Musterseite 22-25

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Die Erkrankung
kenlos auf Reisen gehen und Ihre Behandlung den neuen
Gegebenheiten problemlos anpassen können.
Wer kann mir helfen?
Nehmen Sie professionelle Hilfe in Anspruch und suchen Sie
einen Diabetologen (Facharzt für Diabeteserkrankungen)
auf. In einer solchen Praxis finden meist auch Diabetikerschulungen sowie Ernährungsberatungen statt. Wertvolle
Informationen und Unterstützung erhalten Sie außerdem
bei einer Selbsthilfegruppe. Adressen finden Sie am Ende
des Buches.
GUT ZU WISSEN
Diabetespass
Jeder Diabetiker sollte den Gesundheitspass der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG) besitzen. Darin
werden alle wichtigen Daten und Werte über Sie und
die Erkrankung erfasst. Sie finden darin auch Hinweise über die unterschiedlichen Untersuchungen, die Ihr
Arzt durchführen sollte.
Ernährung und Lebensweise
Wenn Sie am Typ-2-Diabetes erkrankt sind, sollten Sie
selbst aktiv werden und alles tun, um auf Medikamente
verzichten zu können beziehungsweise die Dosis so gering
wie möglich zu halten. Im Vordergrund stehen dabei folgende Aspekte:
쮿 Übergewicht: abbauen
쮿 Essen: ausgewogen und gesund
쮿 Rauchen: einstellen
쮿 Sport: regelmäßig aktiv sein
쮿 Stress: abbauen und für Entspannung sorgen
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Hofele u.a., Richtig einkaufen bei Diabetes
(ISBN 9783830434269) © 2008 Trias Verlag
Ernährungs-Tipps
E
ine strenge Diät mit einigen Verboten stand früher im
Mittelpunkt der Diabetesbehandlung. Das hat sich zum
Glück gewandelt. Die Ernährung ist zwar immer noch sehr
wichtig, aber die strenge Diät wurde abgeschafft. Ihr Speiseplan braucht sich von dem Ihrer Familie oder Ihres Freundeskreises nicht zu unterscheiden. Vorausgesetzt, Familie
oder Freunde ernähren sich gesund! Das bedeutet auch,
dass für Sie keinerlei Notwendigkeit besteht, Diabetikerprodukte zu kaufen. Dennoch gibt es ein paar Dinge, auf die
Sie achten sollten. Insbesondere wenn Sie Medikamente
einnehmen oder Insulin spritzen, müssen Sie Ihre Ernährungsweise darauf abstimmen.
Das Körpergewicht – der zentrale Faktor
Übergewicht begünstigt den Typ-2-Diabetes. Eine Gewichtsreduktion lohnt sich in jedem Fall. Mit jedem Kilogramm, das schwindet, sinkt nicht nur der Blutzuckerspiegel, auch der Blutdruck und die Blutfettwerte gehen zurück.
In den meisten Fällen kann bei erfolgreicher Gewichtsabnahme die Medikamentendosis oder die Insulinmenge
reduziert werden. Wird das Gewicht erheblich reduziert,
ist es in Einzelfällen sogar möglich, dass kein Insulin mehr
benötigt wird beziehungsweise dass Medikamente ganz
abgesetzt werden können. Die wichtigste Regel beim Abnehmen lautet: langsam abnehmen. Denn nur so ist der berüchtigte Jo-Jo-Effekt zu verhindern. Wer schnell abnimmt,
nimmt meist noch schneller wieder zu. Ein halbes Kilo pro
Woche ist ideal.
Hofele u.a., Richtig einkaufen bei Diabetes
(ISBN 9783830434269) © 2008 Trias Verlag
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ERNÄHRUNGS-TIPPS
Ernährungs-Tipps 왘
Die Erkrankung
GUT ZU WISSEN
Der Body-Mass-Index
Das Körpergewicht wird heute anhand des Body-MassIndex (BMI) beurteilt. Berechnet wird er so: Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch die Körpergröße in
Metern zum Quadrat. Zum Beispiel 82/1,802 = 25,3.
