Ericsson CH388 User manual

Ericsson CH388 User manual
STATTLAND PLANER
UCD-OPTIMIERTE PLANUNG UND VERWALTUNG
VON STADTRUNDGÄNGEN
MASTERARBEIT HCID 2014
Natalie Zurfluh-Siffert, Oliver Grimm, Urs Odermatt
STATTLAND PLANER
UCD-OPTIMIERTE PLANUNG UND VERWALTUNG
VON STADTRUNDGÄNGEN
MASTERARBEIT HCID 2014
Natalie Zurfluh-Siffert, Oliver Grimm, Urs Odermatt
Januar 2014
MAS in Human Computer Interaction Design
HSR Hochschule für Technik Rapperswil, Universität Basel und Fachhochschule
Nordwestschweiz
Betreuer: Toni Steimle
Co-Betreuer: Thomas Bircher
MAS HCID
Master of Advanced Studies
in Human Computer Interaction Design
MAS HCID 2014, StattLand Planer Applikation, Natalie Zurfluh-Siffert, Oliver Grimm, Urs Odermatt
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STATTLAND PLANER, MAS 2014
ZUSAMMENFASSUNG
AUFTRAGGEBER
Der Verein StattLand bietet in Bern thematische, auf Bern bezogene Stadtführungen an.
Diese Masterarbeit ist im Auftrag von StattLand an der HSR Hochschule für
Technik in Rapperswil, der Universität Basel und der Fachhochschule Nordwestschweiz im Rahmen des Lehrgangs Master of Advanced Studies in Human
Computer Interaction Design (MAS HCID) entstanden.
AUSGANGSLAGE UND ZIELSETZUNG
StattLand plant seine Ressourcen und Rundgänge heute auf umständliche Weise. Die Planung ist unübersichtlich und fehleranfällig.
Eine einfach zu bedienende und UCD-optimierte Rundgangplanung Lösung soll
den Verantwortlichen eine Übersicht über die Planung aller Rundgänge geben,
indem die Applikation Ressourcen und Kalenderdaten mit den Rundgängen visuell verknüpft.
VORGEHEN UND ANALYSE
Mayhews „Usability Engineering Lifecycle“ diente als Rahmen für das Vorgehen.
Für das Erarbeiten der Projektziele wurde er angepasst und mit weiteren UCDMethoden ergänzt.
RESULTATE
oo
oo
oo
oo
oo
oo
oo
Der Planungsablauf ist effizienter und übersichtlicher
Die eruierten Fehlerquellen können in der neuen Lösung eliminiert werden
Die Anwendung lässt sich nach kurzer Einführungszeit von ungeübtem
Personal bedienen
Die Benutzergruppen sind definiert und homogenisiert mit anderen
Rundgangsanbietern der Schweiz
Die Anwendung lässt sich aufgrund der zusätzlich erfolgten externen
Analysen und Tests in gleicher Weise von anderen Institutionen verwenden
Konzeptionelles Modell und Screen Design Standards sind definiert
Die Anbindung an Umsysteme kann modular und dynamisch erfolgen
FAZIT
Das erarbeitete Konzept entspricht den Vorstellungen des Auftraggebers, aber
auch den involvierten Institutionen von Basel und Thun. Aufgrund der vorliegenden Arbeit hat der Auftraggeber sein Fundraising forciert und plant, die Entwicklungsphase des neuen SL-Planers zu starten. Es sind bereits Gespräche
zur Zusammenarbeit unter den Rundgangsanbietern im Gange.
Die Analyse einer innovativen Kalendersystematik hat viele Steine ins Rollen gebracht und motiviert zu weiterem Research.
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ERKLÄRUNG DER SELBSTSTÄNDIGKEIT
Hiermit bestätige ich:
oo dass ich die vorliegende Arbeit selber und ohne fremde Hilfe durchgeführt
habe, ausser derjenigen Teile, welche explizit beschrieben sind,
oo dass ich sämtliche verwendeten Quellen erwähnt und gemäss gängigen
wissenschaftlichen Regeln korrekt zitiert habe, und
oo dass ich keine durch Copyright geschützten Materialien (z.B. Bilder) in
dieser Arbeit in unerlaubter Weise genutzt habe.
Natalie Zurfluh-Siffert
Oliver Grimm
Urs Odermatt
COPYRIGHT
Diese Master Thesis wird im Frühling 2014 veröffentlicht. Das Urheberrecht für
gezeigte Screendesigns, konzeptuelle Modelle, Grafiken und Icons bleibt beim
obgenannten Team.
VORAUSGEHENDE BEMERKUNGEN
Geschlechtsspezifische Begriffe:
Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit wurden in diesem Dokument einige maskuline Wortformen verwendet. Beispielsweise wird «Benutzer» für eine oder
mehrere Person(en) verwendet, die ein System oder ein Produkt benutzt /benutzen, unabhängig vom Geschlecht.
Anglizismen:
Entgegen vielfachen Trends wurde versucht, die ganze Arbeit mit deutschen
Wörtern zu beschreiben, so lange der Begriff in der deutschen Sprache präzise
verstanden werden kann (siehe auch unter „Glossar“). Gängige Fachausdrücke
ohne deutsches Gegenstück bleiben englisch.
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ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS
API
Application Programming Interface
BT
Basel Tourismus
CM
Conceptual Model
CRM
Customer Relationship Managment
CRUD
Create, Read, Update, Delete
DUID
Detailed User Interface Design
GUI
Graphical User Interface
HCID
Human Computer Interaction Design UI User Interface
ID
Interaction Design
OOSE
Object Oriented Software Engineering
RE
Requirements Engineering
RGL
Rundgangsleiter (Guide)
SDS
Screen Design Standards
SSPSchauspieler
SLStattLand
TB
Tourismus Bern
TT
Thunersee Tourismus
UCD
User Centered Design
UX User Experience
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INHALTSVERZEICHNIS
1. AUSGANGSLAGE7
1.1 Planung und Kultur7
1.2 Situation8
1.3 Der Auftraggeber8
1.4 Probleme im Ablauf10
2. PROJEKTBESCHRIEB12
2.1 Auftrag 12
2.2 Projektziele 14
2.3 Probleme und Lösungsansätze15
2.4 Abgrenzung des Planers16
3. VORGEHEN UND METHODIK 18
3.1 Vorgehensmodelle generell18
3.2 Konklusion & Wahl des Modells 20
3.3 Projektstart24
4. REQUIREMENTS ANALYSIS26
4.1 Konkurrenzanalyse26
4.2 Research mit Contextual Inquiries28
4.3 Die Persona vom SL-Planer33
4.4 Ist-Prozess37
4.5 Use Case Diagramm39
4.6 Das Szenario ist der erste Prototyp41
4.7 Anforderungsliste43
4.8 Usability Goals44
5. INTERACTION DESIGN LEVEL 146
5.1 Work Reengineering46
5.2 Conceptual Model Design48
5.3 Conceptual Model Mockups52
5.4 CM Evaluation55
6. INTERACTION DESIGN LEVEL 258
6.1 Screen Design Standards (SDS)58
6.2 SDS Prototyping61
6.3 SDS Evaluation71
7. INTERACTION DESIGN LEVEL 378
7.1 Detailliertes User Interface Design (DUID)78
8. ABSCHLUSS82
8.1 Erreichte Ergebnisse82
8.2 Erkenntnisse85
8.3 Reflexion86
8.4 Schlussfolgerung92
8.5 Nutzen für den Auftraggeber93
8.6 Empfehlungen für den Auftraggeber94
9. VERZEICHNISSE UND LISTEN96
10. ANHANG - STYLE GUIDE99
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1. AUSGANGSLAGE
1.1 PLANUNG UND KULTUR
VORTEIL DURCH PLANUNG
Um spezifische Ziele auf möglichst direktem Weg zu erreichen, bedarf es eiPlanen, um Ziele zu erreichen.
ner gedanklichen Ordnung zukünftiger Handlungsschritte. Planung kann somit
auch als „Konstruktion der Wirklichkeit“1 bezeichnet werden.
Planung führt zu strategischem Vorteil. Bereits ca. 10‘000 v.Chr. machten sich
die Menschen dieses Wissen zum Nutzen. Vorrausschauendes Handeln und die
damit verbundene Planung waren die Grundlage für Ackerbau, Domestizierung
und später den Gebrauch von Werkzeugen. So wurden erste permanente Siedlungen ermöglicht und die Überlebenschancen verbessert.
Auch im alten Rom plante man bereits strategisch. Das Lenken grosser Heere setzte eine umfangreiche Organisation voraus und die sorgfältig geplanten
Stadtinfrastrukturen beeindruckend noch heute.
Zu den Planungsmassnahmen, die in erster Linie der Sicherung des eigenen
Vorteils dienten, gesellte sich später die kulturelle Planung, die dem Geist der
Menschen zu Gute kam.
KULTUR VERMITTELN
Planen um Ziele zu
erreichen
?
Buchungsordner = Dashboard
Das Bedürfnis, mehr über einen Ort und dessen Geschichte zu erfahren, ist seit
Menschengedenken gross.
Im 17. Jahrhundert erfreuten sich Bildungsreisen einer wachsenden Beliebtheit.
Der heutige Tourismus entstand, und mit ihm die Berufsgattung der „Fremdenführer“. Diese wurden u.a. durch Führungen an historischen Stätten im Mittelmeerraum populär und hielten in ganz Westeuropa Einzug.
In den 1990 Jahren wurde eine spezielle Art von Führungen beliebt: Theaterspaziergänge, auch „szenische Führungen“ genannt. Die Rundgangsleiter bringen
die Gäste an historische oder anderweitig interessante Plätze in einer Stadt. Um
den Gast die Geschichte möglichst lebendig miterleben zu lassen, werden die
Führungen manchmal von Schauspielern unterstützt.
1
Kreisler Benjamin (2005):„Strategische Planung als Konstruktion von Wirklichkeit“,
Diplomarbeit, Universität Klagenfurt, S.90
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1.2 SITUATION
Heute werden in den meisten grösseren Städten Stadtrundgänge angeboten.
Durchgeführt werden diese oft von den städtischen Tourismusorganisationen.
In den letzten Jahren kamen immer mehr spezialisierte Anbieter geführter
Rundgänge hinzu, vermehrt mit dem Angebot von szenischen und thematischen
Rundgängen. Die meisten werden von einem sogenannten Rundgangsleiter geführt und allenfalls von einem oder mehreren Schauspielern begleitet.
Zur Durchführung müssen Rundgangsleiter (nachfolgend „RGL“ genannt),
Schauspieler (nachfolgend „SSP“ genannt) und manchmal Requisiten koordiniert werden. Für einen Rundgang eingesetztes Personal wird nachfolgend als
„Ressourcen“ bezeichnet.
Um einen reibungslosen Ablauf dieser Rundgänge zu gewährleisten, bedarf es
einer detaillierten Planung der Stadtrundgänge, einschliesslich der Verfügbarkeiten von RGL, SSP.
1.3 DER AUFTRAGGEBER
SZENISCHE RUNDGÄNGE FÜR BERNER
StattLand ist ein in Bern ansässiger Verein, der seit 1990 thematische Rundgänge für ein breites Publikum anbietet. Während 365 Tagen im Jahr können
Private oder Firmen insgesamt 22 verschiedene Rundgänge buchen. Einzelpersonen haben die Möglichkeit, an den zweimal wöchentlich stattfindenden öffentlichen Rundgängen teilzunehmen.
StattLand kombiniert in ihren Rundgängen Wissensvermittlung und Erlebnis,
stets im Bezug zur Stadt Bern.
Mit Schauspielinszenierungen, reichhaltigen Anekdoten, Bild- und Musikmaterial werden auf interaktive (analoge) Weise Informationen und sinnliche Eindrücke vermittelt.
Es werden Rundgänge angeboten, die von Berner Berühmtheiten handeln, einzelne Stadtquartiere thematisieren (Bern Matte oder Elfenau) oder sich mit der
Geschichte Berns auseinandersetzen (Bern top secret oder Bern kriminell).
Auch für Kinder werden Rundgänge spezifisch aufbereitet. Der Rundgang „Vom
Bärner Värslischmid“ (Abb 01) beispielsweise erzählt die Geschichte vom Leben
des Berner Troubadours Mani Matter. Die Teilnehmer werden auf dieser Stadtführung animiert selber einfache Verse zu kreieren. So werden sie aktiv in den
Rundgang eingebunden.
Das entsprechende Pendant für Erwachsene heisst „Ein Berner namens Matter“.
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Abb 01) Schauspieler und Rundgangsleiter von StattLand
Die thematische Vielfalt der Rundgänge deckt die Vielschichtigkeit der Stadt ab
und öffnet den Blick für Neues.
Auf ihrer Internetseite beschreibt StattLand dies treffend:
„Ob auf kulinarischen, kriminellen, architektonischen,
mächtigen, geheimen, musikalischen oder giggerigen Spuren:
Viele Wege führen durch Bern.
Auf unseren thematischen Stadtführungen zeigen wir
Ihnen die bunten Facetten des UNESCO Welterbes aus
ungewöhnlichen Perspektiven.
Vorbei an Ungesehenem und Ungeahntem erhalten
Sie Einsichten in die Vielseitigkeit von Bern.“
(StattLand, www.stattland.ch)
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1.4 PROBLEME IM ABLAUF
Planen, um Ziele zu erreichen.
DIE HEUTIGE RUNDGANGSPLANUNG
Im Büro von StattLand arbeiten zwischen drei und fünf Mitarbeitende teilzeit,
welche für die Organisation und Planung der Stadtrundgänge zuständig sind.
Zu den täglichen Hauptaufgaben der Planer gehört die Koordination der über 60
Rundgangsleiter und Schauspieler.
Die Rundgänge werden mit Hilfe einer selbst entwickelten Datenbank und dem
Programm Outlook bearbeitet und nur teilweise digital verwaltet. Die restlichen
Hilfsmittel sind heute analog, zumeist in Form von Ordnern und Papierstapeln
(Abb 02).
Die bestehende Datenbank enthält Kundendaten und Informationen zu Rundgangsleitern und Schauspielern. Termine werden in Outlook eingetragen. Der
„Rundgang-Buchungsordner“ ist das Herzstück und wird als gemeinsame
Dashboard aufPendenzenliste benutzt. Jede Buchung wirdBuchungsordner
jeweils durch ein=A4-Formular
genommen, als Ausdruck des E-Mailformulars oder ausgefüllt von Hand.
Nachdem das Rundgangspersonal einen Termin bestätigt hat, wird das Formular in ein Mäppchen abgelegt. Danach wird der Rundgang in Outlook eingetragen.
Damit eine fortlaufende Buchungsnummer gewährleistet ist, muss zuerst in einer Excel-Liste kontrolliert werden, welches die letzte Buchungsnummer war.
Anschliessend wird ein „Rundgangsbuchungsformular“ gedruckt und ebenfalls
in das Mäppchen gelegt. Dieses wird dem Kunden per E-Mail oder Brief zugestellt und dient als Buchungsbestätigung. Danach kommt das Buchungsformular mit den anderen Blättern in den Ordner „erledigt“.
?
Der Buchungsordner ist die
Pendenzenliste
Abb 02) Büro von Stattland mit Planer und der analogen Datenbank
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Die beschriebene umständliche und zeitraubende Planung der Rundgänge veranlasste den Auftraggeber, sich an das Projektteam zu wenden.
Seit Langem wünscht sich StattLand eine effiziente Gesamtanwendung.
IDENTIFIZIERTE PROBLEMBEREICHE
Planen, um Ziele zu erreichen.
Gemeinsam mit dem Auftraggeber konnten folgende Problembereiche dokumentiert werden:
Ineffizienz
StattLand plant seine Ressourcen und Rundgänge heute auf umständliche Art
via Kalender (analog und digital), Telefon und E-Mail. Aufgrund nicht standardisierter Kommunikationswege entstehen lange Antwortzeiten. Für den Planenden ist dies aufwändig und zeitintensiv.
Fehlende Übersicht
Die Planung ist heute unübersichtlich. Die Durchführung von Rundgängen hängt
auch immer von der zeitlichen Verfügbarkeit und dem thematischem Wissen
der Leiter und Schauspieler ab. Nicht alle Beteiligten können an jedem Themenrundgang eingesetzt werden. Der ÜberblickBuchungsordner
über Planung und=Ressourcen
Dashboard fehlt.
?
Keine
standardisierten
Kommunikationswege
Fehleranfälligkeit
Viele Medienbrüche erschweren das schnelle Einplanen der Rundgangleiter
und Schauspieler sowie die Zuordnung und Verknüpfung Leiter/Schauspieler/
Thematik/Rundgang/Termin. Es gibt keine automatisierten Prozesse oder Hilfestellungen. Hinzu kommt, dass die Rundgangsformulare von Hand ausgefüllt
und die teils kaum lesbare Schrift zur Fehlerquelle wird.
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2. PROJEKTBESCHRIEB
2.1 AUFTRAG
Das Projektteam ist beauftragt, eine neue Lösung für die Rundgangsplanung
zu erarbeiten. Ressourcen und Daten sollen neu mit den Rundgängen verknüpft und visuell dargestellt werden.
Die Erstellung und Verwaltung von Stadtrundgängen, sowie die Kommunikation mit den Personalressourcen gehört zur täglichen Arbeit der Planer von
StattLand und ist integrativer Bestandteil des zu entwickelnden Systems.
Der Wunsch der Planer ist es, nicht mehr wie bisher alles in Ordnern, Ablagen
und Dokumentenstapeln verwalten und zusammentragen zu müssen, sondern mit Hilfe einer Anwendung eine schnelle Übersicht über den Status der
Rundgangsbuchungen und der zu erledigenden Arbeiten zu bekommen.
Alles dreht sich um
den Rundgang
Der Wunsch des Kunden ist es, neu die gesamte Planung in einer Applikation zu vereinen. Das System soll den Planer bei seiner Arbeit vollumfänglich
unterstützen.
DIE KOMMANDOZENTRALE
Abbildung 03 zeigt einen Überblick aller in der Planung involvierten Bereiche.
Die Rundgänge, Ressourcen, Kunden, das Kommunikationssystem sowie eine
kalendarische Ansicht sollen in einer Anwendung übersichtlich zusammengefasst werden.
Alle genannten Komponenten touchieren die Kommandozentrale des neuen
„StattLand Planers“ (nachfolgend „SL-Planer“ genannt).
Allfällige Schnittstellen zu anderen Systemen wie Finanzbuchhaltung, CRM,
etc. sind in dieser Abbildung nicht berücksichtigt.
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STATTLAND PLANER
Rundgang
Kalender
Buchungssystem
Website
Ressource
ÜBERSICHT
Mailprogramm
Benachrichtigung
Kunde
Datenbanken
Abb 03) Umfeld des Planers
BUSINESS GOALS DES AUFTRAGGEBERS
Zum Start waren bereits die wichtigsten Geschäftsziele von StattLand bekannt:
oo
Effizienter Planungsablauf ohne Medienbrüche
Fehlerfreier Prozess bei der Verfügbarkeitsanfrage
oo Bessere Übersicht über offene Tasks und aktuelle Planungsaktivitäten für
alle Mitarbeiter
oo
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2.2 PROJEKTZIELE
Der neue StattLand Planer wird primär für den Verein StattLand in Bern entwickelt, soll jedoch bei anderen Stadtrundgangsanbietern eingesetzt werden
können. Folgende Projektziele wurden festgelegt:
oo
oo
oo
oo
oo
oo
oo
oo
Übersichtliche Darstellung der Rundgänge im Kalender Kontext
Einfaches Handling von Kalender- und Datumseingaben
Planung von Rundgängen und der zugehörigen Eingabe
Optimierter Planungsablauf innerhalb einer integrierten Anwendung
Erstellung der Interface Design Grundlagen
Detaillierung des Designs in spezifischen Bereichen
Benutzerzentriertes Vorgehen
Analyse und Definition der Benutzergruppen für das Planungssystem
VORGESEHENE LIEFEROBJEKTE
oo
oo
oo
oo
oo
oo
oo
oo
oo
oo
oo
oo
oo
oo
Konkurrenzanalyse (bestehende Planungstools)
Stakeholderliste und Benutzer für das Planungssystem
Ausgewertete Contextual Inquiries und Interviews
Persona
Anforderungsliste
Soll-Szenarien
Prozessmodelle
Interaktionskonzept und -design
Spezifische Interaction Patterns
Conceptual Model und Screen Design Standards
Interaktive visuelle Datenvisualisierung (Zuordnungen der Leiter/
Rundgänge, Status der Planung etc.)
Prototypen in versch. Fidelities, Protoyp DUID (partiell)
Dokumentierte Evaluationsergebnisse
Style Guide nach Mayhew
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2.3 PROBLEME UND LÖSUNGSANSÄTZE
Tabelle 01 listet grundsätzliche Probleme und deren Auswirkungen sowie erarbeitete Lösungsansätze auf. Die ausgegrauten wurden nicht vertieft bearbeitet.
Nr. Problem
Betrifft
Beschreibung / Auswirkung
Lösungsansätze
1
Medienbrüche
(Analoge Anfragen
& Antworten, viele
Telefongespräche)
Planer, Rundgangsleiter
(RGL), Schauspieler (SSP)
Gleiche Daten müssen
mehrmals in unterschiedlichen Systemen erfasst
werden.
Ineffiziente Prozesse und
Fehlerrisiko. Redundante
Datenhaltung.
Automatisierte Anfragen und Antworten vom System. Implementiertes Benachrichtigungsystem.
Eliminierung von Medienbrüchen
durch Einmal-Datenerfassung.
2
Keine Übersicht
beim Planen
Planer
Zeitaufwändiges Planen.
Informationen müssen aus
mehreren Systemen (Listen)
zusammengetragen werden.
Aktualität der Daten nicht
sichergestellt.
Einfache, verständliche visuelle
Übersicht. Alle benötigten Informationen in einer Übersicht
zusammenführen.
3
Absenzenmanage- Planer, RGL,
ment fehlt
SSP
Verfügbarkeit nirgends
zentral ersichtlich, zu viele
persönliche Anfragen und
Nachfragen nötig
Direktes Abrufen aller Verfügbarkeiten, keine Fehlplanungen
mehr, effizientere Planung der
Rundgänge.
Direkte Erfassung und Aktualisierung durch Rundgangsleiter und
Schauspieler in der Anwendung.
4
Online-Verfügbarkeit
RGL, SSP
Daten stehen nicht jederzeit
zur Verfügung. Infos werden
analog per Post oder per EMail versandt. Aktualität der
Daten nicht gewährleistet.
Informationen stehen immer online
zur Verfügung; Erfassen und Mutieren und Anschauen ist jederzeit
möglich.
(später out of
Scope)
5
Fehlende Erinnerungsfunktion
Planer, RGL,
SSP
Ohne Erinnerung = Nichteinhalten von Terminen.
Pendenzen nicht termingerecht erledigt oder gehen
vergessen.
Automatische
Erinnerungsfunktionen.
Abzuarbeitende Pendenzen werden
priorisiert vom System angezeigt.
6
Erschwerte
Auswertungen
Planer,
Auswerter
Fehlende vordefinierte, abrufbare Auswertungen.
Wiederkehrende Auswertungen immer neu erstellt.
Auswertungsdaten stammen
aus untersch. Systemen.
Vordefinierte (auch visuelle) Auswertungen per Knopfdruck.
Regelmässige Auswertungen
werdem vom System automatisch
erstellt und angezeigt.
Planer
Kundenkontakte, Buchungen, Lohnberechnungen etc.
werden manuell in CRMApplikation erfasst.
Keine Schnittstellen zu
Back-Office-Systemen.
Datenaustausch mit Umsystemen
via standardisierte Web-Services.
Eventuell direkte Intergration von
Kundendatenbank o. Ä.
Einmalige Datenerfassung.
(später out of
Scope)
7
Fehlende
Schnittstellen
(später out of
Scope)
8
Fehlende elektronische
Historisierung
Planer
Daten werden analog in
Ordner abgelegt und müssen aufwändig zusammengesucht und aufbereitet
werden.
Elektronische Historisierung der
Daten.
Statistische Auswertungen ermöglichen (z.B. in welchen Monaten
werden viele oder wenige Rundgänge gebucht).
9
Fast alles auf Papier festgehalten
Planer, RGL,
SSP
Medienbrüche führen zu
Fehlern. Aktualität der Daten nicht gewährleistet.
Daten sind nicht für alle
Mitarbeitenden aktuell.
Automatisierte Prozesse und einmalige Datenerfassung. Plausibilisierung der Daten durch System.
Steht allen Mitarbeitenden Online
zur Verfügung.
Tab 01) Problemstellungen und Lösungsansätze
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STATTLAND PLANER, MAS 2014
2.4 ABGRENZUNG DES PLANERS
Das neue Produkt, der „SL-Planer“, fasst die benötigten Funktionen, Anwendungen und Datenbankanbindungen grundsätzlich in einem Rahmen zusammen.
Im Wortlaut in der Vision: „Der StattLand Planer ist eine Software-Lösung, mit
welcher in rascher und einfacher Handhabung Termine und Ressourcen koordiniert werden können.“
Die Bereitstellung einer möglichst schnell überschaubaren Übersicht steht im
Zentrum. Das Hauptgewicht liegt hier auf Handhabung und Interaktion besagter Elemente oder Module.
Die Applikation ermöglicht dem Benutzer ausserdem, die täglichen Planungsarbeiten mit Hilfe einer Kalenderdarstellung zu verwalten.
WIE VIEL IST IM ZEITLICHEN RAHMEN ÜBERHAUPT MÖGLICH?
Nicht alle beteiligten Systeme und Bereiche der Requirements Analysis und des
Interaction Designs konnten innerhalb dieser Arbeit berücksichtigt werden. Nur
die Rundgangsverwaltungsanwendung selbst wurde entworfen. Umsysteme
und Schnittstellen wurden nur am Rande betrachtet. Das Produkt wurde prioritär im Kontext der Stadtrundgang-Anbieter entwickelt.
Es ist explizit keine klassische Tourmanagement-Software mit Hotels, Reiseleitern und Autovermietung.
Schnittstellen zum Buchungs- und Backoffice-System (Finanzen, CRM, Personal etc.) sowie zum automatisierten Benachrichtigungssystem und zur Website
wurden nicht entwickelt. Diese werden aber teilweise im GUI abgebildet und visuell ausgearbeitet.
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Abbildung 04 ist eine Weiterentwicklung der Grafik aus Abbildung 03. Hier sind
schematisch die Fokusbereiche (A, blau) und die Abgrenzung (B, rot) während
des Projektverlaufs eingezeichnet.
A) Fokusbreite Ausarbeitung
Projektphasen
Projektstart
1
Projektbeschrieb
Kundenpräsentation
Vision
2
Requirements Engineering
Design/CM/Work Reengineering
Mockups/Sketches & Evaluation
3
Prototyping & Evaluation
CM/SDS
4
DUID
Styleguide
Planen, um Ziele zu erreichen.
te
Projektende
B) Projektabgrenzung
?
