e s t l i c h e n T e i l unseres
diese Reise v o n D e u t s c h l a n d nach D e u t s c h - an seiner reinigenden W o h l f a h r t s w i r k u n g k a Höhenströmung.
putt.
Vaterlands präsentierte sich der M a i i n unsel a n d nicht.
So erfaßte a m 24. wieder ein W a r m l u f t v o r - rer H e i m a t Ostpreußen mehr als „Wonnemo„Man maut den M a i nöhmen, as hei kümmt",
D a s Z i m m e r , i n d e m i c h hier vor 42 J a h r e n
geboren wurde, ist heute K i n d e r z i m m e r . Der philosophieren die N i e d e r s a c h s e n . M a n hat stoß v o m Balkan über G a l i z i e n u n d M a s o w i e n nat" d e n n „Regenmonat" u n d a u c h die berüchR a u m hat w o h l n o c h d e n gleichen Fußboden ihn zwar z u m „Wonnemonat" erkoren, aber das Pruzzenland u n d führte z u e i n e m „Som- tigten „Eisheiligen" b l i e b e n völlig aus. E i n e m
w i e d a m a l s . D a a u c h Farbe i n Polen M a n g e l - „Mai ohne Regen, fehlts allerwegen". Regen- mertag" mit Temperaturen v o n über 25 G r a d . leichten Plus an W ä r m e u n d Sonnenschein
stand ebenfalls e i n leichtes M i n u s a n Regen
ware ist, w u r d e n d i e Türen w o h l zuletzt i n schauer, wechselnde Bewölkung u n d M i t t a g s - D e r w e i l ertrank der W e s t e n Deutschlands bei
gegenüber.
deutscher Z e i t gestrichen. Es w i r k t w i e eine temperaturen bei 12 G r a d k e n n z e i c h n e t e n W e r t e n u m 10 G r a d i m D a u e r r e g e n . Schauer
Unvergeßliche Eindrücke
Frühling gab es nur im Osten Deutschlands
E
Seite 12
Glückwünsche
p i t r gratulieren
—
Kollwitz, Antonie, aus Waplitz, Kreis Ortelsburg,
zum 96. Geburtstag
jetzt Wagnerstraße 22,4354 Datteln, am 14. Juni
Modzel, Wilhelmine, geb. Nikulla, aus Wilhelmshof, Kreis Orteisburg, jetzt Hardisser Straße 23, Schulz, Bruno, Realschullehrer i . R., aus Gr. Weißensee, Gr. Udertal, Tapiau, Kreis Wehlau, und
4937 Lage, am 16. Juni
Königsberg, jetzt Thiedeweg 66, 2000 Hamburg
70, am 13. Juni
zum 95. Geburtstag
Bauer, Käthe, geb. Szobeck, aus Prostken, Kreis Suchanek, Antonie, aus Rößel, jetzt Germanenstraße 32, 5300 Bonn 2, am 20. Mai
Lyck, jetzt Nordbahnhofstraße 26 W , 2247 LunWinkler, Käthe, jetzt Gojenbergsweg 39c, 2050
den, am 19. Juni
Hamburg 80, am 15. Juni
Berwein, Emil, aus Orteisburg, jetzt Marcusallee 39,
2800 Bremen 33, am 13. Juni
zum 84. Geburtstag
Dominik, Rudolf, aus Grammen, Kreis Ortelsburg,
zum 93. Geburtstag
jetzt Buchenstraße 7, 4937 Lage, am 16. Juni
Olschewski, Martha, aus Snopken, Kreis Sensburg,
jetzt Thorwaldsenstraße 26, 1000 Berlin 41, am Erdmann, Aloys, Konrektor i. R., aus Schönborn und
Allenstein, jetzt Muggenburgstraße 54, 4040
15. Juni
Neuss, am 15. Mai
Seebold, Friedrich-Heinrich, aus Waiden, Kreis
Lyck, jetzt Ludwig-Leppert-Straße 28a, 4800 Geelhaar, Helene, geb. Neumann, aus Heinrichswalde, Bahnhof, jetzt Roßberg 21,2000 Hamburg
Bielefeld, am 13. Juni
76, am 9. Juni
Hensel, Elise, aus Angerapp, Kamanter Weg, jetzt
zum 91. Geburtstag
Folke-Bernadotte-Straße 35, 2400 Lübeck 1, am
Kaminski, Matthis, aus Millau, Kreis Lyck, jetzt
19. Juni
Freundstraße 34, 8750 Aschaffenburg, am 16.
Hering,
Hedwig, aus Rößel, jetzt Königsberger
Juni
Straße 5, 3106 Eschede, am 17. M a i
Kaminski, Lydia, aus Lyck, Yorckstraße 34, jetzt
zum 90. Geburtstag
Fürther Straße 104, 4040 Neuss, am 19. Juni
Bilda,Gertrud, aus Lyck, Falkstraße 15, jetzt GurlittRosinski, Berta, aus Lotzen, jetzt Sudetenstraße 35,
straße 14, 2250 Husum, am 16. Juni
7400 Tübingen, am 16. Juni
Kewitz, Erna, geb. Hess, aus Grünau, Kreis Lotzen,
jetzt Lamerbusch 7, 5093 Burscheid, am 8. Juni Stanko, Auguste, aus K l . Lasken, Kreis Lyck, jetzt
Heimstättenstraße 6, 5450 Neuwied 13, am 17.
Olivier, Franz, aus Heinsort, Kreis Gumbinnen,
Juni
jetzt Eimterstraße 34, 4900 Herford, am 14. Juni
Turowski, Ernst, aus Lindenfließ, Kreis Lyck, jetzt
Generaloberst-Beck-Straße 13, 2080 Pinneberg,
zum 89. Geburtstag
am 19. Juni
Gehrmann, Marie, geb. Keikut, aus Rößel, FischerWeinreich, Otto, aus Tapiau, Gärtnerweg 6, Kreis
straße 39, jetzt Valkenierstraße 15, 6078
Wehlau, jetzt Josef-Steiner-Straße 26, 4232
Neu-Isenburg, am 28. Mai
Xanten, am 14. Juni
Herrndorf, Charlotte, geb. Gesien, aus Ostseebad
Wieland, Paul, aus Osterode, Spangenbergstraße
Cranz, Kreis Samland, jetzt Buschgarten 41,
18, jetzt Erzberger Ufer 10,5300 Bonn, am 6. Juni
2930 Varel 1, am 16. Juni
Hildebrandt, Martha, aus Rößel, jetzt Clemenszum 83. Geburtstag
Winkler-Straße 37, 5090 Leverkusen-Wiesdorf,
Brandstäter, Gertrud, geb. Scharmacher, aus Köam 19. Juni
nigsberg, jetzt K l . Steinstraße 30, 4300 Essen 1,
Korinth, Hedwig, aus Horstenau, Kreis Insterburg,
am 17. Juni
jetzt Welfenallee 70, 3100 Celle, am 13. Juni
Rohde, Bertha, geb. Maas, aus Lyck, Falkstraße 7, Czerwonka, Alfred, aus Neumalken, Kreis Lyck,
jetzt Bergheimer Straße 496, 4040 Neuss, am 17.
jetzt Nordstraße 8, 5283 Bergneustadt, am 15.
Juni
Juni
Schreiber, Annemarie, aus Lötzen-Althof, jetzt Hippler, Bernhard, aus Bischofstein, Kreis Rößel,
jetzt St.-Johannis-Stift, 2930 Varel-Jadebusen,
Langemarckstraße 87, 5300 Bonn-Oberkassel,
am 24. Mai
am 16. Juni
Jakubowski, Eduard, aus Drigelsdorf, Kreis Jozum 88. Geburtstag
hannisburg, jetzt Baumschulenweg 17,5900 Siegen 1, am 17. Juni
Bahlo, Friederike, geb. Kobialka, aus Schwarzberge,
Kreis Lyck, jetzt Auf der Arnsbeul 21a, 5952 At- Kullick, Martha, aus Gorlau, Kreis Lyck, jetzt Freibergerhof 4, 3000 Hannover-Vahrenheide, am
tendornj am 14. Juni
14. Juni
Koloska, Gotthard, aus Steinberg, Kreis Lyck, jetzt
Salzuferstraße 1,4902 Bad Salzuflen-Wü., am 18. Poplawski, Charlotte, aus Lyck, Kaiser-WilhelmStraße 78, jetzt Horststraße 94, 4680 WanneJuni
Eickel, am 18. Juni
Pristat, Anna, aus Lotzen, jetzt Auf dem Ebenfeld
Rimkus, Otto, aus Dünen, Kreis Elchniederung, jetzt
32, 5450 Neuwied, am 17. Juni
Schönaustraße 2, 7850 Lörrach, am 6. Juni
Rattay, August, aus Altkirchen, Kreis Orteisburg,
jetzt Maschstraße 16, 3170 Gifhorn, am 13. Juni Stehl, Gustav, aus Neuendorf, Kreis Lyck, jetzt Hitzelerstraße 57, 5000 Köln 51, am 4. Juni
Sinofzik, Auguste, geb. Sadlowski, aus Wilhelmshof, Kreis Ortelsburg, jetzt bei Czarneki, Tal- Streich, Anna, aus Werschen, Kreis Gerdauen, jetzt
Eckhorster Straße 36,2400 Lübeck 1, am 13. Juni
straße 140, 4018 Langenfeld, am 16. Juni
Uschkoreit, Agnes, geb. Scharfenort, aus Endruhnen, Kreis Tilsit-Ragnit, jetzt City of North York,
zum 87. Geburtstag
Kanada, am 8. Juni
Braun, Anton, aus Scharnigk, Kreis Rößel, jetzt Seigenauer Straße 4, 1000 Berlin 47, am 13. Juni Wendik, Margarete, Lehrerin i . R., aus Biothen,
Kreis Wehlau, Schule, jetzt Schwanheimer
Jeroch, Luise, aus Grabnick, Kreis Lyck, jetzt bei
Straße 93, 6140 Bensheim, am 17. Juni
Butzlaff, Theodor-Heuss-Straße 70a, 3180
Woike, Erich, aus Arnstein/Kreis Heiligenbeil, jetzt
Wolfsburg-Delmenrode, am 18. Juni
Graue Burgstraße 117, 5303 Bornheim 4, am 11.
Kirstein, Anna, aus Wörterheim, Kreis Bartenstein,
Juni
Wörterhaus 81, jetzt Hasselbreite 5, 2400 LüZipprich, Magdalene, geb. Lindemann, aus Königsbeck 1, am 19. Juni
berg, Rhesastraße 21, jetzt Uhlenhorster Weg 25,
Koschinski, Antonie, aus Rummau, Kreis Ortels2000 Hamburg 76, am 17. Juni
burg, jetzt Zeisigbusch 17, 3250 Hameln, am 13.
Juni
Penkert, Anton, aus Rößel, jetzt Lüderitzstraße 67, zum 82. Geburtstag
Eichholz, Margarete, aus Löcknick, Kreis Gerdauen,
1000 Berlin 65, am 24. Mai
jetzt Heckenweg 24,4330 Mülheim/Ruhr, am 14.
Rockel, Klara, geb. Bartsch, aus Ortelsburg, jetzt
Juni
Blocksberg 9a, 2300 Kiel 1, am 15. Juni
Rose, Martha, geb. Dirszus, aus Ragnit, Schützen- Kollwitz, Antonie, aus Waplitz, Kreis Ortelsburg,
jetzt Wagnerstraße 22,4354 Datteln, am 14. Juni
straße, Kreis Elchniederung, jetzt Geesthachter
Kehre 17, 2000 Hamburg 73, am 13. Juni
Schirr, Erna, aus Lotzen, jetzt Lötzener Straße 14,
Wiehert, Anna, Lehrerin i . R., aus Mühlhausen,
4570 Quakenbrück, am 18. Juni
Kreis Pr. Holland, jetzt Bannigstraße 15, 4540 Silz, Grete, aus Balga, Kreis Heiligenbeil, jetzt MitLengerich, am 15. Juni
telweg 42, 3112 Ebstorf, am 13. Juni
Wieck, Minna, geb. Buchhorn, aus Zinten, Abbau, Vogel, Gustav, aus Lübeckfelde, Kreis Lyck, jetzt
Kreis Heiligenbeil, jetzt Hebelweg 11, 7880 Bad
2141 Hipstedt 130, am 15. Juni
Säckingen, am 11. Juni
Winkelmann, Maria, aus Lyck, jetzt Amselweg 14,
2250 Husum, am 15. Juni
zum 86. Geburtstag
Zachau, Therese, aus Gr. Ottenhagen, Kreis Königsberg-Land, jetzt Scherenbosteler Straße 69,
Drost, Max, aus Rosengarten, Kreis Angerburg,
3002 Wedemark 2, am 15. Juni
jetzt Echerweg 6, 3342 Schladen, am 11. Juni
Joswig, Marie, Diakonissen-Schwester i . R., aus
Balga, Kreis Heiligenbeil, jetzt Altersheim, 3353 zum 81. Geburtstag
Androleit, Arthur, Sattlermeister, aus Tapiau und
Bad Gandersheim, am 14. Juni
Allenburg, Kreis Wehlau, jetzt Alpenrosenweg
Krzywinski, Ida, aus Prostken, Kreis Lyck, jetzt Ei23, 2901 Rostup, am 16. Juni
chendorffstraße 3, 4772 Bad Sassendorf, am 18.
Blaurock, Auguste, geb. Labusch, aus Radegrund,
Juni
Kreis Ortelsburg, jetzt Jungferntalerstraße 109,
Langkau, Ida, aus Plötzendorf, Kreis Lyck, jetzt
4600 Dortmund 18, am 16. Juni
Bergbau-Museum bei Bessler, 4630 Bochum, am
Borowskl, Elisabeth, aus Gumbinnen, jetzt Zum
17. Juni
Öhr 4, 2380 Schleswig, am 17. Juni
Rakowskl, Anna, geb. Kelch, aus Fließdorf, Kreis
Lyck, jetzt Haus Marienthal, Kiesslingstraße 2, Büchler, Elsa, aus Willkühnen-Possindern, Kreis
Königsberg-Land, jetzt Sprendlinger Landstra8360 Deggendorf, am 18. Juni
ße 21, 6050 Offenbach, am 19. Juni
zum 85. Geburtstag
Gischarowski, Martha, geb. Fahl, aus Santoppen,
Buttchereit, Elfriede, geb. Skorupowski, aus BürKreis Rößel, jetzt Reuschstraße 39,1000 Berlin 27
gersdorf, Kreis Wehlau, Richardshof, jetzt Dan- Jendreyko, Christel, Lehrerin i. R., aus Puppen,
ziger Straße 9, 2950 Leer, am 14. Juni
Kreis Ortelsburg, jetzt Akazienallee 19, 1000
Heinrich, Hildegard, aus Kekitten, Kreis Rößel, jetzt
Berlin 19, am 16. Juni
Elisabethstraße 9,5272 Wipperfürth, am 12. Juni Karabinski, Helene, Diakonisse, aus Lotzen, jetzt
Klimaschewski, Adolf, aus Zainen, Kreis Goldap,
Lötzener Straße 14, 4570 Quakenbrück, am 14.
jetzt Schützenstraße 22, 2940 Wilhelmshaven,
Juni
am 14. Juni
Fortsetzung auf Seite 16
Ein gutes Buch
•• •
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Landschaft» Leistung • Schicksal
unserer Zeitung geworben haben.
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neue Abonnent seine Bezugsgebühren auf eines unserer Konten
überwiesen hat, die Dokumentation „Ostpreußen — Landschaft,
Leistung, Schicksal" von HansGeorg Tautorat. Der Verfasser informiert mit seinem Buch den
Leser über eine deutsche Provinz
von hohem Reiz. Er läßt das romantische, herbe Land, den „erdigen Geruch frisch bestellter Äcker",
die „Einsamkeit mit Birken, Kiefern und Wacholderbüschen ,
das „Geschrei der Möwen und Reiher an binsen- und schilfverwachsenen Seeufern" wieder lebendig werden. Tautorat
vermittelt gründliche Kenntnisse über eine Reihe ausgewählter Städte, die Mittelpunkt der Verwaltung, des Handels
und des Verkehrs waren. Es entfaltet sich die über 700jährige
ostpreußische Geschichte, die nicht ohne Wirkung auf die
Geschichte der Deutschen und Europas blieb. Der Autor
setzt sich auch mit der nach dem Zweiten Weltkrieg entstandenen Völker- und staatsrechtlichen Stellung Deutschlands
— „Ostpreußen ist ein Teil Deutschlands" — auseinander.
ireuisen
Das Buch ist eine Dokumentation, die als Handbuch nicht
nur jedem Ostpreußen mit seinen Kindern und Enkeln unentbehrlich ist, sondern jedem Deutschen, der sich unserer gesamten Geschichte verpflichtet fühlt. Illustriert ist dieses 256
Seiten umfassende Werk mit 12 Abbildungen.
Unsere Leser wissen es: Dokumentarisch und zeithistorisch
sind auch die Beiträge unserer Zeitung, dazu reich illustriert,
und das Woche für Woche. Deshalb: Je rascher Sie werben,
um so schneller kann das Buch „Ostpreußen — Landschaft,
Leistung, Schicksal" bei Ihnen sein.
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24
11. J u n i 1983 — Folge 24 — Seite 13
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Soziales
Rentenversicherung:
Keine Anpassung der Betriebsrenten
Der Leser fragt —
wir antworten
Der Pensions-Sicherungs-Verein ist nicht unbegrenzt belastbar / Kommentar von Dr. Siegfried Löffler Rückforderung von Kriegsschadenrente
enorme finanzielle Belastungen auf den PenF R A G E : Durch eine neue Zuständigkeit
s i o n s - S i c h e r u n g s - V e r e i n z u k o m m e n , müssen
meines Ausgleichsamts bei einer anderen
gegebenenfalls die K l e i n e n unter d e n UnterStadt wurde meine ganze Unterhaltshilfe
n e h m e r n die Zeche z a h l e n u n d mit dafür sor(UH) rückwirkend ab 1964 neu berechnet
gen, daß der große „Topf" weiter gefüllt bleibt.
Dabei ergab sich, daß ich angeblich über
D a s ist allerdings für d e n R e n t e n b e z i e h e r wurde der Pensions-Sicherungs-Verein geW e n n m a n das berücksichtigt, konnte m a n 4000,— D M zuviel bekommen habe. Die notn o c h k e i n e G a r a n t i e für eine Erhöhung der Be- gründet, an den alle A r b e i t g e b e r , die ihren Be- nicht mehr v o n der E n t s c h e i d u n g 3 A Z R wendigen Unterlagen füge ich bei und bitte
triebsrente. Heißt es d o c h i m Gesetz ausdrück- schäftigten eine zusätzliche betriebliche A l - 574/81 v o m 22. März 1983 überrascht werden, Sie, dies nachzuprüfen, da ich selbst infolge
lich, daß bei dieser Prüfung nicht nur „die Be- tersversorgung versprachen, Beiträge leisten in der das Bundesarbeitsgericht die Frage be- meines Alters und Unkenntnis der Rechtslage
lange des Versorgungsempfängers", sondern müssen. Das ist gewissermaßen e i n S o l i d a r i - antwortete, ob der Pensions-Sicherungs-Ver- dies nicht mehr übersehen kann.
