Ariston | PH 640 M IB | Show publication content!

“H STAHL UND EISFN
Geschäftsführer der
Nordwestlichen Gruppe
des Vereins deutscher
Eisen- und StahlIndustrieller.
H
I
I
0
M
Jm
*™ <8 « L
| y l
Jj
g
R »0
&
g
stellvertr. Geschäftsführer
des Vereins deutscher
Eisenhüttenleute.
ZEITSCHRIFT
FÜR DAS DEUTSCHE EISENHÜTTENWESEN.
Nr. 42.
16. O k to b e r 1913.
3 3 . Jahrgang.
Z ur Frage des Stickstoffs im Eisen.
V on C hefchem iker Dr. W . H e r w i g in D illin gen -S aar.
(Mitteilung aus der Chomikerkommission des Vereins deutscher Eisenhüttenleute.)
I
m L aboratorium der D illin ger H ü tten w erk e wurden au f Grund ch em isch er V ersuche die Ur­
sachen der B la sen b ild u n g v o n B lech en und die E in ­
wirkung des S tic k sto ffe s a u f die B lasen b ild u n g und
Dehnung des sch m ied b aren E isen s u n tersu ch t. D aran
anschließend wurde v e rsu c h t, die H erk u n ft des E isenstiek stoffesfestzu legen , um etw aige M ittel und W egezu
finden, seine sch ä d lich en W irk u n gen zu beseitigen.
E inleitend seien ein ige H in w e ise au f frühere
U ntersuchungen
des
E ise n stic k sto ffe s
g e sta tte t.
A lf r e d A l l e n * b e sc h ä ftig te sich als erster.m it der
B estim m ung des im E ise n g eb u n d en en S tic k sto ffe s;
auf die m ögliche A n w e se n h e it dieses K örpers im
Eisen war schon früher h in g ew ie se n w orden. A llen
w elcher gerade beim d ich ten S ta ld e im h oh en P ro ­
z en tsä tze a u ftr itt u n d nur aus dem S ta h le kom m en
k an n , w ar n ich t w eg zu leu g n en .“
Ob durch diese
B ohrversuche chem isch gebun dener, m ech anisch
ein gesch lossener oder im S ta h le g elöster S tic k sto ff
frei w urde, bleib e d a h in g estellt. F ü r den ersteren
sp richt die B e o b a c h tu n g M üllers, daß der dichtere
S ta h l die größere S tick sto ffm en g e ergab.
V on der A llen sch en S tiek -
sto ffb estim m u n g ausgehend,
b au te der S ch w ed e H j a l m a r
B r a u n e * eine n eue T heorie
des E ise n stic k sto ffe s m it vielen
beach ten sw erten E in zelh eiten
auf.
In sein en S ch lu ß folge­
rungen viel zu w eitg eh en d
— w o llte er doch sch o n den
V erk aufsw ert des E ise n s n ach
d em S tic k sto ffg e h a lt m itg e ­
regelt w issen — , k on n ten
m an ch e seiner B e h a u p tu n ­
gen vor einer g en au en N a ch ­
prüfung n ich t b estellen . **
Abbildung 1. Apparat zur Stickstoflbestimmung.
V erschiedene
M ale
w urde
überdies die v o n A llen e in ­
gelang es unter A n w en d u n g der K jeld ah lsch en Me­
geführte M ethode der S tic k sto ffb estim m u n g im
thode, den S tic k sto ff einer E iso n stick sto ffv erb in d u n g ,
E isen , die ein zige bis je tz t a n g ew a n d te, als n ic h t
die beim A u flösen des S ta h le s in verd ü n n ter Säure
einw andfrei angegriffen.
Ammoniak bildote, q u a n tita tiv zu bestim m en . Im
D ie K jeld ah lsch e M ethode w ird v o n u n s in n ach ­
Jahre 1882 v e rö ffe n tlic h te D r. Fr. C. G. M ü lle r * *
stehend er F orm a n gew an d t: 5 g Sp äne, durch A lkoh ol
eine R eihe b each ten sw erter U n tersu ch u n gen über
u nd A etlier sorgfältig e n tfe tte t, w erden in d em
die G asausscheidungen in S ta h lg ü ssen .
E r bohrte
K olb en a (vgl. A bb. 1) in der W eise g e lö st, daß m an
Stahlprobcn u n ter W asser an u n d fan d in ein em
erst ku rze Z eit m it 40 ccm d estilliertem W asser k o c h t
„porösen gesch m ied eten S ch ien en sta h l m it ab solu t
u nd dann 40 ccm S alzsäu re (1 ,1 2 4 ) z u se tzt. N ach
dichtem B ru ch e“ ein G asgem isch v o n 48,1 % S tic k ­
erfolgter L ösu ng lä ß t m an erk alten , g ib t ein ige
stoff und 5 2,2 % W asserstoff. M üller sa g te a n einer
Siedeperlen u n d 400 ccm d estilliertes W asser zu
■anderen S telle w örtlich:j- „ D er S tic k sto ff aber,
u n d v erb in d et den K olb en m it dem K u g ela u fsä tze c
durch einen g u t schließ en den G m m istopfen.
Im
* Journ. of the Iron and Steol Institute ISSO, Bd. I,
S. 189.
K ugelrohr d leg t m an 20 ccm einer ™ norm .
** St. u. E. 1882, N ov., S. 531; 1883, Febr., S. 79;
* St. 11. É. 1906, 15. N ov.. S. 1357.
vgl. weiter 1883, Aug., S. 143; 1884, Febr., S. 69; 1885,
** Vgl. die Untersuchungen von P o tr é n und G rab e.
Febr., S. 79.
St. u. E. 1907. 27. März, S- 472.
t St. u. E. 1882, N ov., S. 539.
XLII.»
220
1722
Stall! und Eisen.
Zur Frage des Stickstoffs im Eisen.
Sch w efelsäu re v or; dann lä ß t m an durch den T ropf­
trich ter b lan gsam so lan ge stick sto fffreie K alilau ge
1 .: 5 zu fließ en , bis der K o lb en in h a lt alkalisch ist.
N a ch d em m an d ie F lü ssig k eiten durch m ehrm aliges
S c h ü tte ln g u t g e m isch t h a t, erw ärm t m an un ter
ste ter B e o b a c h tu n g un d d estilliert schließ lich bis
zur F ü llu n g der sieb en ten K u gel der V orlage. D ie
vo rg eleg te S ch w efelsäu re w ird durch d estilliertes
W asser, das durch M eth yloran ge eben rötlich gefärb t
sein m u ß , in einen E rlen m eyerk olb en g e sp ü lt, zw ei
T ropfen M eth yloran ge z u g e se tz t un d m it */100 norm.
K alilau ge v o n rötlich au f schw ach gelb titriert. D er
U m sch la g ist nach einiger U eb u n g g u t zu erkennen.
D ie F eh lergrenze lie g t bei 0 ,0 0 3 % S tic k sto ff.
Zu
b em erk en ist n och , daß zur R ic h tig k e it der B e ­
stim m u n g n atü rlich ein u n b ed in gt am m oniakfreier
A rbeitsrau in gehört.
N a ch eigen en U n tersu ch u n gen k o n n te durch
eine große V ersuchsreihe v o n A n a ly sen fe stg ele g t
w erd en , daß durch die K jeld ah lseh e M ethode der
G en alt eines T h om aseisen s v o n 0 ,0 2 % S tic k sto ff
bis auf 0,0 0 3 % m it S ich erh eit b estim m t w erden
kann.
D a s A u ffin d en größerer S tick sto ffm en g en in den
G liihblasen v o n F ein b lech en gab den ersten A n stoß
zu den folgen d en U n tersu ch u n gen . D ie sich hieran
sch ließ en d en V ersuche w u rd en durchgoführt, ind em
v o m F ertigerzeu gn is, den a u sgeglü h ten B lech en , au s­
gegan gen und rü ck w ärts gegan gen w urde bis zum
R o h m a teria l, dem R oh eisen .
D ie B la sen der B lech e ließ en sich in W alz- und
G liihb lasen ein teilen .
D ie ersteren bild eten sich
w äh ren d des A u sw alzen s der P la tin e n zu B lech en
und erreichten ein en D u rchm esser v o n h öch sten s
10 m m . M eistens w aren sie un regelm äß ig a u f der
g a n zen F lä c h e z erstreu t, se lte n h a tte n sie sich zu
ein er F igu r g eo rd n et, die m it einer liegen d en
arabischen E in s ( h- ) v e rg lich en w erd en k on n te.
D ie G liihb lasen — v o n diesen w ird h a u p tsä ch lic h
die R ed e sein — b ild e ten sich w äh ren d des A u s­
g lü h en s der B lec h e in red uzierend em F eu er. Sie
b lä h te n sich sta rk auf, öfters bis zu e in em R a u m ­
in h alt v o n 500 ccm ; zu w eilen p la tz te sogar das gan ze
B lec h a u f u n d k o n n te dan n in zw ei T eile au sein ­
an d ergerissen w erd en ; d iese letz ter e E rsch ein u n g
k o n n te in m an ch en F ä lle n au f ein zu k u rzes A b ­
sch n eid en des oberen B lock en d es zu rü ck gefü h rt
w erden.
D ie inn eren W än d e dieser B la se n w aren
en tw ed er grauw eiß g efärb t oder in selten eren
F ä lle n v o n ein em g rü n lich en B e la g ü b erzogen ,
der u n ter der L u p e ein fa se r ig -v e r filz te s G e­
fü g e d eu tlich erkennen ließ.
Zur A n a ly se dieses
B e la g e s war w egen seiner gerin gen M enge eine
größere A n zah l v o n G liihb lasen versch ied en er B leche
n ötig.
A ls D u rch sch n ittsw erte w u rd en g efu n d en :
1 ,0 3 % M angan, 0 ,2 8 % S ch w efel, 0 ,4 5 % K oh len ­
stoff.
Zu gleich er Z eit w u rd en eine R eih e v o n W än d en
dieser B la sen u n d ein blasenfreier T eil der g leich en
B lcch p rob en an a ly siert.
D ie graugrün gefärb ten
33. Jahrg. Nr. 42.
B la sen w ä n d e z eig ten bei so n st guter Uebereinstim m u n g in der A n a ly se m it dem blasenfreien
T eile sta rk e M angausch w an kun gen . Von vierzehn im
L au fe der Z eit g e sa m m elte n , n ic h t normalen Chargen
w ar der H ö c h stg e h a lt a n M angan in der Blasen­
w a n d u n g 2 ,5 5 % , im entsp rech en d en blasenfreien
T eile 1 ,1 9 % , der n ied rig ste 0 ,7 2 % und 0,50%
M angan.
B ei dieser v e rh ä ltn ism ä ß ig seltenen Blasen­
b ild u n g h a tte das M angan zw eifellos eine Rolle ge­
sp ielt. E s w ar sch on n ach dem G ießen des Blockes
u n regelm äß ig
v e r te ilt
und
bew irkte
dadurch
S ch la ck cn b ild u n g .
D ie in der U m gebu ng befind­
lich en G ase w a n d e rte n in folge Oberflächenspannung
in d iese S ch lack cn an sam m lu n gen .
Bei der Bear­
b e itu n g des M ateriales u n ter der W alze wurden die
G asblasen zu einer flach en S ch ich t auseinander­
g ep reß t u n d v erh in d erten dadurch ein Zusammen­
sch w eiß en der b etreffen d en Stellen.
D ie W ände der B la se n m it der grauweißen Innen­
se ite z eig ten w eder M angauschw ankungen zum
blasen freien T eile, noch k o n n te n son stige Analysenu n tersch ied e fe stg e s te llt w erden. Zur Untersuchung
ihres In h a lte s w u rd en die betreffenden Blasen teils
u n ter W asser, te ils u n ter Q uecksilber geöffnet. Die
au fgefan gen en G ase b estan d en aus wechselnden
k le in en M engen v o n K oh len säu re und Wasserstoff.
D er H a u p tb e sta n d te il, u n gefäh r 9 0 % , war in allen
F ä llen S tic k sto ff. E s la g n ah e, in dem aufgefangenen
S tic k sto ff die U eb erreste eingedrungener Luft zu
v erm u ten , aber sc h o n das F eh len der Anlauffarben
an den in n eren B la sen w ä n d en sprach dagegen.
F erner k o n n te der S tic k sto ff aus den Reduktions­
gasen des G lüh prozesses stam m en . B eide Annahmen
w u rd en durch das an h a lten d e G lühen eines mit
W alzb lasen v o n
S teek n ad elk op fgröß e bedeckten
B lec h e s im K oh len säu restrom e w iderlegt.
Auch
bei L u ft- u n d S tic k sto ffa b se h lu ß trieben die Blasen
a u f; ihr In h a lt w ar w ieder hau ptsäch lich Stickstoff.
D a das z u m A n w ärm en der P latin en benutzte
G en eratorgas n ach der A n alyse kleine Mengen
A m m o n iu m v erb in d u n g en e n th ie lt, so konnte durch
dieses v ie lle ic h t eine S tick stoffzu fu h r erfolgt sein.
H eiß es E ise n zerleg t b ek a n n tlich Am m oniak unter
S tic k sto ffa u fn a h m e .
E s w u rd en Versuchsplatinen
längere Z eit d em G en eratorgasstrom e besonders aus­
g e se tz t. D ie P la tin e n e n th ie lte n 0,013 % Stickstoff.
Zu B lec h e n a u sg ew a lz t, e n th ie lte n sie vor dem
G lü hen 0 ,0 1 3 % , n ach d em G lühen 0,011% Stick­
sto ff.
W eder durch das G eneratorgas noch durch
das W alzen u n d A u sg lü h en w ar der Stickstoffgehalt
m erk lich g e ä n d e r t w ord en . D a s fertige Material war
bläsenfrei. H ie r m it w ar fe stg elc g t, daß der in den
B la se n e in gesch lossen c S tic k sto ff nicht von außen
ein ged ru n gen w ar, er m u ß te also aus dem Eisen
se lb st stam m en .
Zur F e s tste llu n g des S tick stoffgeh altes des Ihom asflu ß eisen s w u rd e ein e große A nzahl von Chargen
an a ly siert. N orm ale Chargen enth ielten im Durch­
sc h n itt 0 ,0 1 4 %
S tic k sto ff.
D er Stickstoff ist bc-
16. Oktober 1913.
Zur Frage des Stickstoffs im Eisen.
banntlich ein in d ifferen tes G as, das u n ter keinen
Bedingungen direk t v o m E isen geb u n d en w erden
kann. D em n ach k an n der L u ftstic k sto ff w ährend
des D urclipressens der G eb läselu ft durch die flüssigen
Eisenm assen in der T hom asbirn e v ielleich t vom
Stahlbado g elö st oder m ech an isch g eb u n d en w erden.
Da aber durch die sch on erw äh n te K jeldah lsch c
Methode nur der ch em isch g eb u n d en e S tick sto ff
bestim m t w erd en k an n , m u ß te der im S ta h l b e­
stim m te S tic k sto ff en tw ed er aus dem R o h eisen
stam m en, oder es m ü ssen sieh im K on verter che­
mische V orgänge a b sp ielen , die den im freien Zu­
stande sehr in d ifferen ten S tic k sto ff durch U ebertragung an das E ise n binden.
D ie R oh eisen u n tersu clm n g en ergaben einen H ö c h st­
gehalt v o n 0,01 % S tic k sto ff. G eh t m an v o n dieser
niedrigen Z ahl aus, u n ter der V orau ssetzu n g, daß
sieh der S tic k sto ff n ic h t in irgend einer u n s u n ­
bekannten , F orm der A n a ly se e n tz ie h t, so ist das
Roheisen für eine A nreicherung des S tah les bis zu
0,0 4 % n ic h t v era n tw o rtlich zu m achen.
U m die E in w irk u n g v o n S tic k sto ff auf F lu ß eisen ,
besonders au f die au s diesem v e rfe rtig ten B loche,
zu erproben, w urde ein F lu ß eisen b lo ck v o n 300 kg
in der W eise k ü n stlich n itriert, daß m an w ährend
des Gusses klein e M engen v o n S tick sto ffk a lziu m in
die K okille gab .
D ie N itrieru n g des B lock es war
unregelm äßig und entsp rach n ic h t den an gew an dten
Stickstoffkalzium M engen. D er S tic k sto ffg e h a lt der
verschiedenen P la tin e n des a u sg ew a lzten B lock es
schw ankte v o n 0,0 1 8 bis 0 ,0 3 8 % . V on einem Zer­
sägen des B lo ck es w u rd e A b stan d gen om m en , doch
konnte auch so fe stg e s te llt w erd en , daß K op fteil
und A u ßenw än de den höh eren S tic k sto ffg e h a lt be­
saßen. D ie A u sw alzu n g des B lo ck es zu P la tin e n ver­
lief norm al; d agegen b ed eck ten sich die aus diesen
P latinen g ew a lzten B lec h e m it M engen v o n klein en
Blasen, die alle die M erkm ale der früher erw ähnten
W alzblasen zeigten . A u f den a u sgeglü h ten B lech en
fanden sieh zahlreich e B la se n m it grauw eiß gefärb ten
Innenw änden un d S tic k sto ffin h a lt.
S ie w aren m it
den früher b eschrieb en en G lü bb lascn üb erein stim ­
mend. D ie n ic h t n itrierten B lö ck e derselb en Charge
lieferten ein w and freie B lec h e m it 0 ,0 1 2 % S tic k ­
stoff. D ie N itrieru n g w u rd e w iederh olt. E in 400-kgBlock aus einer beson ders g u te n Charge, aus halbvoller P fan n e gegossen , w u rd e n itriert u n d der fo l­
gende B lock zu m V ergleich zu rü ck b eh altcn . W ährend
der nitrierte B lo ck stark blasigo B lec h e ergab, w urde
aus dem V ergleichsblock fehlerfreies M aterial er­
halten.
E s kan n so m it an gen om m en w erden, daß der in
den B lasen e n th a lten e S tic k sto ff aus d en im E isen
enthaltenen S tick sto ffv erb in d u n g en sta m m t, die
durch das lan ge G lühen der B lec h e im reduzierenden
Gasstrome zerfallen.
D er freiw erd en de S tic k sto ff
wirkt dann entw eder b lasen treib en d oder fü llt
wenigstens die sich b ild en d en B la se n aus.
Durch folgen d en V ersuch soll der Z erfall der
E isenstickstoffverb indu ngen im red uzierend en Gas-
Stalli mul Eisen.
1723
strom e bew iesen w erd en : 20 g S ta h lsp ä n e m it
0 ,0 1 8 % S tic k sto ff w urden 12 st lan g im P orzella'irohr bei u n gefäh r 800 0 C g eg lü h t. D urch das R ohr
strich lan gsam ein Strom v o n sorgfältig gerein igtem
W asserstoff.
D ie au fgefatigen en G ase en th ielten
S tic k sto ff und A m m on iak , der S tic k sto ffg e h a lt der
Sp äne w ar v o n 0 ,0 1 8 % a u f 0 ,0 0 2 % gesun ken.
F erner wurde die E in w irk u n g des S tick sto ffs
au f S chienenstah l u n tersu ch t. E in e nitrierte S ch ien en ­
probe e n th ie lt 0 ,0 4 % S tick sto ff. D ie se P rob e zer­
riß ohne D eh n u n g, obsch on ihr P h osp h orgeh alt durch
den Z usatz des S tick sto ffk a lziu m s fa st au f die
H ä lfte gesu n k en w ar. E r st durch ein m ehrstün diges
A u sglü h en k o n n te die zerstörte D e h n u n g verb essert
w erden.
E in e B lasen b ild u n g w u rd e bei S ch ien en
nur in ein em F a lle b eob ach tet.
In den letz ten
Jahren erh ielt un ser L aboratoriu m ein ige M ale Zer­
reißproben v o n S cliien en sta h l v o r g eleg t,
deren
m an gelh afte D eh n u n g m an sich n ich t erklären
k on n te. D ie se P rob en b a tte n bei norm al aussehend em
B ruch u n d so n st rich tiger ch em isch er Z usam m en­
setzu n g ein en S tic k sto ffg e h a lt v o n 0 ,03 bis 0 ,0 4 % .
E s w urde ferner b e o b a c h te t, daß v o m B etrieb e
als stark treibend g em eld ete T hom aschargon au f­
fallend v iel S tic k sto ff h a tte n . D a s zu diesen Chargen
v erw en d ete R oh eisen h a tte eine norm ale chem isch e
Z usam m en setzu n g; w ie k am es n u n , daß gerad e in
diesen w en igen F ällen der S tah l größere S tic k sto ff­
m engen aufgenom m en lia tto ? V erd äch tig blieb das
vom B etrieb e gem eld ete T reib en ; m an ve rste h t
darunter b ekan ntlich das D u rchb rech en des flüssigen
S tah les durch die erstarrte O berfläch en hau t des
frisch gegossenen B lo ck es, v eru rsa ch t durch G ase.
U m ein en E in b lick in die N a tu r der G ase zu
erh alten, die durch das R oh eisen dom S tah lb ad e z u ­
gefü h rt w erd en , w u rd e sow ohl das erstarrte als auch
das flüssige R oh eisen au f sein en G asgeh alt u n ter ­
su ch t. A u f dem In tern ation alen K ongresse D ü sseld orf
1910 fü h rte P ro fe sso r G o e r e n s * in ein em V ortrage
„U eber die G ase au s tech n isch en E isen so rten “ U n ter­
su ch un gen v o n P a r r y an , n ach den en besonders
graues R oh eisen durch E r h itze n im lu ftleeren R au m e
große G asm engen ab gib t. V on u n s w u rd en sow ohl
im festen als auch im flü ssigen W eiß eisen größere
G asm engen gefund en als im G raueisen.
D a m it
p rim itiven , d en V erh ältn issen a n g ep a ß ten A p p a­
raten g e arb eitet w erd en m u ß te, d ü rften die a u f­
gefund en en Z ahlen nur ein en v ergleich en d en W ert
haben.
D ie im großen an g eleg ten V ersuche im
B etrieb e stieß en auf b e d eu ten d e S ch w ierigk eiten
un d m iß lan gen zum T eil.
Zu b em erk en ist, daß
die vergleich en d en V ersuche stren g u n ter gleich en
B ed in gu n gen , w ie Z eitd auer, T em peratu r, K orn­
größe des E isen s, G asm engen u sw ., durchgefüh rt
w orden sind.
I.
G asgeli alte des fe sten R oh eisens,
a) 20 g eines m atten Roheisens m it 2,61 % C, 1,61 % P,
0,67 % Mn, 0,31 % Si, 0,162 % S, 0,009 % N wurden
* Vgl. St.'_u. E. 1910, 31. Aug., S. 1514.
1724
Zur Frage des Stickstoffs im Eisen.
Stahl und Eisen.
5 st bei 90 0 ° C im Porzellanrohre geglüht; durch
das Rohr strich ein langsamer Strom von sorgfältigst
gereinigtem Stickstoff.
D as Eisen gab 18 ccm
W asserstoff und S ecm K ohlenoxyd ab.
b) Ein graues Roheisen mit 3,17 % C, 1,97 % P,
1,42 % Mn, 0,92 % Si, 0,026 % S, 0,004 % N gab
unter gleichen Bedingungen 7,4 ccm Wasserstoff
und 0,8 ccm K ohlenoxyd ab.
D ie se Z ahlen sin d die D u rc h sch n itte v o n je drei
B e stim m u n g e n . A u s ih n en ist ersichtlich daß m a ttes
R o h eise n m ehr W a ssersto ff un d m ehr K o h len o x y d
e n th ä lt als h eißes.
II.
G asgeh alte des flü ssigen R oh eisens.
U m die v o n flü ssigem R oh eisen zu rü ck geh alten en ,
etw a auch die beim E rstarren des E isen s en tw eich en ­
33 Jahrg. Er. 42.
B o d e n u n d g e sch lo ssen em , v o n einem Eisenrohre
du rch b oh rtem K op f, der u n gefäh r 15 cm den Topf­
rand üb erragte. A n das E isen roh r schloß sich zum
A u ffa n g en der en tw eich en d en G ase eine Reihe von
F la sch en , deren A n ord n u n g in A bb. 2 erkennt­
lich ist.
V or dem V ersu ch e w u rd en die Apparate einsc h r c ß lic h K o k ille un d E ise n to p f m it Stickstoff
g e fü llt, u m ein V erbrennen der au s dem Eisen strö­
m e n d en G ase zu verh in dern . U n gefäh r in der Mitte
des A b ste ch en s w u rd e das B lech v o n der Mündung
der N e b en rin n e en tfern t.
D a s in den Eisentopf
fließ en d e R o h eisen stie g z u n ä c h st bis zum unteren
K ok iü on ran d c, darüber h in a u s fü llte es gleichmäßig
den Topf und die
stark angewärmte
K okille, bis zum
Ü eberlau f des ersteren.
Durch das
schnell heiß wer­
dende Eisenrohr
drangen die dem er­
kaltenden Roheisen
entström enden Gase
in mehreren Stößen
in den Flaschenauf­
bau. In der ersten,
durch Eis und Koch­
sa lz stark gekühlten
F lasch e schlugen
sich weiße Nebel in
Form von OeltröpfchcnundW assernieder. Trotz der sorg­
fältigsten Trock­
nung aller Teile
durch flüssige
Schlacke und der
Verdrängung des
Sauerstoffs
durch
Abbildung 2.
Stick stoff hatte sich
W asser gebildet; ob
durch Luftreste
oder Eisensauer­
Versuchsanordnung.
sto ff ,
war
nicht
den G ase k e n n en zu lernen, w u rd en m ü h sam e V er­
su ch e a n g e ste llt, u n d erst nach längerer H eb u n g
g elan gen b esch eid en e E in b lick e.
D ie n ach steh en d e B esch reib u n g der V ersuchsau sfü liru n g g ib t d as E rgeb n is der g esa m m elten E r­
fah ru n gen w ie d e r (vgl. A b b. 2). L id e r N äh e d e sH o c lio fen stich lo clies b ild e te ein seitlich in der H a u p t­
rinne e in g esetz tes halb offen es T onrohr ein e N e b e n ­
rin ne, die durcli ein v o rg este c k te s B lec h bis zum
rich tigen A u gen b lick v o m H a u p tstro m e des flü ssigen
E ise n s a b gesch lossen w urde. D a s R oh r m ü n d ete in
ein en E ise n to p f, der m itsa m t d em T onrohr durch
E in b e ttu n g in flü ssig e S ch lack e stark erh itzt und
v o lls tä n d ig g e tro c k n et w urd e. In diesem T op f h in g
fe stzu ste lle n . D iesem U eb elsta n d e abzuhelfen, ge­
lang n ic h t; ein T eil des besonders interessierenden
W asserstoffes blieb verloren. D ie erw ähnten Oeltröpfch en h a tte n ein en sch w ach en , m oschusartigen Geruch,
lö ste n sich in A etlier und b ild eten ein gelbliches, in
sch im m ern d en B lä ttc h e n kristallisierendes und an der
L u ft zerfließ en d es Silbersalz- v o n unbestimmtem
freisoh w eb en d ein e eiserne run d e K o k ille m it offen em
der
S ch m elzp u n k t. D a s G em isch v o n W asser- und Ocltröp fch en z eig te die N eß lersch e Ammoniakreaktion.
D ie G ase w urden un ter W asser aufgefaugen, ihre
M engen durch au sfließ en d es W asser gemessen und
ihre Z u sa m m en setzu n g durch eine R eihe von Stich­
proben b estim m t.
M ehrere M in uten n ach dem ersten starken Stoß
e n tw eich en d en
G ase
k o n n ten
zwei
bis drei
Iß. Oktober 1913.
gahlentafel 1.
Zeit
min
Ausfluß
1
0—i
nach 4
7
..
9
„
13
„
18
„
19
„
25
9
20
Zur Frage des Stickstoffs im Eisen.
G a sz u sa m m e n se tz u n g
00a
0.
JO
5 ,0
5 ,2
0,
CO
u
%
%
%
1,8
29
30
4,8
3 ,2
0 ,0
0 .0
0 ,2
43
3 4
3 ,0
2 ,8
3 ,2
0 ,0
0 ,0
0 ,4
0 ,2
50
5 0 ,0
5 2 ,0
1 5 ,0 31,4
1 0 ,0 35,4
1 2 ,0 2 5 ,0
2 ,4 1 0 ,0
0 ,0 1 0 ,0
0.8 9 ,2
0 ,4
8 .5
1 ,2 1 0 ,2
Zahlentafc! 2.
Ausfluß
1
Z eit
m in
Bemerkungen
H auptstoß
nach
1
4
8
schw ach. Stoß
weitere schw ache S tö ß e b eo b a ch tet w erden, die m it
den H altep u n k ten des R oh eisen s v erm u tlich Z u ­
sammenhängen.
104 kg eines w eiß en , m a tte n R o h eisen s (A n alyse
s. S. 1723/4) ergaben nach diesen V ersuchen 52 L iter
Gase; ihre Z u sam m en setzu n g n ach den Stichproben
gibt Zahlentafel 1 w ieder.
102 k g eines grauen, h eiß erblasencn R oh eisens
(Analyse s. S. 1724) ergab en 21 L iter G as v o n der
in Zahlentafel 2
w ied ergegeb on en
Z usam m en­
setzung.
Bei einem V ergleich dieser beiden V ersuche fä llt
zunächst die M enge der g efu n d en en K ohlensäure
auf. Ob diese ursprünglich im E ise n en th a lte n war,
ob sic durch O x y d a tio n des K o h len o x y d s n achträg­
lich en tstan den oder im erstarren den E isen sich
nach der F orm el 2 CO + C = CO. + 2 C geb ild et
hatte, k on nte n ich t erk an n t w erden. D ie Sauerstoffmengen waren in beiden F ä llen gleich groß, so daß
man annehm en k an n , daß beim V erdrängen des in
den A pparaten befin d lich en S au erstoffes durch
Stickstoff L u ftreste zu rü ck geb lieb en w aren. Starke
Unterschiede zeigen sich beim V ergleich der K ohlen oxydm engen. A us ih n en k an n m an folgern, daß heißes
Roheisen in flü ssigem Z u stan d e größere M engen von
K ohlenoxyd fe stzu h a lten v erm a g als m a ttes.
Was endlich den W a ssersto ff b etrifft, so m ach te
sich ein um gekehrtes V erh ältn is w ie beim K ohlen­
oxyd bem erkbar. D a s m a tter e R oh eisen en tw ick elte
bedeutend größere M engen v o n W asserstoff, bei
ihm traten die m o sch u sa rtig riech en den O eltröpfchen
sowie der alkalisch und am m on iak alisch reagierende
Wasserdampf a u f; auß erdem m uß noch d am it g e ­
rechnet werden, daß große W asserstoff m engen durch
W asserdiim pfbildung verloren gingen.
A ls E n d ­
ergebnis dieser V ersuche k a n n g e sa g t w erd en : B lattes,
weißes R oh eisen in flü ssig e m Z u stan d e en th ä lt
größere 'W asserstoffm engen, heißes, graues R oh eisen
enthält größore K o h len o x y d m en g en .
Zurückkom m end a u f die F rage, ob die gas­
förmigen V eru nrein igu ngen des R o h eisen s eine S tick ­
stoffanreicherung dos S tah les veru rsach en kön nen,
wurde die E in w irk u n g der v ersch ied en en G asarten
im Roheisen au f g lü h en d e S ta h lsp ä n e bei G egen­
wart von S tic k sto ff u n ter su ch t. 10 g S p än e w urden
3 st im P orzellanrohre g eg lü h t. D ie S p äne w aren
jedesmal zu sam m en gesin tert, ein Z eichen, daß die
Temperatur ihres S ch m elzp u n k tes fa st erreicht
Stahl und Eisen.
.,
.,
„
„
„
10
14
is
24
28
CO,
Of
■o
G a s z u s a m m e n s e tz u n g .
0 ,
CO
n
%
%
%
5
10
12
8.4 1,2
10,2 0 , 4
10,0 0 , 0
1 2 .4
1 0 ,0
1 8 ,0
2 0 ,0
2 1 ,0
1 1 ,4
9 ,2
11,4
1 1 ,2
1 1 ,4
1725
0 ,0
0 ,8
0 ,0
0 ,2
0 ,0
17,4 10,4
33,4 21,4
5 7 ,8
7 0 ,2
0 0 ,2
7 1 .0
7 3 ,2
7 2 ,0
1 5 ,3
9 ,0
1 4 ,0
9 ,5
9 ,5
9 ,7
—
Bem erkungen
H auptstoß
schwach. Stoß
w orden war. D u rch das im V erbrennungsofen zum
G lühen geb rach te R ohr strich en die b etreffenden
G ase.
Zur E n tw ick lu n g der letzteren w u rd en nur
chem isch reine R eagen zien a n g ew a n d t; die äuß ersten
Spuren ihrer V eru nrein igu ngen w urden durch vor­
g elegte W asch flasch cn au f das so rg fä ltig ste en tfern t.
N ach U m sp ü lu n g der g lü h en d en S p än e tra ten die
G ase in eine S ch w efelsäu revorlage, u m etw aige g e ­
b ild ete A m m on iu m verb in d u n gen in bestim m barer
F orm zurückzuhalten.
E in e zeh n stü n d ige E in w irk u n g von reinem S tic k ­
sto ff au f die E isen sp än e ergab k ein e S tic k sto ff­
aufn ahm e, ein B ew eis, daß die en tw ick elten Gase
irreführende S tic k sto ff - W asserstoff - V erb indu ngen
n ich t m it sich füh rten. D ie S p ä n e w u rd en nun der
R eih e nach in den versch ied en en im R oh eisen festg estcllten G asarten geglü h t. B ei der A n w en d u n g v o n
W asserstoff w u rd en folgen d e R e a k tio n e n b eob ach tet:
1. D er K oh len stoff der g eg lü h ten S p ä n e w ar v o n 0,30
auf 0,02 % zurückgegangen. 2. S ta tt des ursprüng­
lichen S tic k sto ffg e lia ltes v o n 0,0 2 2 % w u rd e nur
0,006 % S tic k sto ff w iedergefun den. 3. D ie S ch w efel­
säurevorlage h a tte A m m on iak gebu n d en .
4. D ie
E n d gase en th ielten K o h len o x y d und K oh len w asser­
stoffe.
U eberraschend war die E in w irk u n g ein es G as­
gem isch es von un gefäh r gleich en B iengen S tic k sto ff
u nd W asserstoff.
D er S tic k sto ffg e h a lt des E isen s
stieg, und die Schw efolsäu rcvorlage z eig te A m ­
m oniak. W iederholungen b e stä tig ten den ersten V er­
such, doch w ech selten die Biengen des aufgon om m en en
S tick stoffes. U m die G renze der S tick sto ffa u fn a h m c
festzu stellen , w urde eine z w ölfstiin d ige S tic k sto ffW asserstoff-E in w rk u n g du rchgefüh rt.
E s gelan g
n ich t, m ehr als 0,032 % S tic k sto ff in diese S p ä n e zu
bringen.
D ie Sch w efelsäu revorlage z eig te k ein e
größere Blonge A m m on iak . D ie G renze der S tic k ­
stoffau fn ah m e oder der S ättig u n g sg ra d dieser Sp äne
für S tic k sto ff lag also bei 0 ,0 3 2 % . D ieser P u n k t
k on n te schon nach dreistünd iger E in w irk u n g erreicht
w erden.
W eitere V ersuche m it anderen Chargen zeigten
ein Schw ank en des S ättigu n gsgrad es in kleinen
G renzen, in ein em F alle w urde 0 ,0 5 2 % S tic k sto ff
b eob ach tet.
D iese b egren zte A u fn ah m efäh igk eit
der Sp äne für S tic k sto ff leg te den G ed ank en n ah e,
daß n ich t das E isen selb st, sondern die geringe Bfenge
seiner B egleiter die S tick sto ffa u fn a h m e bei G egen-
172G
Stahl und Eisen.
Zur Frage des Stickstoffs im Eisen.
w a r t v o n W a ssersto ff b ew irkte. T a tsä ch lich w o llte
es n ic h t gelin gen , in ch em isch reines E isen p u lver
u n ter d en gleich en B ed in g u n g en S tic k sto ff ein zu ­
führen.
A us diesen V ersu ch en sin d n ach steh en d e S c h lu ß ­
folgeru n gen zu ziehen: G lü hend es E ise n m it seinen
B e im e n g u n g e n v erm a g S tic k sto ff m it W asserstoff
zu v e re in ig en u n ter B ild u n g v o n A m m on iak .
Je
n ach den T em peratu ren des E isen s u n d der Zu­
sa m m e n setz u n g des G asgem isch es w ird A m m on iak
frei, oder es w ird in der W eise w ieder zerrissen, daß
der freiw erd en de S tic k sto ff in sta tu n ascend i sich
m it d em E ise n zu einer ch em isch en V erb in d u n g ver­
ein ig t.
N ach P rofessor H a b e r * w ird durch A n ­
w en d u n g starker D rü ck e au f das G asgem isch die
A m m on iak b ild u n g auß erordentlich b egü n stigt.
* Vgl. St. u. E. 1910, 20. April, S. 079.
An dun Bericht schloß sich folgende E r ö r t e r u n g an:
Vorsitzender Dr. R. S c h r ö d e r (Völklingen): Ich
möchte mir erlauben, zu dieser Frage einige Ausführungen
zu machon, da ich persönlich solche Stickstoff-Bestim ­
mungen ausgeführt und mit Herrn B r a u n e in Schweden
Ergebnisse ausgetauscht habe. Herr Braune bearbeitete
bekanntlich vor einigen Jahren eingehend diese Frago
und berichtete auch in „Stahl und Eisen“ * darüber.
Meiner Ansicht nach mußte er auf Schwierigkeiten stoßen,
da er mit zu kleinen Einwagon arbeitete. Wir haben diese
Einwagon vergrößert bis auf 50 und 100 g und haben
dann gefunden, daß recht konstante Ergebnisse erhalten
wurden. Ferner haben wir nach Abstumpfen der Säure
das Ammoniak nicht abdestilliert, sondern m it Wasser­
dam pf abgetrieben. Es gehört ein verhältnismäßig großer
K olben dazu, aber die Ausführung verläuft dann solir
schnell.
L. B lu m (Esch): Der Vortragende gibt die Gegen­
wart von Eisennitrid im Eisen zu. Ich möchte darauf
hinweisen, daß das Eisennitrid vielleicht von der Wöhlcrschen Verbindung Zvanstickstofftitan herkommen kann.
In jedem Hochofen- und Roheisenmischer scheidet sich
diese Verbindung ab. Sie kann im Eisen gelöst sein und
kann dann im Verlaufe der weiteren Darstellung des
Eisens zu Eisennitrid abgebaut worden und auf diese
AVeiso Veranlassung zu den vom AArtragondon beschrie­
benen Blasenbildungen geben.