4
Ressourcen
Kalender
Buchungssystem
3
2
Cloud
Absenzen
Mitarbeiter
Website
Kunden
Buchungsordner = Dashboard
Mailprogramm
Planungsübersicht
1
Benachrichtigung
Rundgang
Datenbank
Abb 04) laufend geschärfter Fokus während des Projekts sowie Abgrenzung
ma
fra
LAUFEND DEN FOKUS NACHFÜHREN
Die Komplexität einer Planungsanwendung wurde im Arbeitsteam anfänglich
unterschätzt und blieb in Anhängigkeit von Fokus und Detaillierungsgrad zunächst schwer einschätzbar.
Je breiter die Use Cases im Prototypen umgesetzt wurden, desto komplexer
wurden auch die Abhängigkeiten unter den Elementen.
Der Fokus wurde schliesslich laufend präzisiert. Dadurch wurde ermöglicht,
Modelle und Designs den jeweiligen Schwerpunkten anzupassen. Das Handling
der eigentlichen „Rundgänge“ oder die verschiedenen Statusanzeigen, die im GUI
visuell repräsentiert werden, sind zentrale Beispiele dazu. Letztendlich dreht
sich im Planer alles um die Rundgänge, deren Darstellung und Bearbeitung.
fo
Iteratives
Nachführen des
Fokusbereichs
sa
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3. VORGEHEN UND METHODIK
3.1 VORGEHENSMODELLE GENERELL
Eine Präferenz für die Anwendung von Mayhews „The Usability Engineering Lifecycle“ 2 (nachfolgend UEL genannt) als Vorgehensmodell bestand im Projektteam bereits zu Beginn.
Bevor der Entscheid für die Wahl eines Modells gefällt werden konnte, wurden
vorgängig andere Vorgehensmodelle auf ihre Eignung analysiert:
5-Schichten Modell 3 (Jesse James Garrett)
Das Modell gibt einen sehr guten Überblick über die UCD Grundprinzipien. Um
jedoch die UCD Prinzipien im Detail zu erlernen, ist es für einen Anfänger recht
allgemein gehalten.
Die Erarbeitung der einzelnen Schichten wird im Buch „Die Elemente der User
Experience“ erklärt, für eine ausführliche Erklärung der Methoden verweist Garrett auf spezifische Publikationen.
Um die UCD Prinzipien im Detail zu erlernen, ist es recht allgemein gehalten.
Garett gibt in seinem Buch jedoch das nötige Fundament.
Das 5-S Modell von Garrett eignet sich beispielsweise sehr gut, um die erarbeiteteten Artefakte in einem Projekt zu verifizieren. Der Aufwand für die Vervollständigung der Methodik ist jedoch hoch.
Delta Methode 4 (WM-data AB und Ericsson Radio Systems AB)
Die Delta Methode ist ähnlich aufgebaut wie der Lifecycle von Mayhew.
Gegenüber Mayhew mit den 16 Aktivitäten ist die Delta Methode nur in 9 Phasen aufgeteilt. Die Ergebnisse des Requirements Engineering werden laut Definition erst in der Design Phase iterativ überprüft. Dieses Modell wird häufig in
klassischen Informatikprojekten, in welchen nicht nach UCD vorgegangen wird,
eingesetzt.
Diese Überprüfung der Ergebnisse ist aus Sicht UCD eher spät.
2
Mayhew Deborah J. (2010): „The usability engineering lifecycle. A practitioner‘s handbook for
user interface design“. Morgan Kaufmann Publishers, San Francisco
3
Garrett Jesse James (2012): „Die Elemente der User Experiance - Anwenderzentiertes (Web-)
Design“. Adison-Wesley Verlag, München
4
WM-data AB & Ericsson Radio Systems AB (2000): „Delta Method“ (nicht in Buchform & nicht
mehr online verfügbar)
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Goal Directed Design 5 (Cooper, Reimann & Cronin)
Dieses Modell legt den Schwerpunkt auf das Interaction Design und weniger auf
die Usability Evaluation. Die Interaction Designer spezifizieren vollständig das
User Interface sowie den Prototypen und übergeben es erst dann in die Entwicklung. Cooper eignet sich mehr für die Design Evaluation.
Der Fokus auf das zielgerichtete Design ist überaus wichtig und zentral bei der
Software-Entwicklung. Die Evaluationen sind aber wenig ausgeprägt.
Contextual Design 6 (Beyer & Holtzblatt)
Beyer & Holtzblatt fokussieren vor allem auf die kontextbezogene Datenerhebung. Das Herzstück von Contextual Design ist das Beobachtungsinterview
(Contextual Inquiry). Die gesammelten Daten aus den CI‘s werden in fünf Modelle abgefüllt: Flow Model, Sequence Model, Artifact Model, Cultural Model und
Physical Model.
Dem gegenüber bleibt der Bezug zu Bildschirmgestaltung und Interaktionselementen zweitrangig.
Um von Grund auf eine neue Applikation zu entwickeln, eignet sich das Contextual Design von Beyer & Holtzblatt sehr gut. Die kontextuelle Befragung ist
eine hervorragende Erhebungsmethode. Für weitergehendes Interaction Design
müssen jedoch weitere Engineering Aktivitäten hinzugezogen werden.
Usability Engineering Lifecycle 7 (Deborah J. Mayhew)
Der Lifecycle besteht aus den den drei Phasen „Requirements Analysis“, „Design
/Testing/Development“ und „Installation“. Die zweite Phase ist in sich wiederum
in drei „Level“ mit klar definierten Aktivitäten unterteilt, in denen das Design iterativ weiter ausgearbeitet wird.
Der UEL ist ein vollständiges Rahmenwerk mit klar definierten Abläufen, Methoden und Aktivitäten. Der Benutzer wird in jeder Phase nach UCD-Prozess
berücksichtigt.
5
Cooper Alain, Reimann Robert & Cronin David (2010): „About Face - Interface und Interaction
Design“. mitp, Verlagsgruppe Hüthig Jehle Rehm GmbH, Heidelberg. S.47-55
6
Beyer Hugh & Holtzblatt Karen (1998): „Contextual Design: Defining Customer-Centered
Systems“. Academic Press/Morgan Kaufmann Publishers, San Francisco
7
Mayhew Deborah J. (2010): „The usability engineering lifecycle. A practitioner‘s handbook for
user interface design“. Morgan Kaufmann Publishers, San Francisco
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STATTLAND PLANER, MAS 2014
3.2 KONKLUSION & WAHL DES MODELLS
Planen, um Ziele zu erreichen.
te
KONKLUSION
Der Schwerpunkt der Modelle liegt entweder auf dem Requirements Engineering oder dem Interface Design. Jedoch enthalten alle in einer oder mehreren
Phasen die ISO Norm der iterativen Überprüfung. Jedes Modell beinhaltet hilfreiche Elemente.
Das 5S Modell ist eher oberflächlich beschrieben. Detaillierte Beschreibungen
von Techniken fehlen. Das Modell verweist oft auf andere Fachliteratur.
Die Delta Methode ist genauer erläutert. Jedoch findet die Überprüfung der Requirements Artefakte erst in der Designphase statt. Bei einer frühen und iterativen Überprüfung der Artefakte werden Anforderungen an das Design eher
erkannt.
Beim Goal Directed Design wird die Entwicklung nicht in den Designprozess
involviert. Sie erhalten die erarbeiteten Artefakte vom Interaction Designer zur
Umsetzung, was zwangsläufig zu Problemen bei der Umsetzung führt.
Buchungsordner = Dashboard
Beim Contextual Design liegt der Fokus auf der Erhebung der Requirements,
vernachlässigt aber das Design. Die Anforderungserhebungsmethode ist jedoch
ideal, um viele Informationen zu den Benutzern und ihrer Tätigkeit zu erhalten.
?
Cloud
WAHL DES VORGEHENSMODELLS
Die Wahl des Vorgehensmodells hängt von der Problemstellung ab. Der Usability Engineering Lifecycle ist ein vollständiges Rahmenwerk mit detaillierten
Beschreibungen der Methoden. Mayhew überzeugt durch viele Praxisbeispiele
und Vorlagen. Der Usability Engineering Lifecycle erfüllt die folgenden Kriterien
am besten:
oo
oo
oo
oo
oo
Vollständiges, modulares Rahmenwerk (Requirements Engineering und
Interface Design)
Klar strukturierter Ablauf in Phasen, Levels, Aktivitäten
Laufende iterative Überprüfung der Ergebnisse
Positive Erfahrungen aus früheren Projekten
Erweiterbar mit weiteren Methoden des UCD
ma
fra
Mayhew ist ein
vollständiges
UCD-Rahmenwerk
fo
sa
?
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ke
STATTLAND PLANER, MAS 2014
DER USABILITY ENGINEERING LIFECYCLE VON MAYHEW
In der ersten Phase finden hauptsächlich die Analyse der Arbeitsabläufe und
der zukünftigen Benutzer statt (Abb 05).
Die zweite Phase ist in drei Levels unterteilt. Im ersten werden basierend auf der
Requirements Analysis mittels Work Reengineering die Abläufe neu organisiert
und danach im neuen Soll-Prozess modelliert.
Auf dieser Basis wiederum werden erste Skizzen des UI angefertigt. Diese werden mit echten Benutzern mittels Papierprototyp evaluiert. Die Erkenntnisse
fliessen in die Mockups ein, die ebenfalls evaluiert werden. Im zweiten Level
werden die wiederkehrenden Elemente definiert und fixiert. Diese werden im
interaktiven Prototyp verwendet und wieder evaluiert. Parallel kann mit der Implementierung der Applikation begonnen werden. Im dritten Level folgt das detaillierte Design sowie die Tests mit der echten Applikation.
Die dritte Phase ist dann die Installation. Ergebnisse der zweiten Phase werden
in der Entwicklung ergänzend implementiert. Es werden weitere Tests mit den
Benutzern durchgeführt und evaluiert.
1
Usability Engineering Lifecycle
Requirements Analysis
User
Profile
Contextual
Task
Analysis
Plattform
Capabilities
& Constraints
© Deborah J. Mayhew 1999
General
Design
Principles
Usability
Goals
Style
Guide
2
Design/Testing/Development
Level 1
Detailed
UI
Design
Level 2
Work
Reengineering
Conceptual
Model
Design
Screen
Design
Standards
CM
Mockups
SDS
Prototyping
Style
Guide
No
Eliminated
Mayor
Flows?
Style
Guide
Iterative
SDS
Evaluation
Yes
No
Met
Usability
Goals?
3
Iterative
DUID
Evaluation
No
Iterative
CM
Evaluation
Level 3
Installation
Met
Usability
Goals?
Installation
Yes
User
Enhancements Feedback
Style
Guide
Yes
All
Functionality
Addressed?
No
All issues
resolved?
Yes
Yes
No
DONE
Abb 05) Usability Engineering Lifecycle nach Deborah Mayhew
„Mayhew beschreibt für alle Phasen, welche Methoden in einem gängigen Projekt verwendet werden sollen, lässt es aber
offen, den Lifecycle durch weitere UCD Methoden zu ergänzen.“
(Christian Hübscher, 2002, Skript User Centered Design „Vorgehensmodelle I“, S.35)
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DER ANGEPASSTE LIFECYCLE FÜR STATTLAND
In der Masterarbeit wurden lediglich die ersten zwei Phasen von Mayhew erarbeitet. Die Phase „Installation“ wird erst in der Software Entwicklung der Anwendung relevant.
Das Ersetzen der Benutzer Profile geschah mittels Persona. Auf die Erhebung
der Plattformeigenschaften und die Identifizierung der Design Prinzipien wurde
nicht detailliert eingegangen.
Da keine Entwicklung parallel angestossen wurde, entschloss sich das Team,
den Style Guide erst für die Übergabe an den Auftraggeber bereitzustellen.
In der zweiten Phase wurden nach dem Conceptual Model auf die Erstellung von
Wireframes verzichtet.
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ANGEWANDTE METHODEN
Tabelle 02 bietet eine Übersicht, welche Methoden mit welchem Ziel angewandt
wurden, um die einzelnen Aktivitäten im Lifecycle zu erarbeiten.
Methode
Gründe für Anwendung
Zielsetzung
Nutzwert- /
Konkurrenzanalyse
- Gegenüberstellen von
Planungsanwendungen
- Vergleich anhand definierter
Bewertungsmöglichkeiten
- Eruieren, ob bereits Planungsanwendungen
bestehen
- Stärken und Schwächen von bestehenden
Planungsanwendungen analysieren
Contextual Inquiry
- Einfache Methode ohne viele
Regeln
- Ideal, um Wissen in Bezug auf
ein unbekanntes Gebiet der Benutzer und deren Anforderungen
aufzubauen
- Den Planungsablauf von Rundgängen und
der zugehörigen Ressourcen kennenlernen
- Existieren bereits Applikationen für die
Stadtrundgangsplanung und wie werden diese
eingesetzt
- Prüfen, ob die gleichen Probleme bei ähnlichen Institutionen bestehen
Persona
- Prototypische Benutzergruppen
- Wiederspiegelt die relevanten
Eigenschaften der Benutzer
- Ein konkretes Bild der Benutzer der Rundgangsplanung liefern
- Klären, ob es unterschiedliche Benutzergruppen gibt
- Bedürfnisse der Benutzer im Bezug auf die
Planung von Rundgängen aufzeigen
Use Case Diagramm
- Verhalten eines Systems aus
Benutzersicht in verständlicher
Sprache aufzeigen
- Übersicht über die wesentlichen Funktionen
der Akteure und ihre Interaktion mit dem System erhalten
- Abgrenzung sichtbar machen
Ist- / Soll-Prozess
- Gemeinsames Verständnis der
Planungsabläufe
- Abläufe grafisch sichtbar machen
- Darstellung des zukünftigen
Planungsablaufs
- Vergleichbarkeit der Planungsabläufe
herstellen
- Grundlagen für zukünftig zusammengeführten Soll-Prozess erhalten
- Aufzeigen von Optimierungsmöglichkeiten
und Schwachstellen
- Automatisierung des Ist Prozess
- Erheben/Überprüfen der Anforderungen an
die zukünftige Lösung
Soll Szeanrio
- Beschrieb der Arbeit mit dem neu- - Zukünftige Abläufe beschreiben
en System aus Sicht der Benutzer
- Einfaches Erstellen von Rundgängen
- Übersicht schaffen
- Basis für erste Sketches und Prototypen
Sketches
- Ideen generieren
- Einfache und kostengünstige
Variante zur Erstellung erster
Prototypen
- Verfeinerung nur einer Lösung
- Darstellung der zugrundeliegenden Konzepte
und Strukturen eines User Interface
- einen gemeinsamen Nenner finden
Prototyping
- Konkretisierung von abstrakten
Zusammenhängen
- Anforderungen / SDS abbilden
- Zielgerichtet die wichtigsten Elemente implementieren und entsprechend im UI gewichten
- Interaktionselemente gezielt darstellen
- Klares und gemeinsames Verständnis
entwickeln
Usability Walktrough
– Bringt Einsichten für das Design
– Kann früh im Projekt durch geführt werden
- Usability und Akzeptanz steigern
- Erkentnisse der Benutzer aufnehmen
- Evaluieren von Design Lösungen
- Überprüfung der Business- und Usability
Goals Erreichung
- Beurteilung komplexer Interaktionen
- Spezifikation von Interaktionen überprüfen
Hallway Test
- Feedback zu Interaktionselmenten in kurzen Tests einholen
- Usability Stolpersteine früh eliminieren
- Generische Interaktionen auf Verständlichkeit überprüfen
Tab 02) Zusammenfassung der angewandten Methoden
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3.3 PROJEKTSTART
ORGANISATION UND ZUSAMMENARBEIT
Beim Start dieser Arbeit wurde innerhalb des Projektteams die Zusammenarbeit definiert und die nötigen Strukturen aufgebaut.
Die ersten erstellten Administrationsdokumente, wie Pendenzenliste, Zeiterfassung und Protokolle wurden auf der Cloud-Plattform „Google Docs“
bereitgestellt.
Die Plattform kam auch beim kollaborativen Erarbeiten von Artefakten zum
Einsatz. Einerseits wurden so Entwürfe bis zum inhaltlich endgültigen Zustand
vorwärts getrieben und danach als definitives Artefakt in einheitliche InDesign
Vorlagen eingefüllt. Andererseits
wurde
Hangouts“ als StandardkomPlanen, um Ziele
zu„Google
erreichen.
munikationsmittel für die nicht lokale Zusammenarbeit verwendet.
Erfahrungen aus früheren Arbeiten haben gezeigt, dass die Dateisynchronisation bei der Plattform „Dropbox“ schneller und zuverlässiger funktioniert. Aus
diesem Grund wurde zusätzlich ein Dateiablagesystem mit einer identischen
Ordnerstruktur auf dieser Plattform angelegt. Aus beiden Cloudplattformen
wurden regelmässig lokale Sicherungskopien erstellt.
Durch die Kombination der beiden Clouddienste wurden die Vorteile der beiden Systeme kombiniert.
te
?
ERSTES TREFFEN MIT DEM KUNDEN
Im Vorfeld des ersten Treffens mit dem Kunden erarbeitete das Projektteam
eine Vision der zukünftigen Lösung (Anhang, Kapitel „Visionsdokument“).
Bei dieser Sitzung wurden in lockerem Rahmen Ideen und Vorstellungen der
potentiellen LösungBuchungsordner
ausgetauscht. Dabei
wurde unter anderm bekannt, dass
= Dashboard
StattLand sich bereits intensiver mit der Umsetzung eines ganzheitlichen Buchungssystems auseinander gesetzt hatte. Entsprechende Anforderungen
waren überraschenderweise bereits in einer Anforderungsliste dokumentiert.
Darin waren mehrheitlich funktionale Anforderungen an die Umsysteme der eigentlichen Planungsanwendung gelistet. Die Liste war somit nicht verwendbar
für den SL-Planer selbst.
Vorausgehende Abklärungen von StattLand zeigen, dass keine Standardlösung
ihre Anforderungen abdecken kann. Im Speziellen bemängelt wird die Usability
der geprüften Lösungen. Der Fokus der Arbeit auf dem Rundgangs-Planungsablauf war für StattLand neu. Ebenso die benutzerzentrierte Herangehensweise.
Cloud
Partly Cloudy - das
Beste aus beiden
Wolken verbinden
ma
fram
fo
sa
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PLANUNG DES PROJEKTS
Mit den Erkenntnissen aus dem Treffen wurde die erste Grobplanung erstellt,
welche in dieser Phase vor allem die Tätigkeiten des Requirements Engineering
definierte. Die zweite Phase wurde grob geplant und im Verlaufe des Projektes
verfeindert (Anhang, Kapitel „Projektplan“). In der Abbildung 06 ist der grobe
Projektverlauf ersichtlich.
Einarbeitung
Requirements Engineering
Persona
Task Analysis
Platform Capabilities/Constraints
General Design Principles
Apr
Mai
Jun
ID_Level 2
ID_Level 1
Jul
2 Quartal 2013
Work Reenineering
Conceptual Model
Design
CM Mockups
Iterative CM Evaluation
Aug
Sep
ID_Level 3
Screen Design
Standards
SDS Prototyping
Iterative SDS
Evaluation
Okt
3 Quartal 2013
Abschluss
Detailed User
Interface Design
Iterative DUID
Evaluation
Nov
Ergebnissicherung
Bericht
Präsentation
Übergabe an Anftraggeber
Dez
4 Quartal 2013
Jan
Feb
1 Quartal 2014
Abb 06) Grob-Terminplan zu Projektbeginn
Das Erstellen des Visionsdokuments war eine gute Möglichkeit, die Ist-Situation zu analysieren. Bei der Erarbeitung dieses Dokuments konnten viele Fragen
geklärt werden. Im Visionsdokument wurde in einem hypothetischen Soll-Szenario formuliert, wie der Planer in Zukunft einen Rundgang planen könnte.
Die Stakeholderliste (Anhang, Kapitel „Stakeholderliste“) diente zusätzlich als
gemeinsame Kontaktliste, um Treffen und CI‘s zu organiseren.
RISIKEN
Die Risikoliste (Anhang, Kapitel „Risikoliste“) enthält Beurteilung, Auswirkungen und Gegenmassnahmen der Risiken. Bei der Mehrzahl handelte es sich um
technische Risiken, welche mit einigen Abklärungen früh im Projekt eliminiert
werden konnten.
Im Projekt waren vor allem folgende Risiken relevant:
oo Datenschutzgründe oder nicht zugängliche Systeme behindern die
Requirements Analysis
oo Zuwenige CI-Partner bei StattLand, um die nötige Informationsmenge zu
erhalten
oo Zeitraubende Analyse wegen grosser Anzahl Planungsapplikationen
oo Aufwand für das Finden und Erlernen eines neuen Prototypingtools
Daneben gab es ebenfalls Produktrisiken:
oo Fehlende Akzeptanz für Innovationen, weil Benutzer in alten Gewohnheiten
festgefahren sind
oo Realisierung wird zu teuer und das Produkt wird nicht weiterverfolgt
Erläuterungen zu den Risiken folgen im Verlauf des Bericht an relevanten Stellen.
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4. REQUIREMENTS ANALYSIS
fo
Requirement Engineering spielt beim Usability Lifecycle eine zentrale Rolle. In
dieser ersten Mayhew Phase geht es grundsätzlich darum, der Thematik näher
zu kommen und die heutigen Abläufe kennen zu lernen.
Einerseits wird mehr über zukünftige Benutzer (Mayhew: User Profiles) und deren Anforderungen in Erfahrung gebracht. Mit der Task Analysis werden andererseits bestehende Arbeitsabläufe der Stakeholder im Detail untersucht.
In den folgenden Kapiteln werden die angewendeten UCD-Methoden erläutert.
sa
4.1 KONKURRENZANALYSE
Um Informationen über die Stärken und Schwächen von bestehenden Planungsanwendungen zu erhalten, wurden gängige Lösungen gesucht, analysiert
und bewertet.
Direkt vergleichbare Applikationen existieren jedoch bis dato nicht. Trotz intensiven Recherchen konnte keine spezialisierte Planungsapplikation für
Stadtrundgänge gefunden werden.
GEKÜRZTE NUTZWERTANALYSE
Nach den Recherchen wurden die Planungsanwendungen einer Nutzwertanalyse 8 unterzogen. Um das Aufwand-/ Nutzenverhältnis zu optimieren, wurde das Bewerten auf folgende Hauptkriterien beschränkt (Anhang, Kapitel
„Konkurrenzanalyse“):
oo
oo
oo
oo
oo
oo
?
Keine
spezialisierte
Applikation für
Rundgangsplanung
auf dem Markt
Wie gut ist die Bedienbarkeit?
Wie schnell kann man das Tool lernen?
Wie gut ist die Qualität des Interface Design?
Gibt es Hilfestellungen und wie sind diese eingebettet?
Ist das Tool effizient zu benutzen?
Ist die Darstellung in der Planungsübersicht (falls vorhanden) klar und
übersichtlich?
Aus der grossen Anzahl an angebotenen Planungslösungen wurden die vielversprechendsten ausgewählt. Anhand obiger Kriterien wurden diese geprüft und
analysiert. Der Fokus beschränkte sich zu nächst auf FAT-Client-Anwendungen.
Jedoch waren die untersuchten Online-Tools ähnlich und deckten die bereits
bekannten Bedürfnisse ebenfalls nicht ausreichend ab.
ERGEBNISSE
Die meisten Anwendungen sind sehr mächtig und erfordern einen enormen
Lernaufwand, um effizient damit arbeiten zu können.
Es gibt einzelne Tools mit guten grafischen Ansätzen, jedoch zumeist mit De8
Böhm Rolf (2000): Methoden und Techniken der System-Entwicklung. vdf Hochschulverlag
AG, ETH Zürich
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eichen.
oard
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fiziten in der Benutzbarkeit oder Funktionalität. Vielfach ist alles monochrom
gehalten, der Kontrast mit den Schriften fehlt. Die Planungs- oder Kalenderansicht lässt sich nicht personalisieren. Einstellungsoptionen findet man zumeist
schlecht oder nur auf sehr umständliche Weise.
Keine der geprüften Lösungen erfüllte die gestellten Anforderungen.
Man verliert sich im grossen Funktionsumfang dieser trägen „App-Supertanker“. Mit zu umfangreicher Funktionalität wird am Ende kein Benutzertyp richtig bedient und die kognitive Belastung aller Benutzer wird unnötig erhöht. 9
telefon - ci
PLATTFORM
Der SL-Planer soll plattformneutral auf allen modernen Browsern eingesetzt
werden können. Als HTML 5 Web App sollen modernste GUI Darstellungstechniken angewendet werden.
Die API‘s für Umsysteme sind in diesem Projekt nicht berücksichtigt. Trotzdem
kann davon ausgegangen werden, dass Datenbanken und BenachrichtigungsCloud&Cloud
systeme angebunden werden können.
Einschränkungen können hier aber auftreten. Beispielsweise bei Einbindung
von lokalen FAT-Clients.
?
Träge App“Supertanker“
erhöhen die
kognitive Last für
alle Benutzer
DESIGN GUIDELINES
Vom Auftraggeber existieren weder Corporate Design- noch Produkt Guidelines.
Einzig die Farbe Blau wurde optional vorgegeben.
Bei der vorliegenden Arbeit wurden keine externe Gestaltungsrichtlinien beigezogen. Das Team entschied nach Best Practise und Erfahrung.
Die existierenden öffentlichen Gestaltungsrichtlinien und -prinzipien sind in
Büchern und auf dem Internet breit gestreut. Sie quantifizieren die Existenz
bzw. die Ausprägung der Umsetzung der geforderten Designentwicklungen
10
. Usability Experten benutzen diese z.B. für die Bewertung von bestehenden
mayhew
Anwendungen.
framework
fokus
9
sad
Cooper Alain, Reimann Robert & Cronin David (2010): „About Face - Interface und Interaction
Design“. mitp, Verlagsgruppe Hüthig Jehle Rehm GmbH, Heidelberg. S.100
10 Sarodnick Florian, Brau Henning (2011/2006): „Methoden der Usability Evaluation.
Wissenschaftliche Grundlagen und praktische Anwendungen“. Verlag Hans Huber, Bern. S.123
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?
keine app
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4.2 RESEARCH MIT CONTEXTUAL INQUIRIES
Mit Contextual Inquiries (CI‘s) werden Bedürfnisse, Verhalten, Abläufe und das
Umfeld von aktuellen oder künftigen Benutzern durch Beobachtungen und Interviews analysiert. Es wird auch als „halboffenes Beobachtungsinterview“ bezeichnet. CI‘s werden im Einsatzumfeld des zukünftigen Produktes oder am aktuellen Arbeitsplatz der Benutzer durchgeführt.
Dabei wird nicht eine Menge an Regeln vorgegeben, sondern es wird eine „Meister-Lehrling“ Beziehung zwischen Benutzer und Beobachter angestrebt. Im CI
werden laut den Urhebern Beyer und Holtzblatt 11 die Benutzer als Meister ihrer Aufgaben gesehen, und die Beobachter sollen mit der Haltung eines Lehrlings an sie herantreten. CI‘s sind eine grundlegende Erhebungsmethode für die
nachfolgenden RE-Arbeiten.