F. B., J.
auch „die w i r t s c h a f t l i c h e Lage des A r b e i t g e - tätsfonds der U n t e r n e h m e r für d e n Fall, daß sie e i n ebenso w i e ein „gesunder" A r b e i t g e b e r
Antwort: D a es m a n c h e m Bürger so gehen
bers" z u berücksichtigen s i n d . N i c h t erst eine ihren V e r p f l i c h t u n g e n nicht mehr n a c h k o m - verpflichtet ist, alle drei Jahre die Frage zu prüausgesprochene Notlage, bereits erhebliche m e n können. So beruhigend das für den e i n - fen, ob angesichts der s c h w i n d e n d e n K a u f - kann, möchten w i r diesen F a l l darstellen und
wirtschaftliche S c h w i e r i g k e i t e n des A r b e i t - zelnen A r b e i t g e b e r auch sein mag, unbegrenzt kraft der D M ein Teuerungsausgleich fällig ist. erläutern, damit a u c h andere Empfänger v o n
gebers können n a c h der gefestigten Recht- belastbar ist der P e n s i o n s - S i c h e r u n g s - V e r e i n Das Bundesarbeitsgericht antwortete darauf Kriegsschadensrente (Unterhaltshilfe) wissen,
woran sie sind.
sprechung des Bundesarbeitsgerichts die A n - nicht, w e n n er a u c h in wirtschaftlichen K r i s e n - mit e i n e m klaren N E I N .
M i t seiner Eingabe wendet sich der Betrefpassung der Betriebsrenten an d e n Kaufkraft- zeiten s e i n e m N a m e n Ehre bereiten, die BeHätte das Bundesarbeitsgericht eine andere fende gegen d e n Rückforderungsbescheid des
triebs-Pensionen sichern soll.
verfall ausschließen.
Entscheidung gefällt, wäre i n zweifacher H i n - A u s g l e i c h s a m t s . Darüber hinaus hält er die
N u n k a n n es aber n o c h s c h l i m m e r k o m m e n ,
In jüngster Zeit w u r d e das a m Rande der sicht eine paradoxe Situation entstanden:
der U n t e r n e h m e r k a n n eines Tages insolvent, A E G - K r i s e d e u t l i c h : W e n n ein Großunter- Z u m einen würden sich die Betriebsrentner Kürzung seiner Unterhaltshilfen für fehlerhaft.
d . h . zahlungsunfähig, w e r d e n . U m die Bezie- n e h m e n , d e m der Staat i m Blick auf die v i e l e n eines wirtschaftlich bedrängten U n t e r n e h - D i e eingehende Prüfung hat ergeben, daß die
Entscheidung der A u s g l e i c h s v e r w a l t u n g z u
her v o n b e t r i e b l i c h e n A l t e r s r e n t e n vor d e n Arbeitsplätze eher hilft als mittleren u n d k l e i - mens, dessen Chef unter H i n w e i s auf die SituaBeanstandungen k e i n e n Anlaß gibt.
Folgen der Zahlungsunfähigkeit z u schützen, neren Betrieben, zahlungsunfähig w i r d u n d tion die A n p a s s u n g verweigern könnte, vor
D e r Geschädigte bezieht seit d e m 1. J u n i
d e m K o n k u r s schlechter stehen als danach, sie 1964 Kriegsschadenrente i n F o r m v o n Unterwürden also d e n K o n k u r s herbeisehnen; z u m haltshilfe u n d Entschädigungsrente. Kriegsanderen müßten A r b e i t g e b e r , die ihrer eige- schadensrente ist eine subsidiäre Leistung,
Recht im Alltag:
nen
Belegschaft
wegen wirtschaftlicher d. h . sie w i r d nur gewährt, w e n n andere anzuSchwierigkeiten k e i n e n Teuerungsausgleich rechnende Einkünfte d e n i n d i v i d u e l l e n Bez u b i l l i g e n könnten, d u r c h ihre Beiträge z u m darfssatz der Kriegsschadensrente (den sogeP e n s i o n s - S i c h e r u n g s - V e r e i n dafür sorgen, nannten Einkommenshöchstbetrag) nicht erdaß die früheren A r b e i t n e h m e r bereits z u - reichen. D u r c h dieses System der Kriegsschasammengebrochener
U n t e r n e h m e n einen densrente w e r d e n naturgemäß N e u b e r e c h Der verhinderte Urlauber kann aber eine Ersatzperson benennen
Teuerungsausgleich erhalten. Das aber würde nungen u . a. d a n n erforderlich, w e n n sich die
W I E S B A D E N — Wer in der Hauptferienzeit im Sommer eine Pauschalreise unternehmen keinesfalls der A b s i c h t entsprechen, die der Einkünfte des Berechtigten verändern.
möchte, muß die Buchung meist schon sehr früh vornehmen, vor allem dann, wenn er einen Gesetzgeber m i t der Sicherung der Ansprüche
Bei der u n t e r s c h i e d l i c h e n A r t der v o n d e m
bestimmten Urlaubsort und womöglich sogar ein bestimmtes Hotel im Auge hat Je frühzeitiger auf Betriebsrenten erreichen wollte.
Petenten bezogenen Einkünfte (anfangs h a n die Buchung beim Reiseveranstalter, desto größer ist freilich das Risiko, daß der in der BuSo hart es i m Einzelfall sein muß, trotz stei- delte es sich u m Arbeitseinkünfte, K o h l e n d e chung festgelegte Reisetermin wegen unvorhergesehener Ereignisse nicht eingehalten wergender Preise keine Erhöhung der Betriebsren- putat, Knappschaftsrente u n d Einkünfte aus
den kann, zum Beispiel auf seiten des Kunden wegen eines Krankheitsfalles oder auf selten des
te b e k o m m e n z u können, die Entscheidung V e r m i e t u n g , derzeit handelt es sich lediglich
Veranstalters wegen einer Katastrophe im Urlaubsgebiet. Welche Rechte und welche Pflichdes Bundesarbeitsgerichts ist überzeugend. n o c h u m Einkünfte aus der Knappschaftsrente
ten hat der Kunde in derartigen Fällen?
N i c h t nur aus der Sicht des Pensions-Siche- u n d aus V e r m i e t u n g u n d Verpachtung) k o n n Zunächst gilt: D e r K u n d e hat das Recht, je- Schadenersatz z u verlangen, das heißt, Ersatz rungs-Vereins u n d der i h n finanzierenden A r - te nicht ausgeschlossen werden, daß es a u c h in
derzeit v o n d e m mit d e m Reiseveranstalter der K o s t e n , die i h m d u r c h die A b s a g e entstan- beitgeber, sondern a u c h i m Interesse der G e - d i e s e m Falle z u Z u v i e l z a h l u n g e n oder Uberzahlungen der Kriegsschadensrente k a m . Das
geschlossenen V e r t r a g zurückzutreten. O b den sind.
B f H samtheit der Betriebsrentner.
k a n n daran liegen, daß das A u s g l e i c h s a m t erst
dies aus Lust u n d L a u n e ' g e s c h i e h t oder ob
,v !
nachträglich v o n einer veränderten Situation
zwingende Gründe die A b s a g e unumgänglich
K e n n t n i s erlangte oder, daß eine genaue Bemächen"? ob er v e r s c h u l d e t oder unverschuldet Lastenausgleich:
rechnung erst z u m jeweiligen Jahresende
die Reise absagt, spielt d a b e i keine Rolle. Im
möglich war, w i e z .B. bei Einkünften aus V e r Falle des Rücktritts hat der R e i s e u n t e r n e h m e r
mietung.
zwar k e i n e n A n s p r u c h m e h r auf d e n v o l l e n
Reisepreis, w o h l aber k a n n er v o m K u n d e n
N a c h d e m durch die k o m m u n a l e Gebietsreeine angemessene Entschädigung verlangen. Lastenausgleichsbank hat ihren Vierteljahresbericht vorgelegt
form das A u s g l e i c h s a m t zuständig geworden
D i e s e S t o r n o k o s t e n sind i n d e n meisten Reisewar, erließ dieses einen A n d e r u n g s - , RückforB A D G O D E S B E R G — Soeben hat die Lastenausgleichsbank (LAB) in Bonn-Bad Godesberg derungs- u n d V e r r e c h n u n g s b e s c h e i d unter
b e d i n g u n g e n der V e r a n s t a l t e r i n pauschalierten Prozentsätzen v o m Reisepreis festgelegt. ihren Bericht für das 1. Quartal 1983 herausgegeben. Da hat der im November 1982 einsetzen- völliger N e u b e r e c h n u n g der Unterhaltshilfe
Es ist daher z u e m p f e h l e n , eine Reiserück- de hohe Antragseingang in dem Existenzgründungsprogramm sowie im Standortprogramm v o m 1. J u n i 1964 an.
t r i t t s k o s t e n - V e r s i c h e r u n g abzuschließen, so- vom Januar bis März 1983 angehalten.
D a b e i w u r d e n die bisher aufgelaufenen Z u fern sie n i c h t s c h o n i m Pauschalreiseangebot
In d e n gewerblichen K r e d i t p r o g r a m m e n te i n Höhe v o n 26,5 M i l l i o n e n D M (28,1 M i l l i o - v i e l z a h l u n g e n an Unterhaltshilfe auf insgeenthalten ist.
gingen der Bank insgesamt 9088 Kreditanträge nen D M ) ausgezahlt. Der Zinssatz für E i n r i c h - samt 4 3 7 2 , — D M festgesetzt. D u r c h vorher beüber ein V o l u m e n v o n 722,6 M i l l i o n e n D M z u . tungskredite ist mit W i r k u n g v o m 1. M a i 1983 reits v o r g e n o m m e n e V e r r e c h n u n g e n v e r m i n Das Reisevertragsgesetz schreibt i m übrigen
Gegenüber d e m V o r q u a r t a l erhöhte s i c h der v o n 3,75 Prozent auf 3,50 Prozent gesenkt wor- derte sich die Z u v i e l z a h l u n g jedoch auf
keine besondere F o r m für die RücktrittserkläA n t r a g s e i n g a n g u m 53 Prozent, d e m Betrag den.
O.B. 1366,— D M . M i t Bescheid v o m gleichen Tag
rung vor. D e r Rücktritt k a n n daher mündlich
wurde d e m L a n d s m a n n rückwirkend v o m 1.
n a c h u m 57 Prozent; gegenüber d e m I. Q u a r t a l
(telefonisch), s c h r i f t l i c h oder telegraphisch
J u n i 1964 an zusätzlich eine Entschädigungsdes Vorjahrs ergab sich eine Steigerung u m 74
erklärt w e r d e n . D i e s ermöglicht d e m K u n d e n
Das Ende derTalfahrt:
rente gewährt, aus der sich z u m 26. Januar
Prozent, d e m Betrage nach sogar u m 149 Proeine schnelle M i t t e i l u n g . A n g e s i c h t s der Tat1973 ein N a c h z a h l u n g s b e t r a g i n Höhe v o n
zent.
Mehr Geld für den Wohnungsbau 3958,50
sache, daß die Stornokosten u m so höher sind,
D M errechnete. Für eine V e r r e c h n u n g
D
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lebhafte
Inanspruchnahme
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Investitionen der
je kürzer die Z e i t s p a n n e z w i s c h e n der Rückmit der Z u v i e l z a h l u n g der Unterhaltshilfe
der
Existenzgründungsprogramme
ist
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Lebensversicherungen
trittserklärung u n d d e m A b r e i s e t e r m i n ist,
w u r d e n h i e r v o n jedoch nur n o c h 1366,— D M
im Mietwohnungsbau
sollte d e m K u n d e n an einer s c h n e l l e n Über- erster L i n i e A u s d r u c k eines z u n e h m e n d e n
in A n s p r u c h g e n o m m e n , so daß ein N a c h z a h Gründungswillens
i
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der
gewerblichen
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inMio.DM
m i t t l u n g der Rücktrittserklärung gelegen sein.
lungsbetrag i n Höhe v o n 2592,50 D M an den
schaft u n d bei Angehörigen der freien Berufe
Petenten ausgezahlt w e r d e n konnte.
v o r d e m H i n t e r g r u n d einer a n s c h e i n e n d
Festzustellen ist, daß der Geschädigte z u
freundlicher gewordenen k o n j u n k t u r e l l e n
Bei Kündigung des Unternehmers E n t w i c k l u n g . W i c h t i g e R a h m e n b e d i n g u n g e n
k e i n e m Z e i t p u n k t Rückzahlungen auf die früher festgestellten Z u v i e l z a h l u n g e n geleistet
für eine wirtschaftliche Erholung haben sich
D e m K u n d e n , der eine gebuchte Urlaubs- weiter v e r b e s s e r t D i e Begleitfinanzierungen
hat. Der Änderungsbescheid enthält zwar
reise nicht antreten k a n n , bleibt allerdings sind z u d e m günstiger geworden. Im E i g e n k a a u c h einen Rückforderungsbescheid, durch
neben d e m Rücktritt n o c h e i n anderer W e g : pitalhilfe-Programm w u r d e n die K o n d i t i o n e n
Beschluß des Beschwerdeausschusses wurde
G e l i n g t es i h m , eine E r s a t z p e r s o n z u finden, so mit Jahresbeginn u . a . durch V o r s c h l a g v o n
dieser aber i n e i n e n V e r r e c h n u n g s b e s c h e i d
k a n n er v o m Reiseveranstalter verlangen, daß zwei zinsfreien Jahren wesentlich verbessert.
umgewandelt, w e i l wegen Z u b i l l i g u n g v o n
diese E r s a t z p e r s o n statt seiner an der Reise Im ERP-Existenzgründungs- u n d i m E R P Vertrauensschutz v o n der Rückforderung A b t e i l n i m m t . Der K u n d e , der die Reise nicht an- Standortprogramm waren bereits i m A u g u s t
stand g e n o m m e n worden war.
treten k a n n , w i r d i n d i e s e m Fall nicht mit Stor- letzten Jahres die Kredithöchstbeträge v o n
G l e i c h w o h l bleibt die Z u v i e l z a h l u n g eine
nokosten belastet; der Veranstalter k a n n le- 200 000 D M auf 300 000 D M angehoben word e m Empfänger nicht zustehende u n d damit
d i g l i c h d i e M e h r k o s t e n verlangen, die d u r c h den.
rechtswidrige Leistung, so daß später anfaldie U m b u c h u n g e n t s t a n d e n sind, z u m Beispiel
lende Nachzahlungsbeträge aus derselben
U m Firmengründungen i n zukunftsträchtiT e l e x k o s t e n für die Benachrichtigung des H o Leistung Kriegsschadenrente mit der Z u v i e l gen Technologiebereichen stärker als bisher
tels über d e n Personenwechsel.
zahlung an Unterhaltshilfe verrechnet wermit H i l f e v o n Z u w e n d u n g e n u n d Risikoüberz1973* E l 9 7 6 | r 1 9 7 9 , - 1 9 8 2 1
den, da der V e r t r a u e n s s c h u t z i n aller Regel
K a n n die Reise v o m V e r a n s t a l t e r nicht n a h m e n anzuregen, beteiligt sich die Bank an
«»gl
.y-.vTar m'-Y-a
_T.-Vnicht auch k ü n f t i g e Leistungen u n d N a c h durchgeführt w e r d e n , w e i l dies wegen einer den V o r b e r e i t u n g e n z u e i n e m M o d e l l v e r s u c h
CONDOR J
zahlungen umfaßt.
N a t u r k a t a s t r o p h e , wegen eines Krieges oder des Bundesministers für Forschung u n d T e c h D i e V e r r e c h n u n g ist erfolgt, v o n i h m rückgeeiner E p i d e m i e i m Urlaubsgebiet unmöglich nologie ( B M F T ) . D i e V o r s t e l l u n g des B M F T DÜSSELDORF — Zum ersten Mal seit sechs Jah
ist, so k a n n der R e i s e u n t e r n e h m e r d e n V e r t r a g geht dahin, daß die Bank zu F i n a n z i e r u n g v o n ren sind die Investitionen der Lebensversiche fordert wurde nichts; es ist lediglich nicht zur
rungsunternehmen wieder kräftig angestiegen. Mit v o l l e n A u s z a h l u n g einer errechneten N a c h kündigen. Er muß allerdings den Reisepreis Forschungs- u n d Entwicklungsvorhaben u n d
rund 670 Millionen DM erreichten sie knapp die zahlung g e k o m m e n , weil der Petent bereits
für
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zurückzahlen. A n d e r s liegt der Fall, w e n n der
Marke des Jahres 1976, allerdings noch nicht das
V e r a n s t a l t e r d e n V e r t r a g kündigt, weil er die führung in gewissem R a h m e n bürgschaftsähn- Ergebnis des Jahres 1973, der Höchstmarke der d u r c h frühere Z u v i e l z a h l u n g e n den Betrag i n
liche
Risikobeteiligungen
zur
Verfügung
stellt.
Reise wegen eigenen Versagens, z u m Beispiel
letzten 15 Jahre. Alle Anzeichen deuten jedoch Höhe der berechneten N a c h z a h l u n g zur V e r Erwähnenswert ist, daß die Nachfrage v o n darauf hin, daß im laufenden Jahr die Investitionen fügung hatte.
wegen mangelhafter V o r b e r e i t u n g , nicht stattDer Betreffende hat also dasjenige erhalten,
finden lassen k a n n . In d i e s e m Fall hat der A u s s i e d l e r n u n d Z u w a n d e r e r n nach E i n r i c h - der Lebensversicherungen im Wohnungsbau die
K u n d e das Recht, n e b e n der Erstattung bereits tungskrediten anhielt. Im Berichtszeitraum Zahlen von 1973 deutlich überschreiten werden. was i h m zusteht, er hat k e i n e n A n s p r u c h auf
O.B.
Schaubild Condor Mehrleistungen.
geleisteter Z a h l u n g e n gegebenenfalls sogar w u r d e n weitere 5533 (Vorquartal 5700) K r e d i -
K A S S E L — Das „Gesetz zur Verbesserung der betrieblichen Altersversorgung", das nun
schon seit über acht Jahren in Kraft ist, hat zu einer Sicherung der Ansprüche auf Betriebsren
ten und zu deren Anpassung an den Kaufkraftverfall der D M geführL Nach § 16 des Gesetzes
muß der Arbeitgeber alle drei Jahre prüfen, inwieweit seine Versorgungsverpflichtungen an
die steigenden Lebenshaltungskosten anzupassen sind.
Reiserücktritt nicht kostenlos
Existenzgründungen im Aufwind
Heimatkreise
Aus den Heimatkreisen . . .
Ein Bild der Heimat
Die Kartei des Heimatkreise* braucht Ihre Anschrift. Melden Sie deshalb jeden Wohnungswechsel. Bei allen Schreiben bitte stets den letzten Heimatort angeben.
H E I M A T T R E F F E N 1983
11./12. J u n i , A n g e r a p p : Hauptkreistreffen. Stadthalle, M e t t m a n n
11 . / l 2. J u n i , A I l e n s t e i n - L a n d : Kreistreffen. Hagen/Teutoburger W a l d
11./12. J u n i , Tilsit-Ragnit: Patenschaftstreffen der Großlenkenauer / 750Jahr-Feier der G e m e i n d e H e i k e n dorf. Rathaussaal, Heikendorf
17. J u n i , L o t z e n : Treffen der Groß Kröstener. Kolpinghaus, G l a d b e c k
17./18. J u n i , L a b i a u : Jahreshaupttreffen. Berghotel, Schaumburger W e g
27, Stadthagen
h
17.—19. J u n i , A n g e r b u r g : Angerburger
Tage. Rotenburg/Wümme
25. /26. J u n i , Schloßberg u n d E b e n r o d e :
Regionalkreistreffen.