Dr. AV. H e r w ig : Auch wir haben die Stickstoff­
verbindungon des Roheisens für den Stickstoffgehalt des
daraus erblasencn Thomaseisens verantwortlich machen
wollen und auf verschiedene AA7eiso versucht, diese ver­
mutlichen A'erbindungen in eine nach der KjeldahIschen
Mothodo bestimmbare Form zu bringen. In allen Fällen
wurde die ursprüngliche niedrige Stickstoffzahl des Roh­
eisens wiedergefunden.
ATielleicht ist das von meinem Vorredner erwähnte
Stickstofftitan ein solcher von mir gesuchter, aber nicht
aufgefundenor Körper, der sich unserer Stickstoffmethode
entzieht. Die Anregung ist interessant und soll in unserem
Laboratorium geprüft werden.
L. B lu m : Es ist mir kein Verfahren bekannt,
die Verbindung des im Roheisen enthaltenen Stickstoffs
m it Titan fostzustellen. Ich nehme an, daß im Verlauf
der weiteren Darstellung des Eisens das Zyanstickstoff
titan sich zu Eisennitrid abbauen kann.
D ie Eisennitrido werden dann in Eisen und Stickstoff zerlegt.
* 190G, 15. Nov., S. 1357; 1. Dez., S. 1431; 15. Dez.,
S. 1496.
33. Jahrg. Nr. 42.
A lle diese V o rb ed in gu n gen der Ammoniakbildung
sin d in der T h om asb irn e in der Zone zwischen Kon­
verterb od en un d flü ssiger E isenm asse gegeben.
D u rch das E in p ressen des G ebläsew indes entstehen
über d em K on verterb od en H ohlräum e, auf denen
10 bis 20 t flü ssiges E isen ruhen. Den Stickstoff
brin gt der G eb läsew in d m it, für den Wasserstoff
sorgen, ab geseh en v o n der F eu ch tig k eit des Gebläse­
w in d es, die im R o h eise n befindlichen Gase.
Das
sich b ild en d e A m m on iak w ird dann durch die
flüssigen E isen m a ssen u n ter B ild u n g vou Stickstoff­
eisen w ieder zerrissen.
D a s G esam tergeb n is dieser Untersuchungen kann
folgen d erm aß en z u sa m m en g efa ß t werden: Ein mit
A m m on iak b ild n ern sta rk beladenes Roheisen be­
ein flu ß t die p h y sik a lisc h e n E igen sch aften des späteren
T h om asstah les.
D u rch den Stickstoffgehalt des
F ertigerzeu gn isses k o m m t dies zum Ausdruck.
Dr. O. J o h a n n s c n (Brobach-Saar): Beiläufig sei
bemerkt, daß das sogenannte Zyanstickstofftitan bei der
Kalischmelze kein Zyankalium liefert und deshalb nur
als K ohlenstickstofftitan zu bezeichnen ist. Uobrigens
konnte ich bei den mir vorliegenden Produkten auch nicht
dio AA'ohlerscho Formel bestätigen. Das Kohlenstickstofftitan ist nun in Salzsäure unlöslich. Es kann deshalb
nicht als Ursache des Stickstoffs im Stahl bezeichnet
n orden. Ich habe mich vor einigen Jahren mit A7crsuchcn
beschäftigt, die Verbindung in Luxemburger Gießereieisen nachzuweisen.
AA'ir nahmen mehrere Kilogramm
Eisenspäne in Arbeit, fanden in den Rückständen aber
kein Kohlenstickstofftitan.
Professor Dr. E. C o r lo is (E ssen ): Daß das Roheisen
Stickstofftitan enthält und hierauf der Nitridgohalt im
Stahl zurüekzuführon sei, ist wohl nicht anzunehmen, donn
dann würden auch im Martin-Flußeisen gleich hoho Stickstoffgchalto auftreten können wie im Bessemer- und
Thomaseisen. Das ist aber nicht der Fall. Ich glaube viel­
mehr, daß der höhere Nitridgehalt im Bessemer- und Tho­
maseisen auf den Feuchtigkeitsgehalt der durchgeblasenen
Luft zurückzuführen ist, und daß der durch Zersetzung
des AA'asscrs freiwerdende AAüisserstoff mit dem Stickstoff
der Luft dio Veranlassung zur Nitridbildung gibt. Die
Anwesenheit von Stickstofftitan im Roheisen ist meines
Erachtens ausgeschlossen, wenn auch dio Tatsache, daß
jedes Roheisen m it orhoblichom Siliziumgohalt immer
mehrere H undertstel Prozent Titan enthält, dafür zu
sprechen scheint. Es hat mir noch kein siliziumhaltiges
Roheisen ■Vorgelegen, das keine Reaktion auf Titan gab.
Dr. AAh H e r w ig : Professor Dr. Corleis hat meines Er­
achtens recht m it seiner Annahme, daß dio Feuchtigkeit
des Gebläsewindes für eine Nitrierung des Stahlbades
verantwortlich zu machen ist. Das gleiche habe ich in
meinem Berichto gesagt, nur darf man diese Reaktion
nicht für die einzige Ursache der Nitrierung halten.
AVenn man annimmt, daß nur die Feuchtigkeit des
Gebläsewindes das Stahlbad nitriert, und man dann noch
eine gleichlange Blasezeit und einen gleichen Druck des
Gebläsewindes voraussetzt, so müßten bei jeder Charge
ungefähr gleiche Stickstoffmengen vom Stahle aufge­
nommen werden. In Wirklichkeit aber steigen die Stickstoffzahlon von einer zur anderen Charge oft um das
Doppelte. Es ist ausgeschlossen, daß bei einer Blasezeit von
20 zu 20 Minuten dio Feuchtigkeit der Luft in dem Maße
wechselt, daß daraus dio verschieden hohe Nitrierung er­
klärt werden kann. Im Sommer ist der AVasserdampfgehalt der Luft bedeutend höher als imWinter; nach unseren
10. Oktober 1013.
Riffdbitdung auf Slraßenbahnschienen.
täglioken Messungen hatte der Gebläsewind im Februar
1911 einen Durckschnittsgehalt von ß g Wasser im cbm,
im Juli 1912 von 12 g Wasser im cbm. Ein allgemeines
Steigen der Stickstoffzahlen in den heißen Monaten aber
konnte nicht beobachtet werden.
Dr. 0. J o h a n n s e n : Auch in dem von mir unter­
suchten Eisen waren mehrere H undertstel Prozent Titan
vorhanden, aber kein K ohlenstickstofftitan.
An die Feuchtigkeitstheorie glaubo ich nicht, weil im
Roheisen so wenig Stickstoff vorhanden sein soll, obgleich
der Hochofenwind doch auch Feuchtigkeit enthält und das
Eisen im Hochofen doch viel länger mit den Gasen in
Berührung bleibt als in der Bessemerbirne. Wenn mau
sich nun sogar, trotz der Arbeiten von Professor B. O sa n n ,
zur Bisenschwammkypotheso bokennt, so muß man auf
eine sehr starke Nitrierung im Hochofen schließen.
Mir scheinen nicht nur die Entstehungsursachen,
sondern auch die Existenzbedingungen des Nitrids im
technischen Eisen sehr mangelhaft bekannt zu sein. So
weiß ich nicht, ob das Nitrid durch Erwärmen zerlegt
wird oder durch Abkühlung. Der Stickstoff soll ja sogar
beim Anbohren der Proben gasförmig entweichen, gewiß
emo höchst seltsame Dissoziation einer chemischen Ver­
bindung.
L. B l u m : Da soeben auf die Nitridbildung im Hoch­
ofen hingewiesen wurde, möchte ich hinzufügen, daß N o r ­
bert M etz* die Gegenwart vonN itriden imHoohofen nachgewieson hat und ihm auch die Priorität dafür zukommt.
In der Rast eines Hochofens fand er Ansätze, die in Be­
rührung mit Wasser Ammoniak entw ickelten; damit ist die
Gegenwart von Nitriden erwiesen.
Professor Dr. E. C o r lé is : Wenn auch das Eisen­
nitrid, wie soeben erwähnt, sehr leicht zersetzt wird,
so ist es doch unter anderen Bedingungen wieder sehr
beständig, rvovon man sieh durch Einschmelzen von
nitridhaltigem Material überzeugen kann.
Das Nitrid
bildet sich auch beim Erhitzen m it stickstoffhaltigen Sub­
stanzen. Beispielsweise zeigen die Zähne der Feilen oft
einen erheblichen Nitridgehalt.
Dr. W. H e r w ig : Ein Vorredner warf soeben die
Frage auf, warum wir denn im Roheisen nur wenig Stick­
stoff haben, da wir doch auch im Hochofen genügende
Feuchtigkeit haben. Daß im Hochofen genügend Feuch­
tigkeit vorhanden ist, stim m t; es fragt sich nur, ob die uns
interessierenden Prozesse im Hochofen so günstige Be­
dingungen finden wie in der Tliomasbinie. Maßgebend
für die Stickstoffwasserstoffbildung und die dadurch be­
dingte Nitrierung des Roheisens kann meines Erachtens
nur der aus dem Wasserdampf des Gebläsewindes vor den
Formen sich bildende Wasserstoff sein, da der in höheren
Zonen des Hochofens aus der Feuchtigkeit der Beschickung
stammende Wasserstoff wohl kaum noch Gelegenheit hat,
mit metallischem heißem Elsen in Berührung zu kommen.
* Studien über die im Hochofen zwischen den Eisen­
erzen und Gasen obwaltenden Verhältnisse. Dissertation,
Düsseldorf 1912, S. 14. Vgl. St. u. E. 1913, lß. Jan.,
S. 93.
Stahl und Eisen.
1721
Es ist dies aber zur Ammoniakbildung erforderheh. Aber
auch vor den Formen, dort, wo Wasserstoff, Stickstoff und
metallisches Eisen wirklich Zusammenstößen, ist es mit
dom metallischen Eisen so eine Sache. Die dort sichtbaren
Eisentröpfehen sind innig m it der gleichfalls abfließenden
Schlacke vermengt und zum Teil sogar ganz eingehüllt.
Wären sie es nicht, so müßten sie ja dort durch den Sauer­
stoff des Gebliisowindes sofort oxydiert werden. In der
Tliomasbirne dagegen wirken große reine Eisenmassen
unter starkem Druck bei sehr hohen Temperaturen.
Nun ist in den Gichtgasen Ammoniak gefunden
worden; dieses Ammoniak stammt als Destillationsprodukt
aus den organischen Beimengungen dor Beschickung und
hat mit unserem synthetischen Ammoniak nichts zu tun.
Professor B. O sa n n (Clausthal): Ich erinnere mich
bei diesen Ausführungen daran, daß vor Jahren Versuche
gemacht worden sind, um Ammoniak aus den Hochofen­
gasen zu gewinnen. Meiner Erinnerung nach gehen diese
Versuche in den Anfang oder die Mitte der achtziger
Jahre zurück, aber ein wirtschaftlicher Nutzen ließ sich
nicht herausrechnen. Vorhanden ist Ammoniak zweifel­
los. Bei Gelegenheit des Internationalen Kongresses 1910
in Düsseldorf habe ich Herren aus Schottland herum­
geführt, die mir erzählten, daß in Schottland eine bedeu­
tende Ammoniakgewinnung auf diese Weise durchgeführt
würde; dort handelt es sich allerdings um Hochofenbetrieb
mit Anthrazit, wobei eine Ammoniakgewinnung mit
wirtschaftlichem Nutzen möglich ist.*
Vorsitzender Dr. R. S c h r ö d e r : Auch ich kann be­
stätigen, daß sich Ammoniak in den Hochofengasen
findet. In den Gichtgasen dor Halbergcr H ütte habe ich
selbst Ammoniakbestimmungen ausgeführt. Ob es sich
im Roheisen bilden kann, glaube ich kaum; aber das Gas
führt Ammoniak.
Professor B. O sa n n : Ich darf vielleicht noch darauf
hinweisen, daß der leider früh verstorbene B. P la t z in
„Stahl und Eisen“ eine Veröffentlichung** über Salzausscheidungen in Hochöfen hat erscheinen lassen. Hier
wäre vielleicht einiges näohzusehen.
M. P h ilip s (Düsseldorf): Soweit ich mich
entsinne, handelte es sich bei diesen Salzausscheidungen
um stickstofffreie Kalisalze.
Dr. W. H e r w ig : Dr. Johannsen sagte vorhin, daß
nach meiner Behauptung die Eisennitride so zersetzlich
seien, daß sie schon durch einfaches Anbohren zer­
fielen; es seien ihm aber keine Verbindungen bekannt,
die durch einfaches Anbohren zerstört würden. Ich er­
laube mir, -zu bemerken, daß es zu diesem Punkte in
meinem Berichte wörtlich heißt: „Ob durch diese Bohrversuche chemisch gebundoner, mechanisch eingeschlos­
sener oder im Stahle gelöster Stickstoff frei wurde, blcibo
dahingestellt.“ Für den erstcren spricht die Beobachtung
von M ü l l e r — nicht meine eigene — , daß der dichtere
Stahl die größere Stickstoffmenge orgab.
* Vgl. St. u. E. ISO«, 15. Mai, S. 381.
** 1884, Mai, S. 202.
R iffelbildung auf Straßenbahnschienen.
V on E r l a n d Z e l l in G othenburg.
\ Y / ie b ek an n t, h a t in den letz ten zehn Jahren
die straß en b ah n tech n iseh e W e lt ihre A uf­
merksamkeit im m er m ehr au f die E rgrü n d u n g der
Ursache der R iffelb ild u n g* auf den F ah rsch ien en
und die M ittel zur V erh ü tu n g derselb en richten
* Vgl. St. u. E. 1913, 10. Juli, S. 1139/43 und die
dort aufgeführten Quellen.
m üssen. B esonders h at der In tern ation ale Straß en un d K leinbah nverein in Brüssel sich M ühe gegeb en ,
diese w ich tige F rage aufzuk lären, und sin d die an
den gen an n ten V erein v o n den versch iedenen S traß en ­
b ah nverw altu ngen ein gesandten M itteilu ngen w e rt­
v o lle B eiträge zur K en n tn is der R iffelb ild u n g und
ihres V orkom m ens. H iernach n im m t m an an, daß
die H aup tu rsach e der R iffelb ildu ng an H erstellu n gs­
1728
Stahl und Eisen
Riffelbildung auf Straßenbahnschienen.
fe h lem , in d em W alzverfah ren , in dem Verlegen
der S ch ien en , in deren B em essu n g, Sch w in gu n gen
u. a. m . liegt.
D a ß die prim äre U rsach e der R iffelb ild u n g n ich t
in ein em H erstellu n gsfeh ler oder in dem W alzver­
fahren bzw . im M aterial se lb st liegen k an n , g e h t
m it gen ü gen d er Schärfe daraus hervor, daß eine
stark w ellen förm ig a b g e n u tzte Sch ien e n ach dem
V erlegen in eine scharfe K u rve bald w ied er g la tt
w ird.
G egossene oder g esch m ied ete T eile, z. B.
W eich en zu n gen , zeigen häu fig R iffeln , obw ohl sie
n iem als in ein em W alzw erke gew esen sind.
D aß
das V erlegen der Sch ien e n ic h t an und für sich
R iffeln hervorrufen k an n , g e h t daraus hervor, daß
an S te lle n , w o die W agen langsam fahren bzw . die
Abbildung 1.
Lagenänderung williger Schienen.
R äd er k ein e V eran lassu ng h ab en , sen k rech te B e ­
w egun gen (D ruckän deru ngen) anzun eh m en , die R iffel­
bildu ng a u sb leib t.
D ie je tz ig e A u sfüh ru ng oder
F orm der Schienen d ü rfte eben sow en ig als die erste
U rsach e der R iffelb ild u n g an genom m en w erden
k ö n n en , w eil doch die S ch ien e ihrer ganzen L änge
n ach gleich ist und daher die R iffelb ild u n g g leich ­
m äß ig über die gan ze L än ge a u ftreten m ü ß te, sta tt
w ie je tz t nur stellen w eise. In derselben W eise kön nen
säm tlich e so n st angegebenen G ründe als un haltbar
dargelegt werden. — E s bleib t also n ich ts anders
übrig, als anzun eh m en , daß m ehrere der gen an n ten
G ründe g leich zeitig zugegen sein m ü ssen , d am it die
R iffelb ild u n g au ftreten kann. E s d ü rfte aber ziem ­
lich schw ierig sein, un ter allen d en streitig en A ngaben
durch ein fach e Schlu ßfolgerun g d iejen igen heraus­
zu finden, die zu sam m en die prim äre U rsache zu der
R iffelb ildu ng ausm achen.
In der folgen den W eise sch ein t cs m ir doch, daß
m an dem gew ün schten Ziele ziem lich n ah e kom m en
kan n. A us E rfahrung k e n n t m an , daß eine S ch ien e,
die anfan gs g la tt, gerad e und g u t a u fliegen d w ar,
nach einiger Z eit stellen w eise R iffeln zeigt und von
der B e ttu n g sich ab h eb t bzw. die B e ttu n g aushöh lt.
D ie Sch ien e u n d die B e ttu n g neh m en ein A u ssehen
an bzw . zeigen F orm än deru ngen, w ie A bb. 1 in ver­
größertem M aßtabe an d eu tet.
D a s diese F orm ­
änderungen durch die B ean sp ru ch u n gen der R äd er
e n tsteh en , dürfte selb stverstän d lich sein, ebenso daß
sic desw egen die A rbeit v o rstellen , die von den
R ädern au sgefü h rt w orden ist.
E s h a n d e lt sich
zu n ä ch st darum , einen m ath em a tisch en A usd ru ck für
diese A rbeit zu finden.
W enn die R äd er über die S ch ien e rollen, w ird
jed es F läch en elem en t eine ku rze Z eit, einen M om ent,
b ela stet, um in dem n äch sten A u gen b lick e w ieder
e n tla ste t zu sein. E in e derartige p lö tzlich e B elastu n g
dü rfte als ein S toß au fgefaß t w erden, und in diesem
F alle als ein S toß zw ischen zwei u n vollk om m en
33. Jahrg. Mr. 42.
ela stisch en K örpern.
N a ch der bekannten Formel
für die S to ß w irk u n g zw isch en derartigen Körpern
ist die D e form ation sarb eit
1 Ul. • 111,
A =
— L .— ?. V j — V S) S (1 _ E » ),
2 m 1 + in 2
w orin b e d e u te t:
A
. = V erlu st an k in etischer Energie
m , und m . = die M assen der Körper,
v , und v , = die G esch w indigk eiten der Körper,
E
= S to ß cla stizitä tsk o effizien t.
S e tz t m an also die M asse des R ades m it der Achse,
M otor usw . = m t , die M asse der Schiene = m5,
v , — v s = v 0 = die G esch w indigk eit, m it der die
zu sam m en fallen d en F lä ch en elem en te belastet werden,
w ob ei v D, w ie leic h t ein zu seh en ist, von der Wagen­
gesch w in d igk eit ab h än gig ist, und gib t der Formel
folgen des A u ssehen:
so ersieht m an , daß die Form änderungen alihängen von
1. einer der W agen gesch w in d igk eit proportionalen
leb en d igen K raft,
2. dem V erh ältnis der M assen,
3. der F ed erun g z w isch en R ad und Schiene.
D ie M assen sind in der ersten P otenz, dagegen
die G esch w in d igk eiten u n d F ed erun g in der zweiten;
A end erun gen der letz ter en sin d dem nach von größerer
B ed eu tu n g un d m ü ssen sich gegen seitig entsprechen,
um bleib en d en F orm än deru ngen vorzubeugen. Man
ersieht auch, daß die M asse der Schiene konstant
sow ie m öglich st klein sein m uß , d. h. das Anbringen
v o n schw eren L asch en , U m gießungen, ungleich­
förm ige L ageru ng m uß verm ied en werden.
Das
stellen w eise A u ftreten der R iffeln erklärt sich nun
ein fach durch das W ech seln der m aßgebenden Ein­
flüsse: M aße, G esch w in d igk eit, Federung im Material,
L agerung usw .
W eil die S ch ien en ferner m it Rücksicht auf
ruhende B e la stu n g (an h alten d e W agen) berechnet
w erd en m ü ssen , für w elch e B elastu n g die bekannte
F orm el W = f (P ) g e lte n d ist, worin W = Wider­
sta n d sm o m e n t der S ch ien e und P der Raddruck
ist, ersieh t m an , daß m it w achsendem Raddruck
das W id ersta n d sm o m en t bzw . das Trägheitsmoment
auch w ach sen m uß.
D a s alles zu sam m en gen om m en ergibt, daß zur
V erm eidu ng der R iffelb ild u n g bzw. zur Verhütung
der bleib en den F orm än deru ngen überhaupt (unter
A n n ah m e,
daß W agen gew ich t,
R ad- und Fahrge­
sch w in d igk eit b e stim m t sind) die Schiene
10. Oktober 1013.
Riffelbildung auf Straßenbahnschienen.
1. kleines G ew ich t (M asse),
2. große T ragfäh igk eit (T rägh eitsm om en t),
3. große E la stiz itä t (F ed erun g)
haben muß.
Wie ersichtlich , streiten diese B ed in gu n gen gegen ­
einander. E b en fa lls sieh t m a n , daß bei den prak­
tischen Versuchen im m er m in d esten s einer dieser F ak-
Stahl und Eisen.
1729
sch litzt w urden, dauernd ohn e R iffeln blieben, w oh in ­
gegen die u n g esch ü tzten nach einer gan z kurzen
Z eit ein e stark e R iffelb ild u n g zeigten .
A u ch ältere im B etrieb e stark geriffelte S ch ienen
hab en ihre R iffeln überraschend schnell verloren.
D ie E rkläru ng hierfür dü rfte darin liegen, daß die
Abbildung 3.
Federnde Schiene nach P aten t Zell.
toren vergessen w orden is t; daher das M ißlingen der
Versuche, eine dauernd g u te G leisanlage zu schaffen.
D ie ansch einend u n verein b aren B edingu ngen
lassen sich aber w ie fo lg t v erein en : D er obere Teil
der Schiene, gegen w elch e die llä d e r rollen (der
Schienenkopf), w ird m ö g lic h st leich t un d federnd,
dagegen der u n tere T eil (S ch ien en fu ß ) m öglich st
steif und tragfäh ig g e m a c h t, d. h. n ach A bb. 2 der
Teil a sehr leich t u n d federn d durch eine besondere
K onstruktion b (du rch die W ellen lin ie an ged eu tet),
•der Teil c m it groß em T rägh eitsm om en t.
Abbildung 4.
Ansicht einer Schlitzschiene.
E ine W eise, die S traß en b ah n sch ien en n ach dieser
Methode p raktisch au szu fü h ren , ist im deutsch en
P atent 262 330* angegeben (vgl. A b b. 3 u. 4 ); sie geh t
darauf aus, durch A u f sch litzen des S ch ien en steges d icht
unter dem Sch ien en k op f den S te g in federn de T eile,
m it gebührender V erstärk un g, w o n ö tig , z u zerlegen,
wodurch eine derartige le ic h te , stark federn de und
trotzdem tragfäh ige Sch ien e e n tste h t.
M it der­
gleichen Schienen a n g e ste llte praktische V ersuche,
die seit ein paar Jah ren vorgen om m en sind , haben
diese Theorie v o lla u f b e stä tig t, in d em v o n neuen,
gleichzeitig verlegten S ch ien en d iejen igen , die gc-
♦ Vgl. St. u. E. 1913, 2. Okt., S. 10GG.
XLII.„
R äder n ic h t nur rollen, son dern auch h ü pfen und
gleiten .
D ie g leiten d e n B ew egu n gen n u tzen die
S chiene ab etw a w ie ein H ob el, die hü p fen d en B e ­
w egun gen rufen die D eform ation en bzw . die R iffeln
hervor. — D ie R egelm äß igk eit in der R iffelb i dung
dürfte daher en tsteh en , daß die R äder, w ie leic h t
ein zu sehen ist, bei den hü pfend en B ew egu n gen in
P en d elsch w in gu n gen geraten. D er Im p uls zu diesen
B ew egu n gen wird im m er an derselben S te lle gegeb en ,
z. B. durch ein en S ch ien en stoß , durch die U n ter­
b ettu n g oder U n ­
tersch ied e in der
M asse, durch U n ­
ebenheit oder U n ­
gleichförm igk eiten '¿ ff/Z ,
im M ateriale, durch
einen W alzfehler
usw ., wodurch also
die
jedesm aligen
F orm änderungen
sich aufsum m en. —
D urch etw aige D ä m ­
pfu ng der h ü p fen ­
den
B ew egungen
überw iegen die g le i­
ten d en ,
und
die
Schiene m ü ß te w ie­
der g la tt ab g en u tzt
werden. B ei elastisch er V erlegung w erden die R äder
also danach streb en , etw a vorh an d en e U n eb en h eiten ,
w ie R iffeln aus dem W alzw erke u sw ., an der F ahr­
fläch e auszu gleich en . V ersuche m it steifen S chienen,
die auf federnde U n ter b e ttu n g v e rleg t w aren , hab en
jedoch gezeigt, daß R iffeln trotzd em en tsteh en .
M an darf daher sagen, daß die H au p tu rsach e der
R iffelb ildu ng in der V erw endung zu steifer S ch ien en ,
d. h. zu w en ig federnder S ch ien en b e ste h t, und
daß das H eilm itte l hiergegen die V erw en du ng von
g esch litzten , d. h. in ihrer gan zen L än ge g le ic h ­
m äßig federnden S ch ienen ist.
221
1730
Ueber Mondgas-Anlagen.
Stahl und Eisen.
I !
O
O
0
o
P
o
O
O
o
o
33. Jahrg. Hr. 42.
u n m itte lb a r auf eine harte Unter­
la g e verlegen zu können, ist von
B e d e u tu n g für Eisenbahnen, weil
dadurch die A nschaffung und der
P
n en u n m ittelb ar auf ein e feste, harte U n ter­
lage w ie z. B. B e to n , P ack lage usw . ohn e w eich e Z w i­
schenlage w ie Schw ellen u, dgl. v erlegen k an n , w ob ei
m an nur zu zu seh en h a t, daß die S ch ien en gleich ­
förm ig anliegen.
D ie se M öglichkeit, die S ch ien en
0“
°l
°t
°l
U n ter h a lt der kostspieligen Holz­
sch w ellen fortfallen könnte. Auch
d ü rfte es m öglich werden, be­
d e u ten d härtere Badreifen, als
P P
P O
je tz t der F all ist, zu benutzen.
B eim E in k au f neuer Schienen
d ü rfte irgendein P rofil nach Abb. 5
u.
6 vorzu zieh e
v e rstä n d lich m üssen auch die
S ch ien en stö ß e federnd gemacht
w erd en , etw a nach den Vorschlä­
g en au f A bb. 7. Für alte Schie­
nen dü rfte eine Schlitzung und
V erlegu n g nach Abb. 8 zu emp­
feh len sein. D ie Schiene wird
hierbei nur da g esch litzt, wo eine
v e rm eh rte F ederung nötig ist.
D ie se A r t der Verlegung dürfte
----------------- FE&SSgS!
au ch sehr billig ausfallen, weil
..° o
o
o
o
die A rbeit m it der Schlitzung
u n d U n terstop fu n g
möglichst
Abbildung 7. Federnde Schienenstöße.
g erin g ausfällt. D ie Schlitzung
ist bisher durch Fräsen oder
U n ter V orteilen , die dergleichen federn de S ch ien en
m it dem S ch n eid bren ner ausgefü hrt worden. Mit
b e sitz en , darf auch eine g u te sch alld äm p fen d e W ir­
letzterer A rt sin d an fä n g lich infolge Wärmespan­
k u n g sow ie eine seitlich e E la stiz itä t g e n a n n t w erden,
n u n gen S ch w ierig k eiten en tstan d en , die aber über­
w odurch die W agen b eson d ersan gen eh m lau­
fen . Ferner h a t es sich h erau sgestellt, daß bei
V erw en du ng derartiger in sich selb st g en ü ­
g en d federnder S ch ienen die etw aige U n ­
Abbildung 8. Nachträgliche Schlitzung und zweckmäßige Verlegung
e la stiz itä t der U n ter b e ttu n g ohn e E in flu ß
von solchen Schienen.
ist, u n d daß m an daher m it V orteil die S ch ie­
w u n d en sin d , n a ch d em die S ch litze nicht mehr als
l 3/ i m ni b reit a u sgefü h rt w erden. E s ist noch Auf­
g a b e der W alzw erksin gen ieure, ein für Massenerzeu­
g u n g g eeig n e tes V erfahren zu finden.
U e b e r M on d gas-A n lagen .
V on S s ip i.^ n g . H . B . T r e n k l e r in B e r lin -S te g litz .
j i e im m er allgem ein er w erd en de A n w en d u n g
gasförm iger B ren n stoffe in d en feu eru n g s­
tech n isch en B etrieb en und die steig en d en P reise aller
für die V ergasun g in F rage k o m m en d en B o listo ffe
d rän gt die G aserzeu gu n gstech n ik im m er m eh r d azu ,
d en B etrieb z u verb illigen. D ie n eu zeitlich en B a u ­
arten der G aserzeuger tragen dieser F ord eru n g w e it­
g eh en d B e ch n u n g , da deren W irk u n gsgrad e sehr
h oh e sin d un d auch w ohl nur m ehr um w en ig es ver­
b essert w erd en k ön n en . D a h er g e la n g t ein e beson dere
A u sg e sta ltu n g des V ergasu n gsb etrieb es m eh r u n d
m eh r zur B e d e u tu n g , die d as Ziel v e r fo lg t, au s der
K oh le n e b e n h och w ertigem G as auch noch die
N eb en erzeu g n isse, A m m on iu m su lfat und Teer, zu
g ew in n en . E r st v o r ku rzem wurde in dieser Zeit­
sch rift* die w ir tsch a ftlic h e S eite der hier in Frage
k o m m en d en zw ei V erfah ren, der Mondgasdarstellung
u n d der H e r ste llu n g v o n G as in Zonengaserzeugern,
b e le u c h te t, w ob ei der V erfasser zu dem Schlüsse
k o m m t, daß ersteres n ic h t nur der allgemein üblichen
V ergasu n g, son d ern auch der in Zonengaserzeugern
ü b erlegen ist. D a jed o ch an jener Stelle über die
tech n isch en E in zellreiten u n d ' Betriebsergebnisse
* Vgl. St. u. E. 1913, 24. Juli, S. 1221.
16. Oktober 1913.
Ueber’’ Mondgas-Anlagen.
keine genauen A n g a b en g e m a ch t sin d , soll n ach­
stehend das M on dgasvcriahrem ein geh en d behan delt
werden.
D as nach sein em E rfin d er b en a n n te M ondgasverfaliren ist in der P ra x is b ereits vielfa ch und be­
_□
Stahl und Ejsen.
1731
ließ , die in E n g la n d g ew on n en en E rgeb n isse n ic h t
ohne w eiteres z u üb ern eh m en , sondern das V er­
fahren bei V erw en d u n g unserer d eu tsch en K ohlen sortdn un d u n ter Z ugrun delegu ng d eu tsch er W irt­
sch aftsverh ältn isse zu prüfen.
Zu diesem Z w eck e
o_
Z/
r*e
3
"1 3
Abbildung 1.
Mondgas-Anlage.
» = B unker, b = G aserzeu g e r,
c = G assam m elleitung, d = G asw äscher, e = A m m o n iak sättig er. Ci = R eserv e-G as- u n d
A m m oniakw ascher, f fi = G askühler, g gx = Z e n trifu g al-G a sw äsch er, h h» = T u rb o g eb läse. i b = L u ftv o rw ä rm e r, k *=* D am p f­
kessel m it L u ftü b e rh itz e r.
1 = K esse lk o h le n b u n k er,
m = E k o n o m iser, n = K am in ,
o — A sc h en sch ü ttelrin n e ,
p = A sc h e n ­
b u n k er und A ufzug, q = D am p fm asch in e, r — R eserv em o to r, s = 'W asch era n trieb s-T ra n sm lsslo n . t = K ü h lw e rk s- u n d H o ch beh älterp u m pen. u = L a u g e p u m p e n , v — Z lrk u latlo n sp u m p cn . w = L n u g e b eh älter. x = S äu reb eh ä lte r, y = K lärb assin s.
z = A p p a ra tu r fü r d ie S ulfatgew innun g , zx = S a iz la g e r.
sonders in seinem E n tste h u n g sla n d E n g la n d m it
Erfolg ausgefü hrt w ord en . W en n dem gegen über in
Deutschland u n d auf dem F e stla n d e ü b erh au p t nur
vereinzelte A n lagen e n tsta n d e n sin d , so lie g t dies
daran, daß sich erst v erh ä ltn ism ä ß ig sp ä t in D e u tsc h ­
land eine G esellsch aft zur A u sfü h ru n g der P a te n te
bildete,* und daß e s sich dieselb e a n gelegen sein
w urde auf der Zeche .M ont-C enis in S od in gen (W est­
falen ) eine um fan greich e V ersuchsanlage g e b a u t;
m it den dort gew on n en en E rgeb n issen sc h r itt m an
erst zürn B a u versch iedener A n lagen.
* ,Dio alleinigen Patentrechte besitzt die Deutsche
Mondgas- und, Nebenprodukten-.GeseUsuhaftVru,' b. H .,
Berlin W. 8, Kransenstr. 9/10.
.....
1732
Stahl und Ei.;en.
Ueber Mondgas-Anlagen.
B eso n d eres
33. Jahrg. Er. 42.
In ter esse
dürfte
die
Anlage eines
groß en H ü tte n w e rk es, der O esterreichischen Mannesm an n röh ren -W erk e in K o m o ta u , finden, die seit
n ah ezu ein em Jah re in ununterbroch en em und erfolg­
reich em B e trieb e ste h t. D ie d ort gew onnenen Ergeb­
n isse w erd en sp ä ter ausfüh rlich wiedergegeben;
z u v o r soll das V erfah ren un d seine A pparatur näher
b esch rieb en w erd en .
D a s W e se n tlic h e des V erfah rens ist die Gewinnung
v o n A m m o n iu m su lfa t un d T eer bei der Vergasung
der B ren n sto ffe in G aserzeugern für H eiz- und Kraft­
§
|
£
s
o
g
^
§
•o
B
|
|
jj
J
.1
.2
O
b
|
°
4
gj
-|
<
4
's
ttD
5
•f
tjä
zw eck e. T e e r b ild e t sich bei der D estillation aller
B ren n sto ffe in größerer oder geringerer Menge.
G leich e V e rh ä ltn isse b e ste h e n in den oberen Zonen
der G aserzeu ger, w o der frische B ren nstoff zugeführt
w ird. B ei der A b k ü h lu n g des G ases scheiden sich
die fein v e r te ilte n T eern eb el nach und nach vollk o m m e n a u s, u n d zw ar b eg in n t die Abscheidung in
b em erk en sw ertem U m fa n g hei e tw a 120° C, um bei
e tw a 80 ° C den H ö h e p u n k t zu erreichen. Geringe
M engen fin d e n sich je d o c h noch in dem vollkommen
k a lte n G as, da die A b sch eid u n g ohne Zuhilfenahme
v o n m ech a n isch en R ein igern k ein e vollständige ist.
M an b e n u tz t d azu Z entrifu galrein iger; som it bereitet
w eder d ie G ew in n u n g d es T eers tech n isch e Sclnvierigk e ite n , n o ch is t m it R ü ck sich t darauf der Gaserzeu gerbetrieb beson d ers au szu gestalten . Der Teer
k o m m t au ch als N eb en erzeu gn is in zw eiter Linie.
A llerd in gs soll hier h ervorgeh ob en w erden, daß beim
M ondverlah ren in folge der niedrigeren Temperaturen
in d en oberen B r en n sto ffsch ic h te n Teer in reichlieberer M enge u n d vorteilh afterer Zusammense tzu n g fä llt als b eim gew öh n lich en Gaserzeugerb etrieb .
A m m o n i a k b ild e t sich gleich falls bei der Destilla tio n der B r en n sto ffe .
B ei der E n t g a s u n g
v o n K oh len in K ok s- un d G askam m eröfen gewinnt
m a n im D u r c h sc h n itt 1 5 % des Brcnnstoffsticksto ffe s in F o rm v o n A m m on iak . E ine prozentual
g leic h e A m m o n ia k a u sb e u te w ü rd e jedoch bei der
V e r g a s u n g der K o h len n ic h t w irtschaftlich sein, da
h ierb ei eine u n gefäh r zeh n fach e Gasm engc erzeugt
w ird un d die K o ste n für deren R einigung und Kühlu n g bei der n o tw en d ig en um fangreichen Apparatur
den E r lö s a u s dem S u lfa t ü b ersteigen würden. Die
A u sb eu te an A m m o n ia k im G eneratorgas läßt sich
jed o ch durch ein e beson d ere Führung des Ver­
g a su n g sv o rg a n g es — bei reich licher Dampfzuführung
u n ter B e r ü ck sich tig u n g der dadurch notwendig
w erd en d en A en d eru n g des Gaserzeugerbetriebes —
auf 65 bis 75 % steigern . D a s G as enthält dann etwa
2 ,0 bis 4 ,0 g A m m o n ia k in 1 cbm , w om it die wirt­
sc h a ftlich e V o rb ed in g u n g für eine Gewinnung von
A m m o n iu m su lfa t g e g eb en ist. D iesen Ziffern ent­
sp ric h t ein S tic k sto ffg e h a lt v o n 0,7 bis 1,4% der
B r en n sto ffe im T ro ck en zu sta n d je nach deren Heiz­
w e rt; ein solch er is t fa st bei allen bekannten Brenn­
sto ffe n v orh an d en . N a ch den umfangreichen 1 er­
su ch en w erd en diese A u sb eu ten bei einer Sättigung der
V erg a su n g slu ft en tsp rech en d 80 bis 85° C je nach Maß-
16. Oktober 1913.
Uebcr Mondgas-Anlagen.
gäbe der versch ied en en B ren n sto ffe erreicht, w a sein e m
D am pfzusatz v o n 700 bis 1050 g /c b m L u ft en tspricht. A u f T rock en k oh le u m gerech n et ergibt dies
einen
D a m p fv er ­
brauch v o n 900 bis
1700 g bei B r a u n ­
kohlen und 1700 bis
2500 g bei S te in ­
kohlen je 1 k g v e r ­
gasten B ren n stoff.
Um dem G aser­
zeuger diese D a m p fm engen ohne S tö ­
rung bzw . M in d e­
rung des V erga­
sungsbetriebes z u ­
zuführen u n d g lc ic h zeitig eine m ö g lic h st
hohe
p rozen tu ale
D am p fzersetzu n g
und W asscrstoffb ildung zu erzielen,
verw endet d as V er­
fahren
beson dere
G aserzeu ger,
die
dem
ein treten d en
D am pf - L u ft - G e­
Abbildung 3.
m isch eine große
G lutobcrfläche dar­
bieten, u n d fü h rt das D a m p f-L u ft-G em isc h in iiberhitztem Z u stan d ein, um K o n d en sv erlu ste zu v er­
Stahl und Eisen.