VORBEREITUNGSARBEITEN
Durch das initiale Interview mit Stattland (SL) lagen bereits erste Informationen
über Prozesse und Arbeitsabläufe vor. Dank dieser konnte das erste Contextual
Inquiry besser vorbereitet werden. Entgegen der vorgesehenen Zeit von Beyer
und Holtzblatt wurde die Dauer beispielsweise auf rund eine Stunde angesetzt.
Die einzelnen Arbeitsprozesse bei SL sind relativ kurz und nicht sehr zahlreich.
Es wurde ein Fragekatalog ausgearbeitet, um innert kürzerster Zeit gezielt Informationen zum Ablauf und Prozess des Planers zu erhalten. Der Katalog war
auch dazu gedacht, die Beobachtung und das Interview subtil zu steuern, um an
die designrelevanten Daten zu gelangen.
Die Durchführung wurde mit folgenden Zielen geplant:
oo
oo
oo
oo
oo
oo
oo
Genereller Wissensaufbau zu Stadtrundgangs-Organisation und -planung
Untersuchen des Planungsablaufs von Rundgängen
Verknüpfungssystematik der zugehörigen Ressourcen
Erhärten erster Persona Hypothesen, bzw. Benutzertypen
Anforderungen der Benutzer erheben
Weitere Recherche nach bestehenden Applikationen für die
Stadtrundgangsplanung und allenfalls deren Einsatz
Suche nach ähnlichen Problemen bei anderen Institutionen
ERSTES CI MIT DEM AUFTRAGGEBER
Das erste CI wurde mit einem der drei Planer bei StattLand durchgeführt.
Es begann schon mit einer Beobachtung beim Eintreten ins Büro. Der Planer
sprach am Telefon mit einem Kunden, der den Termin wegen eines Missverständnisses verwechselte. Er versuchte daraufhin, den Rundgang auf den heutigen Tag umzubuchen. Im sogenannten „Rundgangsbuchungsordner“, in dem
laufende Buchungsanfragen in Form von Rundgangsformularen chronologisch
abgelegt sind (Abb 07), sucht er sich das Dokument mit der entsprechenden Buchungsanfrage heraus.
11 Beyer Hugh & Holtzblatt Karen (1998): „Contextual Design: Defining Customer-Centered
Systems“. Academic Press/Morgan Kaufmann Publishers, San Francisco
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Den Computer konsultierte er zum Erstellen des Kalendereintrags und zum
Nachschlagen in der Kunden- und Ressourcendatenbank. Telefonisch wurden
danach Rundgangsleiter und Schauspieler für einen spontanen Termin für den
heutigen Tag angefragt.
Abb 07) Buchungsdokumente im „Buchungsordner“
Nach diesem veritablen Notfall erklärte er den Planungsablauf mit den verschiedenen (wechselnden) Ablageorten der Buchungsdokumente. Diese und
der Buchungsordner sind das Herzstück der Planung bei StattLand.
Der Fragenkatalog konnte vollumfänglich geklärt werden.
Auffällig ist der umständliche Umgang mit den Verfügbarkeiten der RGL und
SSP: Der Kunde erhält vorerst nur eine temporäre Bestätigung „in Arbeit“. Die
RGL/SSP werden per E-Mail oder Telefon solange selektiv angefragt, bis alle Zusagen eintreffen und der Rundgang definitiv bestätigt werden kann. Es ist nicht
einfach, als Planer die Übersicht über die ausstehenden Antworten zu behalten.
Bei dieser ersten Beobachtung konnten zahlreiche neue Problemfelder identifiziert und grosse Mengen an dokumentierten Erkenntnissen gesichert werden.
CI‘S BEI ANDEREN STADTRUNDGANGS-ANBIETERN
Um vergleichbare Arbeits- und Planungsabläufe zu untersuchen, sollten andere
Rundgangsanbieter befragt werden.
Dies war jedoch einfacher „geplant“ als getan. Denn trotz sehr guter Dokumentation und freundlicher Kontaktaufnahme waren die Institutionen vorerst nur
schwerlich oder gar nicht zu einer Kooperation zu bewegen.
Hier kommen mehrere der bereits zuvor identifizierten Risiken zum Tragen: Einerseits müssen Stakeholder ausserhalb des Projekts zuerst einmal überzeugt
werden können, dass auch sie von einer externen Beobachtung profitieren kön-
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nen. Auch die Annahme, dass aus Datenschutzgründen Schwierigkeiten entstehen könnten, bewahrheitete sich.
Eine gewisse Zurückhaltung war ebenfalls festzustellen, da einige der angefragten Institutionen gemeinsam bereits mit einem Softwarehersteller kooperierten, um eine neue Anwendung für diesen Markt entwickeln zu lassen. Zudem
war Hochsaison für Stadtrundgänge. Da kam das MAS Team natürlich aus ihrer
Sicht eher ungelegen.
Die Lösung war schliesslich das Telefon. Sobald es gelang, mit den VerantwortPlanen, um Ziele zu erreichen.
lichen ein kurzes, persönliches Gespräch zu führen, war das Verständnis plötzlich da und der eigene Nutzen wurde erkannt.
Mit Ausnahme einer (telefonisch nicht erreichten) Rundgangsanbieterin konnte
mit allen ein Termin vereinbart werden. Nachfolgend einige zusammengefasste
Erlebnisse:
Tourismus Zürich
Guided Tours aus Zürich liess sich nur zu einem telefonischen Interview überreden. Natürlich waren hier die Ergebnisse weniger ergiebig. Trotzdem konnte aus
den Informationen ein Planungsprozess modelliert werden. Dieser ähnelt demjenigen von StattLand stark. Jedoch wird der Umweg über individuelle Anfragen
an RGL/SSP nicht praktiziert, da die Verfügbarkeiten schon zuvor von letzteren
selbstständig eingetragen werden.
?
te
Das persönliche
Telefongespräch
als Schlüssel
zu CI‘s
Thunersee Tourismus
Buchungsordner = Dashboard
Ein herzlicher Empfang trug zu einem lockeren, aber aufschlussreichen CI bei.
Es zeigte sich, dass im Planungsprozess nahezu die selben Probleme wie bei
StattLand auftreten. Auch hier werden die Leiter und Schauspieler aufwändig
manuell angefragt. Es es gibt Leiter, die weder Smartphone noch Computer
besitzen.
Die Verantwortlichen zeigten sich sehr offen und interessiert, da Thunersee
Tourismus (TT) ebenfalls mit dem Gedanken spielt, eine neue Planungssoftware
einzusetzen. TT führt rund 600 Rundgänge jährlich durch.
ma
fra
Tourismus Bern
Unter anderem wegen Datenschutzbedenken war die Interviewpartnerin von
Tourismus Bern (TB) relativ zurückhaltend. Die Berner gaben daher eher wenig
Informationen preis.
Sie verfügen fast ausschliesslich über analoge Hilfsmittel. Die Ressourcen tragen ihre Verfügbarkeit in ausgedruckten Exceltabellen ein und retournieren diese den Planern für jeden Monat. Es existiert nicht einmal eine Kundendatenbank. Die Rundgänge werden in einer Papieragenda eingetragen. Auch in Bern
fehlt die komplette Übersicht der Rundgänge. Die Probleme in der Planung decken sich mit wenigen Ausnahmen mit denen von StattLand.
TB führt rund 2‘500 Rundgänge jährlich durch.
fo
Tourismus Basel (Guided Tours)
Nach anfänglicher Zurückhaltung der Planer von Basel Tourismus (BT) wurde
das CI in Basel nach und nach ebenfalls sehr herzlich. Die vereinbarten 30 - 40
Minuten wurden spontan auf über zwei Stunden verlängert.
Beim anschliessenden offenen Gespräch wurde das Interesse offensichtlich
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Cloud
sa
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grösser, so dass zwei weitere Planerinnen, der Leiter von Guided Tours und Vizedirektor von Basel Tourismus sowie der IT-Verantwortliche dazu stiessen.
Die Befragung entwickelte sich zu einer der Ergiebigsten. Die Beteiligten gaben bereitwillig Informationen zu ihren Anforderungen an eine neue
Planungsanwendung.
Bestehende Dokumente und die aktuell benutzte Applikation wurden präsentiert. Das System wird seit 25 (!) Jahren eingesetzt, deckt aber bereits erstaunlich viele Funktionen ab. Die Anwendung stösst inzwischen an ihre Systemgrenzen und entspricht grafisch dem Stil von Windows 3.0. Funktionen wie
Filterungen, Sortierungen und Auswertungen sucht man vergebens. Die etwas
in die Jahre geratene Eigenentwicklung kann aber bereits automatisch Dokumente generieren. Wie in Abbildung 08 zu sehen ist, generiert sie auch einige
nervtötende Fehlermeldungen.
Abb 08) Rundgangsplanerin von Guided Tours Basel demonstriert Fehlermeldungen
Ein kleiner Einblick in die zukünfige Applikation des genannten Softwareherstellers war möglich. Dies durfte verständlicherweise nicht dokumentiert werden. Gut erkennbar war aber das Framework und die Umsetzung des GUI, das
UCD schmerzlich vermissen lässt.
Den Baslern ist es ein grosses Bedürfnis, dass sich Schaupieler und Rundgangsleiter selber ihre Verfügbarkeitsdaten eintragen können. Vermisst wird
auch eine Übersicht über anstehende oder hängige Arbeitsschritte.
Grundsätzlich wurde unerwarteterweise erneut festgestellt, dass hier die Problematik der Rundgangsplanung sehr ähnlich ist wie bei StattLand.
BT führt rund 3‘600 Rundgänge jährlich durch.
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ERGEBNISSE
Kurz und Gut
Contextual Inquiries sind eine überaus effiziente Methode, in kurzer Zeit eine
grosse Informationsmenge zu einem neuen Fachgebiet zu erhalten. Die angewandte, auf rund eine Stunde gekürzte Version, reichte in vorliegendem Projekt
völlig aus. Eine anschliessende, geführte Diskussionsrunde empfiehlt sich zum
weiteren Klären von Fragen.
Die Domäne verstehen, auch für Aussenstehende
Präzis dokumentierte CI‘s verschaffen nicht involvierten Personen eine gute
Übersicht über die Thematik und die Abläufe. Auch innerhalb des Projektteams
funktioniert so der Informationsaustausch rasch und effizient. Das gemeinsame Verständnis und Fachwissen wird durch diese Informationen innert Kürze
erweitert.
Alle benötigten Informationen konnten so zusammengetragen werden, um weitere Artefakte in der Requirements Phase zu erstellen. So waren beipielsweise
die Daten für das Erstellen von Benutzerprofilen – oder in diesem Falle Personas – umfangreich vorhanden.
Alle zu Projektbeginn erkannten Probleme konnten mit den CI‘s bestätigt
werden.
CI‘s und Interviews
kombiniert ist
eine effiziente
Methode
Sehr ähnlicher Planungsprozess in verschiedenen Organisationen
Ab rund drei Beobachtungen verlieren die gesicherten Ergebnisse den Charakter von Einzelfällen. Die Schwierigkeit liegt hier jedoch in der Vergleichbarkeit
der einzelnen CI‘s. Die Prozesse der anderen Rundgangsorganisationen müssen
sehr ähnlich sein, damit die Daten vergleich- und verwertbar sind. Mit Hilfe von
telefonischen Vorabklärungen konnte dieses Risiko jedoch verringert werden.
Letztendlich liess sich bestätigen, dass Abläufe und beschriebene Probleme bei
allen Institutionen sehr ähnlich sind.
Der wesentliche Unterschied bei StattLand lag in der provisorischen Bestätigung
an den Kunden und die fehleranfälligen Verfügbarkeitsanfragen per Telefon.
Zeitverlust durch Medienbrüche
Bei allen Institutionen wurden zahlreiche Medienbrüche beobachtet, da mit sehr
vielen Dokumenten in Excel und analogen Ablagen, aber auch proprietären Datenbanken gearbeitet wird. Grundsätzlich fehlt eine visuelle Planungsübersicht.
Alle Planer würden Zeit sparen, wenn die Rundgangsleiter und Schauspieler
selber ihre Verfügbarkeiten ins System eintragen könnten.
Generell besteht ein grosses Potential für Automatisierung.
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4.3 DIE PERSONA VOM SL-PLANER
Persona helfen im Projekt, den Projektscope auf den Benutzern zu halten. Designentscheide sollen auf Grund der Ziele, Eigenheiten, Aufgaben und Nutzerverhalten der Endbenutzer getroffen werden und nicht auf individuellen Vorstellungen der einzelnen Projektteammitglieder und Stakeholder.
ZIELSETZUNGEN MIT DEN PERSONA
Ergebnisse aus CI‘s und Interviews dienten als Grundlage für die Modellierung
der Persona, um folgende Ziele zu verfolgen:
oo
Ein konkretes Bild der Benutzer der Rundgangsplanung liefern
Klären, ob es unterschiedliche Benutzertypen gibt
oo Übersicht über die Benutzergruppen in der Rundgangsplanung gewinnen
oo Bedürfnisse der Benutzer im Bezug auf die Planung von Rundgängen
aufzeigen
oo
WARUM KEINE USER PROFILES?
Die Beschreibung der Benutzerprofile 12 nach Mayhew ist für den SL-Planer weniger geeignet, da sie sich eher auf demographische Variablen (z.B. Geschlecht,
Religion, Herkunft etc.) bezieht. Innerhalb des Rundgangsplaners und der Ressourcen kristallisierten sich andere Bedürfnisse heraus.
Die für die Anwendung relevanten Benutzerbedürfnisse und -ziele sind in Persona klarer erkennbar. Die Personifizierung und die natürliche Beschreibung aufgrund von existenten Personen ist für die Entwicklung einfacher zu verwenden.
ERSTELLEN DER PERSONA
Als theoretische Grundlage zur Erstellung der Persona wurde die Methode von
Kim Goodwin 13 angewendet.
Die Informationen aus der Contextual Inquiry Dokumentation dienten zum Modellieren der Persona. Bei der Auswertung der CI‘s wurden zwei Hauptbenutzergruppen identifiziert: Die Rundgangsplaner und die Ressourcen (RGL und SSP).
Die jeweiligen Benutzerziele konnten extrahiert werden.
In einem ersten Schritt wurden die Benutzergruppen des betrachteten Systems
und die dazugehörigen Rollen identifiziert. Anschliessend wurde eine Liste mit
den wichtigsten Variabeltypen zusammengestellt und eine Skala erarbeitet. Die
Variablen der RGL und SSP beruhen teilweise auf Annahmen, da sie aus Inputs
von den CI‘s mit den Planern entstanden.
12 Mayhew Deborah J. (2010): „The usability engineering lifecycle. A practitioner‘s handbook for
user interface design“. Morgan Kaufmann Publishers, San Francisco. S. 35-65
13 Goodwin Kim & Cooper Alain (2009): „Designing for the Digital Age: How to Create HumanCentered Products and Services“. Wiley Publishing, Inc, Indianapolis, Indiana. S.229-297
MAS HCID 2014, StattLand Planer Applikation, Natalie Zurfluh-Siffert, Oliver Grimm, Urs Odermatt
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STATTLAND PLANER, MAS 2014
Abb 09) Persona Erstellungsprozess
Planen, um Ziele zu erreichen.
te
Die entsprechenden Verhaltensweisen wurden auf den Skalen verteilt. Darauf
konnten Muster erkannt und Verbindungen gezogen werden, um die zukünftigen Persona zu erkennen (Abb 09). Am Schluss des Erstellungsprozesses wurden die Persona mit den nötigen Informationen angereichert und die Ergebnisse
dokumentiert.
Bei den Rundgangsplanern kristallisierte sich zudem die sekundäre Persona
„Auswerter“ heraus. Diese plant manchmal Rundgänge, erstellt aber hauptsächlich Statistiken und Auswertungen zu den Rundgängen.
?
Cloud
PROTO PERSONA UND NON PERSONA
Anhand der Rollen wurde erkannt, dass RGL/SSP ebenfalls eine primär Persona
ist, dessen spezifische Benutzerschnittstelle jedoch ausserhalb des Projektfo14
kus steht. RGL und SSP
sind Proto Persona
. Die Variablen stammen aus den
Buchungsordner
= Dashboard
Erkenntnissen der CI‘s mit den Rundgangsplanern. In einem nächsten Schritt
müsste man diese validieren.
Es wurde auch eine Non-Persona erarbeitet – also eine involvierte Person, welche die Anwendung nicht benutzen wird. Im vorliegenden Fall sind dies nicht
technik-affine RGL und SSP. Sie besitzen weder Smartphone noch Internet. Abbildung 10 gibt einen Überblick der erabeiteten Persona.
Proto Persona
als sinnvolle
Ergänzung
ma
fra
14http://uxmag.com/articles/using-proto-personas-for-executive-alignment
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STATTLAND PLANER, MAS 2014
Übersicht Persona SL-Planer
Planer
RGL/SSP
primäre Persona
Pia Planmatter
Esther Elan (proto-Persona)
sekundäre Persona
Carlo Controller
non-Persona
Anton Analog (proto-Persona)
Abb 10) Übersicht der Persona vom SL-Planer
Im weiteren Verlauf des Projekts wurde mit der primären und sekundären Persona der Rundgangsplaner gearbeitet. Abbildung 11 zeigt die primäre Persona
„Rundgangsplaner“ mit ihren persönlichen- sowie den Unternehmenszielen. Die
weiteren Persona Beschreibungen befinden sich im Anhang, Kapitel „Persona“.
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STATTLAND PLANER, MAS 2014
MAS HCID
Master of Advanced Studies
in Human Computer Interaction Design
Masterarbeit HCID „StattLand Planer“
PRIMÄR PERSONA Pia Planmatter Rundgangplanerin
„Es ist schwierig,
die Übersicht zu
behalten, wenn
alle immer zu spät
antworten. “
Pia (33) arbeitet zwei Tage in der Woche als Büroangestellte bei StattLand und lebt mit
ihrem Mann in einem Einfamilienhaus in Münsingen. Die beiden haben zwei Kinder, und
ihr Mann arbeitet auswärts.
Sie verbringt viel Zeit in ihrem riesigen Garten.
Nach ihrem Studium in Kulturmanagement widmete sich Pia ihrer Familie. Vor zwei Jahren entschloss sich Pia wieder in die Arbeitswelt einzusteigen. Zu ihren Tätigkeiten gehören die Planung der Rundgänge und allgemeine Büroarbeiten.
PERSÖNLICHE ZIELE:
• Die Motivation bei der Arbeit ist hoch. Die finanziellen Anreize stehen dabei nicht im
Vordergrund. Viel wichtiger ist die Vermittlung von kulturellem Wissen.
• Pia ist das selbstständige Arbeiten und der Kontakt mit Menschen wichtig. Sie schätzt
den Umgang mit Kunden, aber auch mit Arbeitskollegen im Büro, den Rundgangsleitern
und Schauspielern.
UNTERNEHMENSZIELE:
• Von zentraler Bedeutung ist die Effizienz bei der Planung von Rundgängen. Auch dringende Anfragen von Kunden müssen schnell und unkompliziert abgewickelt werden
können.
• Eine verständliche Übersicht über alle Rundgänge, die Rundgangsleiter und Schauspieler ist ihr sehr wichtig.
• Diese Informationen möchte sie überall haben, auch von unterwegs.
• Die Rundgängsleiter und Schauspieler sollen wenn möglich ihre Verfügbarkeiten selbständig Eintragen.
Abb 11) Primäre Persona „Rundgangsplaner“
Personas, 06.08.2013, Natalie, Oliver, Urs StattLand Planer HSR HCID MAS 2013
MAS HCID 2014, StattLand Planer Applikation, Natalie Zurfluh-Siffert, Oliver Grimm, Urs Odermatt
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Buchungsordner = Dashboard
STATTLAND PLANER, MAS 2014
ERGEBNISSE
Mehr als eine Primärpersona
Die Prozessschritte von Goodwin unterstützen bei der unbefangenen Modellierung der Persona. Bei den Design-Entscheidungen halfen die Persona, sich auf
das Wesentliche zu konzentrieren und sich unnötige und zeitraubende Diskussionen zu ersparen.
Durch die Erarbeitung der Persona wurde manifestiert, dass Planer und Rundgangsleiter/Schauspieler aus verschiedenen Benutzergruppen stammen und
somit je eine eigene primäre Persona repräsentieren.
Die „Persona im Kopf“
Die personifizerten Repräsentationen der Benutzergruppen wurden durch das
gemeinsame Modellieren im Team verinnerlicht. So waren sie während den REund ID-Arbeiten für alle Teammitglieder ständig präsent und wurden immer wieder abgerufen („Wie würde Persona XY bei dieser Problemstellung reagieren?“).
zwei
unterschiedliche
GUI‘s
Die dokumentierten Persona werden für StattLand ein nützliches Artefakt für
die Umsetzung des SL-Planers sein.
4.4 IST-PROZESS
Abläufe werden mit Hilfe der Geschäftsprozessmodellierung grafisch dargestellt. Das Modellieren der unterschiedlichen Planungsabläufe macht die Abläufe vergleichbar und zeigt Optimierungsmöglichkeiten durch Automatisierung
und Schwachstellen auf.
Mit der Modellierung wurden folgende Ziele verfolgt:
oo
oo
oo
oo
oo
Vergleichbarkeit der Planungsabläufe
Grundlagen für zukünftigen Soll-Prozess
Aufzeigen von Optimierungsmöglichkeiten und Schwachstellen
Erheben/überprüfen der Anforderungen an die zukünftige Lösung
Gemeinsames Verständnis der Planungsabläufe
Auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse während den Contextual Inquiries wurden drei unterschiedliche Rundgangsplanungsprozesse für private Rundgänge
und einen Langzeitplanungsprozess für die öffentlichen Rundgänge modelliert.
Es war schnell zu erkennen, dass der Ablauf bei der Langzeitplanung für öffentliche Rundgänge bei den besuchten Rundgangsorganisationen keine relevanten Unterschiede in den einzelnen Tätigkeiten aufweisen.
Die Überprüfung und detaillierte Ausarbeitung der Modelle erfolgte in Workshops mit den Anwendern von StattLand und dem Projektteam (Anhang, Kapitel
„Ist-Prozess“).
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STATTLAND PLANER, MAS 2014
IST-Prozesse verschiedener Rundgangsanbieter
StattLand
Thunersee
Planen, um Ziele zu erreichen.
Zürich
telefon - ci
Eigenheiten und Unterschiede der Prozesse
SOLL-Prozess Modellierung
Work Reengineering, Level 1
?
Cloud&Cloud
Abb 12) Prozessvergleich zwischen verschiedenen Rundgangsanbietern
ERGEBNISSE
Unabdingbar für das Verständnis
Das Modellieren der Planungsabläufe erhöhte das Verständnis für die unterschiedlichen Planungsprozesse, was im weiteren Projektverlauf sehr hilfreich
war. Solche Modelle sind ein nützliches Hilfsmittel, um die Abläufe und deren Unterschiede zu verstehen und in Gesprächen mit den Stakeholdern zu
überprüfen.
uchungsordner = Dashboard
Verbesserungspotential wird deutlich sichtbar
Bei der Erstellung der Modelle wurde ein beträchtliches Potentialmayhew
zur Steigerung der Effizienz im Rundgangsplanungsprozess sichtbar. Wennframework
die Rundgangsleiter und Schauspieler ihre Verfügbarkeiten, respektive ihre Abwesenheiten selbständig verwalten und aktuell halten, können Kundenanfragen direkt
und definitiv bestätigt werden. Eine provisorische Bestätigung an den Kunden
sowie das aufwändige Abklären der Verfügbarkeiten der Rundgangsleiter und
Schauspieler fallen weg.
fokus
Material für das konzeptionelle Modell
Aus den Modellen konnten viele Anforderungen an die zukünftige Lösung und
das zukünftige Interaktionskonzept abgeleitet werden.
MAS HCID 2014, StattLand Planer Applikation, Natalie Zurfluh-Siffert, Oliver Grimm, Urs Odermatt
sad
Effizienz steigern
durch Eliminierung
von Anfragen und
Wartezeiten
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STATTLAND PLANER, MAS 2014
4.5 USE CASE DIAGRAMM
Ein Use Case Diagramm zeigt das Verhalten eines Systems aus Sicht der Benutzer. Es bietet einen Überblick über die wesentlichen Anwendungsfälle (Use
Cases) einer neuen Lösung sowie nach Bedarf über das Verhalten des Systems
gegenüber der Aussenwelt. Anhand von Use Cases wird die Interaktion der Akteure mit dem System dargestellt. Akteure können Benutzer oder Nachbarsysteme sein 15.
VORGEHEN
Nach der Identifikation der Benutzergruppen in Form von Persona wurde die
Interaktion der Benutzer mit dem System und die Funktionen in Bezug zum SLPlaner in einem Use Case Diagramm modelliert. In der Betrachtung wurden die
Umsysteme dabei nicht berücksichtigt.
Zu Beginn wurden die Funktionen zu granular in einzelne Use Cases aufgeteilt.
Die CRUD (Create, Read, Update, Delete) Funktionen wurden ebenfalls abgebildet. Dadurch wurde das Diagramm umfangreich und unübersichtlich.
In einem weiteren Schritt wurden nun die detaillierten Use Case zu sinnvollen
Hauptfunktionen zusammengefasst.
SL-PLANER USE CASE DIAGRAM
Das Use Case Diagramm zeigt einen Überblick über die wesentlichen Funktionen der neuen Anwendung (Abb 13). Dabei wurde auf die planungsrelevanten
Use Cases (farblich hervorgehoben) fokussiert. Diese Use Cases wurden später
im Prototyp umgesetzt und evaluiert.
Das Use Case Diagramm zeigt die beiden Akteure „Rundgangsplaner“ und „RGL/
SSP“ und ihre Interaktionen mit dem System.
15 Richter Michael, Flückiger Markus (2007): „Usability Engineering kompakt. Benutzbare
Software gezielt entwickeln“. Spektrum Akademischer Verlag, Elsevier GmbH, München.
S.43-48
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STATTLAND PLANER, MAS 2014
SL-Planer Use Case Diagramm
Rundgangplaner-System
UC01
Rundgang
planen
UC02
Rundgang
verwalten
UC03
Ressourcen
planen
UC01
Rundgang:
º erstellen
º bearbeiten
º löschen
º bestätigen
º abschliessen
UC03
Ressourcen:
º erstellen
º bearbeiten
º löschen
º bestätigen
UC04
Ressourcen
verwalten
Akteur:
Rundgangsplaner
Akteur:
RGL, SSP
UC05
Anfrage
senden
UC06
Anfrage
beantworten
UC07
Rundgangsübersicht
verwalten
UC07
Rundgangsübersicht:
º abfragen
º sortieren
º filtrieren
º exportieren
UC08
Verfügbarkeit
verwalten
Abb 13) Use Case Diagramm des Rundgangplaner-Systems
ERGEBNISSE
Use Cases benötigen Informationen
Für eine detaillierte Beschreibung der einzelnen Use Cases fehlten wichtige Informationen. Es war jedoch für das Projekt nicht nötig, diese näher zu spezifizieren oder Alternativ- und Sonderfälle daraus abzuleiten, solange keine Entwickler am Programmieren sind.