StadtgartenRestaurant, A m Stadtgarten, EssenSteele
26. J u n i , Lötzen:Treffen der Stadt R h e i n .
Stadtparkrestaurant, B o c h u m
3 . - 9 . J u l i , Schloßberg: Jugendtreffen.
Studienfahrt nach Bonn
23./24. J u l i , E b e n r o d e : Regionaltreffen.
H o t e l Lindenhof, gegenüber Bahnhof, 7240 H o r b
6 . - 9 . A u g u s t , F i s c h h a u s e n : Ortstreffen Seestadt Pillau.
Stadthalle,
Eckernförde
21. A u g u s t , M e m e l k r e i s e : Ostseetreffen. K u r h a u s , großer Saal, T r a v e münde
20./21. A u g u s t , R a s t e n b u r g : H e i m a t treffen. Niederrheinhalle, W e s e l
27. A u g u s t , G u m b i n n e n : Regionaltreffen. M a u t k e l l e r , Königstraße 60,
Nürnberg
27./28. A u g u s t , Bartenstein: Treffen
K i r c h e n g e m e i n d e Schönbruch u n d
Umgebung.
Hotel
Schaperkrug,
Bundesstraße 214, C e l l e - A l t e n c e l l e
27./2Ö. A u g u s t , L y c k : Kreistreffen. Ost' ' 'deutsche Heimatstuben, N e u e Stadthalle, H a g e n
+ >
Allenstein-Land
Kreisvertreter: Wlnrlch G. Otto. Geschäftsführer: Leo
Krämer, Telefon 05 41 /8 36 55, Sutthauser Straße 33,4500
Osnabrück
Busverbindungen für das Heimatkreistreffen —
Außer den fahrplanmäßigen Postbussen fährt ab
Osnabrück Hauptbahnhof am Sonntag, 12. Juni, ein
Sonderbus der Deutschen Bundesbahn, Abfahrt um
9.15 Uhr von Osnabrück, 9.30 Uhr ab Rosenplatz
Hotel Westermann, nach Hagen a.T.W. zur Realschule (Schulzentrum), Schopmeyerstraße 20.
Rückfahrt mit einem Sonderbus der Deutschen
Bundesbahn um 18 Uhr ab Hagen a.T.W. Realschule
(Schulzentrum), Schopmeyerstraße 20.
Fischhausen
Kreisvertreter: Louis- Ferdinand Schwarz. Geschäftsstelle : Gisela Hußfeld, Telefon (0 41 01) 2 20 37 (di. — fr. 8 bis
12 Uhr), Postfach 1705, 2080 Pinneberg
Heimattreffen 1983 — In der Ausgabe des Ostpreußenblattes vom 21. Mai, Folge 21, ist an dieser
Stelle auf das diesjährige Heimattreffen am 17./18.
September in Pinneberg und auf Hotels für Übernachtungsmöglichkeiten in der Stadt und in Rellingen hingewiesen worden. Hier nun weitere Hotels
für Übernachtungswünsche in der Umgebung von
Pinneberg: Uetersen (etwa fünf Kilometer von Pinneberg) : Rosarium, Telefon (0 41 22) 70 66; Zur Post,
Telefon (0 41 22) 5 24 10; Deutsches Haus, Telefon
(0 41 22) 24 44; Holsteiner Hof, Telefon (0 41 22)
811 21; Quickborn (etwa acht Kilometer von Pinneberg): Hamburger Hof, Telefon (041 06) 68383;
Schadendorf, Telefon (0 41 06) 28 81; Quickborner
Hof, Telefon (0 41 22) 22 02; Sporthotel, Telefon
(0 41 06) 40 91; Jagdhaus Waldfrieden, Telefon
(0 41 06) 37 71; Elmshorn (etwa zehn Kilometer von
Pinneberg): Drei Kronen, Telefon (0 41 21) 220 49;
Royal, Telefon (0 41 21) 2 20 66; Zur Linde, Telefon
(0 41 21) 817 01; Hamburger Hof, Telefon (0 41 21)
81701,- Bahnhofshotel, Telefon (0 41 21) 8 1689.
1, Kirchspiel K l . Gnie 1, Kirchspiel Laggarben 1,
Kirchspiel Löwenstein 1, Kirchspiel Momehnen 1,
Kirchspiel Molthainen 1, Kirchspiel Mulden 1.
Diese wählen danach aus ihrer Reihe den Vorstand
(Kreisausschuß) der Heimatkreisgemeinschaft, der
sich aus dem Kreisvertreter, dem stellvertretenden
Kreisvertreter und drei Beiräten zusammensetzt.
Für die Kreistagswahl sind alle Landsleute ab
Vollendung des 21. Lebensjahres wahlberechtigt,
die zum Zeitpunkt der Vertreibung ihren ständigen
Wohnsitz im Kreis Gerdauen hatten bzw. deren
Nachkömmlinge und die in der Kreiskartei namentlich auch erfaßt sind. Nach der Wahlordnung hat
jeder wahlberechtigte Kreisinsasse das Recht, für
das Kirchspiel, dem er bzw. seine Nachkommen angehören, einen Kandidaten in Vorschlag zu bringen.
Dieser Vorschlag ist dem mit der Durchführung der
Wahl beauftragten Peter Gotthilf, Kieler Straße 81 a,
2370 Rendsburg, bis zum 1. September vorzulegen.
Der Vorschlag muß enthalten: Name, Vorname,
Beruf, Geburtstag und -ort, Heimatort, und die jetzige postalische Anschrift sowohl die des Kandidaten
als auch die des Vorschlagenden. Dem Vorschlag ist
ferner eine schriftliche Zustimmung des Vorgeschlagenen beizufügen, daß er die Wahl annehmen
würde. Sofern Gegenvorschläge eingehen, werden
diese im Ostpreußenblatt bekanntgegeben und die
Strand bei Nimmersatt
benannten Kandidaten des einzelnen Kirchspiels
nochmals zur Wahl gestellt. Gewählt ist, wer die
meisten Stimmen erhält, bei Stimmengleichheit in Süddeutschland wohnenden Mitglieder des Bürentscheidet das Los.
gerrings, d.h. den Leitern und Vorsitzenden KöWahlvorschlag der Kreisvertretung — Nach der nigsberger Gruppen und Vereinigungen, sowie den
Wahlordnung hat auch die Kreisvertretung das dort ansässigen Mitgliedern der Stadtvertretung. Es
Recht, die Kandidaten für die Wahl als Kreistags- bietet Sich gleichzeitig Gelegenheit für Sondertrefmitglied in Vorschlag zu bringen. Dadurch soll er- fen einzelner Gruppen und Vereinigungen. Um
reicht werden, daß bewährte Mitglieder wieder zur Anmeldung derartiger Wünsche wird gebeten.
Wahl gestellt und für die aus Alters- und GesundDen Eingangsbereich zum Museum Haus Köheitsgründen ausscheidenden Kreistagsmitglieder nigsberg schmückt jetzt außer dem „Mädchen am
jüngere einsatzfreudige Landsleute zur Mitarbeit Fluß" des italienischen Bildhauers Fazzini ein Bildherangezogen werden. Die Kreisvertretung macht werk des Königsberger Bildhauers Arthur Steiner,
folgende Wahl vorschlage: Kirchspiel Gerdauen — der in Gumbinnen im Jahre 1885 geboren wurde.
Klaus Luckat, Ursula Bayer-Richstein, Leo Früh wandte er sich in Königsberg der naturalistiSchmadtke; Kirchspiel Nordenburg — Kurt Schliff- schen Gestaltung von Tierplastiken zu. Diese fanke, Ewald Kattlus, Gert Prang; Kirchspiel Assauen den in der kaiserlichen Majolika-Fabrik in Cadinen
— Erwin Goerke; Kirchspiel Friedenberg — Heinz so viel Anerkennung, daß er 17 Jahre lang Bildwerke
Boetticher; Kirchspiel Gr. Schönau — Hans Britt; von Elchen, Rehen, Uhus, Enten, spielende Bären
Kirchspiel K l . Gnie — Peter Gotthilf; Kirchspiel u. a. als Modelle dorthin lieferte. Dazu schuf er auch
Laggarben — Kurt Erdtmann; Kirchspiel Löwen- größere Werke wie den lebensgroßen Jungbrunnen
stein — Gerhard Briese; Kirchspiel Momehnen — für Tilsit und verschiedene Kriegerdenkmäler. Die
Lothar Opitz; Kirchspiel Molthainen — Ursula Pas- Stadtgemeinschaft Königsberg hat es vor Jahren
sarge; Kirchspiel Mulden — Kuno Lewin. Sofern sehr begrüßt, als sie von dem Ehepaar Schmidt in
hierzu kein Gegenvorschlag eingeht, gelten die Konstanz die von Arthur Steiner aus Muschelkalk
Vorgeschlagenen als gewählt.
gefertigte Tiergruppe „Biberratten" als Geschenk
erhielt. Endlich konnte die schöne Tiergruppe nach
Insterburg Stadt und Land
der äußeren Herrichtung des Museums Haus KöKreisvertreter Stadt: Prof. Dr. Georg-Winfried Schmidt nigsberg im September 1982 links vor dem HauptKreisvertreter Land: Klaus-Peter Steinwender. Ge- portal aufgestellt werden. Der Bildhauer Sasse hatte
schäftsstelle : AI tes Rathaus, Am Marktplatz 10,4150 Kre- hierfür den Granitsockel geschaffen.
feld 11
Die Prussia-Gesellschaft veranstaltet in der Zeit
Mit klingendem Spiel: Insterburg 1919 bis 1939 vom 15. Juli bis 26. August im Duisburger Museum
— Das geschichtliche Auf und A b der Kreisstadt Haus Königsberg eine Ausstellung „Luther und die
Insterburg und seiner großen Garnison haben 13 Reformation im Herzogtum Preußen", die vom PräAutoren fesselnd, anschaulich und zutreffend be- sidenten der Gesellschaft, Dr. Günther Meinhardt,
schrieben. Der Bearbeiter der verschiedenen Bei- vorbereitet wird. Für die Ausstellungszeit ist das
träge, Horst Fritz Zander, gleichzeitig der Heraus- Haus dienstags und freitags von 14 bis 18 Uhr geöffgeber, hat das einmalige Bild- und Datenmaterial net. A u c h soll die Ausstellung montags, mittwochs
mit geschickter Hand so zusammengestellt, daß und donnerstags von 8 bis 12 Uhr zu besichtigen
auch Menschen, die weder Insterburg noch Ost- sein. Freitag, 15. Juli, 18.15 Uhr, wird die Ausstelpreußen kennen, Freude und Interesse finden wer- lung durch Bürgermeister Bülitz in Vertretung des
den, wenn sie sich mit den Aufzeichnungen und Oberbürgermeisters der Stadt Duisburg feierlich
Darstellungen beschäftigen. In dem Buch „Mit klin- eröffnet. Professor Dr. Dr. h. c. Walther Hubatsch
gendem Spiel" erscheint vor dem Leser das weite spricht zum Thema der Ausstellung. Zudem werden
Land mit seinen prächtigen Menschen, ihren Sitten auf dem Königsberger Pfeifer-Klavier einige in der
und Gebräuchen, ziehen vor seinen Augen die Re- Reformationszeit in Ostpreußen entstandene Chogimenter, Schwadronen und Batterien ihre Straße. räle vorgetragen. W i r laden zu der EröffnungsverSie prägten Insterburg über lange Zeiten, ja, ohne anstaltung und zur Besichtigung der Ausstellung
sie gäbe es nicht Insterburg, wie wir es kennen. In herzlich ein.
dem Buch wird auch erinnert an die nationalen und
Löbenichtsc lies Realgymnasium — Die Bonninternationalen Erfolge der ostpreußischen Reiterei
und Pferdezucht, an den berühmten Insterburger Kölner Gruppe lädt alle ehemaligen Löbenichter,
Turnierplatz, an die Militaries, Dressurprüfungen, ihre Angehörigen und Freunde aus dem Rheindie Korpsdauerritte, an die glanzvollen unverges- Ruhrgebiet zu einem Treffen, Sonntag, 12. Juni, 14
senen Reitjagden und nicht zuletzt an die Gast- Uhr, in das Wissenschaftszentrum Bonn-Bad Gofreundschaft in den kleinen und großen Häusern in desberg ein. Dort findet eine Ausstellung „Luther
und um Insterburg. Der Leser wird erstaunt sein, und die Reformation im Herzogtum Preußen" statt.
wieviel Detailwissen noch bekannt ist über alle or- Die Führung übernimmt Dr. Iselin Gundermann,
ganisatorischen und personellen Veränderungen in Berlin, die maßgeblich an der vom Geheimen Staatsden Zeiten der Reichswehr, über die Entwicklung archiv Stiftung Preußischer Kulturbesitz veranstalder Waffen und Geräte, über Persönlichkeiten im teten Ausstellung mitgearbeitet hat. Nach der Fühmilitärischen wie im zivilen Bereich, über Ereignis- rung werden eine Kaffeerunde in der Beethovenhalse und Geschehnisse, die die Menschen damals be- le und ein Beisammensein dieses Regionaltreffen
wegten. Im Hinblick auf das Streben, Geschichte abschließen. Wir würden uns über eine rege Beteiliund Vergangenheit lebendig zu machen, ist dem gung sehr freuen. Richten Sie bitte Ihre Anmeldung
Herausgeber und dem Verleger Dank dafür zu zol- an: Bernhard Matz, Telefon (02 28) 62 19 00, Im Rinlen, daß Unwiederbringbares und Wertvolles vor gelsacker 60, Bonn.
Vergessenheit und Untergang bewahrt wurden. Das
Buch „Mit klingendem Spiel — Insterburg 1919 bis
1939" (264 Seiten, 155 Fotos, Ganzleinen) verkörpert ein Stück deutscher Geschichte — und nicht
das schlechteste! Zu beziehen zum Preis von 29,80
Gerdauen
D M zuzüglich 3,00 D M Versandkosten von der GeKreil Vertreter: Erwin Goerke, Telefon (061 72) 3 22 20, schäftsstelle der Kreisgemeinschaften Insterburg
Heuchelheimer Straße 104, 6380 Bad Homburg
Stadt und Land.
Wahl der Vertreter der Kreisgemeinschaft —
Die derzeitige Legislaturperiode der Vertretung unserer Heimatkreisgemeinschaft endet in diesem Königsberg-Stadt
Jahr. Es muß daher jetzt eine Neuwahl der Kreisver- Stadtvorsitzender: Klaus WelgelL Geschäftsstelle: Reintreter erfolgen. Satzungsgemäß bilden die Kreisver- hold Neumann, Tel. (0221)5221 84, Leostr. 63,5000 Köln
tretung 15 nach folgender Aufschlüsselung zu wäh- 30. Kartei: Tel. (02 03) 2 83 21 51, Museum Haus Königslende Kirchspielvertrauensmänner (Kreistagsmit- berg, Mülheimer Straße 39, 4100 Duisburg
glieder): für Kirchspiel Gerdauen 3, Kirchspiel
Regionaltreffen für Süddeutschland —SonnNordenburg mit Teilkirchspiel Karpau, Kreis A n - abend, 8. Oktober, findet in Augsburg in der Gastgerburg (das sind die Gemeinden Kurkenfeld, Plag- stätte Gewerkschaftshaus ein Regionaltroffen der
buden, Polleiken, Waldburg) 3, Kirchspiel Assauen Königsberger für Süddeutschland statt. Dieses Tref1, Kirchspiel Friedensberg 1, Kirchspiel Gr. Schönau fen wird verbunden mit einer Zusammenkunft der
Königsberg-Land
Kreis Vertreter: Fritz Löbert, Telefon (054 81) 23 88,
Schle8ierstraße 27, 4540 Lengerich
Das Heimatkreistreffen in Minden vom 21. bis 23.
Oktober wird wieder viele Landsleute unseres
Heimatkreises zusammenführen. Es beginnt am
Freitagabend mit einer Sitzung des Kreisausschusses. A m Sonnabendvormittag wird die Samlandausstellung eröffnet, bei der die durch den Kunstund Musikpädagogen Horst Dührung hergestellten
Modelle von Königsberg einst und heute gezeigt
werden. Friedrich Karl Witt wird interessante Bernsteinstücke und viele Bilder vom Samland ausstellen. Beide werden durch die Ausstellung führen. In
unmittelbarer Nähe belindet sich die Heimatstube,
die für unsere Landsleute ebenfalls sehr interessant
ist, zeigt sie doch vieles aus unserem Loben in der
Heimat. Liebe Landslouto, wir laden Sie herzlich zu
diesem Heimattroffen ein, das wieder ein ein-
Foto Meinekat
drucksvolles Bekenntnis zu unserer Heimat werden
soll. Richten Sie Ihre Urlaubspläne nach diesem
Termin aus, verabreden Sie sich mit Ihren Nachbarn und Freunden aus der Heimat, um wie in früheren Zeiten miteinander zu schabbern. Der Sonnabendnachmittag und der Bunte Abend bieten dazu
ausreichend Gelegenheit. Wegen der Quartierwünsche melden Sie sich bei Siegfried Brandes, Sozialamt, Portastraße 13, 4950 Minden.
Regionaltreffen in Pinneberg — Landsleute aus
dem norddeutschen Raum können wieder an dem
Treffen der Fischhausener in Pinneberg am 17. und
18. September teilnehmen. Viele Mitglieder des
Kreisausschusses werden ebenfalls anwesend sein
und sich freuen, Sie begrüßen zu können.
Labiau
Kreisvertreter: Hans Terner, Geschäftsstelle: Hildegard
KnutU, Telefon (04 81) 7 1757, Naugarder Weg 6, 2240
Heide
Kreistreffen — A m 17./18. Juni findet nun unser
Jahreshaupttreffen in Stadthagen, Stadtteil Wendthagen, statt. Der Grund diesmal, diesen Ort für
unser Treffen zu wählen, entsprach den jahrelang
der Kreisvertretung angetragenen Wünschen, es
einmal im Raum Hannover durchzuführen. So wird
erhofft, daß die Beteiligung wieder traditionsgemäß
recht stark ist. Indem der 17. Juni als Anreisetag bestimmt wurde, empfehlen wir bei rechtzeitiger A n kunft die reizvoll gelegene Stadt zu besichtigen. A b
20 Uhr wollen wir uns alle im Berghotel, Schaumburger Weg 27, zu einem gemütlichen Abend treffen. A m Sonnabend, dem 18. Juni, erfolgt um 9.30
Uhr die Kranzniederlegung am Ehrenmal. Um 11
Uhr beginnt die Heimatfeierstunde mit Grußworten
von Vertretern des Landkreises Schaumburg und
unseres Patenkreises, der eine kurze Ansprache des
Kreisvertreters zum Abschluß folgt. Für das Mittagessen ist im Berghotel gut gesorgt, und am Nachmittag finden die Ortstreffen der einzelnen Kirchspiele
sowie ehemaliger Schulklassen statt. Neben unserem Informationsstand wird auch heimatliche Literatur mit zahlreichen Neuerscheinungen von ostpreußischen Themen angeboten. Weitere Einzelheiten sind der 32. Folge unseres Heimatbriefes zu
entnehmen.