1733
V orw ärm un g der L u ft ist dies v o n großer W ich tig k e it, um n ic h t zu hohe A u strittsg esch w in d ig k eiten
des W in d es herbeizufü hren , w a s leic h t z u u n v o rteil­
Bedienungsbühne der Gaserzeuger.
haftein G ang des G aserzeugers A n laß gib t. D er
K orbrost erzielt ferner eine sehr g leich m äß ige W in d ­
m eiden.
D ieser F o rd eru n g e n tsp ric h t der überaus
verteilu n g und v erh in d ert vor allem das A u ftre­
te n v o n R an dfeuer,
da sä m tlich e W in d ­
ström e n ach in n en
g e rich tet sind . A n ­
derseits ist ein z e n ­
trales H och bren nen
d es
G aserzeugers
n ich t zu b efü rch ten ,
da die eig en tü m ­
lich e A u sg e sta ltu n g
des oberen G aser­
zeu gersch ach tes m it
zen tralem V erteiler
die B ren n sto ffsä u le
in der M itte ste ts
etw a s höh er h ä lt
als am R an de. D ie ­
ser V erteiler erm ög­
lic h t ferner die E in ­
h a ltu n g einer d au ­
ernd gleich hoh en
B ren n stoffsch ich t,
Abbildung 4. Zontrifugalreinigcr.
w a s für den B etrieb
v o n großer W iclitig k e it ist.
Im üb rigen h a t der G aserzeuger ein en
hohe kegelförm ige K orb rost, der n ah ezu die d op p elte
W asserabsch lu ß und w ird bei aschenreichen B ren n ­
Oberfläche ein es D reh ro stes bei gleich em G aserzeuger­
querschnitt b e sitz t.
B e i der im m erhin ein e be­
sto ffen m it einer se lb sttä tig e n A sch en au stragu n g
g eb au t.
trächtliche V o lu m en verm eh ru n g m it sich bringenden
1734
Ueber Mondgas-Ärilägen.
Stahl und Eisen.
Z ahlentafel 1.
D at.
1.
2.
G e­
d ich tete
Rohkohle
W asser
t
%
2 0 0 ,9
1 9 9 ,1
1 5 9 ,0
3 5 ,1
3 4 ,3
3 0 ,7
3 1 ,6
3 2 ,1
3. ;
4.
1 9 6 ,7
1 9 3 ,9
5.
1 8 9 ,3
6.
1 9 2 ,1
7.
1 8 2 ,3
8.
1 9 2 ,5
9.
1 6 4 ,5
10.
11.
1 9 9 ,8
12.
2 1 0 ,7
13.
1 9 5 ,3
14.
1 9 0 ,0
15.
1 8 9 ,7
1 7 7 ,8
16.
1 7 1 ,8
17.
1 9 3 ,5
18.
2 0 5 ,1
19.
20.
2 0 3 ,7
21.
1 9 9 ,5
22.
1 9 8 ,1
23.
1 8 9 ,3
1 3 9 ,3
24.
2 2 8 ,2
25.
20.
2 2 0 ,8
1 9 8 ,8
27.
1 9 8 ,4
28.
3 1 ,8
3 2 ,9
3 4 ,4
3 1 ,2
29.
30.
31.
3 2 ,8
3 2 ,8
3 2 ,8
Z u s.
Mittel
1 9 8 ,8
2 0 4 ,4
1 9 2 ,8
5 9 7 6 ,7
1 9 2 ,8
3 2 ,5
3 2 ,1
3 1 ,3
3 1 ,3
3 3 ,9
3 0 ,2
3 2 ,2
3 2 ,0
3 1 ,1
3 2 ,5
3 2 ,5
3 1 ,0
3 1 ,3
3 2 ,5
3 0 ,7
2 9 ,5
3 0 ,2
3 0 ,2
—
3 2 ,2 2
A sche
S tick ­
stoff
G asinenge
t
%
%
cbm |24 st
1 0 4 ,8
1 3 6 ,3
1 3 2 ,0
1 2 8 ,5
1 2 9 ,5
:
B e t r i e b s e r g e b n i s s e e i n e s M o n a ts .
V ergaste
Trocken­
k ohle
1 3 4 ,2
1 2 9 ,2
3 3 ,2
1 2 3 ,8
1 3 2 ,2
1 1 3 ,0
1 3 2 ,1
1 3 4 ,4
1 3 2 ,4
1 2 9 ,2
1 3 0 ,7
1 2 0 ,0
1 1 6 ,0
1 3 3 ,5
1 4 0 ,9
1 3 7 ,5
1 3 8 ,2
1 3 9 ,6
1 3 3 ,9
. 9 7 ,2
1 5 5 ,8
1 4 8 ,1
1 3 0 ,4
1 3 6 ,5
1 3 3 ,6
1 3 7 ,4
1 2 9 ,5
4 0 5 1 ,0
1 3 0 ,7
Trocke nkohle
2 8 ,7
2 8 ,1
0 ,9 0
0 ,9 1
3 0 ,5
2 9 ,6
2 9 ,8
2 8 ,6
2 9 ,5
2 8 ,4
0 ,8 9
0 ,8 2
0 ,8 7
0 ,9 0
0 ,8 8
0 ,8 8
3 0 ,9
2 7 ,9
2 9 ,4
0 ,9 3
0 ,9 2
0 ,8 8
3 1 ,8
2 9 ,8
2 6 ,8
0 ,8 7
0 ,9 0
0 ,9 3
—
—
—
—
3 0 ,9
3 2 ,2
3 3 ,8
2 9 ,8
2 9 ,8
2 7 ,1
—
2 8 ,4
.2 8 ,4
2 8 ,6
2 6 ,3
2 8 ,7
2 8 ,7
—
—
0 ,9 4
0 ,8 8
0 ,8 5
0 ,8 4
0 ,9 2
0 ,8 8
—
0 ,8 7
0 ,9 1
0 ,9 0
0 ,9 3
0 ,9 0
0 ,9 1
—
—
—
2 9 ,3 2
0 ,8 9
—
A bgegeb en e
—
Salz f.d. t G ew onnene
Er­
Gas­
U nterer Kohle
Trokzeugte
für
erzeuger H eiz­
R ohteerkenS alzw ert des K essel­
im
m en g e
m en ge
k o h le
Gases
haus
ß etricb
kgWE
t
kS
3884
2 6 6 ,4 0 0
177 8 40
266 300
264 000
264 000
266
264
258
179
278
273
261
400
000
360
000
800
200
600
259
259
258
204
264
268
266
268
264
200
200
400
900
000
800
400
800
000
267
189
276
257
285
305
600
000
000
900
600
400
269 000
277 000
221 500
4450
2760
3213
3526
4026
4277
3600
4056
2800
4323
3953
4035
3822
4110
3866
2488
4003
4118
3914
3680
3604
4160
2470
4050
3868
3088
4276
4045
4138
3100
7 6 7 2 6,00 1 1 6 4 0 3
255 750
3755
D a s g e b ild ete M ondgas w e ist m it R ü ck sich t auf
die beson dere H a n d h a b u n g des B e trieb es bei allen
B ren n sto ffen fa st die gleich e Z u sam m en setzu n g auf,
und zw ar:
14 bis IG % C 02
11 „ 12% CO
3 „ 4,5% CK,
33. Jahrg. Nr. 42.
25 bis 27 % H 2
41 „ 4 G % N 2
m it e tw a 1350 W E im M ittel. A us d iesen Z iffern is t ohne
w eiteres zu ersehen, daß der chem isch e W irk un gsgrad
der M ondgaserzeuger, d. h. der th erm isch e W irk u n gs­
g rad b ezogen au f k a lte s u n d rein es G as, ein besserer
oder z u m in d est ein gleich g u te r is t w ie d erjen ige der
vo llk o m m en sten G aserzeuger anderer B au art.
D ie G astem p eratu r is t n atu rgem äß je n ach der
Q u a litä t der B ren n sto ffe u n d beson d ers je nach
deren F e u ch tig k eitsg e h a lt versch ied en . B ei B rau n ­
k o h len und Torf sin k t sie b is z u 100 bis 1 2 0 ° C; bei
S tein k o h len b eträgt sie in der R e g el 450 b is 6 0 0 ° C.
D a s G as g ela n g t v o m G aserzeuger zu erst in die G egenstrom -L u ftü b crh itzer; es sin d dies A p p a ra te nach
A rt
der in d irek ten K üh ler, in den en d as G as seine
E igen w ärm e an die auß en zirku lierend e L u ft ab gib t.
D ad u rch w ird n ic h t nur die g e w ü n sc h te U eberh itz u n g der h o c h g e sä ttig ten V e rgasu n gslu ft erreicht,
d a m it diese m ö g lich st heiß an die g lü h en d e B ren nsto ffz o n e g e la n g t, sondern es w ir d der V ergasu n g
a u ch n u tzb a re W ärm e zu g e fü h r t, d ie so n st bei der
—
—
—
—
—
—
—
—
—
—
—
—
—
—
—
—
—
—
—
—
—
—
—
—
—
—
—
—
—
—
—
—
2 8 ,7 3
1 8 ,0 2 0
1 9 ,5 1 0
17 5 7 0
18 96 0
19 4 0 0
19 7 1 0
9
9
9
9
3 0 ,0
2 6 ,5
—
2 5 ,0
9
9
9
9
9
9
1475
1451
1478
1495
1490
2 5 ,0
2 3 ,0
2 3 ,0
2 1 ,3
1 6 ,1
9
9
9
9
9
9
9
9
1429
2 7 ,9
2 0 ,0
2 8 ,5
2 5 ,0
2 0 ,2
12
19
20
20
' 20
19
19
580
650
720
030
100
290
950
17
20
19
19
19
19
18
19
18
16
15
14
14
16
990
080
890
190
050
580
540
620
900
160
800
450
850
950
9
9
9
9
9
9
10
10
10
17
18
19
14
950
260
110
930
9
9
9
9
573 790
18 510
—
1443
1430
1414
_
9
——
1430
1432
—
Speise­
wasser
1 1 8 ,5
1 1 5 ,6
1 1 9 ,9
1 1 5 ,7
1 1 9 ,3
1 1 9 ,0
1 1 9 ,0
1 2 1 ,0
1 2 0 ,0
9 8 ,0
1 4 7 ,5
1 1 9 ,0
1428
1429
1473
1454
—
2 6 ,2
1 9 ,1
2 9 ,1
2 9 ,5
2 3 ,8
2 6 ,2
—
1437
2 3 ,3
1468
1476
1463
1405
1 ,5
1 9 ,4
2 1 ,8
2 2 ,3
1 7 ,5
1 2 9 ,8
1 1 0 ,3
1 2 3 ,0
1 2 4 ,8
9 2 ,0
1 1 6 ,0
1 1 5 ,0
1 1 8 ,0
1 2 0 ,0
1 2 1 ,0
1 2 0 ,0
112 ,0
9 9 ,0
116 ,0
11 9 ,0
1 2 4 ,0
1 1 2 ,0
1 2 2 ,5
—
1 0 6 ,5
5 8 5 ,8
1 8 ,9
3 6 4 0 ,0
1 17,4
1430
1450
—
1456
1406
—
—
_
1450
2 4 ,7
—
K ü h lu n g d es G ases verlo ren ginge. Bei Braunkohlen
fä llt diese A p p a ra tu r m it R ü ck sich t auf die niedrigen
G astem p eratu ren fort.
V on den U eb erh itzern g e la n g t das Gas in die Vor­
oder T eerw asch er, in den en es v o n der Hauptmenge
d es T eeres b efreit und auf die seinem Feuchtigkeits­
g e h a lt en tsp rech en d e S ättigu n gstem p eratu r gebracht
w ird.
D ie se W asch er sin d liegende Apparate mit
rotieren d en S ch au felräd ern , um eine gute Benetzung
d es G ases u n d d a m it ein e reich liche Teerabscheidung
zu erzielen . R a c h D u rch strü m en dieser Wascher ge­
la n g t d as G as in äh n lich e liegende Apparate, die
A m m o n ia k w a sch er, d ie sich nur dadurch unter­
sch eid en , daß hier a n s ta tt W asser verdünnte Schwefel­
säure zum A u sw a sch en des G ases dient. Die Auf­
n ah m e des A m m o n ia k s durch die Säure ist eine selir
rasch e u n d v o llk o m m en e, da das abziehende Gas
im M ittel nur 0 ,0 2 g /c b m A m m on iak , also höchstens
1% der u rsp rü nglich v o rh an d en en Menge, aufweist.
N u n m eh r str ö m t das G as durch eine Reihe von
K ü h ltü r n fln un d sch ließ lich noch zur letzten Teer­
a b sch eid u n g , A b k ü h lu n g u n d Befreiung von der
w äh ren d des W a sc h e n s aufgenom m enen Feuchtig­
k e it durch Z en trifu gal- u n d u n ter U m ständen Trocken­
reiniger. A m E n d e ste h t ein G as von unveränderter
Z u sa m m en setzu n g b ei Außentemperatur^ (15 bis
30°. C) zu r V erfü g u n g , das m it gleichem Vorteil für
16. Oktober 1913.
Aufbereitung der Siegerländer Spaleisensteine.
die B eheizung v o n O efen u n d K esse ln aller A rt w ie
zum B etriebe v o n G asm asch in en d ienen kann.
Die A rb eitsw eise der K ü h ltü rm e ist so g e­
wählt, daß m an in dem ersten T urm ein m öglich st
heißes W aschw asser bei geringer K ü h lw irk u n g an­
strebt und erst in ein em z w e ite n T urm die K ü h lu n g
vollendet. D a s h eiß e W asch w asser v o m ersten Turm
strömt dann im R u n d la u f du rch die V orw ärm er oder
Lufttürm e, w o es die v o m G eb läse her m it A u ßen­
temperatur ein treten d e V erg a su n g slu ft erw ärm t und
dieser G elegen heit b ie te t, sich m it F eu ch tig k eit zu
sättigen. D ad u rch erreich t m a n eine große E rsparnis
an den ein gan gs e rw ä h n ten b etr ä ch tlich en D a m p f­
mengen, die für den V ergasu n gsb etrieb n otw en d ig
sind, und k ü h lt g le ic h z e itig das W asser sow eit ab,
daß es w iederu m dem K ü h ltu rm z u gefü lirt w erd en
kann. D ie dan n n och n o tw en d ig e Z u satz-D am p f­
menge w ird v o n der eigen en K essela n la g c, die zur
Bedienung des S u lfa th a u ses un d der A n trieb s­
m aschinen n o tw en d ig is t, n ach vorh eriger Zuführung
dieser A b d am p fm en gen en tn om m en .
Der A u fb au ein er M on d gasan lage is t aus A bb. 1
leicht zu erk en nen. D ie A b b ild u n g en 2, 3 und 4
zeigen A n sich ten der oben erw äh n ten A n lage der
Oestereiohischen M annesm an nröhren -W erke in K om otau. Abb. 2 is t ein e G esa m ta n sic h t u n d zeig t von
rechts n ach lin k s das K esselh a u s, die G aserzougerhalle, die W ä sch erh alle m it d avor liegen d en Zeutrifugalreinigern, d as S u lfa th a u s u n d die Teer­
destillation. A bb. 3 b ie te t ein en B lic k auf die B e ­
dienungsbühne der G aserzeu ger. A b b. 4 ist eine
Ansicht der Z en trifu galrein iger.
D ie A n lage v e ra r b e ite t ein e m in d erw ertige B rau n ­
kohle m it 15 bis 19 % A sch e, 32 b is 36 % F eu ch tig ­
keit und m it e tw a 2900 bis 3100 W E H eizw ert. D a s
Gas h at eine m ittle re Z u sa m m en setzu n g v on :
15 % CO„
13 % CO
4,5 % CH4
25 % H 2
42,5 % N 2
bei 1425 W E m ittle re m u n terem H eizw ert. J e T onn e
Trockenkohle w erd en d u rc h sch n ittlic h 2000 cbm
Gas ihrem V erw en d u n gszw eck z u g efü h rt, bei A b zu g
des gesam ten S elb stv e r b r a u c h c s
an B ren n stoff
würden 1700 cbm a b g eg eb en w erd en k ön n en . D ie
Su lfatau sb eu te b etru g im D u r c h sc h n itt des letz ten
V ierteljahres 2 7,8 k g f. d. t bei einem G eh a lt v o n
0,8 6 % S tic k sto ff in der T rock en k oh le. D ie R o h teer­
ausbeute im g leic h e n Z eitraum w ar 151 k g f. d. t
Trockenkohle.
D a s e rzeu g te S alz is t v o n gu ter
Stahl und Eisen.
1735
Q u a litä t u n d z e ig t se lten über 0 ,3 % freie Säure. D er
gew on n en e T eer w ird zum T eil im W alzw erksbetrieb e
v erw en d et, zum T eil in einer D e stilla tio n auf Teerül
und A sp h a lt v era rb eitet.
E in e gen au e U eb ersich t
über die B etrieb sergeb m sse z eig t Z ahlentafol 1.
U n ter Z ugrun delegu ng der örtlich en V erh ältnisse
ergib t sich die M öglichkeit, neb en der H erstellu n g
kosten freien G ases n och ein U eb crsch u ß au s dem
E rlö s für die N eb en erzeu gn isse zu erzielen, w ob ei
T ilgu n g u n d V erzinsung der A n la g ek o sten m it 15 %
ged eok t sind. D em gegen ü b er is t der m ittle re G as­
preis im d ortigen B ezirk 0 ,2 8 P f./c b m bei gew öh n ­
lich en G aserzeu geranlagen neu ester B a u a rt und
zw eck m äß igster E in rich tu n g.
D a s erzeu gte G as fin d et bei den versch ied en en
Wärm-; u n d G lü höfen des W alzw erkes A n w endu ng,
w o zu es sich v o rzü glich eign et. D ie G aserzeu gun g
is t leic h t den B etrieb sv erh ä ltn issen en tsp rech en d zu
regeln.
D ie G a sb esch affen h eit is t bem erk en sw ert
g leich m äß ig, w ie ü b erh au p t der B etrieb , ein m al ein ­
g e ste llt, keinerlei p ein lich e R e g elu n g erfordert. B e ­
m erk en sw ert is t sch ließ lich n och die T a tsa ch e, daß
die W irtsch a ftlich k eit der A n la g e ein e so hohe
ist,
daß se lb st bei k u rzen B e trieb sstillstä n d en
im W alzw erk die G aserzeu geranlage gleich m äß ig
w eiter betrieben w ird, um die N eben erzeu gn isse
zu gew innen.
Zum Schluß sei noch auf die V erw en d u n gsm öglich ­
k e it des M ondgases für Siem en s-M artin-O cfen h in ­
gew iesen . M an h a t geg en die V erw en du ng zu diesem
Z w eck B ed en k en g e h e g t; aber reines K oksofengas
biith ält bis über 5 0 % W asserstoff, ohn e daß ein
m indernder E in flu ß auf den ersch m olzen en S ta h l
nachw eisb ar ist. D ie s darf n ic h t überraschen, w enn
m an bei der B eu rteilu n g dieser F rage den G esam t­
w asserstoff im G ase in R ech n u n g se tz t. V ergleich t
m an z. B . gew öh n lich es G en eratorgas m it M ondgas,
so e n th ä lt letz ter es m it 2 5 % W asserstoff und bei
einer T em peratu r v o n 2 2 0 C (g e sä ttig t) e tw a 25 g /cb m
G esam tw asserstoff geg en 26 g /cb m in ein em G ene­
ratorgas m it 15 % W asserstoff u n d 100 g /c b m F e u c h ­
tig k e it, w ie es bei der V ergasun g v o n g u te n B ra u n ­
k oh len g ew on n en w ird u n d v ielfa ch im M artin ofen ­
betrieb V erw en d u n g fin d et. D ie V erb renn un gsgase
w erden daher in dieser H in sich t gleich z u sa m m en ­
g e se tz t sein, so daß bei der A rb eit m it M ondgas
w eder ein m indernder E in flu ß auf d en S tah l noch
eine schäd lich e E in w irk u n g der h eiß en A b gase auf
das Sch am ottcm au crw erk zu erw arten ist.
Z u sch riften an die R edaktion.
(F ü r die in d ie s e r A b teilu n g e rs c h e in e n d e n V eröffentlichungen ü b e rn im m t d ie R ed ak tio n kein e V eran tw o rtu n g .)
A u fb e r e itu n g d er S ie g e r lä n d e r S p a te ise n ste in e .
D ie in „ S ta h l un d E ise n “ * sein erzeit auszü glich
veröffentlichte D isserta tio n ssch rift
v o n ®r.*;3ng.
W ilh . H a r n i c k e l l e n th ä lt ein ige U n rich tig k eiten
* St. u. E. 1912, 21. Nov., S. 1949/55.
un d falsche S chlu ßfolgerun gen .
D ie A rbeit g ib t
auch kein klares B ild über das zw eck m äß igste A u f­
bereitun gsverfah ren für Siegerländer S p a teise n stein .
D er V erfasser v e rg leic h t in seiner D isser ta tio n A u f­
b ereitu n gssystem e für R o h sp a t m it A u fb e re itu n g s-
1736
Aufbereitung der Siegerländer Spaleisensteine.
Stahl und Eisen.
System en für g e rö ste te n S p a teise n stein u n d v e r ­
sch ied en e A u fb ereitu n g ssy stem e für g e rö ste te n S p a t­
e isen stein u n terein an d er, die un ter gan z versch ie­
denen V erh ä ltn issen a rb eiten u n d gan z v e rsch ied en ­
artige R oh h au fw erk e b ehan deln.
W ill m a n aber
versch ied en e A u fb ereitu n gsan lagen v ergleich en und
in b ezu g auf W irtsch a ftlich k e it, A u sb rin gen , A n ­
reich eru n g der F ertig p ro d u k te u . a. m . p rü fen , so
m ü ssen die zu b etra ch ten d en A n lagen auch u n ter
gleich en B ed in gu n gen u n d V erh ältn issen arbeiten.
D a dies allerdings, stren g g en om m en , in der P ra x is
n iem a ls V orkom m en w ird, so m ü ssen für ein en V er­
gleich versch ied en er A u fb e re itu n g ssy ste m e w en ig sten s
solch e A n la g en b e tr a ch te t w erd en , die m in d esten s
ann äh ern d u n ter gleich en B ed in g u n g en a rb eiten ;
a u ch m ü ssen die versch ied en en V erh ä ltn isse der b e­
treffen d en A n la g en beim V ergleich in R ech n u n g
g e stellt w erden.
D ie in der D isserta tio n ssch rift b esp rochenen A n ­
lagen verarb eiten jedoch gän zlich v ersch ied en es
M aterial, n äm lich ein m al g erö steten und das andere
M al un gerüsteten S p ateisen stein und auch R o h h a u f­
w erk e v o n gan z v e rsch ied en en M etallgeh alten .
U m ein en g ü ltig en V ergleich zw eier versch ied en er
A n la gen zu erh alten , m ü ß ten b eid e, u n d w äre es
au ch nur versu ch sw eise, d asselb e R oh erz erh alten ,
oder es m u ß aus den E rgeb n issen der v ersch ied en en
A u fb ereitu n gen rechnerisch e r m itte lt w erd en , w elch e
E rgeb n isse m öglich w ären , w en n die zu v ergleich en d en
A n lagen dasselb e E rz v erarb eiten w ü rden.
In der Z ah len tafel v o n H arn ick ell,* in w elcher
a lle Z ahlenw erte der fünf A u fbereitu ngen zu sam m en ­
g e ste llt sind , b efin d en sich m ehrere F ehler.
(D ie
U cbersch rift der v o r le tzte n R u brik la u te te übrigens
b esser „G ew ich tsp rozen te an F ertig p ro d u k ten “ und
n ic h t „A u sb ringen in P ro z en ten “ .)
D er S trom ­
verb rau ch der E rzsch eider in der A u fb ereitu n g B a u ­
art K rupp ist in dieser Z ah len tafel m it 19 K W ,
dev der A u fbereitu ng B a u a rt H u m b o ld t m it 105 K W
angegeben.
D ie s ist offenbar ein D ruck feh ler
und m uß 1,9 bzw . 1 ,05 la u te n .
D ie G esam tun k osten für 1 t F ertigp rod u k t in der A u fb ereitu n g
N r. 3 ergeben n ach den a n g egeb en en E in zelw erten
u n d den G ew ich tsp rozen ten F ertig p ro d u k t 3 ,20 .11
und n ich t 2 ,00 J l.
D er K raftverb rau ch der A u f­
b ereitun g der G ew erksch aft B rüderbun d B a u a rt
H u m b o ld t b eträgt n ic h t 45, son dern n ach A n gab en
der B esitzerin e tw a 36 P S . D ie s ergibt bei n e u n ­
stü nd iger B etrieb szeit 0,28 u n d n ic h t 0,38 JC K ra ft­
verb rau ch für 1 t R oh hau fw erk.
D ie Z ahlenw erte für die beiden le tz te n R ubriken
der erw äh n ten T abelle ergeben sich rechn erisch aus
den Z ahlenw erten der R u brik en 9, 10 un d 11, bzw .
v o n diesen fün f W erten sind ste ts zw ei W erte durch
die ü b rigen drei W erte rechn erisch b e stim m t. W erd en
a lso in der ersten R o h sp a ta u fb ereitu n g w irk lich B erge
m it nur 5 % M etallgeh alt a u sgew asch en , so m ü ß ten
93 (n ich t 91) G ew ich tsp rozen t F ertig p ro d u k te gc-
** St. u. E. a. a. 0 .,
S. 1952.
33. Jahrg. Nr. 42.
b ild e t w erd en , bei 9 9,2 % (n ich t 90 % ) Ausbringen.
D ie se s h o h e A u sb rin gen ist sehr unwahrscheinlich,
so daß an gen om m en w erd en k an n , daß die angege­
benen G ew ich tsp rozen te F ertigp rod u k te richtig und
der M eta llg e h a lt der B erge falsch ist. Unter dieser
A n n ah m e ergäb e sich ein M etallgeh alt in den Bergen
v o n 1 3 ,3 % (n ic h t 5 % ) und ein Ausbringen von
9 7 % (n ich t 9 0 % ) .
O der w en n die angegebenen
M eta llg e h a lte der F er tig p ro d u k te und Berge sowie
die G ew ich tsp ro zen te F ertigp rod u k te richtig wären
so m ü ß te dann ein M eta llg eh a lt des Rohhaufwerkes
v o n 3 8 ,2 7 % (n ich t 3 9 % ) und ein Ausbringen von
n a h ez u 99 % (n ich t 90 % ) angegeben werden. Dieses
hoh e A u sb rin gen w äre w ieder höch st unwahr­
sch ein lieh.
A u s den für die d r itte A u fbereitu ng angegebenen
M eta llg eh a lten ergeben sich 34 ,4 , n ich t 38 Gewichts­
p r o z en t F er tig p ro d u k te u n d ein A usbringen von 55
(n ich t 64) % , oder die M etallgeh alte des Rohhauf­
w erk s u n d F er tig p ro d u k ts und die Gewichtsprozente
F ertig p ro d u k te w erd en als • rich tig angenommen,
ergeben dann aber ein en M etallgeh alt von 22,2%
(n ich t 2 4 % ) in den B ergen und ein Ausbringen
vo n 6 0,8 % (n ich t 64 % ). Oder w en n die angegebenen
M eta llg eh a lte der F ertig p ro d u k te und Berge sowie
die G ew ich tsp rozen te F ertigp rod u k te richtig wären,
so m ü ß te sodann ein M eta llg eh a lt des Rohhaufwerks
v o n 3 6 ,2 % (n ich t 35 % ) und ein Ausbringen von
n a h ez u 5 9 % (n ich t 6 4 % ) angegeben werden. Mit
V erän deru ng der W e rte der 14. R u brik ändern sich
n a tü rlich au ch die W erte der 13. Rubrik.
D er M eta llg eh a lt der B erge der magnetischen
A u fb ereitu n g B a u a r t K rupp ist m it „über 20% “
an gegeben.
A u s den in der Z ahlentafel von Har­
n ic k e ll an gegeb en en G ew ich tsp rozen ten Fertigprodukt
u n d d en M eta llg eh a lten im R ohhaufw erk und im
F ertig p ro d u k t ergib t sieb aber ein Bergemetallgchalt
v o n 24,6 5 % , also w e it „ü b er 20 % “ .
D ie für die R o stsp a ta u fb ereitu n g Bauart Hum­
b old t in der Z a h len ta fel angegebenen Metallgehalte
ergäb en rechn erisch 5 1,3 (n ich t 48) Gewichtsprozent
F er tig p ro d u k t, bei ein em M etallausbringen von
75,75 (n ich t 71) % .
Oder w enn die angegebenen
M etallgeh alte der F ertig p ro d u k te und Berge sowie
die G ew ich tsp rozen te F ertigp rod u k te als richtig an­
gen om m en w erden, so m ü ß te sodann ein Metall­
g e h a lt des R o h h a u fw erk s v o n 38,7 (nicht 40)%
und ein A u sb rin gen v o n 73,2 (n ich t 71) % angegeben
w erd en . E s h a n d e lt sieh hier u m die Aufbereitung
der G ew erk sch aft B rüderbun d.
In dieser Anlage
w erd en jedoch d u rch sch n ittlich bedeutend ärmere
E r ze als 40 % F e + M n au fb ereitet. Am 25. Ja­
nu ar 1913 te ilte die G ew erksch aft Brüderbund der
M a sch in en b a u -A n sta lt H u m b o ld t u. a. folgendes mit:
„ D e r d u rch sch n ittlich e G eh alt des Rosteisensteins
(v o r den Sep aratoren ) b e tr ä g t: 5 0 ,3 % Fe, 9,0% Mn,
1 0 ,3 % R ü ck sta n d , also ein sehr gu tes Eisenerz.
D ie A b g ä n g e (B erge) en th ielten noch durch­
sch n ittlich etwa, 9,5 % F e un d 1,65 % Mn, welcher
M etallgeh alt w o h l v o n un gerüstetem oder nicht
Iß. Oktober 1913.
Aufbereitung der Siegerländer Spateisetisteine.
genügend g erö stetem S p a t lierrüliren w ird.
D er
Kraftbedarf b eträgt 19 A m p bei 1000 V , derjenige
der drei m a g n etisch en S ch eid er 15 A m p bei 70 V.
Durchschnittlich w erd en zw ölf A rbeiter b esch äftigt,
die den Transport u n d die m agn etisch e A ufberei­
tung bedienen. A n L öh n en w erd en für die zeh n­
stündige S ch ich t 36 M bezah lt. E b en so erfordert
der M aterialienbedarf rd. 1 J i u n d der V erschleiß
bzw. die R eparaturen in der zeh n stü n d igen Schicht
durchschnittlich e tw a 5 i t . “
D a nach w e iter en A n gaben der G ew erkschaft
Bruderbund au s 100 t R oh h au fw erk 3 6,4 t F ertig ­
produkte m it 5 9 ,3 % M etall gew onn en w erden, und
der M etallgehalt der B erge nu r 1 1 ,1 5 % beträgt,
so folgt daraus, daß der M etallgeh alt des R oh h au f­
werks 28,7 % b eträ g t.
D er in der D issertation
angegebene M etallgeh alt für das R oh h au fw erk dieser
Anlage ist also m it 40 % u m rd. 10 % zu h och an­
gegeben.
E s ergeben
d ie v o n der G ew erkschaft
Bruderbund an gegeb en en Z ahlen ein M etallau s­
bringen v o n 75,4 % . D ie A u fb ereitu n g B rüderbund
ist auch ta tsä c h lich für ein R o h h au fw erk von rd. 30 %
Metall geb au t und m u ß so m it bei B etrach tu n g der
A u fbereitungskosten auch die für ein e g u te Ver­
arbeitung solch arm en M aterials erforderliche um ­
fangreichere A n lage b erü ck sich tig t w erden. M üssen
daher der um fan greich en Z erk leineru ngsan lage w egen
bei einem ärm eren H a u fw e r k die A u fb ereitu n gs­
kosten f. d. t R o h h au fw erk u n b e d in g t größer sein,
so erhöhen sich die U n k o ste n f. d. t F ertigp rod u k t
noch bedeutend er, da m a n w en iger F ertigp rod u k te
aus einem ärm eren H au fw erk e erzielen kann. E s
ist d u r c h a u s f a l s c h ,
d ie
A u fb e r e itu n g s k o s te n a u f d ie B a u a r t d e r A u f b e r e it u n g s ­
a n la g e a l l e i n z u r ü c k z u f ü h r e n .
E s w ird in der A u fb ereitu n g B rüderbund beinahe
so arm es M aterial v e r a r b e ite t, w ie es a u s der A u f­
bereitung B au art K rupp au f die H a ld e geb rach t wird,
nämlich m it nur 28,7 % M etall — die B erge der
A ufbereitung B a u a r t K rupp en th a lte n 2 4 ,6 5 %
M etall— , w äh rend in der A u fb ereitu n g B a u a rt Krupp
sehr reiches M aterial m it 48 % M eta llg eh a lt v e r ­
arbeitet wird. D aß für m etallreich eres R oh hau fw erk
die A u fb ereitu n gsk osten niedriger sein m ü ssen , ist
doch selb stverstän d lich , und m a n k a n n a u s d e n
A u f b e r e i t u n g s k o s t e n f. d. t F e r t i g p r o d u k t e
a l le i n u n m ö g l i c h S c h l ü s s e ü b e r d i e A u f ­
b e r e itu n g s s y s te m e z ie h e n .
Man sicht auch aus den Z ahlen au f den ersten
Blick, daß die elek trom agn etisch e A u fb ereitu n g B a u ­
art H um bold t b ed eu ten d bessere E rgeb n isse liefert.
D ie A nreicherung in dieser A n lage b eträgt nach
den Zahlen v o n H a rn ick ell 19, näm lich 59 % M etall
in den F ertigp rod uk ten u n d 4 0 % M etall im R oh ­
haufwerk; in W irk lich k eit b e tr ä g t nach den von
der G ew erkschaft B rüderbun d a n gegeb en en Zahlen
die Anreicherung sogar 30 ,6 , näm lich 5 9 ,3 % M etall
in den F ertigp rod u k ten un d 2 8,7 % M etall im R olihaufwerk, w ährend in der elek trom agn etisch en A u f­
bereitung B au art K rupp nach den v o n H arn ick ell
XLII,,
Stahl und Eisen.
1737
angegebenen Z ahlen nur eine A n reich erun g v o n 10 %
erfolgt, näm lich 58 % M etall in den F ertigp rod u k ten
u nd 4 8 % M etall im R oh h au fw erk . Im A usbringen
b esteh t nur ein U n tersch ied zw isch en 75,75 bzw .
75,4 zu 84,45 % .
W ill m an die W irk sam keit einer A u fb ereitu n g
für ein b estim m tes E rz n ich t nach den z w ei Zahlen
— A nreicherung und A usbringen — b eurteilen ,
sondern nur durch e in e Zahl ausdrücken, so schlagen
w ir vor, das A u sbringen an M etall in dem F er tig ­
produ kt und das A usbringen an R ü ck stä n d en in den
B ergen zu berechnen und hierau s das D u rc h sch n itts­
ausbringen zu bestim m en . D ie id eale A u fb ereitu n g
für S p ateisen stein ergäbe 1 0 0 % M etallau sb ringen
bei höch ster A nreicherung, d. h. bei 1 0 0 % R ü c k ­
stand sausbringen in den B ergen.
D a s D u rc h ­
schn ittsausbrin gen an M etall u n d R ü ck sta n d w ä re
also 100, d. h. das H au fw erk w äre id eal g e tre n n t
in reinen R o stsp a t — frei v o n R ü ck sta n d — und
in m etallfreien R ü ck stan d (frei v o n säu relöslichen
Su bstanzen ).
D a s D u rchsch nittsausbringen an reinen S to ffe n
g ib t also die G üte oder die W irk sam k eit (W irk ungs­
grad) einer A u fb ereitu n g in bezug a u f T ren nun g
der versch iedenen P rod u k te an.
F ü r eine A u fb ereitu n g, in der das-R oh h au fw erk
in m ehr als zw ei P rod u k te zerlegt w ird, z. B . B le i,
B len d e, S p ateisen stein und B erge, gäb e das e rm itte lte
D u rch sch n iitsäu sb rin gen an reinen S to ffe n eb en falls
den W irkungsgrad der in der A u fb ereitu n gsan lage
erreichten T rennung dieser versch ied en en P ro d u k te
für das betreffende E rz an.
A us einer A n zah l A n alysen g e h t hervor, daß in
100 % reinem R o stsp a t (säu relöslicher S u b sta n z )
66 % F e u n d M n e n th a lte n sind , so daß m an m it
dieser Zahl die R ü ck stä n d e in den versch ied en en
P rod u k ten , v o n denen der M etallgeh alt b e k a n n t is t,
berechnen kan n, gleiche R ö stu n g vo ra u sg esetzt.
B etra ch tet m an also die v o n H arn ick ell an ge­
füh rten beiden elek trom agn etisch en A u fb ereitu n gen
näher, so ergeben sich die in Z ah len tafel 1 an ge­
gebenen W erte.
D a s D u rchsch nittsausbringen (oder der A u f­
bereitungs-W irkungsgrad in bezu g auf T rennung
der P rod u k te) der A u fb ereitu n g K ru pp b eträ g t a lso
76,85 und das der A u fb ereitu n g B au art H u m b o ld t
beträgt 84,55.
D ie W irtsch a ftlich k eit, auf die es le tz te n E n d es
doch nur ank om m t, ist m it den A u fb ereitu n gs­
k osten für eine T onn e F ertigp rod u k te n ic h t allein
gek en n zeich n et. E s m uß vielm eh r der G ew inn be­
rechnet w erden aus dem W ert der g ew on n en en F er tig ­
p rodu kte, verm ind ert u m die g e sa m ten A u fb ereitu n gs­
kosten . U m den R ein gew in n z u erm itteln , m ü ß ten
natürlich F örd erk osten , R ö stk o ste n u. a. m . a b ­
gezogen w erden.
W ill m an n u n zw ei versch ied en e A u fb ereitu n g en ,
die zw ar R oh hau fw erk v o n v ersch ied en en M etall­
g eh alten aber v o n so n st gleicher B e sc h a ffen h e it,
z. B . gleiche R ö stu n g und gleich e V erw ach su n g, v er222
1738
Aufbereitung der Siegcrländer ßpaleiscnsteinc.
Stahl und Eisen.
Zahlentafel 1.
A u s b r in g e n v o n A u f b e r e itu n g e n .