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STATTLAND PLANER, MAS 2014
?
Use Case versus Szenario
Cloud&Cloud
Anstelle der detaillierten Use Cases wurden Szenarien erstellt (siehe
nächstes
Kapitel). Die Benutzer können sich in einem Szenario besser identifizieren, da
die Funktionen in konkreten Beispielen der Systemnutzung dargestellt sind.
Der einfache Diagrammtyp des Use Case Diagramms bildet anschaulich und
übersichtlich die wichtigsten Funktionen ab. Er ist eine gute Ergänzung zu Persona und Szenarien.
uchungsordner = Dashboard
4.6 DAS SZENARIO IST DER ERSTE PROTOTYP
Szenarien sind Beschreibungen von Aufgaben, welche realistische Teilschritte
enthalten. Sie beinhalten die zu erreichenden Ziele und konkrete Fakten zu Daten und Resultaten. Szenarien werden oft mit Informationen zu den Benutzern
und deren Umfeld beschrieben, in welchem die Aufgabe erfüllt wird. Sie sind
realistisch, enthalten konkrete Informationen und spezifizieren einen klaren
mayhew
Ablauf.
framework
Dies bringt auch hier den Vorteil mit sich, dass alle Beteiligten in einem
Projekt
dieselbe Vorstellung der Abläufe erhalten.
IST-SZENARIEN ALS ABBILD DER HEUTIGEN SITUATION
Ist-Szenarien beschreiben die gegenwärtigen Abläufe und deren Problembereiche in Prosatext. Sie sind somit für die Stakeholder verständlich. Sie können
fokus
sich damit identifizieren und die beschriebenen Abläufe auf ihre Richtigkeit
überprüfen.
Die Ist-Szenarien wurden aus den Erkenntnissen der Contextual Inquiries
abgeleitet.
ZUKÜNFTIGE ABLÄUFE MIT SOLL-SZENARIEN VERBILDLICHEN
Mit den Soll-Szenarien werden zukünftige Abläufe beschrieben. Sie
beschreisad
ben, wie die Planer im neuen Ablauf Rundgänge planen und bestehende verwalten. Optimierungen durch Automatisierung, wie z.B. das Benachrichtigungssystem sind in den Szenarien ersichtlich.
Bereits zu Beginn dieser Arbeit wurde ein hypotetisches Szenario im Visionsdokument festgehalten. Auf dieser Basis wurde später für jede erstellte Persona
ein individuelles Szenario entwickelt, um den Gesamtkontext der Rundgangskeine app
planung herzustellen:
?
Das Soll-Szenario
ist der erste
Prototyp
oo
„Stadtrundgangsanfrage mit Schauspielern“ (Primäre Persona, Planer)
„Auswertung für den Monat Juni“ (Sekundäre Persona, Auswerter:)
oo „RGL trägt seine Ferien und Absenzen ein“ (Primäre Persona, RGL/SSP)
oo „RGL gibt telefonisch seine Abwesenheiten durch und der Planer erfasst
diese“ (Non Persona, RGL)
oo
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STATTLAND PLANER, MAS 2014
Die einzelnen Elemente der Rundgangsplanung wurden in drei weiteren Szenarien detaillierter beschrieben. Darin werden drei alltägliche Situationen der
primären Persona Planer dargestellt, mit Schwerpunkt auf die wesentlichen
Abläufe bei der Rundgangsplanung. Nachfolgend eine Übersicht der erarbeiteten Szenarien (Anhang, Kapitel „Soll -Szenarien“):
oo
nfrage für Stadtrundgang von Neukunden
A
Die Rundgangsplanerin Pia Planmatter plant einen Rundgang mit einem
Kunden, den sie neu erfassen muss. Sie nimmt die Rundgangsdaten auf,
welche sie direkt im Planer eingeben kann, während sie mit dem Kunden
am Telefon ist. Anschliessend erfasst sie die Kundendaten und kann den
Rundgang speichern.
oo
earbeiten von bereits geplantem Rundgang
B
Ein Kunde schreibt Pia eine Mail, um einen Rundgang einen Tag
vorzuverschieben. Pia prüft die Durchführbarkeit mittels Drag and Drop. Es
ist alles okay und so kann sie die Ressourcen erneut anfragen.
Der Rundgang erscheint im Dashboard.
oo
ehlende Angaben im Rundgang
F
Beim Abarbeiten der Rundgänge im Dashboard sieht Pia, dass bei einem
Eintrag Kundendaten fehlen. Um herauszufinden was genau fehlt, klickt sie
auf den Rundgang und sieht, dass die Teilnehmerzahl noch nicht ausgefüllt
ist. Sie ruft den Kunden an und kann diese nun eintragen.
Bei einem anderen Rundgang hat ein Rundgangsleiter die Anfrage noch
nicht bestätigt. Er ist seit zwei Tagen überfällig, deshalb versendet Pia ihm
erneut eine Anfrage.
Der Schwerpunkt wurde auf die wesentlichen Abläufe bei der Rundgangsplanung gelegt.
ERGEBNISSE
Szenarien unterstützten das Verstehen der Abläufe und Erkennen von Problemfeldern. Das Team erhielt eine abgestimmte Vorstellung von der zukünftigen Lösung. Die Komplexität aller betroffenen Umsysteme und der Vielzahl von Tätigkeiten während des Planungsablaufs konnte mit den Szenarien immer wieder
aufgezeigt werden.
Szenarien unterstützten den Design Prozess des Prototypen, indem die Fragestellungen für spätere Walkthroughs aus ihnen abgeleitet wurden.
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STATTLAND PLANER, MAS 2014
4.7 ANFORDERUNGSLISTE
Die Anforderungsliste ist eine schriftliche Zusammenstellung aller funktionalen sowie nicht-funktionalen Anforderungen, die als Grundlage für die Entwicklung eines Produkts dienen. Während der Requirements Phase wird sie laufend
angepasst.
AUFBAU DER LISTE
Aus dem initialen Treffen mit StattLand entstand eine erste Version der Anforderungsliste. Durch die CI‘s wurden weitere Anforderungen – auch von anderen
stattland planer, Mas 2014
Stadtrundgangsanbietern – erhoben und die Liste ein erstes Mal ergänzt.
Jeder Eintrag erhielt eine Identifikationsnummer und wurde einer Kategorie zugeteilt,
priorisiert und funktionalem und
nicht funktionalem Typus zugeordnet.
AnForDerungslIste,
v1.3.1
Zudem wurde angezeigt, wo die jeweilige Anforderungen abgebildet sind.
ID
Kategorie
Anforderung
Bestandteile
Prio Funkt. / n.
funkt.
abgebildet in:
geändert
am
Bemerkungen
A_RGP_01
Rundgangplanung
RUNDGANG PLANEN
Ein Rundgang muss neu eingeplant werden können
- 1-n Kalenderdaten
- 1-n Zeiten
- 0-n Kunde
- 1 Art der Gruppe
- 1-n RGL, SSP
- 0-n RGL/SSP pikett
- Priorität
- öffentlich/privat
- spezifische zusatzinfos
1
f
Use Case Diagramm, Szenario, Prototyp
23.11.13
übernommen von
A_RVE_04
A_RGP_02
Rundgangplanung
RUNDGANG EDITIEREN/LÖSCHEN
Ein Rundgang muss geändert, verschoben und gelöscht werden können
1
f
Use Case Diagramm, Szenario, Prototyp
23.11.13
A_BRS_01
Benachrichtigung
BENACHRICHTIGUNG INTERN
RGL und SSP müssen angefragt werden können
- Anfragen an RGL und SSP
senden
- Antworten mit Ja/Nein
- Priorisierung der Anfragen
- Erinnerungen (z.B.wegen
Absenzen)
1
f
Use Case Diagramm, Szenario, Prototyp
A_BRS_02
Benachrichtigung
BENACHRICHTIGUNG EXTERN
Die Bestätigung an den Kunden muss sofort bei der
Planung des Rundgangs oder zu einem späteren
Zeitpunkt versendet werden können.
- Bestätigung der Reservation
- Bestätigung der Buchung
1
f
Use Case Diagramm, Szenario, Prototyp
A_BRS_03
Benachrichtigung
Versenden und empfangen
BENACHRICHTIGUNGEN
Benachrichtigungen müssen sofort (ohne Verzögerung
= innerhalb von 5 sec) nach erfolgten Eingaben versendet/auf dem GUI sichtbar werden
2
nf
Szenario
Prototyp
A_BRS_04
Benachrichtigung
BENACHRICHTIGUNGEN
Die provisorische Bestätigung an den Kunden wird
automatisch vom System verschickt.
1
f
A_BRS_05
Benachrichtigung
AUTOMATISCHE BENACHRICHTIGUNG
1
f
Evaluation
Prototyp
neu erstellt:
23.11.13
(aus Evaluation Prototyp)
Element/Feld
1
nf
Prototyp
21.12.13
- Tag
- Woche
- Monat
- Jahr
- Liste
1
nf
Prototyp
23.11.13
Benachrichtigung der RGL/SSP beim LöAbb 14) Auszug aus derAutomatische
Anforderungsliste
schen und Verschieben von geplanten Rundgängen mit
Berücksichtigung allfälliger Sperrzeiten von RGL/SSP.
A_KAL_01
Kalender
RUNDGANGDARSTELLUNG
geplante Rundgänge werden visuell/symbolisch im
Kalender repräsentiert
A_KAL_02
Kalender
IMMER
AUF DEMKALENDERANSICHT
NEUESTEN STAND
Es werden unterschiedliche Kalenderansichten
benötigt.
Die Anforderungen dienten als Basis für die ersten Szenarien. Sobald der
A_KAL_04
Kalender
SPERRZEITEN
- Glockengeläut
Prototyp
Schwerpunkt
auf die
Persona „Planer“ gelegt wurde,
erhielt die 1Liste erneut
Sperrzeiten müssen im Kalender sichtbar sein/auf- Event am RG-Ort
gerufen
werden
können.
(störende
Events
am
DurchFeiertage
Anpassungen. In diesem Falle wurden nur die Planerrelevanten Anforderungen
führungsort)
- etc.
gelistet.
1
f
Prototyp
A_KAL_05
Kalender
KALENDERFILTERUNG
- RGL/SSP
Die Rundgänge auf den Kalenderansichten müssen
- Kunden
gefiltert werden
könnendie Liste auch nach
- Ein-der
u. Ausblenden
der Sperr- der Sketches.
Laufende Anpassungen
erfuhr
Evaluation
zeiten
Ein- u. Ausblenden der VerfügBeispielsweise wurden die Kalenderansichten -barkeiten
detaillierter
beschrieben und
Rundgängen
das „Dashboard“ kam als neue Kategorie hinzu. - Datum
A_KAL_06
Kalender
RUNDGANG ZUSTAND FESTLEGEN
Ein Rundgang muss verschiedene Status haben
können
- offen
- RGL/SSP Anfrage offen
- RGL/SSP teils OK
- RGL/SSP Anfrage OK
- Kundeninfos offen
- durchgeführt
- nicht durchgeführt*
- abgesagt
- abgeschlossen*
1
f
neu erstellt:
23.11.13
23.9.13
23.9.13
Szenario
Funktionsmodell?
Status-XY?
Prototyp
23.11.13
Am Ende dieser Requirements Phase war das Dokument (Anhang, Kapitel „Anforderungsliste“) bereits in einem stabilen Zustand, um in die Design Phase
überzugehen.
A_DAB_01
Dashboard
ÜBERSICHT/OFFENE TASKS
Im Dashboard werden offene tasks und priorisierte
Rundgänge angezeigt
1
nt
Prototyp
23.11.13
A_DAB_02
Dashboard
MITTEILUNGEN
Im Dashboard werden dringende Meldungen visuell/
symbolisch angezeigt
1
nf
Prototyp
23.11.13
A_DAB_03
Dashboard
MANUELLE PRIORISIERUNG
Eine manuelle Priorisierung muss möglich sein
1
f
Prototyp
23.11.13
A_DAB_04
Dashboard
SORTIERUNG
UND FILTERUNG
MAS
HCID 2014,
StattLand Planer
Applikation,
Natalie Zurfluh-Siffert, Oliver Grimm, Urs Odermatt
1
f
1
nf
Die Dashbordeinträge müssen sortiert und gefiltert
werden können
A_SYS_01
System
VERFÜGBARKEIT
Die Lösung muss Online zur Verfügung stehen
filterung abgehandelt:
A_KAL_05
übernommen von
A_RVE_03
* = abgrenzung
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STATTLAND PLANER, MAS 2014
4.8 USABILITY GOALS
Usability Goals helfen, in der Prototyping Phase zielgerichtet die wichtigsten
Elemente zu implementieren und diese entsprechend im UI zu gewichten. Demzufolge sind sie beim entsprechenden Testing wieder miteinzubeziehen, um die
entsprechend integrierten Interaktionselemente gezielt zu evaluieren.
Die Entwicklung eines Software Produktes ohne klares Verständnis für die Ziele
hat keinen grossen Nutzen. Dies kann bei Wixon & Wilson nachgelesen werden16.
PRIORISIERUNG DER USABILITY GOALS MIT 5E
Auf Basis der Erkenntnisse der Task Analysis, den Persona und teilweise der
Business Ziele wurden die Usability Goals erarbeitet. Es wurden sowohl quantitative wie auch qualitative definiert. Eine Priorisierung wurde durch das Zuordnen zu 5E Usability Aspekten von Quesenbery 17 (Abbildung 15) erreicht.
Effizienzbezogene Ziele werden so beispielsweise höher gewichtet. Viele der
entsprechend gewichteten Usability Goals beziehen sich dadurch auf Business
Ziele.
Mit dieser Methode wurden spezifischere Ergebnisse angestrebt, als wenn sie
(wie Mayhew in „Usability Goal Setting“ vorschlägt 18), in „ease of use“, „ease of
learning“ und allenfalls „satisfaction-“ und „performance“ Goals weiter spezifiziert sind. Die Verwendung der 5E‘s hingegen ist für das Projektteam die weit
klarere Abgrenzung der Relevanz für die Verwendung beim Modellieren von
Conceptual Model und Screen Design Standards.
Ein eindeutiges Usability Schwergewicht lag auf der Effizienz des Systems.
Durch die Optimierung des Ablaufs im Work Reengineering und der gesteigerten
Automatisierung und Benutzerunterstützung wurden viele der Business- und
Usability Ziele adressiert. Ebenfalls einen grossen Einfluss hatten die Ziele,
welche mit „Effective“ markiert sind (Tab 03). Das System soll den Benutzer dabei unterstützen, wenn er Informationen abrufen oder eingeben will.
16 Wixon Dennis & Wilson Chauncey (1997):„Handbook of Human-Computer Interaction“, 2nd
Edition, Elsevier Science B.V., Chapter 27, S.656
17 Quesenbery Whitney (2004): „Balancing the 5Es: Usability“ www.wqusability.com/
articles/5es-citj0204.pdf, Cutter Information LLC, Arlington, MA
18 Mayhew Deborah J. (2010): „The usability engineering lifecycle. A practitioner‘s handbook for
user interface design“. Morgan Kaufmann Publishers, San Francisco. S.126
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STATTLAND PLANER, MAS 2014
SL PLANER Usability Aspekte nach Quesenbery
Effective
Easy to
Learn
Efficient
Error
Tolerant
Engaging
Abb 15) Die Usability-Gewichtung des Systems, klassifiziert nach den 5-E Kriterien
Quantitativ:
Der Benutzer soll einen Rundgang innert 3 Minuten planen können.
Efficient
Der Benutzer soll mit maximal 2 Klicks einen beliebigen Rundgang finden und editieren Efficient
können.
Ein geübter Benutzer soll anhand der visuellen Darstellung innert einer Sekunde erkennen, welche Rundgänge offene Tasks enthalten.
Efficient
Der Benutzer muss alle geplanten Rundgänge gleichzeitig sehen können – je nach
Wahl diejenigen eines Tages, einer Woche, eines Monats oder anderer Zeitspannen.
Effective,
Efficient
Qualitativ:
Der Benutzer soll vom System geführt werden, soll jedoch trotzdem die Möglichkeit
besitzen den Eingabeprozess selbst zu bestimmen (Fehler vermeiden, Planung und
Ressourcen intelligent anzeigen und verknüpfen).
Efficient,
Error tolerant
Der Benutzer muss jederzeit die Möglichkeit haben, den Eingabeprozess zu unterbrechen oder abzubrechen, ohne dass dabei bereits eingegebene Daten verloren gehen.
Engaging,
Efficient
Der Benutzer soll das System mittels Hilfen / Rückmeldungen (z.B. Tooltip) möglichst
eigenständig verstehen und bedienen können.
Effective
Der Benutzer soll vom System geführt werden, soll jedoch trotzdem die Möglichkeit
besitzen den Eingabeprozess selbst zu bestimmen.
Efficient
Der Benutzer muss jederzeit zurück zum Haupt-Screen gelangen können.
Effective
Der Benutzer soll über mehrere Wege dieselbe Funktionalität aufrufen können.
Engaging,
Efficient
Der Benutzer muss die Planungsansicht auf seine individuellen Bedürfnisse anpassen
können.
Engaging
Tab 03) Liste der Usability Goals
MAS HCID 2014, StattLand Planer Applikation, Natalie Zurfluh-Siffert, Oliver Grimm, Urs Odermatt
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STATTLAND PLANER, MAS 2014
5. INTERACTION DESIGN LEVEL 1
5.1 WORK REENGINEERING
Die bisherigen Arbeitsabläufe werden (unter anderem durch Automatisierung)
so optimiert, dass Prozesse möglichst effizient und die Businessziele unterstützt werden. Der Lernaufwand für die Benutzung des neue Systems soll dabei
so gering wie möglich bleiben.
WAS SOLL ERREICHT WERDEN?
Zukünftige Abläufe können mithilfe der Geschäftsprozessmodellierung visuell
dargestellt werden. Das Modell liefert viele Informationen und Anforderungen
an das Interaktionskonzept und das zu entwickelnde System.
Effizienzsteigerung durch
Automatisierung
Ziele der Modellierung des Soll-Prozesses:
oo
oo
oo
oo
oo
Zusammenführen der verschiedenen Rundgangsplanungsabläufe
Dokumentieren und optimieren der heutigen Abläufe
Unterstützung der Businessziele und Adaptieren auf Usability Goals
Höchstmögliche Automatisierung der Tätigkeiten
Geringer Lernaufwand für die Benutzer
SOLL-PLANUNGSPROZESS
Die in der RE-Phase erstellten Ist-Planungsprozesse für private Rundgänge
wurden in einen optimierten Soll-Planungsprozess zusammengeführt. Dieser
beinhaltet alle notwendigen Elemente, um die relevanten Anforderungen der
Rundgangsorganisationen an das neue System zu erfüllen.
MAS HCID 2014, StattLand Planer Applikation, Natalie Zurfluh-Siffert, Oliver Grimm, Urs Odermatt
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STATTLAND PLANER, MAS 2014
STATTLAND PLANER, MAS 2014
SOLL-Rundgangsplanungsprozess private Führungen
Teilnehmer
Planer
RGL / SSP
Datum
auswählen
meldet sich für
Rundgang an
Anzahl Teilnehmer
erfassen
Rundgang in
Auswahl
vorhanden?
Ja
Nein
Rundgang
auswählen
Nein
Kundendaten
auswählen oder
erfassen
Rundgangsauswahl
öffnen
Mehrere
RGL, SSP
verfügbar?
Ja
Rundgang
auswählen
RGL, SSP
auswählen
RGL, SSP
auswählen
prov. Bestätigung
senden
Anfrage senden
Anfrage annehmen
Nein
Antwort
senden?
Ja
Verfügbarkeit
prüfen
Verfügbarkeit
O.K?
Nein
Kundendaten
auswählen oder
erfassen
Ja
Weitere
RGL, SSP
anfragen?
Ja
Benachrichtigung
NOK beantworten
Nein
Negativ-Meldung
senden
Rundgang buchen
Benachrichtigung
OK beantworten
Optimierung durch verwalten der Verfügbarkeit
Systemunterstützung/
Automatisierung
Nachricht senden
Def. Bestätigung
Rundgangsplanung
abgeschlossen
2014, StattLand Planer Applikation, Natalie Zurfluh-Siffert, Oliver Grimm, Urs Odermatt
AbbMAS
16)HCIDSoll-Prozessmodell
für den Planungsablauf
MAS HCID
MAS HCID 2014, StattLand Planer Applikation, Natalie Zurfluh-Siffert, Oliver Grimm, Urs Odermatt
47/99
STATTLAND PLANER, MAS 2014
ERGEBNISSE
Medienbrüche eliminiert
Im zukünftigen Planungsprozess konnten viele Medienbrüche eliminiert werden. Die Planung ist in einer Lösung integriert. Buchungsformulare fallen weg.
Anfragen an die Rundgangsleiter und Schauspieler können vom System automatisch oder vom Benutzer manuell ausgelöst werden.
Absenzenverwaltung trotzdem umsetzen
Trotz des Potentials zur Effizienzsteigerung sieht der Auftraggeber StattLand
im Moment keine Möglichkeit, die Rundgangsleiter und Schauspieler ihre Verfügbarkeiten selber aktiv verwalten zu lassen. Die Geschäftsleitung von StattLand begründet dies einerseits mit der mangelnden technischen Affinität ihrer
Mitarbeitenden, andererseits mit der Angst, dass die Kontrolle und Übersicht
darunter leidet.
Da andere Rundgangsorganisationen mit zuvor erfassten Absenzen arbeiten
und dadurch zumeist ihre Ressourcen direkt einbuchen können, wurde dieser
Ablauf auch berücksichtigt, um die Nutzung ausserhalb der heutigen StattLand-Abläufe zu verbessern. Im besten Fall wird StattLand ihren Workflow später anpassen, wenn das neue System dies effizient anbietet.
Aus diesem Grund werden die Anfragen an Rundgangsleiter und Schauspieler
und die provisorische Bestätigung an die Kunden im neuen Ablauf berücksichtigt. Aber eine absenzenbasierte, direkte Buchung der Ressourcen ist ebenfalls
möglich.
5.2 CONCEPTUAL MODEL DESIGN
Auf Basis des Work Reengineering wurde das konzeptionelle (prozessorientierte) Modell der Applikation entwickelt. Wo beim Work Reengineering noch ablaufspezifische und funktionale Aspekte vorherrschten, werden diese nun in
eine grobe, visuelle Form gebracht.
Der überarbeitete Soll-Prozess (Task Organization Model) ist dabei das Schlüsselelement für die ersten Ideenskizzen. Das Conceptual Model Design ist die visuelle Repräsentation davon (Abb 17).
VORGEHEN
Die wichtigsten Repräsentationsregeln waren bereits früh aus dem Work Reengineering erkennbar. In ersten Modellen und Sketches ist vor allem die Kalenderansicht ein zentraler Bestandteil. Neben einer generellen Navigation
zwischen Hauptbereichen werden auch Filterungsmöglichkeiten und Statusanzeigen benötigt.
Um Hauptanforderungen wie die Übersicht über geplante Rundgänge optimal
abzudecken, wurden im Team zahlreiche Modelle und Konzepte diskutiert und
skizziert.
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STATTLAND PLANER, MAS 2014
PLANER
KUNDEN
Menu
RESSOURCEN
RUNDGÄNGE
HAUPTMENU
ADMIN
DASHBOARD
Submenu
Einstellungen
DATUM
SUCHEN...
Logout
Sperrzeiten
Rundgang
Abwesenheiten
RUNDGANG
KALENDERÜBERSICHT
RGL/SSP
gebucht
offene Anfrage
Status
Absage o.Ä.
?
Sortierung und
Filterung
nach...
Kalenderansichten
TAG
WOCHE
MONAT
JAHR
TAG
Neuer Rundgang
Ansichten
LISTE
Hinweise /
Meldungen
Zoom
Rundgang
RGL/SSP
gebucht
offene Anfrage
Status
Rundgang mit Info
Absage o.Ä.
?
Hinweise /
Meldungen
Abb 17) Conceptual Model mit funktionaler Übersicht in Form von möglichen Interaktionselementen
Aufgrund der kontextuellen Beobachtungen und Interviews wurde festgestellt,
dass das „Task abarbeiten“ ein besonderes Augenmerk verdient. Das entsprechende mentale Modell des Benutzers (der Planer) muss sorgfältig mit dem im
neuen System abgestimmt werden. Heute werden diese Tasks als Papierstapel
repräsentiert.
RUNGANGSDARSTELLUNG
Ein überaus wichtiges Element ist die Darstellung des Rundgangs. Darüber ist
bekannt, dass Rundgänge mit Statusangaben und Ressourcen verknüpft sein
müssen.
Der Rundgang enthält die Zustände der RGL und der SSP, welche in den Sketches
mit Kreisen umgesetzt sind. Dazu kommt optional die Anzeige einer erforderlichen Aktion des Benutzers oder eines aufgetretenen Problems. In Abbildung 18
ist diese piktografisch als Brief dargestellt, um auf ausstehende Kommunikationsmassnahmen hinzuweisen.
Abb 18) Scribble des Rundgangs als „Hauptdarsteller“
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BEISPIELE CM-REGELN
Beispiele von CM-Regeln, die als Basis für das Sketching dienten:
oo
oo
oo
oo
oo
oo
Planungsansicht bietet übersichtliche, visuelle Darstellung der geplanten
Rundgänge
Benutzer kann gewisse GUI Bereiche nach Bedarf konfigurieren
Benutzer kann auf unterschiedlichem Weg zum Ziel kommen
Planer GUI (Kalenderansicht) ist nach Screengrösse optimiert
Aktuelle Tasks und ToDo‘s werden dem Benutzer prägnant präsentiert/
aufbereitet
Eingabemodell und Automatisierung: Möglichst viel vom System
vorausgefüllt, Benutzer-Eingabe nur wo nötig
RESEARCH: ARTEFAKTE AUS DEM MECHANISCHEN ZEITALTER
Viele der riesigen Menge von Kalenderapplikationen sind mit mehr oder weniger komplexen Planungstools ausgestattet. Bei der Konkurrenzanalyse wurde
dies stärker auf dem Level „Features“ abgehandelt. Im Gegensatz zur Konkurrenzanalyse wurde nun die Suche und Analyse auf Repräsentationsmodelle beschränkt (Abb 19).
mechanisches Zeitalter VS. Informationszeitalter
Abb 19) mechanisches Zeitalter vs. Informationszeitalter
ERGEBNISSE
Weit verbreitete klassische Kalenderansicht
Wenn es um verschiedene Modelle geht, wird schnell klar, dass die klassische
Kalenderdarstellung die am weitesten verbreitete Variante ist. ToDo-und TaskApps gehen schon öfter den Weg des mentalen Modells des Benutzers. Man erkennt, dass Task- und Workflowanalysen durchgeführt wurden.
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Mechanisches Zeitalter und digitales Zeitalter
Interessant wird die Divergenz zwischen mechanischem Artefakt (z.B. ein Kalenderblatt mit einem Monat) zur Repräsentation im digitalen Medium. Die Kalenderdarstellung heutiger Applikationen basiert fast immer auf Idiomen des
mechanischen Zeitalters (Abb 20). Das abgerissene Kalenderblatt wurde zum
Beispiel lange Zeit als (inzwischen umstrittenes) skeuomorphes Relikt dieses
Zeitalters in Software verwendet.