Heimatstube — Zu allen Treffen waren wir erfreut, wenn Landsleute mit Erinnerungsstücken für
unsere Heimatstube in Otterndorf beitrugen. Vielleicht kann es auch diesmal so sein, da wir uns doch
in absehbarer Zeit im Torhaus erweitern können.
W i r bitten daher, diese Dinge — sei es in Form von
Sachgegenständen oder kreisbezogener Literatur
(z. B. besondere Dokumente, die abgelichtet werden können) —, allein Lm. Knutti oder dem Kreisvertreter zu übergeben.
Lyck
Kreisvertreter: Walter Mrotzek, Telefon (04321)
52 80 19, Karl-Feldmann-Straße 6, 2350 Neumünster
Das Treffen der Grabnicker im Frühjahr im Taunus ist nun zur Tradition geworden. Zum 9. Mal fanden sich die in allen Bundesländern der Bundesrepublik Deutschland lebenden Grabnicker zum Gottesdienst unter der geretteten Kirchenglocke im
Kirchlein auf dem Altenberg in Egenroth zusammen, und es waren nicht wenige. Pfarrer Dietz wies
•auch diesmal in seiner Predigt auf den in der Glocke
eingravierten lateinischen Spruch hin, der auf
deutsch übersetzt heißt: Ist Gott für uns — wer kann
gegen uns sein! Es war eine erbauende Predigt. Am
Nachmittag wurde im Grabnick-Saal im Haus der
Begegnung der evangelischen Kirche in Egenroth
die 500-Jahr-Feier der Ramecksfelder und Muldener begangen. Gerhard Martzian begrüßte die
Landsleute und Gäste und dankte für ihr zahlreiches Erscheinen. In der anschließenden Totenehrung aller unserer Verstorbenen hob er nochmals
die Verdienste des so plötzlich verstorbenen Kreisvertreters Carl Gentek hervor, der ein gebürtiger
Grabnicker war. Er erinnerte auch an den Begründer
dieses Troffens, unseres unvergessenen Heinz
^eorg Kondoch. Gerda Bölter-Saborowski, aus Ramecksfolde, die nach Muldon zur Schule ging und in
Fortsetzung auf Seite 16
£Ü5 tfipmißcnblan
4. J u n i 1 9 8 3 — Folge 2 4 — Seite 1 5
Aus der landsmannschaftlichen Arbelt in
Berlin
Vorsitzender der Landesgruppe: Werner Gulllaume, Telefon (0 30) 2 61 10 46. Deutschlandhaus, Stresemannstraße 90, 1000 Berlin 61
Aus Anlaß des 17. Juni veranstaltet der
Senat von Berlin um 16 Uhr in der Freilichtbühne Rehberge eine Kundgebung zum Tag
des Volksaufstandes in Mitteldeutschland.
Die Landesgruppe der L O ruft alle Landsleute zur Teilnahme und Unterstützung auf.
Hamburg
Vorsitzender der Landesgruppe: Fritz Scherkus. Telefon
(040) 5 51 2202, Gotenweg 16, 2000 Hamburg 61
BEZIRKSGRUPPEN
Bergedorf — Freitag, 10. Juni, 15 Uhr, Lichtwarkhaus, Treffen der Frauengruppe. — Mittwoch, 15.
Juni, Treffen um 9.25 Uhr am Bahnhof (Ausgang
Lohbrügge), Fahrt mit der S-Bahn nach Rissen und
Wanderung zum Klövensteen.
Harburg/Wilhelmsburg — Sonnabend, 25. Juni,
15.30 Uhr, Gemeindehaus der Sinstorfer Kirche.
Johannifeier und Johannifeuer.
HEIMATKREISGRUPPEN
Osterode — Sonnabend, 11. Juni, 15 Uhr, Gesellschaftshaus Pudlich, Kleiner Schäferkamp 36,
Hamburg 6 (U-Bahn Schlump), gemütlicher Nachmittag mit Kaffee und selbstmitgebrachtem K u chen. Anschließend zwei Dia-Vorträge über das
südliche Ostpreußen einst und jetzt. Eintritt 2,—
D M . — Sonnabend, 24., und Sonntag, 25. September,
Heimattreffen aus Anlaß der 30jährigen Patenschaft in Osterode am Harz. Bei genügender Beteiligung ist eine Busfahrt dorthin geplant. Anmeldungen nimmt Günter Stanke, Telefon (0 41 09) 90 14,
Dorfstraße 40, 2000 Tangstedt, entgegen.
Sensburg — Sonnabend, 2. Juli, 16 Uhr, Sportheim der Polizei, Sternschanze 4 (U- und S-Bahn),
Hamburg 6, Grillparty.
freute die Reisegesellschft eine Donaufahrt von
Kelheim nach Weltenburg, wo in der Klosterkirche
gerade ein Gottesdienst abgehalten und vom guten
Klosterlikör probiert wurde.
Quakenbrück — Auf einer außerordentlichen
Tagung befaßte sich die Gruppe mit Aufgaben im
heimatpolitischen, kulturellen und gesellschaftlichen Bereich. Nach der Sommerpause wird die Tätigkeit im Monat September mit einem Gedenken
zum Tag der Heimat, der unter dem Leitwort »Einheit — Freiheit — Frieden" steht, aufgenommen.
Wilhelmshaven — Frauengruppe: Nach der
Wahl auf der Jahreshauptversammlung setzt sich
der Vorstand wie folgt zusammen: Vorsitzende Eva
Naraschewski; Stellvertreterin, Kassenwartin und
Pressereferentin Erika Hartog; Kulturwartin, Organisation, Bruderhilfe Ostpreußen Ilse Peters. — Der
Jahresbericht der Vorsitzenden zeugte von einer
rührigen Aktivität der Mitglieder, die durch zahlreiche Unterstützung in der Lage waren, in der Zeit
bis zum Osterfest dieses Jahres insgesamt 74 Pakete nach Masuren zu verschicken. Diese Paketaktion
wird auch in Zukunft das Hauptanliegen dieser
Gruppe sein. — Zur Freude der Landsleute hat sich
wieder eine Singgruppe gebildet. Außerdem sorgt
gelegentlich ein langjähriges Mitglied auf ihrem
Schifferklavier für die nötige Stimmung.
Nordrhein-Westfalen
Vors. der Landesgruppe: Alfred Mikoieit Geschäftsstelle: Tel. (02 11) 3957 63, Neckarstr. 23, 4000 Düsseldorf
Landesgruppe — Sonnabend, 9. Juli, 10 Uhr,
Haus Oberschlesien, Hösel, Arbeitstagung der Leiterinnen und Mitarbeiter der Frauengruppen.
Gleichzeitig tagt in Hösel der erweiterte Vorstand
der Landesgruppe.
Bielefeld — Freitag, 17. Juni, 11 Uhr, Aula des Bavink-Gymnasiums, Feierstunde zum Tag der deutschen Einheit mit einer Festrede vom Bundesminister a. D. und dem ehemaligen FDP-Vorsitzenden
Erich Mende.
Bonn — Frauengruppe: Mittwoch, 22. Juni,
17 Uhr, Hotel Bergischer Hof, Zusammenkunft.
Hauptreferat »Deutsches Land im Osten — Geschichte,
Sehnsucht und Wirklichkeit" und KurzreBremen
ferat »Unvergessene Wege" von Franz K. Waechter.
Vorsitzender der Landesgruppe: Gerhard Prengel, Tel.
— In den Monaten Juli/August finden für die Frau(042 21) 72606, Alter Postweg 51, 2805 Stuhr-Varrel
engruppe wegen der Ferien- und Festspielzeit keine
Bremen-Nord — Dienstag, 21. Juni, 15.30 Uhr, bei Veranstaltungen statt.
Gladbeck — Sonnabend, 11. Juni, 19 Uhr,
Wildhack in Beckedorf, Zusammenkunft der FrauKolpinghaus, Monatsversammlung.
engruppe.
Hagen — Sonnabend, 18. Juni, 19 Uhr, Ostdeutsche Heimatstuben, Emilienplatz, gemütlicher
Heimatabend mit Musik und Tanz.
Schleswig-Holstein
Viersen — Sonnabend, 11. Juni, 19 Uhr, OstdeutVorsitzender der Landesgruppe: Günter Petersdorf. Geschäftsstelle: Telefon (0431) 553811, Wilhelminen- sche Heimatstuben, Wilhelmstraße 12, HeimatStraße 47/49, 2300 Kiel
abend. Die Frauengruppe serviert Matjes-Heringe
mit Kartoffeln und Beilage, Kostenbeitrag 5 D M .
Itzehoe — Donnerstag, 9. Juni, 15 Uhr, Klosterhof
Anschließend Vorträge von Kulturwart Günter Eh9, Zusammenkunft der Handarbeitsgruppe. — Auf
lert zu den Themen »Stadtgründung Marienwerder
einem Beisammensein im Mai, das ganz im Zeichen
vor 750 Jahren" und „Der 17. Juni 1953". Außerdem
des Muttertages stand, wurde stellvertretend für
Besprechung der Busfahrt in die Lüneburger Heide.
alle Mütter den älteren Teilnehmerinnen eine Rose
— Bei der Jahreshauptversammlung wurde dem
überreicht. V o n ihrer Arbeit und den Jahren in OstVorsitzenden W i l l i Zastrau für seine 25jährige
preußen berichtete Frau Dr. med. Siegmund, die bis
landsmannschaftliche Tätigkeit gedankt. Die Neuzum November 1947 in Königsberg unter den Sowahl des Vorstandes hatte folgendes Ergebnis: Vorwjets im Krankenhaus Yorckstraße gearbeitet hat.
sitzender W i l l i Zastrau, Stellvertreter Karl Blank,
Die Mitglieder der Gruppe zeigten sich dankbar für
Schriftführerin Hildegard Blank, Schatzmeisterin
die Weitergabe dieser persönlichen, fruchtbaren
Anneliese Blank, Kulturwart Günter Ehlert, FrauErlebnisse der ostpreußischen Ärztin.
engruppenleiterin Martha Klinger, Pressereferentin
Hildegard Güttsches, Jugendreferent Günter A d loff, Aussiedlerbetreuerin Elfriede Blank, Beisitzer
Niedersachsen
Karl Grätsch, Erwin Neumann, Rudolf Boll und W i l Vorsitzender: Fred! Jost. Nord: Werner Hoffmann, Tele- helm Tillmann, Kassenprüferinnen Ursula Nissen
fon (058 22) 843, Max-Eyth-Weg 3, 3112 Ebstorf. Süd: und Frieda Werkes.
Günter Jahn, Telefon (0 52 81) 58 23, Am Königsbrink 19,
3280 Bad Pyrmont West: Fredi Jost Telefon (0 54 31)
35 17, Hasestraße 60, 4570 Quakenbrück
Bad Harzburg — Sonnabend, 25. Juni, 15 Uhr,
Hotel Brauner Hirsch, Herzog-Julius-Straße 52,
erste Versammlung der Gruppe. — Die Landsleute
wollten auf die örtliche Fortführung und Pflege heimatlicher Kulturarbeit und den Einsatz für ihre
Rechte nicht länger verzichten. So drängten vor
allem die Frauen zu einer Neugründung. Dem Aufruf zur ersten Zusammenkunft folgten spontan 24
Landsleute. A l s Referent und Ehrengast kam der
Vorsitzende der Gruppe Goslar, Ernst Rohde. Er äußerte sich über die große Bedeutung dieser neugegründeten Gruppe in Bad Harzburg und nannte als
gute Beispiele für die Erhaltung der Heimatverbundenheit den Singekreis Ostpreußen, das Kreuz des
deutschen Ostens und die Tage der Heimat. Rohde
sprach zudem über die guten Verhältnisse von den
Flüchtlingen zum polnischen Volk und kündigte an,
demnächst einen Dia-Vortrag über das heutige
•Polen zu halten. Die Vorstandswahl brachte folgendes Ergebnis: Vorsitzende Erna Schimkat, Stellvertreter Fritz Nickel, Schriftführer Gerda Mallun,
Schatzmeister Benno Schimkat, Beisitzer Fritz
Nickel und Elisabeth Hertzer.
Osnabrück — Die Gruppe unternahm eine viertägige Busfahrt nach Bayern mit einem kurzen Aufenthalt in Nürnberg und dem Deutschordenschloß
Ellingen-Kulturzentrum Ostpreußen als Ziel. Die
Ausstellung fand bei den Landsleuten große Beachtung. Anschließend führte die Fahrt nach Eichstätt
und nach einem längeren Aufenthalt nach Kelheim.
Dort trafen sich die Landsleute mit den Mitgliedern
der örtlichen Gruppe zu einem gemütlichen Beisammensein. Zum Andenken überreichte der Vorsitzende der Kelheimer Gruppe, Weiss, den Gästen
eine Kachel. A m nächsten Tag war eine Führung
durch Regensburg an der Reihe. Zum Abschluß er-
Baden-Württemberg
Vorsitzender der Landesgruppe: Werner Buxa, Tel.
(07237) 78 53, Postach 351, 7530 Pforzheim
Pforzheim — Gut besucht war die Jahreshauptversammlung, die im Filmtheater stattfand, weil mit
ihr die Aufführungen des klassischen Films »Die
Reise nach Tilsit", frei nach Hermann Sudermann,
verbunden war. Die Aufnahmen von Haff, Nehrung,
Memelstrom und Tilsit hinterließen einen nachhaltigen Eindruck. Eröffnet hatte Vorsitzender Werner
Buxa die Versammlung mit dem Totengedenken
und einem Jahresbericht. Mit einem Mitgliederzuwachs um 26 Landsleute ist die Gruppe auf 316 Mitgliederfamilien angewachsen und hat sich in zehn
Jahren fast verdreifacht. Schatzmeister Kurt Golz
erstattete einen erfreulichen Kassenbericht, dem
der Prüfungsbericht von Hildegard Kuhn und eine
einstimmige Entlastung folgten. Die Neuwahlen erbrachten folgendes Ergebnis: Vorsitzender Werner
Buxa, Stellvertreter W i l l y Schack, Westpreußenbeauftragter Walter Kaulitzki, Schatzmeister Kurt
Golz, Schriftführer Fritz Retzko, Stellvertreterin
Ruth Nagel, Sozialreferent Artur Zelwis, Kulturreferentin Ursula Seeherr, Frauenreferentin Gertrud
Buxa, Jugendreferentin Monika Dahnel, Organisationsleiter Kurt Burmeister, „Hilfe für Deutsche
unter Polen" Herta Maguhn, Pressereferent Holger
Killat, Kassenprüfer Arthur Reimers, Hildegard
Kuhn und Siegfried Kunigk, Stadtteilbeauftragte
Lm. Herzog, Lm. Kunigk, Lm. Thoms, Lm. Kempner,
Lm. Schuskauskas, Lm. Rudolph, Lm. Scholl, Lm.
Paap, Lm. Golz, Lm. Dankworth und Lm. Großmann.
Die Treuena/lel für 30jährige Mitgliedschaft erhielten Albert Czwalinna und Erna Stalbaum,- 25jährige: Lena Claasen, Eduard Fenske, Lydia Kucklack,
Helmuth Poppe und Frieda Weidenstrauch; für
Landsmannschaftliche Arbeit
Erinnerungsfoto 442
Volksschule Friedrichshof — Z u dieser A u f n a h m e , die wir a m 14. A p r i l 1 9 8 0 erhielten,
schrieb uns unser Leser K a r l N i s c h i t z : «In Folge 1 3 unseres H e i m a t b l a t t e s zeigten Sie
den 9 1 . Geburtstag meines alten Rektors Rudolf Sprinewald, früher Friedrichshof, K r e i s
Ortelsburg, an. Ich b i n n o c h Besitzer eines alten Schulfotos aus d e m Jahre 1 9 2 8 . Es zeigt
die 1. Klasse der V o l k s s c h u l e Friedrichshof. Ich wäre der R e d a k t i o n sehr dankbar, w e n n
sie dieses Foto z u E h r e n dieses verdienten M a n n e s bringen würde. A u c h würde i c h
m i c h freuen, w e n n meine e h e m a l i g e n Mitschüler s i c h bei m i r m e l d e n würden. V i e l leicht ließe s i c h e i n Klassentreffen arrangieren. Ich selbst b i n seit 3 5 Jahren i n der
Landsmannschaft Ostpreußen tätig, i n Friedrichshof geboren u n d war aktiver Y o r c k scher J ä g e r v o n 1 9 3 4 bis 1 9 4 5 . " Zuschriften unter d e m K e n n w o r t „Erinnerungsfoto 4 4 2 "
an die R e d a k t i o n des Ostpreußenblatts, Parkallee 8 4 — 8 6 , 2 0 0 0 H a m b u r g 13, leiten wir
an d e n Einsender weiter.
hz
20jährige: Käthe Kempner, Agnes Reiling und Fritz
Retzko.
Rastatt — In Rastatt wie auch in Gaggenau hielt
Heinz Pickrahn, Oberstleutnant a. D., die Diavorträge »Burgen und Schlösser in Westpreußen" und
„Danzig früher und heute". Beide Veranstaltungen
waren gut besucht. In einem geschichtlichen Abriß
wies der Referent nach, daß die Besiedlung des
Pruzzen-Landes durch den Deutschen Ritterorden
rechtmäßig erfolgte und daß dort zu keiner Zeit
Polen oder Slawen wohnhaft waren. Im zweiten
Vortrag zeigte er die einst blühende und reiche
»Perle der Ostsee", Danzig, und stellte gegenüber,
wie diese Stadt heute aussieht. Die wechselvolle
Geschichte der deutschen Hansestadt wurde von
Pickrahn in fesselnder Weise dargestellt. Viel Beifall sowie zwei gute Flaschen Wein, die er vom Vorsitzenden der Gruppe Gaggenau, Lm. Hanowski,
und dem Vorsitzenden der Gruppe Rastatt, Peter
Kiep, erhielt, belohnten den Referenten für seinen
Vortrag.
Stuttgart — Montag, 27. Juni, 18.30 Uhr, Wartburg-Hospiz, Lange Straße 49, Monatsversammlung mit einem Film über Berlin.
Veranstaltungen
22. Ostdeutsche Kulturwoche
Ravensburg — V o n Sonntag, 1 2 . J u n i , bis
Sonntag, 3 . J u l i , veranstaltet die Stadt ihre 2 2 .