P
CI
N
£
U c.
»
M etallgeh alt
ln
%
absolut
o
M etallgehalte nach Harnickcll
70
58
B e r g e ............................
30
24,65
H au fw erk ......................
100
Bauart Krupp,
wenn das Haufwerk Bru­
derbund verarbeitet würde
SS £
£ 2.
o ja
:3
«
ö
Metall
bringen
8,5
84,45
—
11,2
18,8
—
68,85
48
48,0
72,7
27,3
46
30,3
B e r g e ............................
48,7
20
6,7
14,7
40
40,0
100
aus-
stand
7,4
59
Fertigprodukt . . . .
30,4
59,3
B e r g o ............................
63,6
11,15
2 8 ,7
21,6
5,3
Durch­
schnitts-
¡Rück­
61,5
51,3
100
Ausbringen
an
40,G
Fertigprodukt . . . .
H au fw erk.......................
•eä
CO£■
Fertigprodukt . . . .
H aufw erk.......................
Metallgehalte nach Gew.
Brüder bund
3 "
a
KE ,
s
t
j o
5 iE
O —
Bauart Krupp.
Metallgck lto nach Harnickell
33. Jahrg. Nr. 42.
1 76,65
—
75,75
—
34
—
88,5
60,7
39,3
—
—
32,8
3,6
75,40
—
7,1
10,75
52,85
—
93,7
28,7
43,55
56,45
—
5,5
Fertigprodukt . . . .
33
55
18,15
27,5
63,2
-
B e r g e ............................
67
15,75
10,55
16
51
—
90,4
H au fw erk.......................
100
28,7
28,7
43,5
56,5
—
—
1 81,13
1 81,55
J 76,8
a r b e ite n , in bezug auf "W irtschaftlichkeit prüfen, so
k a n n m an un ter B erü ck sich tigu n g des betr. D u rch ­
sc h n ittsa u sb r in g en s rechnerisch erm itteln , w elcher
M etallgeh alt in den F ertigp rod u k ten und in den
B ergen bei dem selb en M etallgeh alt im R oh h au fw erk
in der betreffen d en A u fbereitu ng erzielt w ürde.
W enn in der A u fb ereitu n g B a u a rt K rupp d as­
selb e H au fw erk w ie in der A u fb ereitu n g H u m b o ld t
v e ra r b e ite t w ü rd e, so k ö n n ten bei dem betreffen d en
D u rch sch n ittsau sb rin gen der A n lage v o n K rupp
nur 33 G ew ich tsp rozen t m it nur 55 % M etall, bei
e in em M etallgeh alt in den B ergen v o n m in d e ste n s
1 5 ,7 5 % erzielt w erden.
V o llstä n d ig rech t g eb en w ir H arnickell, wenn er
sa g t, daß die A n reich erun g der Spateisensteine im
S iegerlan d e tw a s stiefm ü tterlich behandelt wird. Denn
v ie le G ruben m ü ß ten ihren B etrieb durch zweckent­
sp rech en d e A u fb ereitu n g des R ostsp ates wirtschaft­
lich er g e sta lte n .
E r h a t aber unrecht, wenn er
b e h a u p te t, daß bis je tz t säm tlich e Verfahren durchaus
n ich t dem C harakter des dort vorkom m enden Eisen­
ste in s a n g ep a ß t w ären . H arn ick ell verweist hierbei
au f den K u p fergeh alt des Spateisensteins.
Der
K u p fergeh alt h a t je d o c h sch on längst in den Auf­
b ereitu n gen B a u a rt H u m b o ld t Berücksichtigung
gefu n d en .
D u rch E in b a u v o n Lesevorrichtungen
E s ergeben sich in Z a h len ta fel 2 die A u fb erei­
tu n g sg ew in n e bei je 100 t vera rb eitetem H au fw erk :
is t es m öglich , k u p ferh altige R ostspatstücke auszu­
sch eid en .
E in e w esen tlich e Kupfcranreichcrung
fin d e t sod ann durch die R ostspataufbereitung in
den a u fb ereiteten R ostspatfertigp rod ukten nicht
Zahlentafcl 2.
A u f b e r c it u n g s g e w in n e .
F ertigp rod u kt
11: n°
* £
° o.
O
1. Bauart H um ­
boldt . . . .
2. Bauart Krupp
36,4
33,0
1?
VüV
h
' <—
Ei ?
o
in
i» %
in J t
59,3
55
17,20; 626
15.60; 515
¿0
.
= 2 “
■tlo
ja
in J l
«
a
aJ.EC
5^ *
«Oin
Jt
140 486
89,5 425,5
E s verb leib t also bei V erarbeitun g v o n 100 t
R oh erz in der A n lage m it den höh eren A u fb ereitu n g s­
k o sten ein um 00,5 J l höherer R ein gew in n als in
d er A n lage m it den niedrigeren A u fb ercitu n gsk osten .
D ie in der v e rö ffen tlich ten D isser ta tio n e n th a l­
te n e B eh a u p tu n g ,
daß
die elek trom agn etisch en
E rzsch eider noch w eit em pfindlich er gegen u n gen ü ­
gen d e K lassierun g des S ch eid egu tes in v ersch ied en e
K orngrößen w ären als S etzm asch in en , tr ifft all­
g e m ein n ich t zu. T atsäch lich w erd en a u ch in elek tro ­
m a g n etisch en R o stsp a ta u fb ereitu n g en w eniger K orn­
k la ssen g e b ild et als in n aß m ech an isch en A u fb erei­
tu n g en m it S etzm asch in en , w ie ja auch a u s der
D isserta tio n ssch rift h ervorgeht.
sta tt. Z. B . is t fe stg e ste llt w orden, daß in der von
H arn ick ell an gefü h rten elektrom agnetischen Rostsp a ta u fb ereitu n g B a u a r t H u m b old t der Kupfcrg e h a lt der F ertig p ro d u k te v o m
Separator I ..................
„
I I ..................
„ II I . . . .
.
0,228 %
0,202 %
0,217%
b e tr ä g t, w ah ren d der K up fergeh alt des sämtlichen
R o stsp a te s, au ch des un aufb ereiteten guten Rost­
sp a te s dieser G rube, 0,2 1 4 beträgt.
Diese Zahlen
ergeben sieh aus lß m o n a tig e m D urchschnitt. Neuer­
d in gs g e h t m a n a u f größeren Gruben im Sieger­
lan d d azu über, den un gerösteten Spateisenstein
ein er r a tio n ellen S ch eid u n g z u unterziehen.
So
w erd en g eg en w ä rtig au f den Gruben der Gewerk­
sch a ften S to rch & Schön eb erg, Eisenzecherzug, und
B rüderbun d
R o h sp a tsep a ra tio n en von der Ma­
sc h in e n b a u a n sta lt H u m b o ld t errichtet, in denen
u. a. auch k u p ferh a ltig er S p a t ausgehalten werden
k a n n . E s sin d a u ch schon m annigfache Versuche
größeren S tils vorgen om m en worden, den Kupfer­
g e h a lt im S p a teise n stein m aschinell durch elektro-
16. Oktober 1909.
Aufbereitung der Siegerländer Spateisensieine.
magnetische S eparatoren zu verringern. D iese V er­
suche hab en auch g ü n stig e E rg eb n isse geliefert.
Der K upfergehalt w u rd e au f 0,07 % herabgedrückt.
Es ist jedoch w eg en der in n igen V erw ach su ng des
Kupferkieses m it S p a t fa st im m er ein e Zerkleinerung
bis etw a 1 m m (h äu fig sogar n och feiner) erforderlich.
Dies m acht m it der dan n erforderlichen anschließenden
Böstung und A gglom erierun g oder B rik ettierun g
der separierten fein k örn igen R oh sp atp rod u k te diese
Art der K upferverringerung für Siegerländer V erh ält­
nisse ebenso z w eife lh a ft ren ta b el, w ie das v o n H ar­
nickell vorgesch lagen e V erfahren, n äm lich F einzerklei­
nerung der R oh erze, R ö stu n g dieser fein gem ah le­
nen Erze u n ter L u fta b sch lu ß , M agn etisch e S ep a­
ration, A gglom eration oder B rik ettieru n g. So ein ­
fach, w ie H arn ickell es d a rstellt, ersch ein t es uns
nicht, den fein en S p a t un ter L u fta b sch lu ß zu rösten,
ohne ihn dabei zu agglom erieren. U . E . g en ü gt in
den m eisten F ä llen ein e zw eck m äß ige H an d sch ei­
dung vor und n ach der R ö stu n g , um ku pferh altige
Spatstiicke au szu h alten . D er K u p fergeh alt in den
F ertigprodukten w ird d an n se lte n 0 ,2 2 % über­
steigen.
W enn ein e R o h sp a tsep a ra tio n , w ie au f Storch &
Schöneberg, E isen zech erzu g und B rü derbun d, v o r ­
gesehen w ird, so daß auch hierb ei un ter anderem
kupferhaltige S p a tstü ck e ausgelesen w erd en können
und sodann in der n ach g u te r R ö stu u g folgen den
elektrom agnetischen R o stsp a ta u fb ereitu n g rationelle
L esevorrichtungen ein geb au t w erd en , so ist dam it
wohl den Siegerländer V erh ältn issen gen ü gen d R ech ­
nung getragen.
Zur aufgew orfen en F rage, w elch es A u fb ereitu n gs­
system für R o stsp a t im Sicgerlan d e das zw eck ­
m äßigste ist, sei folgen d es b em erk t:
E s ste h t fe st, d aß u n ter g leich en V erh ältn issen
in bezug au f L eistu n g , A nreicherung und A u s­
bringen die g e sa m ten A n sch affu n gsk osten einschl.
G ebäuden, K lärteich en usw . u n d auch die A u f­
bereitungskosten (n am en tlich L öh n e) bei der elek ­
trom agnetischen R o stsp a ta u fb e re itu n g geringer sind
als bei der n aß m ech an isch en R ostsp a ta u fb ereitu n g .
Aus dem U m sta n d , daß es im S iegerlande noch
Setzm asch inen g ib t, k a n n n ic h t der S chlu ß gezogen
werden, daß die e lek trom agn etisch en Scheider die
Setzm aschinen n ic h t in den H in tergru n d bezüglich
R ostsp atau fb ereitu n g g ed rä n g t h ä tte n .
Für R oh­
spatseparation w ird näm lich die S etzm asch in e,
sofern es sich um die A u ssch eid u n g v o n B ergen und
nicht etw a u m die A u ssch eid u n g v o n K up fer h an d elt,
immer die O berhand b eh alten .
Auch für R o stsp a tsep a ra tio n ist m itu n te r zu er­
wägen, ob ein e k o m b in ierte, elek trom agn etisch enaßm echanische A u fb ereitu n g zw eck m äß ig w äre.
A llerdings n ic h t, , w ie in der D issertation ssch rift er­
wogen w ird, näm lich u m die gröberen S orten auf
Setzm asch inen und die fein eren S orten a u f elektro­
m agnetischen Scheidern zu b eh an d eln , sondern nur
um die B erge der e lek trom agn etisch en A u fb ereitu n g
nachzuw aschen,
da in
d enselben m itu n te r w egen
Stahl und Eisen.
1739
sch lech ten B ö stg a n g es, der doch auch o ft u n ver­
m eid lich ist, n am en tlich in den sogen an n ten K n och en ­
öfen, v ie l u n gerösteter bzw . sch lech t g erö steter un d
auch g u t gerösteter, aber schw er m agnetisierbarer
S p a t en th a lte n ist. E s ist n ich t angän gig, in einer
R o stsp a ta u fb ereitu n g un gen ü gen d gerösteten und
schw er m agn etisierb aren S p a t a u f elek trom agn e­
tisch en E rzseh eid em durch stark e M agnetisierung
z u separieren, da durch die starken M agnetfelder
v iele B erge, die ganz geringen E isen g eh a lt durch
w enig an h aften d en R o stsp a t b esitzen , m itg ezo g en
würden. A u f der S etzm asch in e ist e in e G ew in­
nu ng dieses S p a tes jedoch leich t m öglich . E s sind
auch in dieser R ich tu n g größere V ersuche m it
g u ten E rfolgen gem ach t w orden, die die Z w eck­
m äß igk eit einer klein en N ach w äsch e für die B erge
b ew iesen haben.
E s w ird also folgen d e B eh an d lu n g des S p a tes
un ter B erü ck sich tigu n g der Siegerländer V erh ältn isse
zw eck m äß ig sein:
1. R o h s p a t s e p a r a t i o n :
a) L esevorrich tu n gen fü r grobkörniges M ate­
rial, um ta u b e s M aterial e v tl. k u p ferh al­
tigen S p a t auszu lesen u n d Sortierung in
reichen und arm en S p a t vorzu n eh m en .
b) F eink örn iges M aterial auf S etzm asch in en
zu behandeln.
c) G egebenenfalls E lek trom agn etsch eid er für
au sgelesen en k u p ferh altigen S p a t, z. B . auf
, elek trom agn etisch en N aß scheid ern.
2. R ö s t u n g in d e n ü b l i c h e n O e f e n :
D u rch die V orbehan dluu g in der R o h sp a t­
separation w ird ein besserer G ang der O efen
erzielt. R eich er und arm er S p a t k ön n en für
sich g erö stet w erden.
U n terh alb der R ö s t­
öfen sind zw eck m äß ige V erlad eein richtun gen
anzuordnen, die g leich zeitig b e n u tzt w erd en
kön n en ,
v erein zelte
v erw ach sen e
S tü ck e
(K n och en ) auch aus dem M aterial au szu h alten ,
das au s den O efen des reichen S p a tes k om m t.
D a s M aterial au s den K n ochenöfen g ela n g t
ohne w eiteres in die m agn etisch e R o s tsp a t­
aufb ereitu ng.
3. R o s t s p a t a u f b e r e i t u n g .
a) L eistu n gsfäh ige ein fach e elek trom agn etisch e
E rzscheider.
b ) L esevorrich tu n gen , um den fertigen R o st­
sp at m öglich st grob stü ck ig z u erh alten und
k u p ferh altigen S p a t sow ie un gerü steten ,
ü b erhau pt schw er m agnetisierbaren S p at
auszu halten .
c) G robkornseparatoren, d is M aterial bis etw a
50 m m K orngröße v erarb eiten kön nen.
d) Z w ischenp rod uk tsystem e.
e) S etzm asch in en , um
u n gerösteten
b zw .
sch lech t gerösteten und schw er m agn etisier­
baren S p at u n d au ch K ok s z u g ew iu n en .
D ie D urchfü hrun g der oben angegebenen B e ­
h an dlun gsart kann natü rlich sehr v ersch ieden — m eh r
1740
Aufbereitung der Siegerländer Spateisensleine.
Stahl und Eisen.
oder w en iger w e itg eh en d — v orgen om m en w erden.
E s sin d hierfür ö rtlich e V e rh ä ltn isse u n d M aterial­
m en gen z u berü ck sich tigen .
C ö l n - K a l k , im Mai 1913.
*
*
Maschinenbauanstalt
Humboldt.
*
In d em A u szu g m ein er D isser ta tio n ssch rift sin d
n u r v ier un d n ic h t fü n f A nlagen beschrieb en , und
zw ar ein e n aß m ech an isch e für R o h sp a t, ein e n a ß ­
m ech an isch e für R o stsp a t u n d zw ei e lek trom agn etisch e
für R o stsp a t. In der Z a h len ta fel ist hei der D ru ck ­
leg u n g vergessen w orden, v o r die d r itte Z ahlenreihe
„ a u f R o s t b e z o g en “ zu se tz e n , ferner b ezieh t sich
„ v o n R o s tsp a t“ bereits au f die z w eite besch rieb en e,
in v o rsteh en d er Z u sch rift als d ritte b czeich n ete
A n lage. D ie M asch in cn b a u a n sta lt H u m b o ld t stü tz t
sich z u sehr au f die W erte der Z ah len tafel, die nur
der besseren U eb ersich t halb er z u sa m m en g estellt
sin d ; im T e x t sind die W erte in w eiteren G renzen
g eh a lten . D ie A n gab en 19 und 105 K W S tr o m v er ­
b rauch für Erreger sin d D ru ck feh ler; es m u ß n a tü r ­
lich 1,9 und 1,05 h eiß en , w ie in der Z u sch rift rich tig
b em erk t w ird, au ch m u ß es JC 3,20 s ta tt M 2,60
h eißen für K o sten f. d. t K on zen tra t bei der zw eiten .
A n lage und .11 3,46 f. d. t K o n z en tra t bei der A n lage
H u m b o ld t, w as sich aus ein fach er B erech n u n g er­
g ib t. (L etztere F eh ler sin d bei einer A b sch rift u n ter­
gela u fen .) D ie M. A. H . g la u b t ferner F eh ler a u fzu ­
d eck en , in d em sie fe stste llt, daß d ieW erte v o n R u brik 9
bis 15 n ic h t den E rgeb n issen seiner R ech n u n g e n t­
sp rechen. T atsäch lich b e ste h t ein M iß verh ältn is z w i­
schen A u sb ringen u n d den an gegeb en en M etallgeh al­
te n , w a s auch w ohl b egrü n d et ist. D ie W erte in
R u brik 14 — A u sb ringen in P ro zen ten oder, w ie in
der Z usch rift vorgesch lagen , „ G ew ich tsp ro zen te an
F ertig p ro d u k ten “ — sind n ic h t „ a u sg erech n et“ , v ie l­
m ehr en tsp rich t das A u sbringen ta tsä ch lich den B e ­
triebsergeb nissen längerer Z eiträum e. B ei den n a ß ­
m ech an isch en A n lagen ist es ü b erh au p t au sgesch los­
sen , das A usbringen rechnerisch led iglich aus den
A n alysen zu erm itteln , d a b eträ ch tlich e V erlu ste
durch die fein en S ch läm m e en tste h e n .
B ei der
ersten A n lage b eträgt der M etallgeh alt der B erge
ta tsä ch lich nur 5 % , auf R o s t u m gerechn et e tw a 7 ,4 % .
B ei der zw eiten A n lage, n aß m ech an isch e A u fberei­
tu n g v o n R o stsp a t, k om m en auf 33 t R oh hau fw erk
12 bis 13 t K on zen trat, das A u sb ringen sch w an k t
also zw isch en 36,3 u n d 39,3 % . B ei der K ru p p ­
schen A n lage blieb der M etallgeh alt der F e r tig ­
p rod u k te ziem lich gleich m äß ig, d agegen sch w a n k te
der der B erge b eträch tlich . D er D u rc h sch n itt von
24,65, w ie ihn die M. A. H . b erech n et, ist jed en fa lls
zu h och gegriffen.
Im Som m er 1911 w u rd e m ir von der V erw altu n g
der G ew erksch aft B rüderbun d freu n d lich st Z ahlen­
m a teria l über die elek trom agn etisch e A n la g e zur
V erfü gun g g e ste llt.
F ü r Strom verb rau ch w u rd en
42 P S an gegeben. T atsäch lich reich ten 42 n ic h t aus,
v ie lm e h r m u ß te ich 45 P S an n eh m en .
A u ch die
üb rigen A n gab en w aren teilw eise zu g ü n stig und e n t­
33. Jahrg. Nr. 42.
sp rachen n ic h t den E rgeb n issen , w ie sie während
der Z eit m ein er B e o b a c h tu n g erlangt wurden. So
ist es m ir n ic h t g elu n gen , auch nur eine Probe von
A b g ä n g en z u e n tn eh m en , die unter 1 5 % Metall­
g e h a lt h a tte , v ielm eh r w ar der Durchschnittsgehalt,
w ie an gegeb en , 18 b is 2 0 % .
Außerdem wurden
reichere E rze a u fb er e ite t, als sie die M. A. II. mit
. 28,7 % a n g ib t. H a t diese bei ihrer Berechnung der
A n a ly se des R o h m a teria ls auch berücksichtigt, was an
g u tem und an m a n g e lh a ft geröstetem Spat auf den
K la u b tisch en a u sg eh a lten w ird ? D ieE rgebnisse, die die
M. A . H . für A n la g e B rüderb u n d anführt, sind demnach
für m ich n ic h t m aß geb en d . D a ß bei den Setzmaschinen
d as G ut besser k la ssiert w ird als bei den Scheidern,
ist k ein e W id erlegu n g m ein er B ehaup tun g, daß die
letz ter en em p fin d lich er sind gegen u n g e n ü g e n d e
K lassieru n g des S ch eid egu ts.
Bei den elektro­
m a g n e tisc h e n A u fb ereitu n gsan lagen sieht man wohl
led ig lich au s R ü ck sich ten auf W irtschaftlichkeit wegen
z u h oh er A n la g e k o sten v o n einer w eitgehenden Klassie­
rung ab.
D er K u p ferg eh a lt, u m den es sich hier handelt,
rü h rt v o n im S p a t fein v e rte ilte n Kupfererzen her.
E in A u sh a lte n derartiger S tü ck e ist nicht möglich.
G rößere S tü ck e v o n K up fererzen wurden von jeher
a u f sä m tlich en G ruben schon w egen des höheren
W ertes d es K up fers a u sgeh alten ; es ist dieses Ver­
fahren also k ein e beson d ers originelle Eigenheit der
A u fb ereitu n g sa n la g e v o n Brüderbund, wie es die
E in sen d erin der Z u sch rift gern hinstellen möchte.
Sie g la u b t, daß ein R ö sten von fein zerkleiner­
te m S p a t u n ter L u ftab sch lu ß schw ierig sei, weil
die G efahr des A gglom erierens sehr nahe liege.
D a , w ie b ereits erw ä h n t, ein e vollständ ige Vertrei­
b u n g der K oh len säu re sch on bei einer Temperatur
v o n 600 bis 700° C sta ttfin d e t, anderseits eine Sin­
teru n g, in diesem F a lle ein Agglom erieren, erst nach
1 1 0 0 “ C e in tritt, so is t obige B efürchtung unbegrün­
det. E s sin d au ch b ereits V ersuche im großen mit
befried igen d en E rg eb n issen vorgenom m en worden,
doch darf ich darüber k ein e V eröffentlichung machen.
D ie M. A. H . zie h t au ch die W irtschaftlichkeit des in
m ein er A rb eit vorgesch lagen en Verfahrens in Zweifel.
S ie sa g t aber selb st, daß die W irtschaftlichkeit eines
V erfah rens durch die U n k o sten allein nicht gekenn­
z eich n e t ist, daß vielm eh r der G ewinn ausschlag­
g eb en d ist. D er h o h e W ert v o n Erzbriketts, beson­
ders in d iesem F a lle der beschriebenen Rostbriketts,
ste llt, v o m h ü tten m ä n n isch en Standpunkt aus be­
tr a ch te t, je d o c h au ß er allem Zweifel.
D ie F ir m a H u m b o ld t ergeht sich in ihrer Erwide­
rung, in der sie ü b rigen s w oh l etw as selir pro domo
sp rich t, in ein em V ergleich der beiden Bauarten Krupp
und H u m b o ld t. S ie v e rü b e lt es m ir, daß ich so verschie­
dene A n lagen verg leich en d gegenüberstelle, und hält
es für n ö tig , daß zw ei A n lagen , w enn auch nur probe­
w eise, d asselb e E rz verarb eiten , um einen Vergleich
a u fstellen zu k ön n en . E s is t daher sehr gewagt, aus
den E rg eb n issen von H u m b o ld t und Krupp, die
u n ter v ersch ied en en B ed in gu n gen zustande gekommen
Aufbereitung der Siegerländer Spateisensteine.
16. Oktober 1913.
sind, einfach berechn en zu w ollen , w ie u n gü n stig die
Anlage von K rupp m it dem E rz v o n B rüderbun d
arbeiten w ürde. So e in fach liegen die Sicgerliinder
Verhältnisse n u n doch n ic h t, gan z abgesehen davon,
daß der V ergleich n ic h t gan z u n p arteiisch gezogen ist.
Bei einem k om b in ierten V erfahren is t ein V er­
arbeiten der fein eren K orn k lassen auf dem elektro­
m agnetischen S ch eider a u s versch ied en en G ründen
zu em pfehlen, ein m al w e il die fein en S ch läm m e son st
verloren gehen, sod an n arb eiten die S etzm asch in en
nicht m ehr so g u t w ie bei den m ittle re n K ornklassen,
ferner ist das fein e M aterial besser aufgeschlossen
a ls das grobkörnige. D a sch ließ lich auch n och die
lästigen K lärteiche u m ein B ed e u te n d e s verm in d ert
werden können, versp rich t ein e derartige K om b in a­
tion, ertragsfähig zu sein. Z w eifellos ist es m öglich,
den M etallgehalt der B erge durch N a ch w asch en in
Setzm asch inen z u verm in d ern ; es w ird sich aber
wohl niem als loh n en . E b e n so u n v o rte ilh a ft ersch eint
die in der v o r steh en d e n Z u sch rift als „zw eck ­
m äßigste“ b ezeich n cte A n lage, die am S chlü sse der
Erw iderung in V orschlag g e b r a ch t wird.
D i e d e n h o f e n , im M ai 1913.
*
©r.-Qiig. W. Harnickell.
*
*
U nsere E n tg e g n u n g so llte au f die U n stim m ig k eit
•der Zahlen in der v o n ® r.<Jng. H a r n i c k e l l gebrach­
ten T abelle, auf die u n zu lä ssig en V ergleich e sow ie
auf einige D ruckfehler liin w eisen , u m die L eser vor
falschen S chlu ßfolgerun gen z u bew ah ren. In seiner
Rückäußerung g ib t n u n H arn ick ell ja auch un ter­
laufene F eh ler zu. E in M iß verh ältn is zw ischen Ge­
w ichtsprozenten u n d M etallgeh alten kan n nur durch
fehlerhafte G ew ich tsb estim m u n g und feh lerhafte
A nalyse begründ et w erd en . M an k an n den F eh ler m eist
in der A n alyse des R oh h au fw erk es su ch en , da sich der
M etallgehalt des letz ter en durch die schw ierige H er­
stellung einer g u te n D u rc h sch n ittsp r o b e n ic h t leich t
bestim m en lä ß t.
T rotz n en n en sw erter S ch lam m ­
verluste lä ß t sich das M etallau sb ringen aus den
A nalysen des R oh h ayfw erk s, der F ertigp rod u k te und
den G ew ichtsprozenten der letzteren leich t ein w an d ­
frei berechnen.
A uch die G ew ich tsp rozen te der
F ertigprodukte m ü ssen sich rechnerisch aus den
A nalysen aller P ro d u k te rich tig ergeben.
D ie
Schlam m verluste sin d zu den B ergen zu rechnen.
Das M etallausbringen m u ß u n b ed in gt aus dem M e­
tallgehalt des R oh h au fw erk s un d der F ertigp rod u k te
sowie aus der M enge der F ertig p ro d u k te richtig be­
rechnet -werden. D ies ist aber v o n H arn ickell n ich t
geschehen. D a s v o n ih m an gegeb en e M etallau sb ringen
z. B. der R o h sp atau fb ereitu n g ist k ein esfalls richtig,
wie w ir rechnerisch b ew iesen h ab en .
D a bei richtiger R ech n u n g m it den v o n H arn ickell
angegebenen Z ahlen für d ie R oh sp atau fb ereitu n g
unter den versch ied en sten A n n ah m en , auch un ter
B erücksichtigung v o n S ch lam m verlu sten , sich W erte
für M etallausbringen v o n 97 bis 99 % (n iem als 90 % )
•ergeben, die aber praktisch fa st un m öglich sind, so
Stahl und Eisen.
1741
ist z u sch ließ en , daß die v o n H arn ickell p raktisch
erm ittelten W erte eben falls u n richtig sind.
A u s der ab gelesen en Strom stärk e = 19 A m p und
der S p an n u n g = 1000 V olt ergibt sich 36 P S ; näm lich
19 • 1000 • cos T • rj • V z
„
. „
,
,
...
-------------------- !-------- = 36 als K raftverb rau ch für
7 o b
die A u fb ereitu n g B ruderbun d. D ieser W ert sch w an k t
n atü rlich , u n d für H arn ickell la g k ein G rund vor, den
vo n der G ew erksch aft B rüderbun d schon h och a n g e­
geb en en W ert v o n 42 P S noch zu erh öhen, oder er h ä tte
dies zah len - und rechn ungsm äßig bew eisen m üssen.
A us den v o n H arn ickell angegebenen W erten der
K ru pp sch en A n lage für M etallgeh alt des R oh h au fw erk s und der F ertigp rod u k te sow ie der angegebenen
M enge F ertigp rod u k te ergibt sich rechn erisch 2 4 ,6 5 %
M etall in den B ergen. W en n n u n H arn ickell in der
T abelle hierfür nur an gib t „ü b er 2 0 % “ und für die
H u m b old tsch e A n lage „ 2 0 % “ , obgleich er für
letztere b ed eu ten d niedrigere W erte von der B esitzerin
der A n lage angegeben erh ielt und au ch , w ie er in
seiner R ü ck äuß erun g zu gib t, selb st gefund en h a t,
so k ön n te m an ihm eben falls den Vorwurf der
P a rteilich k eit m achen.
l n der D issertation ssch rift und in seiner R ü ek äußerung versu ch t H arnickell n ich t
seine B e ­
hau p tu n gen zu bew eisen.
H in gegen erhebt er
den V orw urf, daß beim B erech nen der A ufberei­
tu n g sresu lta te aus dem
D ü rch sch n ittsau sb rin gen
n ich t ganz u n p arteiisch vorgegan gen w ord en sei.
D a v o n k an n aber keine R e d e sein, d a für beide A u f­
bereitun gen dieselb e R ech n u n g au sgefü hrt w urde.
H öch sten s w’äre in F rage zu ziehen, ob sich das
D u rch sch n ittsau sb rin gen einer A u fb ereitu n g m it dem
M etallgeh alt des R oh h au fw erk s änd ert und so m it
die v o n m ir vorgesch lagen e B erech n u n gsart, aus
dem e rm ittelten D u rch sch n ittsau sb rin gen einer A u f­
bereitu n g R e su lta te zu errechnen, die bei ein em
H aufw erk v o n nur and erem M etallgeh alt, aber
so n st gleicher B esch affen h eit, in dieser A u fb ereitu n g
erreicht w ürden, im m er zu lässig ist.
D a s D u rchsch n ittsau sb rin geu w ird sicli aber m it dem M etall­
g eh a lt des R oh hau fw erks nur w enig ändern, denn
m it niedrigerem M etallgehalt im R oh h au fw erk er­
niedrigt sich w oh l das M etallau sb ringen im F ertig­
p rodu kt, es erh öht sich aber g leich zeitig das B erge­
ausbringen bzw . R ü ck stan d sau sb rin gen
in den
B ergen.
E s ist ferner zu b erü ck sich tigen , daß es
einen besseren W eg zu m V ergleich außer dein des
V ersuches üb erhau pt n ich t gib t.
J ed en falls ste h t
außer Z w eifel, daß das D u rch sch n ittsau sb rin gen den
Grad der T rennung versch iedener S to ffe in einer
A u fbereitu ng k en n zeich n et, w ie in unserer E n t ­
gegnun g erw ähnt.
B ei B erech nu ng des M etallgeh altes des R o h h a u f­
w erks auf B rüderbun d w urde angenom m en, daß
eben soviel B erge w ie S p a t au f dem K .au b etisch
au sgeh alten w erden, so daß hierdurch der M etall­
g e h a lt des verb leib en d en M aterials n ich t oder sehr
w en ig geändert wird. W ir sind au f diese W eise dem
M etallgehalt des au f B rüderbun d du rch sch n ittlich
1742
Aufbereitung der Siegerländer Spateisensteine.
Stahl und Eisen.
zur V erarb eitu n g gelan gen d en R oh m aterials gan z
zw eifello s m it 2 8,7 näh er gek om m en als H arn ick ell
m it 40 % . E s liegen auch ein e große A n zah l A n alysen
der B erge vor, die w en iger als 15 % M etall ergeben.
N ic h t b e str itte n w u rd e, daß feinkörniger R o s t­
sp a t au f elek trom agn etisch en E rzseh eid ern sich
besser verarb eiten lä ß t als auf S etzm asch in en ; w ir
h a lte n es aber n ic h t für zw eck m äß ig, die gröberen
S orten zu w asch en , sondern w ollen sie eben falls
a u f e lek trom agn etisch en Scheidern b eh an d elt und
die S etzm a sch in en led iglich z u m N ach w asch en der
B erge, n am en tlich bei n ic h t ein w and freier R östu n g,
v o n F all zu F a ll b e n u tz t w issen . D ie s -wird sich
loh n en , w en n n en n en sw erte M engen un gerösteter
S p a tstü ck e in die m a g n etisch e A u f bereitun g gelan gen .
A m S chlü sse unserer E n tg e g n u n g h ab en w ir n ic h t
ein e „ z w eck m ä ß ig ste“ A n lage in V orschlag geb rach t,
sondern ein e B eh an d lu n g des S p a tes, die für
Siegerländer V erh ältn isse zw eck m äß ig sein w ird,
erw äh nt.
D a ß besser u n d v o llk om m en er ein g e ­
ric h te te A u fb ereitu n gen auch bei höh eren A n ­
sc h a ffu n g sk o sten w irtsch aftlich er sind , w urde b e ­
reits in unserer E n tg eg n u n g zah len m äß ig fe stg estellt.
A u f ein igen G ruben w ird die v o n un s erw äh nte
B eh an d lu n g bis au f 1 c) u n d 3 e) auch durch­
gefü h rt, und dort ist diese B eh an d lu n gsart sehr
w ir tsch a ftlic h ; irgend w elche G ründe, das v o n un s
an gegeb en e V erfahren als u n w irtsch aftlich z u be­
z eich n e n , k o n n te H arn ick ell n ic h t anführen.
D e n h oh en W ert g u ter E rzb rik etts b ezw eifeln
auch w ir k ein esw egs; ob jedoch die H erstellu n g der­
selb en im Siegerland aus dem g esa m ten R o stsp a t
n ach dem v o n H arn ick ell v orgeselilagen cn V er­
fahren w irtsch aftlich er ist als die b esteh en d en V er­
fahren, die allerdings m itu n te r verb esseru n gsfäh ig
sind, ersch eint u n s zw eifelh aft. M an b edenk e doch,
daß bei dem vorgesch lagen en V erfahren, um den
K up fergeh alt zu red uzieren, der g a n ze geförd erte
R o lisp a t fein gem ah len , un ter L u ftab sch lu ß g erö stet,
separiert, en tw ässert und schließlich b rik ettiert w er­
den m uß .
H ierdurch e n tsteh en gan z erhebliche
K o sten , die w oh l k au m im V erh ältnis zu den er­
h alten en w ertvolleren E rzb rik etts (gegen ü b er den
jetzig en R o stsp a t) steh en . Im m erh in is t durch das
V erfahren von Dr. H arn ickell ein neuer W eg vor­
gesch lagen , k u pferh altigen S p a t au fzu b ereiten . W ir
glau b en jed o ch , daß derselbe nur für kupferreicheren
S p a t in F rage kom m en dürfte. , r , .
,
Mascmnenbauanstall
Humboldt.
C ö l n - K a l k , im Ju n i 1913.
*
*
*
D ie Zahlen für die R o h sp a ta u fb ereitu n g in der
v o n m ir geb rach ten Z ah len tafel sin d n ach b estem
W issen aus B eob ach tu n gen h e r g eleite t, die dem
u m fan greich en B etrieb einer für derartige V ersuche
w en ig ein gerich teten A n lage en tsp rech en d in ihrer
G en auigkeit n ic h t m it L aboratoriu m sarb eiten ver­
glich en w erden kön nen. Ich wrar m ir der U n stim m ig ­
k e iten w oh l b ew u ß t, es gela n g m ir aber n ic h t, die
Z ahlen m itein an d er in E in k la n g zu bringen, da z. B .
33. Jahrg. Nr. 42.
d ie B e stim m u n g e n der die A n lage durchlaufenden
M engen nu r ein e sch ätzu n gsw oise sein konnte
ferner die P ro b en a h m e des sehr w echselnden Rohhaufw erks ä u ß erst sch w ierig is t; auch m ußten Verluste
b e r ü c k sic h tig t w erd en , die nur annähernd bekannt
w aren . H ä tte ich z. B ., w ie dies in der zweiten Er­
w id eru n g vo rg esch la g en is t, die Gewichtsprozente
au s den A n a ly sen v o n R oh hau fw erk, Konzentraten
u n d B ergen berechn en w o llen , so wären die Zahlen
allerd in gs ü b erein stim m en d , aber wohl schwerlich
den T a tsa c h e n en tsp rech en d ausgefallen. Derartige
B erech n u n g en sin d bei Laboratorium sversuchen an­
g eb ra ch t, bei d en en n u r ein ige 100 kg aufbereitet
w erd en u n d die G ew ich te säm tlich er Produkte ein­
w an dfrei durch W ägen b e stim m t werden können
u n d a u ch die P ro b en a h m e eine einfache ist. Nach
oben G esagtem w äre es w oh l auch besser gewesen,
ich h ä tte als M eta llg e h a lt der Fertigprodukte von
A n lage I k e in e p räzisierte Zahl, vielm ehr einen
W ert in w eiteren G renzen angegeben.
D ie Z ahlen der T ab ellen bilden auch nicht die
G ru nd lage ein es V ergleiches in dem Sinne, wie ihn
die M a sch in en b a u a n sta lt H u m b o ld t für die Anlagen
H u m b o ld t und G ruson durchführt. W ie ausdrücklich
erw ä h n t, h a b e ich d ie v ier A nlagen nur im Hinblick
auf ihre Z w eck m ä ß ig k eit einander gegcnübergestellt.
V on u n zu lä ssig en V ergleichen kan n also keine Rede
sein . M it der zur B erech n u n g der Pferdekräfte ange­
w a n d te n F orm el is t gar n ic h ts bew iesen, da 19 Amp
S trom verb rau ch für den B etrieb der Aufbereitungs­
an la g e B rü d erb u n d n ic h t ausreichend sind, es wenig­
ste n s S om m er 1911 n ic h t w aren.
E in B erech n en der A ufbereitungsergebnisse für
A n la g e B a u a r t G ruson au s dem Durchschnittsaus­
bringen der b eiden A n lagen h alte ich deshalb für
u n b e d in g t u n zu lä ssig , w eil die Ausbringen von der
V erarb eitu n g v o n E rzen herriihren, die nicht nur
v o n ein a n d er ab w eich en d en M etallgehalt hatten, son­
dern au ch — u n d dies sc h e in t der Verfasser der vor­
ste h e n d en Z u sch rift zu übersehen — in ihrer Be­
sc h a ffe n h eit v ersch ied en w aren. Außerdem sind dein
V ergleich e für die H u m b o ld tsch c Anlage Ergebnisse
zugru n d e g e le g t, die d och zw eifellos zu günstig sind.