Abb 20) Research: Kalender und Planer Repräsentationen
Gibt es alternative Repräsentationsmodelle?
Natürlich können gewisse Darstellungen aus der realen Welt helfen, Interaktionselemente schneller zu erkennen. Während den Recherchen kristallisierte
sich unter anderen eine Frage heraus: Gibt es sinnvolle, alternative Repräsentationsmodelle für Kalendertage, welche die Effizienz des Arbeitsprozesses oder
der Übersicht erhöhen? Warum muss der Benutzer „blättern“, um zum nächsten
Monat oder zur nächsten Woche zu gelangen? Alan Cooper hat sich in About
Face 19 mit dieser Thematik befasst.
Diese Problematik wurde weiter verfolgt, indem eine alternative Kalenderansicht in den Sketches angedacht wurde. Dabei entstand die These, dass eine
„endlose“ Tagesauflistung für den Planer effizienzsteigernd ist.
19 Cooper Alain, Reimann Robert & Cronin David (2010): „About Face - Interface und Interaction
Design“. mitp, Verlagsgruppe Hüthig Jehle Rehm GmbH, Heidelberg. S. 66
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5.3 CONCEPTUAL MODEL MOCKUPS
Im Conceptual Model Mockups geht es in erster Linie darum, die zugrundeliegenden Konzepte und Strukturen eines User Interface darzustellen. Es sind abstrakte Modelle, welche wenig mit konkreten UIs gemeinsam haben. Diese sind
oft Handskizzen, welche problemlos iterativ mit Benutzern evaluiert und angepasst werden können. Es ist eine einfache und billige Variante erste Prototypen
zu erstellen und diese mit Benutzern zu testen.
VON SCRIBBLES ZU ERSTEN PAPIERPROTOTYPEN
Im Anschluss an das gemeinsame Entwickeln des konzeptionellen Modells wurden die Ideen von allen Team Mitgliedern individuell als Sketches ausgearbeitet. Voraussichtliche Elemente für die Benutzerschnittstelle wurden in Skizzenform erstellt, eingehend besprochen und zu einer gemeinsamen Rohfassung
zusammengetragen.
In Form von sehr einfachen Handskizzen entstanden in kurzer Zeit die einzelnen Bereiche. Diese wurden als Elemente ausgearbeitet und dienten als Basis
für einen Papierprototypen. Die Sammlung der Elemente ist in Abbildung 21
dargestellt.
Abb 21) Komponenten für den Papierprototypen
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Die Elemente wurden wie ein „Bausatz“ verwendet und der erste Prototypen angefertigt. Einer der ersten Papierprototypen ist in Abbildung 22 zu sehen.
Abb 22) Kombination der verschiedenen Elemente des CM
Dies war eine einfache Möglichkeit, die einzelnen Komponenten auszutauschen, ohne den Papierprototypen von Grund auf neu erstellen zu müssen. Auch
wurde die Idee weiterverfolgt, eine alternative Kalenderansicht zu entwickeln.
Diese wurde ebenfalls in den Prototyp eingebunden, die Filterfunktion und die
Kalenderansicht konnten so beliebig ausgewechselt werden (Abb 24).
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Abb 23) Alternative Listendarstellung des Planers
KOMPLEXE ABHÄNGIGKEITEN
Während des Erarbeitens ergaben sich weitere Fragestellungen und unbekannte Probleme. Die Funktionalität der Filterungsmöglichkeiten oder die Abhängigkeit der Grösse eines visuell dargestellten Rundgangs im Verhältnis zur
Kalenderdarstellung wurden komplexer als erwartet. Unterschiedliche Statusanzeigen hängen von vielen anderen Elementen und Werten ab.
MINIATURISIERUNG ALS HERAUSFORDERUNG
Die Problematik der Miniaturisierung hatte grossen Einfluss auf die spätere
Repräsentation des Planers. Um eine gute Übersicht und alle nötigen Informationen auf dem Interface anzubieten, werden Informationsträger, Icons und
Schriften teilweise so klein, dass sie schwer lesbar sind oder schlicht einen unübersichtlichen Informationsteppich ergeben. Die kognitive Last soll tief gehalten werden 20.
Die Kunst war nun, bei den Papierprotoypen die richtige Gewichtung für die Miniaturisierung zu finden.
20 Cooper Alain, Reimann Robert & Cronin David (2010): „About Face - Interface und Interaction
Design“. mitp, Verlagsgruppe Hüthig Jehle Rehm GmbH, Heidelberg. S.285-288
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ERGEBNISSE
Scribbles als notwendige Basis
Die einfachen Scribbles waren wertvoll. Sie waren eine praktische und vor allem
vereinheitlichende Grundlage für das Sketching der Mockups und dienten als
Basis für die Erstellung der Papierprototypen.
Mockups ermöglichen ein gemeinsames Bild von der Idee
Mit den CM Mockups kann rasch erkannt werden, ob man auf dem richtigen
Weg ist. Für die Teammitglieder war es eine ideale Form, um sich gegenseiPlanen, um Ziele
zu erreichen.
telefon - ci
tig Ideen für das UI zu präsentieren. Anhand der erarbeiteten Varianten und
der anschliessenden Diskussion wurde sehr bald eine gemeinsame Vorstellung
entwickelt.
Detaildesign mit Sketches ist ungeeignet
Sketching ist definitiv keine geeignete Methode für Detail Design. Icons zu erstellen und mit Stift und Papier zu verdeutlichen, ist schwer möglich.
Die angestrebten, alternativen Kalendermodelle mussten zuerst
konzeptiCloud&Cloud
onell ausgearbeitet werden, um sie für die Papierprototypen zeichnerisch
umzusetzen.
Sketches bringen‘s
auf den Punkt
?
5.4 CM EVALUATION
Die erstellten Mockups und Skizzen werden durch iterative Evaluationsmethoden wie formale Usability Tests 21 oder Walktroughs 22 mit echten Endbenutzern durchgeführt und bearbeitet. Die Tests basieren auf realitätsnahen Aufgaben. Diese werden solange durchlaufen, bis die Anforderungen den Usability
Goals entsprechen und stabil sind, um in die nächste Aktivität des Lifecycles zu
gelangen.
uchungsordner = Dashboard
ERSTE TESTS MIT STATTLAND
mayhew
Generell sollte evaluiert werden, ob das Implementationsmodell framework
nahe genug
am mentalen Modell des Benutzers ist. Spezifischer wurden folgende Elemente
evaluiert:
oo
Sinnvollste Planungs- und Kalenderansicht
Dashboard Zusammensetzung (offene Bearbeitungen und offene
Nacharbeiten)
fokus
oo Definition der verschiedenen Status
oo Akzeptanz für alternative Kalenderansichten
oo Feedback zur Eingabemaske
oo
sad
21 Sarodnick Florian, Brau Henning (2011/2006): „Methoden der Usability Evaluation.
Wissenschaftliche Grundlagen und praktische Anwendungen“. Verlag Hans Huber, Bern. S.24
22 Sarodnick Florian, Brau Henning (2011/2006): „Methoden der Usability Evaluation„ S.151
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keine app
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Die grundsätzliche Struktur der Applikation und die verschiedenen Komponenten wurden bei StattLand mit zwei Primärpersona (Planer) beurteilt.
Die Repräsentation der zuvor meist analog eingesetzen Artefakte wird zum
ersten Mal auf ihre Verständlichkeit in einer Applikation getestet.
Einerseits wurde evaluiert, ob alle benötigten Elemente vorhanden und ob die
verwendeten Kalenderansichten (Abb. 24) für die Probanden sinnvoll sind und
die gewünschte Übersicht bieten.
Abb 24) Applikationsaufbau und Grundstruktur
MIT WALKTHROUGHS DEN PROZESS ÜBERPRÜFEN
Walkthroughs werden durchgeführt, um Anforderungen, Szenarien, Storyboards
oder Prototypen zu verifizieren. Dabei wird anhand von Szenarien ein Arbeitsablauf mit einem zukünftigen Benutzer durchgespielt. Ziel ist es dabei, mit dem
Benutzer Unklarheiten im Prozess und/oder im Prototyp zu erkennen.
Das Positive an Walkthroughs ist, dass die Ideen der Projektmitglieder direkt
mit einem Benutzer verifiziert werden können. Die Ideen sollen nicht dem Benutzer „verkauft“ werden, sondern eine Umgebung für ehrliches Feedback geschaffen werden.
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oard
STATTLAND PLANER, MAS 2014
ERGEBNISSE
?
Cloud&Cloud
Wichtigste Fragen konnten mit Walkthroughs
geklärt werden
Die Walkthroughs konnten von den Probanden grösstenteils selbstständig und
fehlerfrei durchgeführt werden. Die wichtigsten Fragenstellungen zu den Eingabemasken konnten präzise geklärt werden.
Tages- und Jahresansicht wurden eher selten und nur für spezifische Aufgaben
verwendet.
Durch die Walkthroughs mit den Benutzern konnten die Anforderungen verifiziert und/oder geschärft werden.
Bei der alternativen Darstellung funktionierten die Walkthroughs
Bei der alternativen Kalenderdarstellung gelang das Abarbeiten ohne Probleme.
Aufgrund der ungewohnten Darstellung wurde das Prinzip den Probanden vorgängig erläutert.
Wenig Affordanz beim Papierprototypen
Die Affordanz ist bei Papierprototypen schwer
bis gar nicht zu testen. Es ist kaum
mayhew
möglich, verschiedene Status oder „draggable“
Objekte verständlich anzuzeiframework
gen. Nebst den erwarteten, funktionalen Elementen mussten zusätzlich inhaltliche Elemente bis zum interaktiven Prototypen auf ihre Evaluation warten.
Konsolidierte Hauptergebnisse der Evaluationen:
oo Sperrzeiten müssen zusätzlich eingegeben werden können
oo Drag and Drop Funktion ist mit Papier schwer simulierbar, die Funktionalität
fokus
wurde aber positiv aufgenommen
oo Abzuarbeitende Elemente im Dashboard müssen einen Status aufweisen
und nach Erledigung vom Dashboard verschwinden
oo Es werden bisher noch alle Kalenderansichten benötigt. Weitere
Evaluationen sind nötig, um die Notwendigkeit zu klären, da die
Funktionalität fehlt
Papierprototypen
stossen an
Grenzen
sad
ELIMINATED MAYOR FLOWS
Die beschriebene Evaluation konnte als voller Erfolg verbucht werden . Das Verhalten der Probanden mit dem Papierprototypen entsprach dem mit einer echten Applikation. Die einzigen Hindernisse, die sich ergaben, entstanden aus den
fehlenden Interaktionsmöglichkeiten. Dies bestärkte den Entscheid mit dem
Interaction Design zu starten.
?
keine app
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6. INTERACTION DESIGN LEVEL 2
Im zweiten Level werden wiederkehrende Interaktion Vorlagen für typische
Screens erarbeitet sowie generelle Standards des User Interface Design festgelegt. Im Prototypen werden sie iterativ überprüft und nach Validierung im Style
Guide festgehalten. Durch wiederkehrende Elemente und Patterns können Zeit
und Kosten in der Entwicklung und der Wartung eingespart werden.
6.1 SCREEN DESIGN STANDARDS (SDS)
Screen Design Standards haben zum Ziel, Konsistenz und aufgeräumte Darstellung im Detail Design über alle Screens hinweg zu gewährleisten 23.
Die Konsistenz trägt nicht nur zum Lernen und Erinnern bei, sondern vereinfacht die Bedienung 24. Wenn die Konsistenz nicht gewährleistet oder ungenügend ist, entstehen bei der Bedienung Fehler, was wiederum zu einer Abnahme
der Benutzerakzeptanz führt 25.
SDS tragen zu einer hohen Qualität eines Produkts bei, wenn sie aus Benutzerprofilen, Kontextanalysen und Usability Zielen abgeleitet werden (siehe Kapitel,
„Usability Goals mit 5E).
GESAMMELTE SDS ALS LEBENDIGE LISTE
Die gesammelten Erkenntnisse aus dem Conceptual Model und der Sketching
Evaluation im Level 1 wurden als erste SDS Anforderungen in der SDS Liste
festgehalten.
Anforderungen an die Interaktionselemente wurden ebenfalls erfasst. Diese
wurden kontinuierlich verfeinert und aktualisiert. Die SDS Liste ist ein zentrales,
„lebendiges“ Dokument in der Designphase und wurde in fünf Hauptkategorien
aufgeteilt:
oo
oo
oo
oo
oo
oo
SDS000: Bedienelemente
SDS100: Platzierung/Formatierung der Screen-Komponenten
SDS200: Darstellung/Formatierung
SDS300: Farben
SDS400: Fonts & Styles
SDS500: Meldungen und Hilfescreens
In jeder Kategorie wurden die zugehörigen Standards definiert und jeweils mit
einer Identifikation (ID), Beschreibung und der Relevanz zum Prototypen versehen. Eine Quellenangabe gewährleistet die Nachvollziehbarkeit (Abb 25).
23 Mayhew Deborah J. (2010): „The usability engineering lifecycle. A practitioner‘s handbook for
user interface design“. Morgan Kaufmann Publishers, San Francisco. S.273-285
24 Lidwell William, Holden Kritina, Butler Jill (2004): „Design. Die 100 Prinzipien für erfolgreiche
Gestaltung“. Stiebener Verlag GmbH, München. S.46f
25 Mayhew Deborah J. (2010): „The usability engineering lifecycle“. S.67-121
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Rundgangsauswahl)
CI und IN V1.1.pdf
006
007
Text- und Zahlen-Eingabefelder (Tastatureingabe)
Type-Ahead Sucheingabefeld mit Resultatanzeige
ja
simulieren
MAS SL CI01.pdf
MAS SL CI01.pdf
008
009
Slider für Zoomfunktion bei Kalenderansicht
radio button (bsp. privat/öffentlich RG)
simulieren
ja
these03
MAS SL CI01.pdf
dashboard mit den listung der rundgänge, die dringend
aktion erfordern, links auf screen
dashboard auch in eigenem fenster (freie platzierung oder
auf zweitmonitor)
verschiedene Kalenderansichten (Tag, Woche, Monat, Jahr)
alternativer Kalender in Listenansicht (unendlich scrollbar &
auch zoombar)
ja
MAS SL CI04.pdf
nein
these04
nicht be
ja
ja
MAS SL CI01.pdf
these02
gewohn
bisher n
Bildschirmgrösse baut auf Office-Desktop-Anwendung auf
(grosser Bildschirm) minimalgrösse 1280x800,
kalenderansichten auch grösser
nein
MAS SL CI01.pdf
Proband
dass vol
verwend
Kann in
nicht um
STATTLAND PLANER, MAS 2014
SDS100
101
Platzierung/Formatierung
der Screen-Komponenten
102
103
104
105
SDS200
201
Darstellung/Formatierung
202
Abb 25) Auszug aus der SDS Liste
aus platz- und sprachgründen und zur schnelleren
ja
erfassbarkeit werden einfachere funktionen/Status mit icons
angezeigt
Sperrzeiten werden visuell in der Kalenderansicht angezeigt simulieren
203
204
Verfügbarkeit der Ressourcen visuell in der Kalenderansicht nein
eingabefenster können sich im kontext verändern, z.b.
simulieren
vergrössern,
um mehr
optionen/eingabemöglichkeiten
Die SDS Liste wurde während
der ganzen
Interaction
Design Phase und nach der
anzuzeigen
Evaluation
ergänzt (Anhang,Filterfunktion
Kapitel aktiv
„SDS
Liste“).
Sie diente zur Identifikation
205
visuell
darstellen
ja
der für Level 3 relevanten Standards und als Entscheidungsgrundlage für die
SDS300 Farben
weitere
Umsetzung. Diese sind
in den folgenden
301
Unterscheidung
öffentliche undUnterkapiteln
private Rundgänge beschrieben.
ja
302
303
THESEN
304
Hausfarbe von StattLand (blau)
ja
Statusanzeige von Rundgängen
Statusanzeige von zugewiesenen Ressourcen
ja
ja
Zusätzlich zu den bisher bekannten, in der SDS Liste festgehaltenen Standards,
wurden
erstellt (Tab 04). Sie entstanden aus Fragestellungen und BeobSDS400 Thesen
Fonts & Styles
401
und Lesbarkeit
achtungen
in den Tests, aberHierarchie
auch durch
fortlaufendes Anwenden und Prototy402
divere Buttonsstyles (navi, Rundgang erstellen, Rundgang ja
ping des konzeptionellen Modells.
im Kalender editieren)
Der
reizvollste Ansatz für eine These stellte eine alternative, flexible KalenderSDS500 Meldungen und
ansicht Hilfescreens
dar. Sie könnte einerseits gewissen Konditionierungen der Benutzer
501
Möglichkeit zur Darstellung von Detailinfos der Rundgänge ja
widersprechen, anderseits das
Tempo
der
damit die Effizienz
via Hover
(bsp. nur
ein Benutzung
statusindikator fürund
alle RGL)
502
Statusdarstellung in reduzierter Form bei Rundgängen
ja
steigern.
503
Dialogfenster mit Warnungen etc.
in Level
MAS SL CI01.pdf
MAS SL CI01.pdf
Corp.Design
StattLand
these05
in eval2
bestätig
nein
These 1
Eine Drag and Drop Funktion zum Planen und Verschieben von Rundgängen entspricht dem
mentalen Modell der Benutzer.
These 2
Das Arbeiten mit einer alternativen Kalenderansicht in Form einer Listenansicht (beliebig scrollund zoombar) steigert die Effizienz.
These 3
Das Zoomen der Kalenderansichten erhöht die Übersichtlichkeit und Effizenz. Es ermöglicht, mit
weniger Kalenderansichten auszukommen.
MAS HCID
MAS
HCID
StattLand
Planer
Applikation,Fenster
Natalie Zurfluh-Siffert,
Oliver Grimm,
Urs Odermatt
These
4 2014,Ein
in einem
separaten
frei platzierbares
Dashboard
verhilft dem Benutzer zu einer
Master of Advanced Studies
in Human Computer Interaction Design
besseren Übersicht.
These 5
Statusinformationen können visuell zusammengefasst werden (ergänzende Anzeige mit Mouse
Over).
Tab 04) Thesen aus der SDS Liste
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STATTLAND PLANER, MAS 2014
GRUNDSTRUKTUR UND SCREENBEREICHE
Bei einer täglich und teilweise ununterbrochen benutzten Web App drängt sich
ein flexibler Layoutaufbau der Komponenten und Bereiche auf. Als sogenannte
Sovereign Posture 26 Anwendung müsste eine variable Fenstergrösse oder ein
Vollbildmodus implementiert sein. Während der Vollbildmodus in keinem Browser ein Problem darstellt, wird es mit einem Prototyping Tool überaus schwierig,
ein responsives Layout umzusetzen.
Aus praktikablen Gründen wurden Screengrösse und entsprechende Unterbreiche für den Prototypen fix definiert.
Das Konzept, der Aufbau und die Vermassung der Screenbereiche wurden als
weiteres SDS Artefakt (Abb 26) festgelegt.
1280px
HAUPTMENU
SUBMENU
800px
36 px
114 px
DASHBOARD
320px
KALENDERÜBERSICHT
320px
650 px
960px
Abb 26) Definition der Screenbereiche
BESTIMMEN DER BEREICHE AUF DEM SCREEN
Platzierung und Darstellung von Interaction Patterns der Eingabefelder (wie z.B.
Textfelder, Dropdown Menüs, Buttons, Drag and Drop Funktionen) wurden bestimmt. Die präzise Darstellung und Varianten konnten erst in einem Prototyp
getestet werden.
Standards für Schriftarten und -grössen sowie Layoutfarben wurden zu diesem
Zeitpunkt weniger gewichtet, obwohl auch diese im Prototyp evaluiert werden
sollten.
26 Cooper Alain, Reimann Robert & Cronin David (2010): „About Face - Interface und Interaction
Design“. mitp, Verlagsgruppe Hüthig Jehle Rehm GmbH, Heidelberg. S.171ff
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STATTLAND PLANER, MAS 2014
?
Cloud&Cloud
ERGEBNISSE
Viele Elemente können erst mit Interaktion getestet werden
Die SDS Liste enthält zahlreiche Elemente, welche erst durch Interaktion und
präzisere Darstellung beurteilbar werden. Patterns wie die Drag and Drop Funktion (siehe These 1 in Tabelle 04) müssen in einem Prototypen funktional sein.
Viele Mikro Patterns wie Statusanzeigen bedingen je nach hinterlegter Funktion
bereits feinere GUI Elemente.
Laufende Fidelity Steigerung möglich
Die Funktionalität des gewählten Prototypers lässt eine laufende Fidelity Skalierung des Designs zu. Die SDS Elemente sollten nun direkt in der Protoyping
Applikation aufgebaut werden.
6.2 SDS PROTOTYPINGmayhew
framework
Prototyping ist eine zentrale Tätigkeit im Design von User Interfaces. Ideen und
Konzepte können gut sichtbar gemacht und beurteilt werden. Die Evaluation der
definierten Screen Design Standards wird nun durch einen interaktiven Prototypen unterstützt. Die Menge der zu prüfenden Standards, Funktionen und Abläufe bestimmt den Umfang und die Wiedergabetreue des Prototypen.
fokus
Der interaktive Prototyp wurde mit folgenden
Hauptzielen erstellt:
oo Evaluation der Screen Design Standards
oo Bestätigung oder Widerlegung der Thesen
oo Zeitersparnis durch den Verzicht auf klassische Wireframes
Da der Papierprototyp auf einem hohen Detaillierungsgrad ausgearbeitet wurde, erkannten die Testpersonen darin bereits ein User Interface.
Die verschiedenen Statusmeldungen und die Drag and Drop Funktion konnten
sad
auf Papier, mit schwarz/weissen Prototypen oder Wireframes jedoch schlecht
getestet werden.
DYNAMISCHE WIREFRAMES
Wireframes wurden nicht im klassischen Sinne, sondern direkt in der Prototyping Applikation als Low Fidelity Benutzeroberfläche erstellt. Durch deren laukeine app
fende Verfeinerung wurde eine Beschleunigung des Designprozesses erreicht,
da von Anfang an mit Interaktionen gearbeitet werden konnte.
Drag and Drop nur
mit Interaktion
evaluierbar
?
Auch Warfel empfiehlt beim Prototyping, sich stärker auf die Ziele zu fokussieren, anstatt sich zu stur an Prototyping Prozesse zu halten. 27
27 Warfel Todd Zaki (2009): „ Prototyping - A Practitioner‘s Guide“. Rosenfeld Media, Brooklyn,
New York. S.15
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chen.
oard
telefon - ci
STATTLAND PLANER, MAS 2014
AUSWAHL DES PROTOTYPING TOOLS
Bei der grossen Anzahl an verfügbaren Prototyping Applikationen auf dem
Markt besteht die Gefahr, dass die Suche nach der geeigneten Software zu viel
Zeit in Anspruch nimmt. Dies wurde zu Cloud&Cloud
Beginn dieser Arbeit als Risiko erkannt
und aufgenommen. Die Anforderungen an die Prototyping Applikation wurden
daher am Anfang der SDS Prototyping Phase zusammengetragen:
?
oo
Simulation der „Drag and Drop“ Funktion
oo Gleichzeitiges Arbeiten von mehreren Personen
oo Offline einsetzbar
oo Weitere verschiedene high-fidelity Funktionalitäten, wie zum Beispiel
Skalierbarkeit eben dieser Fidelity
Anhand der obigen Punkte konnte die Wahl stark eingegrenzt werden, insbesondere weil die wenigsten Prototyping Applikationen die Drag and Drop Funktion zur Verfügung stellen. Die Wahl des Projektteams fiel auf die Lösung „Justinmind Prototyper“ 28.
Es können mehrere Personen gleichzeitig am Prototyp arbeiten. Wichtig ist hier,
dass der Prototyp in verschiedene Screens aufgebaut wird. Man kann im Protomayhew
typ echte Daten einbinden. Eine sehr grosse
Funktionsvielfalt und die Möglichframework
keit, selber Elemente und Funktionen zu kreieren und diese für Mitarbeitende
freizugeben, überzeugten. Die Verknüpfungen sind sehr einfach zu erstellen
und kommen ohne das Schreiben einer einzigen Zeile Code aus. Zudem können
Bilder mittels Verknüpfungen integriert werden. Dies hat den Vorteil, dass der
Detaillierungsgrad anfänglich gering gehalten werden kann und beim Ausarbeiten des Designs die Bilder automatisch ausgetauscht werden. So sind laufende
Designanpassungen einfach. Die zentrale Verwaltung
der Bilddaten für den Profokus
totypen auf Dropbox ergänzte den so entstandenen Workflow.
AUSPRÄGUNGEN DES PROTOTYPEN
Um den Benutzern den Gesamteindruck einer vollumfänglichen Softwarelösung zu vermitteln, wurde die Hauptnavigation in einem horizontalen Prototypen abgebildet (Abbildung 27). Diese beinhaltete den Einstiegsscreen für die
vorgesehenen Hauptbereiche. Es wurden alle
sad Hauptfunktionen des Use Case
Diagramms für den Planer abgebildet. Jedem Hauptmenü wurde ein statischer
Screen hinterlegt. So konnte der Gesamteindruck überprüft und die Navigation getestet werden. Dies half zudem, die Szenarien realistischer zu gestalten,
sowie z. B. einen neuen Kunden während einer Rundgangsplanung zu erfassen
und direkt einem Rundgang zuzuordnen.
Abbildung 27 zeigt auch, wie die einzelnen Funktionen den verschiedenen Ausprägungen des Prototyps zugewiesen wurden.
keine app
Idealer
Workflow mit
automatisierten
Design-Updates
via Cloud
?
28 Justinmind S.L., www.justinmind.com
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Prototyp Planer
horizontal
Einstiegsmasken der Hauptnavigation
Subnavigation
vertikal
Hauptnavigation
Kalenderfunktionen
Dashboardfunktionalitäten
Abläufe (Rundgang planen,
Kunden erfassen,
Anfragen versenden, etc.)
Abb 27) horizontale und vertikale Ausprägungen des Prototypen
PROTOTYPBEREICHE MIT VERSCHIEDENEN TIEFEN
Die Subnavigation wurde in zwei Bereiche aufgeteilt. Der erste Bereich ist die
Filterfunktion, welche als horizontale Art des Prototypen umgesetzt wurde und
nur das Einblenden der Sperrzeiten als Funktion enthält. Der zweite Bereich ist
die Ansichtenumschaltung, mit der Funktion, einen neuen Rundgang zu erstellen. Dieser Bereich wurde als vertikale Art des Prototypen umgesetzt.
Unterschiedliche Planungsabläufe in den Kalenderansichten wurden im Prototypen vertikal und horizontal umgesetzt. Die Funktionen „Rundgang planen“,
„Kunde erfassen“ und „Anfrage an RGL/SSP“ wurden vollständig abgebildet.
Hier ist der gesamte Prozess bis zu den Umsystemen dargestellt.