„Ostdeutsche K u l t u r w o c h e " . In deren M i t t e l p u n k t steht die A u s s t e l l u n g „Kunstakademie
Königsberg F T . , 1 8 4 5 — 1 9 4 5 — W e r k e der L e h - .
rer u n d Schüler i m 2 0 . Jahrhundert". D i e Eröffnung findet a m 12. J u n i u m 11 Uhr i n der Städtischen Galerie A l t e s Theater d u r c h Oberbürgermeister K a r l W ä s c h l e statt. Einführende
W o r t e spricht D r . Günter Krüger, Berlin. Öffnungszeiten: Täglich, außer montags, v o n 1 0
bis 1 2 . 3 0 U h r u n d 1 6 bis 1 8 . 3 0 U h r sonntags
v o n 1 0 bis 1 2 . 3 0 U h r u n d 1 5 bis 1 7 . 3 0 U h r . F r e i tag, 1 7 . J u n i : 1 0 U h r F i l m - M a t i n e e i m Burgtheater, »Mit d e m W i n d nach W e s t e n " , S p i e l film über eine Flucht mit d e m Ballon aus der
„DDR". Freitag, 2 4 . J u n i : 2 0 Uhr, Großer Saal
des H o t e l s W a l d h o r n , M o n i k a Taubitz,
M e e r s b u r g , liest eigene L y r i k u n d Prosa. D o n nerstag, 3 0 . J u n i : 2 0 Uhr, Großer Saal des H o tels W a l d h o r n , Professor A l f r e d Brückner,
W e i n g a r t e n , spricht z u m T h e m a „Heimat verlieren — H e i m a t gewinnen". Der Eintritt ist
jeweils frei. In der Marktstraße 2 8 , H u m p i s schule, besteht die Möglichkeit z u m Besuch
der Ostdeutschen H e i m a t s a m m l u n g Ravensburg.
;
Bayern
Vorsitzender der Landesgruppe: Erich Diester, Telefon
(089) 201 3378, Baaderstraße 71, 8000 München 5
Karlsfeld — Sonnabend, 11. Juni, Grill - und Gartenfest. Näheres siehe Einladungen.
Mühldorf/Waldkraiburg — Freitag, 17. Juni,
Sonnenwendfeier. Näheres in der örtlichen Presse.
Rosenheim — Bei gutem Wetter ging es zum Ausflug in das Salzkammergut zum Dachstein-Gebirge.
Der vollbesetzte Bus war mit dem WestpreußenKreuz, der Elchschaufel und der Rosenheimer Rose
versehen worden. Während einer Mittagspause
überreichte Vorsitzender Stadtrat Gennis dem Ehrenvorsitzenden Schmelter das Ehrenzeichen der
Landesgruppe, das zuvor lediglich fünfmal verliehen wurde. Nach Zwischenaufenthalten in Gösau
und am Vorderen Gosausee ging es nach St. Wolfgang am Arbersee. Dem Besuch der Wallfahrtskirche folgte eine Kaffeetafel. Erst auf dem Rückweg
erfolgte eine Wettereintrübung, was der glänzenden Stimmung der Fahrtteilnehmer jedoch keinen
Abbruch tat.
Tutzing — Sonnabend, 11., bis Sonntag, 12. Juni,
Ausflug auf die Insel Mainau. Abfahrt am Sonnabend um 14 Uhr ab Bahnhof, um 14.15 Uhr ab Feldafing, Post, um 14.30 Uhr ab Starnberg, hinter dem
Güterbahnhof, um 14.50 Uhr ab Planegg, Bahnhof.
Ostheim
Vereinsmitteilungen
Landsmannschaft der Litauendeutschen
Salzgitter — Das Bundestreffen der Landsmannschaft der Litauendeutschen (siehe auch Folge 23, S.
23) am Wochenende 18./19. Juni in Salzgitter findet
im Stadtteil Lebenstedt im großen Festsaal der
Salzgitter-Werke, Kampstraße 37/39, statt. Die
Festkundgebung mit der Ansprache von Dr. Ottfried Hennig beginnt um 16 Uhr, ab 19 Uhr folgt ein
geselliges Beisammensein. A m Sonntag ist um 9.30
Uhr in der Martin-Luther-Kirche ein Festgottesdienst. Weitere Auskünfte erteilt die Bezirksgruppe
der Landsmannschaft, Telefon (0 53 41) 6 58 31, Rudolf-Klinger-Ring 28, 3320 Salzgitter 1.
Hörfunk im Juni
Geschäftsführer: Hans-Georg Hammer, Telefon (0 52 81)
85 38, Parkstraße 14, 3280 Bad Pyrmont
10. bis 14. Juni: Treffen ehemaliger Krankengymnastinnen aus Dresden. Veranstalter: Alice
Luckau, 2982 Norderney.
13. bis 16. Juni: Klassentreffen Bismarck-Oberlyzeum Königsberg/Pr. Veranstalter: Ursula Wodsak,
2000 Hamburg 70.
17. bis 19. Juni: Klassentreffen Frieda-Jung-Mittelschule, Insterburg. Veranstalter: Eva Matzigkeit,
3450 Holzminden.
17. bis 19. Juni: Staatspolitisches Seminar. Veranstalter: Studentenbund Ostpreußen, 3400 Göttingen.
20. Juni bis 5. Juli und 6. bis 20. Juli:Sommerfreizeit. Veranstalter: Ostheim, 3280 Bad Pyrmont.
-
Dienstag, 14. Juni, 14.30 Uhr, B II: Osteuropa
und wir.
Dienstag, 14. Juni, 2 0 Uhr, B I : D e u t s c h l a n d
— was ist das? G e d a n k e n über das N a t i o n a l bewußtsein eines geteilten V o l k e s , v o n H a n s U l r i c h Engel.
Mittwoch, 15. Juni, 8 . 1 5 Uhr, W D R 1 : Leierkasten. „Und i n d e m Schneegebirge", Lieder
u n d Tänze aus Schlesien.
Mittwoch, 15. Juni, 2 0 . 0 5 Uhr, N D R 3 . G e denktag, Feiertag, freier Tag. Der 17. J u n i jährt
sich z u m 3 0 . M a l , v o n Jens F l e m m i n g .
pitr gratulieren
Posdziech, Martha, aus Wilhelmshof, Abbau, Kreis
Ortelsburg, jetzt Eggersweg 10, 3101 Bergen 1,
Koloska, Johann, aus Steinberg, Kreis Lyck, jetzt Eram 16. Juni
lenbachstraße 9, 7531 Olbronn-Dürrn, am 16. Schiila, Elfriede, geb. Dygutsch, aus Neidenburg,
Juni
jetzt Lerchenweg 23, 7332 Eislingen, am 19. Juni
Kostinski, Albert, aus Wartenburg, Kreis Alien- Schulzki, Anna, aus Klawsdorf, Kreis Rößel, jetzt
stein, jetzt Marktstraße 20, 4440 Rheine, am 8.
Joseph-Haydn-Straße 3, 4156 Willich, am 31.
Juni
Mai
Marzian, Otto, aus Lyck, jetzt Burgstraße 47, 2162 Vorwald, Anni, geb. Migat, aus Grenzhöhe, Kreis
Grünendeich, am 15. Juni
Schloßberg, jetzt Edelmeierstraße 34, 8360 DegOlschewski, Inga, aus Königsberg, jetzt Weifengendorf, am 31. Mai
straße 31c, 7500 Karlsruhe, am 15. Juni
Wengoborski, Charlotte, aus Eichensee, Kreis
Sagurna, Bertha,- aus Krausen, Kreis Rößel, jetzt
Lyck, jetzt Alte Landstraße 17, 2072 BargteheiWestkirchenstraße, 4722 Ennigerloh, am 17. Mai
de, am 15. Juni
Schiiimann, Anna, geb. Torkler, aus Tilsit, Fried- Zimmerling, Richard, aus Heidenberg und Sellwerichstraße 18, jetzt A n der Koppel 4, 1000 Berlin
then, Kreis Labiau, jetzt Kapellenweg 2, 2991
52, am 16. Juni
Kluse 1, am 6. Juni
Schimanski, Pauline, geb. Klomfas, aus Bischofsburg, Kreis Rößel, jetzt Lehmkaul 4, 6551 Rox- zum 70. Geburtstag
heim, am 12. Juni
Burneleit, Anna, aus Leegen, Kreis Lyck, jetzt SchilTotzek.Erna, geb. Schikowski, aus Leinau, Kreis Orlerstraße 40, 4370 Marl, am 16. Juni
telsburg, jetzt Werrestraße 44,4937 Lage, am 16. Ermert, Helene, geb. Lankau, aus Lyck, jetzt HochJuni
straße 63, 5900 Siegen 21, am 19. Juni
Fortsetzung von Seite 12
Feier vorgetragenen Gedichte und gesungenen ostpreußischen Lieder, auch, vorgetragen von der
Frauenhilfe Egenroth unter der Leitung von Frau
Dietz, vermittelten heimatliche Atmosphäre.
Zum Treffen in Holzhausen waren 30 Personen
erschienen. In geselliger Runde wurden lebhaft
heimatliche Erinnerungen ausgetauscht. Dabei
kam manches bis dahin streng gehütete Lausbubenstück ans Tageslicht, welches von den Beteiligten amüsant geschildet und von den anderen mit
lebhaftem Beifall bedacht wurde.
Das nächste Grabnicker Treffen findet am
28V29. April 1984 statt.
Neidenburg
Kreisvertreter: Wolf-Joachim Becker, Telefon (0211)
30 69 54, Martinstraße 93, 4000 Düsseldorf 1
Bildband — Noch immer stehen von einer Reihe
von Orten des Kreises Neidenburg keine oder nur
wenig geeignete Bilder und Postkarten zur Verfügung. Da in dem Bildband möglichst alle Orte abgebildet werden sollen, werden alle Landsleute aus
den nachstehenden Amtsbezirken nochmals aufgefordert, Postkarten, Bilder oder Negative aus der
Zeit vor der Vertreibung, soweit vorhanden, der
Kreisgemeinschaft zur Verfügung zu stellen und an
den Kreisvertreter zu übersenden. Sie erhalten
Fischereit, Gertrud, geb. Müller, aus Kattenau, diese nach der Erstellung von Reproduktionen auf
zum 80. Geburtstag
Kreis Ebenrode, jetzt Frühlingstraße 9, 6661 Wunsch zurück. Im einzelnen werden noch Bilder
Großbundenbach, am 6. Juni
aus nachstehenden Amtsbezirken benötigt: AmtsBesmehn, Anna, geb. Schmidt, aus Gilge, Kreis Labiau, jetzt Breslauer Straße 21, 2060 Bad Oldes- Goerigk, Karl, aus Bischofstein, Kreis Rößel, jetzt bezirk Bälden: Bälden und Gimmendorf; Amtsbeloe, am 4. Juni
A n der Ziegelei 77, 5500 Trier, am 15. Mai
zirk Gardierien: Froben, Gardienen, Kaunen, LogBrodowski, Hermann, aus Giesen, Kreis Lyck, jetzt Gogoll, Erna, geb. Fromberg, aus Hohenstein, Kreis dau, Oschekau, Skottau; Amtsbezirk Groß SchläfKaiserstraße 96a, 6790 Landstuhl, am 13. Juni
Osterode, jetzt Rathausplatz 5,6729 Wörth 1, am ken: Klein Schläfken, Roggenhausen, Santop, SteinDrewnack, Waldemar, aus Königsberg, jetzt Cann6. Juni
tal, Thalhöfen, Waltershausen, Wiesenfeld; Amtsstatter Straße 77, 7300 Esslingen-Mettingen, am Korpies, Margarete, aus Waiden, Kreis Lyck, jetzt bezirk Hartigswalde:HartigswaldeundSchwarzen12. Juni
Hambacher Straße 5, 7500 Karlsruhe, am 18. ofen Amtsbezirk Illowo: Bursch mit Wiersbau,
Eder, Käthe, geb. Tingemann, aus Jonasthal/Kl.
Juni
Illowo, Sochen; Amtsbezirk Kandien: Palicken, SafTrakehnen, Kreis Gumbinnen, jetzt Theodor- Lutat, Gustav, aus Gumbinnen, Schloßberger Straße fronken, Winrichsrode, Gut Billau und Gut Sagsau;
Störm-Straße 22b, 2360 Bad Segeberg, am 14.
10, jetzt A m Kämpchen 5,4020 Mettmann, am 9. Amtsbezirk Klein Kosel: Sablau und Sakrau; AmtsJuni
Juni
bezirk Malga: Eichenau und Malgaofen; AmtsbeFreitag, Meta, geb. Neumann, aus Groß Hasselberg, Malk, Albert, aus Weidicken, Kreis Lotzen, jetzt zirk Orlau: Groß Karlshof; Amtsbezirk Saberau:
Kreis Heiligenbeil, jetzt Friedrich-List-Straße
Grotebecker Straße 7, 5600 Wuppertal-Voh- Freidorf, Pilgramsdorf, Struben mit Klein Olschau,
27, 4750 Unna, am 13. Juni
winkel, am 16. Juni
Heidemühle und Karlshöhe (Fortsetzung folgt).
Goerke, Arnold, aus Figaiken-Seegertswalde, Kreis Nowakowski, Benno, aus Rößel, jetzt HeinrichMohrungen, jetzt 2317 Sophienhof, am 6. Juni
Goebel-Straße 1, 8000 München, am 13. Juni
Karrasch, Hans, Lehrer i . R., aus Sensburg, Pröb- Pissarek, Fritz, aus Lyck, jetzt Grenzweg 29, 4190 Ortelsburg
bernau, Kreis Elbing, Turau, Gehlenburg, Kreis
Kleve-Kellen, am 15. Juni
Kreisvertreter: Gustav Heybowltz, Telefon (052 58)
Johannisburg, und Liebemühl, Kreis Osterode, Podschun, Margarete, aus Königsberg, jetzt Brau- 78 82, Am Elchenwald 7, 4796 Salzkotten-Thüle
jetzt Ulrich-von-Hassell-Straße 6, 5090 Leverberger Straße 44, 2940 Wilhelmshaven, am 15.
Heimatstube — Bestimmt nutzen die Ortelsburkusen, am 13. Juni
Juni
ger Landsleute die Urlaubszeit auch für VerwandKrischkowski, Emil, aus Treufelde, Kreis Schloß- Rautenberg, Hedwig, geb. Böhnke, aus Krausen und
tenbesuche und, da die verwandtschaftlichen
berg, jetzt Kronsforder Allee 48c, 2400 Lübeck,
Frankenau, Kreis Rößel, jetzt A m Mühlberg 36, Bande mit den Einwohnern der Städte im Industrieam 6. Juni
6150 Ober-Ramstadt Modau, am 6. Juni
revier sehr umfangreich sind, wird so manchen auch
Kwiedor, Johanna, aus Nußberg, Kreis Lyck, jetzt Riechert, Margarete, geb. Messing, aus Haselpusch,
der Weg in unsere Patenstadt Herne, der HafenEisenacher Straße 7a, 4352 Herten, am 19. Juni
Kreis Heiligenbeil, und Heiligenbeil, jetzt Fin- stadt am Rhein-Herne-Kanal führen. Sie können
Muhlack, Frieda, geb. Rieck, aus Schönritten, Kreis
kenweg 2, 6701 Birkenheide, am 16. Juni
auch hier Ihren Urlaub verleben, denn Herne mit
Bartenstein, jetzt Adlerstraße 6,4660 Gelsenkir- Rützel, Elfriede, verw. Schlien, geb. Nehrkorn, aus
Wanne-Eickel verfügt über herrliche und ausgechen-Buer, am 13. Juni
Gumbinnen, Goldaper Straße 29, und Inster- dehnte Grün- und Freizeitanlagen. In Herne 2
Nagel, Paula, geb. Klempert, aus Bischofstein, Kreis
burg, jetzt Euskirchener Straße 171,5040 Brühl 7, (Wanne-Eickel), Alte-Fritz-Straße, befindet sich
Rößel, und Rastenburg, jetzt Theodor-Stormam 4. Juni
unser Ortelsburger Heimatzimmer. Ein Besuch ist
Straße 3, 2082 Uetersen, am 31. Mai
Steinke, Lotte, geb. Albrecht, aus Stahnken, Kreis immer lohnend. Sie werden auf viele ErinnerungsPossnin, Otto, aus Fuchsberg, Kreis Königsberg,
Lyck, jetzt Birkenstraße 49, 6090 Rüsselsheim, stücke stoßen und vor allem auf eine umfangreiche
jetzt A n der Waldmeisterhütte 2, 5190 Stolberg,
am 13. Juni
Fotoausstellung und Kartenmaterial, das eine sehr
am 15. Juni
Stobbe, Walter, aus Lewitten, Kreis Pr. Eylau, Bar- genaue Topographie unseres Heimatkreises wieRadzio, Luise, geb. Klöckner, aus Lyck, Danziger
tenstein, Domnau, Kreis Bartenstein, Insterburg dergibt. Vor allem muß unseren Jüngeren der BeStraße 31, jetzt 2301 Schierensee, am 16. Juni
und Heiligenbeil, jetzt Heinrich-Heine-Weg 35, such empfohlen werden, damit sie Einblick in unseSchmidtke, Richard, aus Königsberg, Nicolaistraße,
2050 Hamburg 80, am 18. Juni
re Heimatgeschichte gewinnen. Ebenso empfehlen
jetzt Drei-Kaiser-Eiche 7,5202 Hennef/Sieg, am Walter, Liesbeth, geb. Viehofer, aus Gumbinnen,
wir den Besuch des Ostpreußischen Jagd- und Lan4. Juni
Richard-Wagner-Straße 52, jetzt Birkenstraße desmuseums in Lüneburg und von Schloß Ellingen,
Siedler, Herta, aus Brasdorf, Kreis Königsberg23, 3257 Springe 2, am 5. Mai
südlich von Nürnberg am Rande des Altmühltals.
Land jetzt Sandkuhlenweg 29, 2820 Bremen 71, Wendt, Lotte, aus Lyck, Yorckstraße 20a, jetzt A m
Im letzteren befindet sich das ostpreußische K u l am 14. Juni
Weendespring 24, 3400 Göttingen, am 15. Juni turzentrum, in dem unsere Kleinodien aus der Hei'Streich, Fritz, aus Siedlung Posegnik, Kreis Gerdau- Zirkel, Ida, aus Ulrichsfelde, Kreis Lyck, jetzt Festmatprovinz gesammelt werden.
en, jetzt Leopold-Schwaiger-Straße 19, 8064
weg 49, 4650 Gelsenkirchen, am 14. Juni
Hindenburgschule — Heinz Hipler, Willenberg
Altomünster, am 6. Juni
jetzt In der Holle 24,5205 St. Augustin, gibt bekannt,
Tunat, Erich, aus Insterburg und Tapiau, Schloß- zur diamantenen Hochzeit
straße 1, Kreis Wehlau, jetzt Franz-Knauff-Stra- Haffke, Fritz und Frau Berta, geb. Buttkus, aus Ost- daß sich die »Ehemaligen" des Jahrgangs 1928/29
der Hindenburgschule Ortelsburg am Sonntag, 18.
ße 20, 6900 Heidelberg 1, am 15. Juni
seebad Cranz, Kreis Samland, Königsberger September, zum großen Ortelsburger Treffen im
Straße 1, jetzt Pommernstraße 14,2359 Henstedt- Restaurant des Saalbaus in Essen um 10 Uhr einfinUlzburg 2, am 3. Juni
zum 75. Geburtstag
den und bereits am Vorabend Gäste im Hause des
Augustin, Artur, Landwirt, aus Breitenfelde, Kreis
Kameraden Ulrich Krüger in Remscheid, A m W i e Neidenburg, jetzt Annastraße 2, 6104 Seeheim, zur goldenen Hochzeit
senhang 11, sind.
Adloff, Albert und Frau Anna, geb. Kaiser, aus
am 8. Juni
Schönaich, Kreis Pr. Holland, jetzt Heuhof, 7420
Berg, Else, geb. Dreher, aus Arnstein, Kreis HeiliMünsingen 9, am 16. Juni
genbeil, jetzt Sonnenhalde 22,7743 Furtwangen
Osterode
Broese, Gerhard und Frau Ruth, geb. Skopnik, aus Amtierender Kreisvertreter: Walter Westphal, Tel.