E in e A u fb ereitu n g sa n la g e in dem Umfange, wie
sie v o n der M asch in en b au an stalt H um boldt „zur
au fgew orfen en F ra g e, w elch es Aufbereitungssystem
für R o h sp a t im S iegerlan d e das zweckmäßigste ist“
— v o n m ir is t diese F rage, nebenbei bemerkt, nicht
aufgew orfen w orden — , vorgesch lagen wird, ist wohl
sch w erlich w ir tsch a ftlic h ; besonders das Nacliwaschen
der B erge sc h e in t m ir die B etrieb sk osten der ohnehin
reich lich g eg lied erten A n lage w esentlich zu steigern.
1 c und
3 e sin d ja a u ch noch n ich t m it zur Aus­
fü h ru n g g e la n g t.
S od an n m ö c h te ich n och auf ein Mißverständnis
h in w eisen . Ich hab e n ic h t vorgeschlagen, das ganze
F ö rd er g u t zu zerklein ern uswä, sondern nur das
G ru benk lein v o n 65 m m abw ärts.
D i e d e n h o f e n , im Septem ber 1913.
®r.-^ng. W. Harnickell.
16. Oktober 1913.
Umschau.
Stahl und Eisen.
17-43
U m schau.
hocherhitztes
Gemisch
eine Kondensation des in
ihm befindlichen Wasser­
dam pfes ausschließt, so
daß tatsächlich nur die
für den wirtschaftlichen
Verdampfapparat für Gaserzeuger.
Allen Gaserzeugern, die in neuerer Zeit g e ta u t wurden
und in Betrieb kamen, haftete ein N achteil an, der haupt­
sächlich von kleineren Betrieben recht unangenehm
verspürt wurde: die Gaserzeuger waren, soweit sie eben
Dampf verbrauchten, stets vom K esselbetriebe abhängig.
Häufig liegt der K esselbetrieb von der Gaserzeugeranlage
weit entfernt, so daß nicht nur dadurch große Kosten ent­
standen, nachts und Sonntags, wenn die maschinellen
Betriebo ruhten, den K essel weiter feuern zu müssen,
sondern sehr ins Gewicht fallend waren die außerordentlich
großen K ondensationsverluste, die durch den langen
Dampfweg entstanden.
Seit ungefähr eineinhalb Jahren stehen auf ver­
schiedenen Eisen-, Zink- und Glashütten eine Reihe Ver­
dampfungsapparate der Firma Bender & Främbs, Hagen
in Westfalen; ihr wesentlichster Zweck besteht darin,
ununterbrochen die für den Gaserzeugerbetrieb nötige
Dampfmenge zu liefern. Es scheint, als ob es gelungen
sei, den Verdampfungsapparat der Gaserzeugeranlage
zweckdienlich anzugliedem .
Dio Anordnung der Apparate ist aus Abb. 1 und 2
ersichtlich. Eine geringe Menge des im Generator erzeugten
Gases wird dem H auptgaskanal bei d entnommen und
in einer Verbrennungskammer a verbrannt. D ie heißen
Abgase werden durch die danebenliegende Verdampfungs­
kammer b gesaugt, in der sie so viel Wasser verdampfen,
wie zur Erzielung eines geregelten Gaserzeugerbetriebes
sowie eines guten Gases erforderlich ist. Der Ventilator c
(für einen 10-t-Gaserzeuger rd. 3 bis 4 P S) drückt das
Gemisch von Verbrennungsgasen, Wasserdampf und
Frischluft, dessen Temperatur rd. 150 bis 170° C, und
dessen Kohlensäuregehalt 1 bis 1,5 % beträgt, in den
Gebläsering des Gaserzeugers. W enn die Frischluft vor­
gewärmt ist, kann man Temperaturen von 250 bis 300 0 C
erzielen.
Es ist selbstverständlich, daß ein möglichst
Zahlontafel 1.
Z usam m ensetzung:
des G e n e ra to rg a s e s
2
%
1. Betrieb des G aser­
zeugers o h n e V er­
dampfer m it K ör­
ting - U n terw indge­
bläse ........................ 4,9
2. Betrieb des Gaser­
zeugers m i t V er­
dampfer und Zu­
führung
k a lte r
Frischluft................... 4,2
3. Betrieb des Gaser­
zeugers m it Ver­
dampfer und v o r ­
g e w ä r m t e r F risch­
luft ............................. 4,0
4. Betrieb des Gaser­
zeugers m i t Ver­
dampfer und vorge­
wärmter L uft, aber
g e r in g e r e m 'W as­
s e r z u la u f . . . .
3, 8
CO
CH .
ii
%
%
%
Ventilator
Motar
j AY
d ^y
1
/e rc fa m g fi/n g s/ra m /n e r
•y////,V/V///yy)y/y/ / / , / / / / / / , ,-\
\
.
/
‘j
W /////M *
r e r ir e n n e /n y s
/r a /n m e r
A b b ild u n g
1 und
2.
-
V erd am p fa p p arat.
Betrieb erforderliche M indestmenge von D am pf erzeugt
zu werden braucht.
Bei dieser Gelegenheit sei erwähnt , daß eine Tempera­
tur von über 100 0 C die Bildung von schwefliger Säure und
dam it ein Zerfressen der Rohrleitungen verhindert. Bei
Zuführung von Sattdam pf aus Kesseln rechnet man auf
1 kg aufgegebene Gaserzeugerkohle 0,4 bis 0,5 kg Dampf,
B e t r ie b s e r g o b n is s e .
T e m p e ra tu re n
U ng e fä h re r
H eiz w ert
COjr-Geb a lt des
G cb lä segem H ches
(V erb ren n u n g sg ase,
D am pf,
F ris c h lu ft)
M enge
des v e r­
d a m p fte n
■Wassers
WE
%
cbm
d e r Y erb ren nungsg asc +
W a sse r­
d am p f
•C
d e r zugefü b rte n
F ris c h ­
lu ft
•C
d es G e­
m isch es
v o r E in ­
tr i tt in
d en G as­
e rz e u g e r
•C
3,80
D u rch satz
in
24 S tu n d en
t
25,2 2,5 11,4
1335,5
27,0 2,3 12,1
1391,5
1,3
2,70
290
15
165
9,0
27,2 2,4 14,1
1467,0
1,3
2,61
290
100
250
8,7
28,1 2,6 12,3
1459,0
1,4
2,10
300
110
270
CO
C0
¡S
P3 Zu
9,5
1744
Stahl und Eisen.
Umschau.
während eine Temperatur des Gemisches von 150 bis
170 0 C die erforderliche Dam pfmenge schon auf 0,25 bis
0 . 3 0 . kg herabdrückt, ohne daß dio Bildung großer
Schlackenklumpen zu befürchten ist. D as Vorhanden­
sein kleiner, bröckeliger Schlacke aber gewährleistet
naturgem äß einen ruhigen, gleichförmigen Gaserzeuger­
betrieb, der sich in einem geringeren Kohlenverbrauch
bemerkbar macht, wenngleich ein Teil der Kohlenersparnis durch das für den Verdampfer erforderliche
Abzapfen von Generatorgas aufgehoben wird.
Sohr wichtig für den wirtschaftlichen Betrieb des
Gaserzeugers m it Verdampfer ist eine tadellose Isolation
der ltohrc, ja man wird gut tun, auch dio Verbrennungs­
und Verdampfungskammer zu isolieren, indem man beide
m it einer vielleicht einhalb Stein starken Mauer um gibt
und sich so vor Tcmperaturverlusten nach allen Seiten
hin schützt.
ln Zahlentafel 1 seien einige Zahlen genannt, die
während des Betriebes eines 10-t-Gaserzeugers m it Ver­
dampfer innerhalb fünf Monaten gesam m elt wurden.
D ie Betriebscrgebnisso lassen erkennen, daß sich
ein Gaserzeugorbotrieb m it Verdampfungsapparat sehr
gewinnbringend gestalten kann.
Der Betriebsgewinn
setzt sicli aus folgenden Tatsachen zusammen:
1. Unabhängigkeit vom Kesselbetrieb (Ersparnis an
Heizorlöhnen sowie Kesselkohle),
2. geregelter, gleichförmiger Gang des Gaserzeugers
und größere Betriebssicherheit,
3. andauernd gutes Gas und dam it verbundene Ver­
minderung der Durchsatzmonge.
Selbstverständlich werden sich säm tliche Werte
je nach den örtlichen und Betriebs-Verhältnissen ver­
schieben können, es unterliegt aber keinem Zweifel, daß
dio Verbindung Gaserzeuger-Verdampfungsapparat einen
guten Fortschritt in der Gaserzeugertechnik bedeutet,
der um so wesentlicher sein wird, jo mehr die W echsel­
beziehungen zwischen Gaserzeuger und Verdampfungs­
apparat untersucht werden.
Georg Hannack.
Neuere Untersuchungen über Kieselsäure.
D ie drei unten aufgeführten Arbeiten* befassen sich m it
den Problemen, welche das scheinbar widerspruchsvolle
Neboneinanderbestehen von verschiedenen kristallisierten
Modifikationen des Kieselsäureanhydrits darbieten, und
wollen deren Entstehungs- bzw. Existenzbedingungen auf­
klären. D is erstgenannte Arbeit zieht alle drei Modifika­
tionen — Quarz, Tridym it, Cristobalit— in den Kreis ihrer
Betrachtung; die beiden anderen scheiden Tridym it aus.
Dio an letzter Stelle genannte Arbeit ist rein theo­
retischen Inhalts. Sie liefert im wesentlichen zwei Zu­
standsdiagramme. In dem ersten gelangt eine Theorie
der Verfasser zum Ausdruck, nach der die verschiedenen
Modifikationen der kristallisierten Kieselsäure durch die
Annahme von verschiedenartigen Molekeln zu erklären
seien. Jede Modifikation soll aber nicht aus einer ein­
zigen Molekelart bestehen, sondern sich aus allen zusam m en­
setzen, dio aber bei jeder Temperatur vermöge einer
bestimmten Konzentration im Gleichgewicht stehen. D ie
Verschiedenheit der Modifikationen käme dann dadurch
zustande, daß diese Gleichgewichtseinstellung sieh ändert
— also offenbar die Molekel in verschiedenen Mengen­
verhältnissen an dem Aufbau des nur scheinbar hom o­
genen Körpers teilnehmen.
* C la r e n c o N. P e n n e r ; The various forms of
silica and their mutual relations. Journal of the W ashing­
ton Academie of Sciences 1912, Bd. II, S. 471/80.
K. E n d e l l u. R. R ie c k o : Ueber die U m w and­
lungen des Kieselsäure-Anhydrits bei höheren Tem pe­
raturen. Zeitschrift für anorganische Chemie, Bd. 79,
1912, 24. D ez., S. 239/59.
A. S m it s u. K. E n d e ll: Ueber das System S i0 2.
Zeitschrift für anorganische Chemie, Bd. 80, 1913, 4. März,
S. 176/84.
33. Jahrg. Nr. 42.
A uf Grund dieser Annahmen versuchen die Ver­
fasser eine graphische Darstellung zu geben, welche diese
hypothetische Konzentration und die Temperatur, von
der sie abhängig sein soll, in Beziehung zueinander setzt.
D a aber für diese K onzentration Werte nicht angegeben
werden können, schw ebt das Diagramm natürlich völlig
in der Luft. Ein besonderer Vorteil, den diese Auffassung
speziell für das S i0 2-System bringen könnte, ist den
Ausführungen nicht zu entnehmen.
Ferner stellen die Verfasser auf Grund der bekannten
W erte für die vier F orm en: cc- und ß- Quarz, a- und ß-Cristobalit eine Dampfdruckkurve auf — ein Diagramm also
das den jeweiligen Zustand von Druck und Temperatur
abhängig macht. Folgerungen für die Technik sind aus
der Arbeit anscheinend nicht zu ziehen.
F e n n er h at in der an erster Stelle genannten Arbeit
das Ncbcneinandervorkommon der drei Kicselsäuremodifikationen experim entell untersucht.
Da Quarz und
Tridym it nur bei Gegenwart von Mineralisatoren ent­
stehen — d. h. von solchen Stoffen, deren Anwesenheit
zur Bildung des betr. Kristalls unerläßlich ist, ohne daß
sic selbst eino Veränderung erleiden — , nimmt er zu
diesem Zweck nötigenfalls Natriumwolframat zu Hilfe.
Gerade in der Berücksichtigung von Tridymit und in
der Klarstellung seiner Existenzbedingungen besteht das
W esentliche der Arbeit.
Er stellte folgendes fest:
1. Quarz (fein gem ahlen) ist beständig bei Tempe­
raturen unterhalb 870 0 C; darüber wandelt er sich
in Tridym it um.
2. Tridym it ist beständig im Bereich von 8700 bis
1 4 7 0 0 C; an dieser Stello beginnt dio Umsetzung
in Cristobalit.
3. Cristobalit ist beständig in dem Bereich von 1470 0 C
bis zu seinem Schmelzpunkte (den die zuletzt zu
besprechende Arbeit von Endell und Riccko zu
1085 0 C bestim m te).
Hierzu ist noch zu bemerken:
a) Dio Temperaturen konnten nur innerhalb eines
Bereichs von
10 0 C bestimmt werden.
b) An den Umwandlungspunkten selbst ist die
Reaktionsgeschwindigkeit noch außerordentlich
gering und erfordert zum Nachweis der Um­
wandlung tagelanges Erhitzen — daher die Un­
möglichkeit, dio Temperatur haarscharf genau
anzugeben. D ie Reaktionsgeschwindigkeit wird
aber um so größer, je mehr diese Temperatur
überschritten wird; eine völlige Umwandlung
kann günstigstenfalls schon in wenigen Stunden
durchgeführt werden.
c) Der Prozeß ist in allen Fällen rückläufig, d. h.
bei Erniedrigung der Temperatur unter den Um­
wandlungspunkt bildet sich das hier beständige
Mineral.
d) Tridym it und Quarz bilden sich in meßbaren
Mengen nur bei Gegenwart von Mineralisatoren —
das ist auch wohl der Grund, warum bei niederen
Temperaturen neben dem allein beständigen
Quarz auch noch die hier unbeständigen Formen
Tridym it und Cristobalit bestehen können.
Bezüglich der Bildung der genannten Modifikationen
aus Quarzglas oder amorpher Kieselsäure durch trocke­
nes Erhitzen oder in heißer, wäßriger Losung, sowie
der Umwandlung der a- ß-Formen, wie ferner auch der
m etastabilen Formen muß auf die Arbeit selbst ver­
wiesen werden.
Ueber dio Folgerungen für die feuerfeste Technik
vgl. unten.
Im Gegensatz zu der eben besprochenen Arbeit
schließt dio von Endell u. Riecko dio Verwendung 'on
Mineralisatoren und dam it die Bildung von Tridymit un
Quarz grundsätzlich aus; es bleibt also nur noch die Ent­
stehung von Cristobalit aus Quarz zu behandeln. (Ueber
die Entstehung von Cristobalit aus Quarzglas und amor­
pher Kieselsäure sowio dio Methoden zur Bestimmung
16.
Oktober 1913.
Umschau.
der Reaktionsprodukte vgl. die Arbeit selbst.) Gegen­
stand der Untersuchung war:
1. Einfluß der Beschaffenheit des quarzigen Ausgangs­
materials,
2. Einfluß der reinen Temperaturerhöhung,
3. Einfluß der Erhitzungsdauer.
1. In der Frage des Einflusses der Beschaffenheit
des quarzigen Ausgangsmaterials auf die Umwandlung
hat die Aroeit einen Beitrag von entscheidender Bedeu­
tung geliefert und manche scheinbaren Widersprüche in
den Angaben der älteren Literatur aufgeklärt. Es zeigte
sich nämlich, daß der Zerkleinerungszustand von der
größten W ichtigkeit ist.
Bei 14500 C untersucht, zeigte sich, daß größere
Stücke eures einfachen, nicht verzwillingten Bergkristalls
selbst nach zehnmaligem Brande übernaupt keine, im
pulverisierten Zustand dagegen geringe Spuren von Um­
wandlung in Cristobalit auf wiesen.
Zwiilingskristalle, die also schon aus mehreren kleineren
Individuen bestehen, reagierten in Stücken gleichfalls
noch wenig, wurden dagegen in Pulverform schon nach
zweimaligem Brande völlig umgesetzt.
Cnalzedon, der bekanntlich aus äußerst fernen Fasern
quarziger Natur besteht, erfuhr dagegen in Stücken schon
nach einmaligem Brande eine völligo Umwandlung.
Also: je stärker das Material zerkleinert ist, um so
leichter und vollständiger wird es durch Erhitzen in
Cristobalit vcrwandolt.
2. Einfluß der Temperatur.
Der Beginn der Umwandlung ist bei dem nach den
vorigen Feststellungen am besten geeigneten bzw. vor­
bereiteten Material auf 900 0 C anzusetzen, doch ist hier
dio Reaktion noch verschwindend gering (bei weniger
geeignetem Material tritt sie überhaupt nicht ein!). Selbst
bei 1000 0 C ließ sie sich noch mehr erschließen als exakt
boobachten.
(Boi Gegenwart von Mineralisatoren be­
obachtete Fonncr den Uoborgang in Tridym it schon
bei 870° Cl).
Mit steigender Temperatur wächst die
Reaktionsgeschwindigkeit dagegen sehr rasch.
Einer weiteren Erhöhung der Temperatur muß
offenbar schließlich durch den Schmelzpunkt des Cristo­
balit ein Ziel gesotzt werden, den die Verfasser mit ziem­
licher Genauigkeit zu 1685 0 C (innerhalb eines Inter­
valls von ± 1 0 0 C) festlegen konnten. Der Schmelz­
punkt des Quarzes, der sich wohl durch sehr schnelles
Erhitzen eines zur Umwandlung ungeeigneten Materials
erzielen lassen dürfte, wird unterhalb dieser Temperatur
liegen.
3. Bei einer im Bereich zwischen 1200 0 und 1600 0 C
konstant gehaltenen Temperatur scheint die Menge des
neugobildeten Cristobalit der Erhitzungsdaucr propor­
tional zu wachsen.
Die beiden zuletzt besprochenen Arbeiten lassen trotz
ihrer mehr theoretischen Einstellung doch bedeutsame
Folgerungen für die Praxis zu.
Wichtig ist bei der Arbeit von F c n n e r die genaue
Untersuchung der Entstohungsbedingungen des Tridymit,
die in dem Tcmporaturintervall von 8 7 0 0 bis 1470° 0
bei Gegenwart von Mineralisatoren erfolgt. Bekanntlich
tritt diese Umwandlung auch beim Brande von Dinas­
steinen ein. Eine Erklärung findet sie offenbar in der
vorauszusetzenden Anwesenheit von Mineralisatoren, als
welche die in guten K alkdinassteinen neben 95 % S i0 2
stets vorhandenen 5 % Beimengungen (Al, Fe, Ca, A l­
kalien bzw. deren Verbindungen) fungieren dürften.
Von noch weittragenderer Bedeutung ist die Auf­
klärung, welche dio Arbeit von E n d e l l und R ie o k e
über den Einfluß der Beschaffenheit des Ausgangs­
materials gebracht hat. Sie wirft ein Licht auf die Unter­
schiede, die bei den verschiedenen Quarziten bezüglich
der Eignung zur Dinasfabrikation bestehen. Nach den
einschlägigen Untersuchungen von F r ie d r ic h W ern ic k e und Dr. E d . W ild s c h r e y * haben sich für K alk­
dinassteine die tertiären Quarzite am geeignetsten orx l i i .33
Stahl und Eisen.
1745
wiesen, während dio paläozoischen Quarzite minder
brauchbar, die Gangquarze für diese höchsten Ansprüche
unbrauchbar sin d
D ie Brauchbarkeit besteht darin,
daß die aus tertiären Quarziten hergestellte Ziegel ihr
Volumwachstum im Feuer schon nach den ersten Bränden
so gut wie beenden, so dau es hernach bei der Verwen­
dung nicht mehr lästig fällt. Bei den paläozoischen
Quarziten ist das in so vollkommenem Maße nicht der
Fall, während die Gangquarze kaum jemals aufhören zu
w'aehsen. Die von W emicke und Wildschrey angestellte
mikroskopische Untersuchung (vgl. a. a. O.) fand uieses
Verüalten in den Strukturunterschieden des Materials
begründet. Dio Gangquarze bestehen nämlich aus Indi­
viduen von relativ recht beträchtlicher — ja makro­
skopischer — Größe. Bei den paläozoischen Quarziten
stent die Korngröße aber schon an der Grenze makro­
skopischer Siclitbarkeit; zum Unterschied von der fol­
genden Gruppe stoßen die Individuen dicht aneinander.
Bei den tertiären Quarziten dagegen sind diese größeren
Individuen alle durch ein Basalzem ent voneinander
getrennt, in dem sie cingobettet liegen. D iese Grund­
masse besteht aus einem äußerst feinkörnigen — fast
staubförmigen — Gemenge von winzigen Quarzpar­
tikelchen, deren Größe stellenweise bis zur Grenze der —
wenigstens m it mineralogischen Mikroskopen erreich­
baren — mikroskopischen Sichtbarkeit herabsteigt. (Dem­
gemäß wird auch die makroskopische Struktur, die bei
den paläozoischen Quarziten immer noch etwas rauh und
körnig ist, bei den tertiären Quarziten dicht, hornsteinartig.)
Wesentlich ist, daß dieses äußerst feinkörnige
Basalzement im Vergleich zu den Einsprenglingen einen
ziemlich beträchtlichen Raum einnimmt und den jener
sogar um ein Mehrfaches übertreffen kann. R echt an­
schauliche Abbildungen darüber lieferte W e r n ic k e in
seinem Aufsatz: Ueber Quarzite und Silikasteine.**
Nach den vorher wiedergegebenen Resultaten der
Arbeit von E n d e ll und R ie c k o erscheint es nun an­
gezeigt, in dieser Beschaffenheit des B a s a l z e m e n t e s
dio Ursache des technischen Verhaltens der Quarzite zu
suchen. Es ist eben der staubförmige Zerkleinenmgszustand, der die (an und für sich nicht erwünschte, aber
nun einmal nicht zu vermeidende) Umwandlung wenig­
stens nach relativ kurzem Brand m it der wünschens­
werten Vollständigkeit vor sich gehen läßt, so c.aß das
m it der Umwandlung verbundene Volumwachstum her­
nach bei der Verwendung der Ziegel nicht mehr lästig
fällt. Daß hierbei infolge der Anwesenheit von Minerali­
satoren Tridymit an Stelle des von Endell und Riecko
erzielten Cristobalits entsteht, ist offenbar nicht erheblich,
da dessen Volumwachstum infolge des gleichen spez.
Gewichts dasselbe ist. Wenn nun bei den Gangquarzen
das Wachsen im Feuer praktisch nicht zu Endo kommt,
hat das seinen Grund eben in der Größe der einzelnen
Individuen. (Dieser Zusammenhang zwischen der Eignung
der einzelnen Quarzite zur Dinasfabrikation und der
Korngröße wrar von den Männern der Praxis m it richtigem
Instinkt längst erkannt worden; schon vor mehreren
Jahren teilte der Fabrikant A lb . R ö m e r aus Nieder­
dollendorf dem Berichterstatter dies m it.)
Die Nutzanwendung für den Praktiker ist also fol­
gende:
Diejenigen Quarzite werden sich in bezug auf das
Wachsen im Feuer am besten für Dinasfabrikation
eignen, die mikroskopisch aus einem staubförmig-feinen
[! Gemcngo von Quarzkörnchen bestehen. Größero E in­
sprenglinge können nur schaden, doch ist dieser Ein­
fluß bei geringer Anzahl unerheblich.
Dr. Ed. Wildschrey.
* „Dio Untersuchung der Quarzite und dio F est­
stellung ihrer Verwendbarkeit in der feuerfesten Industrie,
besonders zur Herstellung von Dinassteinen.“ Sonder­
abdruck a. d. Tonindustrie-Zeitung 1910,26. Mai, S. 668/90;
2. Juni, S. 723/7.
** St. u. E. 1913, 6. Febr., S. 235/8.
223
1746
Umschau.
Stahl und Eisen.
33. Jahrg- Nr. 42. 1
A b b ild u n g 1.
Die neue Eisenbahnhochbrücke bei Rendsburg.
Am 1. Oktober 1913 ist m it der Ucbergabe der ge­
nannten Brücke (vgl. Abb. 1) der Ausbau des K aiser-W il­
helms-Kanals* um ein gutes Stück fortgeschritten. D ie neue
Brücke dient zum Ersatz der bisherigen zwei eingleisigen
Drehbrücken für die Eisenbahnlinie Hamburg-Rendsburg.
Trotz wesentlich höherer Kosten wurde die Ausführung
als Hochbriicko gewählt, um gegenseitige Störungen des
Kanal- und des Eisenbahnverkehrs zu vermeiden.
D ie Kanalbrücke hat eine M ittelöffnung von 140,0 m
und zwei Soitenöffnungen von jo 77,3 m Stützw eite. Die
Hauptträgor sind Gerberträger m it eingehängtem M ittel­
stück von 87,60 m Stützw eite; die Gelenke liegen im
zweiten Hauptknoten der Obergurte.
Der Untergurt
der Tragkonstruktion dient gleichzeitig als Fahrbahn für
eine Schwebefähro zur Abwicklung des Straßenverkehrs.
Dio feston Lager der Brücke worden durch die P ylonen­
füße gobildet, während dio Enden der Kragträger auf den
Uebergangspfoilern längsverschieblich gelagert sind. Dio
Untorkante der Eisenkonstruktion liegt 42 m über dem
m ittleren Kanalwasser, die Pylonenköpfe, an welche dio
gekrümmten Hauptträger-Obergurto anschließen, liegen
rd. 67 m über dom Wasserspiegel. Dio H öhe der H auptträger in Brückenmitte beträgt 11 m. Es sind zwei W ind­
verbände vorhanden, einer in der Fläche der HauptträgerOborgurte und einer in der Ebene der Untergurte. Außer
den eigentlichen Windportalen an den Pylonen und den
Brückenenden, auf welche sich der obere Windverband
stützt, sind in den Seitenöffnungen je zwei und in der
Mittelöffnung fünf portalartigo Querrahmen angeordnet,
* Vgl. St. u. E. 1912, 20. Juni, S. 1035.
A b b ild u n g 2.
G esam tan sich t d er Hoch-
durch welche eine sehr wirksame Versteifung der beiden
Tragwündc gegeneinander erreicht wird.
Die H auptträger liegen in lotrechten Ebenen im
Abstande von 9 m voneinander. Von der Höhe der Unter­
gurte an sind die Pylonenfüße nach auswärts gespreizt
(im Verhältnis 1 : 6 ) ; die Fußbreite der Pondelpfeiler,
gemessen an den Kugellagern, beträgt 20,10 m.
D ie Kragträger und dio Pylonen wurden auf festen
Rüstungen m it H ilfe von Portalkranen aufgestellt, während
die Eisenkonstruktion der M ittelöffnung von beiden Seiten
aus frei über den K anal vorgebaut wurde (vgl. Abb. 2).
An Stolle der Gelenke in den Hauptträger-Obergurten
waren zunächst durch hydraulische Pressen regulierbare
Zugbänder eingebaut, welche nach dem Trägerschluß in
Brückenm itte entlastet und entfernt wurden.
Zur Freim ontage dienten zwei auf besonderen Unter­
wagon verfahrbare Derick-Krano von 15 t Tragfähigkeit.
Dio Unterwagon liofon auf den Hauptträger-Obergurten
und hatten eine verstellbaro Fahrbahn. Je nach dem
Fortschritt der Arbeiten konnte diese der Neigung der
Hauptträger-Obergurto angepaßt werden.
D as größte, in Freim ontage einzubauende Stück
eine Länge von 19,60 m ; das schwerste Stück
Das G esam tgewichtderEisenkonstruk
einschließlich der Uebergangspfeiler beträgt rd.3700t.
Ausführung des M ittolstückes und die Gesamtaufstelluug
erfolgte durch die Gutphoffnungshütte, während die Eisen­
konstruktionen der Seitenöffnungen von der Firma Hein,
Lehmann & Co. in Düsseldorf geliefert wurden.
Eine einzigartige Stellung gewinnt das neue Bauwerk
bei Berücksichtigung der erforderlichen Zuführungs­
rampen, von denen auf der Nordseite 1300 m, auf der Süd­
seite 900 m ebenfalls in Eisenkonstruktion ausgefübrt
wurden, da diese sich bei einer Höho von 28 m Wirtschaft
K a n a lb rü c k e R e n d sb u rg .
A u fn ah m e am 10. J a u l 1913.
16. Oktober 1913.
Umschau.
Stahl und Eisen.
1747
b rü ck e R en d s b u rg m it R am pen.
lieber envies.^als Erddämme. £A uf der Nordseite wurde
die Ausführung in Eisen etwas weiter ausgedehnt, um die
Stadt Rendsburg nicht durch einen hohen Dammkörper
zu unterteilen. Es ergibt sich som it eine Gesamtlänge
der Eisenkonstruktion von fast 2 JA km. Da der Bahnhof
Rendsburg nur 600 m von dem K anal entfernt liegt,
mußte bei Einhaltung der vorgeschriebenen H öchst­
steigung von 1 : 150 noch eine Schleife von 4,5 km Länge
eingeschaltet werden und zeigt das Gesamtbild Abbildung 1
gut die für das Flachland ungewöhnliche Erscheinung.
Dio Rampenbrücken liegen desw egen zum größeren Teile
in einer Krümmung von 600 m Halbmesser und ist mit
aus diesem Grunde eine enge Stützenteilung von 28,3 m
gewählt.
Ausgeführt ist eine Gerüstpfeilerbrücke mit
Blechträgerüberbauten aus vier Trägern von durchweg
2,3 in Höhe. Säm tliche Brücken lagern auf TangentialKipplagern. D ie Schienen ruhen m ittels starker H olz­
schwellen unmittelbar auf den beiden zugehörigen, m it
2 m Abstand verlegten Brückenhaupttriigern. D ie Ueberhöhung der Geleise in Krümmungen wird an den Schw ellen
hergestellt. Unterbrochen wird die gleichmäßige Teilung
nur an der Nordseite an dem Schleifenpunkt, an dem die
Geleise übereinander hinweggehen, durch einen Zveigelenkbogenträger von 75 m Stützenw eite, der die tief gelegenen
Hauptgeleise und andere Nebengeleise überbrückt. Nur
dieses Bauwerk am Scbleifenpunkt wurde auf einer
festen hölzernen Rüstung erbaut, während die Turm­
pfeiler mit H ilfe eines Derrik-Kranes aufgestellt wurden
und die Blechträgerüberbauten, die für je ein Gleis auf
der fertigen K onstruktion zusammen genietet wurden,
von einem vorgeschobenen Vorbaukran nach der Bau­
spitze befördert und eingesetzt wurden. Die zweckmäßige
Ausbildung der bis 17,4 m langen Diagonalstäbe der
Pfeiler wurde durch eigens zu diesem Zwecke angestellte
’Versuche festgelegt. D ie Ausführung der eisernen Rampen,
deren Gesamtgewicht rd. 13 000 t beträgt, erfolgte allein
durch dio Firma C. H . Jucho in Dortmund. D ie Grün­
dungen, bei denen indessen keine besonderen Schwierig­
keiten auftraten, wurden von dem Baugeschäft H . Todt
in Harburg erledigt. Für die Ausführung der Dämme waren
rd. 5,2 Mill. cbm Boden nötig. Mit der Ausführung der
Gründungen wurdo im September 1911, m it der Auf­
stellung der Rampenbrücken im März 1912, und m it der
Aufstellung der Kanalbrücke im April 1912 begonnen.
Die Gesamtkosten der Eisenbahnverlegung, einbegriffen
die Höherlegung des Bahnhofes Rendsburg um 4,5 m
betragen rd. 13,4 Mill.
davon entfallen 5,7 Mill. -ft
auf die Eisenkonstruktionen m it ihren Gründungen.
Von unseren Hochschulen.
Nach unserem Gebrauch veröffentlichen wir nach­
stehend aus den Programmen für das Studienjahr 1913/14
derjenigen Hochschulen des Deutschen Reiches, die für
daB Studium des Eisenhüttenwesens in erster Linie in
Betracht kommen, einen kurzen Auszug über die ein­
schlägigen Vorlesungen und Uebungen.
K ö n ig lic h e
T e c h n is c h e H o c h s c h u le fz u A a c h e n .
B o r c h e r s : Uebcrsicht über das gesamte H ütten­
wesen. C la s s e n : Anorganisches Praktikum für Chemiker,
H üttenleute und Bergleute.
H e r b s t : Aufbereitungs
künde. Brikettierung. Kokerei. Entwerfen von Auf­
bereitungs-, Brikettierungs- und Kokereianlagen. K lo c k ­
m a n n : Lehre von den Erzlagerstätten. M ayer: Energie­
gewinnung und -Verteilung.
Hüttenmaschinenkunde.
R u e r : Uebungen in physikalischer Chemie für .Hüttenleute. W ü s t: Geschichte der Metalle. Großes eisenhüttenmännisches und gießereitechnisches Praktikum.
Ausgewählte K apitel aus der Eisenhütten- und Gießerei­
kunde. G o er en s : Eisenhüttenkunde. Elektrometallurgie
des Eisens und die Herstellung und Eigenschaften der
Spezialstähle. L e v in : Einführung in die Eisenhütten­
kunde. Eisenprobierkunde. Q u a s e b a r t : Konstruktive
Hüttenkunde.
Feuerungskunde.
B o r n e m a n n : A ll­
gemeine Hüttenkunde. D o e r in c k e l: Metallographische
Untersuchungsmethoden. L a m b r is : Untersuchung von
Brennstoffen.
K a h le r : Soziale Gesetzgebung.
Ver­
sicherungswesen. Einführung in die Statistik. Verkehrs­
wesen. P a s s o w : W irtschaftliche Organisation und Ge­
schäftsbetrieb industrieller und kommerzieller Unter­
nehmungen.
Einführung in das Verständnis geschäft­
licher Bilanzen m it besonderer Berücksichtigung indu­
strieller und bergbaulicher Unternehmungen. Probleme der
Weltwirtschaft. Besprechungen über Organisation und
Geschäftsbetrieb großer Kartelle. Selbstkostenberechnung
industrieller Betriebe. Privatwirtschaftlicho Uebungen.
K ö n ig lic h e B e r g a k a d e m ie z u B e r lin .
K r u se h : Dio Versorgung Deutschlands m it m etal­
lischen Rohstoffen (Erzen und Metallen). D e n c k m a n n :
Die Geologie des Siegerlandes und ihre Nutzanwendung
auf die Siegcrländer Spateisensteingänge. V a te r : Maschi­
nenlehre m it besonderer Berücksichtigung der Berg- und
Hüttenwesen-Maschinen, einschließlich Elastizitäts- und
Festigkeitslehre und mechanischer Wärmetheor e. Uebun­
gen im Maschinenlaboratorium. P h o e n ix : Einführung in
die Maschinenlehre. Ausgewählte K apitel der Hebemaschi
nen und Transportanlagen. P h ilip p i: Elektrotechnik.
F r a n k e : Aufbereitungskunde einschließlich Brikettberei­
tung. Entwer. en von Aufbereitungs- und Brikettierungs­
anlagen. K r a h m a n n : Die deutsche Rohstoffwirtschaft.
P u f a h l: Allgemeine Hüttenkunde. K r u g : Feuerungs­
kunde und O/enbaumaterialien. Entwicklung des Eisen­
hüttenwesens. Eisenprobierkunst und Gasanalyse. K ol­
loquium über Eisenprobierkunst. Laboratorium für Eisen­
probierkunst. P e t e r s : Elek rochemie und Elektrometal­
lurgie. E ic h h o f f : Eisenhüttenkunde. Entwerfen von
Eisenhüttenwerken und Einzelanlagen. Eigenschaften des
Eisens und deren Prüfung im Betriebe. Furchung der
Walzen. L o e b e : Metallographisches Laboratorium. K o­
kereichemie. S c h le n k e r : Formgebung und Bearbeitung
der Metalle.
1748
Stahl und Eisen.
Umschau.
K ö n ig lic h e T e c h n is c h e H o c h s c h u le z u B e r lin .
H a n c m a n n : Großes nietallographisches Praktikum.
Metall graphie. Materialienkunde m it Uebungen. A us­
gewählte Abschnitte aus der Metallographie. H ir s c h w a ld : Mikroskopische Uebungen für Chemiker und
H üttenleute (Untersuchung chemischer Produkte, mikro­
skopische Kristallbestimmung, mikrochemische Analyse).
H o f m a n n : Gasanalyse.
H o ld e : Untersuchung der
Kohlenwasserstoffe und verwandter Produkte. M a th c s iu s : Eisenhüttenkunde. Chemio des Eisens. Hochofen­
prozeß.
Eisenprobierkunde.
Einrichtung und Betrieb
von Eisengießereien. Praktische Arbeiten im eisenhütten­
männischen Laboratorium. Eisenhüttenm ännischf K on­
struktionsübungen. S tä u b e r : H üttenm aschinen (Aufbau
und Betrieb der wichtigsten Kraft- und Arbeitsmaschinen
in Hüttenwerken; Maschinen zurVerarbeitung des schmied­
baren Eisens: Hämmer, Pressen, Walzwerke; Hebe- und
Transportmittel für den Materialdurchgang im Hochofen-,
Stahl- und Walzwerk). Entwerfen von Hüttenm aschinen.
B ö r n s t e in : Dio Brennmaterialien, ihre Bearbeitung und
Verwendung. D ie c k m a n n : Spezielle analytisclio Me­
thoden für Eisenhüttenloutc. Freiherr v. G ir so w a ld :
Ueber die Zusammensetzung und dio W ertbestimmung
der Brennstoffe. Praktische Kalorimetrie m it Uebungen.
T a n n liä u so r : Ueber Lagorungsformen, Bildung und
Vorkommen der Erz- und K ohlenlagerstätten. V o e lc k e r :
Grundriß der Weltwirtschaftsichre.
K ö n ig lic h e T e c h n is c h e H o c h s c h u le zu B r e s la u .
F r e c h : Einführung in die technische Geologie m it
besonderer Berücksichtigung der Erzlagerstättenlehre.
S im m e r s b a c h : Konstruktive H üttonkunde (Entwurf und
Bau von Oofon und Anlagen auf dem Gebicto des Eisen­
hütten- und Mctallhüttenfaches). Kokereikunde. Eisen­
hüttenkunde. Eisenhüttenmännisches Praktikum (Einzeluntcrsueliungon im eisenhüttenmännischen, im metallographischen und im Kokerei-Laboratorium sowie in der
Materialprüfung).