Das Dashboard verfügt über Funktionen zum Versand von Anfragen und der
Anzeige detaillierter Rundgangsinformationen. Statusmeldungen sowie Anfragemöglichkeiten wurden abgebildet, jedoch nicht alle „Seitenwege“ wie z.B. der
Sprung zur Eingabemaske.
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Bei der Umsetzung des interaktiven Prototypen wurden die Kalenderansichten
ebenfalls in verschiedenen Ausprägungen dargestellt und nur die Tages-, Wochen- und Listenansicht funktional ausgearbeitet. Dabei wurde der Fokus auf
den Umgang mit den Rundgängen und deren Status gelegt. Der Prototyp umfasst jedoch die folgenden fünf Kalenderansichten: Tages-, Wochen-, Monats-,
Jahres- und Listenansicht. Mit Ausnahme der Listenansicht ähnelt die Darstellung den gewohnten Kalendern wie Outlook oder iCal. Die Monats- und Jahresansicht wurden nur in horizontaler Ausprägung umgesetzt.
Zur Erhöhung der Übersichtlichkeit bei der Planung von öffentlichen Rundgängen verfügt die Jahresansicht, wie schon im Papierprototypen, über eine Zoomfunktion. Da diese Planung nur einmal im Jahr gemacht wird, kann so in der gesamten Jahresansicht die Verteilung der Rundgänge dargestellt und überprüft
werden.
StattLand fragt die RGL und SSP für öffentliche Rundgänge nur quartalsweise
an. Um eine Übersicht über ausstehende Zusagen der RGL und SSP zu erhalten,
kann auf ein halbes oder ein viertel Jahr gezoomt werden.
In Abbildung 28 ist die Startmaske dargestellt, wie sie sich nach einer erfolgreichen Anmeldung präsentiert. Aufgrund des Benutzerfeedbacks aus den Evaluationen ist grundsätzlich die Wochenansicht als Standard definiert, solange vom
Benutzer keine andere Standardansicht konfiguriert wurde.
Es sind unterschiedliche Formen und Grössen von „Rundgängen“ erkennbar
(blau für privat gebuchte, grün für öffentliche Rundgänge). Auch auf dieser verkleinerten Abbildung sind „Calls to Action“ in Signalfarbe erkennbar.
Abb 28) Startmaske in der Wochenansicht
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Abbildung 29 zeigt eine Übersicht aller im Prototypen umgesetzten Bildschirmansichten. Vollständig funktional sind Wochenansicht sowie Erfassungsmasken. Die restlichen Ansichten sind im Prototypen erreichbar und zum Teil funktional oder mit Daten verknüpft, jedoch nicht im Detail bedienbar. Anhand dieser
Struktur konnten Szenario-basierte Arbeitsabläufe durchgespielt werden.
Hauptnavigation
Dashboard
Rundgänge
Ressourcen
Kunden
Admin
Listenansicht
Wochenansicht
Monatsansicht
Tagesansicht
Jahresansichten
Kalenderansichten
Erfassungsmasken
Eingabemasken private und öffentliche Rundgäng
Eingabemaske private Rundgänge Listenansicht
Abb 29) Prototyp mit Kalenderansichten, Erfassungsmasken und Hauptmenu
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chen.
oard
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Die Planung eines Rundgangs in den klassischen Kalenderansichten ist auf verschiedene Weisen möglich. Ein Rundgang kann per Klick auf den entsprechenden Button, Doppelklick in den Kalender oder je nach Variante auch mittels Drag
and Drop Funktion neu eingeplant werden.
Somit wird sichergestellt, dass verschiedene Einstiegsmöglichkeiten in den folgenden Evaluationen getestet werden können, um die für den Benutzer intuitivste und effizienteste Unterstützung zu ermitteln.
Die Erfassungsmaske für Rundgänge ist bei allen klassischen Kalenderansichten identisch. Sie öffnet sich in einem „Light Box“-artigen Overlay. Die Planung
der privaten und öffentlichen Rundgänge wurde auf zwei Register/Reiter aufgeteilt, mit welchem der Benutzer direkt entscheiden kann, welchen Typus Rundgang er planen will. Die beiden Masken enthalten
Eingabefelder.
telefonindividuelle
- ci
LISTE ALS ALTERNATIVE KALENDERANSICHT
Mit der sogenannten Listenansicht wurde die Idee der alternativen Kalenderansicht weiter entwickelt. Diese enthält einen endlosen Kalender als lange Liste.
Jeder Tag wird als Zeile dargestellt (Abb 30). Die Rundgänge sind in den jeweiligen Zeilen eingefügt und nach Durchführungszeit sortiert. Die Zeile wird entsprechend erhöht, wenn der Platz nicht Cloud&Cloud
mehr für alle Rundgänge ausreicht. Dies
ist in der Abbildung 30 beim „13.01.“ dargestellt. So ist für jeden Rundgang eine
konsistente, optimierte Darstellung und Statusanzeige möglich.
?
Die Planung eines Rundgangs in der Listenansicht erfolgt mittels Drag and Drop
auf das gewünschte Datum und die entsprechende Zeit. Die Eingabemaske
öffnet sich direkt als aufklappbares Element zwischen den anderen Einträgen
(Abb 30, unten). Dies hat den Vorteil, dass keine Daten verborgen werden und
alle Rundgangseinträge immer sichtbar bleiben.
Das Datum und - je nach Zoomstufe - auch die Uhrzeit sind bereits vordefiniert,
da dem System durch das Verwendung der Drag and Drop Funktion die Informationen schon mitgegeben wurden. Die geöffnete Eingabemaske wird visuell hervorgehoben und nach Eingabe aller Daten wieder geschlossen. Der neue Rundgangseintrag ist danach im Kalender ersichtlich.
Freie Sicht ohne
Überlagerungen
mayhew
NAVIGATION IM ALTERNATIVEN KALENDER
framework
Der sichtbare Bereich des Kalenders kann durch Ziehen mit der Maus frei bestimmt werden. Dies wird auf der rechten Seite der Anwendung durch eine MiniKalenderansicht dargestellt (im CM Model abgebildet, im Prototypen allerdings
nicht umgesetzt. Die Probanden wurden jedoch entsprechend instruiert).
fokus
sad
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Abb 30) Öffnen der Eingabemaske in der Listenansicht
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Planen, um Ziele
zu erreichen.
telefon - ci
DAS DASHBOARD ALS REPRÄSENTATION DES „ZU ERLEDIGEN“-PAPIERSTAPELS
Das Dashboard ist ein wichtiger Bereich der Rundgangsplaner Anwendung geworden. Es dient als Überblick der abzuarbeitenden Tätigkeiten des Planers bezüglich eines offenen Rundgangs und gibt somit einen Überblick
der offenen
Cloud&Cloud
Aufgaben, damit eine Rundgangsplanung abgeschlossen werden kann und aus
dem Dashboard verschwindet.
Im ersten Prototypen wurden mehrere Darstellungsvarianten des Dashboards
erstellt. Rundgangsbezeichnung, Datum und Uhrzeit wurden unterschiedlich
angeordnet. Sortierung und Gewichtung der Informationen waren Gegenstand
vieler Diskussionen.
?
Der Papierstapel
wird zum
Dashboard
uchungsordnerEin
= Dashboard
direkter Zugang zur Eingabe- und Editiermaske ist durch Klicken auf den
Rundgang möglich (nicht ausgefüllte Pflichtfelder sind darin jeweils markiert.)
Im unteren Bereich des Dashboards sind entwurfsweise „offene Nachbearbeitungen“ platziert. Hier sind alle offenen Aufgaben eines bereits durchgeführten Rundgangs zu finden. Dies könnten beispielsweise neue Bewertungen des
Rundangs oder hängige Abrechnungen sein.
Zusätzlich können Funktionen durch Klick auf bestimmte Symbole direkt aufmayhew
gerufen werden. So z.B. das erneute Anfragen der RGL/SSP oder der Versand
framework
der definitiven Kundenbestätigung. Die beiden Fälle sind in Abbildung 31 weiss
dargestellt.
fokus
sad
?
keine app
Abb 31) Darstellungsstudien der Dashboard-Elemente und Statusindikatoren
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STATUSANZEIGEN
Auch die Statusanzeigen auf Rundgängen sind zentrale Elemente der Rundgangsplanung. Die Status der Rundgangsleiter und Schauspieler wurden auf
die drei Zustände „zugesagt“ (grün), „Antwort ausstehend“ (gelb) und „abgesagt“
oder „ausgefallen“ (rot) reduziert. Um die optimale Darstellung der Rundgangsinformationen und -status zu evaluieren, wurden auch hier unterschiedliche
Darstellungsmöglichkeiten implementiert.
Aufgrund einer Anforderung von StattLand wurde eine Variante mit individuellen Statusanzeigen für jede Ressource abgebildet.
In einer weiteren Variante wurden jeweils RGL und SSP in einer Statusanzeige zusammengefasst. Details können mittels Tooltip aufgerufen werden. Erst
wenn alle RGL bzw. SSP den Termin bestätigt haben, wird der gemeinsame Status grün angezeigt (Tooltip in Gelb, Abbildung 31).
SYMBOLIK UND PIKTOGRAMME
Piktogramme wurden entwickelt, um Statusangaben eines Rundgangs infografisch zu ergänzen. Die „Krone“ signalisiert beispielsweise bevorzugte Kunden
oder entsprechende Spezialwünsche. Ein „Brief“ Piktogramm zeigt an, dass die
Bestätigung an den Kunden noch nicht versandt wurde.
Testweise wurden auch prägnantere Visualisierungen verwendet, wie zum Beispiel ein grosses Ausrufezeichen auf rotem Grund bei Absage durch einen Kunden. Falls obligatorische Eingabefelder einer Rundgangsplanung noch unvollständig oder leer sind, da z.B. die Anzahl Teilnehmer fehlt, wird dies mit einem
Fragezeichen signalisiert.
Die Unterscheidung der Rundgangsarten wurden in einer ersten Version markiert. Privat gebuchte Rundgänge waren blau und öffentliche türkis eingefärbt.
Anstatt der Rundgangsdetails steht auf diesen nur „öffentlich“ .
Dieselbe Symbolik wurde teilweise für die Rundgänge in der Kalenderansicht
verwendet. So ist auf einen Blick erkennbar, ob Rundgänge offene Tasks oder
Probleme enthalten. Je nach Kalenderansicht und Zoomstufe ändert sich die
Informationsdichte und -darstellung der Rundgänge. So sind Namen der Rundgangsleiter beispielsweise nur in grösseren Ansichten direkt im RundgangsPlatzhalter ersichtlich (Abb 30, 31, 32).
Piktogramme und Symbole sind in einer weiteren Phase vorgesehen, um die bisher nur farblich identifizierbaren Status eindeutig auseinander halten zu können. Damit wird die Accessibility verbessert.
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Schematische Darstellung von Rundgangs-Repräsentationen
Jahresübersicht
- div. Zoomstufen
Dashboard
- standard
- collapsed
Auchgibt es
Kalender
- Tag
- Woche
- Monat
- div. Zoomstufen
Auch
gibt
es
Auch
gib t
es
Kalender
- grosse Teilnehmerzahl
- div. Zoomstufen
Auch- gibt
es niemanAuch gib t
es niemanden, der
Auchgibt
Auch gibt
es nieman-
Auchgibt
Auch- gibt
es nieman-
Auch
gibt
es
Auch
gib
t
Auchgibt
es
Planen, um Ziele zu erreichen.
Auchgibt
Auch
gib t
es
Auchgibt
Auch
gib t
es
telefon - ci
?
Abb 32) Systematik der Kalender- und Vergrösserungsabhängigen Rundgangsrepräsentation
ERGEBNISSE
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Cloud&Cloud
MAS HCID
Zeit sparen mit „skalierbarem“ Prototypen
Beim Visualisieren waren die bereits detaillierten Sketches und die SDS Liste
eine gute Basis. Erste Screens entstanden dadurch innert kurzer Zeit. Die Idee,
Prototypen skalierbar aufzubauen und auf die klassischen Wireframes
uchungsordnerden
= Dashboard
zu verzichten, hat sich bewährt. Schritt für Schritt konnte die Fidelity erhöht
werden, indem jeweils neue Screendesign Komponenten via DropBox mit dem
Prototypen automatisch synchronisiert wurden.
Bewegte Benutzerschnittstelle benötigt Zeit
Während dem Erstellungsprozess des Prototypen konnten einzelne Anforderungen an das Screen Design präzisiert werden, weil erste Interaktionen möglich wurden. Das Prototypen hilft, die zeitkritische Ebene der Funktionen
besser
mayhew
zu verstehen. Auch einfachste Interaktions- und Ablaufsanimationen
wie Roll
framework
Over, sich verschiebende Elemente etc. sind wichtige Komponenten der UX für
den Benutzer. Das Erstellen dieser kleinen Animationen ist jedoch ein aufwändiger Arbeitsschritt, den es in der Planung zu berücksichtigen gilt.
FidelityAnpassungen
mit geringem
Zeitaufwand
fokus
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Prototyper
Beim verwendeten Prototyper traten Performanceprobleme auf, sobald die Anzahl Elemente im Screen eine kritische Menge überschritt. Aus diesem Grund
musste unfreiwillig eine zusätzliche „Iteration“ beim Prototypen durchgeführt
werden, um die Struktur des Aufbaus den Möglichkeiten der Applikation
anzupassen.
Die Wahl der richtigen Prototyping Applikation war in der vorliegende Arbeit essenziell für eine erfolgreiche Umsetzung. Die frühzeitige Definition von Anforderungen an die Software unterstützte eine effiziente Suche und stellte die benötigte Funktionalität sicher. Die Einarbeitungszeit bei Justinmind Prototyper ist
kurz, muss jedoch eingeplant werden. Das kollaborative Arbeiten ist vorbildlich
gelöst. Einzelne Elemente oder Screens werden „eingecheckt“ und sind bis zum
„Auschecken“ für andere gesperrt.
Justinmind Prototyper hat die gestellten Anforderungen absolut erfüllt. Besonders erwähnenswert ist das offen gestaltete Konzept, welches viele Funktionalitäten zulässt.
Kein responsive Design im Prototypen
Im zeitlichen Rahmen dieser Arbeit war die Umsetzung der skalierbaren GUI Bereiche nicht möglich. Die Frage der sich dabei verändernden, visuellen Darstellung der Rundgänge (responsive Design der Rundgangsrepräsentation) müsste
in einer nächsten Phase analysiert werden, da dies mit dem gewählten Prototyper nicht umgesetzt werden konnte.
Eine Herausforderung der Informationsdarstellung in den Kalenderansichten
ist die Tatsache, dass bei einzelnen Rundgangsorganisationen bis zu 10 Rundgänge gleichzeitig stattfinden können.
6.3 SDS EVALUATION
Mit der SDS Evalutation wird überprüft, ob das Design (manifestiert durch die
SDS) die Anforderungen im Prototyp erfüllt und die Business- und Usabilityziele
erreicht wurden.
Mit repräsentativen Benutzern werden realistische Usability Tests oder Walkthroughs 29 durchgeführt, während dem sie beobachtet werden. Mit Drittpersonen können in der Büroumgebung Hallway Tests 30 durchgeführt werden. So
können Usability Stolpersteine frühzeitig eliminiert werden. Der Design/Evaluations-Prozess wird iterativ wiederholt, um die grösseren Usability Probleme zu
beseitigen und die SDS zu verfeinern.
Mit der SDS Evaluation wurden folgende Ziele verfolgt:
oo Evaluation der erarbeiteten Screen Design Standards
oo Überprüfung der Business- und Usabilityzielerreichung
oo Bestätigung oder Widerlegung der Thesen
29 Sarodnick Florian, Brau Henning (2011/2006): „Methoden der Usability Evaluation.
Wissenschaftliche Grundlagen und praktische Anwendungen“. Verlag Hans Huber, Bern.
S.151-162
30 Moser Christian (2012): „User Experience Design. Mit erlebniszentrierter
Softwareentwicklung zu Produkten, die begeistern“. Springer-Verlag, Berlin Heidelberg S.226
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VORBEREITUNGEN
Der strukturierte Ablauf aus den CM-Evaluationen bewährte sich. Es wurden
insgesamt fünf ähnliche Szenarien für einen Walkthrough erstellt. Damit wurde
eine bessere Vergleichbarkeit der Resultate gewährleistet. Fragen und Thesen
wurden erneut in Listenform bereitgestellt, damit alle offenen Punkte sicher adressiert waren.
Der Hauptfokus der Szenarien lag auf folgenden Punkten:
oo
Erstellung und Bearbeitung von Rundgängen in verschiedenen
Kalenderansichten
oo Handling innerhalb des Dashboards
oo Versandmöglichkeiten für Anfragen an Rundgangsleiter und Schauspieler
DURCHFÜHRUNG DER TESTS
Die Evaluationen und Interviews fanden jeweils in den Büroräumlichkeiten der
Rundgangsorganisationen statt. Die Szenarien wurden, wenn möglich, am Arbeitsplatz und am Computer der Probanden durchgeführt.
Zu Beginn wurde den Probanden die Struktur und Funktionalität kurz erläutert.
Während den Walkthroughs wurde nur eine minimale Unterstützung gewährt.
Die Probanden lösten Aufgabe für Aufgabe und kommentierten Ihr Vorgehen mit
„lautem Denken“. Im Falle von Unklarheiten wurde vom Testleiter Unterstützung
gegeben. Dies war vor allem bei der Drag and Drop Funktion wegen mangelnder
Affordanz notwendig.
Abb 33) Probandin von StattLand beim Testing
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Während den Evaluationen waren mindestens zwei Mitglieder des Projektteams
anwesend. Eines in der Funktion des Testleiters zur Betreuung sowie Überwachung des Ablaufs, das zweite als Beobachter und Dokumentarist für Notizen,
Fotos und Filmaufnahmen.
Die ersten zwei Evaluationen fanden mit Primärpersona von StattLand – also
Planern – statt.
STRUKTURELLE ANPASSUNGEN DES TESTABLAUFS
Nach den ersten Tests wurden kleine funktionale Korrekturen am Prototypen
vorgenommen und die Szenarien für den angestrebten Ablauf optimiert. Die Listenansicht wurde neu als erstes Test Szenario definiert. So sollte sichergestellt
werden, dass die Beurteilung der alternativen Kalenderansicht der nachfolgenden Probanden möglichst unbefangen von gewohnten Kalenderansichten erfolgen konnte.
TESTS AUSSERHALB VON STATTLAND
Zwei weitere Evaluationen mit Primär Persona der Tourismusbüros der Städte Thun und Basel folgten. Wichtig war dabei vor allem die Überprüfung, ob die
spezifischen Anforderungen der „externen“ Rundgangsorganisationen im Prototypen korrekt umgesetzt wurden. Mit diesen Probanden wurden in der Requirements Engineering Phase auch Contextual Inquiries durchgeführt (Anhang,
Kapitel „Auswertung CI“).
Nach der Evaluation in Basel wurde der Prototyp vier Mitarbeitenden, drei Planern und dem Vizedirektor von Basel Tourismus im Plenum vorgeführt und diskutiert.Dabei zogen die Teilnehmer immer wieder Vergleiche zu einer kürzlich
eingeführten Softwarelösung. Da die Lösung nicht vollumfänglich funktioniert,
wird sie in Basel vorerst nur testweise und parallel zum bestehenden Prozess
geführt.
HALLWAY TESTS
Nebst den Usability Walkthrougs wurden Hallway Tests mit drei Personen durchgeführt. Dabei handelt es sich nicht um echte Benutzer des neuen Systems,
sondern um Personen, welche in ihrer täglichen Arbeit häufig mit Planungs- und
Kalenderanwendungen konfrontiert und deren Umgang gewohnt sind.
In diesen Tests interessierte vor allem der generelle Eindruck des Prototypen,
und ob die Aufgaben durch Branchenfremde durchgeführt werden können. Die
Probanden wurden zudem zu Bedienungsvorlieben bzw. -gewohnheiten im Umgang mit Kalendern befragt. Die alternative Darstellung des Kalenders als Liste
wurde besprochen.
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ERGEBNISSICHERUNG
Nach jeder Evaluation wurde das Beobachtete direkt im Projektteam diskutiert
und zusammen mit den gewonnenen Erkenntnissen dokumentiert (Anhang, Kapitel „SDS Evaluation“). Diese Dokumente bildeten die Grundlage für die Auswertung der Evaluationen und schlussendlich zur Ergänzung und Finalisierung der
Screen Design Standards. Diese konnte mit den relevanten Elementen für die
Detailed User Interface Design Phase ergänzt werden. So sollte beispielsweise
der Prototyp mittels Tastatur bedienbar sein, eine Filter- und Sortierfunktion im
Dashboard vorhanden sein und Dropdown Felder mit „Type Ahead“ funktioneren.
ERGEBNISSE
Die konsolidierten Ergebnisse zeigten, dass die Business- und Usabilityziele für
diesen Entwicklungsstand im Prototyp korrekt umgesetzt wurden. Das Systemverhalten entsprach dem mentalen Modell der Benutzer. Dementsprechend positiv fielen die Feedbacks der Probanden aus.
Konkurrenzprodukt ohne UCD
Besonders erfreulich war die Begeisterung der Probanden von Basel und Thun
Tourismus, da diese Institutionen in der CM Evaluation nicht vollständig berücksichtigt wurden. Wie bereits erwähnt, ist in Basel vor kurzem testweise eine
Softwarelösung eingeführt worden, wobei der Anbieter dieser neuen Lösung
weder eine tiefgreifende Anforderungserhebung noch eine umfassende Benutzeranalyse durchgeführt hat. Das bisherige Ergebnis ist bisher nicht zufriedenstellend und verursacht immer noch Medienbrüche im Planungsablauf. Basel
Tourismus sah sich gezwungen, 10% zusätzliches Budget zu investieren, um die
absolut notwendigen Systemanpassungen in Auftrag zu geben.
„Ihr habt unsere Anforderungen mit nur einem Treffen verstanden und präziser umgesetzt als andere innerhalb eines halben
Jahres Entwicklung“
(Frédéric Pothier, Leiter von Guided Tours und Vizedirektor Basel Tourismus)
Prototyp deckt Szenarien ab
Die Szenarien konnten von allen Probanden problemlos durchgearbeitet werden. Die Planer der Rundgangsorganisationen erhielten einen guten Eindruck
über die vollumfängliche Softwarelösung und waren vom grossen Funktionsumfang positiv überrascht.
Dashboard erfüllte alle Erwartungen der Benutzer
Das Dashboard wurde von allen Probanden positiv bewertet. Alle abzuarbeitenden Tasks sind in einem einzigen Bereich abgebildet, was die Probanden als
sehr nützlich empfanden. Das Blättern in Kalendern entfällt ebenfalls. Es ist
direkt ersichtlich, welche Tasks zu erledigen sind oder ob es bei Rundgängen,
Ressourcen oder Kundenkommunikation offene Punkte gibt.
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ichen.
oard
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Mehrere Evaluationsmethoden verwenden telefon - ci
Die Kombination von Hallway Tests und Walkthroughs ermöglicht es, in einem
Projekt ohne grosses Budget eine grössere Anzahl an Iterationen zu durchlaufen. Nur so konnten die Funktionen des Prototyps getestet werden, um Usability
Stolpersteine zu erkennen und zu eliminieren.
Objektivität beim Testing sicherstellen
Es ist schwierig, die alternative Kalenderansicht
objektiv zu testen. Die BenutCloud&Cloud
zer sind von gewohnten Kalendern und Abläufen stark beeinflusst.
Neuartige Kalenderansichten sollten deshalb nicht gleichzeitig mit bekannten
Ansichten evaluiert werden.
In den Tests unterschieden sich die Ergebnisse je nach Reihenfolge der präsentierten Kalendermodelle. Wenn zuerst die alternative Ansicht zum Testen
verwendet wurde, waren die Ergebnisse ergiebiger und die Konzentration noch
höher, als wenn sie erst am Schluss der Serie getestet wurde.
Es empfiehlt sich deshalb, innovative Konzepte zu Beginn zu testen, damit ihnen die volle Aufmerksamkeit zukommt.
?
Konditionierte
Verhaltensweisen
behindern
Innovation
Realistische Funktionaliät für messbare Ergebnisse
Die alternativen Kalenderansichten müssen eine realistische Funktionaliät aufweisen, um vergleichbare Ergebnisse zu erhalten.
Die Akzeptanz kann nur getestet werden, wenn alle Funktionen vollständig im
Prototyp umgesetzt sind und die Probanden über einen längeren Zeitraum mit
mayhew
der Listenansicht arbeiten. Erst wenn die Dauer der Durchführung einer defiframework
nierten Rundgangsplanung gemessen werden
kann, ist ein objektiver Vergleich
mit den gewohnten Kalenderansichten möglich. So könnte der Beweis erbracht
werden, dass das ungewohnte Konzept effizienter ist.
Priorisierte Goals
Es macht Sinn, die Goals zu priorisieren 31, so dass der Fokus auf die jeweils
Wichtigsten gelegt werden kann. Die qualitativen
fokusGoals sind einfacher zu testen
als die quantitativen, da der Detailllierungsgrad und die Interaktionsmöglichkeiten im Prototypen noch eingeschränkt sind. Es ist schwierig, effizienzbezogene Ziele wie z.B. Geschwindigkeit der Abarbeitung von Tasks zu testen, ohne
dass die volle Interaktion implementiert ist.
sad
?
keine app
31 Mayhew Deborah J. (2010): „The usability engineering lifecycle. A practitioner‘s handbook for
user interface design“. Morgan Kaufmann Publishers, San Francisco, S.131
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AUSWERTUNG DER THESEN
Die in den Screen Design Standards entwickelten Thesen konnten grösstenteils
bestätigt werden. Die These 2 (Alternative Kalenderansicht) war mit den zur Verfügung stehenden Mitteln nicht eindeutig zu bewerten. Zum Thema „Alternative
Kalenderbedienung versus konditionierte Benutzung der gewohnten OutlookAnsicht“ liessen sich in einer Fortführung Interessante Studien durchführen.
Nachfolgende Tabelle zeigt die dokumentierte Auswertung der Thesen:
These Beschreibung
Begründung
1
Eine Drag and Drop Funktion
zum Planen und Verschieben
von Rundgängen entspricht dem
mentalen Modell der Benutzer.
Anhand des Benutzerverhaltens konnte diese These
bestätigt werden. Das bereits in der CM-Evaluation erkannte Affordanzproblem des Auslöseknopfes ist ebenfalls im Prototypen vorhanden. Nach erfolgter Erklärung
der Funktion wurde sie von allen Probanden als intuitiv
wahrgenommen.
2
Das Arbeiten mit einer alternativen Kalenderansicht in Form
einer Listenansicht (unendlich
scroll- und zoombar) steigert die
Effizienz.
Die Bestätigung oder Widerlegung dieser These ist mit
diesem Prototypen nicht möglich. Um die Arbeitseffizienz
auf den unterschiedlichen Kalenderansichten zu messen,
müssten sämtliche Funktionen zur Verfügung stehen, was
den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde. Während den
Evaluationen stellte sich heraus, dass sich fast alle Probanden gut vorstellen könnten, mit einer Listenansicht zu
arbeiten. Die Wahl fiel trotzdem auf die gewohnten Kalenderansichten. Die Anpassung am Ablauf der Walkthrough
nach den ersten Evaluationen änderte nichts daran.