I, am 8. Juni
Widminnen, Kreis Lotzen, jetzt Esteburgring 16, (0 45 21) 33 45, Oldenburger Landstraße 10, 2420 Eutin.
Daniel, Willy, aus Sesslaken, Kreis Insterburg, jetzt
2155 Jork N.E. 1, am 18. Juni
Geschäftsführer: Kurt Kuessner, Tel. (0431)751 71, BieBerliner Straße 2, 6220 Rüdesheim, am 17. Juni
Eichberger, Elisabeth, geb. Flötenmeyer, aus Wei- Gergeleit, Fritz und Frau Helene, geb. Skupch, aus lenbergstraße 36, 2300 Kiel 14.
Lotzen, Sulimmer Straße, jetzt Heddesdorfer
Bildband — Um möglichst alle Orte unseres
tenruh, Kreis Ebenrode, jetzt Bauverein 9, 2373
Straße 10, 5450 Neuwied, am 2. Juni
Heimatkreises im neuen Bildband darstellen zu
Schacht-Audorf, am 2. Juni
Göttsch, Charlotte, aus Lyck, jetzt Igelweg 13, 2351 Kaufmann, Karl-Richard und Frau Hertha, geb. können, fehlen uns von den nachfolgend aufgeführMüller, aus Königsberg, Schrötterstraße 103, ten Orten Aufnahmen vor 1945: Adamsgut, BergTrappenkamp, am 18. Juni
jetzt Hennebergstraße 2, 6530 Bingen 1, am 1. ung, Bolleinen, Bujaken mit Seelesen, Dembenofen,
Grünke,Gerda, aus Lyck, Danziger Straße 46a, jetzt
Juni
Dombrowken (Eichdamm), Falkenstein mit Koiden,
Wilmersdorfer Straße 165,1000 Berlin 10, am 18.
Lange, Erwin und Frau Gertrud, geb. Kreutz, aus Sooben und Trukeinen, Faulen, Frödau mit AnnenJuni
Königsberg, Dorotheenstraße 36, jetzt Macke- hof, Ganshorn bei Gilgenburg, Gay bei Wittigwalde
Hempel, Anneliese, aus Kropiens, Kreis Königsstraße 11, 5300 Bonn 1, am 16. Juni
(Neuhain), Georgenthal, Kirche in Heeselicht,
berg-Land, jetzt Brücknerstraße 10,4320 HattinHeinrichsdorf, Jankowitz (Sassendorf), Januschkau
gen, am 19. Juni
(Osterschau), Jonasdorf, Jugendfelde, Kalwa, KetzItzek, Wilhelm, aus Wilhelmshof, Kreis Ortelsburg,
walde, Gr. Kirsteinsdorf, Königsgut, Kopitten,
jetzt Kormannshausen 41, 5609 Hückeswagen,
Langstein, Gr. Lauben, K l . Lauben, Lautens, Gr.
am 14. Juni
Lehwalde, K l . Lehwalde, Köllm. Lichteinen, LindeJährling, Edith, aus Güldenbogen, Kreis Elbing
nau, Lubainen, Lindenwalde, Ludwigsdorf, Luttken,
(Land), jetzt Bonner Loosweg 7, 5300 Bonn 2, am
Fortsetzung v o n Seite 14
Luzeinen, Magergut, Makrauten, Gr. Maransen, K l .
15. Juni
Klempert, Bruno, aus Bischofstein, Kreis Rößel, jetzt der Kirche zu Grabnick konfirmiert wurde, hielt uns Maransen, Marienfelde, Meitzen, Mertinsdorf, M i den Festvortrag. Sie umriß kurz die Chronik beider spelsee, Mittelgut, Mörken, Moschnitz, Mühlen
Nordstraße 28, 4782 Erwitte, am 1. Juni
Mangel, Margarete, aus Königsberg, jetzt Bürger- Dörfer und erzählte über Lebensart und Bräuche (Kirche und Domäne), Gr. Nappern, Neudorf,
meister-Ullrich-Straße 4, 3502 Vellmar, OT. unserer masurischen Menschen. Nach dem ge- Osterwein, Osterwitt (Ostrowitt), Persing, Platteimeinsam gesungenen Lied .Ich hab mich ergeben", nen bei Hohenstein mit Warglitten, Poburzen, PodNiedervellmar, am 13. Juni
Masslack, Margarete, geb. Abromeit, aus Königs- welches auch an die Abstimmung im Jahr 1922 ieiken, Rapatten, Räuden, Rauschken, K l . Reußen,
berg, jetzt Wiesenweg 16, 2000 Oststeinbek, am erinnerte, wurde die Feierstunde beendet. Nach- Rhein, Rothwasser, Ruhwalde, Sabangen, Sallmeidem man sich an den festlich gedeckten Tisch mit en, Sawadden (Jungingen), Schwenteinen, SchwingII. Juni
Matschulat, Anna, aus Königsberg, jetzt Umbachs- dem von der evangelischen Frauenhilfe gespende- stein, Sellwa (Sellwen), Sensujen, Sensutten und
weg 45, 3500 Kassel-Bettenhausen, am 14. Juni ten Kaffee und selbstgebackenem Kuchen gestärkt Seythen. Schicken Sie bitte Aufnahmen aus diesen
Meyer, Anna, geb. Schwarz, aus Kraußendorf und hatte, zeigte das Ehepaar Haustein-Kondoch einen Orten an Klaus Bürger, Telefon (0 48 41) 7 2205,
Thiemsdorf, Kreis Samland, jetzt Dekhsfraße Film, den es im Jahr 1979 während des Urlaubs in Heinrich-Heine-Straße 16, 2250 Husum.
unserer Heimat aufgenommen hatte. Alle waren
100, 2812 Hoya
Familiennachrichten — Bei der ZusammenstelPietät, Artur, aus Berghang, KreisTilsit-Ragnit, jetzt • ieder einmal sehr beeindruc kt von der Schönheit lung unserer Osteroder Zeitung ist in der letzten
unM>rer masurischen Heimat. Die anläßlich dieser Kreisausschußsitzung eine Arbeitsteilung vorgeHarkorthstraße 7a, ,>800 Hagen, am 15. Mai
;
r
Aus den Heimatkreisen
r
11. J u n i 1983 -
2 ü s £fiumißrnblai!
Allgemeines
Folge 24 -
Seite 16
Von Mensch zu Mensch
Mit dem neugeschaffenen Landesehrenzeichen wurden auf dem Delegiertentag der LO-Landesgruppe Bayern in
Nördlingen verdiente langjährige Amtsträger in feierlicher Form ausgezeichnet und geehrt
Hermann Rosenkranz,
geboren in Böttchershof,
Kreis Mohrungen, war
nach der Vertreibung
ein M a n n „der ersten
Stunde". E r engagierte
s i c h zunächst in d e m i n
Erlangen
gegründeten
„Hilfsverband für O s t vertriebene", e i n e m Z u sammenschluß
aller
Vertriebenen.
N a c h Gründung der l a n d s m a n n s c h a f t l i chen G r u p p e der O s t - u n d W e s t p r e u ß e n
war er v o n 1958 bis 1970 d e r e n stellvertretender bzw. V o r s i t z e n d e r , a b 1961
V o r s i t z e n d e r der B e z i r k s g r u p p e M i t t e l franken, zusätzlich ab 1960 der stellvertretende V o r s i t z e n d e d e s B d V - K r e i s verbandes E r l a n g e n . Seine vielfältigen
Aktivitäten greifen aber über d e n
landsmannschaftlichen
Rahmen hinaus: So ist er V o r s t a n d s m i t g l i e d des „Erlangener k u l t u r e l l e n A m a t e u r v e r e i n s "
sowie seit 1982 Schatzmeister der K a n t gesellschaft i n E r l a n g e n . M i t R o s e n kranz h a b e n die O s t - u n d W e s t p r e u ß e n
in E r l a n g e n besonderes G e w i c h t u n d
A n s e h e n , was v o n öffentlichen Stellen
wiederholt anerkannt w o r d e n ist.
nommen worden. Die bisher an Klaus Bürger,
Husum, einzusendenden Familiennachrichten sind
ab sofort an Jürgen Karwatzki, Telefon (07275)
16 24, Jahnstraße 4b, 6744 Kandel/Pfalz, zu senden.
W i r sind nach wie vor an allen Familienereignissen,
interessiert und wären dankbar, wenn Sie Lm. Karwatzki rechtzeitig über besondere Ereignisse (Silberhochzeiten, Goldene Hochzeiten, Diamantene
Hochzeiten, Ernennungen, Jubiläen, den 70., 75., 80.
und alle folgenden Geburtstage sowie alle Sterbefälle) unterrichten würden.
Rößel
Kreisvertreter: Aloys Sommerfeld, Reinhold-FrankStraße 68, 7500 Karlsruhe. Kartei: Elisabeth Dettmann,
Telefon (04 41) 4 5085, Seggenweg 3, 2900 Oldenburg
Unser Hauptkreistreffen findet am 8./9. Oktober
wiederum in der Brauerei Gaststätte in HannoverHerrenhausen, Herrenhäuser Straße 99, statt. Alle
Vorbereitungen sind bereits getroffen. 8. Oktober:
Abends treffen wir uns im Restaurant der Gaststätte
zum geselliger! Beisammensein, das sich zunehmend großer Beliebtheit erfreut. 9. Oktober: A b 8.30
Uhr ist der Saal geöffnet. 10 Uhr katholisches Hochamt in der Kirche St. Adalbert, gehalten von unserem Konsistorialrat Wölki. U m 10 Uhr findet ein
evangelischer Gottesdienst in der Gustav-AdolfKirche statt. Beide Kirchen sind nur fünf Minuten
vom Saal entfernt. A b 12 Uhr gemeinsames Mittagessen im Saal. Drei gute Menüs stehen zu je 12 D M
zur Auswahl. Nehmen Sie bitte an dem Essen teil,
damit wir die Saalkosten sparen. A b 12 Uhr findet
auch die Kreistagssitzung statt. Einladungen dazu
ergehen rechtzeitig. Die Sitzung ist öffentlich. A b 14
Uhr Eröffnung, Begrüßung, kurze Ansprache. Konsistorialrat Wölki hält eine heitere Ansprache über
die Heimat. Ostpreußenlied. Ende gegen 19 Uhr.
Übernachtungsmöglichkeiten bitte beim Verkehrsamt in Hannover erfragen. Das Lokal erreichen Sie vom Hauptbahnhof mit der Straßenbahnlinie 16, Haltestelle Leinhausen aussteigen. Autofahrer: Autobahnausfahrt Hannover-Herrenhausen. Kommen Sie bitte zahlreich. Je mehr Landsleute anwesend sind, desto gemütlicher wird es.
Rothfließ und Groß Bößau veranstalten auf dem
Hauptkreistreffen ihr Ortstreffen. Eigene Sitzgruppe steht zur Verfügung.
Das Dorf Krausen veranstaltete sein Ortstreffen
in Zendscheid/Eifel. Etwa 90 Landsleute versammelten sich dort zu drei herrlichen Tagen. Lm.
Grunwald hatte alles trefflich organisiert. Frohes
Beisammensein, Musik, Gesang und Tanz füllten
die Tage. Kreisvertreter Sommerfeld hielt einen
Vortrag zur Chronik in Krausen.
Bestätigungen
W e r k a n n bestätigen, daß E r i k a K1 ö m i c h,
geboren a m 11. M a i 1927 i n A l l e n s t e i n , vom 1.
A p r i l 1941 bis z u ihrer F l u c h t 1945, als Pflichtl a h r m a d c h e n u n d später als Schwesternhelferin i m Lazarett in A l l e n s t e i n beschäftigt war?
Sie w o h n t e zuletzt i n der Kopernikusstraße in
Allenstein.
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U S
h r H t e n
.
die Bundesgeschäftsstelle der Landsmannschaft Ostpreußen, Abteilung Suchdienst, Postfach 32 32 55, 2000
Hamburg 13.
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fcos tftpmißrnblatt
Jahrgang 34
HEIMATWAPPEN
Verschiedenes
Redakteurindes Ostpreußenblatts,
die sich v o n H a m b u r g ins R h e i n land verändert, sucht dringend
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D i e B e e r d i g u n g fand a m 31. M a i 1983 u m 14 U h r auf d e m F r i e d h o f i n
Ilsfeld statt.
£ftimu(laib(att
11. J u n i 1983 — Folge 24 — Seite 18
N a c h e i n e m erfüllten, a r b e i t s r e i c h e n L e b e n e n t s c h l i e f fern i h r e r gel i e b t e n H e i m a t i m 86. L e b e n s j a h r m e i n e l i e b e S c h w e s t e r , S c h w ä g e r i n
und Tante
Maria Klabes
aus Sonnenborn, Kreis M o h r u n g e n , Ostpreußen
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Mutter
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Walter Klabes
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Christel Denneberg, g e b . Demange
e n t s c h l a f e n . W i r d a n k e n i h r für i h r e L i e b e u n d F ü r s o r g e .
Oskar Demange
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Eveline Schäfer, geb. L e h r m a n n
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Günter Schäfer
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Annemarie Lehrmann, geb. S c h i n d e l a r z
D e r H e r r ist m e i n H i r t e ,
Enkelkind Andreas
und Anverwandte
mir wird nichts mangeln.
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H e u t e N a c h t e n t s c h l i e f sanft n a c h s c h w e r e m L e i d e n u n s e r e l i e b e M u t ter, S c h w i e g e r m u t t e r , G r o ß m u t t e r , Urgroßmutter, S c h w e s t e r , S c h w ä gerin u n d Tante
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V a t e r , Großvater, B r u d e r , S c h w a g e r u n d O n k e l
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In s t i l l e r T r a u e r
Elisabeth Regge, geb. N e f f
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N a c h e i n e m erfüllten L e b e n w u r d e h e u t e m e i n l i e b e r M a n n , u n s e r
guter V a t e r , S c h w i e g e r v a t e r , Großvater, B r u d e r u n d O n k e l
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Inhaber des großen Verdienstkreuzes des Verdienstordens der
D i e B e e r d i g u n g f a n d a m D i e n s t a g , d e m 7. J u n i 1983, auf d e m R a h l s t e d ter F r i e d h o f statt.
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im Alter v o n 80 Jahren i n die Ewigkeit heimzurufen.
Techn. Fernmeldeamtmann a. D. Ing. grad.
geboren i n Zinten, Kreis Heiligenbeil, Ostpreußen
Johanna v. Brackel, g e b . v . P e r b a n d t
zuletzt wohnhaft i n A r y s , Kreis Johannisburg
D e r H e r r ist m e i n H i r t e ,
Werner v. Gellhorn
mir wird nichts mangeln.
Nichten und Neffen
i m A l t e r v o n 71 J a h r e n d u r c h e i n e n s a n f t e n T o d n a c h langer, s c h w e r e r
K r a n k h e i t erlöst.
In s t i l l e r T r a u e r
i m N a m e n aller Angehörigen
Hulda Ewert, geb. S c h m i d t
( P s a l m 23,1)
E ii n a r b e i t s r e i c h e s L e b e n v ö l l e r H ö h e n u n d T i e f e n u n d
S o r g e für u n s a l l e ist zu E n d e g e g a n g e n .
5300 B o n n , d e n 17. M a i 1983
W i r müssen A b s c h i e d nehmen v o n meiner lieben Mutter,
D o d e l l e 20, 4300 E s s e n 16
Schwiegermutter, unserer herzensguten O m a u n d Uroma,
Schwester, Tante u n d K u s i n e
D i e B e e r d i g u n g hat s t a t t g e f u n d e n a m M i t t w o c h , d e m 25. M a i 1983, auf
Anna Gritzmacher
H e u w e g 18, 2050 Börnsen, d e n 2. M a i 1983
' • ~
d e m Poppelsdorfer Friedhof.
geb. Bacher
• 6. 6. 1903
f 27. 5. 1983
aus S c h i e d e n , K r e i s S c h l o ß b e r g ( O s t p r e u ß e n )
t
In s t i l l e r T r a u e r
E i n treues M u t t e r h e r z
hat aufgehört z u schlagen.
Plötzlich u n d u n e r w a r t e t e n t s c h l i e f h e u t e u n s e r e l i e b e M u t t e r ,
Schwiegermutter, O m a u n d Uroma, Schwester, Schwägerin u n d
Tante
Johanna Günther
geb. Günther
' 18. 9. 1900
Siegfried Rundt und Frau Hilda
geb. G r i t z m a c h e r
Sigmar Rundt und Frau Cornelia
geb. Roloff
Manuel, Daniel und Niraja
Elise Becher
und alle Verwandten
f 18. 5. 1983
1
J E U
R u h e sanft u n d s c h l a f i n F r i e d e n ,
h a b ' t a u s e n d D a n k für d e i n e M ü h '
w e n n d u a u c h b i s t von uns geschieden,
in unseren H e r z e n stirbst d u nie.
^ ^ ^ ^
Z u m G e d e n k e n des zweijährigen Todestages meines l i e b e n M a n n e s ,
unseres Bruders, O n k e l s , Schwagers u n d C o u s i n s
Max Neumann
• 14.7.1895
f 11. 6. 1981
Friedenswalde (Alt Lubönen), Kreis Tilsit-Ragnit, Ostpreußen
„Allmächtiger, h i m m l i s c h e r V a t e r s c h e n k e i h m e i n Plätzchen a m
H i m m e l s r a n d , daß er die H e i m a t sehen k a n n . "
aus S c h e i d i s c h k e n , K r e i s T i l s i t - R a g n i t
E i n t r a c h t s t r a ß e 113, 4330 M ü l h e i m a. d . R u h r u n d W a l s r o d e
In L i e b e u n d D a n k b a r k e i t
nehmen wir A b s c h i e d
Helmut Dluschnewski und Frau Ursula
geb. G ü n t h e r
Siegfried Günther und Frau Gisela
geb. Z i m m e r
Enkel und Urenkel
im N a m e n aller Angehörigen
In D a n k b a r k e i t
Marta Neumann, g e b . H e l m
und alle Anverwandten
G r e n z w e g 10, 2817 D ö r v e r d e n
A u s der H e i m a t einst vertrieben,
d i e d u d o c h s o sehr g e l i e b t ,
A u g u s t a s t r a ß e 11, 5810 W i t t e n
T r a u e r h a u s : J^amilie S. Günther, W i t t e n , W i e s e n s t r a ß e 30
D i e T r a u e r f e i e r w a r S a m s t a g , d e n 21. M a i 1983, u m 11.30 U h r i n d e r
Trauerhalle des ev. Friedhofes a n der Pferdebachstraße.
A n s c h l i e ß e n d erfolgte d i e B e i s e t z u n g .
gehst d u h e i m i n e w ' g e n F r i e d e n ,
w o d e r H e r r d i r R u h e gibt.
Frieda Lichtenstein
6. 7. 1900 i n M o n t w i t z , K r e i s O r t e l s b u r g
t 29. 3. 1983 i n N ü m b r e c h t
W i r trauern u m
Fern der H e i m a t mußt i c h sterben,
die i c h d o c h so sehr geliebt.