B e u t o ll: Mineralogie und Petro­
graphie der Erzlagerstätten. E n g e lh a r d t : Der elek­
trische Ofen in der Eisen- und Stahlindustrie. H a r t ­
m a n n : Schamottesteinfabrikation. H o llm a n n : Kera­
mik. m it besonderer Berücksichtigung der feuerfesten Ma­
terialien.
Feuerungskundo. Schlackenverwertung und
Zementfabrikation (speziell für Eisenhiittenloute). L e b e r :
Gießereikundo. Metallurgische Technologie II. Geschichte
des Eisens.
N a u s s : Technische Gasanalyso.
O b crh o ffe r : Metallurgische Technologie I (insbesondere für
Masehinen-Ingenieure).
Metallographie und Material­
kunde. Abriß der Eisenhüttenkunde. Elektrometallurgie
des Eisens (Spezialstählo). Metallurgie des schmiedbaren
Eisens. Eisenprobierkunst. N. N .: Walzenkalibrieren.
Hüttenmaschinenkunde.
Materialdurchgang.
Mecha­
nische Walzwerkskundo. S c h m o lk e : Kokerei- und Gas­
werksbau. G roß: Aufbereitung.
K ö n ig lic h e B e r g a k a d e m ie zu C la u s th a l.
B r u h n s: Lohre von den Erzlagerstätten. O sa n n :
Eisenhüttenkunde. Eisenhüttenmännische Berechnungen.
Eisenprobierkunst. Eisenhüttenmännisches Praktikum für
Fortgeschrittene.
Entwerfen von Eisenhüttenanlagen.
Metallurgische Technologie.
Verkokungs- und Briket­
tierungskunde.
H o m m e l: Metallographie.
M etallo­
graph ische Uebungen. Untersuchung von Brennstoffen.
Chemische Technologie.
K ö n ig lic h S ä c h s is c h e B e r g a k a d e m ie zu F r o ib e r g .
B e c k : Lagerstättenlehre. B ir k n e r : Soziale Ver­
sicherung. Berg- und H üttenstatistik. B r io n : Elektro­
technik. G a lli: Eisenhüttenkunde. Allgemeine mecha­
nisch-metallurgische Technologie.
Ueber Eiscnhüttonanlagen.
Feuerungskunde.
H e ik e : Metallographie.
33. Jahrg. Nr. 42.
H o p p e : Berg- und hüttenm ännische Rechnungswissen­
schaft. R o c h : Entwürfen von Berg- und Hüttengebäuden.
S c h if f n e r : Hüttenkunde. Elektrometallurgie. Hütten­
männisches Praktikum. T r e p to w : Aufhereitungskundc.
Brikettieren. W ils k i: Feldübungon für Hüttenleute.
Rudolf Diesel f .
Bei der Uebcrfahrt nach England, an Bord des
Dampfers „Dresden“, ist Sir.-^yiig. D ie s e l in der Nacht vom
29. zum 30. September auf unerklärte Weise verschwunden,
so daß leider keine Hoffnung besteht, ihn noch unter die
Lobenden zu rechnon.
A ls Sohn deutscher Eltern am 18. März 1S58 in Paris
geboren, fand er dort auch seine erste Schulbildung, bis
seine Eltern beim Ausbruch des Krieges 1870 nach London
übersiedclten und ihn noch im gleichen Jahre zur weiteren
Ausbildung nach Augsburg schickten. Später studierte
Diesel an der Technischen Hochschule in München, und
ging dann als A ssistent zu Professor v. Linde. Nach
kurzer T ätigkeit bei Gebr. Sulzcr in Winterthur wurde
or Leiter der französischen Linde-Gesellschaft.
Seit seiner Studienzeit beschäftigte er sich mit der
Idee einer Kraftmaschine, die an wärmctcchnischem
Wirkungsgrad dio Dampfmaschine übertreffen sollte.
1893 erschien sein grundlegendes Buch „Theorie und
Konstruktion eines rationollon Wärmomr tors“.
Wie
dann nach jahrelanger Arbeit dio betriebsfähige Diesclmaschino erstand, hat ®t.*Qltg. Diesel selbst in oinom Vor­
trag vor der Schiffbautochnischcn Gesellschaft* im vorigen
Jahro und ausführlich in seinem soeben erschienenen
Buche „Dio Entstehung des Dieselmotors“ auseinander­
gesetzt. Dio säm tlichen Niederschriften aus jener Zeit
hat der Verstorbene vor wenigon Wochen noch dem
D eutschen Museum überwiesen.
W as der Namo „Diesol“ für die’ deutschc Technik
im allgemeinen bedeutet, braucht ja an dieser Stelle nicht
besonders hervorgehoben zu werden, u. a. gab dem im
Jahre 1907 die Technische Hochschule München bei der
Verleihung des Grades als Doktor-Ingenieur ehrenhalber
beredten Ausdruck. Seine Beziehungen zum Eisenhüttenwesen sind zum größten Teile allerdings nur mittelbarer
Art gewesen. Zunächst hat seine Maschine durch die
bei ihrer Herstellung erforderliche Genauigkeit in dieser
Richtung einen kräftigen Einfluß auf dio Maschinen­
industrio ausgeübt, der auch anderen Zweigen zugute
gekommen ist. Dann hat neuerdings die Dicselmaschinc
der Verwertung von Teeröl und Teer in größerem Maße
dio Wege geöffnet.
Wio weit dio Marktfähigkeit der Dicselmaschinc und
ihre lieutigo Ausführung auf Diesel selbst zurückzuführen
sind, darüber werden dio Ansichten verschieden sein
können und soll diese Frage liier nicht entschieden werden,
obensowonig ob dio grundlegende Idee des Diesel-Ver­
fahrens schon früher ausgesprochen worden ist. Un­
bestreitbar bleibt Diesol der Erfinder der nach ihm be­
nannten Maschine, als derjenige, der die Idee auch mit
Nachdruck vertreten und bis zu einem praktischen .Er­
gebnis gefördert hat. W enn ihm auch nicht die Mühen
und Aufregungen eines Erfinders erspart gobliebcn sind,
wie er selbst es in der vorerwähnten Schrift auseinandersotzt, so hat er anderseits doch auch das seltene Glück
gehabt, den Erfolg seiner Arbeit zu sehen und zu ge­
nießen, In ihm ist nicht nur einer der erfolgreichsten,
sondern auch der bekanntesten und meist gefeiertsten
Ingenieure unserer Tage, der Namen und Ansehen deut­
scher Ingenieurkunst auch im Ausland zu erhöhtem Glanz
verhelfen hat, vorzeitig dahingegangen.
* Vgl. St. u. E. 1912, 5. Dez., S. 2052/53.
16. Oktober 1913.
A us Fachiereinen.
Stahl und Eisen.
1719
A us Fachvereinen.
American S o c ie t y for T e stin g Materials.
Von den zahlreichen Kommissionsberichten, die der
diesjährigen Jahresversammlung* vorgelegt wurden, be­
handelten 23 Vorlagen Lieferungsbedingungen für Fluß­
eisen und Stahl. Neun von diesen Vorlagen enthielten
neu aufgestellte Liefervorschriften, während in 14 Vorlagen
Abänderungsvorschläge für frühere Liefervorschriften ge­
macht wurden. Letztere betrafen u. a. Bauwerkseisen,
Nickelstahl für Brücken, Betoneisen, Lokomotivachscn,
Radreifen, Stahlguß, Automobilstahl, Kesselbleche, Nicteisen. Die neu aufgestelltcn Liefervorschriften erstreckten
sich u. a. auf Schiffbaueisen, Nieteisen für den Schiffbau,
Halbzeug und
aus alten E ise n b a h n sc h ie n e n g ew alztes B etoneisen.
Ueber letzteres hielt W. Iv. H a t t einen etwas ausführ­
licher wiedergegebenen Bericht.
Für das Wicdervcrwalzen** werden danach ab­
genutzte sowie hoi der Abnahme verworfeno Schienen
verwendet. Sie kommen in Längen von etwa 3 bis
4,5 in zu 45 bis 65 Stück in die Oefen und verbleiben
darin etwa 45 bis 75 Minuten. In dem ersten eder den
beiden ersten Stichen werden der Schienen!« pf, Steg ur.d
Fuß voneinander getrennt und dann einzeln für sich
weiter ausgewalzt. An den Probestücken wurden Zugimd Biegeversuche angestellt. Um einen Vergleich mit
den Festigkeitseigenschaften von gewöhnlichem Rund­
eisenzu erhalten, set zte H att die Ergebnisse seiner Zerreiß­
versuche in Vergleich m it den K urven von H o w e und
T e tm a jo r , welche die Abhängigkeit der Dehnung von
der Zerreißfestigkeit angeben.
Er fand, daß das aus
Schienen gewalzte Betoneisen hei entsprechender Zereißfestigkeit im allgemeinen eine höhere Dehnung, also Zähig­
keit, aufweist, als es die Kurven von H owe und Tctmajer
verlangen. Im M ittel fand H att folgende Grenzwerte
für die F estigkeitseigensehaften:
E ig e n s c h a ft
Streckgrenze in kg/qmm
Zerreißfestigkeit in
kg/qmm
...................
Dehnung in % gemessen
auf 200 mm . . . .
S tä b e m it g la tte r In w arm em Zu­
O b erfläc h e und
s ta n d v e rd re h te
V orsprüngren au f
S täb e
d e r O b erfläc h e
42— 53
3 9 —46
69— 76
63— 72
15— 20
14— 21
Diese Werte scheinen für Betoneisen verhältnismäßig
hoch, cs ist jedoch zu beachten, daß es sich um ehemaliges
Schienenmaterial handelt. Durch das Wiederverwalzen
hatte die Zerreißfestigkeit gegenüber dem ursprünglichen
Schienenmaterial abgenommen und die Dehnung zu­
genommen. D ie für die Zähigkeit maßgebende Güteziffer,
d. h. das Produkt von Zerreißfestigkeit und Dehnung,
hat hei dem Wiederverwalzen stets zugenem men, wie
folgendes Beispiel erkennen läßt:
F e s tig k e its w e rte
Zerreißfestigkeit in
k e /q m m .......................
Dehnung in % . . . .
Zerreißfestigkeit mal
Dehnung ...................
U rsp rü n g lic h e s
S c h ie n e n m a tc ria l
68
14,8
1010
"Wlcderv erw a lz te s
M aterial
66
20,2
1340
* Tron Age 1913, 3. Juli, S. 28. 49 und 52.
** Vgl. St. u. E. 1911, 24. Aug., S. 1377/9; 1912,
24. Okt., S. 1789/90.
D ie Stäbe aus dem Schienensteg zeigten die größte
Zerreißfestigkeit und kleinste Dehnung, die Stäbe aus
dem Fuß die kleinste Zerreißfestigkeit und eine kleinere
Dehnung als die Stäbe aus dem Schienenkopf, wie nach­
stehende Zusammenstellung zeigt, in der die Werte für
die Stäbe aus dem K o p f = 100 gesetzt sind:
L a g e d e r S tä b e
Z e rre iß fe s tig k e it:
1 S t e g .................................
K o p f ................................
F u ß ................................
103,7
100,0
95,0
D ehnung
86,0
100,0
9S,0
Rundstäbe m it glatter Oberfläche ergaben etwas
bessere Festigkeitseigenschaften als im warmen Zustande
verdrehte Stäbe, wie dies die folgende Gegenüberstellung
für eine bestim m te Schienensorte zeigt:
S ta b s o rte
! Z e rre iß fe s tig k e it
k g /q m m
Rund
|
Quadratisch, verdreht .
70.0
63,2
D ehnung
%
IS,2
18,8
Von den Stäben m it glatter Oberfläche und mit
Vorsprüngen auf der Oberfläche konnten bei einem Durch­
messer bis zu 3/ t " 97 % ohne Anrisse um 180° gebogen
und bei einem Durchmesser von über a/ 4" 97,6 % ohne
Anrisse um 90 0 um einen Dorn gebogen werden, dessen
Stärke gleich der dreifachen Stabdicke war.
Etwas
weniger günstig waren die Biegeversuche an verdrehten
Eisen. Zum Schluß weist H att darauf hin, daß sich mit
wachsendem Stabqucrsehnitt die Schwierigkeiten ver­
größern, brauchbare Betoneisenstäbe aus Schienen zu
walzen, weil dann der Unterschied zwischen dem Quer­
schnitt des Schienenkopfes und dem Querschnitt des zu
walzenden Stabes zu gering ist und keine genügende
Walz Wirkung mehr eintritt. —
Für Stahlguß für unwesentliche Konstruktir nsteile
wurde der höchste zulässige Plwsplu rgehalt von 0,08 auf
0,06 % herabgesetzt. — P. H. W a lk e r berichtete über das
Vorhalten 19 verschiedener Eisenschntzanstriche, die an
der gleichen Brücke angewendet wurden und seit mehreren
Jahren unter Beobachtung stehen. Vcn diesen hat sich
besonders ein Scharlachchromanstrich gut bewährt.
J. H. N e a d wies bei Erörterung der Wärmebehandlung
von Sonderstählen darauf hin, daß die erzielte Vergütung
und die Festigkeitseigenschaften meist nur an Probe­
stäben von den üblichen Abmessungen festgestellt werden,
während die wirklichen Konstruktionsteile oft wesentlich
größere Abmessungen haben, bei denen die günstige
Wirkung der Wärmebehandlung geringer ist als bei den
kleineren Probestäben. Zum Nachweis dieses Einflusses
hat Nead Probestäbc aus Chromvanadiumstahl von 13 bis
45 mm Durchmesser der gleichen Wärmebehandlung
unterzogen. Dabei zeigten die dickeren Stäbe wesentlich
schlechtere Eigenschaften. Bei den Stäben von 45 mm
Durchmesser war die Elastizitätsgrenze 42 % und die
Zerreißfestigkeit 33 % geringer als bei den Stäben von
13 mm Durchmesser. — C ap p berichtete über Lieferungs­
bedingungen für gezogenes Eisen für Schraubenautomaten.
Dabei ist für Bessemereisen vorgesehen ein Kchlenstcffgehalt von 0,08 bis 0,16 %, Mangan 0,6 bis 0,8 %, Phos­
phor 0,09 b is0,13 %, für Siemens-Martin-Eisen ein K ohlen­
stoffgehalt von 0,15 bis 0,25 %, Mangan 0,6 bis 0,9 %,
Phosphor unter 0,05 %. — G eo r g e L. N o r r is berichtete
über Verschleißversuche, die er an einer der Maschine
von S a n it e r ähnlichen Maschine ausgeführt hat. Norris
fand ebenso wie N u s b a u m e r und R o b in , daß Mangan,
Nickel und Chrom, besonders aber Vanadium die Ver­
schleißfestigkeit erhöht.
Sr.-Qttg. E. Preuß.
1750
Patentbericht.
Stahl und Eison.
33. Jahrg. Nr. 42.
Patentbericht.
D e u t s c h e P atentanm eldungen.*
6. Oktober 1913.
KJ. 12 o, M 43 949. Verfahren und Vorrichtung zur
elektrischen Ausscheidung von Schwebekörpern aus
elektrisch isolierenden, insbesondere gasförmigen Flüssig­
keiten.
Erwin Möller, Brackwedo, Kupferhammer 59.
K l. 18 a, H 58 934. Einrichtung zum selbsttätigen
Aufsetzen und Abheben des Deckels von H ochofen­
begichtungskübeln m it senkbarem Boden. Dr. Siegfried
Hauser, Straßburg i. Eis., Hohenlohestr. 22.
Kl. 18 b, G 37 172. Zustellung für elektrische Oefon
zum Umschmelzen von Ferromangan, Ferrosilizium und
andoren Legierungen nebst Arbeitsverfahren für der­
artige Oefon. Gesellschaft für Eloktrostahlanlagen m. b. H .,
Berlin-Nonnendamm, und ®i|y[.«Qng. Wilhelm Rodonhausor, Völklingen a. Saar.
K l. 24 o, R. 37 357.
Rogcnerativflammofen m it
schräg nach dem Vorbronnungsraum laufender Gas­
führung und seitlicher Luftzufiihrung. Hugo Rehmann,
Düssoldorf, Rathausufer 22 und Heinrich Bangort, D üssel­
dorf-Oborkassel, Brend’amourstr. 28.
Kl. 48 c, D 27 611.
Vorfahren und Einrichtung
zum Erhitzen von Badewannen zum Zwecke ihrer Em ail­
lierung. Paul Dupont, Le Cateau, Frankreich. Priorität
ans der Anmeldung in Frankreich vom 25. 9. 11 aneikannt.
9. Oktober 1913.
IC1. 12 e, M 48 642. Vorfairen und Vorrichtung zur
elektrischen Ausscheidung von Schwobekörpern aus
elektrisch isolierenden, insbesondere gasförmigen Flüssig­
keiten; Zus. z. Anm. M 43 949. Erwin Möller, Brackwede.
Kl. 18 b, P 29 892. Verfahren zur Herstellung von
reinem Stahl oder Gußeisen aus elektrolytisch raffi­
niertem, reinem Eison.
Hermann Plauson und Georg
v. Tischenko, St. Petersburg.
IG. 24 f, P 30 674.
Wanderrost m it auf Trägerpaaron ruhenden und die Trägor m it gloich hohen Füh­
rungen untergreifendon Roststäbon. Petry-Dereux, G. m.
b. H ., Düren, Rhld.
D e u t s c h e G ebr a u c h sm u ste r e in tr a g u n g e n .
6. Oktober 1913.
KI. 7 b, Nr. 570 059.
Mohrfaohdrahtziehmasohine.
Gebrüder Geck, Altena i. W.
Kl. 7 b, Nr. 570 060. Drahtziehmaschine m it beweg­
lichem Flüssigkeitsbehälter. Gebrüder Geck, Altena i. W ,
Kl. 12 e, Nr. 570 462. Gasreiniger. Pohl & Holbig
Berlin.
K l. 21 h, Nr. 570 628.
Elektrischer Schmelzofen.
Hermann Schmidt, Berlin, Ansbaehorstr. 56.
Kl. 24 g, Nr. 570 068. Rauchreinigungsvorrichtung.
James D . Jackson, Valeria, Konsington, Staat Victoria,
Australien.
Kl. 24 g, Nr. 570 070.
Rauchverniehtungsapparat
in Verbindung m it Turbine.
Gustav Hermann Gölilert,
Berreuth bei Dippoldiswalde.
Kl. 24 g, Nr. 570 925. Rauchverniehtungsapparat.
Julius Weidmann Lindauer, Arlesheim, Baselland, Schweiz.
Kl. 24 k, Nr. 570 066. Gußeiserne Türe für Glüh-,
Schweiß- und Koksöfen. Fa. Josef Altemeyer, Geseke i. W.
Kl. 31 b, Nr. 570 648. Rüttelformmaschino. M a­
schinenfabrik Thyssen & Co., Akt. Ges., Mülheim a. Ruhr.
Kl. 3 1 c , Nr. 570 709.
Muffenverhindung.
Karl
Staudt, Kirn.
Die Anmoldungen liegen von dem angegebenen Tage
an während zweier Monate für jedermann zur Einsicht und
Einsprucherhebung im Patentam to zu B o r lin aus.
Kl. 42 1, Nr. 570 187. Apparat zur Teeruntersuchung
m it drei durch elektrischen Strom beheizten, übercinanderliegenden, einzehi und zusammen verwendbaren
Heizspulen. Dr. Fritz Taurlce, Dortmund, Saarbrücker­
straße 29.
D e u t s c h e R eichspatente,
Kl. 18 a, Nr. 262 239, vom 30. Dezember 1910.
A u g u s tin E m ilio B o u r c o u d in L on d on . Verfahren
und Einrichtung zur Herstellung eines von schädlichen Bei­
mengungen, insbesondere Schwefel, möglichst freien Eisens
oder anderen Metalls.
D as zu vorarbeitendo Erz wird zunächst in dem
Drelirohrofon a ausschließlich mittels heißer Luft geröstet
die in der durch den Ofen b geführten Rohrleitung c
erhitzt worden ist. M ittels Fördervorrichtung d gelangt
das Erz sodann in den- Ofen e, in dem es durch heiße,
schwofolfrcio Gase zu Metallschwamm reduziert wird,
um dann in den elektrischen Oefon f auf Metall verar­
beitet zu worden.
D ie Reduktionsgase werden durch
Rohro g durch den Ofen h geführt, in dem sie erhitzt
werden, und durohströmen sodann behufs Regenerierung
den m it glühendem K oks gefüllten Schacht i; von da
werden sic nach einer nochmaligen Erhitzung im Ofen b
durch m it K alk angofüllte Rohre k geleitet, woselbst ihnen
schwefelhaltige Verbindungen entzogen werden. Da der
verwendete K oks vor der Aufgabe in den Regenerator i
durch Trocknen von seinem Wassergehalt befreit wurde,
so ist das Reduktionsgas praktisch frei von Wasserstoff
und Schwefel, die schädlich auf das erzeugte Eison wirken
würden.
Kl. 18 a, Nr. 202 968, vom 1. Soptember 1910. Erik
A l g o t B e r g l ö f in C h ic a g o , V. St. A. Verfahren uni
Ofen zur Gewinnung von Metallen, insbesondere von Eisen,
unmittelbar aus Erzen.
Das Verfahren bestoht aus zw ei'’Stufen, in deren
erster die Erze bei einer unter Schmclzhitzo des Mctallcs
liegonden Temperatur durch Gase zu Metallschwamm
reduziert, und in deren zweitor die so reduzierten Erze
so hoch orhitzt werdon, daß ausschließlich die schlackenbildendon Bestandteile geschmolzen und beseitigt werden
können. Erz und Reduktionsgas werden in dor ersten
Stufe hei einer Temperatur niedriger als 900° C gehalten,
wobei keine R eoxydation durch Spaltung dos entstandenen
Wasserdampfes oder der Kohlensäure entstehen kann.
Als R eduktionsgas wird ein praktisch von Stickstoff,
Sauerstoff und Kohlensäure freies Gas benutzt.
Kl. 10 a, Nr. 263 051, vom 18.'Mai
1912. J o h a n n L ü tz in Esson-Brod o n o y . F orm stein zu m Bau von Hetz-
wänden, insbesondere für Verkokungsöfen.
Der Formstein enthält zwei den
Heizzugquerschnitten entsprechende
Oeffnungen a, wodurch es möglich
wird, ihn im Verbände zu vermauom.
16. Oktober 1913.
Statistisches.
Stahl und Eisen.
1761
Statistisches.
R o h eisen erzeu g u n g D eutschlands un d L uxem b u rg s im S eptem ber 1913.
E r z e u g u n g
Gießerei R oheisen
und Gußwaren
1. S ch m elzu n g
B e z ir k e
R h e in la n d -W e s tf a le n .....................................
Siegerland, Lahnbezirk und H essen-N assau
S c h l e s i e n .............................................................
Mittel- und O s t d e u ts c h la n d .......................
Bayern, W ürttem berg und Thüringen
S a a r b e z ir k .............................................................
Lothringen und L u x e m b u r g .......................
im
A ugust 1913
S ept. 1913
t
t
135
31
7
38
6
12
65
982
939
379
869
321
660*
344
298 494
R h o in la n d -W e s tfa le n ......................................
Siegerland, Lahnbezirk und Hosson-Nassau
S c h l e s i e n .............................................................
M ittel- und O s td e u ts c h la n d .......................
28 372
1 310
604
1 425
25 797
1 347
636
738
B essom er-R oheisen Sa.
31 711
R h e in la n d -W e s tfa le n ......................................
S c h l e s i e n .............................................................
M ittel- und O s td e u t s c h la n d .......................
Bayern, W ürttem berg und Thüringen
S a a r b e z ir k .............................................................
Lothringen und L u x e m b u r g .......................
P u d d el-R ohelsen
(ohno Spiegclcisen).
305 264
B essem er-R oh elsen (sau res
V erfah ren ).
139 359
31 541
6 696
39 880
6 501
12 660*
68 627
05
C
05 à
¡1
G esam t-E rzeu gun g
nach S orten.
1£ 1a
U
T hom as-R oheisen Sa.
R h e in la n d -W e s tfa le n ......................................
Siegerland, Lahnbezirk und H essen-N assau
S c h l e s i e n .............................................................
M ittel- und O s td e u t s c h la n d .......................
Bayern, W ürttem berg und Thüringen
391
21
25
20
105
477
136
010
501
060
892
822
1041 421
125
40
38
19
567
021
695
695
28 518
381
19
22
19
101
463
295
880
964
570
800
928
1009 437
122
36
34
19
1. J a n u a r
b is
30. S ept.
1913
im
S e p t 1912
t
Stahl-und S p ie g e l­
elsen einschl.
T h o m a s-R o h elsen
F erro m a n g an ,
(basisch es V erfah re n )
Ferrosilizium usw.
Gießerei-Roheisen Sa.
Im
Erzeugung
vom
471
409
088
890
t
1 213 478
283 516
67 892
341 540
4S 389
113 896*
671552
2 740 263
242
9
6
11
424
780
857
015
270 076
3 470
198
230
175
918
4 137
832
588
144
817
905
094
281 600
27 766
312
380
1 451
29 909
056
896
272
480
203
090
9 131 380
968 997
1 093
376
280
170
4
105
41
25
18
534
023
050
703
025
vom
J a n . bis
39. Sept.
1912
t
123 409
30 869
6 961
32 344
5 415
11 596*
71006
375
31
25
19
98
419
1.
961
810
633
258
1 116
273
70
291
52
100
544
643
893
2S6
656
338
719*
245
2 449 780
267
8
6
4
570
429
079
637
286 715
3 338
278
230
174
867
3 494
265
089
257
494
311
955
8 383 371
858
336
228
168
3
616
010
561
047
452
Stahl- und Spiegeloisen usw. Sa.
223 978
212 858
1 924 335
191 662
1 594 686
R h o in la n d -W e s tfa le n ......................................
Siegerland, Lahnbezirk und H essen-N assau
S c h l e s i e n .............................................................
Mittel- und O s td e u ts c h la n d .......................
Bayern, W ürttem berg und Thüringen
Lothringen und L u x e m b u r g .......................
5 866
7 570
20 311
80 760
68311
194 309
1 102
4 067
28 802
8 853
9 723
23 397
302
2 401
8 364
7 496
21 670
180
314
1 866
517
3 965
70 415
78 513
198 524
275
4 165
49 358
P uddel-R oheisen Sa.
36 450
39 890
377 351
46 455
401 250
R h e in la n d -W e s tfa le n .....................................
Siogerland, Lahnbezirk und H essen-N assau
S c h l e s i e n .............................................................
M ittel- und O s td e u ts c h la n d ........................
Bayern, W ürttem berg und Thüringen
S a a r b e z ir k .............................................................
Lothringen und L u x e m b u r g .......................
G esam t-E rzeugung Sa.
G ießerei-Roheisen
......................................•
Bessem er-R o h e i s e n ..........................................
T h o m a s-R o h eisen ...............................................
Stahl- und S p ie g e le is e n .................................
P u d d e l-R o h e is e n ...............................................
* Geschätzt.
Gesamt-Erzeugung Sa.
690
80
87
86
26
118
548
300
442
316
501
863
552
850
673
77
83
82
26
114
531
909
191
653
641
205
460
138
1 638 824
1 589 197
305
31
1 041
223
36
298
28
1 009
212
39
264
711
421
978
450
494
518
437
858
890
1 638 824 1 1 589 197
6 101
737
747
754
232
1 032
4 837
028
630
696
504
298
801
448
14 443 405
2 740
270
9131
1 924
377
263
076
380
335
351
14 443 405
641
82
88
77
25
109
494
045
714
267
325
412
799
061
1 518 623
281
29
968
191
46
600
909
997
662
455
1 518 623
5 651
696
781
094
234
968
4 088
509
845
539
872
449
030
558
1 3 1 1 5 802
2 449
286
8 383
1 594
401
780
715
371
686
250
13 115 802
1752
Wirtschaftliche Rundschau.
Stahl und Eisen.
F ra n k re ic h s F lu ß eisen e rzeu g u n g im ersten H a lb ja h re 1913.*
N ach den Ermittlungen des „Comité dos Forges
do France“** wurden im ersten Halbjahre 1913 in Frank­
reich 2 23S 557 t Flußeisen erzeugt gegen 1 981 235 t
in der gleichen Zeit des Vorjahres; die Zunahme beträgt
mithin 257 322 t oder 12,9 %, Im einzelnen gestaltete,
sich dio Erzeugung wie folgt:
Zahlentafel 1.
im e rs te n H a lb ja h re
1013
Rohblöcko
1
t
%
I. im K onverter
h e r g estc llt:
a) nach dem
sauren V er­
fahren . .
36 786
b) nach dom
basischen
Vorfahren
1 494 826
II. im M artinofer
hergestellt .
685 988
III. im Ticgclofen
liorgestellt .
11 711
IV . im elektrischen
Ofen herge­
ste llt . . . .
9 246
-
1012
t
%
Mittel-Frankreich 254 062 t (11,4 %), Südwest-Frankreick
85 549 t (3,8 %), Südost-Frankreich 55 860 t (2,5 %) und
W est-Frankreich 92 570 t (4,1 %).
An H a lb z e u g wurden in den ersten sechs Monaten d. J.
763 608 t vorgewalzte Blöcke und 399 056 t Knüppel,
insgesamt also 1 162 664 t gegen 951 507 t im ersten Halb­
jahr 1912 erzeugt; dio Erzeugung hat demnach um
211 157 t oder 23.2 % zugenommen. Der Verbrauch an
Rohblöcken für die Halbzeugherstellung belief sich im
ersten Halbjahre 1912 auf 1 430 000 t.
An Fertigerzeugnissen aus Flußeisen wurden die
in vorstehender Zahlentafcl 2 aufgoftihrton Mengen her­
gestollt. Dio Zunahme gegenüber dem ersten Halbjahr
1912 beträgt also 16 039 t oder 5,7 %.
F ra n k re ic h s R o h e isen erzeu g u n g im ersten H albjahre 1913,*
1,6
30 898
1,6
66,8 1 318 362
66,6
30,7
613 058
30,9
0,5
10 997
0,5
Nach den Ermittlungen des „Comité des Forges de
France“** gestaltete sich die Roheisenerzeugung Frank­
reichs während des letzten halben Jahres im Vergleich
zum ersten Halbjahr 1912 wie in Zahlontafel 1 angegeben.
Dio Erzeugung der ersten sechs Monate 1913 zeigt also
gegenüber dom gleichen Zeiträume des Vorjahres eine Zu­
nahme um 231 4 3 2 to d e r 9 ,8 %. Zahlentafcl 2 gibt dio Roh­
eisenerzeugung des Berichtsabschnittos nach Bezirken an.
Zahlontafel 1.
im
Erzeugung an
0, 4
7 920
2 238 557 100,0 1 981 235 100,0
Von der Gesamtmongo ontfielon auf Ost-Frankreich
1 228 975 t (54,9 %), Nord-Frankroicli 521 641 t (23,3 %),
Zahlontafel 2.
im ersten Halbjahre
Erzeugung au
1013
1912
t
S c h i e n e n ...................
R a d r e i f e n ...................
T r ä g e r ........................
F o r m o is e n ...................f
Handolseison . . . . )
M aschinenteile . . .
D raht ............................
R ö h r e n .......................
W e iß b le c h ...................
B l e c h e .......................
Schm iedestücke . .
Stahlform guß. . . .
Zusamm en
522 813
864
009
200
098
013
634
197
1 568 722
250
22
169
179
381
63
32
25
19
268
35
24
182
620
427
515f
0 5 5 ft
665
420
550
945
502
330
472
1 472 683
G ußwaren erster Schm elzung
G ie ß e r eiro h eise n ........................
Frischreirohcisen
...................
B e s s e m e r r o h e is e n ...................
T h o m a s r o h e is e n ........................
O .- M .- R o h e is e n ........................
Spczialroheisen (Spiegoleisen,
F e r r o m a n g a n )........................
Son stigem R oheisen . . . .
Zusam m en
f 76
362
268
55
1 778
S 6
Q
** Bulletin Nr. 3215 (vom 30. Sopt. 1913).
f Darunter 138 940 t Träger, Formciscn und H andels­
eisen.
f t Darunter 45 548 t Formeisen und Träger.
1912
t
856 tf7 0 3GS
755
352 103;
23Í
255 007j
604
61 691
377 l 579*877
855
2 395
26’512
1 237
22 673
889
2 576 435 2 345 003
Zahlontafel 2.
im ersten Halbjahre
1913
/
t
/O
B ez irk
0
O st-F r a n k r e ic h .................................
N o r d -F r a n k r e ic h ............................
M itte l-F r a n k r e ic h ............................
S ü d w est-F r a n k r e ic h ........................
S ü d o s t - F r a n k r e ic h ........................
W e s t-F r a n k r e ic h .............................
Zusam m en
* Vgl. St. u. E. 1912,10. Okt., S. 1710; 1912,17. April,
nar
1
Halbjahre
t
.
t
235 859
25 067
261 908
67
35
19
19
298
50
33
.
ersten
1913
0, 4
.
In sgesam t
33. Jahrg. Nr. 42.
1 886
351
94
135
62
45
956
562
398
367
984
168
73,3
13,7
3,6
5,3
2,4,
1,7 j
2 576 43üj 100,0
* Vgl. St. u. E. 1912,10. Okt., S. 1710; 1913', 17. April,
S. 663/4; 24. Juli, S. 1255.
** Bulletin Nr. 3210 (vom 30. Sept. 1913).
f Darunter 6 9 1 7 4 t Röhren einschl. Formstücke,
f f Darunter 53 596 t Röhren einschl. Formstücke.
W irtschaftliche Rundschau.
Vom R o h e ise n m a rk t. — D e u t s c h la n d .
Dio Lago
des Roheisonmarktes ist befriedigend, da die Abrufe
immer noch ziemlich flott eingehen und ausreichend sind.
A k tien g esellsch aft C h ristin en h ü tte zu C h ristin e n h ü tte
bei M eggen i. W . —• Das am 30. J u n i abgelaufene Ge­
schäftsjahr 1912/13 brachte dor Gesellschaft nach dem
Bericht des Vorstandes im allgemeinen befriedigende
Ergebnisse. Dio Erzeugung ist gegen das Vorjahr um
2 6 9 1 1 gestiegen und der Umsatz belief sich auf 3 181 305,44
(i. V. 2 090 750,32) .it.
Boi einer Abschreibung von
31 468,21 Ji beträgt der verfügbare Gewinn eittschließlic i
des Vortrages aus dem Vorjahre 84 255,38 Ji. Der toistand schlägt vor, hiervon 58 700 M oder 10 % Dividen e
auszuschütten, 2000 .11 für Talonsteuer z u r ü e k z u s tc l en
Iß, Oktober 1913.
Wirischafüiche Rundschau.
Stahl und Eisen.
und don Rest von 23 555,38 JC auf'neue Rechnung vorzutrasen.
1753
sowie der mechanischen Werkstätten. Der Zechen- und
Grubenbetrieb hatte bei don Zechen Engelsburg, Caro­
A ktiengesellschaft d er D illin g er H ü tte n w e rk e , D illingen
linenglück, Teutoburgia und bei den Eisensteingrubon
a. d. Saar. — D ie Gesellschaft erzielte im Geschäftsjahre 2 552 014,80 JC zu verzeichnen. Diesen Zugängen steht
bei den Kalksteinfeldern ein Abgang von 1113,64 JC
1912/13 nacli Abzug der Abschreibungen und Rück­
gegenüber. Neue maschinelle Anlagen wurden im Berichts­
lagen einen Gewinn von 9 555 712 (i. Y. 7 833 595) JC.
jahre nicht hergestellt. Dio Gesellschaft ist auch im neuen
Von diesem Betrage werden 1 840 093 (1 514 324) JC zu
Geschäftsjahre noch gut beschäftigt, wenn auch die Ziffer
Gewinnanteilen, Belohnungen usw. verwendet, 4 893 750 JC
des in das neue Geschäftsjahr übernommenen Auftrags­
Dividende (29 % wie i. V.) ausgeschüttet und 2 821 S69
bestandes sich inzwischen etwas vermindert hat.
1 425 520) JC auf neue Rechnung vorgetragen. D ie Buchschuklen betragen 8,72 (9,10) Mill. JC und die Außen­
Capito & K lein , A k tien g esellsch aft zu B e n ra th am
stände 19,13 (22,15) Mill. JC. Der Besitz an Grundstücken
R h ein . — Dem Berichte des Vorstandes zufolge war dio
und Grubenfeldern ist m it 30,22 (29,45) Mill. JC aufge­
Gesellschaft in den ersten fünf Monaten des Geschäfts­
führt.
jahres 1912/13 befriedigend beschäftigt, während im D e­
zember-Januar eine Stockung in den Abrufon der ElekBochum er V erein für B e rg b au u n d G uß stah lfab ri­
trizitätsgeselischaften eintrat, die für sie um so empfind­
kation zu B o ch u m . — W ie der Geschäftsbericht des Ver­
licher war, als sie sielt den Verhältnissen dor letzten Jahro
waltungsrates für das Geschäftsjahr 1912/13 ausführt,
entsprechend für einen großen Teil ihrer Erzougung auf
hat der Gesamtabsatz sowohl wie die Gesamtcinnahmo
Dynamobleche eingerichtet hatte. In den übrigen Quali­
die seitherigen Höchstziffern ansehnlich überstiegen.
tätsfeinbleehon begann auch bald eine Abschwächung,
Die für die umfangreichen Neu- und Umbauten in den
so daß Betriebseinsckränkungon nicht ganz zu vermeiden
letzten Jahren aufgewendeten erheblichen Mittel erwiesen
waren. Die Erzeugung und der Versand sind infolgedessen
sich als eine gute Kapitalsanlage, und die Selbstkosten
gegen das Vorjahr um etwa 8 % zurückgeblieben. Der im
sind dadurch in günstiger Weise beeinflußt worden.
vergangenen Jahre begonnene Umbau der Blechstraßen I
Der Rohgowinn des Unternehmens beträgt 8 916 582,37
und II wurde vollendet, der neue elektrische Antrieb
(6 795 286,53) , IC. Hierzu haben boigetragen: die Stahl­
arbeitet zur Zufriedenheit. Außerdem sind im Berichts­
industrie 359 640 (359 040) JC, die Zeclio Carolinen­
jahre eine neue Glüheroi, zwei Doppelwärmöfen, zwei
glück 2 503 190,67 (2 145 245,85) JC, die Eisonstoinneue Generatoren m it Gasleitungen und eine Schiebe­
gruben 1020 257,57 (058 601,33) JC, die Zeche Engelsbühne fertiggestoiit und in Betrieb genommen worden.
bürg 890 011 (004 S21,47) JC und die Zeche Tcutoburgia
Das Unternehmen entschloß sich, einen T eil seines W alz­
465 618,03 (0) JC.
Zubußo dagegen erforderten die
werks zur Erzeugung von Weißblechen zu verwenden, und
Quarzitgruben 10 471,73 (12 981,54) JC.