3
Das Zoomen der Kalenderansichten erhöht die Übersichtlichkeit und Effizenz. Es ermöglicht,
mit weniger Kalenderansichten
auszukommen.
Die These konnte bestätigt werden. Die detaillierte Funktionsweise auf jeder der unterschiedlichen Kalenderansichten muss genauer analysiert und definiert werden.
Dies müsste in einer weiteren Iteration ausgearbeitet und
evaluiert werden.
4
Ein in einem separaten Fenster
frei platzierbares Dashboard
verhilft dem Benutzer zu einer
besseren Übersicht.
Die These wurde widerlegt. Das Dashboard soll analog
dem Prototypen im Screen links platziert werden. Das
Wegklappen, Verkleinern und Vergrössern bleibt weiterhin
eine Anforderung an das Interaktionskonzept.
5
Statusinformationen können
visuell zusammengefasst werden
(Eränzende Anzeige mit
Mouse Over).
Die These wurde bestätigt. Im Prototypen wurden die Statusinformationen mit einem Tooltip bei Mouse over umgesetzt. Welche Informationen bei Mouse over oder einem
Klick auf das entsprechende Symbol genau erscheinen,
gilt es in der nächsten Iteration zu klären.
Tab 05) Auswertung der Thesen
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MET USABILITY GOALS?
Am Ende des Level 2 wurde der Stand der Arbeit auf die in Kapitel 4.8 beschriebenen Usability Goals überprüft.
Das Ergebnis war äusserst erfreulich, konnten doch wichtige Effizienzziele wie
z.B. maximale Übersicht und rasche Planungsabwicklung auf Anhieb erreicht
werden.
Quantitativ:
Der Benutzer soll einen Rundgang innert 3 Minuten einplanen können.
Der Benutzer soll mit maximal 2 Klicks einen beliebigen Rundgang finden und editieren können.
Ein geübter Benutzer soll anhand der visuellen Darstellung innert einer Sekunde erkennen, welche
Rundgänge offene Tasks enthalten.
Der Benutzer muss alle geplanten Rundgänge auf einmal sehen können – je nach Wahl diejenigen eines
Tages, einer Woche, eines Monats oder anderer Zeitspannen.
Qualitativ:
Der Benutzer soll vom System geführt werden, soll jedoch trotzdem die Möglichkeit besitzen den Eingabeprozess selbst zu bestimmen (Fehler vermeiden, Planung und Ressourcen intelligent anzeigen und
verknüpfen).
Der Benutzer muss jederzeit die Möglichkeit haben, den Eingabeprozess zu unterbrechen oder abzubrechen, ohne dass dabei bereits eingegebene Daten verloren gehen.
Der Benutzer soll das System mittels Hilfen / Rückmeldungen (z.B. Tooltip) möglichst eigenständig verstehen und bedienen können.
Der Benutzer soll vom System geführt werden, soll jedoch trotzdem die Möglichkeit besitzen den Eingabeprozess selbst zu bestimmen.
Der Benutzer muss jederzeit zurück zum Haupt-Screen gelangen können.
Der Benutzer soll über mehrere Wege dieselbe Funktionalität aufrufen können.
Der Benutzer muss die Planungsansicht auf seine individuellen Bedürfnisse anpassen können.
Tab 06) Erreichte qualitative und quantitative Usability Goals
Die Usability Ziele wurden vollständig erreicht. Das gelb gekennzeichnete wurde
von den Benutzern bestätigt, konnte mit dem Prototypen technisch jedoch nicht
abgebildet werden.
Mittels dieser Ergebnisse waren die Voraussetzungen gegeben, um in das Level
3 (Detailed User Interface Design) überzugehen.
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7. INTERACTION DESIGN LEVEL 3
7.1 DETAILLIERTES USER INTERFACE DESIGN (DUID)
Im dritten Level nach Mayhew, dem Detail Design, werden alle Bildschirmmasken der Anwendung aus den erarbeiteten Konzepten und Standards entworfen.
Diese werden ebenfalls iterativ verfeinert. Die wichtigen Bereiche werden getestet und somit optimiert, bis die Usability der Anwendung bestätigt wird.
VORGEHEN
Obschon das Interface Design beim SDS-Prototypen bereits relativ detailliert
implementiert wurde, galt es in dieser Phase, die Interaktionselemente und das
grundsätzliche Design aller Bildschirmelemente weiter zuverfeinern.
Das im Style Guide dokumentierte konzeptionelle Modell und die Screen Design
Standards dienten dazu als Basis. Die SDS konnten nach den letzten Tests ergänzt werden. Die Informationen wurden in dieser Phase verwendet.
In der vorliegenden Arbeit würde eine komplette DUID Phase jeden zeitlichen
Rahmen sprengen. Deshalb werden nur der Übergang in das Level 3 und die ersten durchgeführten und geplanten Tasks erläutert.
VERFEINERUNG DER SCREENS
Bereits in den vorangegangenen Phasen kristallisierte sich heraus, dass insbesondere Status Anzeigen und Kalenderdetails wie die Repräsentation des
Rundgangs einen hohen grafischen Detailgrad benötigen, um überhaupt getestet werden zu können. Dies alleine reicht jedoch nicht aus. Erst verfeinerte
Interaktionspatterns und erweiterte, funktionale Implementationen erlauben,
das entsprechende Detaildesign zu evaluieren. Letzteres ist verknüpft mit Interaktionsmöglichkeiten wie beispielsweise:
oo
Statusanzeigen werden teilweise erst durch Interaktionsmöglichkeiten für
den Benutzer logisch interpretierbar
oo Die Skalierbarkeit der Kalenderansichten hat direkten Einfluss auf
die Darstellung der Rundgänge, die sich in der Grösse anpassen und
entsprechend Statusanzeigen unterschiedlich anzeigen können
Ein erster Entwurf übernimmt die Corporate-Design-Farbe von StattLand stärker ins GUI. Der überarbeitete Prototyp ist in der Abbildung 34 dargestellt.
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Abb 34) Erstes DUID-Design in der Übersicht
Eine zurückhaltende, grundlegende Farbigkeit macht zudem die Eingabefelder
leichter erkennbar. Buttons und Dropdowns erhalten ebenfalls ein verfeinertes
Design.
AUSARBEITUNG VON DASHBOARD UND RUNDGANG
Aufgrund der Erkenntnisse aus der SDS-Phase wurden nun Icons für die Vereinfachung der Miniaturisierung und für eine bessere Affordanz weiterentwickelt
und in den Rundgängen und im Dashboard integriert (Abb. 35, 36 und 37).
R
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S
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Abb 35) Piktogrammvorlagen
Die Überarbeitung der Dashboard Darstellung wurde mit Filter- und Sortiermöglichkeiten ergänzt. Die SDS-Tests ergaben, dass die Lesbarkeit weiter
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verbessert werden muss. Schrift und Statusanzeigen wurden vergrössert. Die
Symbolik der beiden Statusanzeigen wurde angepasst, um die Erkennbarkeit
mit unterschiedlichen Grundformen zu verbessern.
Die Entwürfe für eine konsistente Anzeige des „Hauptproblems“ wurden mittels
eines Symbols im rechten Bereich ergänzt (Abb. 36). Ebenfalls wurden die Darstellung und das Verhalten des Scrollbalkens angedacht. Somit wird es ermöglicht wird, die komplette Liste der offenen Arbeiten abzubilden.
Abb 36) Evolution des Dashboards vom ersten interaktiven Prototypen bis zum aktuellen Stand
ACCESSIBILITY
Aus der Requirements- und Task Analysis wurden keine accessibilityrelevanten
Themen bekannt. Da die Benutzerbasis für den Planer klein ist (2-4 Planende
pro Institution), wurden bisher Anforderungen für Farbenblinde wenig berücksichtigt. Die Farbgebung kann in einer weiteren Iteration beispielsweise mit Hilfe des Webtools „Color Scheme Designer“ 32 und entsprechenden Testpersonen
angepasst und evaluiert werden.
Angebracht ist sicherlich das Entwickeln einer alternativen Darstellung zu den
Farb-Codes bei den Status-Anzeigen. Dies könnten beispielsweise Symbole
(Abb 35) sein. Die Statusanzeige der Ressourcen ist jedoch bereits mit leicht
unterscheidbaren grafischen Elementen versehen:
Abb 37) Bessere Unterscheidbarkeit der Status durch Zeichen und Formgebung
32 Stanicek Petr (2002-2010): http://colorschemedesigner.com
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ERGEBNISSE
Kein Responsive Design mit dem Prototyper
Die Möglichkeiten der Prototyping Applikation reichen für die Implementierung
von veränderbaren Applikationsfenstern nicht mehr aus. Das heisst, Responsive Designs für die gesamte Applikation, den Planerbereich oder einzelne GUI
Elemente kann nicht im Prototyp, sondern mit ausgestalteten Masken oder direkt in der entwickelten Anwendung getestet werden.
Informationsmenge versus Lesbarkeit
Die visuelle Divergenz zwischen der Darstellung möglichst vieler Informationen
und optimaler Lesbarkeit muss nun mittels einer ersten Systemimplementierung intensiv austariert und evaluiert werden.
DUID Phase nicht vollständig ausgeführt
An dieser Stelle endet die Dokumentation im Rahmen der Masterarbeit, aber
nicht das Projekt.
NÄCHSTE SCHRITTE IM DUID
Da die DUID Phase in diesem Projekt lediglich initiiert wurde, müssen zwingend
weitere Arbeiten durchgeführt werden. Dies beinhaltet das pixelgenaue Detaildesign der Subnavigation und der Filterung sowie der Eingabemasken und
Bedienelemente.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Systematik und das Design der skalierbaren
Kalenderansichten mit den dazugehörigen responsiven Rundgangselementen.
Zusammen mit dem Kunden könnte ein Farbkonzept definiert werden. Idealerweise wäre dieses flexiblel gestaltet, um es für andere Institutionen personalisieren zu können.
Diese Punkte müssten wiederum mit den Benutzern iterativ evaluiert und im
Style Guide festgehalten werden.
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8. ABSCHLUSS
8.1 ERREICHTE ERGEBNISSE
PLANUNGSPROZESS KONNTE OPTIMIERT WERDEN
Die angestrebte „Einfache und optimierte Rundgangsplanungslösung“ konnte
als Prototyp erstellt, iterativ überarbeitet und getestet werden. Die neue Lösung
deckt den vollständigen Rundgangsplanungsprozess ab und agiert als zentrales Modul zur Erstellung und Verwaltung der Rundgänge. Verschiedene Schnittstellen wurden im Prototyp simulativ integriert.
Nach heutigem Kenntnisstand könnte die Lösung bei allen Rundgangsorganisationen in der Schweiz eingesetzt werden.
Integrierte Applikation steigert die Effizienz
Durch die Integration des Planungsprozesses in eine einzige Lösung konnten
die Medienbrüche eliminiert werden. Die Kommunikation zwischen dem Planer,
Rundgangsleitung und den Schauspielern wird durch den SL-Planer abgedeckt.
Damit wurde die Effizienz bei der Rundgangsplanung erhöht.
Die optionale Möglichkeit der selbstständigen Verwaltung der Absenzen von
Rundgangsleiter und Schauspieler eröffnet dem Auftraggeber ein massives Potential zur Effizensteigerung.
Neu wird die Datenbank der Kunden und Ressourcen als Bestandteil der Lösung
angeboten, um die Kalenderdarstellung möglichst vollständig mit allen wichtigen Angaben der entsprechenden Kunden oder Ressourcen anzureichern.
Signifikant bessere Übersicht
Mit den unterschiedlichen Kalenderansichten deckt der SL-Planer die individuellen Bedürfnisse der Planer an die generelle Übersicht ab. Alle abzuarbeitenden Aufgaben werden im Dashboard abgebildet, Rundgangsstatus sind im
Dashboard und den Kalenderansichten jederzeit ersichtlich.
Durch Symbolik wird die Sichtbarkeit und Verständlichkeit der Status weiter
verbessert.
Der Benutzer beherrscht das System, nicht mehr umgekehrt.
Benutzerunterstützung reduziert Fehleranfälligkeit
Durch die Verknüpfung der verschiedenen Elemente der Rundgangsplanung
kennt das System die Abhängigkeiten und kann beispielsweise bei Fehleingaben „intelligent“ reagieren. Automatischer Versand spezifischer Anfragen oder
direktes Prüfen der Sperrzeiten während der Erstellung reduzieren die Fehlerquote. Das System unterstützt den Benutzer und leistet ihm die nötigen Hilfestellungen. Durch weitere Automatisierungen wird die Fehleranfälligkeit stark
verkleinert.
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PROJEKTZIELE WURDEN ERREICHT
Die Projektziele (Tab 07) wurden vollständig erreicht. Aufgrund der umfangreichen Requirements Analysis Phase konnten die Anforderungen sogar ausserhalb von StattLand erfolgreich erhoben werden.
Die komplexe Problematik der Verknüpfungen im Kalender konnte erfolgreich
im GUI vereinfacht dargestellt und evaluiert werden.
Projektziele und Begründung
Übersichtliche Darstellung der Rundgänge im Kalenderkontext
oo Alle Probanden fanden sich im Planer sehr schnell zurecht
oo Repräsentationen der Rundgänge wurden erkannt und sehr positiv aufgenommen
oo Handling der Rundgänge (Drag and Drop, Doppelklick etc.) erfolgreich evaluiert
Einfaches Handling von Kalender- und Datumeingaben
oo Eingabe während der Tests von den Probanden problemlos
oo Automatisierte Eingabefelder bei der Erstellung der Rundgänge mittels Drag and Drop Funktion
positiv bewertet
Planung von Rundgängen und der zugehörigen Eingabe
oo Optimierte Eingabemaske konnte von den Probanden fehlerfrei eingefüllt werden
oo Benutzerunterstützung während der Eingabe sehr positiv bewertet
Optimierter Planungsablauf innerhalb einer integrierten Anwendung
Erstellung der Interface Design Grundlagen
oo CM und Screen Design Standards erstellt und dokumentiert
Detaillierung des Designs in spezifischen Bereichen
oo DUID (erste Iteration) erstellt und dokumentiert
oo Patterns und Statusanzeigen im Detail erstellt und evaluiert
Benutzerzentriertes Vorgehen
oo UCD-Vorgehen, siehe Kapitel 3, „Vorgehen und Methodik“
Analyse und Definition der Benutzergruppen für das Planungssystem
oo Ethnografische Interviews in Form von Contextual Inquiries durchgeführt
oo Benutzergruppen in Form von Persona dokumentiert, s. Kapitel 4.3 „Persona vom SL-Planer“
Tab 07) Auswertung der bei Projektbeginn gesetzten Ziele
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LIEFEROBJEKTE SIND DOKUMENTIERT
Während dieser Arbeit wurden sämtliche vorgesehen Lieferobjekte erarbeitet
und im Style Guide zusammengefasst. Der Style Guide enthält die für die Entwicklung relevanten Resultate bis zum heutigen Entwicklungstand.
Als einzige Ausnahme sind die Interaction Patterns im heutigen Stand noch
nicht detailliert dokumentiert.
SL-PLANER BESTEHT DIE KONKURRENZANALYSE
Anhand der erarbeiteten Kriterien der Konkurrenzanalyse wurde der SL-Planer
am Schluss dieser Arbeit bewertet. Die Nachvollziehbarkeit der Bewertungen
ist mit der Evaluationsdokumentation gewährleistet und das Resultat lässt sich
mit den Usabilityzielen erklären. Die Bewertung ist nicht vollständig empirisch
belegbar, da der Vergleich eines eigenhändig produzierten Prototyps mit einem
fertigen Produkt aus der Konkurrenzanalyse problematisch ist. Das Resultat
kann jedoch in der folgenden Tabelle 08 grob aufgezeigt werden:
Kriterien
schlecht genügend
gut
sehr gut
Bedienbarkeit (Funktionsaufbau, Funktionsübersicht)
Erlernbarkeit (Verständlichkeit, Konsistenz, Affordanz)
Design (Farben, Typografie, Bilder, Gestaltung)
Hilfestellungen (Systemunterstützung, Hilfsmittel)
Effizienz (Neuerfassung, Verwaltung)
Planungsübersicht (Verständlichkeit, Vollständigkeit)
Tab 08) Auswertung des SL-Planers nach Kriterien der Konkurrenzanalyse
Der Erlernbarkeit wird bei der Bewertung wenig Wichtigkeit beigemessen. Trotzdem konnte die Applikation von den Probanden nach kurzer Einführung selbstständig bedient werden.
Die Effizienz kann mit der gegenwärtigen Funktionalität des Prototypen noch
nicht objektiv gemessen werden. Durch das positive Feedback der Probanden
und das Wegfallen der Medienbrüche kann aber bereits guten Gewissens die
Note „gut“ gegeben werden.
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8.2 ERKENNTNISSE
ANPASSUNG DES PROTOTYPEN AN DIE PROBLEMSTELLUNG
Die Ausarbeitungstiefe des Prototypen muss der Problemstellung angepasst
sein. Die Evaluation der Arbeitsabläufe ist mit einfachen Sketches möglich.
Während deren Evaluation konnte die Affordanz einzelner GUI Elemente und
spezifischer Funktionen noch nicht beurteilt werden. Die gewählte PrototypingApplikation ermöglichte es, mit einer Wireframe-ähnlichen Struktur zu beginnen sowie das Design laufend zu verfeinern.
KONDITIONIERTE VERHALTENSWEISEN BEHINDERN INNOVATION
Die erstellte These, dass eine alternative, flexible Kalenderansicht Zeit spart
und zu mehr Übersicht verhilft, hatte es in sich. Wie vermutet, steht das mentale
Modell der Benutzer wegen jahrzehntelanger Konditionierung mit klassischen
Kalendern einer neuartigen Lösung im Weg.
Die Repräsentation der wochen- und monatsweise zerstückelten Jahresansicht
stammt aus dem mechanischen Zeitalter. Gewohnheiten der Benutzer sind in
diesem Projekt nicht zum ersten Mal innovationsbehindernd aufgefallen.
Bei den Evaluationen wurde bei vielen Probanden ähnliche Aussagen festgestellt: „Ich finde die (alternative) Ansicht übersichtlich und sehr praktisch, würde aber doch lieber zur gewohnten (z.B. Outlook) wechseln.“
Aufgrund der Limitationen von Prototyper und Zeitbudget konnte die andersartige Ansicht nicht voll funktional umgesetzt werden. Vermutlich wäre das Urteil
der Probanden anders ausgefallen, wenn sich die Funktionalität testen liesse.
Ebenso lässt sich eine allfällige Zeitersparnis im Planungsablauf erst mit implementierter Funktionalität messen.
ANTIZIPIERUNG DER PROBANDEN BEI „KLASSISCHEN“ PATTERNS
Im Gegensatz zu oben beschriebenen Problemen bei ungewohnten Interaktionsmodellen hatten die Probanden keine Mühe damit, innert kürzester Zeit alle
Funktionalitäten korrekt zu interpretieren.
Schon beim Papierprototypen vertieften sie sich ins Interface und antizipierten
die meisten Elemente. Dies kann als doppelter Erfolg gebucht werden; Einerseits waren offensichtlich alle nötigen Elemente richtig abgebildet und andererseits wurde der Papierprototyp trotz rudimentärer Darstellung wie selbstverständlich als digitale Benutzerschnittstelle behandelt.
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8.3 REFLEXION
VORGEHENS- UND METHODENREFLEXION
Was sind „Vorgehensmodelle“?
Wie der Name schon beschreibt, sind Modelle eine Art „Bauplan“ oder „Vorgehensplan“ für ein Vorhaben. Das Rahmenwerk von Mayhew war deshalb das
Reissbrett, auf dessen Basis gebaut wurde und an dem man sich nach Bedarf
festhalten konnte. Wichtig war auch, dass man sich an jedem Punkt Gedanken
macht über den Status der Arbeit und den Verbindungen und Konsequenzen auf
andere Arbeitsschritte und-produkte. Der flexible Umgang mit dem Modell, mit
Ergänzungen, zusätzlichen Iterationen an Knackpunkten, oder „Shortcuts“ nach
Bedarf, hat sich bewährt.
Die gewählte Basis von Mayhew wirkte unterstützend auf die Projektplanung.
Lessons learned:
Vorgehensmodelle sind Bausätze, die methodisch ergänzt und interpretiert
werden können. Der „Usability Engineering Lifecycle“ eignet sich sehr gut dazu.
Erfolgreiche Planung übers ganze Projekt, aber...
Vordefinierte Zeitspannen und Enddaten für die Requirements Analysis und die
Aufteilung der Designphase in die drei Levels waren hilfreich.
Die einzelnen Phasen hingegen mussten jedoch nicht sehr detailliert geplant
werden, da Mayhew mit einem klar strukturierten Prozess unterstützt.
Die RE-Phase beinhaltete zusätzliche CI‘s bei anderen Rundgangsanbietern,
die wichtig und aufschlussreich waren. In der Planung war dies problemlos,
jedoch häuften sich damit ungeahnte Informationsmengen, die den späteren
ID-Prozess beeinflussten. Es entstand dadurch die Tendenz, viele Arbeiten detaillierter anzugehen. In der vorliegenden Schrift schlägt sich die Menge der Informationen auch nieder.
Das Projektteam hatte in bisherigen Projekten keinen Übergang ins DUID nach
Mayhew durchgeführt. Aus diesem Grunde wurde daran festgehalten, trotzdem
erste Arbeiten durchzuführen, obwohl aus Planungssicht darauf verzichtet hätte werden müssen. Ein zusätzlicher Grund war die Erkenntnis, dass viele wichtige Feedbacks zum GUI und zum Ablauf erst mit Detaildesign abgeholt werden
konnten.
Lessons learned:
Entweder viel Zeit für Detaildesignprobleme einplanen oder konsequent die
Flughöhe im oberen Bereich behalten. Innovation benötigt viel Zeit.
Risiken ständig im Blick
Viele der bei Projektbeginn erfassten Risiken sind während der Arbeit aufgetreten. Dank der vordefinierten Gegenmassnahmen konnten diese umgehend
eliminiert werden, so dass kein Rückstand im Projekt entstand. Neue Risiken
sind nicht aufgetreten.
Es sind kaum menschliche Risiken dokumentiert worden, und das war ein Vor-
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teil. Dies hat aus Sicht des Projektteams damit zu tun, dass die Mitarbeitenden
von StattLand und den anderen Rundgangsanbietern keine direkt vergleichbare
Software im Einsatz haben, diese aber für die tägliche Arbeit dringend nötig ist.
Lessons learned:
Der Aufwand für die Definition der Risiken (inklusive Gegenmassnahmen) lohnt
sich, um bei Eintreffen sofort richtig reagieren zu können.
Ethnografische Interviews: Thematik und Benutzer kennenlernen
Die Ausweitung der CIs auf andere Stadtrundgangsanbieter erwies sich als voller Erfolg. Es konnten zusätzliche Fragen geklärt und gemeinsame Anforderungen an die zukünftige Anwendung gesammelt werden.
Nach der anfänglichen Zurückhaltung gegenüber dem Projekt erwarteten die
CI- Partner schliesslich gespannt unseren Prototypen. So wurden für die Evaluation schnell und einfach Termine gefunden. Die Benutzerrückmeldungen fielen
sehr gut aus. Die beteiligten Personen waren gegenüber dem Projekt und dem
SL-Planer positiv eingestellt. Die gekürzte Variante auf ungefähr eine Stunde
plus anschliessendes Interview hat sich bewährt.
Lessons learned:
Auch bei gekürzten CI‘s ist bei richtiger Durchführung die gesammelte Informationsmenge enorm. Auch hier empfiehlt es sich, die Flughöhe zu behalten und
gut zu Filtern, bzw. ein sinnvolles Konzentrat zu generieren. Ein „Management
Summary“ einzelner und aller CI‘s hat sich sehr bewährt.
Szenarien sind die ersten Prototypen...
...zuerst im Kopf, dann auf dem Papier. Den zukünftigen Planungsablauf mit den
Szenarien für jedermann verständlich zu beschreiben, im Team zu diskutieren
und das gemeinsame Verständnis zu finden, macht nicht nur Sinn, sondern
auch Spass.
Die Szenarien dienten erfolgreich als Gedankenstütze für die prototypisierte
Anwendung und als Basis zum Erstellen der Sketches.
Lessons learned:
Unabdingbar. Die Szenarien begleiteten durch das ganze Projekt hindurch.
Sketches sollten nicht unterschätzt werden
Erste Skizzen mit Papier und Stift zu erstellen, löst immer wieder einen faszinierenden Prozess aus, der in vorliegendem Fall für das Modellieren konzeptioneller Modelle unverzichtbar war. Die Vorstellungen konnten innerhalb des
Teams präsentiert und anschliessend besprochen werden. Spätestens ab diesem Zeitpunkt hatten alle Projektmitglieder eine sehr ähnliche Vorstellung der
zukünftigen Applikation. Sketching ist eine der effizientesten (und am häufigsten unterschätzte) Methode.
Auch mit mittlerem Detaillierungsgrad konnten mit den Papierprototypen bereits erste aufschlussreiche Evaluationen durchgeführt werden.
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Lessons learned:
Nicht alle Details und Patterns können in Sketches abgebildet und getestet
werden. Sketches sollten daher eher für Konzepte und Ablauftests eingesetzt
werden und, falls notwendig, rasch in interaktionsfähige Prototypen übergehen.
Auch der Prototyp soll skalierbar sein
Die Suche und Auswahl der passenden Prototyping-Applikation wurde als Risiko festgehalten. Tatsächlich kann es aufwändig werden, in der Menge der Angebote die Richtige zu finden. Mit Hilfe einer kleinen Anforderungsliste an die
Applikation konnte rasch eine Lösung mit umfangreichen Features gefunden
werden. Die offene Struktur ermöglichte das laufende Skalieren der Fidelity. Der
Justinmind Prototyper (Pro Edition) ist deshalb empfehlenswert.
Lessons learned:
Es ist viel sinnvoller, zwei bis drei Prototyper immer wieder anzuwenden und
deshalb gut zu beherrschen, als jedes Mal von Neuem den geeignetsten zu
suchen.
Sehr flüssiger Workflow
Das Dateimanagement, die Software und die Versionierungen wurden im Voraus
definiert und bewährten sich ohne Ausnahme bis zum Schluss:
Dokumente wurden teilweise kollaborativ auf GoogleDocs erarbeitet und beim
Endstand in zuvor definierte InDesign-Templates eingefüllt. Die eigentliche Dateiablage war auf DropBox immer aktuell und wurde wöchentlich gesichert. Insbesondere der Zugriff des Prototypers auf DropBox ermöglichte die dynamische
Fidelity-Anpassung des Prototypen-Designs.
Lessons learned:
Es lohnt sich, die Stärken von Plattformen und Applikationen gezielt und geplant zu kombinieren. Dieser Workflow würde heute vom Team genau gleich wieder angewendet.