D o c h ich reis' i n weite Ferne,
w o es k e i n e n S c h m e r z m e h r gibt.
Gott der Herr n a h m heute m e i n e n lieben V a t e r S c h w i e gervater, Großvater, Bruder, Schwager, O n k e l u n d V e U e r
Erich Gerlach
• 1 9 . 4 . 1902
Otto Binder
• 15. 11. 1893
Ein L e b e n voller Liebe und Güte ging in Frieden zu Ende.
f 31. 5. 1983
Landwirt und Bürgermeister
aus F r e i h u f e n , K r e i s H e i l i g e n b e i l
f 22. 5. 1983
zu sich i n sein Reich.
aus Königsberg (Pr), S c h ö n f l i e ß e r A l l e e 10—12
z u l e t z t 2000 H a m b u r g 74, K l e i n g a r t e n v e r e i n 143, Parz. 230
Es t r a u e r n u m s i e
In s t i l l e r T r a u e r
Auguste Lichtenstein
Renate Severing, g e b . G e r l a c h
Karl Severing
Carmen als Enkel
und Anverwandte
Emil Lichtenstein
Im N a m e n d e r A n g e h ö r i g e n
und alle Angehörigen
Gerhard Dommasch
H e r m a n n - S u d e r m a n n - S t r a ß e 36. 5 8 0 0 H a g e n 7
C r a n a c h s t r a ß e 14, 4130 M o e r s 1
5223 N ü m b r e c h t , d e n 29. M ä r z 1983
Anschließend Beisetzung.
4
£os &Oircu$mblait
11. J u n i 1983 — Folge 24 — Seite 19
Im Kirchenkampf an vorderster Front
Pfarrer Werner Marienfeld wurde 75 — Er war schon in der Heimat bei allen Landsleuten beliebt
I s e r l o h n — Sicher a u c h u m trubelreichen
F e s t l i c h k e i t e n z u entgehen, fährt der J u b i l a r
k u r z entschlossen w e g u n d verläßt unseren
K o n t i n e n t . Es hat s i c h s c h o n herumgesprochen, daß das Ehepaar M a r i e n f e l d z u diesem
denkwürdigen Geburtstag nach Südafrika
fliegt. E i n m a l z u m Besuch der dort arbeitenden
u n d v e r h e i r a t e t e n S ö h n e . D a n n aber a u c h zur
E r h o l u n g . U n d nicht zuletzt, u m a u c h an O r t
u n d Stelle neue Informationen z u s a m m e l n .
M a r i e n f e l d hat schon i m m e r d e n Grundsatz
vertreten, m a n müsse b e i v e r s c h i e d e n e n A n sichten u n d besonders bei p o l i t i s c h so brisanter T e c h n i k a u c h d e n a n d e r e n hören — n a c h
d e m alten h u m a n i s t i s c h e n G r u n d s a t z „audiatur et altera pars". U n d da ja bekanntermaßen
Südafrika h i e r z u l a n d e i m K r e u z f e u e r gegen
das L a n d gerichteter einäugiger Propaganda
u n d veröffentlichter Einseitigkeiten — gerade
auch i m R a u m der K i r c h e u n d ihrer F i n a n z i e rungsmöglichkeiten v o n „Befreiungs"bewegungen — fast z u ersticken droht, w i r d er s i cher a u c h d u r c h diese Reise i n n o c h i m m e r
kämpferisch-jugendlichem E l a n festzustellen
v e r s u c h e n , was m a n als selbständig D e n k e n der u n d selbst Feststellender i n d i e s e m großen
L a n d beobachten k a n n .
Er w i r d , w i e i c h i h n kenne, d e n M u n d i n d i e s e m a n g e b l i c h e n „Polizeistaat" nicht halten
können u n d w i r d harte Fragen stellen, sicher
a u c h an Behörden, zunächst aber a n die M e n schen, die dort leben, a n die S c h w a r z e n u n d
die W e i ß e n . N a c h seiner Rückkehr w e r d e n wir
b a l d hören, w i e weit seine A u g e n das gesehen
haben, was uns hier oft als S c h r e c k e n s b i l d der
A p a r t h e i d vorgemalt w i r d . M a r i e n f e l d ist s i cher der letzte, der etwas verschweigen oder
v e r n e b e l n würde. Er hat ja oft s c h o n z u d i e s e m
für E u r o p a so w i c h t i g e n k i r c h l i c h e n u n d
staatspolitischen T h e m a das W o r t g e n o m men, a u c h i m Ostpreußenblatt. W i r können
uns z u m G e b u r t s t a g n a c h seiner Rückkehr nur
wünschen, daß er k e i n Blatt v o r d e n M u n d
n i m m t i m Blätterwald Deutschlands.
M a r i e n f e l d war Pfarrer i m m a s u r i s c h e n Dorf
W i e l i t z k e n , K r e i s M a r g r a b o w a , das m a n d a n n
T r e u b u r g nannte. V o r w e n i g e n J a h r e n war i c h
selbst i n W i e l i t z k e n , das so aussieht w i e eh
und je. D i e K i r c h e steht, sauber u n d l i e b e v o l l
v o n p o l n i s c h e n K a t h o l i k e n auf ihre W e i s e mit
Papiergirlanden, F a h n e n u n d anderen G i p s K u l t u r - E r z e u g n i s s e n mit völlig u n b e k a n n t e n
H e i l i g e n f i g u r e n ausgeschmückt. A b e r diese
T r u t z b u r g des G l a u b e n s steht. D a m a l s war der
streitbare junge, d a z u illegale Pfarrer b e i d e n
Bauern des Dorfes u n d seiner U m g e b u n g so beliebt, daß es weder Gestapo n o c h andere Instanzen zunächst wagten, H a n d an i h n z u
legen. Der v o n den nationalen Sozialisten nach
Königsberg auf d e n Bischofsstuhl gesetzte
armselige M a n n gab den einzigen V e r s u c h , mit
M a r i e n f e l d fertig z u werden, schnell auf. Sein
A u t o , mit d e m er anreiste, w u r d e v o n d e n B a u ern z i e m l i c h böse behandelt, so daß er das
W e i t e suchen mußte.
D a n n ging es aber d o c h nach Scharmützeln
und mißlungenen A n g r i f f e n i n den blutigen
Ernst des K i r c h e n k a m p f e s . A u c h hier stand
unser J u b i l a r sofort i n der vordersten Front. Es
ist jetzt — n a c h über fünfzig Jahren — nicht
leicht, alle M o s a i k s t e i n c h e n des Bildes v o m
K i r c h e n k a m p f der dreißiger Jahre richtig z u s a m m e n z u s e t z e n . A b e r w e n n wir als damalige
junge Pastoren i n d e n Gottesdiensten der Bek e n n e n d e n K i r c h e mit Z i t t e r n u n d Zagen die
Fürbittenliste m i t d e n N a m e n der V e r f o l g t e n
und Verhafteten vorlasen — w e i l die Gestapo Werner Marienfeld
Foto Zander
ja zuhörte ! — , d a n n gaben all diese N a m e n
den G e m e i n d e n u n d uns auch neuen M u t u n d teldeutschland losbricht, ist er sofort mit v o n
neue Glaubensfreude, mit den Brüdern hinter der Partie. Er ist ja nach der Entlassung aus
Gittern, i n der A u s w e i s u n g u n d öffentlichen langer Gefangenschaft Pfarrer i n Brandenburg.
Ächtung zusammenzustehen. Der N a m e A u c h hier gilt es, wieder weiter z u ziehen.
W e r n e r M a r i e n f e l d ist i n ganz Deutschland auf D e n n seines Bleibens ist natürlich nach d e m
sehr v i e l e n K a n z e l n genannt w o r d e n . Er stand Mißlingen des A r b e i t e r w i l l e n s angesichts der
lange auf dieser Liste des Betens.
Panzer nicht mehr. So gibt es einen neuen A n M a n muß s i c h k e i n e n H e l d e n vorstellen i n fang i n einer G e m e i n d e v o n Bergwerkkumpeln
d i e s e m k l e i n e n M a n n mit seiner hohen S t i m - i m Ruhrgebiet. D o r t ist er g l e i c h w i e d e r ganz
me. Eher ist er bedächtig, i m m e r brüderlich der alte. Bis d a n n d o c h K r a n k h e i t u n d Zermürfreundlich, abwägend u n d herzlich. So war das bung d u r c h immerwährenden K a m p f d e n R u eben i n M a s u r e n . U n d so ist es d a n n auch ge- hestand befehlen.
Übrigens: M a n läßt i h n sicher auch nicht nur
blieben.
M a r i e n f e l d blieb Pfarrer i n seiner G e m e i n - mit e i n e m weinenden, sondern sicher auch mit
de. A u c h u n d gerade d a n n , als alle wegliefen e i n e m l a c h e n d e n A u g e z i e h e n . H a t er s i c h
oder weglaufen mußten. Er blieb. U n d als er d o c h s c h o n w i e d e r laut u n d d e u t l i c h , w i e es
m i t g e n o m m e n w u r d e v o n d e n siegenden Er- gute masurische A r t ist, als der alte M a r i e n f e l d
oberern bis w e i t n a c h S i b i r i e n h i n e i n — er aus d e m ersten K i r c h e n k a m p f z u W o r t g e m e l b l i e b wie selbstverständlich bei den ebenfalls det. Er wittert schon sehr früh, daß es i m deutM i t g e n o m m e n e n . U n d so blieb er in Sibirien i m schen Protestantismus erneut Irrlehre u n d p o Lager, i n harter A r b e i t u n d i n tausend Ängsten litische V e r f r e m d u n g der K i r c h e geben w i r d
viele Jahre, aber i m m e r der Pastor, der G e i s t l i - u n d bläst auf der Posaune des guten W ä c h t e r s
che a u c h ohne Talar. Es gibt ein Buch darüber, der K i r c h e A l a r m . Er bläst n o c h nicht z u m
das viele lesen. A b e r das Lesen allein machts Sturm, aber er bläst A l a r m . Es gibt aus d e n letznicht. Der jetzt Fünfundsiebzig jähr ige sollte ten Jahren eine Fülle v o n Äußerungen M a r i e n wissen, daß dies M i t - G e h e n , dies M i t - L e i d e n felds z u all d e n Fragen der K i r c h e u n d u m die
v i e l l e i c h t der schönste Dienst seines priester- K i r c h e . Er nennt Unterwanderung durch p o l i tisch einseitige P o l i t - T h e o l o g e n scharf b e i m
l i c h e n Lebens gewesen sein k a n n .
Der W i e l i t z k e r Pfarrer tritt i m m e r da, w o er N a m e n . A u c h w e n n er d a d u r c h mit alten
ist, gegen T y r a n n e i u n d Bosheiten auf. O h n e Freunden, wie etwa Niemöller und anderen, i n
A n s e h e n der Person, auch seiner eigenen. A l s K o n f l i k t gerät — das spielt bei M a r i e n f e l d
am 17. J u n i der A u f s t a n d der A r b e i t e r i n M i t - keine Rolle. Er fürchtet nur eins: die V e r l e t zung seines Ordinationsgelübdes, also Gott,
aber sonst nichts i n der W e l t .
Gerda Gmelin als O m a Baginski
Lieber mit der Landsmannschaft in den Hunsrück als nach Rimini
H a m b u r g — „Rimini" heißt die Sketchfolge
des A u t o r e n g e s p a n n s K a l l e F r e y n i k s u n d M i c h a e l H e i n i n g e r , die i m Theater i m Z i m m e r i n
H a m b u r g auf d e m S p i e l p l a n steht. Daß auf d i e ser Z e h n b i l d e r r e i s e v o m h e i m i s c h e n Bottrop
n a c h R i m i n i nicht alles gut geht, gut gehen
k a n n , ist logisch, w a r u m d e n n sonst das ganze
Theater. U n d es beginnt verheißungsvoll:
K a r l - H e i n z ( H e i n z Rudolph) Baginski belädt
e i n e n K l e i n w a g e n M a r k e „Christian M a s u t h
S E 83" m i t z a h l r e i c h e n Koffern, Köfferchen
und Taschen, als ob die dreiköpfige Reisegesellschaft a u s w a n d e r n w i l l u n d nicht für 14
Tage n a c h R i m i n i fährt.
Startklar steht der K u l i s s e n w a g e n v o r d e m
Siedlungshäuschen i n Bottrop. Der M o t o r
läuft, u n d d a n n k o m m t e n d l i c h O m a Baginski
(Gerda G m e l i n ) , e i n fröhliches W a n d e r l i e d auf
den L i p p e n , u n d schleppt e i n e n E i m e r Kartoffelsalat h e r b e i u n d ihre K l o r o l l e , wichtigstes
U t e n s i l auf dieser Reise i n d e n w a r m e n Süden.
Bei j e d e m H a l t , d e n der abgeschlaffte Sohnem a n n einlegen muß, wetzt O m a i n die Büsche.
N o t b r i c h t E i s e n . O m a s t a m m t aus O s t p r e u ßen, hängt a n der Landsmannschaft u n d hat
ihren Z u n g e n s c h l a g über die Zeit u n d A n f e i n d u n g e n i m K o h l e n p o t t h i n w e g gerettet. Das
A u t o r e n g e s p a n n hatte m i t Sicherheit eine
brauchbare V o r l a g e i n der eigenen F a m i l i e .
E i n e Reise i n d e n Süden i m K l e i n w a g e n ist
k e i n e E r h o l u n g , a u c h n i c h t für K a r l - H e i n z a m
Steuer, der m a l so richtig ausspannen w i l l .
D o c h n e b e n i h m sitzt Ehefrau M a r l i e s („Du
k a n n s t froh sein, daß d u m i c h b e k o m m e n hast,
so eine D u m m e findest d u nicht w i e d e r . . . " )
u n d flirtet b e i jeder sich bietenden G e l e g e n heit, die i n die Sketche k l u g eingebaut sind.
K n u t Krödel heißt die V e r s u c h u n g als A n h a l ter, Grenzsoldat u n d italienischer Tankwart.
T r o t z d e m k o m m e n die drei aus Bottrop heil
in R i m i n i an. Es regnet i n Strömen, u n d auf
n o c h ungeklärten W e g e n erreicht sie ein Teleg r a m m aus der H e i m a t mit der N a c h r i c h t , daß
Gerda Gmelin
Foto Archiv
W o h l g e m e r k t : Jede Darstellung v o n Taten
u n d W e s e n dieses Pfarrers unserer ostpreußischen H e i m a t soll, darf u n d k a n n i h n nicht
z u m H e l d e n m a c h e n . Das D e n k e n an i h m z u m
75. Geburtstag ist auch keine L a u d a t i o u n d öffentliches L o b , schon gar k e i n D e n k m a l für
diesen tapferen Ostpreußen. Er ist unser Bruder!
Er hat viele Ehrungen erhalten, auch v o n d e n
L a n d s m a n n s c h a f t e n . S e i n N a m e steht auf L i sten, i n denen berühmte Männer genannt u n d
geehrt w e r d e n . Das macht es nicht! W i c h t i g ist
Bitte u n d W u n s c h , der n u n älter Gewordene
möchte verstehen, daß seine Weggenossen, ja
K i r c h e u n d V o l k der H e i m a t u n d darüber h i n aus Gott, d e n H e r r n , loben über allem, was er
d u r c h W e g u n d L e b e n dieses schlichten u n d so
priesterlichen M e n s c h e n hat sagen u n d tun
w o l l e n u n d weiter sagen u n d tun w i l l .
A b e r j etzt ist Pfarrer W e r n e r M a r i e n f e l d erst
e i n m a l i n Südafrika. W e n n er w i e d e r k o m m t ,
sollen i h n diese Z e i l e n grüßen, aber auch erm u n t e r n : Bleibe weiter der tapfere Pastor aus
dem schönen M a s u r e n .
Superintendent Reinhold George
Kurz gemeldet
Petersdorf BdV-Vorsitzender
der G a s h e r d i n die Luft geflogen ist. D a v o n abKiel — Bei der Jahresgesehen sind sie eine W o c h e z u früh ange- h a u p t v e r s a m m l u n g des
k o m m e n u n d alle Z i m m e r sind belegt. Sagt Landesverbandes
der
O m a Baginski: „Es wäre bessergewesen, w e n n vertriebenen Deutschen
ich m i t der Landsmannschaft i n d e n Hunsrück trat der langjährige V o r gefahren wäre."
sitzende D r . Josef D o G e r d a G m e l i n spielt die nicht u n t e r z u k r i e - m a b y l v o n seinem A m t
gende O m a mit echter Begeisterung u n d Über- zurück. Sein Nachfolger
zeugungskraft. A u s diesem Stoff müssen die wurde Günter PetersFrauen gewesen sein, die Flucht, V e r t r e i b u n g , dorf, seit v i e l e n Jahren
Eingliederung u n d Integration so selbstbe- V o r s i t z e n d e r der Landesgruppe SchleswigH o l s t e i n der Landsmannschaft Ostpreußen
wußt geschafft haben.
„Rimini" ist eine Urlaubssatire, etwas ange- und Bundesschatzmeister. Der Landesverstaubt i n z w i s c h e n , aber i m m e r n o c h unter- band sprach i h m mit einer klaren M e h r h e i t
haltsam, w e n n es auch weniger die Dialoge sein V e r t r a u e n aus. Der Präsident des Bundes
sind, die bestechen, sondern die schauspiele- der Vertriebenen, Dr. Herbert Czaja, ehrte den
rischen Leistungen u n d die Einfälle des Regis- scheidenden Landesvorsitzenden mit der V e r seurs C h r i s t o p h Roethel.
Kurt Gerdau leihung der W e n z e l - J a k s c h - M e d a i l l e .
Aktuelles
Von Mensch zu Mensch
Mit dem neugeschaffenen Landesehrenzeichen wurden auf dem Delegiertentag der LO-Landesgruppe Bayern in
Nördlingen verdiente langjährige Amtsträger in feierlicher Form ausgezeichnet und geehrt
Paul Bergner, geboren
in Stuhm/Westpreußen,
Altphilologe, Studiendirektor a. D . , war Gründungsmitglied der G r u p pe H o f u n d langjähriger
Vorsitzender der G r u p pen H o f u n d Würzburg,
seit 1969 Vorsitzender
des Bezirks Unterfranken. Seine h o h e n
Fähigkeiten u n d umfassenden Kenntnisse ließen i h n z u m Träger einer K u l t u r a r beit hohen A n s p r u c h s i n den genannten
W i r k u n g s b e r e i c h e n werden. M i t zahllosen Vorträgen u n d Veröffentlichungen
verdeutlichte er das kulturelle Erbe u n serer ost-westpreußischen H e i m a t u n d
trug d a z u bei, dieses i m Bewußtsein der
V e r t r i e b e n e n u n d der e i n h e i m i s c h e n
Mitbürger lebendig z u erhalten. Besondere Erwähnung bedarf die Gründung
der K i n d e r v o l k s t a n z g r u p p e i n P o m e h rendorfer Tracht i m Jahr 1980.
G o t t f r i e d J o a c h i m aus
Königsberg/Pr., A r c h i tekt, war Gründungsm i t g l i e d der G r u p p e
Schweinfurt, ihr langjähriger
stellvertretender
und erster Vorsitzender,
heute deren Kulturwart.
Der m u s i s c h hochbegabte L a n d s m a n n leitet
seit v i e l e n Jahren den C h o r der H e i m a t vertriebenen i n Schweinfurt sowie d e n
Sudetendeutschen C h o r i n K i t z i n g e n .