Nach Abzug
hat dio dazu erforderlichen Einrichtungen — zunächst in
der Abschreibungen im Gesamtbeträge von 2 497 236,44
kleinerem Umfange —- getroffen. Mit der Herstellung von
(1 882 228,08) JC verbleibt ein Reingewinn von 0419345,93
Weißblechen wurde bereits begonnen. Der Eingang an
(4 913 058,45) JC. Der Vcrwaltungsrat schlägt vor, hier­
Ausführungsaufträgen ist im neuen Geschäftsjahre etwas
von nach Abzug der satzungsmäßigen und vertraglichen
bessor geworden. — Die Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinnanteile eino Dividende von 14 % (wie i. V.),
zeigt einerseits neben 2315,56 JC Vortrag aus dem Vor­
diesmal auf das erhöhto 'Aktienkapital von 30 000 000
jahre 541 187,66 JC Betriobsgewinn, anderseits nach Abzug
(30 000 000) JC zu zahlen, 500 000 JC für Wchrboitrag
von 103 338,64 JC allgemeinen Unkosten, 23 823,95 JC
und Talonsteuor zurückzustellon, der BoamtcnponsionsSteuern, 28 896,02 JC Zinsen und 160 244,30 JC Abschrei­
kasse 50 000 JC zu überweisen und den vorbloibondon Rost
bungen einen Reingewinn von 227 200,31 JC. Der Vor­
zu Belohnungen, Unterstützungen und anderon besonderen
stand schlägt vor, hiervon 2500 JC der TalonsteuorAusgaben nach dom Ermossen der Verwaltung zu ver­
Riicklage zuzuführen, 1 350,59 JC dem Unterstützungs­
wenden. — Der Gesamtabsatz der G u ß s ta h lfa b r ik
bestand zu überweisen, 10 552,20 JC an don Aufsichtsrat
betrug einschließlich des verkauften Roheisens 312 931
zu vergüten, 200 000 JC Dividende (10% gegen 12%
(295 733) t und die Gesamteinnahme dafür 52 191 720
i. V.) auszuschütten und 12 797,52 JC auf neue Rechnung
(42 640 812) JC. Der Absatz an Roheisen botrug nur
vorzutragen.
14 559 t gegen 107 700 t im Vorjahre. Ausschließlich des
E isen - u n d S tah lw erk H o esch , A k tien g esellsch aft in
Roheisens stellte sich der Absatz um rd. 110 000 t höher
D o rtm u n d . — W ie der Bericht des Vorstandes ausführt,
als im Vorjahre. D ie Verminderung des Rohoisonabsatzes
war das Geschäftsjahr 1912/13 für die Gesellschaft außer­
erklärt sich vornehmlich daraus, daß die Gesellschaft
gewöhnlich günstig. Zwar mußte das Unternehmen noch
dazu überging, der Gesellschaft für Stahlindustrie nicht
einen Teil soinos Roheisenbedarfs zu hohon Preisen von
mehr Roheisen, sondern Stahlblöcke zu liefern. Die in das
anderer Seite kaufen, da die neue Hochofenanlage erst
neue Geschäftsjahr am 1. Julid. J. übernommenen Gosamtim laufenden Geschäftsjahr in Betrieb genommen werden
aufträge bclaufon sich auF 132 021 (90 685) t. Der Absatz
konnte, aber m it H ilfe dor in den letzten Jahren vorder S t a h lin d u s t r ie betrug einschließlich verkaufter Roh­
gonommenen Um- und Neubauten der Betriebsanlagon
blöcke 75 450 (78 575) t, die Einnahme dafür 10 649 037,86
gelang es, die Kohlenförderung sowohl, als auch dio Er­
(9 748 114,07) JC.
Am 1. Juli d. J. lagen bei der
zeugung in Roheisen, Stahl- und Walzwerksfabrikaten
Stahlindustrie an Aufträgen rd. 21 600 (21 200) t vor. Die
über die bisherige H öchstleistung hinaus zu steigern.
Jahrcsorzeugung der Zocho Vor. E n g e ls b u r g botrug an
Um die Kohlenversorgung der Werke auch für die Zukunft
Steinkohlen 600 929 (442 054) t einschließlich einer Bri­
zu sichern, verschaffte sich das Unternehmen in den Ge­
ketterzeugung von 253 621 (169 290) t, die der Zeche Vor.
werkschaften Haltern I— X II maßgebenden Einfluß. —
C a r o lin e n g lü c k 559 155 (458 109) t Steinkohlen und
D ie beiden Schaehtanlagen Kaiserstuhl I und II förderten
264 506 (253 790) t Koks. Die Zeche T c u to b u r g ia för­
1 490 345 (i. V. 1 276 814) t Kohlen und erzeugten 561 599
derte 501421 (209 473) t Steinkohlen. Auf don E is e n s t o i n (411 239) t Koks. Auf dem H ü t t e n w e r k in D o r tm u n d
gruben botrug dio Jahroserzeugung 812 228 (635 722) t.
erzeugte die H o c h o f o n a n la g e 463 046 (451 074) t
Die Q u a r z itg r u b e n lieferten 8654 t Quarzit gegen
Roheisen, während dio S t a h lw e r k e 612 384 (544 088) t
7722 t Quarzit und 15 t Tonstein. Dio K a lk s t c in Rohblöcke herstellten. Der Bau der neuen H ochofen­
fcldor bei Wülfrath sind im Berichtsjahre nicht in B e­
anlage und dio Aufstellung dor erforderlichen Maschinen
trieb genommen worden. — Dio Zugänge an Grund­
wurden im wesentlichen zu Budo geführt, ferner die Phos­
stücken, Gebäuden, Eisenbahnanlagen und Maschinen
phatfabrik vergrößert, der Bau einer Anlage für D raht­
bei de: Gußstahlfabrik betragen insgesamt 5941 525 JC
verfeinerung begonnen, mehrere Lokom otiven sowie
und betroffon hauptsächlich Verbesserungen und Er­
eine Anzahl Adjustago- und W erkzeugmaschinen beschafft
weiterungen der Hochofen-, Gasroinigungs- und Gasund am Hafen Hardenberg eine Erzbrech anlago errichtet.
kraftmaschinonanlago, der Bessomor- und Märtinschmelzen
XLII.33
224
1754
Stahl und Eisen.
Wirtschaftliche Rundschau.
33. Jahrg. Nr. 42.
Zur H erstellung des Bedarfs an Ringofensteinen erwarb
Teerverwertung bei einer höheren Vergütung für die
die Gesellschaft die Derner Ringofenziegelei und ver­
Teerlieferungen des Berichtsunternehmens 6 (6) % Divigrößerte hierdurch, sowie durch Ankauf einiger anderen
dende, die Société anonym e des Charbonnages Réunis
benachbarten Ländereien, ihren Grundbesitz. Insgesam t
Laurä & Vereeniging 8% (7%) % und die Eschweilerwurden 10 669 571,67 J l aufgewendet.
Nach F ertig­
Ratinger Maschinenbau A. G. 8 (6) %. Die Eisenerz,
stellung der Neubauten in N e u o e g e wurde der Betrieb
g r ü b e W o llm e r in g e n war während des Geschäftsder neuen Anlage im Juli des laufenden Geschäftsjahres
jahres voll in Betrieb. Sie hatte allerdings sehr unter
eröffnet, nachdem der des Hohenlimburger Werks ein­
Arbcitermangel zu leiden. D ie Förderung betrug 167 812
gestellt war. — An E i s e n b a h n f r a c h t e n für eingegan­
(144 102) t bei einer Belegschaft von 133 (130) Arbeitern.
genes Rohm aterial wurden 5 164 255,63 (4 960367,28) JC D ie Concordiahütte erhielt ein Drittel der Förderung.
verausgabt.
Der Gesamtbetrag der von den H ütten
In der H üttenabteilung war Hochofen I in ungestörtem
und
Walzwerken
berechneten
Erzeugnisse
betrug
Betrieb. Versandt wurden 30 107,51 Puddoleisen, 15 387,5t
70 306 606,55 (57 706 324,10) JC. An Steuern, Versiche­
Thomaseisen, 9937,5 t Gießereieisen. Dor Betrieb verrungsbeiträgen usw. hatte die Gesellschaft 2 247507,14 JC
lie: in allen Abteilungen ohne größere Störungen. Von
zu zahlen. Am 1. Juli 1913 lagen für die H üttenwerke
den s o n s t i g e n A n la g e n stellte die Dampfziegelei bei
90 700 t Aufträge vor.
Beschäftigung ist noch aus­
Streiffeld 4 645 000 (4 034 000) Stück Ringofensteino her.
reichend vorhanden. — D ie Gewinn- und Verlustrechnung
D ie Feldziegeleien, welche für Rechnung der Gesellschaft
zeigt einerseits neben 1 263 851,49 JC Vortrag aus dem
von Unternehmern betrieben wurden, lieferten 4 973 883
Vorjahre einen Betriebsgewinn von 13 102 639,27 JC,
(3 305 970) Stück Ziegelsteine. — Die Gewinn- und Veranderseits nach Abzug von 4 504 434,03 JC Abschrei­ lustrechnung zeigt einerseits 6 808 703,66 JC Anteil an
bungen und nach Bereitstellung von 1 200 000 JC für
der Interessengemeinschaft, anderseits nach Abzug von
Beseitigung und Verlegung von W erksanlagen einen
2 407 756,97 JC einen Reingewinn von 4 4 60 946,69 JC zu
Reingewinn von 8 662 056,73 JC. Der Aufsichtsrat be­
folgender Verwendung : 60 000 JC sollen an den Arbeiterantragt, 130 000 JC der Sonderrücklage zuzuwenden,
untorstützungs- und Beamten-Ponsionsfonds überwiesen,
150 000 JC für Talonsteuer, 300 000 JC für W ehrsteuer und
236 000 JC zu Belohnungen an Beamte und 140 000 .IC zu
1 000000 JC zum Dividenden-Ergänzungsfonds zurück­
vertragsmäßigen Gewinnanteilen verwendet, 224 946,69 .K
zustellen, 150 000 JC für Beamton-Pensionszweeke zu
als Tantiomo an don A ufsichtsrat vergütet und 3 800 000 .IC
verwenden, je 150 000 JC der Arbeiter-, Invaliden-, W it­
Dividende (1 0 % gegen 8 % i. V.) verteilt werden.
wen- und W aisen-Unterstützungskasse und dem AlbertE sc h w e ile r-R a tin g e r M aschinenbau-Aktiengesellschait,
Hoescli-Beamten- und Arbeiter-Unterstützungefonds zu­
Z w eig n ied erlassu n g R a tin g e n , zu E schw eiler-A ue. — Wie
zuführen, 445 456,42JC satzungsmäßige Tantiem e zu ver­
wir dem Bericht des Vorstandes über das Geschäftsjahr
güten, 4 800 000 JC Dividende auf das 20 000 000 JC
1912/13 entnehmen, war die Gesellschaft das ganze Jahr
betragende Aktienkapital (24 % gegen 22 % i. V. auf
hindurch reichlich m it Aufträgen versehen und hatte
17 300 000 JC und 11 % auf 2 300 000 JC) auszuschütten
in allen Abteilungen einen geregelten Betrieb. Der Ge­
und 1 386 600,31 JC auf neue Rechnung vorzutragen.
sam tum satz konnte auf 4 609 264 JC gegen 3 840 93S .3
i. V. erhöht werden. D ie Zahl der beschäftigten Beamten
E sch w eiler B e rg w erk sv e rein zu E sch w eiler-P u m p e. —
und Arbeiter betrug 553 (547), und die Summe der ge­
Wie dem Berichte dos Vorstandes zu entnehmen ist, war
zahlten Gehälter und Löhne 803 430 (754 273) JC. Für
dio Nachfrage nach allen Sorten Brennstoffen und nach
Neuanlagen wurden 136 777,94 JC verausgabt. Wie der
Roheisen andauernd lebhaft, so daß dio Betriebe das
Bericht noch m itteilt, ist die Gesellschaft Im neuen Ge­
ganzo Jahr hindurch vollauf beschäftigt waren.
Die
schäftsjahr noch roichllch m it Arbeit versehen.— Der
Kohlenförderung botrug im Berichtsjahre 3 098 441 t,
Rechnungsabschluß w eist nach Deckung aller Unkosten
gegen 2 860 722 t i. V., und zwar stieg dio Förderung in
und Zinsen einschließlich 29 247,39 JC Vortrag und
Fettkohlen um 192 607 t und in Mager- und Flainm1314 JC Mieteinnahmen nach 141 186,60 JC Abschrei­
kohlen um 45 112 t. Die Erzeugung an K oks betrug
bungen einen Reingewinn von 276 482,90 JC auf. Hiervon
970 392 (955 263) t, an Briketts 93 150 (85 595) t und an
sollen 25 337,76 JC der Rücklage und 25 000 . f t der
Roheisen 57 490 (52 240) t. An Nebenerzeugnissen wur­
Sonderrücklage zugeführt, 35 839,18 JC zu vertrags­
den 12 071 t schwofolsaures Ammoniak, 20 505 t Teer,
mäßigen Tantiem en an den Vorstand sowie zu Belohnungen
1008 t fünfzigprozentiges Benzol, 1310 t Reinbenzol,
an Beam te und 10 605,84 JC zu satzungsmäßiger Ent­
255 t Naphtha und 213 t Toluol gewonnen. Die Durch­
schädigung an den Aufsichtsrat verwendet werden,
schnittsverkaufspreise für Kolilen stiegon um 5,37 %,
3000 JC für die Talonsteuer zurückgestellt und 2000 JC
für K oks um 6,34 %, für Briketts um 6,08 % und für
dom Beamten- und Arbeitcrunterstützungsfonds über­
Rohoison um 9,97 % gogon das Vorjahr; auch dio Neben­
wiesen, 144 000 JC Dividende (8 % gegen 6 % i- V.)
erzeugnisse der Kokereien des Unternehmens fanden, zum
verteilt und 30 700,21 JC auf neue Rechnung vorgetragen
Teil zu höheren Preisen, angemessenen Absatz. Nach
werden.
dom Bericht litten die Ergebnisse der Hüttenabteilung
noch wie im Vorjahre unter der verworrenen Lage des
H ü s te n e r G ew erk sch aft, A ktiengesellschaft zu Hüsten
Röhronmarktes, doch besserten sieh dio Preise im Laufe
in W estfalen . — Dem Berichte des Vorstandes zufolge
dos Jahres. Im letzten Vierteljahr des Geschäftsjahres
hat sich die in dem vorjährigen Geschäftsbericht aus­
trat in allen Erzeugnissen dor Hüttenabteilung ein merk­
gesprochene Erwartung, daß sich die Verhältnisse im
licher Preisfall ein, der auf das Jahresergebnis einwirkte.
Geschäftsjahre 1912/13 bessern würden, erfüllt. Während
Durch die Interessengemeinschaft der Gesellschaft m it
die Gosollscha't im vergangenen Jahre einen Bilanz­
den Vereinigten Hüttenwerken Burbach-Eich-Düdelingen
verlust von 1 280 095,16 JC ausweisen mußte, zeigt die
mußte das Neubauprogramm der Hüttenabteilung voll­
Gewinn- und Verlustrechnung am 30. Juni 1913 bei un­
ständig geändert werden. A nstatt des vorgesehenen un­
gefähr dor gleichen ordentlichen Abschreibungssumme wie
bedingt erforderlichen Stahlwerkes wurde, da die umfang­
voriges Jahr einen Gewinn von 47 578,78 JC, der nach
reichen Stahlwerksanlagen der Vereinigten Hüttenwerke
Ueberweisung von 2378,94 JC an dio Rücklage mit
die Gesellschaft m it Rohstahl in jeder Menge versehen
45 199,84 JC auf neue Rechnung vorgotragen werden soll.
können, der Bau einer großen Universal traße in Angriff
Sonach ist eine Besserung von über 1 300 000 .ft eingenommen. In den gesamten Betrieben des Unternehmens
getreten, ohne daß Neuanlagon von besonderem Umfange
waren im Durchschnitt 14 608 Arbeiter beschäftigt; die
oder cino wesentliche Erhöhung der Erlöspreise für die
Gesamtsumme der gezahlten Löhne betrug 22 336 411 JC,
verschiedenen Feinblechsorten dazu beigetragon haben.
der Gesamtumsatz 46 311 347 JC. Für Neubauten sowie
Die Erzeugungsziffern konnten gegen das Vorjahr wesent­
lich erhöht werden, und der Gesamtrechnungswert der
für in der Ausführung begriffene Bauten usw. wurden
7 379 605 JC verausgabt Von den Unternehmen, an denen
zum Versand gelangten Waren ohne den inneren Verrec die Gesellschaft beteiligt ist, ergab die Gesellschaft für
nungsverkehr stieg auf 161/ 1 MilL JC gegen 14)4
16. Oktober 1913.
Wirtschaftliche Rundschau.
im vorigen Jahre. D ie Httstener Betriebe sind im Berichts­
jahre von wesentlichen Störungen verschont geblieben.
In dom Soester Profileisenwalzwerk ist gegen das Vorjahr
ein Fortschritt zu verzeichnen, wenngleich noch viel Arbeit
und Aufwendung weiterer Mittol erforderlich sind, um
dieses Sondorgoschäft zu einem gewinnbringenden zu
gestalten. Das Drahtwalzwerk in Soest wurdo am 31. D e­
zember 1912 stillgelcgt, nachdem dio Gesellschaft ihre
Beteiligung im Walzdrahtverband an die Fried. Krupp
A. G. verkauft hatte. An Steuern und sozialen Lasten
hatte das Unternehmen 170 284,51 (160 810,81) JC zu
zahlen. Die durchschnittliche Arbeiterzahl in Hüsten
und Soest betrug 1903 gegen 1853 im vergangenen Jahre.
L oth rin g er E ise n w e rk s in A rs a n der Mosel. — Wie
dor Bericht des Vorstandes über das Geschäftsjahr 1912/13
mitteilt, war die Besserung, dio gogen Schluß des Jahres
1911/12 auf dem Eisen- und Röhrenmarkte eintrat, leider
nicht von langer Dauer. Der um dio Aufträge einsetzendo
außerordentlich scharfo W ettbewerb führte zu erheb­
lichen Preisrückgängen.
Das Puddel-, Schweiß- und
Walzwerk dor Gesellschaft wurde außer Betrieb gesetzt,
weil die Anlagen vollständig veraltet waron und keine
Möglichkeit vorhanden war, dio Selbstkosten m it den
Verkaufspreisen in Einklang zu bringen.
Das Untor­
nehmen mußte zu diosor Maßnahme schreiten, um größeren
Betriebsverlusten vorzubougen; ebenso soll das Röhronwerk stillgolegt werden, weil auch dort kein lohnender
Betrieb mehr zu erreichen ist. Bei einem Vorlustvortrag
in Höhe von 774 975,13 JC sowio ango Jeh ls der beträcht­
lichen Verminderung der Buchbestände infolge Still­
legung vorgenannter Betriebe dos Werkes, und angesichts
der sehr ungünstigen Gesamtlago dor Gesellschaft, wird
in Erwägung gezogon, die Liquidation herbeizuführen
oder dio Stammvorzugs- und gewöhnlichen Aktion ent­
sprechend zusammonzulogon. Dor Aufsichtsrat beschloß
aus der Goworksehaft „Mosel“ oino lOOtoiligo Gewerk-’
Schaft zu bilden. Der Gesamtumsatz betrug 3 043 098,72JC,
gegon 2 715 079,56 JC i. V. Im Puddolwork wurden 2141
(5075) t Luppeneisen erzeugt und 2418 (5190) t sowie 255
(115) t verkauft. Das Schweiß- und Walzwerk erzeugte
an Handelsoisen, Formeisen, Röhrenstreifen und Schweißoisen 15 219 (12 974) t, verkauft wurden 6655 (6388) t,
während die W erkstätten 155 (118) t, das Rohrwork 4950
(4177) t und die Kloineisenzeugfabrik 3453 (2160) t ver­
brauchten. D as Rohrwerk und dio Verzinkerei stellten
4479 (3987) t her und verkauften 3324 (3627) t, außerdem
wurden 1235 (1413) t verzinkt. In der Kleineisenzeugfabrik wurden 2620 (2669) t Kleineisenzeug hergestellt und
2719 (2501) t verkauft, wäkrond die Gießerei 3353 (2202) t
an Gußwaren herstellte. Davon waron 3153 (2120) t
für den Verkauf und 200 (81) t für den eigenen Bedarf.
M a n n e sm a n n rö h re n -W e rk e , D ü sseldorf. — Dem B e­
richt über dos Geschäftsjahr 1912/13 entnehmen wir
folgende Ausführungen: „In der Geschichte unserer
Gesellschaft wird das Geschäftsjahr 1912/13 einen Stärk­
stem bilden.
Es brachte uns eine Hochkonjunktur,
Höchstziffern in der Erzeugung und dam it dio Bestätigung,
daß unsere in den letzten Jahren unter Aufwendung
bedeutender M ittel teils neu geschaffenen, teils ver­
besserten Herstellungsanlagen und Einrichtungen w irt­
schaftlich notwendig waren und technisch auf der Höhe
stehen. Auf dom W ege, der vom reinen Walzwerk zum
unabhängigen Großbetrieb führt, ist durch den Erwerb
fast aller K uxe der Gewerkschaft des Steinkohlenberg­
werks „Königin Elisabeth“ zu Frillendorf bei Essen
eine bedeutende Strecke zurückgelegt worden. Unsere
Gesellschaft hat ihr Bestehen auf einem Sonder-Fertigfabrikate-Gebiet aufgebaut und, wie wir sagen zu dürfen
glauben, auf diesem 'Gebiete dem Umfange und dem An­
sehen nach nicht nur in Europa, sondern in der ganzen
Weit eine Ausnahmestellung erreicht. Eine solche Gesell­
schaft kann der Entwicklung unserer neuzeitlichen Groß­
betriebe, die nichts anderes als die gewaltsame Eorderung
dor Produktion und der Märkte aller Fertigerzeugnisse
Stahl und Eisen.
1755
bedeutet, nicht ruhig Gewehr hei Fuß zuschauen. Sie
muß beizeiten dafür sorgen, daß sie in der Lage ist, auch
ihrerseits auf andere Gebiete überzugreifen, wenn ihr
etwa Arbeits- und Entwicklungsmöglichkeiten auf ihrem
eigensten Tätigkeitsfelde streitig gem acht werden sollten.
Wir werden dieses Ziel im Auge behalten und zu ge­
gebener Zeit und Gelegenheit unsere Maßnahmen danach
zu treffen haben. Das Berichtsjahr war für die Verkaufsgemeinsohaft zwischen unserer Gesellschaft und den
Werken: Balcke, Tellering & Co., Aktiengesellschaft,
Benrath; W ittener Stahlrohren-Werke, W itten a. d. Ruhr;
Siegener Stahlröhrenwerke, G. m. b. H ., Weidenau a. d. S ieg;
Gustav K untze, Wassergasschweißwerk, A. G., Worms;
Gewerkschaft Grillo, Funke & Co., Gelsenkirchen-Schalke;
Gewerkschaft Käfernburg, Elisonhütte in Nassau und
Röbrenwerk Raunlieim, G. in, b. H ., Raunheim a, Main,
eine lehrreiche Probe aufs Exem pel, die die neue Organi­
sation gut bestandon hat. Dem einmütigen Willen aller
Beteiligten, etwas dauernd Halt- und Brauchbares zu
schaffen, ist es zu verdanken, daß dio vielartigen, die
Vereinigung beschäftigenden Fragen ohne Schwierigkeiten
gelöst werden konnten. Wir haben dio Ueberzeugung,
daß die weitere Entwicklung alle Beteiligten befriedigen
wird. Dio kurzfristige Verständigung unter den Röhren­
herstellern hat das Berichtsjahr nicht überlebt. Sie
machte zu Anfang Juni d. J. dem allgemeinen und freien
W ettbewerb wieder Platz, nachdem der Versuch, sie durch
ein festgefügtes, umfassendes Syndikat zu ersetzen,
gescheitert war. D ie Beschäftigung unserer Werke war
im Berichtsjahr ausgezeichnet. Abgesehen von dem im
zweiten Halbjahr einsetzenden ruhigeren Geschäft in Gas­
rohren, ein m it der allgemeinen Bautätigkeit ziemlich eng
verwachsener Handelszweig, haben wir den Einfluß der
rückläufigen Konjunktur nicht nennenswert empfunden.
Von erheblichen Betriebsstörungen und Arbeitorausständon sind wir verschont geblieben. D ie Gesamtzahl der
in unseren in- und ausländischen Röhren-, Blech- und
Stahlwerken beschäftigten Arbeiter und Beamten ist
auf 14 550 gestiegen. D arin der außerordentlichen General­
versammlung vom 17. Dezember 1912 beschlossene
Erwerb der K uxe der Gewerkschaft des Steinkohlen­
bergwerks „Königin Elisabeth“ ist inzwischen bis auf
eine geringe Zahl K uxe, die sich noch in Händen anderer
Gewerken befinden, durchgeführt. Von den 10 000 000 JC
4i4prozentigen Obligationen, deren Ausgabe in der Auf­
sichtsratssitzung vom 23. Februar 1912 beschlossen wurde,
sind im Berichtsjahr 5 000 000 JC zum K uise von 96 % ,
begeben worden.
Unsere östoireichische Tochtergesell­
schaft, dio Oestcrreichischen Mannesmannröhren-Werke,
Ges. m. b. H., Wien, hat ihr Kapital von 15 000 000 K
auf 20 000 000 K erhöht. D ie neuen A nteile von 5 000 000 K
haben wir übernommen. D ie der Gesellschaft zugeflos­
senen M ittel dienten zur Bestreitung der m it den umfang­
reichen Neuaniagen verbundenen Aufwendungen.
D ie
Neuanlagen in Komotau und Schönbrunn wurden im
Berichtsjahr zum größten Teile in Betrieb genommen.
Unsere italienische Tochtergesellschaft, dio SocietA Tubi
Mannesmann, Dalmine, hat ihr Aktienkapital von
7 500 000 Lire zur Deckung des aus der Anfangszeit
noch vorhandenen Verlustes auf 6 000 000 Lire herab­
gesetzt und gleichzeitig wieder auf 10 000 000 Lire erhöht.
D ie neuen 4 000 000 Lire Aktien haben w ir übernommen.
Der Erlös daraus dient zum bereits im Gange befindlichen
Ausbau des Werkes Dalmine und zur Verstärkung der Be­
triebsm ittel.“ — W ie wir dem Bericht weiter entnehmen,
hatten die O e s t e r r o io h is o h e n M a n n e sm a n n r ö h r e n W e r k e , Ges. m. b. H ., im Berichtsjahr unter dem Darnioderliegon des Geschäfts in Oesterreich-Ungarn zu leiden.
D ie B r it i s h M a n n e sm a n n T u b e Co. L td . hat für
1911/12 wieder auf ihre Preference Shares eine Dividende
von 5 % verteilt und auf rückständige Dividende eine Nach­
zahlung von 7 % geleistet. D as am 30. Juni d. J. zu Ende
gegangene Geschäftsjahr brachte der Gesellschaft sehr
starke Beschäftigung zu guten Preisen. Mit dem Bau eines
neuen Werkes wird in einigen Monaten begonnen werden.
1756
Stahl und Eisen.
Wirtschaftliche Rundschau.
D ie Besserung in den Verhältnissen der S o c i e t ä T u b i
M a n n e s m a n n hat sich hier fortgesetzt. D ie Gesellschaft
dürfte für das am 30. September zu Ende gehende Ge­
schäftsjahr eine kleine Dividende ausschütten. D ie Ge­
werkschaft Grillo, Funke & Co. verteilte bei reichlichen
Abschreibungen und recht vorsichtiger Bewertung der
Bestände wieder eine Dividende von 8 % auf ihr K apital
von 5 000 000 JC. D ie Gewerkschaft „K önigin E lisabeth“
arbeitete im ersten Halbjahr 1013 rocht günstig. D ie
Förderung betrug 642 465 t. D ie Gewerkschaft verteilte
für das ersto und zweite Vierteljahr 1913 auf den K ux
je 500 JC Ausbeute.
Dio Vertriebsgesellschaften des
Beriehtsunternehm ens im In- und Auslände zeigen be­
friedigende Ergebnisse. Der Kreis der Uebersee-Verkaufsgesellschaf teil ist durch die Errichtung der M a n n e sm a n n l 'u b e C o m p a n y L td ., Montreal, auf Ganuda ausgedehnt
worden. D er Um satz der deutschen Werke der Gesellschaft
betrug im Berichtsjahr 04401 145,30 (52308 611,88) JC.
während sich der Gesamtumsatz aller zur Mannesmann­
gruppe gehörenden Röhren-, Blech- und Stahlwerke dos
In- und Auslandes auf 117 837 067,24 (95 937 314,77) JC
stellt. Der Auftragsbestand betrug am 1. Juli 1913 128 357
(95 770) t. — Die Gewinn- und Verlustrechnung zeigt einer­
seits neben 1 040 432,97 JC Vortrag aus dem Vorjahre
einen Betriobsgowinn von 15 868 899,50 JC, anderseits
nach Abzug von 3 820 435,31 JC allgemeinen Unkosten,
319 048,25 JC Schuldversohreibungszinson und Disagio,
09 324,28 JC Ueborweisung an das Delkrederekonto und
2 857 374,13 ,IC Abschreibungen einen Reingewinn von
9 837 150,50 .11.
Der Aufsichtsrat beantragt, hiervon
439 835,88 JC an die Rücklage II, 200 000 JC der R ück­
lage für Beamten wohl fahrt und 100 000 JC dor Rück­
lage für Arbeitorwohlfahrt zu überweisen, 90 708 JC für
Talonsteuer und 200 000 JC für W ehrbeitrag zurück­
zustellen, 1 000 000 JC der Preisregulierungs-Rücklage zu­
zuführen, 235 000 JC satzungsmüßigo Tantiem e an den
Aufsichtsrat zu vergüten, 4 455 000 JC Dividende auf
33 000 000 JC Aktienkapital (13% % wie i. V.), 8 1 0 0 0 0 .IC
auf 12 000 000 JC und 1 080 000 JC auf 16 000 000 JC
neue Aktien oder je 6% % zu verteilen und 1226 606,62 JC
auf neue Rechnung vorzutragen.
33. Jahrg. Nr. 42,
27 650 t, außerdem wurden 1292 t Sonderguß hergestellt
D ie gute Beschäftigung hielt auch im neuen Jahr an und'
die W erke des Unternehm ens sind reichlich mit Aufträgen
versehen. — D ie Gewinn- und Verlustrechnung zeigt
einerseits einschließlich 102 904,41 JC Vortrag aus dem
Vorjahre einen Betriebsüborschuß von 973 557,38 ,|(
anderseits nach Abzug von 183 811,08 JC allgemeinen'
Unkosten, 16 503,63 JC Zinsen und 151 959,71 JC Ab­
schreibungen einen Reingewinn von 621 282,96 .11. Der
Aufsichtsrat schlägt vor, hiervon 10 956,06 . f t für Er­
neuerungen, 4300 JC für die Talonsteuer und 15 000 .((
für Unterstützungen zurückzustellen, 14 250 . f t zu Be­
lohnungen und 3000 JC zu Stiftungen zu verwenden,
40 281,3S JC Tantiem e an den Aufsichtsrat zu vergüten,
300 000 JC D ividende (12 % wie i. V.) auszuschütten
und 233 494,92 JC auf neue Rechnung vorzutragen.
Die Beteiligung der Gesellschaft an der unter ihrer Mit­
wirkung errichteten S o c i é t é
A n o n y m e pour la
F a b r ic a t i o n d e s C y lin d r e s d e L a m in o ir s , Frouard,
erhöhte sich im Berichtsjahre auf 500 000 fr. Der Geschäfts­
gang entwickelte sich bei dem Unternehmen befriedigend,
und es konnte ein Rohübersckuß von 02 367,69 . f t erzielt
worden, der zu Abschreibungen und Vortrag auf neue
Rechnung benutzt wurde. D as der Gesellschaft nahe­
stehende E is e n - u n d M o t a llb r ik c ttw e r k , Busond o r f , das durch wiederholte Betriebsänderungen mehr­
fachen Störungen ausgesetzt war, konnte für die kurze
Betriebsdauer 1912 ebenfalls einen kleinen Gewinn er­
zielen, der zu Abschreibungen und für die zu bildende
Rücklase verwendet wurde.
V ereinigte K ö n ig s- u n d L a u ra h ü tte , Aktien-Gesellsc h a ft fü r B e rg b a u u n d H ü tte n b e trie b zu Berlin. —Wie
dor Boriclit dor Verwaltung für das Geschäftsjahr 1912/13
m itteilt, konnte dio Gesellschaft aus der erfreulichen
Marktlage angemessenen Nutzen ziehen; sie war dazu
um so mehr in der Lage, als die planmäßige Erneuerung
ihrer wichtigsten H üttenanlagen soweit vorgeschritten
war, daß sie entsprechende Erzeugungsmengcn zu erheb­
lich verminderten Selbstkosten horstellen und dem Markte
zuführen konnte. Das K o h lc n g o s c h ä f t gestaltete sich
lech t günstig und wurde nur durch deh im Frühjahr 1913
ausgcbrochcncn Borgarbeiterstroik unterbrochen. Wenn,
S äch sisch e M a sc h in e n fa b rik v o rm . R ieh. H a r tm a n n ,
wie dor Bericht ausführt, das Geschäftsjahr auch nicht
A k tien g esellsch aft in C h em n itz. — W ie der Bericht der
m it so guten Ausrichten schließt wie das Vorjahr, so ist
Direktion m itteilt, belief sieh der Um satz im Betriebs­
es doch hinsichtlich dor Leistung und des Ertrages das
jahre 1912/13 auf 23 283 512 JC gegen 19 558 511,00 JC
i. V., während der Rohgewinn 2 231 367,41 (1 550 905,65) JC beste seit Bestehen der Gesellschaft gowesen. An der leb­
haften Beschäf igung der Eisenküttonbetriobo hatten auch
beträgt. Nach Abzug von 703 670,40 JC Abschreibungen
dio Voi'feinorungsbetricbe und dio W ork s t a t ton desUnterverbleibt ein Reingewinn von 1 467 696,92 JC zu folgender
nehmens befriedigenden Anteil. Dio K a th a r in a h ü tte in
Verwendung: 150000 JC sollen zu Abschreibungen auf das
Sosnowice war das ganze Jahr hindurch in ihrer vollen
Zweiggleis-Anlagc-Conto, 100 000 JC Sonderabschrcibung
Leistungsfähigkeit beschäftigt und hat zum Gesamtgewinn
auf Gcbäudc-Contol, 10000.lt zur Abschreibung des Pfordedes Unternehmens in erhöhtem Maße boigetragen. Der
und Gcschirr-Contos verwendet, 35 000 JC dem BeamtonM e h r g e w in n der Gesellschaft entsprang ausschließlich
Dispositions-Fonds, 25 000 JC dem Arbeiter-Dispositionsdem Hüttenbetriebo und ist sowohl auf dio besseren Er­
Fonds und 5000 JC der Stiftung H eim zugeführt, 960 000 JC
löse als auch auf dio billigeren Selbstkosten zurückzufühD ividende (8 % gegen 5 % i. V.) ausgeschüttet und dor
ren, dagegen hat der Betrieb der Bergwerke den vorjäh­
nach Abzug der an den Aufsichtsrat und dio Direktion
rigen Ertrag nicht erreicht. Dio Aufwendungen für Neuzu überweisenden Beträge verbleibende R est auf neue
u n d U m b a u te n usw. beliefen sich auf 7 635 804,65
Rechnung vorgetragen werden. D as Geschäftsjahr brachte
Die W o r k sfir m a des Unternehmens, die Schlesische
der Gesellschaft den höchsten Um satz, den sie bisher
Montangescllsehaft in Breslau m it ihren Filialen in Posen,
verzeichnen konnte. Sie war in allen Abteilungen be­
Bromberg und Görlitz, entwickelte sich im Berichtsjahre
friedigend beschäftigt. Besonders lebhaft gestaltete sieh
recht befriedigend. Dio günstigen Erfahrungen, welche die
das Geschäft im Lokomotivbau. Die Abteilung Dam pf­
Gesellschaft m it dom Vertriebe ihrer Erzeugnisse durch die
kesselbau erweiterte das Unternehmen durch dio E in­
eigene Handelsorganisation erzielte, hat sie veranlaßt, für
führung der Herstellung von Steilrohrkesseln, System
das König eich Sachsen dio S ä c h s is c h e M ontangesellWerner-Hartmann. Tn das neue Geschäftsjahr trat die
S c h a f t m it dem Sitzo in Chemnitz zu schaffen. — Die
Gesellschaft m it einem Auftragsbestand von 8 500 000
S t e in k o h le n z o e h e n der Gesellschaft förderten im
(12 500 000).ft ein. Im Lokomotiv- und Textilmaschinenbau
Berichtsjahre 3 388 078 (i. V. 3 374 962) t, von denen die
hielt die bisherige gute Beschäftigung an.
eigenen Gruben und H ütten einschließlich de: Kohlen
zur freien Feuerung 30,2 (27,4) % verbrauchten, während
P eip ers & Cie., A k tien g esellsch aft f ü r W alzen g u ß ln
S iegen. — W ie wir dem Bericht des Vorstandes über das
2 281 289 t verkauft wurden. Für die Herstellung von
K oks für Hochofenzwecke wurden 103555 t fremde Kohlen
Geschäftsjahr 1912/13 entnehmen, war dio Gesellschaft
in ihren Werken durchwog äußorst angespannt beschäftigt,
angekauft.
ln den oborsehlesisclien E rzgrub en und
so daß sie zu Erweiterungen genötigt war, die inzwischen
S t e in b r ü c h e n wurden 14 479 (14 820) t Eisenerezc
durchgeführt sind.
D io Erzeugung an Walzen betrug
und 202 901 (203 849) t Kalksteine, Dolomit und Sand
10. Oktober 1913.
Wirtschaftliche Rundschau.
gewonnen, w ährend die Bergfreihcitgrubo 23 291 (25 152) t
Magneteisenerze förderte. — Von den a u f den drei H o c h o fc n w o rk en vorhandenen Oefon w aren sieben dauernd im
Feuer. Der B etrieb w ar im ganzen ungestört. Die R o h ­
eisenerzeugung b etrug im B erichtsjahre 254 5S4 (251 436) t.