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TEAMREFLEXION
Gerne erinnern wir uns alle an die Woche bei Raclette und Wein in den Walliser
Alpen. Ohne Internetverbindung, dafür mit frischer Luft und Sonne. Es wurde
veritables „Team Building“ betrieben und gleichzeitig die Grundstruktur des Berichts erarbeitet.
Das HCID-Studium baut auf interdisziplinärer Teamarbeit auf. Die aus der Konstellation von Entwicklerin, Projektleiter und Grafiker entstandenen unterschiedliche Ansprüche und Gesichtspunkte waren deshalb normal. Diese konnten schnell und zielgerichtet diskutiert und auf den Punkt gebracht werden. Die
vorgängig klar definierte Planung und Struktur unterstützte die gut funktionierende Zusammenarbeit.
Reagieren auf wachsende Komplexität
Bei allen wurde das Engagement laufend grösser, je weiter das Projekt fortschritt. Die Thematik war viel spannender als ursprünglich angenommen. Während der Requirements Analyse wurde uns spätestens klar, dass die Komplexität und Abhängigkeit von Kalender und Rundgang grösser ist als erwartet.
Hoher Anspruch spielt gegen die Zeit
Wir konnten es nicht lassen, die vielen Detailprobleme trotz anderer Planung
anzugehen. Die ersten Evaluationen konnten wenige Erkenntnisse über Statusanzeigen und Interaktionspatterns liefern. Die zusätzlichen Iterationen lohnten
sich sehr für das Produkt, belasteten jedoch das Zeitbudget. Die Motivation war
sehr hoch – wir entschieden uns für die Produktequalität!
Gut Ding will Weile haben
Research und CM-Modelling einer alternativen Kalenderansicht gestaltete sich
äusserst spannend und dort wurde viel Zeit und Herzblut investiert. Diese Herausforderung konnte leider trotzdem nur am Rande angenommen werden. Das
ganze drohte, die Termine zu sprengen. Die grosse Frage, wie Innovation den bereits konditionierten Gewohnheiten und mentalen Modellen der Benutzer begegnen soll, liess uns nicht mehr los und beschäftigte uns auch in der Freizeit.
Komplexes Produkt geschaffen
Durch die profunde RE-Phase und vorausschauende Arbeitsplanung konnte in
verhältnismässig kurzer Zeit ein Prototyp mit grossem Funktionsumfang und
einigen detaillierten Designelementen erstellt werden.
Wie die Probanden darauf reagierten und damit interagierten, war für uns ein
sehr befriedigendes Erlebnis.
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NATALIE
Die Masterarbeit war eine sehr gute Arbeit, um das Gelernte der vergangenen
zwei Jahre in der Praxis anzuwenden. Vor allem die komplette Erarbeitung und
Erreichung der Ziele mittels Mayhew war ein Highlight.
Es war interessant und abwechslungsreich, etwas „Branchenfremdes“ durchzuführen, da die zwei Praxisprojekte für meinen Arbeitgeber erstellt wurden.
Die angewandte UCD Methode, Contextual Inquiry, eignet sich daher sehr gut,
ein unbekanntes Umfeld schnell kennen zu lernen. Mit dieser Methode konnte
zielgerichtet das benötigte Wissen zu Rundgang und deren Planern in Erfahrung
gebracht und anschliessend eine benutzerzentrierte Lösung erarbeitet werden.
Der Workshop im Wallis zeigte mir auf, dass es effizienter ist, mehrere Tag hintereinander am Projekt zu arbeiten. Wenn man sich alle zwei Wochen trifft, wird
mehr Zeit benötigt, bis man wieder im Arbeitsrhythmus ist.
Bei drei gleich starken Individuen ist es manchmal schwierig auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Es fanden zum Teil intensive und längere Diskussionen statt. Diese waren aber nötig, damit man auf einen gemeinsamen Nenner
kam. Sie brachten ausserdem wertvolle und unterschiedliche Ansichten in die
Arbeit. Die Zusammenarbeit hat sehr gut funktioniert und hat ebenso viel Spass
bereitet. Daher ein grosses Merci von meiner Seite an Oli und Urs.
OLIVER
Begeistert, in Form dieser Masterarbeit einen Beitrag für den Verein StattLand
zu leisten, habe ich mich zu Beginn der Arbeit in die Welt der Stadtrundgänge begeben. Die Teilnahme an Stadtführungen von StattLand vermittelten mir
einen ersten Eindruck in die tägliche Arbeit des Vereins und zeigten mir neue
Facetten meiner Heimatstadt Bern. Durch mein neu erlangtes Wissen über die
Geschichte und die kulturellen Hintergründe der Stadt Bern, enden Spaziergänge mit meiner Freundin durch die Berner Altstadt nicht selten in einer kleinen
Stadtführung.
Die Rundgangsplanung erwies sich schnell komplexer als erwartet. Insbesondere überraschte mich die Vielschichtigkeit der Fragestellungen im Bereich der
visuellen Darstellung, Status- und Meldungsanzeigen der Rundgänge.
Obwohl wir die These der alternativen Kalenderansicht noch nicht bestätigen
konnten, war die Erarbeitung der Resultate eine hoch spannende Angelegenheit.
Durch die lösungsorientierte Zusammenarbeit im Team, die humorvolle Herangehensweise und das grosse Engagement aller Beteiligten konnten wir uns
gegenseitig motivieren. Es gelang uns, die unterschiedlichen Meinungen und
Ansichten zu kombinieren, um eine gemeinsame Lösung zu entwickeln. Designprozesse für kreative und innovative Lösungen beanspruchen Zeit und fordern
von allen Beteiligten viel Geduld, Akzeptanz und Kritikfähigkeit.
Die gemeinsame Zeit mit Odi und Natalie habe ich sehr genossen. Besonders
die gemeinsamen Tage in den Bergen bleiben mir in guter Erinnerung. Merci:-)
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URS
Die Domäne der Rundgangsplanung wirkt auf den ersten Blick banal. Ein paar
Kalender mit Daten verknüpfen – et voilà!
Der Teufel steckt aber, wie so oft, in den Details. Diese richtig zu gewichten ist
mitunter eine der grössten Herausforderungen. In einem Team ohne Hierarchie
können solche Entscheidungen zum langwierigen Prozess werden. Hingegen
ist bei einem performenden Team die entstehende Dynamik unglaublich ansteckend und motivierend.
„Teuflische“ Details können aber auch zu Innovation führen; das Erforschen
mentaler Modelle und konditionierter Verhaltensweisen wurde mit der Zeit eine
eigene, faszinierende Disziplin. Entsprechend liesse sich über das Thema der
alternativen Kalenderansicht eine eigene Forschungsarbeit schreiben.
Es ist ein gutes Gefühl, wenn aus Informationsfragmenten Ideen modelliert
werden, die sich dann nach verdichten und schliesslich zu einem Ganzen zusammenfügen lassen.
Und es macht Spass, die Menschen kennen zu lernen, die das System später
benutzen werden, ihre Probleme zu analysieren, um mit den richtigen Methoden
eine auf sie zugeschnittene Applikation zu entwickeln.
Ein Schlüsselerlebnis beim benutzerzentrierten Entwickeln ist immer wieder
der Moment, an dem der Benutzer zum ersten Mal mit einem visuell ausgearbeiteten Prototypen konfrontiert wird. Und dann seine Freude zu sehen, wenn er
realisiert, dass seine Anforderungen richtig erkannt und umgesetzt wurden, ist
die schönste Validierung.
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8.4 SCHLUSSFOLGERUNG
Die Freude am Endprodukt ist gross. Nicht nur beim Auftraggeber oder im Projektteam. Auch andere Rundgangsorganisationen möchten lieber heute als
morgen mit dem neuen Planer arbeiten.
Die gewählte Herangehensweise und die eingesetzten Methoden haben zu einem sehr zufriedenstellenden Ergebnis geführt.
Das Projektteam würde ähnliche Arbeiten erneut so durchführen. Mit einer guten Basis eines Vorgehensmodells wie Mayhew und je nach Aufgabe ergänzt mit
diversen Hilfsmitteln aus der UCD-„Werkzeugkiste“.
Nach Bedarf kann strikter oder weniger genau nach vorgegebenen Modellen gearbeitet werden.
Richtig eingesetzt, ist es beeindruckend, was diese Werkzeuge für das Benutzerzentrierte Entwickeln ermöglichen, und welchen Einfluss UCD auf die
Benutzerakzeptanz nehmen kann. Hierzu nochmals das schönste Zitat aus der
Projektphase:
(Frédéric Pothier, Leiter von Guided Tours und Vizedirektor Basel Tourismus)
„Ihr habt unsere Anforderungen mit nur einem Treffen verstanden und präziser umgesetzt als andere innerhalb eines halben
Jahres Entwicklung“
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8.5 NUTZEN FÜR DEN AUFTRAGGEBER
StattLand erhält eine umfangreiche „Auslegeordnung“ über seine eigene Struktur und die Abläufe bei der Planung.
Durch die Analyse lassen sich möglicherweis Verbesserungen im internen Planungsablauf aufzeigen. Das konzeptionelle Modell und die Screen Design Standards sind bereits evaluiert und können von StattLand direkt verwendet werden.
MATERIAL FÜR DEN STARTSCHUSS: STYLE GUIDE
StattLand erhält den vorbereiteten Style Guide, der allenfalls finalisiert werden
kann. Der Style Guide enthält unter Anderem:
oo
oo
oo
oo
oo
oo
oo
Dokumentation und Auswertung der CI‘s und Interviews
Anforderungsliste
Benutzergruppen, definiert als Persona
Ist- und Soll-Szenarien
Mockups und Beschreibung des konzeptionellen Modells
Screen Design Standards
Detaillierte Designstudien, inkl. verschiedene Elemente der Statusanzeige
BASIS FÜR EIN PFLICHTENHEFT
Mit den Artefakten und Ergebnissen im Style Guide erhält StattLand eine Basis,
um die Entwicklung mit einem Software Entwickler zu starten, bzw. ein Pflichtenheft für eine Offertenrunde zu erstellen.
ZUSAMMENARBEIT MIT ANDEREN ORGANISATIONEN
Mit der Dokumentation besitzt StattLand ein bereits bei anderen Rundgangsanbietern evaluiertes Konzept, welches für weitere Gespräche einer möglichen
Zusammenarbeit oder einer gemeinschaftlichen Entwicklung sehr hilfreich
sein kann.
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8.6 EMPFEHLUNGEN FÜR DEN AUFTRAGGEBER
ANALYSE DER BEDÜRFNISSE DER PROTOPERSONA
Die Benutzergruppen der Protopersona (Rundgangsleiter und Schauspieler)
wurden in dieser Analyse nur am Rande betrachtet. Deren genaue Anforderungen an die Kalenderansicht, das Benachrichtigungsystem und die Verwaltung
der Absenzen müssen in einer nächsten Phase, idealerweise mit einem identischen UCD-Vorgehen, erhoben werden.
ZUSAMMENARBEIT ANSTREBEN
Das Bedürfnis für ein optimiertes Planungsystem besteht bei allen betrachteten
Rundgangsorganisationen. Die finanziellen Mittel der Organisationen sind beschränkt. Eine enge Zusammenarbeit bei einer allfälligen Umsetzung ist empfehlenswert, um die Entwicklungskosten auf mehrere Institutionen zu verteilen.
DESIGN WEITER VERFEINERN
Die DUID Phase wurde im Rahmen dieser Arbeit nicht abgeschlossen. Ein erster
Schritt sollte die Vervollständigung dieser Phase sein. Dies ist nötig, um letzte
Details rund um Statusanzeigen und kleine Interaktionspatterns zu klären.
ALTERNATIVE KALENDERANSICHT
Es wäre lohnenswert, das Konzept der alternativen Kalenderansicht weiter zu
verfolgen. In einem nächsten Schritt muss der volle Funktionsumfang mit einem
Prototyp abgedeckt werden, so dass weiterführende Evaluationen mit den Endbenutzern durchgeführt werden können.
ANPASSUNG DES HEUTIGEN PLANUNGSABLAUFS
Durch die eigenständige Verwaltung der Verfügbarkeiten durch die Rundgangsleiter und Schauspieler kann der Aufwand für die Planer und die Durchlaufszeit
der Kundenbuchungen um ein vielfaches reduziert werden. Ein solcher Paradigmawechsel ist nicht von heute auf morgen umsetzbar, aber würde für alle
Beteilligten grosse Vorteile bringen.
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DANKE!
Wir danken StattLand für die hoch interessante Aufgabenstellung und den unkomplizerten, umfangreichen Informationstransfer sowie die investierte Zeit
für Interviews und Evaluationen: Regula Nussbaum, Susanne Rieben, Stefanie
Summermatter, Anic Heiz, Alexander Zehr, der das ganze vermittelte, und natürlich dem Geschäftsleiter und Ansprechspartner Adrian Schild.
Ein grosser Dank geht an die verschiedenen Rundgangsorganisationen, bei denen wir ergänzend wichtige Erkenntnisse einholen durften: Tourismus Thun mit
Corinne Lüthi, Tourismus Bern mit Claudia Tröhler, Tourismus Zürich für das Telefoninterview, dem Guided Tours Basel Team um Alexandra Auci, Sereina Blumer, Damaris Wiedmer, Daniele Teotino und Frédéric Pothier für die investierte
Zeit und das überaus motivierende Feedback.
Ein grosses bärndütsches „Messi“ an unseren Coach Toni Steimle für die Unterstützung, die vielen präzisen Inputs und seine inspirierende und ansteckende
Art, UCD zu leben.
Nicht genug bedanken können wir uns bei unseren Partnerinnen, unseren Kindern und Freunden für ihre grosse Geduld sowie das Kinderhüten.
„Danke“ schreiben wir auch unseren Lektorinnen und Lektoren Daniel Rosenkranz, Thomas Spirgi, Julia Grommas und Manuel Schüpbach für die Unterstützung beim Gegenlesen.
Last but not least danken wir kong für die Gastfreundschaft, die angenehmen
Arbeitsplätze, den Toner und den vielen Kaffee.
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9. VERZEICHNISSE UND LISTEN
GLOSSAR
Begriff
Erklärung
Affordanz
Angebotscharakter ist die von einem Gegenstand – offensichtlich vorhandene oder
tatsächlich gegebene – angebotene Gebrauchseigenschaft für Subjekte
Calls to Action
Ein „Aufruf zum Handeln“ kurz CTA, ist ein Banner, Button, oder irgendeine Art von Grafik oder Text auf einer Webseite, das den Benutzer auffordern soll, darauf zu klicken.
Dashboard
Übersicht von den zu bearbeitenden Rundgängen/Tasks
Drag and Drop
Drag and Drop, deutsch „Ziehen und Ablegen“ ist eine Methode zur Bedienung grafischer Benutzeroberflächen von Rechnern durch das Bewegen grafischer Elemente
mittels eines Zeigegerätes
Dropdown
Eine Dropdown-Listenfeld (von englisch to drop down ‚herunterfallen‘) ist ein Steuerelement einer grafischen Benutzeroberfläche, mit dem ein Benutzer einen Wert aus einer
vorgegebenen Liste von Werten auswählen kann.
Entlastungsrundgang
Ein zusätzlicher Rundgang infolge zu vieler Teilnehmer (bei StattLand ca. ab 25-30
Teilnehmern)
Fat Client
Ein Fat Client ist ein vollwertig ausgestatteter, leistungsfähiger Desktop-Computer mit
ausreichender Rechenkapazität, Plattenspeicher, Disketten- und CD-ROM-Laufwerken
sowie leistungsstarken Grafikkarten.
Fundraising
Mittelbeschaffung in Form von Geld, Sach- oder Dienstleistungen
Goal
Ziel. Dies können Benutzer-, Projekt- oder Geschäftsziele sein.
Guide
Rundgangsleiter bzw. Stadtführungsleiter
GUI
Grafische Benutzerschnittstelle
HCID
Human Computer Interaction Design
Hover
Informationsfenster, das bei längerem Verweilen des Cursors an derselben Stelle
erscheint
ID
Interaction Design
Light Box
JavaScript Technologie, beschreibt Darstellung von überlagernden modalen Dialogen
MAS
Master of Advanced Studies
Planer
Primäre Persona
Prototyper
Prototyping Applikation
RE
Requirements Engineering
RGL
Abkürzung für Rundgangsleiter
SL-Planer
Planungslösung /-applikation StattLand
Sperrzeiten
Rundgang
Zeitspanne an welcher kein Rundgang stattfinden (z.B. Kirchenläuten, Zibelemärit,
Frauenlauf etc.)
Sperrzeiten RGL/
SSP
Reisezeit von einem Rundgang zum anderen inkl. Pause
SSP
Abkürzung für Schauspieler
StattLand
Stadtrundgangsorganisation in Bern und Auftraggeber dieser Masterarbeit
Task
abzuarbeitende Aufgaben
Type Ahead
Während der Eingabe in ein Suchfeld werden laufend passende Resultate gezeigt
UCD
User Centered Design
UX
User Experience / Nutzererfahrung / Nutzererlebnis
Tab 09) Liste der verwendeten Fachbegriffe
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QUELLEN & LITERATUR
1. Kreisler Benjamin (2005):„Strategische Planung als Konstruktion von Wirklichkeit“, Diplomarbeit, Universität Klagenfurt,
S.90
2. Mayhew Deborah J. (2010): „The usability engineering lifecycle. A practitioner‘s handbook for user interface design“. Morgan
Kaufmann Publishers, San Francisco
3. Garrett Jesse James (2012): „Die Elemente der User Experiance - Anwenderzentiertes (Web-) Design“. Adison-Wesley Verlag,
München
4. WM-data AB & Ericsson Radio Systems AB (2000): „Delta Method“ (nicht in Buchform & nicht mehr online verfügbar)
5. Cooper Alain, Reimann Robert & Cronin David (2010): „About Face - Interface und Interaction Design“. mitp, Verlagsgruppe
Hüthig Jehle Rehm GmbH, Heidelberg. S.47-55
6. Beyer Hugh & Holtzblatt Karen (1998): „Contextual Design: Defining Customer-Centered Systems“. Academic Press/Morgan
Kaufmann Publishers, San Francisco
7. Mayhew Deborah J. (2010): „The usability engineering lifecycle. A practitioner‘s handbook for user interface design“. Morgan
Kaufmann Publishers, San Francisco
8. Böhm Rolf (2000): Methoden und Techniken der System-Entwicklung. vdf Hochschulverlag AG, ETH Zürich
9. Cooper Alain, Reimann Robert & Cronin David (2010): „About Face - Interface und Interaction Design“. mitp, Verlagsgruppe
Hüthig Jehle Rehm GmbH, Heidelberg. S.100
10. Sarodnick Florian, Brau Henning (2011/2006): „Methoden der Usability Evaluation. Wissenschaftliche Grundlagen und
praktische Anwendungen“. Verlag Hans Huber, Bern. S.123
11. Beyer Hugh & Holtzblatt Karen (1998): „Contextual Design: Defining Customer-Centered Systems“. Academic Press/Morgan
Kaufmann Publishers, San Francisco
12. Mayhew Deborah J. (2010): „The usability engineering lifecycle. A practitioner‘s handbook for user interface design“. Morgan
Kaufmann Publishers, San Francisco. S. 35-65
13. Goodwin Kim & Cooper Alain (2009): „Designing for the Digital Age: How to Create Human-Centered Products and Services“.
Wiley Publishing, Inc, Indianapolis, Indiana. S.229-297
14. http://uxmag.com/articles/using-proto-personas-for-executive-alignment
15. Richter Michael, Flückiger Markus (2007): „Usability Engineering kompakt. Benutzbare Software gezielt entwickeln“.
Spektrum Akademischer Verlag, Elsevier GmbH, München. S.43-48
16. Wixon Dennis & Wilson Chauncey (1997):„Handbook of Human-Computer Interaction“, 2nd Edition, Elsevier Science B.V.,
Chapter 27, S.656
17. Quesenbery Whitney (2004): „Balancing the 5Es: Usability“ www.wqusability.com/articles/5es-citj0204.pdf, Cutter Information
LLC, Arlington, MA
18. Mayhew Deborah J. (2010): „The usability engineering lifecycle. A practitioner‘s handbook for user interface design“. Morgan
Kaufmann Publishers, San Francisco. S.126
19. Cooper Alain, Reimann Robert & Cronin David (2010): „About Face - Interface und Interaction Design“. mitp, Verlagsgruppe
Hüthig Jehle Rehm GmbH, Heidelberg. S. 66
20. Cooper Alain, Reimann Robert & Cronin David (2010): „About Face - Interface und Interaction Design“. mitp, Verlagsgruppe
Hüthig Jehle Rehm GmbH, Heidelberg. S.285-288
21. Sarodnick Florian, Brau Henning (2011/2006): „Methoden der Usability Evaluation. Wissenschaftliche Grundlagen und
praktische Anwendungen“. Verlag Hans Huber, Bern. S.24
22. Sarodnick Florian, Brau Henning (2011/2006): „Methoden der Usability Evaluation„ S.151
23. Mayhew Deborah J. (2010): „The usability engineering lifecycle. A practitioner‘s handbook for user interface design“. Morgan
Kaufmann Publishers, San Francisco. S.273-285
24. Lidwell William, Holden Kritina, Butler Jill (2004): „Design. Die 100 Prinzipien für erfolgreiche Gestaltung“. Stiebener Verlag
GmbH, München. S.46f
25. Mayhew Deborah J. (2010): „The usability engineering lifecycle“. S.67-121
26. Cooper Alain, Reimann Robert & Cronin David (2010): „About Face - Interface und Interaction Design“. mitp, Verlagsgruppe
Hüthig Jehle Rehm GmbH, Heidelberg. S.171ff
27. Warfel Todd Zaki (2009): „ Prototyping - A Practitioner‘s Guide“. Rosenfeld Media, Brooklyn, New York. S.15
28. Justinmind S.L., www.justinmind.com
29. Sarodnick Florian, Brau Henning (2011/2006): „Methoden der Usability Evaluation. Wissenschaftliche Grundlagen und
praktische Anwendungen“. Verlag Hans Huber, Bern. S.151-162
30. Moser Christian (2012): „User Experience Design. Mit erlebniszentrierter Softwareentwicklung zu Produkten, die begeistern“.
Springer-Verlag, Berlin Heidelberg S.226
31. Mayhew Deborah J. (2010): „The usability engineering lifecycle. A practitioner‘s handbook for user interface design“. Morgan
Kaufmann Publishers, San Francisco, S.131
32. Stanicek Petr (2002-2010): http://colorschemedesigner.com
MAS HCID 2014, StattLand Planer Applikation, Natalie Zurfluh-Siffert, Oliver Grimm, Urs Odermatt
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STATTLAND PLANER, MAS 2014
ABBILDUNGEN
9
Abb 01) Schauspieler und Rundgangsleiter von StattLand
10
Abb 02) Büro von Stattland mit Planer und der analogen Datenbank
13
Abb 03) Umfeld des Planers
17
Abb 04) laufend geschärfter Fokus während des Projekts sowie Abgrenzung
21
Abb 05) Usability Engineering Lifecycle nach Deborah Mayhew
25
Abb 06) Grob-Terminplan zu Projektbeginn
29
Abb 07) Buchungsdokumente im „Buchungsordner“
31
Abb 08) Rundgangsplanerin von Guided Tours Basel demonstriert Fehlermeldungen
34
Abb 09) Persona Erstellungsprozess
35
Abb 10) Übersicht der Persona vom SL-Planer
36
Abb 11) Primäre Persona „Rundgangsplaner“
38
Abb 12) Prozessvergleich zwischen verschiedenen Rundgangsanbietern
40
Abb 13) Use Case Diagramm des Rundgangplaner-Systems
43
Abb 14) Auszug aus der Anforderungsliste
45
Abb 15) Die Usability-Gewichtung des Systems, klassifiziert nach den 5-E Kriterien
47
Abb 16) Soll-Prozessmodell für den Planungsablauf
49
Abb 17) Conceptual Model mit funktionaler Übersicht in Form von möglichen Interaktionselementen
49
Abb 18) Scribble des Rundgangs als „Hauptdarsteller“
50
Abb 19) mechanisches Zeitalter vs. Informationszeitalter
51
Abb 20) Research: Kalender und Planer Repräsentationen
52
Abb 21) Komponenten für den Papierprototypen
53
Abb 22) Kombination der verschiedenen Elemente des CM
54
Abb 23) Alternative Listendarstellung des Planers
56
Abb 24) Applikationsaufbau und Grundstruktur
59
Abb 25) Auszug aus der SDS Liste
60
Abb 26) Definition der Screenbereiche
63
Abb 27) horizontale und vertikale Ausprägungen des Prototypen
64
Abb 28) Startmaske in der Wochenansicht
65
Abb 29) Prototyp mit Kalenderansichten, Erfassungsmasken und Hauptmenu
67
Abb 30) Öffnen der Eingabemaske in der Listenansicht
68
Abb 31) Darstellungsstudien der Dashboard-Elemente und Statusindikatoren
70
Abb 32) Systematik der Kalender- und Vergrösserungsabhängigen Rundgangsrepräsentation
72
Abb 33) Probandin von StattLand beim Testing
79
Abb 34) Erstes DUID-Design in der Übersicht
79
Abb 35) Piktogrammvorlagen
80
Abb 36) Evolution des Dashboards vom ersten interaktiven Prototypen bis zum aktuellen Stand
80
Abb 37) Bessere Unterscheidbarkeit der Status durch Zeichen und Formgebung
TABELLEN
15
Tab 01) Problemstellungen und Lösungsansätze
23
Tab 02) Zusammenfassung der angewandten Methoden
45
Tab 03) Liste der Usability Goals
59
Tab 04) Thesen aus der SDS Liste
76
Tab 05) Auswertung der Thesen
77
Tab 06) Erreichte qualitative und quantitative Usability Goals
83
Tab 07) Auswertung der bei Projektbeginn gesetzten Ziele
84
Tab 08) Auswertung des SL-Planers nach Kriterien der Konkurrenzanalyse
93
Tab 09) Glossar zum Verständnis der benutzten Terminologie
MAS HCID 2014, StattLand Planer Applikation, Natalie Zurfluh-Siffert, Oliver Grimm, Urs Odermatt
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STATTLAND PLANER, MAS 2014
10. ANHANG - STYLE GUIDE
Die Anhänge zur vorliegenden Arbeit sind im „SL-Style Guide“ dokumentiert.
Ein Style Guide im Sinne von Mayhew dient während des gesamten Entwicklungsprozesses des SL-Planers zur laufend aufdatierten Dokumentation von
Richtlinien und Designvorgaben der Usability des Produktes.
Solche Prozessdokumentationen erleichtern die Zusammenarbeit bei komplexeren Projekten, insbesondere in fortgeschrittenen Phasen, in denen bereits
entwickelt wird.
Im Rahmen dieser Masterarbeit wird der Style Guide nicht komplett fertiggestellt, enthält aber alle nötigen Anhänge und die wichtigsten Ergebnisse und
Auswertungen der Evaluationsphasen.
MAS HCID 2014, StattLand Planer Applikation, Natalie Zurfluh-Siffert, Oliver Grimm, Urs Odermatt
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