Die v o n i h m gestalteten W a p p e n ostdeutscher Städte u n d K r e i s e i n H i n t e r glasmalerei haben weite V e r b r e i t u n g
gefunden. Für d e n v o n d e n Wer^cgruppen der Landesgruppe Bayern gearbeiteten W a p p e n t e p p i c h u n d den Bildtepp i c h lieferte Gottfried J o a c h i m die Entwürfe.
P a u l M e r t z h a u s , der G e treidehändler aus Königsberg/Pr., hatte es
nach der V e r t r e i b u n g
besonders schwer mit
der
Gründung
einer
n e u e n Existenz, b e k a m
aber bei seinen Fahrten
d u r c h das Ries auch
zahlreiche K o n t a k t e mit
Landsleuten, die i h n ermutigten, sehr
früh schon i n Nördlingen eine G r u p p e
der Ost- u n d Westpreußen z u gründen,
die er 25 Jahre geführt hat. M e r t z h a u s ist
es mit zu verdanken, daß i n Nördlingen
mehrere Straßen ostdeutsche N a m e n
tragen. Seine besondere Fürsorge galt,
vor a l l e m i n d e n ersten Jahren nach der
Vertreibung, seinen notleidenden Landsleuten. W o h l die höchste A n e r k e n n u n g
besteht für i h n darin, daß er an seinem
W i r k u n g s o r t als „der hilfreiche V e r t r i e benenvater" bezeichnet w i r d .
Johannes
Schmelter,
der geborene Braunsberger, war i n R o s e n h e i m
der Mitbegründer einer
der ältesten
Zusammenschlüsse der L a n d s leute überhaupt, zuerst
der
stellvertretende,
d a n n v o n 1961 bis 1975
der Vorsitzende, ab 1978
Ehrenvorsitzender. Schmelter hat mitgeholfen, i n R o s e n h e i m Leistungsschauen
des Flüchtlingsgewerbes durchzuführen, w o d u r c h v i e l e n V e r t r i e b e n e n eine
Existenzgründung erleichtert wurde.
Die bedeutendste Leistung der Rosenheimer G r u p p e bestand aber darin, daß
ihre führenden Vertreter frühzeitig eine
V e r b i n d u n g zur amerikanischen Besatzungsmacht herstellten, diese über das
Ausmaß u n d die m e n s c h l i c h e n G r a u samkeiten der V e r t r e i b u n g unterrichteten, was Presseveröffentlichungen i n
den Vereinigten Staaten bewirkte.
E.D.
A
m 25. Januar 1945 begann mit den Seetransporten zahlreicher Flüchtlinge aus
Pillau die größte Seerettungsaktion der
Geschichte. Bis z u m 8. M a i w u r d e n unter d e m
Befehl v o n Großadmiral K a r l Dönitz, dessen
N a m e n mit dieser A k t i o n untrennbar v e r b u n den ist, über 2,5 M i l l i o n e n Heimatvertriebene
aus Ost- u n d Westpreußen, aus P o m m e r n u n d
M e c k l e n b u r g vor den sowjetischen T r u p p e n
und damit vor d e m sicheren T o d gerettet. U n d
trotz etlicher Torpedierungen u n d der V e r senkung der Schiffe G o y a , W i l h e l m - G u s t l o f f ,
Steuben u n d anderen m i t Tausenden v o n
Toten überstanden 99 Prozent der Flüchtlinge
diesen gefährlichen Seeweg.
V o n den 281 Kriegs- u n d 509 Handelsschiffen, die an diesem Rettungswerk m i t w i r k t e n
u n d zumeist die Küste b e i m heutigen D a m p
ansteuerten, wurden die meisten nach der
deutschen K a p i t u l a t i o n den Siegern übergeben, verschrottet oder versenkt. Eines der w e nigen Schiffe, das bis i n diese Tage überdauerte, ist die A l b a t r o s . Seit wenigen Tagen nun
liegt die restaurierte A l b a t r o s a m Strand des
Ostseeheilbades D a m p 2000, umgebaut u n d
eingerichtet zu einer nationalen G e d e n k - u n d
Erinnerungsstätte.
Es bedurfte eines langen W e g e s u n d vieler
Mühen bis z u der eindrucksvollen u n d gut besuchten Einweihungsfeier. Unsere Z e i t u n g
kann mit Stolz darauf verweisen, daß Chefredakteur H u g o W e l l e m s gemeinsam mit d e m
Präsidenten des Marine-Bundes, Fregattenkapitän a. D . Friedrich Rohlfing, i m Jahre 1980
bei e i n e m M a r i n e - B a l l i n H a m b u r g d e n G e d a n k e n z u diesem M a h n m a l entwickelte u n d
später die K o n t a k t e zu den Landsmannschaf-
Ehrengäste, darunter d e n H a u p t r e d n e r der
Veranstaltung, den schleswig-holsteinischen
Justizminister u n d stellvertretenden M i n i sterpräsidenten Dr. H e n n i n g Schwarz, Prinz
Friedrich Ferdinand z u Schleswig-Holstein,
den stellvertretenden Sprecher der Landsmannschaft Ostpreußen, H a r r y Poley, d e n
Sprecher der P o m m e r s c h e n L a n d s m a n n schaft, Dr. P h i l i p p v o n Bismarck M d E , d e n Präsidenten der Pommerschen A b g e o r d n e t e n V e r s a m m l u n g Dr. H a n s - E d g a r Jahn, L O - B u n desgeschäftsführer F r i e d r i c h - K a r l M i l t h a l e r ,
Staatssekretär Dr. W e t z e l , d e n Kreispräsidenten v o n Rendsburg/Eckernförde,
Werner
Hahn,
d e n Territorial-Befehlshaber für
Schleswig-Holstein, K o n t e r a d m i r a l Deckert,
den Vertreter des V o l k s b u n d e s Deutsche
Kriegsgräberfürsorge, Kapitän zur See a. D .
Günther Niewert, d e n Bürgermeister v o n
D a m p 2000, H e r r n Jestrimsky, sowie viele andere. M i t besonderem Beifall wurde H e r r Köster, der frühere Kapitän der A l b a t r o s , bedacht. S i c h e r l i c h verdankten viele i m P u b l i k u m i h m ihr Leben.
Des weiteren schilderte der V o r s i t z e n d e des
M a r i n e b u n d e s die Geschichte der A l b a t r o s ,
die i m März 1912 i n Papenburg/Ems v o n Stapel lief. In beiden W e l t k r i e g e n wurde dieses
Schiff zur M a r i n e rekrutiert.
1945 holte die A l b a t r o s — i m G l a u b e n der
Seeleute ist der A l b a t r o s die Verkörperung der
Seele eines ertrunkenen Seemannes u n d
schon aus diesem G r u n d ist der N a m e wie k e i n
anderer für das G e d e n k e n an den u n b e k a n n ten deutschen Seemann geeignet — 5000 M a rinehelferinnen aus d e m brennenden Königsberg u n d brachte sie über P i l l a u nach W a r n e -
Rettung über See:
Dem Vergessen entrissen
In Damp 2000 wurde die Erinnerungsstätte Albatros eingeweiht
Vielseitiges R a h m e n p r o g r a m m zur F e i e r s t u n d e : Unser Foto zeigt d e n S h a n t y - C h o r aus Eckernförde
Fotos (3) Graw
v o n D a m p u n d i n z w i s c h e n Geschäftsführer
des K u r a t o r i u m s , leisteten d a n n weitere A r beit u n d stellten Überlegungen an, so Rohlfing,
wie i n V e r b i n d u n g mit der A l b a t r o s e i n Beitrag
zur jüngeren deutschen G e s c h i c h t e geleistet
werden könnte.
D a b e i sollte auch der deutsche O s t e n u n d
die damit v e r b u n d e n e deutsche K u l t u r i n das
Bewußtsein der Bevölkerung gerückt w e r d e n .
A u s diesen Ideen heraus entstand schließlich
das K u r a t o r i u m , an d e m s i c h die L a n d s m a n n schaften Ostpreußen,
Westpreußen u n d
P o m m e r n , der L a n d e s v e r b a n d der vertrieben e n D e u t s c h e n i n S c h l e s w i g - H o l s t e i n , der
S c h l e s w i g - H o l s t e i n i s c h e H e i m a t b u n d , der
schleswig-holsteinische L a n d e s v e r b a n d des
V o l k s b u n d e s Deutsche Kriegsgräberfürsorge
sowie zahlreiche Privatpersonen beteiligten.
H i e r verdient besondere Würdigung H e r b e r t
Preuß, V o r s i t z e n d e r der A r b e i t s g e m e i n s c h a f t
der M e m e l l a n d k r e i s e , der als Delegierter der
L O d e m K u r a t o r i u m angehört.
Rohlfing stellte auch die V e r d i e n s t e des H i storikers Professor E m i l Schlee heraus, der das
geschichtliche M a t e r i a l für die D o k u m e n t a tion i m Inneren des Schiffes gesammelt u n d
zusammengestellt hatte.
- Abscrriießencrveriasxler Präsident des M a rine-Bundes e i n e n Brief v o n Bundesminister
H e i n r i c h W i n d e l e n , i n d e m dieser betonte, die
„große Leistung der M a r i n e , der Einsatz u n d
die Tatkraft der Männer, die v i e l e n M e n s c h e n
das L e b e n rettete, darf als ein wichtiges E r e i g nis der jüngeren deutschen Geschichte nicht
vergessen werden".
A u c h Justizminister D r . H e n n i n g Schwarz
war, n i c h t „ohne d e n N a m e n des damaligen
Großadmirals Dönitz" n e n n e n . Dönitz habe „in
der R e t t u n g d e u t s c h e r M e n s c h e n aus dem
O s t e n . . . z u g l e i c h für s i c h u n d für die Marine
d e n letzten s i n n v o l l e n p o l i t i s c h e n u n d militär i s c h e n E i n s a t z gesehen". S e i n Regierungsp r o g r a m m sei d a m a l s gewesen, „so viele M e n s c h e n l e b e n w i e möglich z u retten". N i c h t vergessen w e r d e n dürften aber a u c h die schreck-*
liehen Untergänge einiger Transportschiffe
mit v i e l e n T a u s e n d e n T o t e n .
D a m i t m a c h e die A l b a t r o s „ein Stück Geschichte l e b e n d i g " u n d solle z u g l e i c h auch
„Kunde t u n v o n d e r U n m e n s c h l i c h k e i t des
K r i e g e s u n d uns aufrufen, alles z u unternehm e n , u m kriegerische A u s e i n a n d e r s e t z u n g e n
z u v e r h i n d e r n " . D i e s e V e r p f l i c h t u n g , so führte
der stellvertretende Ministerpräsident weiter
aus, gelte insbesondere „für unser geteiltes
L a n d a n der N a h t s t e l l e z w i s c h e n O s t u n d
W e s t " . D a h e r sei es wünschenswert, daß insbesondere v i e l e junge M e n s c h e n diese E r i n nerungsstätte b e s u c h e n , „um die V e r g a n g e n heit z u erfahren u n d L e h r e n für die Z u k u n f t
daraus z u z i e h e n " .
A n die auf A n r e g u n g der L a n d s m a n n s c h a f t
Ostpreußen 1970 zustande g e k o m m e n e Ver«.
anstaltung, b e i der i n K i e l u n d L a b o e m e h r als
6000 M e n s c h e n der Rettungsaktion gedachten
u n d d e n Rettern d a n k t e n , erinnerte der s t e l l vertretende L O - S p r e c h e r H a r r y P o l e y . Heute,
„38 J a h r e n a c h d e n s c h i c k s a l s s c h w e r e n G e schehnissen jener 115 Tage", gelte es erneut,
D a n k z u sagen jenen Männern der K r i e g s - und
H a n d e l s m a r i n e , „die i m h e r e i n b r e c h e n d e n
C h a o s a m E n d e des v e r l o r e n e n K r i e g e s noch
.Auch ein Zeichen der Zusammengehörigkeit aller Teile Deutschlands"
A m Strand v o n D a m p 2000: D i e A l b a t r o s w u r d e z u einer nationalen Gedenkstätte ausgebaut
ten herstellte. N i c h t zuletzt auch d u r c h das
Buch „Sie k a m e n übers M e e r " der Staats- u n d
Wirtschaftspolitischen Gesellschaft, das derzeit bereits i n der 10. A u f l a g e verkauft w i r d ,
wurde dieses anspruchsvolle Projekt umfassend vorbereitet.
Schätzungsweise r u n d 600 M e n s c h e n , darunter zahlreiche Gerettete, aus d e m ganzen
Bundesgebiet bis hinunter nach G a r m i s c h Partenkirchen wohnten d e m abwechslungsreichen Eröffnungsprogramm bei, das v o m
„Kuratorium Erinnerungsstätte A l b a t r o s —
Rettung über See" zusammengestellt w o r d e n
war.
D e n A u f t a k t der Veranstaltung bildete ein
M a r s c h m u s i k - V o r t r a g des M a r i n e m u s i k k o r p s
Nordsee. Matrosen des ebenfalls m i t w i r k e n den S h a n t y - C h o r s der Marinewaffenschule
Eckernförde hißten anschließend feierlich
die Flaggen der Landsmannschaften O s t p r e u ßen, Westpreußen, Pommern, des M a r i n e bundes u n d des Landes S c h l e s w i g - H o l s t e i n .
Für großen Beifall der Zuschauer sorgten i m
Anschluß erneut des M a r i n e m u s i k k o r p s
Nordsee, der S h a n t y - C h o r der M a r i n e f e r n meldeschule Eckernförde u n d der ShantyC h o r der Marinekameradschaft K i e l v o n 1914
e.V.
Bei s t i m m u n g s v o l l e n Seemannsliedern
folgte das P u b l i k u m gerne der Aufforderung,
m i t z u s c h u n k e l n . Freude auch d e m A u g e
boten danach die Volkstanzvorführungen der
Volkstanzgruppe der Gemeinschaft Junges
Ostpreußen aus Schönwalde.
D i e Feierstunde eröffnete schließlich Fregattenkapitän a. D . Friedrich Rohlfing, der i n
eindrucksvoller W e i s e d i e A n s t r e n g u n g e n
u n d Aktivitäten des K u r a t o r i u m s schilderte.
Z u v o r aber begrüßte Rohlfing die zahlreichen
münde. D i e letzten Einsätze erfolgten an der
Küste Pommerns. Insgesamt holte der bewährte Tender über 3000 Flüchtlinge i n d e n W e sten.
A l s die A l b a t r o s z u Beginn der siebziger
Jahre verschrottet w e r d e n sollte, entwickelte
m a n i n D a m p zunächst d e n — schließlich gescheiterten — Plan, das Schiff z u kaufen u n d
gastronomisch z u nutzen. H a n s H e r m a n n
Schlünz, Redakteur des N o r d d e u t s c h e n R u n d funks, u n d Rudolf C l a u s m e y e r , K u r d i r e k t o r
würdigte d e n A u f b a u dieser b e d e u t u n g s v o l len Erinnerungsstätte, die z u g l e i c h „eine G e denkstätte v o n nationaler Bedeutung" s e i .
Schwarz stellte die A l b a t r o s i n einen Z u s a m m e n h a n g mit anderen s y m b o l i s c h e n E r i n n e rungsstätten für F l u c h t u n d V e r t r e i b u n g , so
das M a r i n e e h r e n m a l i n Laboe, das U-Boot i n
Möltenort u n d der Eisbrecher Stettin. D u r c h
diese Ehrenmäler sei „der E i n s a t z w i l l e n u n zähliger deutscher Seeleute i m Dienst d e r
M e n s c h l i c h k e i t s e l b s t i n trostloser Z e i t . . . d e m
Vergessen entrissen" w o r d e n . Es spreche w e i ter für die Initiatoren, daß sie die f i n a n z i e l l e n
M i t t e l i n erster L i n i e d u r c h private S p e n d e n
zusammenbrachten.
Schwarz sagte, m a n könne die großartige
Rettungsaktion, an der die A l b a t r o s beteiligt
e i n m a l alle Kraft selbstlos daran setzten, kämpfend u n d fahrend ihre o s t d e u t s c h e n L a n d s l e u te v o r N o t u n d T o d z u retten". Darüber hinaus
aber möge die A l b a t r o s a u c h d a z u beitragen,
„daß das Bewußtsein der unauflöslichen Zugehörigkeit aller M e n s c h e n u n d T e i l e Deutschlands z u m g e m e i n s a m e n V a t e r l a n d wächst".
In dieser Zeit, i n der m i t R e c h t eine z u m Teil
bewußt geförderte G e s c h i c h t s l o s i g k e i t i n uns e r e m V o l k beklagt w e r d e , dokumentiere
diese neue Erinnerungsstätte a u c h d e n ansonsten v i e l f a c h v e r s c h w i e g e n e n Beitrag des
d e u t s c h e n Ostens für das W e r d e n u n d Besteh e n unseres V o l k e s .
Es sei heute, 38 J a h r e n a c h d e m Kriegsende,
„an d e r Zeit, d e n A n s p r u c h d e s deutschen
V o l k e s auf seine staatliche, n a t i o n a l e u n d territoriale E i n h e i t d e u t l i c h e r als bisher z u artikul i e r e n " . D i e A l b a t r o s leiste als e i n Stück vaterländischer V e r g a n g e n h e i t d a z u e i n e n wertvoll e n Beitrag. M i t d e m g e m e i n s a m e n Singen der
dritten Strophe der d e u t s c h e n N a t i o n a l h y m n e
w u r d e das e i n d r u c k s v o l l e P r o g r a m m beendet.
Eine anschließende Besichtigung des Schiffsi n n e r e n wies eine sehenswert eingerichtete
G e d e n k s t ä t t e aus. K a r t e n d e r ostdeutschen
P r o v i n z e n , D a r s t e l l u n g e n d e r Flüchtlingsströme über L a n d u n d W a s s e r gen W e s t e n , V i t r i n e n m i t e n t s p r e c h e n d e r L i t e r a t u r u n d Gegenständen, die über die F l u c h t gerettet wurden, s i n d v o r t r e f f l i c h geeignet, a u c h der Jugend, die dieses K a p i t e l der G e s c h i c h t e allenfalls n o c h v o m H ö r e n s a g e n kennt, Flucht,
V e r t r e i b u n g u n d die R e t t u n g über See z u ver-'
d e u t l i c h e n . E i n B i l d des Großadmirals Dönitz
vervollständigt diese D o k u m e n t a t i o n .
D i e nicht i m grau-schwarz des Krieges, sondern i m F a r b e n k l e i d aus f r i e d l i c h e n Tagen am
Strand v o n D a m p 2000 liegende A l b a t r o s stellt
e i n würdiges M a h n m a l dieser Geschehnisse
a m Ende des Z w e i t e n W e l t k r i e g e s dar. GleichW o r t e des G e d e n k e n s an die Rettung u n d des D a n k e s an die Retter: Fregattenkapitän a. D . zeitig ist sie e i n S y m b o l des D a n k e s an die vielen b e k a n n t e n u n d n a m e n l o s e n Retter aus dieRohlfing, H a r r y Poley, M i n i s t e r Schwarz sowie Kuratoriums-Geschäftsführer C l a u s m e y e r
Ansgar Graw
s e r
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