Werte zwischen 18,5 und 25 gelten als normal. Bei einem BMI zwischen 25 und 30 sprechen Mediziner von
Übergewicht, bei Werten über 30 von krankhaftem
Übergewicht (Adipositas).
Fett ist unverzichtbar – aber in Maßen
Fett ist der Nährstoff mit den meisten Kalorien. Ein Gramm
schlägt mit über neun Kalorien zu Buche. Die gleiche Menge
Eiweiß oder Kohlenhydrate liefert jeweils nur etwa vier Kalorien. Untersuchungen haben gezeigt, dass Fett trotz der
vielen Kalorien nicht so gut sättigt. Selbst wenn ein Gericht
mehr Fett enthielt, haben Versuchspersonen nicht weniger
gegessen.
Auch wenn der Ruf schlecht ist, Fett ist unverzichtbar. Kleine Fettpölsterchen braucht der Mensch, zum Beispiel zur
Wärmedämmung (Dünne frieren schneller) oder zur Abpolsterung der inneren Organe. Fett wird benötigt, damit
die fettlöslichen Vitamine A, D, E, K aufgenommen werden
können, außerdem ist Fett ein wichtiger Geschmacksträger.
Gerade wegen des Geschmacks wird es oftmals in großen
Mengen verzehrt. Besondere Vorsicht ist daher bei den so
genannten versteckten Fetten geboten, die sich in Fleischund Wurstwaren, Milchprodukten, Kuchen, Keksen oder
Fertigprodukten verbergen.
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Hofele u.a., Richtig einkaufen bei Diabetes
(ISBN 9783830434269) © 2008 Trias Verlag
ERNÄHRUNGS-TIPPS
Ernährungs-Tipps 왘
GUT ZU WISSEN
Kalorien oder Joule
Die offizielle Einheit für den Energiegehalt eines Nahrungsmittels ist zwar Kilojoule, im täglichen Sprachgebrauch werden jedoch meist die Begriffe Kilokalorien oder Kalorien verwendet. Die Joulewerte lassen
sich aus den Kalorienwerten ganz einfach berechnen:
Eine Kilokalorie entspricht 4,184 Kilojoule. In diesem
Buch wird der Einfachheit halber der Begriff Kalorie
beziehungsweise die Abkürzung kcal für Kilokalorie
benutzt.
Sie sollten etwa 30 bis höchstens 35 Prozent der täglichen
Kalorienaufnahme in Form von Fett aufnehmen oder anders ausgedrückt etwa 0,8–1 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht. Das entspricht bei einem Gewicht von 80 Kilogramm höchstens 80 Gramm Fett. Bei vielen Menschen
ist es meist mehr, oft über 100 Gramm. Wer an Diabetes
erkrankt ist und sparsam mit Fett umgeht, weil er zum Beispiel abnehmen möchte, sollte das Fettsparen jedoch nicht
übertreiben. Denn wer sehr wenig Fett isst, isst stattdessen
oft reichlich Kohlenhydrate. Im ungünstigsten Fall steigen
dann die Blutzucker- und Triglyzeridwerte an. Wichtig ist,
dass Ihre Kalorienbilanz stimmt.
Gute Fette bevorzugen
Nicht nur die Menge des Fetts in der Nahrung spielt eine
Rolle, auch die Art des Fetts ist von Bedeutung. Nahrungsfette bestehen überwiegend aus Triglyzeriden. Diese wiederum sind aus Glyzerin und Fettsäuren aufgebaut. Die
Fettsäuren können lang oder kurz, gesättigt oder ungesättigt sein. Jedes Fett hat ein bestimmtes Fettsäuremuster,
das heißt eine bestimmte Verteilung der einzelnen Fett-
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