An Gußwaron verschiedener A rt w urden in den fünf
Hüttenwerken 30 103 (27 080) t hergestellt. Dio E r­
zeugung an W alzeisen aller A rt in E isen und Stahl be­
zifferte sich auf 320 737 (291 995) t ; hieran w ar dio K a th a ­
rinahütte m it 49 404 (43 809) t beteiligt. Die R ohrw alz­
werke in L au ra h ü tte und K a th a rin a h ü tte stellten a n ge­
walzten R öhren verschiedener A rt 38 399 (33 079) t
her. Auch die sonstigo V orfeinerungsindustrie, bestehend
aus der Räder- und W eichenfabrik, dem Proßw erk, dor
Waggon- und F edernfabrik und dor B rückenbauanstalt
in Königshütte, der M aschinenfabrik, Kesselschmiede
und Gießerei in E in tra c h tk ü tto sowie der Verzinkerei
in Laurahütte, weist erhöhte U m satzziffern auf. Von den
auf don H üttenw erken vorgenom m enen N e u b a u t e n u n d
V e r b e s s e r u n g e n sind besonders zu erw ähnen: auf der
K ü n ig s k ü tto der fortgesetzte B au dos neuen M artin­
werks auf der untoren H ü tten so h le sowio der beendete
Umbau des Feineisenw alzw erks und der E inbau von drei
Abhitzekesseln bei der K oksofenanlage I.
Begonnen
wurdo u. a. der B au von zwei Cowpern fü r H ochofen 2,
der Einbau einer d ritte n Gasm aschinonanlago der elek­
trischen Zentralo und dio E rw eiterung dor Gasreinigung
sowie dio Anlago zum G ranulieren der Phosphatsclilacko
im unteren M artinw erk. — I n L a u r a h ü t t e wurdo der
Bau dos Grobblechwalzwerks, der K altzieherei im R öhren­
walzwerk, der U m bau der E rzfächcr und der Ver­
zinkerei fortgesetzt, sowio dio E rw eiterung dos M artin­
werks und dor B au zweier W inderhitzer, dor E in b au einer
hydraulischen Lochpresso und einer Schmiedemaschino,
der Bau des W it.c n e r W alzw erks und des H a u p tb ah n ­
gleises für das Grobblechw alzw erk vollendet; m it dem Bau
einer Prcßluftanlago wurdo begonnen. — Auf dor K a t h a r i n a h ü t t o wurdo dor B au der olektrisclion K raftzentralo
und eines K esselhauses am W alzw erk fortgesetzt. —
Die Gesellschaft beschäftigte im B erichtsjahre a u Be­
amten, U nterbeam ten, M eistern u n d A rbeitern 27 125
(26 235) Personen, d a ru n to r 1523 (1(104) weibliche und
2394 (2419) jugondlicko und Invaliden. Von den w ichtig­
sten Erzeugnissen dor G esellschaft gelangten zum Ver­
kauf an Frem de 2 281 289 (2 398 480) t Steinkohlen,
10 810 (23 221) t R oheisen, 7306 (7429) t Gußwaren,
234 161 (205 4 63) t W alzcison u n d 30 715 (27 798) t
gewallte Röhren. Dio G eldeinnahm o hierfür sowio für
di: Verkäufe von E rzeugnissen dor K onstruktions- und
Verfeinerungswerkstätten und für die gewonnenen und
weitorverkauften Nobonerzeugnisso und M aterialien be­
trug 92 004178 JC, d. i. 8 771 257 JC m ehr als im Vor­
jahre. —- F ü r ausgefükrto und begonnene Neu- und U m ­
bauton, für im Interesse des Bergbaues erw orbenen Grund
und Böden und für B eschaffung dos zum Betriebe erforder­
lichen Inventars w urden im B erichtsjahre bei den Gruben
und Landgütern 3 225 107,91 JC, bei don H üttenw erken
4 401 935,14 JC und bei der G enoraldiroktion 8 701,00 JC,
insgesamt also 7 635 S04,65 JC verausgabt. — Dio Gewinnund Vcrlustrcclinung zeigt einerseits noben 156 907,69 JC
Vortrag aus dem V orjahre u n d 263 812,41 JC E innahm en
an Zinsen sowie Gewinn aus Beteiligungen einen B etriebs­
überschuß von 13 228 135,08 JC, a nderseits 844 933,51 JC
Verwaltungskosten, 585 194,53 JC Zinsen, D iskont und
Provisionen, 672 400 JC Schuldversehreibungszinsen,
140 795,31 JC K ursdifferenzen, 50 729,38 JC Abschrei­
bungen von unsicheren F orderungen sowio 4 060 504,65 JC
ordontlieko und 2 440 300 JC außerordentliche Abschrei­
bungen, so daß sich einschließlich des Vortrages
ein Reingewinn von 4 854 057,80 JC ergibt. D er Vor­
stand schlägt vor, hiervon 188 491,79 JC Tantiem e an
die Beamten und 107 067,20 JC satzungsm äßige Tantiem e
an den A ufsichtsrat zu vergüten, 500 000 JC für don
Hoehofenerncueruugs- u n d 427 254,24 JC für den Dolkrederefonds zurückzustellen, 500 000 JC für Arbeiter-
Stahl und Eisen.
1757
wohlfahrtszwecko, 38 000 JC für den außerordentlichen
A rbeiter-U nterstützungsfonds und 21 700 JC für dio beiden
Pensionszuschußfonds zu verwenden, 30 000 JC fü r Zu­
wendungen a n öffentliche A nstalten dem V orstande
zur V erfügung zu stellen, 2 SSO 000 .IC Dividende (8 %
gegen 6 % i. V.) auszuschütten und 101 544,57 .IC auf
nouc R echnung vorzutragen.
Walzengießerei vormals Kölsch & Cie., Aktien­
gesellschaft, Siegen. —- W ie dor G eschäftsbericht fü r das
J a h r 1912/13 a usführt, w a r das E rgebnis des B erichts­
jahres erfreulicherw eise rocht günstig. E s gelang der Ge­
sellschaft infolge d e r sehr guten B eschäftigung, die das
ganze J a h r hindurch anhielt, die in den letzten Ja h ren
verbesserten B etriobseinrichtungen voll auszunützen.
D as Aussiger W erk h a t tro tz d e r im zw eiten H albjahr
herrschenden schlechten Lage d e r österreiclischen E isen­
in d u strie befriedigend gearb eitet. — D er Rohgowinn
b e trä g t nach Abzug der allgem einen U nkosten einschließ­
lich 47 713,16 JC V ortrag aus 1911/12 302 125,25 JC.
N ach Abzug der A bschreibungen in H öhe von 45 271,27 JC
v erb leib t ein R eingew inn von 256 853,98 JC. D er V or­
sta n d schlägt vor, hiervon 10 397,52 JC gesetzliche R ü c k ­
lage zuzuführen, 20 000 JC auf E inrichtungen besonders
abzuschroiben, 5000 JC für T alonstouer und 1500 JC für
W ohrbeitrag zurückzustellen, 14 553,46 JC T antiem e an
don A ufsichtsrat zu vergüten, 2000 JC zu Belohnungen
an Beam te zu verw enden, 93 403 JC auf neue R echnung
vorzutragon u n d 110 000 JC D ividende ( 1 0 % gogen
8 % i. V.) auszusohütton.
Westfälische Eisen- und Drahtwerke, Aktiengesell­
schaft, Werne bei Langendreer. — W ie dor B ericht des
V orstandes m itteilt, sta n d das am 30. J u n i d. J. abgelau'ono G eschäftsjahr 1912/13 im Zeichen touren R o h ­
m aterials u n d billiger Preise für die F ertigw are des U n te r­
nehmens, auf dor einen Seite liatto dio Gesellschaft m it
wesentlich erhöhten H albzeug-, Kohlen- u n d Kokspreisen
zu rechnen; auf der anderen Seite ließen die V erhältnisse
auf dem D ra h tm a rk t nach zeitweise sehr m äßigen
Besserungen im m er m ehr zu wünschen übrig. Die Gesell­
sch aft sah sich daher veranlaßt, einen Teil ihrer Vcrfoinorungsbotriebo in L angendreer m ehr oder weniger
oinzuschränken, um sich vor größeren V erlusten zu
schützen. D er Beschäftigungsgrad in dem Aplerbccker
Gießereibetrieb des U nternehm ens blieb teilweise weit
hinter dor L eistungsfähigkeit zurück. D er Versand an
Roheisen, Gießereierzeugnisseil, Puddeleisen und D ra h t­
waren belief sich im G eschäftsjahre 1912/13 bei der A b­
teilung.L angendreer auf 54 636 (59 937) t im W orte von
10 400 826,89 (10 829 065,30) „(( und bei der A bteilung
A plerbeck auf 78 543 (89 746) t im W erto von 6 054 404,—
(0 370 392,53) JC. Dio Spatcisensteinförderung a u f Grube
Zufällig Glück botrug 70 170 t gegen 50 557 t im Vor­
jahre.
Auf der gewerkschaftlichen Grubo M artenberg
wurden 21 167 (i. V. 19 906) t R oteisenstein gefördert.
Die Zahl der in L angendreer, A plerbeck und auf Grubo
Zufällig Glück durchschnittlich beschäftigten A rbeiter
betrug 1S07 (1839), und an L öhnen zahlte die Gesellschaft
einschließlich Zufällig G lück 2 774 151,30 (2 097 873,45) JC.
N ach dem B ericht schreitet dio A usführung der A pler­
bccker N eubauten in der in A ussicht genom m enen Weise
fort, und dio Gesellschaft gedenkt, m it ihnen in der zweiten
H älfte des laufenden G eschäftsjahres in B etrieb zu
kommen. — Dio Gewinn- u n d V crlustrcclinung zeigt einer­
seits neben 236 538,46 JC V ortrag a u s dem V orjahre einen
Rohgewinn von 1 260 400,74 JC; anderseits nach Abzug
von 513 588,42 JC allgem einen U nkosten, S teuern usw.
und 389 443,23 JC A bschreibungen einen Reingew inn von
593 973,55 JC.
D er V orstand sch läg t vor, hiervon
70 059,21 JC zu Gew innanteilen und Bolohnungen für
B eam te und Meister zu verw enden, 10 367,23 JC dom
A rbeiteruntorstützungsfonds zu überweisen, 8700 JC für
Talonstouer zurückzustellen, 252 000 JC D ividende (3 %
a uf 8 400 000 JC gegen 8 % auf 5 200 000 JC i. V .) zu ver­
güten und 240 247,11 JC auf neue R echnung vorzutragen.
1768
Stahl und Eisen.
Bücherschau.
Westfälische Stahlwerke, Aktiengesellschaft zu Bo­
chum. — W ie d e r B ericht des V orstandes a u sfü h rt, sta n d
das verflossene G eschäftsjahr 1912/13 bis in dio letzten
M onate hinein im Zeichen dor H o c h k o n ju n k tu r, u n d die
G esellschaft kon n te bei dom großen B edarf in E rzeug­
nissen ihres W erkes aus d e r günstigen Lage erheblichen
N utzen ziehen. D ie V erfeinerungsbetriebe w aren n ich t
im m er im stan d e, allen A nforderungen gerecht zu werden.
In dem gründlichen A usbau dieser bereits w esentlich
erw eiterten A bteilungen e rb lick t die Gesellschaft eine ihrer
H a u p tau fg a b en , u n d sie is t überzeugt, daß sieh hierdurch
d ie L age des U nternehm ens fo rtg esetzt verbessern w ird. —
Die Gewinn- u n d V erlustrechnung zeigt einerseits neben
140 894,44 .IC V ortrag, 120 JC Z inseinnahm en u n d 520 JC
E innahm en a n D ividende 3 345 834,36 JC R ohgew inn,
an d erse its nach Abzug von 1 146 506,52 JC allgem einen
U nkosten, 36 640 JC Zinsen u n d 1 537 246,52 JC A bschrei­
bungen einen R eingew inn von 706 915,70 JC. D er V or­
s ta n d b e a n tra g t, hiervon 159 207,22 JC der gesetzlichen
R ücklage, 412 082,27 JC dem D ispositionsfonds zu­
zuführen u n d 195 626,27 JC auf neue R echnung v o r­
zutragen. — Dio im B e ric h t für 1911/12 erw äh n te E r ­
w eiterung des M artinw erkes um zwei Oefen w urde im
verflossenen G eschäftsjahre aus betriebstechnischen G rün­
den n u r teilw eise durchgeführt. A nfangs b enötigte dio
G esellschaft n u r oinen neuen Ofen, d e r im H e rb st 1912
in B otrieb g esetzt w urde u n d z u r Z ufriedenheit a rb eite t.
Als ab er du rch die gesteigerten A nforderungen der Verfeinerungsbotriebe eine V erm ehrung d e r Q u alitätsstahlErzougung notw endig w urde, w urde auch m it dem B au
des w eiteren kloinen Ofens begonnen, der in einigen
M onaten fertig sein w ird. D ie S ehrottbeschaffung w ar
nach dem B ericht zeitweise schwierig. D urch don B au
n eu er u n d n am entlich infolge A usdehnung d e r bestehenden
33. Jahrg. Nr. 42.
M artinw erke stieg der B ed arf in diesem Material erheblich
u n d d a m it auch d e r P reis, w as auf dio Selbstkosten der
Rohblöeko n ich t ohne E influß blieb. Im Walzwerk 1
w ar das U n tern eh m en bis N ovem ber 1912 m it der Er­
ledigung d e r für den S tahlw erksverband noch auszuführenden A ufträge beschäftigt. N ach Inkrafttreten de3
Abkom m ens m it d e r F irm a de W endel wurde dio Straße
zur H erstellu n g von Sonderprofiion, schweren Rund- und
Q uadrateisen u. dgl. w eiter betrieben. Die Erzeugung der
S tra ß e ste llte sich auf 40 033 t. Die Erzeugung bei den
W alzw erken I I , I I I u n d IV b e tru g 86 021 (59 923) t. Infolge
der in d e r letz te n Z eit ein getretenen Verschlechterung der
V erhältnisse auf dem S tab eisen m ark t w ird es der Gesell,
seh aft nach dem B e ric h t n ich t möglich sein, im neuen
G eschäftsjahre in d e r W alzw erksabteilung gleich günstige
E rgebnisse wie im B erich tsjah re zu erzielen. Sie wird
vielm ehr diese B etriebe einschränken und mohr noch als
bisher zur E rzeugung von Q ualitätsm aterial und Besonder­
h eiten übergehen m üssen.
D as Geschäft in rollendem
M aterial u n d W eichen n ahm im B erichtsjahre einen wei­
teren erfreulichen A ufschw ung. D urch die Erhöhung der
S ta a tsa u fträ g e ü ber die anfänglichen schon nicht un­
erheblichen B estellungen h in au s wurden die 'Werk­
s tä tte n der G esellschaft d e ra rt besetzt, daß sie den
A nsprüchen n u r m it A ufbietung aller K räfte genügen
k o n n ten , um so m ehr, als auch dio Privatkundschaft
au ßerordentliche
A nforderungen stellte. Dio Neu­
anschaffungen von M aschinon, die im Laufe des Jahres
vorgonom m en w urden, kam en ih r hierbei sehr zustatten.
D er V ersand ste llte sich
auf
28 602 (18 969) t.
D er A u ftrag sb estan d w a r am 1. Ju li d. J. um 60%
hö h er als z u r gleichen Z eit des V orjahres.. Der Gesamt
Um satz b e tru g 23 010 970,54 JC gegen 17 674 186,63
im V orjahre.
Bücherschau.
Gelsenkirchener
1873—1913.
Bergwerks - Aktien - Gesellschaft
(Mit zahlreichen Abbildungen im
T ex t und auf Taf., zum Teil nach Original-Radie­
rungen von H a n s O tto P o p p e l r e u t e r .) (D üssel­
dorf 1913: A. Bagel.) (24 S.) quer-4°.
Am 3. J a n u a r 1873 w urde die G elsenkirchener B erg­
w erks-A ktien-G esellschaft g egründet und bald danach
als ein e r ih re r beiden L eiter d e r h eu te noch an d e r Spitze
des G esam t-U nternehm ens stehende jetzige Geh. K om ­
m erz ie n ra t $ r.* Q n g . h . c. E m i l K i r d o r f in deu V orstand
berufen. V ier Ja h rz e h n te sind seitdem verflossen, u n d dieser
UniBtand h a t d e r G esellschaft V eranlassung gegeben,
in d e r vorliegenden F e stsc h rift einen kurzen R ückblick
a uf ihre, wie m an w ohl sagen d a rf, nahezu boispiellose
E ntw icklung zu werfen. D ie Staffeln des allm ählichen
A ufstieges dor G elsenkirchener Gesellschaft sind d e ra rt
b e k an n t, u n d die M aßnahm en, die im L aufe d e r letzten
J a h re z u r U m w andlung des U nternehm ens aus einem
B ergbau- zu einem „gem ischten“ B etriebe größten Stiles
g e fü h rt haben, in den K reisen dor M o ntanindustrie noch
so frisch in d e r E rinnerung, daß w ir es uns wohl v e r­
sagen dürfen, a u f den sachlichen In h a lt des Ju b iläu m s­
w erkes n ä h e r einzugehen. N u r kurz sei e rw äh n t, daß neben
einer Schilderung des W erdeganges von „G elsenkirchen“
a n sich auch die Geschichte des m it ihm verschm olzenen
A achener IIütton-A ktion-V ereins sowio des gleichfalls
angeglioderten S chalker G ruben- u n d H ütten-V ereins
in Form von k nappen Skizzen ihren P la tz gefunden h a t.
D er B ilderschm uck des vornehm au sg e statteten Buches
b e steh t zum T eil a u s vorzüglich in T iefdruck nachge­
bildeten O riginalradierungon H a n s O tto Poppelreuters,
der auch die T extzeichnungen geliefert h a t, zum T eil aus
W iedergaben photographischer A ufnahm en von Anlagen
des R iesen-U nternehm ens sowie den P o rträ ts seiner
führenden M änner aus d e r V ergangenheit u n d Gegen­
w art. D iese B eigaben v e rstärk e n noch den nachhaltigen
E in d ru ck von d e r B edeutung des Geschaffenen, des
schon d ie schlichten Schilderungen des Textes auf den
L eser des B uches horvorzurufen geeignet sind. Ein weit­
schauender B lick, zielbow ußte A rbeit und tatkräftige
E nergie n ich t a lltäg lich e r K öpfe der Industrie und der
B ankw olt in V erbindung m it d e r in ihnen lebendigen
k laren E rk en n tn is, d a ß dio großen Aufgaben unseres
h eu tig en W irtschaftslebens ein g e m e i n s a m e s Wirken ver­
schiedenartiger K rä fte bedingen. müssen bei der Schöpfung
der heutigen G elsenkirchener Bergwerks-Aktien-Gesell­
sch aft am W erke gewesen sein; ohne solche Voraussetzun­
gen ersch ein t n ic h t e rre ich b a r, w as die vorliegenden Blätter
in W o rt u n d B ild vor Augen führen. Die Redaktion.
K r u s c li, Dr. P ., P ro f., Abteilungsdirigent a. d.
Kgl. Geologischen L andesanstalt, Dozent für Erz­
lagerstättenlehre a. d. Kgl. Bergakademie zu Ber­
lin : Die Versorgung Deutschlands mit metallischen
Rohstoffen (Erzen und Metallen). Mit 97 Textabb.
Leipzig: V eit & Comp. 1913. (XVI, 260 S.) 8 “.
14 JC, geb. 15 JC.
D as vorliegende B uch ist die etw as erweiterte Aus­
g abe einer vom V erfasser gehaltenen Vorlesung über den
g e n a n n te n G egenstand.
D ieser U m stand prägt dem
In h a lte seinen besonderen Stem pel auf, und das ist nach
A nsicht des R e fere n te n ein Vorzug des Buches. Es werden
näm lich n ic h t n u r die fü r die E rzzufuhr und den Erzhandol w ichtigen V erhältnisse besprochen, sondern der
V erfasser legt auch viel W ort a u f die sein eigenstes Fach­
gebiet b etreffenden D ingo. D a m it nun auch der Nichtgoologo dio sp ä tere n E rlä u teru n g e n über die wichtigsten
einheim ischen u n d frem den L agerstätten versteht,, is
ein besonderer A b sc h n itt m it den allgemeinen Begriffen
d e r E rz la g e rstä tte n le h re u n d d e r Geologie vorausgeschic .
16. Oktobor 1913.
Bücherschau.
Der H auptteil behandelt das eigentliche, im T ite l genannte
Thema, und zw ar sind 20 E rze u n d M etalle besprochen.
Der umfangreichste A b sch n itt ist d ab ei derjenige über
die Eisenerze (35 Seiten), dom sicli kürzere A bschnitte
über Manganerze (9 Seiten) u n d Chrom erze (2 Seiten) a n ­
schließen. Wio bei jedem M etalle sind auch h ier zunächst
statistische A ngaben ü ber die E rzförderung m itgeteilt,
dann folgen emo B eschreibung von 19 deutschen und
4 fremden E iscnerzlagerstättcn sowio A ngaben über dio
Welt-Eisen- und -E isenerz-E rzeugung. D ie vielen in den
Text eingestreuten U cbersichtskärtchcn m it Angaben
über die Geologie der betreffenden L a g e rstä tte sind eine
sehr schätzenswerte B eigabe. M it Fleiß sind alle ein­
schlägigen Dingo zusam m engetragen, so daß der Leser,
welcher übor den im T ite l g en an n ten G egenstand eine
allgemeine B elehrung su c h t, diese zweifellos auch findet.
Von kleineren Irrtü m e rn sin d dem B e ric h tersta tte r aufgefallen: Im V orw ort w ird d e r S itz des V ereins deutscher
Eisenhüttonlcute nach E ssen verlegt. S. 32 ist der Preis
der Unzo Silbor m it 243/ 6 c en ts B tatt pcnco angegeben.
Dio Angabe auf S. 231, d a ß dio P latinseifen G bis 8 g
Platin im cbm e n th a lte n , ist n ich t m ehr zutreffend ; auch
auf S. 245 ist die A ngabe, d a ß dio H e rk u n ft des Robmaterials für die A lum inium erzeugung n ich t b ekannt
sei, in dieser Form n ich t ganz richtig.
Das Buch kann n u r em pfohlen werden.
B. Neumann.
Die Wechselstromtechnik.
Hrsg. von E. A r n o ld ,
Professor und D irektor des Elektrotechnischen
Instituts der Großherzogliehen Technischen Hoch­
schule zu Karlsruhe.
Bd. 4 : Die synchronen
Wechselstrommasohinen.
Generatoren, Motoren
und Umformer. Ihre Theorie, K onstruktion, Be­
rechnung und Arbeitsweise.
Von E. A rn o ld
und J. L. la C our. 2., vollst, umgearb. Aufl.
Mit 530 Tcxtabb. u. 18 Taf. Berlin: J. Springer
1913. (X V III, 896 S.) 8 °. Geb. 22 JC.
Auch von diesem B ande lä ß t sich zusam m enfassond
sagen, was schon boi B esprechung des d ritte n u n d fünften
Bandes des W erkes ausgoführt* w urde, d a ß es als ein­
gehendes Lehrbuch für don E lektroingenieur und S tu ­
dierenden an erster Stelle stobt. Gegenüber der ersten
Auflage sei hier n u r a u f die genauere B ehandlung der Vollpolmaschinen, entsprechend dor zunehm enden B edeutung
der Turbogeneratoren, u n d a u f dio A ufnahm e der elektro­
mechanischen R egulatoren in dem A b sch n itt über selbst­
tätige Regelung dor W echselstrom m asohinen hingowiesen,
weiter noch auf das K a p ite l übor Pendclerscheinungen
und dio eingehende B erücksichtigung des K om m utie­
rungsproblems boi A nw endung von W endepolen für den
Betrieb von E inankorum form ern.
Perner sind der R e d ak tio n folgende W erke zugegangen :
Annuaire [du] Comité des Borges de France 1913— 1914Baus (7, R ue de M adrid): S elbstverlag des Comité
[1913], (1205 S.) 8°. 10 fr.
Annuaire [du] Comité Central des Houillères de France.
Houillères — m ines do fer.
19iém e année — 1913.
Paris (55, R ue de C liâteaudun) : Selbstverlag des Comité
Central etc. 1913. (1070 S.) 8°. 10 fr.
B a lth a s a r, A., D iplom -B ergingenieur: Elektrisch be­
triebene Fördermaschinen.
M it 62 Abb. (Sam m lung
Göschen. 078. B dchon.)
B erlin u. Leipzig: G. J.
Göschen’scho V erlagshandlung, G. m. b. H ., 1913.
(120 S.) 8» (16°). Geb. 0,90 JC.
B auer, Dr. G., D iroktor der V ulcan-W orke, und O .
L asch e , D irektor der T u rbinenfabrik d e r A E G :
S c h iff s tu r b in o n . U n te r M itw irkung von Ingenieur
L u d w ig , A btoilungschef d e r Vulcan-W erke. M it
* Vgl. St. u. E. 1912, 19. D ez., S. 2155/6.
Stahl und Eisen.
1759
2 5 4 T ex tab b ., vielen Tab. u. 6 Taf. 2., vorm. u. verb.
Aufl. E rgänzungsband (zu dem W erko): Berechnung
und K onstruktion dor SchifLm aschinon und -Kessel.
[Von Dr. G. B a u e r .] M ünchen u. B erlin: R. Oldenbourg 1913. (XV, 442 S.) 8°. Geb. 15 JC.
B e r o o v it z , ®tpI.*Qttg.: Tarife und Tarifapparate. Mit
52 Abb. (Aus „H elios“ 1913, Nr. 24/27.) Leipzig:
H achm eister & T hal 1913. (50 S.) 8°. 1,50 JC.
Berichte des Versuchsfeldes für Werkzeugmaschinen an der
Technischen Hochschule Berlin. Hrsg. von Professor
$r.«ftug. G e o rg S c h l e s i n g o r , C harlotten bürg. B erlin:
J. Springer. 4°.
H.
I II. 1. H a r m , 3)r.«(ynp. R u d o l f : Untersuchungen
an Preßluftwerkzeugen. Mit 38 T extabb. — 2. S e h l e ­
s in g o r, (Sr.-ftng. G., Professor an der Technischen
Hochschule B erlin: Der deutsche ( metrische) Bohrkegel für Fräsdorne. M it 30 T extabb. 1913. (34 S.)
2 Jl.
B l a i r , A n d r o w A l o x a n d e r : The Chemical Analysis
of iron.
A completo account of all tho best known
m othods for th e analysis of iron, Steel, pig-iron, iron ore,
limostone, slag, clay, sand, coal, coko, and furnace
and producer gasos. 7 l h cd. P hiladelphia and London:
J. B. L ippincott C om pany 1912. (X IX , 348 S.) 8°.
Geb. s 18/— .
Hi Dio erste Auflage dieses W erkes erschien im Ja h re
1888, die siebente 1908; das B uch h a t also offenbar
in verhältnism äßig rascher Folge in don L ändern
der englischen Zunge eino große V erbreitung gefunden.
D as uns vorliegende E xem plar trä g t ebenfalls die Be­
zeichnung „7. Auflage“ , daneben ab er dio Jahreszahl
1912 (a n sta tt 1908), dürfte also wohl einem kürzlich
veranstalteten unverändorton N eudruck dor Ausgabe
von 1908 entstam m en. Im Ja h re 1892 ist von dem
W erkoauch cinedeutsckoU ebersetzung veröffentlicht und
diese dam als ebenso wie das Original (2. Aufl.) in unserer
Z eitschrift anorkonnond besprochen w o.den.* T ro tz ­
dom h a t diese U cbertragung d o dam als nach kurzor
F rist erw artete Neuauflage bis heuto noch n ich t erlebt. —
Die wiederholten Bearbeitungon der englischen OriginalAusgabo haben don In h a lt des B uches nam entlich durch
Analysonm ethoden erw eitert, die in der zunehm enden
Verwendung von L egierungsm etallen boi der Stahlhcrstollung ihren G rund finden, also vornehm lich
dio U ntersuchung von Sonderstählon zum Gegonstando
haben. jß
C a ro , H o i n r i o h : Gesammelte Reden und Vorträge.
(Herausgegoben von A m a lie C a ro .) L eipzig: O. Spa­
nner 1913. (231 S.) 8° (10°). K art. 4 Jl.
C l if f o r d , W il l ia m K i n g d o n : Der S in n der exakten
Wissenschaft, in gem einverständlicher Form dargostellt.
Mit 100 Fig. D eutsche Uebors. nach der 4. Aufl. des
englischen Originals von Dr. H a n s K l o i n p e t e r .
Leipzig: J. A. B a rth 1913. (V III, 282 S.) 8°. 6 J l, geb.
6,75 JC.
K u h l o , Dr. jur. A l f r e d : Kathedersozialistische Irrwege.
M it besonderer Berücksichtigung der W irksam keit
und der L ehren des U niversitätsprofessors D r. B ren­
tano. M ünchen: Verlag dor Allgemeinen Zoitung,
G. m. b. H ., 1913. (75 S.) 8°. 1,20 Jl.
Studien, Technische. Hrsg. von Professor D r. H . S im o n ,
B ibliothekar der Kgl. Technischen Hochschule zu
Berlin. Berlin-Oldenburg: G. StaUmq. 8 °.
H.
1. E i s n e r , iSr.-Qng. R u d o l f O t t o : Die Her­
stellung von Siederöhren mit überlappt geschweißter Naht
und Versuche über die Schweißbarkeit des Materials.
Mit 91 Abb. 1913. (V II, 103 S.) 4,50 Jl.
W e in s c h e n k , D r. E r n s t , a. o. Professor der P e tro ­
graphie a n der U niversität M ünchen: Petrographisches
Vademekum. E in Hilfsbuch fü r Geologen. 2., verb.
Aufl. Mit 1 Taf. u. 101 Abb. F reiburg im B reisgau:
Herderscho Vorlagshandlung 1913. (V III, 210 S.) 8 °.
Geb. 3,20 Jl.
* VgL St. u. E. 1891, Sept., S. 785; 1892, Okt., S. 890.
1760
Vereins-Nachrichten.
S ta h l u n d E isen.
33. Jahrg. Nr. 42.
V ereins - Nachrichten.
V erein
d e u ts c h e r E ise n h ü tte n le u te .
Jahresbericht des Vereins* für die bergbaulichen Inter­
essen im Oberbergamtsbezirk Dortmund für 1912. 2. (Sta­
Bergwerks-Aktien-Qesdlschaft, Gelsenkirchener*, 1873-1913.
tistisch er) Teil. E ssen (R uhr) 1913. (67 S.) 4°.
L e y d e * , O s k a r : Erinnerungen an Adolf Slaby's Jugend­
zeit. H rsg. vom A kadem ischen Verein „H ütte“ (Mit
1 B ildn.) B erlin 1913. (19 S.) 8°.
(M it zahlr. Abb. im T e x t u. auf T af.) (D üsseldorf 1913.)
(24 S.) q u e r-4°.
Methods of analysis of carbon free melals, produad bg
the aluminogenelic method. New Y ork 1913. (20 S.) 81.
F ü r die V erein sb ib lio th ek sin d e in g e g a n g e n :
(Die Einsender sind mit einem * bezeichnet.)
Bericht über die Tätigkeit des technischen Aufsichtsbeamten
[der] Südwesldeutsche[nJ Eisen- Berufsgenossenschajt*
im Jahre 1912. [S aarbrücken 1913.) (12 S.) 4°.
Bericht des technischen Aufsichtsbeamten [der] Hüttenund Walzwerks-Berufsgenossenscha/l*, Gewerbe-Assessor
Michels für das Jahr 1912. (Essen /R u h r 1913.)
(31. S.) 4°.
Bericht über die Verwaltung der Westfälischen Berggewerkschaflskasse* während des Rechnungsjahres vom 1. April
1912 bis zum 31. März 1913. (M it 3 Beil.) B ochum 1913.
(39 S.) 8°.
Bericht über die Verwaltung der Schlesischen Eisen- und
Stahl-Berufsgenossenschajt* für das Jahr 1912. (0 . 0.
u. J .) (30 S.) 4°.
Bericht über die Kgl. Technische Hochschule* zu Berlin
für das Rektoratsjahr vom 1. Juli 1912 bis zum 30. Juni
1913. (B erlin 1913.) (58 S.) 8°.
Bericht, Achtundzwanzigster, über die Verwaltung der
Knappschafts- Berufsgenossenschajt*. Für das Jahr 1912.
B erlin 1913.
(2 B l., 105 S.) 4°.
Chronik der Königlichen Bergakademie* zu Clausthal
für das Studienjahr 1912/13. C lausthal 1913. (70 S.) 8°.
G o le m a n , A. P ., Ph. D .: The Nickel Industry, with
special refcrence to the Sudbury Region, Ontario. (W ith 63
pl. a n d 8 geological m aps.)
O ttaw a 1913. (V III,
198 S.) 8°.
[D e p artm en t of Mines, C anada, Mines
B rauch*.]
Denkschrift zur Förderung des Deutschtums in China. [H rsg.
von der] D e u ts e lie [ n ] V e r e i n i g u n g S c h a n g h a i .
(Bram en 1913.) (54 S.) 4°. [O stasiatischer Verein*, H am ­
burg.]
* Vgl. S t u. E. 1913, 2. O kt., S. 1657/9.
Geschäftsbericht des Zentral-Komitces [des] schweizerische[ n]
Ingenieur- und Architekten- Verein]s]* für die BerichtsPeriode von Ende Juli 1911 bis Ende Juli 1913. (Z ürich
1913.)
(37 S.) 8°.
Hauptversammlung, 4L, (des) Dampfkessel-UeberwachungsVercin[s[* zu Siegen, 1913. (Siegen 1913.) (72 S.) 8°.
I n o k u t y , A r i y a : Technical Papers. (W ith fig & pl.)
Com piled a n d published by T he C elobration Com m ittee
for th e Occasion of Prof. In o k u ty ’s 25Y oars O ccupancy
of tho C hair of E ngineering, T okyo Im perial U niversity.
T okyo 1913. (X I, 445 u. 144 S.) 4°. [Society* of Meckanical E ngineers, T okyo.]
Jahresbericht, 27., der Südwestdeutschen Eisen-Berufsgenossenschajt* für das Rechnungsjahr 1012. (S a a r­
brücken 1913.)
(39 S.) 4°. .
Jahresbericht der Handelskammer* zu Elberfeld, 1912
Zw eiter, statistisch er Teil.
E lberfeld 1913.
(69 S.) 8°.
Jahresbericht der Handelskammer* für den Kreis Siegen
für das Jahr 1012. Siegen 1913. (2 Bl., 68 u. 36 S.) 8°.
Jahresbericht des Vereins* für die bergbaulichen Inter­
essen Elsaß-Lothringens für das Jahr 1912. (M it Beil.)
S tra ß b u rg 1913.
(72 S.) 4°.
[Th. G oldschm idt, A .-G .*, E ssen-R uhr.]
A en d eru n g en in der M itgliederliste.
Bechen, G. von, Ingenieur, Düssoldorf, Halskestr. 3.
Bingd, Carl, G eschäftsführer d e r Ariston FormstaubW erke m. b. H ., K upfordrelt.
Emrich, Wilhelm, H ü tto n in g ., Tcilh. u. Geschäftsf. d. Fa.
W ilh. u. O tto E m rich, Giessen, Bahnhofstr. 41.
Gascard, Ernst, Sipt.'^jtig., Braunschweig, Brabantstr. 3.
Genlsch, Wilhelm, Geh. R egierungsrat, Mitglied des Patent­
a m ts, B erlin-W ilm ersdorf, Brandenburgiscko Str. 24.
Gilles, Christian, D ire k to r der Berliner Gußstaklf. u.
Eiseng. H ugo H a rtu n g A. G., Berlin-Fiiedrichsfelde,
B erlinoritr. 100.
Harzer, D r. phil. Albert, H annover, Im Moore 15.
Hennes, Heinrich, D ire k to r des Eiscnhüttcmv. Keula
bei M uskau, A. G., K eula, Obcrlausitz. Korofkcwitsch, Grigori, Reg.-Ingenieur, Sartana, Gouv.
E katorinoslaw , R ussland.
Neuhaus, Ernst, B etriebsleiter des Preß- u. Walzw., .4. C.,
Reisholz bei D üsseldorf, H oyestr. 256.
Petersen, Or.'Qltg. Otto, stellv. Geschäftsführer des Vereins
deutscher E isen h ü tten leu te, Düsseldorf - Grafonbcrg,
B rehm str. 30.
Reisenarlh, Hans, Botriebsingeniour des Röhrenwalz», i
Fa. T hyssen & Co., Mülheim a. d. R uhr, Charlottenstr. 11
Scharnier, Friedrich, Betriebsingenieur, Erkelenz, Kückhovener Chaussee 4.
Seidemann, Wilhdm, Oberingenieur, Essen a. d. Ruhr,
Droilindonstr. 92.
Ste/fe, ®t.*3;ng. Hermann, Stahlwerkschef der A.-C.
B rem erh ü tte, Geisweid, K aiserstr. 39.
Steinbecker, Karl, Oipl.-^ng., Westend boi Charlottenburg,
Ebereschonallce 39 a.
Weck, Friedrich, Ingoniour der Masehinonf. Sack, G. m.
b. H ., D üsseldorf-R ath.
Zolling, Kurt, ®ipt.»£yitg., Stahlw erksing, der Westf. Stahlvr.,
Bochum , H u b e rtu sstr. 10.
N e u e M i t g li e d e r .
Bauern/rcund, David, Filialleiter d. Fa. Schweitzer &
Opplor, D üsseldorf, Graf-Adolf Str. 21.
Johannsen, D r. phil. Otto, Chem iker der Halbergerhütte,
B rebaoh a. d. Saar.
Jordan, Otto, V orsteher der Kom m andito des Schics.
B ankvereins, Gleiwitz O. S.
Kröger, Heinrich, D ire k to r d. Fa. F. Schmidt, Dampf
kcsselfabrik, H allo a. d. S., Ivönigstr. 63.
Ritzerfdd, Karl, 3)ip(.*Qitg., Oboring. des Eisenw. Nürn­
berg-A. G. v o rm .^ J._ 'l’afel & Co., Nürnberg, Aeuücrc
Sulzbacherstr. 39.
V e rs to rb e n .
Fuchs, Otto, O beringenieur a. D., Sasbachwalden. 9.10.
I913.
Weil, Hermann, F a b rik d ire k to r, München. 30. 9- 1013.
Die nächste Hauptversammlung des Vereins deutscher Eisenhüttenleute
wird am Sonntag, den 3 0 . Novem ber d. J., in der Städtischen T onhalle zu Düsseldorf abgehalten.
Am Vorabend der H auptversam m lung, am S a m s t a g , d e n 29. N o v e m b e r d. J., findet eine
V ersam m lung der E i s e n h ü t t e D ü s s e l d o r f statt, zu der die M itglieder des H a u p t v e r e i n s und
des V e r e i n s d e u t s c h e r E i s e n g i e ß e r e i e n hierdurch eingeladen werden.
Download PDF